Gruezi mitanand,
Legi ist auch wieder zurück.
Das BESTE: Habt Ihr schon im Triflorifer-Account auf fanfiction . de gesehen, dass ich eine Geschichte von den anderen beiden Blüten geschenkt bekommen hab? „Die Rolle seines Lebens"
*Hände reib und freu….*
Sorry, das musste ich loswerden.
Aber nun zurück zu Rattenmord. Weit zurück, als wir noch an den Anfängen des Plots saßen. Da ging es um Neville, und dass er bei den Malfoys ermittelt. Ich hab dann ganz großspurig verkündet: „Ich schreib auf jeden Fall irgendeine Ball-Szene mit Neville! Der hat doch im so schön getanzt. Das darf nicht fehlen, ich freu mich schon drauf!"
Tja, irgendwann war es dann soweit und ich saß ziemlich ratlos vor einem weißen Bildschirm. Was – zum Henker – schreibt man da nun rein? Er kann ja wohl kaum den ganzen Abend mit Narzissa tanzen, das wär ja viel zu auffällig! Aber auch nicht nach zehn Minuten verschwinden. Dooferweise hat mein Junior eine play along-CD zum -Film und ich hatte die ganze Zeit den „Neville`s Waltz" im Ohr. Richtig geholfen hat das auch nicht.
Noch am Rande: Kennt jemand den song „refuse to dance"? Den haben sie leider aus dem Potter rausgeschnitten und dabei würde Snape doch so schön im Hintergrund vorsprechen, wie es geht. Wahrscheinlich für die tanzmäßig etwas begriffsstutzigen Slytherin-Schüler „slow slow quick quick slow". www . youtube .com/watch?v=xvNYSYGKfZM&feature=related („Foxtrott Tango Quickstep Samba"…. Ab 1.20min)
Aber Neville hat das auch drauf, ohne dass ihm der Tränkemeister was ins Ohr flüstert. Auf den kann er ja bekanntlich gerne verzichten.
Also?
Seid Ihr bereit?
Aufstellung zum Foxtrott und los geht`s!
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6.11.2005 19.00 Uhr
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Weiße Lilien.
Der gesamte Ballsaal war dekoriert mit weißen Lilien.
Und mit Freesien in einem kräftigen Blauton, den er noch nie bei diesen Blumen gesehen hatte.
Wo zum Teufel kamen im November diese vielen edlen Sommer-Blüten her?
Neville sah überrascht im Raum umher. Außer den geschmackvollen Blütenarrangements und den grünen Efeuranken um die zahlreichen Säulen an den Seiten des Saals war keine aufwändige Dekoration vorhanden.
In den letzten Jahren hatte er des öfteren Zeitungsbilder von Festen auf Malfoy Manor gesehen und war immer von der prahlerisch übertriebenen Ausstattung abgestoßen worden.
Doch heute war es anders, irgendwie dezenter, was er als sehr angenehm empfand.
Trotzdem.
Er war hier fehl am Platz, das war klar. Nicht nur, weil ihm sein alter Smoking etwas weniger elegant vorkam als die edlen Roben der anderen Gäste.
Nein, er hatte endlich verstanden, dass er sich Narzissa aus dem Kopf schlagen musste. Es konnte schließlich keine Zukunft für sie beide geben, da hatte seine Großmutter vollkommen recht gehabt.
Aber nun war er verdonnert worden, hierher zum Ball zu kommen. Nun ja, er würde den Umschlag mit der Spende des Aurorenbüros abgeben, sich kurz bei den Ministeriumsleuten zeigen und dann schnell den Abflug machen.
Neville kämpfte sich durch die anderen Gäste voran in Richtung Spendentisch, während hübsche Hostessen dabei waren, blaue Ansteck-Freesien an die Besucher zu verteilen.
Endlich war er dort angekommen: An einer Art Theke vor einem dunklen Walnuss-Schrank sammelten zwei junge Angestellte die Kuverts ein, schrieben Quittungen aus und überreichten mit strahlendem Lächeln Infomaterial über die Stiftung.
Als Neville schließlich an der Reihe war, zog er seinen Umschlag so schwungvoll aus der Sakkotasche, dass ihm dieser auskam und zu Boden flatterte. Er bückte sich, nahm das Kuvert fest in die Hand, stand wieder auf und wandte sich erneut der Theke und der jungen Hostess zu – als er mitten in der Bewegung erstarrte. Anstelle der Angestellten blickten ihn Narzissas blaue Augen an. Mit einem herzlichen Lächeln sagte sie: „Freut mich sehr, dass Sie heute Abend das Aurorenbüro vertreten! Darf ich Ihnen das Kuvert abnehmen?"
