Die Zeit war reif für Veränderungen…
Es musste etwas geschehen, was die Menschen wach rütteln konnte.
Und es musste bald geschehen!
KAPITEL 07 – Krankenhausbesuch
18.08.2014
Bethesda Militärkrankenhaus, Washington D.C., 06:18h
Pfleger liefen durch die steril gehaltenen Gänge des Krankenhauses.
„Beeilt euch. Schnell!"
Überall waren Ärzte und Sicherheitsbeamte zu sehen, denn in Zimmer 15-3 lag der bisher wohl bekannteste VIP-Verletzte in der Geschichte des Krankenhauses, H.L. Longensworth…
Die Apparaturen, die um sein Bett standen, piepten wie verrückt.
Der Präsident befand sich auf der Schwelle ins Koma, dem lebendigen Tod.
Auf seiner Stirn perlten Schweißtropfen und seine Atmung war schnell und aufgeregt.
„Aufgrund seiner rasenden Pupillen und einer Entzündung des Ellektinarius penarelus (?) würde ich auf eine Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung tippen. Genaueres können wir erst später sagen."
„Wie sind seine Überlebenschancen?"
„Sind Sie denn ein Bekannter oder Angehöriger von Mr. Longensworth?"
„Verdammt nein. Hören Sie, Dr. …"
Sein Blick streifte das Namensschild des Arztes.
„Dr. Baxter. Ihr Patient ist verdammt nochmal der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika!"
„Hören Sie, ich bin ein Arzt und muss mich an die ärztliche Schweigepflicht halten. Und bei mir ist jeder meiner Patienten gleich gestellt, klar?"
„Dr. Baxter, ich bin der persönliche Sekretär des Präsidenten. Langt das denn nicht?"
„Nein. Und nun entschuldigen Sie mich."
Dr. Baxter wandte sich zum Gehen, doch der Mann hielt ihn auf.
„Dr. Baxter, also entweder Sie klären mich jetzt auf der Stelle über den Zustand des Präsidenten auf oder ich sorge dafür, dass Sie mit sofortiger Wirkung entlassen werden und ihre Arztlizenz verlieren. Habe ich mich verständlich ausgedrückt?"
Baxter nickte langsam und schluckte.
„Nun, gut… Mr. Longensworth ist dem Koma sehr nahe. Wenn er innerhalb der nächsten Stunden nicht aufwacht, dann sehe ich keine großen Chancen mehr für ihn."
„Sie meinen, er würde sterben?"
„J-Ja. Es tut mir Leid."
Plötzlich schrie der andere Mann ihn an.
„VERDAMMT NOCHMAL, BAXTER! Er ist noch nicht tot! Also verschonen Sie mich mit ihrem „Es tut mir ja so Leid"-Gesäusel!"
„Ja, entschuldigen Sie."
Während Baxter sich umdrehte und ein bisschen schnell als sonst wegging, taumelte der Sekretär ein paar Schritte zurück gegen die Wand.
Ihm wurde jetzt erst die Tragweite der Worte des Doktors klar.
Er stöhnte und sackte in die Knie.
„Gott steh uns bei…"
Was niemand sah, war die dunkel gekleidete Person, die sich in eine Nische des Flures drückte und sich ruhig verhielt.
Ihr Lächeln wurde breiter, als sie hörte, was der Doktor gesagt hat…
------
