Liebe Leser!

Ein stetig rarer werdendes Vergnügen im weiteren Verlauf von „Rattenmord": Eine direkte Begegnung mit Lucius' Innerlichkeit. Heute sogar ganz allein – weiß der Himmel, warum Feuerbohne, unsere Kapitelaufteilerin, das so bestimmt hat – vermutlich war sie der Ansicht, daß ich auch mal wieder allein hier Dienst haben könnte. Eben WEIL ich immer seltener in diesen Genuß kommen werde. *grins*

Also dann!

Herzlichen Dank unseren Reviewerinnen:

Zuckerdrache, Nellas Cookie, Dark Fay, Hedril, Seraphin, Hedril, Hedril (Du scheinst das zur Gewohnheit zu machen ;) ), Miss Perenelle.

Inuverse, Dark Fay und schon wieder Hedril ergebendsten Dank für Eure Nominierung!

6. 11. 2005, 6 Uhr

Lucius

Bisher war doch alles perfekt gelaufen!

Und schien auch weiterhin glatt zu gehen. Der Hauptverdächtige im Mordfall Ginny Weasley war aus der verfluchten Zwangsquarantäne und aus England entkommen – gerade noch rechtzeitig, ehe die ihn hätten nach Azkaban verfrachten können. Er war nicht allein, hatte eine durchaus kompetente Aurorin, die tatsächlich von seiner Unschuld überzeugt war, an seiner Seite. Und einen Plan. Ohne daß sie im einzelnen darüber diskutiert hätten, schien beiden klar zu sein, daß der einzige mögliche Weg nach Bulgarien zu führte. Der die englische Regierung davon würde in Kenntnis setzen können, was die bulgarische von Ginny gewollt hatte. Innerhalb dieser Informationen müßten doch solche zu finden sein, die neue Aspekte des Mordes zu Tage befördern – und die Aurorenschaft von der Person Lucius Malfoy ablenken könnten.

Doch, dieser Ansatz war durchaus vielversprechend! auptverdächtige iHau

Befriedigt verstärkte Lucius seine Umarmung und lächelte, als Hermine sich daraufhin umso enger an ihn kuschelte. Tief aufseufze. Voller Wohlbehagen. Sicher und geborgen. Doch, das hatte etwas! Gut gewärmt mitten auf dem dunklen, zugigen Wasser zu schaukeln und die richtige Frau in den Armen zu halten! Zu spüren, wie diese sich immer mehr entspannte. Ruhiger, tiefer atmete. Wie alle Widernisse, alle Sorgen von ihr abfielen. Einer allumfassenden Ruhe wichen. Wie sie allmählich in den Schlaf hinüberdämmerte…

Lucius schreckte selber aus den Fängen des Schlafes. Faßte nach seinem Zauberstab. Der nicht dort war. Verdammt! Daran würde er sich nie gewöhnen!

Wach bleiben mußte er trotzdem. Ganz gewiß würde er Hermine nicht ungeschützt in der Obhut dieses zweifelhaften – und obendrein sehr wohl bewaffneten… FISCHERS lassen! Wer konnte ausschließen, daß dessen Raffgier sich nicht auch auf Lucius' Frau erstrecken würde?!

Bewußt seine Augen aufreißend und den drohenden Schlaf herauszwinkernd, richtete er sich auf und lockerte seine Schultern.

„Hmm?"

Rasch umfaßte er Hermine wieder. Drückte sie an sich. Und das leise, wohlige Seufzen dann war ihr gemeinsames.

Am Horizont waren bereits die ersten grauen Morgenschleier zu sehen, als der Kahn schließlich knirschend am Strand unterhalb der riesigen Steilküste auflief. Lucius neigte seinen Kopf, bis er Hermines berühren konnte.

„Aufwachen!" Sanft küßte er ihr Haar. „Wir sind da!"

Der Fischer hatte den Kutter schon verlassen und war dabei, ihn ein Stück weit aufs Trockene zu ziehen. Lucius zog Hermine mit sich hoch und kletterte zuerst an Land, damit sie in seine Arme springen konnte.

„Das war's!" Mit dieser Feststellung wollte der Wirt das Boot wieder in die Wellen schieben und sich davonmachen. Hastig griff Lucius nach dessen Arm.

„Zuerst verkaufen Sie uns Ihren Zauberstab!"

Seine Hand unwillig abschüttelnd, drehte sich der Ältere nur halb zu ihm um.

„Wie komme ich dazu?"

„Wir haben Ihnen unser gesamtes Geld überlassen!" In Hermines Stimme klang Panik mit. Hilfe suchend spürte er ihre Augen auf sich. „Das ist doch so, oder?"

„Das soll wohl ein Witz sein! Dreihundert Galleonen für den ganzen Aufwand, den ich betreiben muß?! Und obendrein für all die Scherereien, die ich damit haben würde, mir einen neuen Zauberstab zu besorgen! Für SIE mag das ein einziger Besuch bei Olivander bedeuten; für unsereinen heißt das tagelanger Eulenverkehr mit dem Ministerium! Neuantrag."

„So einer ist das!" murmelte Hermine neben ihm. Laut wandte sie sich an den abwehrend dreinblickenden Zauberer ihnen gegenüber. „Welche Beschränkungen haben Sie?"

„Erste Stufe!"

„Haben Sie schon einen Aufhebungsantrag gestellt?"

„Vierteljährlich", war ein Grummeln.

„Soll ich mich darum kümmern, daß das Aufhebungsverfahren beschleunigt wird?"

„Wie… soll ich das verstehen?"

„Guter Mann!" mischte Lucius sich ein. „Das verstehen Sie dergestalt, daß Sie uns jetzt ihren Zauberstab überlassen!"

„Ich kann Ihnen helfen!" versicherte Hermine rasch und warf Lucius einen beschwörenden Blick zu.

Der Wirt, gerade noch im Begriff, in sein Boot zu klettern, wandte sich den beiden ganz zu.

„Das kann ja jeder behaupten!"

„Ich kann es Ihnen versprechen. Sicher versprechen!" Hermine machte eine Bewegung auf den Mann zu, der ihnen jetzt doch sehr interessiert entgegen sah.

„Ein Versprechen von jemandem, den ich nicht kenne, ist nichts wert!" Er wandte sich an Lucius: „Mr. Malfoy, wenn Sie mir zusichern, daß Sie auf dem Rückweg hier vorbeikommen und mir mein Hotel ein bißchen, sagen wir, aufmöbeln – so in der Art, wie Sie das mit dem Bad gemacht haben… dann könnte ich mich mit dem Gedanken bestimmt anfreunden."

Lucius grinste befriedigt. Da war ja besser gelaufen, als gedacht!

„Unter einer Bedingung!" schloß er den Handel ab, „Ihre beste Suite bleibt permanent für mich reserviert!"

Mit einem listigen Lächeln reckte der Mann Lucius seine ungeschlachte Hand entgegen. „IHR Wort genügt mir!"

Lucius griff zu, im Moment nur froh, daß er ihren Handel nicht auch noch mit Spucke besiegelt werden mußte.

„Ich kann mich darauf verlassen, daß Sie Ihren Mund halten. In JEDER Hinsicht?"

„Ich möchte ein tolles Hotel…"

Das Wort des Mannes verwehte, der Zauberstab jedoch wechselte seinen Besitzer.