Neville bemerkte erst jetzt, dass er den Umschlag noch immer krampfhaft umklammert hielt.
„Natürlich. Hier ist er."
Sie nahm ihn entgegen und sah anschließend auf Nevilles Brust. „Ich sehe, Sie haben noch keine Ansteckblume. Für Sie als Pflanzenfreund hätte ich da etwas ganz Besonderes."
Narzissa ging zum Schrank und nahm eine silberne Dose aus einer der Schubladen heraus. Sie trat wieder zu ihm an die Theke und öffnete den Deckel. Neugierig senkte Neville ebenfalls den Kopf zur Schachtel, um gleich darauf überrascht aufzublicken. „Eine Triflorifer-Blüte? Das kann ich doch nicht annehmen!"
Sie kam um den Tresen herum und stand nun ganz nahe vor ihm. Vorsichtig öffnete sie die Anstecknadel, durch die der Blütenstil gezogen war, und sagte leise: „Ein kleines Dankeschön für den aufregenden Abend gestern. Ich habe mehrere dieser konservierten Blüten im Tresor, aber die blaue hier fand ich am schönsten."
Sie zog sein Revers ein kleines Stück von seiner Brust weg und befestigte die Blüte dort. Neville atmete den verführerischen Duft ihrer Haare ein. Dem Anlass entsprechend trug sie diese hochgesteckt, zwei gewellte Strähnen fielen heraus und umrahmten locker ihr Gesicht.
Verdammt, wie sollte er einen klaren Kopf behalten, wenn sie so nah vor ihm stand?
Dabei hatte er sich doch ernsthaft vorgenommen, auf Abstand zu gehen!
Narzissa hatte die Blüte inzwischen befestigt. Doch ihre schmalen Finger ruhten noch für einen Augenblick auf seinem Revers.
Selbst durch die zwei Lagen Stoff konnte er sie fühlen – ihre zarten, warmen Hände, die für einen Moment den Kontakt mit ihm zu suchen schienen.
Schlagartig beschleunigte sich sein Puls. Er wollte am liebsten alles um sich herum vergessen und….
Schluss!
Er durfte das nicht zulasssen, wo sollte das hinführen!
Energisch rückte er ein Stück von Narzissa ab und blickte verlegen zur Blüte an seiner Smokingjacke: „Wunderschön! Die Blüte, meine ich. Also eigentlich alles hier im Ballsaal. Die Dekoration und so weiter."
Himmel, warum stammelte er schon wieder so wirr herum!
Narzissa wirkte abgelenkt. Sie sah mit besorgtem Gesichtsausdruck zur nächsten Säule. Neville folgte ihren Blicken und meinte, eine bekannte Gestalt dahinter verschwinden zu sehen. Fragend sah er sie an: „Moraless?"
„Ja. Er spielt heute meinen Begleiter, sozusagen als Vertretung von Lucius."
Neville hatte noch tausend dienstliche Fragen an Narzissa. Zum Verschwinden von Mr. Malfoy, zur Rolle von Advokat Moraless, zur weiteren Zukunft der Malfoy-Unternehmen.
Doch sie kam ihm zuvor: „Ich muss jetzt die offizielle Eröffnung durchführen. Vielleicht sehen wir uns ja später noch beim Tanz?" Ein erwartungsfrohes Lächeln für ihn, dann bahnte sie sich mit eleganten Schritten ganz problemlos einen Weg durch die Gäste.
Er blieb zurück und blickte ihr verwirrt nach.
Einen Tanz wollte sie mit ihm? Auf keinen Fall. Darauf durfte er sich erst gar nicht einlassen. Wollte sie ihn hier zum Narren halten? Vor den Augen von Moraless und dem halben Ministerium?
War das alles am Ende doch nur ein durchtriebenes Spiel, um ihn davon abzulenken, sie als Mörderin in Betracht zu ziehen?
Fast wäre sie damit durchgekommen.
Doch so leicht war er nicht zu beeinflussen, da hatte sie sich getäuscht!
