Hach, das war schön! Dieses Kapitel – und Action auch noch! – als Feuerbohnes Assistentin mit ihr zusammen zu schreiben! Vorgelesen zu bekommen, wie die Szene in ihrem Kopf ihren Lauf nahm! Mir genau vorstellen zu können, wie es dort aussah, weil wir vorher Bilder von Callais geguckt hatten. Dann gemeinsam zu lesen und zu entscheiden, ob das Tempo stimmte, wo ein Satz zackiger gemacht werden mußte, ob es denn jetzt gut sei.

Und es macht mir Spaß, heute die Ansprache zu schreiben, obwohl es nicht mein Kapitel ist. ;)

In diesem Sinne viele grüße in die Ramo-Runde, vor allem an unsere lieben Reviewer:

Miss Perenelle, Seraphin, Hedril, Zuckerdrache, Dark Fay, Nellas Cookie und Talea.

Runa im Auftrag von Triflorifer

Hermine

Das Boot hatte das Ufer bereits verlassen. Der kleine Motor brummte.

„War das nun ein guter Handel?" Gedankenverloren stand Hermine da.

Auch wenn der Wirt mit dem Rücken zu ihnen saß, machte er einen sehr zufriedenen Eindruck.

Auf Lucius erstaunten Blick hin legte sie den Kopf zur Seite und sah ihn grinsend an. „Von solchen Dingen habe ich nämlich keine Ahnung."

„Das, meine Liebe, war ein ausgezeichneter Deal"

Besitzergreifend fasste Lucius nach ihr und zog sie an sich: „Was würdest du nur ohne mich machen?"

Hermine lachte und schmiegte sich an ihn: „Ohne dich ...", murmelte sie in seinen Umhang, „ohne dich ...!"

Würde ich jetzt wohl gerade aufstehen und meiner Zimmerpflanze guten Morgen wünschen.

Aber DAS sagte sie lieber nicht, denn sie war sich keineswegs sicher, ob ihr das besser gefallen würde. Irgendwie fühlte sie sich von ihrem normalen Leben sehr weit entfernt.

„Der Wäremezauber lässt nach" Hermine fühlte die Kälte ihre Füße unangenehm hochsteigen. „Lass uns von hier verschwinden."

„Zuallererst zauberst du mich wieder magisch." Auffordernd streckte Lucius ihr den soeben erworbenen Zauberstab hin.

„Tut mir so leid für dich", sie legte ihre Hand auf seine Wange, „aber mit einem ministeriell beschränkten Zauberstab geht sowas nicht. Wir können von Glück sagen, wenn wir apparieren können!"

„Willst du damit sagen, dass wir eine Zauberstab-Krücke gekauft haben?" Ihre tröstende Hand abschüttelnd, trat er einen Schritt zurück. „Nach der Hausmeisterniete und dem nichtsnutzigen Heilerstab jetzt schon wieder ein Flop?"

„So würde ich das nicht ausdrücken." Hermine legte die Stirn in Falten. Wie war nochmal der genaue Wortlaut in den Gesetzestexten? „Beschränkungsstufe Eins: Keine Zauber, die über persönliche Belange hinausgehen. Keine unverzeihlichen Flüche und keine Kaufzauber, die den Gegenwert von hundert Galleonen übersteigen."

Sie sah Lucius an: „Manche haben eben auch noch eine Apparier-Streckenbeschränkung. Aber das werden wir gleich herausfinden."

„Na, dann lass uns hoffen." Lucius Blick war sehr skeptisch. Dennoch nahm er ihren Arm: „Nachdem ich also ein Muggel bleiben muss, darf ich bitten?"

„Oh, mein Herr, Sie dürfen!"

Hermine hatte den Zauberstab bereits erhoben, ließ ihn eine Sekunde später jedoch schon wieder sinken: „Oh Mist!"

„Was ist denn jetzt?"

„Hast du eine Ahnung, WOHIN wir apparieren sollen?"

„Klar, zu Miller, wohin denn sonst?"

„Gute Idee", Hermine lächelte gezwungen. „Es ist nur leider so, dass ICH keine Ahnung habe, WO dieser Miller steckt. Dass DU das weißt, nutzt uns im Moment gar nichts. Ich müsste das wissen, um zu ihm apparieren zu können. Ersatzweise müsste ICH wissen, wie Miller aussieht. Wenn ich schon keine Vorstellung vom Ziel habe."

Sie hatte ihn losgelassen und fuhr sich nachdenklich durch die Haare. „Apparieren irgendwohin würde uns schließlich auch nur irgendwohin bringen. Das ist zu riskant!"

„Wo ist das Problem?"

Erstaunt sah sie auf Lucius, der ihre Verzweiflung ganz und gar nicht zu teilen schien.

„Ich kann ihn dir zeigen!"

Hermine lachte auf: „Hast du etwa ein Bild von ihm in der Brieftasche?"

„Noch besser!" Er zerrte an ihrem Rucksack. „Da steckt er drin!"

Hermine konnte nicht anders als lachen: „Wie? Ich trage die ganze Zeit Miller spazieren?"

Interessiert sah sie Lucius zu, wie er den Rucksack öffnete und darin herumkramte. „Jetzt siehst du mal, wie es uns Frauen immer geht. Das, was du brauchst, ist bestimmt ganz unten!"

Doch inzwischen war ihr klar, wonach er suchte: „Da drüben, siehst du!"

