.

Sagt mal, habt Ihr eigentlich auch alle Reviews gelesen?

Das ist einfach unglaublich, was dort alles abgeleitet wird! Ihr seid irrsinnig tolle Spürhunde und kommt auf Theorien, die uns Blüten in den kühnsten Träumen nicht eingefallen wären!

Weil wir uns so ungemein über diese tolle Resonanz freuen und uns ehrfürchtig verneigen vor der vielen Arbeit, Zeit und Gehirnleistung, die Ihr investiert, hier ein Zusatz-Tipp.

Harry ist nicht der Vater der Vierlinge.

Nicht mal von einem der Kinder. Anders formuliert: er hat mit der Schwangerschaft nicht das Geringste zu tun.

Das ist übrigens ein durchaus hilfreicher Hinweis, wir speisen Euch keinesfalls mit Nebensächlichkeiten ab!

Neue Raterunde ist hiermit ERÖFFNET!

Legi

.

.

.

07.11.2005 13.00 Uhr

"Komm Neville, wir gehen was essen. Du siehst furchtbar blass aus heute." Er hatte gar nicht bemerkt, dass Harry zu ihm ins Büro gekommen war.

"Nö, ich hab keinen Hunger."

Doch sein alter Schulfreund war wieder mal verdammt hartnäckig. "Jetzt gib dir `nen Ruck. Wir müssen uns sowieso nochmal über den Fall unterhalten."

Widerwillig stand Neville auf, zog seinen Mantel über und folgte Harry nach draußen.

Eigentlich war doch sowieso schon alles besprochen. Was sollte er jetzt noch mit seinem Chef bequatschen?

Doch dieser sah das anscheinend anders: "Und Snape war wirklich nicht dazu zu bewegen, gleich heute morgen mit der Suche nach Hermine zu starten? Ich bin mir inzwischen fast sicher, dass sie noch ganz in der Nähe ist. Irgendwo eingesperrt. Malfoy kann sie unmöglich so lange im Ausland als Geisel mitführen."

Sie waren inzwischen an der nächsten Kreuzung angekommen. Ein leichter Nieselregen sprühte auf Nevilles Gesicht und Haare. Er hatte eigentlich keine Lust auf eine Unterhaltung, zwang sich aber zu antworten: "Der Kompass muss noch irgendwie kalibriert werden, frag mich nicht. Aber ich hab ihm den Ernst der Lage deutlich gemacht. Und ich bin mir recht sicher, dass unser Mister Perfect das Ding zum funktionieren bringt. Ansonsten wüsste ich wirklich nicht, wie wir Hermine aufspüren sollen!"

Harry nickte zustimmend und ging auf ein kleines Lokal zu.

Das sieht fast so aus wie das gemütliche Cafe, in dem ich mit Narzissa...

Nevilles Magen krampfte sich schmerzhaft zusammen. Er durfte jetzt nicht an sie denken! Harry konnte zwar keine Gedanken lesen, aber ganz blind war er auch nicht. Und Neville hatte weder Lust noch Kraft, sich eine andere plausible Erklärung für seinen Gemütszustand aus den Fingern zu saugen.

Er zog seine Schultern gerade und folgte Harry durch die Türe. Das Restaurant war um die Mittagszeit stets gut besucht, doch sie fanden einen ruhigen Ecktisch. Dort konnten sie sich ungestört unterhalten - abgesehen vom lauten Radiogedudel, das den Raum erfüllte. Als sie sich gesetzt hatten, fragte Harry: "Hast du denn auch genügend Haare von Hermine greifbar für den Kompass?"

"Klar. Hoover von der Spurensicherung hat ganze Arbeit geleistet und alles aus der Quarantäne-Zelle aufgesaugt, geordnet und sichergestellt. Ich nehm später die ganze Box zu diesem Fall aus der Asservatenkammer mit. Von Malfoys Haaren sind ja auch genügend auf dem Boden des Badezimmers gewesen."

Die Bedienung war inzwischen an den Tisch getreten und versuchte, den Song aus den Lautsprechern zu übertönen: "Spezialität des Tages ist heute unser Meat Pie. Oder soll es was von der Karte sein?"

Lustlos nahm Neville die angebotene Speisekarte entgegen und bestellt erst einmal ein Ginger Ale. Appetit hatte er heute sowieso nicht.

Kurze Zeit später saß Harry vor dessen inzwischen serviertem Chicken Tikka samt Salat und begann genussvoll mit dem Essen.