Narzissa war inzwischen auf der Bühne am anderen Saalende angekommen. Sie trug ein silbernes, weich fallendes Kleid, das ihre linke Schulter frei ließ und nun im Scheinwerferlicht hell erstrahlte. Selbstsicher nahm sie das kleine Mikrophon in die Hand und richtete das Wort an die Menschenmenge: „Sehr verehrte Gäste, ich darf sie auf dem alljährlichen Ball der Malfoy-Stiftung auf das Allerherzlichste begrüßen! Lucius bedauert es sehr, in diesem Jahr nicht teilnehmen zu können…." Ein leises Raunen ging durch die Menge. Neville schaute sich amüsiert um. Malfoys Flucht hatte sicher noch nicht die Runde in der ganzen Zauberwelt gemacht, sonst wären die Reaktionen noch deutlicher ausgefallen. Aber dass er in Quarantäne saß, war inzwischen wohl allgemein bekannt. Er war gespannt, wie sich Narzissa nun aus der Affäre ziehen würde.
Sie sprach ungerührt weiter: „…..trotzdem möchte er Sie selbstverständlich zu diesem wichtigen gesellschaftlichen Ereignis begrüßen!"
Ihr Zauberstab deutete auf die Decke des Saales und einen kurzen Moment später starrten alle Gäste überrascht auf eine riesige Leinwand. In überdimensionaler Größe erschien dort Lucius` entspannt lächelndes Gesicht. Seine Stimme dröhnte durch den Raum: „Liebe Freunde und Förderer der Stiftung für notleidende Zaubererfamilien! Ich bedauere maßlos, heute verhindert zu sein und nicht mit Ihnen zusammen einen Abend verbringen zu können, der sicher ebenso unterhaltsam wie ergebnisreich ausfallen wird. Aber manchmal erfordern die Umstände leider, dass das eigene Vergnügen hinten an stehen muss. Sie kenne das sicher alle selbst!"
Malfoys selbstsicheres Grinsen brachte Neville innerlich zum Kochen.
Dieser Bastard hat diese Rede im St. Mungos aufzeichnen lassen und stellt sich jetzt noch selbst zur Schau! Und in Wirklichkeit hat er Hermine in seiner Gewalt und zudem eine unschuldige, junge Frau auf dem Gewissen! Ich würde ihm am liebsten einen Sectumsempra in seine Leinwandfratze jagen!
Lucius schien nun am Ende seiner pathetischen Rede angekommen zu sein: „….auf diese Art und Weise stellen wir sicher, dass reinblütige Familien weiterhin unterstützt werden. Wir halten doch schließlich zusammen, meine lieben Freunde! Und nun vertraue ich Sie gerne wieder den gastgeberischen Talenten meiner schönen Frau an. Narzissa, sorge gut für unsere Gäste und lass dir von Moraless nicht zu oft auf deine hübschen Füße treten, mein Schatz! hahaha"
Lucius hatte seinen virtuellen Auftritt nun mit dem vorschriftsmäßigen Abschlußwitz beendet. Die Gäste stimmten kurz in sein Lachen ein und nahmen dann Aufstellung für den ersten Tanz.
Neville beobachtete gerade Narzissa, deren Gesicht nur ein äußerst verkrampftes Lächeln zustande brachte, als Menacio Moraless ihr den Arm anbot.
Ärgerlich murmelte der Auror vor sich hin. „Eine Stiftung nur für Reinblüter! Und unsere Abteilung spendet da auch noch großzügig!"
Er hatte nun seinen Auftrag erfüllt. Nun ja, nicht ganz. Eigentlich hatte er zumindest noch Moraless auf den Zahn fühlen wollen wegen der Mithilfe zu Malfoys Flucht. Aber das konnte er morgen auch noch machen. Am besten gleich ganz früh, wenn Moraless nach dieser langen Ballnacht noch nicht ganz ausgeschlafen wäre.
Er selbst würde jetzt jedenfalls den Rückzug antreten!
Neville war gerade dabei, sich zwischen zwei beachtlichen weiblichen Hinterteilen durchzuquetschen, als eine fleischige Hand auf seine Schulter niederfuhr. „Longbottom! Kommen Sie doch zu uns!" Er verdrehte innerlich die Augen. Pedantos Stratham, der alte Erbsenzähler aus der Revisionsabteilung! Und die wohlgenährte Dame, deren Ausmaße ihn am schnellen Abgang gehindert hatten, war wohl Mrs. Stratham. Der Revisor trat mit neugieriger Miene näher an ihn heran. „Sind Sie dienstlich hier, Longbottom? Ermittlungen für den Weasley-Fall? Wo ist denn ihre Begleitung?" Er sah sich suchend um.
