Eheliche Pflichten
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Astoria hatte ihre Augen geschlossen. Sie lehnte sich von innen an die geschlossene Tür. Was meinte er mit bereitmachen? Sollte sie sich umziehen oder gar entkleiden? Sie öffnete ihre Lider und sah sich flüchtig in ihrem neuen Zimmer um. Der Hauself der Malfoys hatte ganze Arbeit geleistet und das von ihr gewünschte Hab und Gut eingeräumt. Im Moment hatte sie jedoch nicht die Geduld die Einrichtung zu bewundern.
Das alles war einfach so unwirklich. Es würde nicht mehr lange dauern und Malfoy käme zu ihr in das Zimmer. Das Bett, unübersehbar, lenkte Astorias Aufmerksamkeit auf sich. Bilder von Malfoy und ihr auf den Laken tauchten in ihrem Geiste auf. Er über ihr.
Astoria lief ein paar Schritte auf dem schweren Teppich auf und ab. Der Gedanke sich Malfoy hinzugeben, wie erregend auch immer, verängstigte sie ein bisschen.
Natürlich wusste sie aus eigener Erfahrung worauf das Ganze hinauslief, schließlich war sie keine Jungfrau mehr. Und vielleicht war gerade jetzt dieses Wissen, was zwischen ihnen passieren würde, das Beunruhigendste daran. Sie hatte ihm draußen ihre Zustimmung gegeben, jetzt erschien es ihr vielleicht doch nicht mehr so klug. Sie hatte voreilig eingewilligt. Wenn sie so recht überlegte, war dieser plötzliche Umschwung von kühler Höflichkeit zu Malfoys letztem Verhalten doch etwas fragwürdig.
Ein paar Minuten darauf wurde die Verbindungstür zwischen den Schlafzimmern geöffnet und Astoria verharrte auf der Stelle. Malfoy trug einen sonderbar ernsten Gesichtsausdruck, als ob er gleich einen unangenehmen Geschäftstermin haben würde.
„Malfoy, ich glaube, es ist besser, wenn wir das verschieben", ergriff sie sogleich das Wort.
Sein Blick kam auf ihrem Gesicht zu ruhen.
Astoria fuhr fort: „Wir sind momentan nicht in der Stimmung …"
„Ich bin in der Stimmung", sagte Malfoy nüchtern.
Astoria schüttelte entschieden ihren Kopf. „Nein, bist du nicht."
Merkwürdigerweise schienen sich seine Züge bei ihren Worten tatsächlich etwas zu entspannen.
„Das zu beurteilen, musst du schon mir überlassen", sagte Malfoy. Er schloss die Tür und drehte sich wieder zu ihr herum. „Und lass dir gesagt sein, ich bin sehr wohl in Stimmung."
„Na gut, ich bin es aber nicht", erklärte Astoria spitz.
Malfoy lächelte unbeeindruckt und bewegte sich auf sie zu. Sie versteifte sich, bemerkte jedoch überrascht, dass er an ihr vorbeiging.
„Möchtest du auch etwas trinken?", fragte er und öffnete die Flasche Elfenwein, die auf dem Sekretär, einem wirklich hübschen Möbelstück aus Mahagoni, stand.
Astoria hob ihre Augenbrauen. Nun war es ihr also wieder erlaubt zu trinken?
„Ein bisschen", gab sie nach, da sie das dumpfe Gefühl hatte, dass er auch ohne sie sein Glas Wein hier in ihrem Zimmer trinken würde. „Aber dann gehst du …"
Malfoy füllte die Gläser bis zur Hälfte und reichte ihr eines. Astoria und nippte an dem fruchtigen Wein. Ihr Blick blieb schließlich an seiner Kleidung hängen. Er trug einen eleganten dunklen Morgenmantel aus schwerer Seide und wirkte darin fast königlicher als in seinem Festumhang. Malfoy folgte ihrem Blick.
„Gefällt er dir?"
„Kleidest du dich immer so, wenn du … hm … einer Dame einen Besuch abstattest?" Sie nahm hoheitsvoll einen kleinen Schluck und spürte, wie sich die wohltuende Wärme erneut in ihrem Körper ausbreitete.
„Für gewöhnlich treffe ich keine Dame auf dem Manor – deshalb nein", antwortete er.
„Und wo triffst du dich dann gewöhnlich mit einer Dame?", konnte sie sich nicht unterstehen zu fragen. Sie verletzte vermutlich gerade jegliche Regeln des Anstands, aber das kümmerte sie gerade wenig.
Malfoy musterte sie einen Moment bevor er sich entschied zu antworteten. „Meistens in einem Hotel oder bei der betreffenden Dame zuhause."
Astoria versuchte weltoffen zu wirken, obwohl ihr doch ein wenig bang wurde. Sie trank einen weiteren Schluck. „Und darf ich fragen, wie oft das vorkommt?", fragte sie jetzt.
Malfoy lehnte sich an den Sekretär und lächelte sie anzüglich an. Astoria sah ihn gespannt an. Sie fragte sich, was er wohl antworten würde. Aus irgendeinem Grunde hatte sie ihn anfangs eher wie jemanden eingeschätzt, dem nicht so viel an dieser bestimmten Sache lag. Aber was wusste sie schon über ihn? Jedenfalls war sie überzeugt davon, dass er etwas mit dieser Sängerin Thelxiope hatte oder zumindest gehabt hatte. Und wer weiß, über wie viele Frauen sie nicht Bescheid wusste …
„Wenn ich mich recht erinnere, bist du mir noch die Antwort einer ähnlichen Frage schuldig", meinte er.