Einen Moment später hielt Lucius ihr den magisch verkleinerten Aktenkoffer entgegen: „Aber vergrößern wird dieser Stab schon können, oder?"

„Mit Sicherheit!" Entschlossen schwenkte Hermine diesen, im Gegensatz zum stummeligen des Hausmeisters, langen und dünnen Zauberstab.

Lucius hieb bereits ungeduldig auf die Ruftaste des Magsermo-Hologramms ein. „Komm schon! Miller, wo steckst du?"

Hermine, die interessiert auf den leeren Monitor in seiner Hand gestarrt hatte, hob den Kopf, als sie das Brummen von oben hörte.

Am Rand der Steilküste fuhr ein Auto entlang.

„Mist!", murmelte sie und wandte sich wieder Lucius zu. „Was ist bei dir?"

„Der Kerl geht nicht ran!"

Lucius regulierte das Signal für die Lautstärke nach oben. „Wenn er noch schläft, wird ihn das wecken!"

Das Brumm-Geräusch erstarb. War das Auto weitergefahren?

In diesem Moment knisterte der Monitor und Millers verschlafendes Gesicht erschien.

„Miller! Endlich! Wo stecken Sie denn?"

Lucius zog Hermine näher an sich heran: „Guck ihn Dir genau an!"

„Mister Malfoy? Sind SIE das?" Der Mann auf dem Monitor starrte ihnen verwirrt entgegen.

„Ich glaube nicht, daß es reicht, wenn ich nur sein Gesicht sehe…", wandte Hermine zögernd ein.

„Kein Problem!" Lucius schaltete auf Halbtotale um, so daß nun Millers nackter Oberkörper den Bildschirm ausfüllte.

„Äh, Entschuldigung, was tun Sie? Ich bin doch noch gar nicht angezogen!"

„Egal!" winkte Lucius ungeduldig ab.

„Mister Malfoy, bitte, sagen Sie mir, was los ist!" Miller hatte sich nach vorne gebeugt und schien aus dem Monitor herauszuwachsen. Seine Stimme war laut und eindringlich.

„KEINE BEWEGUNG! BLEIBEN SIE MIT ERHOBENEN HÄNDEN STEHEN!"

Diese Worte kamen eindeutig NICHT von Miller!

Die Köpfe von Lucius und Hermine schossen gleichzeitig nach oben.

Dort stand -

„POLIZEI!" Hermine schrie entsetzt auf. „Was will die Muggel-Polizei von uns?"

„BLEIBEN SIE STEHEN UND LASSEN SIE DIE WAFFEN FALLEN!"

„Mister Malfoy? MISTER MALFOY?"

„Oh, was gäbe ich für meinen Zauberstab!" Lucius wirkte durch die megaphonverstärkte Stimme vom Steilküstenrand nicht halb so eingeschüchtert wie Hermine. Dem Monitor des Holgramms in seiner Hand schenkte er nur einen unkonzentrierten Blick: „Sie warten!"

„Was wollen die?", zischte Hermine ihm zu.

Er wiegte den Kopf: „Ich denke mal, die halten uns für Schmuggler – oder Menschenhändler!"

Er wandte sich um und sah dem langsam davontuckernden Boot des Wirtes nach. „Wahrscheinlich haben sie uns schon die ganze Zeit beobachtet!"

„Oder sie suchen uns bereits!" Hermine, die entsetzt dabei zusah, wie die Küstenpolzei sich anschickte, den steilen Fußpfad nach unten, zu ihnen, zu klettern, rief: „Wir müssen weg!"

Dann jedoch flog ihr Kopf herum, in Richtung Wasser: „Was ist, wenn sie IHN erwischen? Er hat nur dieses langsame Boot – und er kennt deinen Namen!"

„Können Sie mir BITTE erklären, was los ist?"

Miller, immer noch nackt und halb aus dem Monitor ragend, hatte die Hände hilflos zu Lucius ausgestreckt. „Erst wecken Sie mich und dann ...!"

„Ach, halten Sie den Mund!" Lucius wandte sich an Hermine: „Meinst du, du schaffst es?"

Hermine zuckte die Schultern: „Ich habe keine Ahnung!" Dann deutete sie auf Miller: „Du mußt ihm aber sagen, daß wir womöglich gleich neben ihm auftauchen werden! Ich versuche inzwischen", sie deutete aufs Wasser, „den da ein wenig anzuschieben!"

Sie hob den Zauberstab, richtete ihn auf den kleine Kutter: „Locomotor Navigio!"

Das Boot hob sich halb aus dem Wasser, als es mit großem Tempo davonjagte.

„STOPPEN SIE DAS BOOT! HALTEN SIE AN UND KEHREN ZUM UFER ZURÜCK!"

Hermine, die einen Moment dem davonjagenden Boot nachgesehen hatte, musste unwillkürlich kichern: „Selbst wenn der wollte, könnte er nicht!"

Sie drehte sich um und betrachtete die Männer der Küstenwache, die stehengeblieben waren und in offensichtlicher Unruhe in kleine Geräte sprachen. Wahrscheinlich riefen sie Verstärkung herbei.

Aber die würden jetzt gleich ihr blaues Wunder erleben!

„Ich probier es jetzt!" Lucius Arm an sich reißend, hob Hermine nochmals den Zauberstab. Sie starrte auf den jetzt nur noch ratlos aussehenden, leicht nebelartigen Mann aus dem Hologramm und konzentrierte sich. „Gehen Sie zur Seite, Miller!"

Dann schloss sie die Augen.