„Ich bin alleine hier. Werde unter Umständen noch die ein oder andere Befragung durchführen."
Stratham grinste anzüglich. „Ah, bei der Dame des Hauses, nehme ich an! Deshalb sind sie allein hier, verstehe, verstehe!"
Gar nichts verstehst du!
Doch der Kollege war noch nicht fertig: „Longbottom, Sie könnten mir einen Gefallen tun. Meine Frau wartet immer vergeblich auf einen Tanz mit mir, aber Sie als junger Hüpfer könnten sie doch mal auf die Tanzfläche entführen!"
„Sir, das kann ich niemandem antun, ich hab schon ewig nicht mehr getanzt."
Doch der Revisor hatte offenbar seine Chance auf ein paar ruhige Minuten gewittert und ließ keine Widerrede zu. „Unsinn! Hier, nehmen Sie sie mit! Dafür fällt mein nächster Prüfungsbericht für Sie sicher gnädig aus!" Er überreichte ihm die feuchte Hand seiner zufrieden grinsenden Ehefrau.
Ach du liebe Zeit, mir bleibt auch nichts erspart!
Ein paar Augenblicke später drehte er mit Mrs. Stratham auf der Tanzfläche seine Runden. Für eine Frau ihres Alters und ihrer Körperfülle war sie erstaunlich wendig. Den Slowfox bekam Neville mit links hin und auch die darauf folgende Rumba bereitete ihm keinerlei Probleme. Dabei war es wirklich schon Jahre her, dass er zum letzten Mal getanzt hatte.
Damals, mit Ginny auf dem Weihnachtsball.
Bevor er länger seinen Gedanken nachhängen konnte, drehte sich Mrs. Stratham nach einer überraschenden Pirouette wieder zurück in seine Arme und er musste aufpassen, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Nach ein paar weiteren Runden und einem schwungvollen Quickstep war seine Partnerin dann doch so außer Atem, dass sie ihn energisch von der Tanzfläche zog. „Kommen Sie, wir müssen uns erst mal ein wenig stärken."
Im Nebenraum des Ballsaals waren vor einem exquisiten Buffet große Tische mit elegantem Geschirr aufgebaut. Neville fand sich zu seinem großen Unwillen am Tisch von Pedanto Stratham und dessen lauten Kollegen wieder und bekam auch in den nächsten Stunden keine Gelegenheit, von dort zu verschwinden. Die Gesellschaft des jungen Aurors schien dem Revisor mehr als willkommen zu sein, denn auf diese Art und Weise war seine Ehefrau gut aufgeräumt und er konnte unbehelligt in feucht-fröhlicher Runde mit seinen Kollegen feiern.
Neville hatte ein paar Mal halbherzig versucht, sich zu verabschieden. Doch eigentlich fühlte er sich gar nicht so unwohl. Das Tanzen mit der grauhaarigen Mrs. Stratham machte ihm mehr Spaß als er anfangs gedacht hatte. Und nebenbei konnte er auch immer mal auf Narzissa schielen, die abwechselnd mit allen einflussreichen Männern der reinblütigen Gesellschaft übers Parkett schwebte.
Außerdem sollte er vielleicht doch die Gelegenheit nutzen und gleich heute mit Moraless sprechen. Der trieb sich immer noch hier herum, meist in Narzissas Nähe.
Inzwischen hatten sich die Reihen etwas gelichtet. Selbst die Tanzfläche war nicht mehr ganz so bevölkert, als er zu einem letzten Durchgang mit seiner Begleitung dort erschien. Das Orchester hatte bereits angekündigt, dass sich die Feier dem Ende zu neigte und sie nur noch ein paar wenige Lieder spielen würden.
Neville war gerade dabei, nach Narzissa Ausschau zu halten, die ganz in der Nähe mit tanzte, da stieß Mrs. Stratham einen kleinen Quieker der Entzückung aus. „Schauen Sie, der Kapellmeister hat das Zeichen zum Menuett gegeben, wir müssen uns aufstellen!"
„Wie? Was meinen Sie?"
Doch seine resolute Partnerin hatte ihn bereits in Position gedreht. Die Paare bildeten nun lange Reihen und begannen einen altmodischen, aber recht einfachen Schreittanz.
