Eine lange Woche ohne Triflorifer geht zu ende – und es ist erst die erste!
Ihr jedoch dürft im Gegensatz zu mir zwischendurch einmal auftanken!
Da es sich um ein reines Hermine-Feuerbohnekapitel handelt, habe ich dann Gelegenheit, meiner Sehnsucht nach ihr ein wenig entgegenzuwirken, indem ich ihren Antwortjob übernehmen darf. ;)
Nächsten Sonntag wird zum Glück alles seinen gewohnten Gang nehmen!
Es grüßt die Triflorifer-Strohwitwe
Runa
Noch immer überwältigte Grüße an unsere neue Leserin betty0815, die die beiden Urlauber mit der Überraschung – sage und schreibe – 39 neuer Reviews (Oder habe ich mich jetzt verzählt?) begrüßen wird. Herzlichen Dank dafür!
Ein ebenso herzliches Willkommen unserer zweiten Neuleserin Kiamara!
Und schließlich – auch keineswegs weniger herzlich – Dank an Euch Bekannte: NellasCookie, Zuckerdrache, DarkFay, Hedril, Seraphin, Talea
06. 11. 2005 16:30 Uhr
Die Katastrophe! Die blanke Katastrophe. Jetzt war sie da!
Vor Hermines Augen begann sich alles zu drehen. Slawitz verschwunden! Kein Slawitz! Was jetzt?
Sie wankte. Doch da fühlte sie schon Lucius an sich. Seine Arme, die sie umfingen, stützten. Schwer lehnte sie sich an ihn.
Dass Lucius den Kopf schüttelte, konnte sie fühlen. Und ebenso, dass er tief einatmete:
„Ich nehme an, Sie haben KEINE Ahnung, wo er stecken könnte?"
'Reiß dich zusammen', sagte Hermine zu sich und hob den Kopf. Noch war sie nicht tot!
„Ist er verreist?"
„Das können wir nur hoffen", antwortete Hedril leise und schüttelte gemeinsam mit Hermine den Kopf. „Er war ganz plötzlich verschwunden!"
„Können wir seine Räume sehen?", bat Hermine vorsichtig.
Sie würden nicht hineinkommen! Das konnte Hermine an Hedrils Zusammenzucken sofort merken. Dieses Labor wurde mit Sicherheit irgendwie überwacht, schließlich wurde dort drinnen mit ansteckenden Krankheiten experimentiert!
Ereside schloss einen Moment die Augen: „Die Laboratorien stehen alle unter Sicherheitsstufe eins. Lediglich autorisierte Personen dürfen dort hinein. Und das auch nur in Schutzkleidung."
„Und sein Büro?"
„Faydarks Büro liegt in der sechsten Etage – und die ist seit seinem Verschwinden gesperrt."
Hedril hatte ihre Stimme noch weiter gesenkt, drehte den Kopf und warf Seraphin einen kurzen Blick zu.
Die durfte das also nicht hören!
Nun ja, Hermine seufzte leise. Seraphin befolgte wahrscheinlich nur Befehle. Sie gehörte nun mal zum Sicherheitsstab und hatte wohl mehr oder weniger strikte Order.
„Es ist merkwürdig", Hedrils Stimme war noch leiser geworden. „Aber Sie sind die Allerersten, die sich nach ihm erkundigen."
Sie warf Lucius einen prüfenden Blick zu und sagte wieder laut: „Sie kommen doch aus England, oder?"
„Allerdings!", nickte der. „Wir sind heute erst angekommen, weil wir dringenden Klärungsbedarf haben." Im nächsten Moment senkte auch er seine Stimme und raunte leise. „Können wir Sie irgendwo alleine sprechen?"
Hedril legte den Kopf schief, als würde sie nachdenken. „Ich kann Ihnen leider überhaupt keine Auskünfte geben. Tut mir leid!"
Sie machte einen Schritt rückwärts, raunte jedoch im nächsten Moment eindringlich: „Sieben Uhr im 'Zuckerdrachen'!"
Und schon hatte sie sich umgedreht, winkte Seraphin kurz zu und lief zur Treppe.
