Kapitel 8
Eine Stunde nach der kleinen Aktion mit Lucius saß Danielle alleine mit Draco am Tisch. Sie hatte schon ein paar Gläser Sekt getrunken und fing plötzlich einfach an zu kichern. Draco sah sie etwas irritiert an.
"Was ist los?"
"Ich hab... Weißt du, was ich vorhin gemacht hab?", fragte sie ihn kichernd.
"Nein?"
"Er guckte so doof! Ich hab vorhin Lucius...", kicherte sie.
"Ja? Du hast Lucius?"
"Ich ging vorhin raus, weil ich in mein Zimmer wollte. Da kam Lucius an und zog mich in den kleinen Raum neben der Eingangshalle. Er wollte mit mir schlafen. Aber ich hab ihn einfach stehenlassen!", lachte sie.
Draco musste unweigerlich grinsen.
"Wie gemein von dir. Das fand er sicher nicht lustig."
"Ooooh nein, ganz und gar nicht."
"Wenn du Pech hast, wird er in nächster Zeit überhaupt nicht mehr mit dir schlafen."
Danielle klappte der Mund auf. An sowas hatte sie nicht gedacht.
"Mist... Er ist bestimmt sauer..."
Lucius war in der Tat sauer. Er würdigte Danielle an diesem Abend keines Blickes mehr. Er wusste, dass das ihre Absicht gewesen war, ihn zu ärgern. Kaum war sie 20, schon wurde sie unglaublich frech. Er wusste schon, wie er sie quälen konnte. Er wurde so schnell nicht wieder auf sie reinfallen. Er würde sie in nächster Zeit so behandeln, als ob nie etwas zwischen ihnen passiert wäre und falls sie sich an ihn ranmachen würde, würde er sie abblitzen lassen, ganz so, wie er es zuvor jahrelang getan hatte.
Er würde sich nicht von ihr verarschen lassen, immerhin war er Lucius Malfoy. Er ließ sich von niemandem an der Nase herumführen, auch nicht von einer Malfoy. Außerdem, überlegte er, sollte er vielleicht doch einmal in seinem Leben auf seinen Bruder hören. Es war nicht gut, wenn er etwas mit seiner Nichte hatte. Wer würde sowas denn gutheißen? Alle würden ihn kritisieren, sollte das jemals öffentlich werden. Er würde sein Ansehen bei der ganzen Zauberergemeinschaft verlieren und das wollte Lucius ganz sicher nicht riskieren.
Er fragte sich, warum er nicht schon früher daran gedacht hatte. Dann hätte er sich niemals auf Danielle eingelassen. Es war ihm zwar immer bewusst gewesen, dass sein Handeln falsch war, doch wirklich ändern wollte er es bis jetzt nicht. Er genoss die Aufmerksamkeit von vielen jungen Frauen und Danielle war da keine Ausnahme. Schließlich war ihm schon immer bewusst gewesen, welche Wirkung er auf weibliche Wesen hatte.
In Gedanken versunken, merkte er nicht, wie sich sein Sohn Draco neben ihn setzte und ihn ansah. Erst als Draco ihn ansprach, registrierte er ihn.
"Dad?"
Lucius wandte seinen Kopf zu ihm um und sah ihn an.
"Ja? Was ist?", fragte er.
"Ich hab mich nur gefragt... ach nichts."
"Nun sag schon. Was hast du dich gefragt?"
"Ob du... noch weiterhin eine Affäre mit ihr haben willst..."
Einen Moment lang war Lucius verdutzt, dann begann er zu überlegen.
"Ähm... ich glaub nicht, nein."
"Du glaubst? Weißt du, Dad... Ich weiß ja, dass sie auf dich steht. Und eigentlich will ich sie nicht ärgern, aber ich glaube nicht, dass es so gut ist, wenn ihr noch weiterhin miteinander schlaft."
"Ja, dessen bin ich mir auch bewusst. Und ich dachte auch schon darüber nach, ob ich es nicht lieber beenden sollte. Immerhin ist sie... du weißt was ich meine."
Draco nickte. Er hatte lange überlegt, ob er seinen Vater auf die Sache ansprechen sollte und hatte sich auch lange zurückgehalten; doch nun, da Danielle ihm erzählt hatte, dass sie Lucius zurückgewiesen hatte und Lucius sicher sauer war; hatte er sich dazu entschlossen, mit seinem Vater zu sprechen. Vielleicht konnten die beiden das Ganze ohne weiteres beenden, wenn der eine sowieso sauer war und der andere nur ärgern wollte.
"Dad, es ist mir ja egal, wenn du mit Mädchen in meinem Alter schläfst, dass bin ich mittlerweile gewohnt. Aber es können doch auch weiterhin welche sein, die keiner von uns kennt?"
Lucius antwortete nicht. Er war es gewohnt von seinem Bruder Standpauken zu erhalten. Doch von seinem Sohn? Er wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Es gefiel ihm zwar nicht, von seinem eigenen Sohn zurechtgewiesen zu werden, doch im Grunde hatte Draco Recht und er wusste das.
"Also? Was ist nun?"
"Du hast Recht. Ich will mich auch nicht von ihr ärgern lassen. Und genau das scheint sie im Moment tun zu wollen. Und darauf hab ich keine Lust. Ich sehe nicht ein, warum ich mich von einem kleinen Mädchen ärgern lassen sollte. Sie sollte Respekt vor mir haben, verdammt! Ich werde sie in Zukunft nicht anders behandeln als vor allem was bisher passiert ist."
Er hatte sich entschieden. Er würde ihre kleinen Spielchen nicht mitmachen und würde sie abblitzen lassen. Er würde die Affäre mit ihr beenden, ob es ihm leicht fiel oder nicht.