Die Partner umkreisten einander mit erhobenen, rechten Unterarmen, die aneinander lagen. Mit einer eleganten Drehung tauchte mit einem Mal weg und bevor er sich versah, hatte Neville eine andere Partnerin am Arm.
Ach so funktionierte dieser Tanz! Sehr höfisch, das Ganze!
Neville fühlte sich plötzlich in ein anderes Jahrhundert zurückversetzt und wunderte sich wieder einmal über die seltsamen Bräuche der feinen Gesellschaft.
Das Orchester setzte gerade zu den letzten Noten des Menuetts an, als noch einmal ein Partnerwechsel stattfand.
Ein schmaler Unterarm lag nun an seinem, zarte Fingerspitzen berührten sanft seine Handflächen. Er zuckte wie elektrisiert zusammen und stieß ein überraschtes „Narzissa!" hervor. Sie lächelte ihn kurz an und neigte sich dann zu einer angedeuteten Verbeugung nach unten, während er stocksteif da stand. Erst jetzt fiel ihm auf, dass das Menuett mit der Abschlussverbeugung der Paare geendet hatte und Narzissa nun etwas unschlüssig vor ihm stand. Sie legte den Kopf ein wenig zur Seite und blickte ihn fragend an: „Normalerweise tanzt man jetzt auch das nächste Stück zusammen, aber es steht Ihnen natürlich frei, zu ihrer anderen Partnerin zurückzukehren."
Neville fühlte sich ertappt und schüttelte heftig den Kopf. „Um Himmels Willen! Sie als Partnerin sind mir natürlich viel lieber, Narzissa!"
„Dann sollten wir aber langsam mit dem Tanzen beginnen, meinen Sie nicht?"
Tatsächlich! Die anderen Paare drehten sich bereits im Walzertakt, während er immer noch starr vor ihr stand.
Eilig trat er einen Schritt näher an sie heran und nahm ihre rechte Hand in seine linke, während er die sachten Berührung ihrer Finger auf seiner Schulter spürte. Ein warmer Schauer lief augenblicklich durch seinen Körper und ließ ihm kurz den Atem stocken.
Da ihr Kleid über einen tiefen Rückenausschnitt verfügte, kam sein Arm direkt auf ihrer Haut zu liegen. Neville spürte sein Herz bis zum Hals schlagen, während seine Beine ganz automatisch mit den Schritten zu einem Wiener Walzer begannen. Narzissa bewegte sich anmutig in harmonischem Einklang mit ihm. Er musste sie nah an sich ziehen, damit sie die schnellen Drehungen gemeinsam meistern konnten.
Es fühlte sich einfach wunderbar an, mit ihr zusammen über das Parkett zu schweben!
Ihr Körper so eng an seinem, an ihn gedrückt durch seinen Arm um ihre Taille. Die zarte Berührung ihres Oberschenkels zwischen seinen Beinen bei jedem langen Schritt. Dazu der berauschende blumige Duft ihrer Haare.
Neville vergaß alles um sich herum. Die anderen Gäste, den Ort, den Anlass und auch die kleine Stimme in seinem Hinterkopf, die noch vor ein paar Stunden zum eiligen Aufbruch gemahnt hatte.
Nur am Rande bekam er mit, dass der Walzer inzwischen in eine alte Swing-Ballade übergegangen war.
"Fly me to the moon and let me play among the stars…."
Narzissa schmiegte sich noch näher an ihn. „Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich mich in den letzten Jahren so wohl gefühlt habe, Neville."
Er musste schlucken. „Das geht mir nicht anders."
Ewig wollte er so weitertanzen! Mit Narzissa in seinen Armen, deren Hand nun von seiner Schulter in seinen Nacken gewandert war, wo ihre Fingerspitzen zärtlich durch seinen Haaransatz fuhren. Er stöhnte leise und fühlte, wie ihm zunehmend wärmer wurde.
Ihr Kopf an seiner Schulter. Sein Gesicht in ihren weichen Haaren vergraben. Ihre fließenden Bewegungen zum Takt der gefühlvollen Musik…
Es war einfach wunderschön mit ihr!
Er zog sie noch näher an sich heran, während ihre sanften Finger seitlich an seinem Hals entlang fuhren.
Plötzlich kam Neville wieder zu sich:
„Narzissa, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist….."
Schlagartig war ihm bewusst geworden, wo sie sich befanden. Auch sie schien aus einer Art Trance aufzuwachen und nahm wieder einen unverfänglichen Tanzabstand ein. Mit etwas heiserer Stimme sagte sie: „Der Ball neigt sich dem Ende zu. Können wir uns danach noch unterhalten?"