„Tut mir wirklich leid!", rief sie nochmals, nahm immer zwei Stufen auf einmal – und war einen Moment später verschwunden.
„Nun ja!", sagte Lucius, der, genau wie Hermine und Miller, der jungen Frau nachgestarrt hatte. „Hier können wir also nichts ausrichten! Lasst uns gehen."
Sie nickten Seraphin noch einmal zu, dann waren sie schon an der alten Türe.
Nur Sekunden später standen sie wieder auf der Straße.
Hier blies ein eisiger Wind.
Hermine zog die Schultern hoch und versuchte, die Arme in ihre Jackenärmel zu ziehen. Es gelang einigermaßen. Dennoch fror sie sofort.
„Wir sollten sehen, dass wir hier noch ein Stück wegkommen!"
Lucius drängte Hermine an seinen Körper und schob sie vor sich her. „Wer weiß, ob diese Gebäudemauern hier nicht Ohren haben!"
Eilig gingen sie davon.
„Was ist dieses 'Zuckerdrache'?" Nach atemlos eiligen Minuten wandte Hermine sich im Gehen zu Miller um, der einige Meter hinter ihnen herlief.
„Ein Szene-Lokal der magischen Welt in Sofia! Mitten in der Stadt und immer rappelvoll!"
Ah, das war gut! Dort in der Menge würden es nicht weiter auffallen, wenn sie mit einer Angestellten aus Slawitz Labor sprachen. Das war wirklich gut!
„Diese Hedril wie-auch-immer will uns was sagen!" Miller hatte aufgeholt, ging dennoch weit seitlich neben Lucius. „Allerdings sind es bis sieben Uhr noch mehr als zwei Stunden! Was machen wir bloß bis dahin?"
„WIR bringen Hermine erst mal in Ihre Wohnung zurück!"
Lucius hatte seine Augenbrauen gehoben und sah Miller aufgebracht an. „Sehen Sie nicht, dass es ihr schlecht geht?"
„Lucius!" Hermine legte ihre Hand an seine Wange. „Das ist nicht schlimm. Mir ist schließlich nur ein bisschen kalt. Aber wir sollten wirklich überlegen, wie wir die Zeit verbringen, bis wir Hedril treffen können."
„Eiskalt bist du!"
Lucius hatte ihre Hand in seine genommen und rieb sie. Dann steckte er sie mitsamt seiner in seine Umhangtasche. „Wir nehmen wieder ein Taxi zurück zur Wohnung. Dort bleibst du."
„Und du?" Hermines Stimme hatte sofort einen schrillen Unterton bekommen. Meinte er, sie würde alleine in Millers Wohnung bleiben?
„Ich – nun ja ..." Er zögerte kurz, entschied dann aber offensichtlich, doch weiterzusprechen: „Ich habe Miller schließlich nicht umsonst hierher beordert. Wir werden also zusammen zum Minsterium gehen und sehen, was wir in Erfahrung bringen können. Und danach ..." Er brach ab und bedachte sie mit einem hilflosen Lächeln. „Nun ja, dann werden wir uns anhören, was die gute Hedril zu sagen hat."
„Ohne mich?" Das war ihr herausgerutscht. Aber es war ja klar, schließlich würde sie bald ansteckend sein.
Verbergen musste sie sich, wenn sie keine Gefahr darstellen wollte. Auch vor Lucius. Er war ihr viel zu nahe!
Hermine schluckte. Sie musste also das tun, was sie am allerwenigsten konnte: Warten.
Alleine warten. Der Dinge harren. Nichts tun. Untätig die Zeit verstreichen lassen. SIE TOTSCHLAGEN! Nur hoffen könnend.
Entsetzlich!
Dennoch fügte sie sich sofort. Es ging hier nicht um sie!
Nicht in erster Linie!
Sie musste dafür Sorge tragen, dass sie für Lucius und Miller und alle anderen Menschen keine Gefahr darstellen würde – und das konnte sie am besten, wenn sie sich isolierte.
„Gut", sagte sie leise. „Aber ihr müsst mich nicht bringen. Ich kann auch alleine mit dem Taxi zurückfahren!"
