Liebe Leser,

kennt Ihr mich noch? Hier ist Legi. Man mag es kaum glauben, aber es ist seit Nevilles Besuch beim Quidditch nur eine Nacht vergangen.

Unser Auror lag brav in seinem Bettchen, und zwar allein, während die beiden anderen Hauptfiguren ein Abenteuer nach dem anderen erleben. Aber auch seine Zeit wird noch kommen, das versprech ich Euch! Immerhin achtet er auf seine Fitness, das ist doch schon mal was!

Ein besonderer Dank an Feuerbohne, die beim letzten Mal mein Posting übernommen hat, da die telekom mich für zwei Tage offline gestellt hatte.

Und ein besonderer Gruss an Nellas Cookie, die sich so nett nach Neville erkundigt hat! Knutsch!

Wer raten will, hier die sehr einfach Aufgabe: Warum klingelt der Rufspiegel?

Zum Schluss auch von mir natürlich ein herzliches Thanks! an alle Reviewer und ganz besonders an diejenigen, die Rattenmord für den Award nominiert haben!

So, los geht`s!

Legi

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06.11.2005 7.55 Uhr

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Nevilles ursprünglich mal hellgrau leuchtende Joggingschuhe hinterließen braune Flecken auf den Treppenstufen, als er leicht außer Atem zu seiner Wohnung hinauftrabte. Er hatte seine übliche Morgenrunde durch den Park heute etwas verkürzt und dafür mehr Tempo gemacht.

Nachdem er seine erdigen Fußabdrücke mittels „Tergeo" beseitigt hatte, steckte er den Schlüssel ins Schloss und freute sich auf eine ausgiebige, heiße Dusche, bevor er ins Büro gehen würde.

Im engen Flur seiner Wohnung zog er die Schuhe aus und pellte sich aus der feuchten Laufjacke.

Doofer Nebel! Man ist patschnass, wenn man heimkommt!

Sein Blick fiel nun ins Wohnzimmer und er zuckte mit einem kurzen Aufschrei zusammen, als er sah, dass er nicht allein war: „Merlin, hast du mich erschreckt!"

Die Gestalt, die im Sessel saß, ähnelte mit den wirr abstehenden grauen Haaren und dem feurigem Blick eher einer altgriechischen Rachegöttin als seiner Großmutter.

Aufgeregt fuhr er sich mit den Händen durch die nassen Haare. „Was tust du denn hier? Noch dazu um diese Zeit?"

Neville hatte noch nicht ganz fertig gesprochen, da war sie schon mit erstaunlicher Wendigkeit aufgesprungen und schrie ihn an: „Bist du von allen guten Geistern verlassen?"

Er hatte keine Ahnung, was sie meinte. „Was ist denn los?"

Sie kam näher und schlug ihm eine zusammengerollte Zeitung schmerzhaft gegen die Brust. „Das fragst du noch? Ich sitze gemütlich beim Frühstücksporridge und dann seh ich das! Ich kann es einfach nicht glauben!"

Hektisch rollte sie die Zeitung auseinander und blätterte suchend herum. Dann tippte ihr kurzer Zeigefinger vehement auf ein Bild im Feuilleton-Teil mit der Überschrift `Bestseller-Autor Dan Greene mit neuer Flamme beim Quidditch`. Irgendwie kamen Neville die mitfiebernden Menschen seltsam vertraut vor.

Die schrille Stimme seiner Großmutter beseitigte jede Ungewissheit. „Ich erkenne dich auch unter dieser lächerlichen Vermummung mit Schal und Mütze! Hier, zwei Reihen über Greene! Und neben dir steht Narzissa Malfoy, kannst du mir das erklären?"

Neville hatte plötzlich ein Gefühl, als ob sämtliches Blut aus seinem Kopf verschwunden wäre.

„Äh, ich hab sie befragt wegen des Ehevertrags und dann ist sie eben mit zum Spiel gegangen.", stammelte er. „Da ist doch nichts dabei!"

„Nichts dabei?" Seine Großmutter rollte die Zeitung mit einer blitzartigen Bewegung wieder ein und hieb diesmal auf seine Schulter ein, während sie weiter brüllte: „Ihre Schwester hat deine Eltern auf dem Gewissen, hast du das vergessen?"

Seltsamerweise wurde er mit einem Mal ruhiger, je lauter ihre Stimme anschwoll.

In gefasstem Ton antwortete er: „Oma, die Zeiten der Sippenhaftung sind lange vorbei. Du kannst sie doch nicht für die Taten ihrer Schwester verantwortlich machen"

Seine Gelassenheit schien sie noch mehr in Rage zu bringen. „Die Malfoy könnte deine Mutter sein! Du warst mit ihrem Sohn in der Schule, falls ich dich erinnern darf!"

„Ich habe nicht vor, Draco zu meinem Stiefsohn zu machen!"

Diese trockene Erwiderung ließ Mrs. Longbottoms Gesicht rot anlaufen. Sie holte tief Luft, während sich Neville innerlich auf einen Orkan gefasst machte.

Das schrille Klingeln des Rufspiegels, der plötzlich vibrierend auf dem Tisch herumhüpfte, ließ beide zusammenfahren.

„JETZT NICHT!" Mit einem temperamentvollen Wink ihres Zauberstabes fuhr ein gelber Blitz in den Rufspiegel und ließ diesen einen weiten Satz quer durchs Wohnzimmer ausführen. Das Klingeln erstarb angstvoll.

Die blauen Augen seiner Großmutter funkelten Neville gefährlich an: „Und was ist mit deinem Beruf als Auror? Private Kontakte während der laufenden Ermittlungen mit einer verdächtigen Person! Das ist doch Grund genug für einen Rausschmiss!"

Er wusste diesem Argument nicht viel entgegenzusetzen, denn es war absolut richtig, was sie sagte.

Doch sie war offenbar noch nicht fertig und feuerte eine weitere Salve an Wahrheiten auf ihn ab: „Hast du dir schon mal überlegt, was passiert, wenn Lucius Malfoy Wind davon bekommt, dass ein grünschnabeliger Auror seine noble Ehefrau ausführt? Dein Leben ist keinen Pfifferling mehr wert, wenn er dich auf dem Kieker hat. Hast du auch nur eine einzige Sekunde über die Konsequenzen nachgedacht, du Möchtegern-Casanova?"

Mit einem fragenden Ausdruck im erhitzten Gesicht hatte sie sich vor ihm aufgebaut.

Die Antwort, die er ihr nun leise entgegenmurmelte, klang selbst in seinen eigenen Ohren äußerst dürftig: „Aber es war doch nur ein Quidditch-Match!"

Mrs. Longbottom hielt inne.

Sie sah ihn ein paar Sekunden voll Unverständnis an. Dann drehte sich ruckartig weg, warf die Zeitung kopfschüttelnd auf den Tisch und lief mit langen Schritten aus dem Zimmer.

Neville stand wie versteinert immer noch am gleichen Platz, als die Wohnungstüre krachend ins Schloss fiel.

Verdammt, sie hat in allen Punkten recht!

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(legilimens)

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