„Natürlich."
Das letzte Musikstück des Abends war nun verklungen und die meisten Tänzer spendeten dem Orchester einen kurzen Applaus. Nur äußerst ungern nahm Neville seine Hand von Narzissas Rücken und entließ ihre Finger aus seinem Griff.
Er wollte sie nicht loslassen, nicht jetzt und auch nicht später am Abend!
Sie nickte ihm zu, als ob sie seine Gedanken gehört hätte und sagte leise: „Ich muss noch die Gäste verabschieden, warten Sie dort hinter der Bühne auf mich!"
Dann schritt sie eilig zur anderen Seite des Ballsaals, wo sich die Besucher zum Aufbruch sammelten.
Neville musste erst ein paar Mal tief durchatmen. Dann ging er langsam in Richtung Bühnenrückseite. Dort würde er auf sie warten. Und dann?
Würde sie ihn mitnehmen in ihre Räume?
Er konnte immer noch ihren herrlichen Duft riechen.
Würde sie ebenso nah wie beim Tanzen an ihn herantreten? Oder noch näher?
Die engen Berührungen ihrer Beine hatten ein sehnsuchtsvolles Kribbeln in seinen Lenden hinterlassen.
Er ließ die Luft langsam durch die Nase entweichen.
Vielleicht sollte er sich erst einmal ein wenig beruhigen! Schließlich hatte sie nur davon gesprochen, sich mit ihm unterhalten zu wollen.
Doch ihre Hand in seinem Nacken hatte da eine ganz andere Sprache gesprochen!
„Mister Longbottom! Sie sind auch noch hier?"
Neville zuckte zusammen, als Moraless plötzlich hinter der nahen Säule hervortrat.
Der hat mir jetzt gerade noch gefehlt.
Dann fiel ihm ein, dass er Moraless ja eigentlich noch befragen musste. Immerhin war er sich sicher, dass dieser bei Malfoys Flucht seine Hände mit im Spiel gehabt hatte.
Der Anwalt hatte ihn inzwischen aufmerksam gemustert und sprach weiter. „Wie ich sehe, führen Sie ihre Ermittlungen erstaunlich gründlich durch!"
Was soll das heißen? Worauf will dieser schleimige Rechtsverdreher da hinaus?
Neville beschloss, zum Angriff überzugehen und setzte seinen stechendsten Blick auf: „Da wir gerade beim Thema sind, wo hält sich Lucius Malfoy versteckt? Sie als sein Advokat sollten ihm dringend raten, sich zu stellen und seine Geisel freizulassen!"
„Ich habe nicht die leiseste Idee, wovon Sie da reden!"
Aha, Moraless wollte die harte Tour! Konnte er haben!
Mal sehen, ob der schlaue Anwalt seinen Bluff durchschauen würde: „Wir haben die Aussage der Krankenschwester, die Sie bestochen haben, um etwas in Malfoys Zimmer zu schmuggeln."
Die Augenbrauen des Advokaten schossen in die Höhe.
Tja, Überraschung! Du hattest wohl nicht damit gerechnet, dass ich dir so schnell auf die Schliche komme!
Mit überlegener Stimme sprach Neville weiter: „Das alleine würde Sie ihre Zulassung als Anwalt kosten. Aber ich biete Ihnen einen Deal an: Ich gebe nicht weiter, wer Malfoy zur Flucht verholfen hat, und dafür nennen Sie mir seinen Aufenthaltsort!"
Gespannt wartete er auf Moraless´ Reaktion. Dieses Angebot konnte der doch gar nicht ablehnen!
Doch zu Nevilles großem Entsetzen begann der Anwalt plötzlich schallend zu lachen. „Longbottom, ich weiß nicht, was Ihr krankes Hirn da zusammenspinnt, aber ich habe weder irgendeinen Gegenstand zu Lucius geschmuggelt, noch habe ich eine Idee, wo er ist."
Verdammt!
Doch Moraless war noch nicht fertig. Er fixierte Neville mit drohendem Blick und zischte: „Da wir ja gerade über MEIN Karriere-Ende sprachen: Was halten wohl IHRE Vorgesetzten davon, dass Sie als leitender Auror in inniger Umarmung mit der Frau des Hauptverdächtigen zu finden sind?"