Neville legte seine Hände um die kühle Flasche, welche vor ihm stand. Er schenkte sich ein und fummelte dann gedankenverloren an dem Etikett herum.

"Mir geht das mit Ginnys verschwundener Leiche nicht aus dem Kopf. Irgendwas sagt mir, dass das der Schlüssel zur Lösung des Falles ist."

Harry konnte nicht sofort antworten, weil er gerade eine große Portion seines Salates in den Mund geschoben hatte. Dafür ertönte ein Radio-Jingle, gefolgt von der bekannten Moderatorinnen-Stimme

Hier ist Mirabell Löffelstein mit den täglichen Flashlight aus der Promi-Welt: Aus dem Hause Malfoy erreichen uns heute gleich zwei überraschende Meldungen.

Neville setzte sein Glas, aus dem er gerade trinken wollte, wieder auf den Tisch und lauschte.

Narzissa Malfoy gab bekannt, dass die Stiftung ihres Mannes künftig ihre Hilfen nicht mehr auf Reinblutfamilien beschränken wird. Somit sollen also auch Halbblüter und Muggelgeborene auf eine Unterstützung durch diese wohltätige Organisation zugreifen können. Diese Ankündigung kam für uns alle sehr überraschend, denn bisher lag der Familie Malfoy sehr viel daran, die Reinblütigkeit zu erhalten. Über ihre Beweggründe will die elegante Narzissa keine Auskunft geben.

Harry deutete mit der Gabel auf den Lautsprecher. "Also das wundert mich jetzt echt! Gerade in DER Familie war der Blutstatus doch immer das Wichtigste! Wie sie wohl auf einmal dazu kommt-"

Neville fuhr ihn barsch an. "Sei doch mal leise, ich will den Rest hören!"

Ich persönlich bin ja sehr gespannt auf die Reaktionen auf diese Satzungsänderung der Stiftung. Immerhin haben die Geldgeber ja erst gestern auf dem Ball großzügig gespendet - alles noch unter dem Eindruck, nur Ihresgleichen zu unterstützen. Ob die gute Narzissa sich das wirklich wohl überlegt hat? Oder ist sie einfach überfordert durch die derzeitige Abwesenheit ihres Mannes, der sonst die Geschäfte führt? Lucius macht diese Mal ja ein großes Geheimnis daraus, wo er denn gerade seinen Geschäften nachgeht. Aus der Quarantäne ist er ja offensichtlich entlassen worden, zumindest hat er auf dem Ball seine Gäste per Einspielung..

"Haben Sie sich inzwischen für ein Essen entschieden?" Die Bedienung war wieder an den Tisch getreten. Unwirsch winkte Neville sie weg. "Nein, ich trink heute nur was."

Sie zuckte die Schultern, schenkte Harry ein strahlendes Lächeln und marschierte schließlich weiter zu den anderen Tischen.

Neville konzentrierte sich erneut auf die Stimme aus dem Radio:

...gab es leider kein Statement dazu, ob Menacio Moraless aus den Diensten der Stiftung entlassen wurde oder ob er freiwillig gegangen ist. Mrs. Malfoy erklärte nur, dass Moraless künftig weder sie persönlich noch die Stiftung anwaltschaftlich vertreten wird. Auch dies kommt überrasch..

Harry übertönte die Moderatorin: "Sie hat Moraless gefeuert? Hast du nicht gestern noch mit ihm geredet? War denn da..."

"Jetzt halt doch endlich mal den Mund!"

Verdammt, er wollte wissen, was da los war!

...hatte unser Society-Reporter Peter Razzo doch erst davon berichtet, dass Moraless während des gestrigen Balles auffallend häufig mit Narzissa getanzt hatte. Wir waren ja alle schon fast von einer kleinen Affäre ausgegangen! Oder sollte er doch zu aufdringlich gewesen sein? Hatte Narzissa Angst vor der Rache eines eifersüchtigen Mister Malfoys? Oder hängt der Rauswurf von Advokat Moraless doch mit der Neuausrichtung der Stiftung zusammen? Fragen, die uns sicher noch einige Zeit beschäftigen werden. Schalten Sie morgen wieder ein bei Mirabell Löffelstein, denn nur hier gibt es die News aus erster Hand!

Der Jingle verkündete das Ende der Sendung.

Abwesend starrte Neville weiter auf die schwarze Lautsprecherbox, als könnte er diese durch einen langen Blick dazu überreden, noch mehr Einzelheiten zu verraten.

