KAPITEL 24 – Zufall, Unglück, Pech…

New York City, 07:45h

Walter Senkler nahm die Stufen nach unten immer schneller werdend. In seinem Hinterkopf war nur noch Platz für eine Information, doch diese eine Information war von entscheidender Bedeutung. Er musste dieses Land sofort verlassen…

Er trat hinaus auf die mit Menschen bevölkerte Straße und versuchte nicht allzu viel amerikanische Luft einzuatmen. Er hatte Amerika immer gehasst, diese Hochnäsigkeit der Bürger, der Politiker, von allen. Immer zu hören, die Amerikaner wüssten es schon am Besten und der ganze Dreck…

Er pfiff auf dieses Land, nichts weiter als ein scheiß-normales Land, das sich aufspielte. Er fragte sich immer wieder, wieso er dann eigentlich immer zum Schreiben nach New York kam. Warum tat er das?

Eben so leicht, wie er sich diese Frage stellen konnte, fand er auch eine Antwort: Die Stadt, die Menschen. An jeder zweiten Ecke kamst du mit einem Drogendealer in Kontakt und für seine Art von Büchern waren solche, wie er sie nannte: „First-Hand-Kontakte", immer noch die Besten.

Ein lautes Quietschgeräusch ertönte, doch er konnte es schon nicht mehr einordnen, denn in diesem Moment krachte ein Auto in ihn.

Ein Schmerz ging durch seinen Körper, so groß, dass er aufschreien wollte. Er wollte sich seine Seele aus dem Leib schreien, doch alles was seine Kehle verließ, war ein leises Stöhnen.

Noch bevor der Fahrer des Wagens bei ihm ankam, hatten sich seine Augen bereits geschlossen und sein Brustkorb hörte auf, sich zu senken und zu heben.

Walter Senkler lag ganz ruhig auf der Straße, sein Geist weigerte sich zu akzeptieren, dass er tot sein sollte.

Sein Mund öffnete sich noch einmal und er stieß einen Rest warme Luft aus, dann verdrehten sich seine Augen…

Er war tot.