Hatte er sie beide tatsächlich beobachtet?
Schnell entgegnete Neville: „Wir haben nur getanzt und außerdem bin ich in offiziellem Auftrag hier."
Moraless wurde nun lauter: „Sie haben Narzissa schon den ganzen Abend mit ihren Blicken verfolgt, Longbottom! Und beim Tanzen haben Sie sie mit ihren dreckigen Fingern angegrabscht! Als ob Sie als mittelloser, unkultivierter Grünschnabel bei einer Frau wie ihr jemals eine Chance hätten!"
Daher weht der Wind! Er will sie für sich! Deshalb hat er heute Abend ihren Begleiter gespielt!
Neville versuchte, trotz dieser Erkenntnis ruhig zu bleiben: „Wenn dem so ist, versteh ich nicht, warum Sie sich derartig aufregen!"
Mit wutverzerrtem Gesicht schrie der Anwalt ihn nun an: „Finger weg von Narzissa! Sie gehört mir! Sonst sorge ich dafür, dass ihre vielversprechende Karriere schneller vorbei ist als sie bis drei zählen können!"
Eine schneidende Frauenstimme unterbrach den Streit. Narzissa war unbemerkt dazugekommen und hatte den letzten Satz offenbar mit angehört. „Menacio, es ist besser, du verlässt jetzt mein Haus!"
Ihr eisiger Blick ließ die Zornesröte schlagartig aus Moraless` Gesicht verschwinden. „Narzissa, ich kann doch nicht einfach zusehen, wie dieser Jungspund dich zum Gespött aller Leute macht! Was glaubst du denn, wie Lucius erst reagiert, wenn er davon erfährt?"
Sie zeigte sich weiter unbeeindruckt und erwiderte frostig: „Ich bin durchaus in der Lage, selbst auf mich aufzupassen. Danke fürs Kommen, Menacio. Ich melde mich, falls ich deine Dienste wieder benötigen sollte. Du findest sicher allein hinaus."
Moraless warf Neville einen letzten warnenden Blick zu, drehte sich dann ruckartig um und verließ den Saal.
Verlegen knetete Neville seine Hände. „Es tut mir leid, ich hätte mich beim Tanzen wirklich besser im Griff haben sollen!"
Narzissa schüttelte leicht den Kopf. „Es ist doch nicht Ihre Schuld! Menacio macht mir schon lange den Hof, aber ich habe ihn nie ernst genommen. Allem Anschein nach hatte er sich vom heutigen Abend deutlich mehr erwartet."
„Dabei genießt er den Ruf, stets einen kühlen Kopf zu bewahren!"
Sie lächelte: „Verletzte männliche Eitelkeit lässt auch den ruhigsten Mann die Contenance verlieren!"
Nachdenklich musterte Neville seine Gastgeberin. Müde sah sie aus. Die Organisation des Balles war sicher sehr anstrengend gewesen, und der lange Abend mit den zahllosen Small-Talks und Tänzen…
Eine Hauselfe tippelte heran. „Herrin, soll die Bühne gleich abgebaut werden oder erst der Blumenschmuck? Die Küchenelfen lassen auch anfragen, an welche bedürftige Einrichtung die Reste des Buffets verteilt werden und welche Reporter davon erfahren sollen. Und außerdem -.."
Narzissa unterbrach die Elfe mit einer knappen Handbewegung. „Fidelity, kümmere dich um die Essensausgabe, alles andere soll morgen geschehen."
„Aber Herrin…." Die Elfe blickte mit großen Augen auf die Dame des Hauses. Diese atmete tief durch und erklärte dann: „Heute will ich nichts mehr von dem Ball hören und sehen. Genug der Menschen! Schick alle weg, ich möchte meine Ruhe!"
Die Elfe blieb einen Moment lang starr stehen, dann verabschiedete sie sich mit einer kleinen Verbeugung und huschte von dannen.
Etwas unschlüssig stand Neville nun im leeren Ballsaal neben Narzissa. „Ich sollte dann wohl auch lieber gehen." Er hatte den Satz wie eine Frage ausgesprochen und ärgerte sich sofort darüber. Wie konnte er nur daran denken, dass sie….. mit ihm….. Schließlich war sie Lady Malfoy und er nur ein kleiner Beamter!
Doch seine Unsicherheit währte nicht lange, denn Narzissa nahm ihn kurzentschlossen an der Hand und führte ihn zur rückwärtigen Türe des Saals „Kommen Sie mit, Neville. Oder wollen Sie lieber nach Hause?"