"Darf ich wieder was sagen?" Harrys ehrliches Lächeln zeigte, dass er ihm den Anschnauzer von vorhin nicht übel nahm.

Neville nickte nur knapp. Er war mehr als durcheinander. Was hatte das zu bedeuten? Hatte Moraless versucht, Narzissa von der Entscheidung bezüglich der Stiftung abzubringen und das hatte dann zum Bruch geführt? Oder war er tatsächlich aufdringlich geworden? Immerhin wusste er, dass Lucius auf der Flucht war. Hatte Moraless versucht, dessen Platz einzunehmen?

"Neville, was war denn nun eigentlich mit Moraless?"

"Ich hab mit ihm gesprochen, aber wir haben nichts gegen ihn in der Hand. Selbst wenn er Lucius zur Flucht verholfen hat: nachweisen können wir ihm gar nichts."

Harry seufzte. "Mist. Ich hätt ihn zu gerne festgenagelt."

Ein schwaches "Ja, ich auch." war alles, was Neville zustande brachte.

Sein Chef blickte ihn nun fragend an. "Sag mal, hast du eigentlich auch mit Narzissa gesprochen?"

"Natürlich".

"Und?"

Neville rutschte unruhig auf dem Stuhl herum: "Was und? Steht doch alles im Bericht. Kein Hinweis auf ihre Beteiligung an Lucius` Verschwinden."

Doch Harry gab noch nicht auf: "Aber sonst? Wie war sie? Was hat sie dir erzählt? Hast du am Ende sogar in offizieller Mission mit ihr tanzen müssen? Jetzt lass dir doch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen!"

"Ja, ich hab mit ihr getanzt und ich hab ihr nicht die Füße platt getreten. Bist du jetzt zufrieden?"

Beschwichtigend hob Harry die Hände. „Ist ja gut! Ich bin dir wirklich dankbar, dass du mir das abgenommen hast. Tanzen! Da nehm ich`s lieber mit einem ungarischen Hornschwanz auf!"

Harry hatte einfach keine Ahnung!

Neville blickte kurz auf seinen Schulfreund, der sich nun wieder dem Hühnchen zu widmen schien. Dann wanderten seine Augen wieder zur Lautsprecherbox.

Narzissa hatte also tatsächlich die Satzung geändert.

Weil er, Neville, sich schon mehrmals über diese Reinblütigkeits-Dünkel aufgeregt hatte? Sollte das am Ende sogar ein Zeichen an ihn sein? Ein nur für ihn erkennbarer Hinweis, dass sie ihm doch sehr verbunden war? Dass sie trotz allem an ihn dachte? Und Wert auf seine Meinung legte?

Er musste einen Schluck trinken, denn sein Mund war plötzlich ausgetrocknet.

Doch als er das Glas wieder absetzte und Harrys fragenden Blick auffing, kam er wieder zur Besinnung.

Nein.

Selbst wenn es so wäre – es änderte nichts an den Tatsachen!

Solange der Mord nicht gelöst war, gehörte sie zu den Verdächtigen. Und Lucius würde sie niemals freigeben!

Es blieb ihm also nichts anderes übrig, als zu versuchen, Narzissa zu vergessen.

Entschlossen wandte er sich Harry zu und begann ein neues Thema: „Was glaubst du, wer holt in diesem Jahr den Quidditch-Pokal?"…..

.

.

.

.

.

(„Nach diesem halsbrecherischen Einsatz verlässt Libero Longbottom für einen Moment das Spielfeld und zieht sich zur Regenerierung in die Kabine zurück. Wir schalten gleich um zur Liveübertragung nach Bulgarien. Dort ist das Spiel bereits in vollem Gange. Dramatische Szenen spielen sich dort ab! Ein Angriff der bulgarischen Stürmer-Ratten brachte die englische Abwehr in große Schwierigkeiten. Wird das Team sich von diesem Tiefschlag wieder erholen? Oder wird es erdrückt von den hohen Erwartungen des kritischen Publikums? Wie werden die hochbezahlten Stars Malfoy und Granger mit der ungeahnten Stärke des Gegners umgehen? Sind sie kreativ genug, um Lösungen zu finden, das Spiel nicht nur über die Flanken aufzubauen (ohne Beckham sowieso schwierig), sondern direkt durch die Mitte nach vorne zu stürmen?

Ich höre gerade von der Sendeleitung, dass sich die Schaltung noch ein wenig verzögern kann – man rechnet mit zwei Tagen. Diese verflixte Technik!"

legilimens)