Er blieb stehen und sah ihr in die Augen. Ernst erwiderte sie seinen Blick. Sie wirkte nicht, als sei sie nur auf ein kleines Spielchen oder einen harmlosen Flirt mit ihm aus. In ihren Augen spiegelte sich vielmehr ihre Verletzlichkeit, aber auch ehrliche Zuneigung und Hoffnung.
Neville schüttelte einmal langsam den Kopf.
Nein, nach Hause wollte er in diesem Moment ganz sicher nicht!
Ein paar Minuten später fand er sich in Narzissas Räumen wieder. Nachdem sie ihn eingelassen hatte, schloss sie hinter sich die helle Zimmertüre und lehnte sich dann seufzend von innen dagegen. „Endlich ist dieser Ball vorbei! Wie ich diese gesellschaftlichen Veranstaltungen hasse! Das öde Geplapper, die immergleichen Witze und ständig tritt mir einer dieser unmusikalischen Pflicht-Tanzpartner auf die Füße!" Überrascht beobachtete Neville, wie sie ihre hochhackigen Schuhe abstreifte und diese zur Seite schob.
Er räusperte sich: „Ich hoffe, ich habe nicht auch zu Ihren Blessuren beigetragen."
„Würde ich denn von Ihnen als Pflicht-Partner sprechen?"
Sie lächelte, dann fuhr sie fort: „Sind Ihre Schuhe denn nicht auch unbequem?"
Reflexartig sah er hinunter auf die glänzenden Lack-Schuhe an seinen Füßen. „In meinen Jogging-Sneakers fühl ich mich tatsächlich wohler."
Mit wiegenden Schritten kam sie auf ihn zu: „Dann ziehen Sie sie aus, Neville. Und gewähren Sie mir noch einen Tanz!"
Ein Wink ihres Zauberstabes setzte die Musikanlage in Bewegung, während er sich ebenfalls seiner Schuhe entledigte.
"The shore was kissed
by sea and mist
tenderly"
Endlich war sie wieder in seinen Armen. Schmiegte sich an ihn, während er erneut die nackte Haut an ihrem Rücken berühren durfte. Mit der anderen Hand löste er vorsichtig die Klammer ihrer Hochsteckfrisur. Ihre blonden Haare fielen weich über seine Finger, welche er gleich darauf sanft darin versenkte. Beide wiegten sich langsam im Takt der Musik hin und her.
"the evening breeze
caressed the trees
tenderly"
Er konnte ihre kühlen Füße an den seinen spüren. Hauchzart waren ihre Berührungen und versetzen ihn trotzdem in eine nie gefühlte Erregung. Narzissas Hände verließen seinen Rücken und krochen stattdessen an seiner Brust entlang, wo sie schließlich unter seine Smokingjacke schlüpften. Neville stöhnte leise auf, als sie das Kleidungsstück über seine Schultern abstreifte und achtlos auf den Boden fallen ließ. Seine Hand wagte sich nun ebenfalls unter den dünnen Stoff ihres Kleides. Zärtlich strich er an ihrem Rücken entlang, was ihr ein kleines Seufzen entlockte.
"then you and I
came wandering by
and lost in a sigh were we"
Als ihre schmalen Finger nun begannen, die widerspenstigen Knöpfe seines weißen Hemdes zu öffnen, konnte Neville nicht mehr anders: Er legte seine Hand an ihren Nacken und beugte sich zu ihren Gesicht hinunter. Seine Lippen trafen auf die ihren, welche ihn bereits sehnsüchtig zu erwarten schienen.
"you took my lips
you took my love
so tenderly"
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Jaja, ich weiß, wir sind hier nicht in der "Silbernen Saite" (die gibt es nur unter "legilimens" auf fanfiction . de ) und ich versprech Euch, das war das letzte Musikstück, dass ich Euch hier aufdrücke! Die einzig wahre Version von „Tenderly" ist natürlich von der Schul-Bigband eines bayrischen Gymnasiums, gespielt im Jahre 1988. Leider gab es damals noch kein youtube (Oh Gott! Wenn mich meine Kinder da an der Gitarre herumgurken sehen könnten!), sodaß die Version nur in meinem Kopf existiert. Aber mit etwas Phantasie könnt Ihr vielleicht das sanfte Piano hören, die gehauchten Saxophone, die weichen Klarinetten…
legilimens
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