Astoria überlegte kurz und wurde dann rot. Sie begriff, dass er auf die Frage, wie viele Liebhaber sie schon gehabt hatte, anspielte. Sie hatte es beinahe vergessen. Astoria straffte ihre Schultern. „Nicht dass ich wüsste. Ich habe damals abgelehnt, diese Frage zu beantworten und tue es noch jetzt." Astoria hob das Glas an ihre Lippen, während sie ihn im Auge behielt.
„Ein Jammer", behauptete er.
„Möchtest du noch etwas trinken?", fragte Malfoy bald.
Verwundert sah sie, dass ihr Glas bereits leer war. „Nein, danke", sagte Astoria.
Malfoy nahm ihr das leere Glas aus der Hand und stellte es auf der Schreibfläche des Sekretärs ab.
„Und jetzt gehst du?", wollte sie wissen.
„Lässt du mich nicht wenigstens austrinken?"
Astoria warf einen Blick auf seinen Wein. Er schien nicht weniger geworden zu sein.
„Ich werde mich auch beeilen", versprach er mit einem undurchsichtigen Lächeln.
Astoria nickte abwesend und überlegte, dass sie ihn so noch etwas befragen konnte. „Du hast mir noch nicht geantwortet", bemerkte sie.
Malfoy zog fragend seine Augenbrauen hoch.
„Wie oft du dich mit irgendwelchen Frauen triffst …", erläuterte sie.
Er schien leicht belustigt. „Bist du nicht etwas zu neugierig dafür, dass du selbst so wenig Auskunft gibst?"
„Vielleicht", erwiderte Astoria lächelnd, sie machte einen Schritt auf ihn zu und legte ihre Hand auf seinen Unterarm. Sie kam sich plötzlich sehr kühn vor. „Eine Antwort möchte ich trotzdem von dir."
Er schaute kurz auf ihre Hand auf seinem Arm und sah sie dann wieder an. „Nun ja, ich führe kein Buch darüber …", fing er an.
„Das hast du dir ja hübsch zurecht gelegt." Astoria warf ihm einen spöttischen Blick zu.
Malfoy stellte bedachtsam sein Glas beiseite und nahm spielerisch ihre Hände in seine. „Was genau willst du wissen, Astoria?" Seine Stimme klang verändert.
Astoria blinzelte. „Wie oft du dich mit Frauen triffst...?" Es hörte sich so an, als ob sie unsicher war, ob das überhaupt die Frage gewesen war.
„Soll ich dir darauf die Antwort, wie oft pro Woche oder wie oft pro Monat, geben?"
Astoria spürte, ihre Wangen unter seinem Blick erröten, dabei sollte er doch derjenige sein, der errötete!
„Dann sag es mir pro Woche", wählte Astoria und versuchte ihre Verlegenheit zu überspielen.
Er musterte sie einen Moment und sie wich seinem Blick aus. „Nicht so oft, wie du gerade denkst."
„Das ist deine Antwort?", fragte sie verblüfft und blickte ihn direkt an, als sie bemerkte, dass nichts folgte. Nicht so oft, wie du gerade denkst. Das war doch keine Antwort! Er konnte schließlich gar nicht wissen, was sie dachte.
„Ja. Hast du etwas dagegen?" Er streichelte über ihre Hände. Das fühlte sich irgendwie recht schön an. „Deine Hände sind ganz kalt", murmelte er.
„Du lenkst ab", flüsterte sie.
Er zog ihre Hände zu sich in die Taschen des Morgenmantels und sie taumelte einen halben Schritt in seine Richtung und atmete erschrocken ein.
„Ich bin mir nicht ganz sicher, wer von uns beiden hier ablenken will", sagte er dicht an ihrem Ohr. Sie roch wieder diesen verführerischen Duft an ihm. „Eigentlich willst du die Antwort doch gar nicht wissen."
„Doch will ich", beharrte sie atemlos. Astoria stockte, als seine Lippen ihren Nacken berührten. Sie beugte ihren Kopf leicht zur Seite, als er mit seinen Lippen über die Haut ihres Halses glitt, spürte seinen warmen Atem.
Malfoy zog sich zurück und blickte ihr wieder in die Augen. „Ich glaube, du willst lieber, dass ich dich küsse", sagte er.
Astoria sah ihn mit großen Augen an. Sein Gesicht war sehr nahe. Sie sah ihm auf die Lippen, dann zurück in seine Augen, nur um kurz darauf wieder auf seinen Lippen, auf denen nun ein leichtes Lächeln lag, hängen zu bleiben. „Malfoy …"
Er ließ sie nicht ausreden und sein Mund traf auf ihren. Ihr Herz machte einen Satz und schlug dann schneller als zuvor. Malfoys Hände legten sich auf ihren Rücken und er vertiefte den Kuss.
Astoria wurde von ihm rückwärts durch den Raum geschoben. Dorthin, wo das Bett stand. Sie holte Luft und entzog sich ihm.
„Malfoy, ich habe doch gesagt, dass ich heute nicht … " Sie geriet ins Stocken.
Seine Augen sahen abwartend in ihre. Er wirkte im Moment wieder so anziehend auf sie. Sich bewusst darüber, was sie damit besiegelte, schloss sie den Abstand zwischen ihnen und zog ihn dann am Kragen seines Morgenmantel zu sich. Verlangend drückte sie ihm ihre Lippen auf seinen Mund. Der Kuss wurde energisch von ihm erwidert.
Bald landete sie mit ihrem Po zuerst auf dem Bett. Malfoy löste sich kurz von ihr und zog ihr die Seidenslipper von den Füßen. Dann begab er sich zu ihr auf die Matratze. Er begann die vielen kleinen Knöpfe auf der Rückseite ihres Kleid zu öffnen. Als es an ihrem Oberkörper herunterglitt und sich in ihrem Schoß fächerte, spürte Astoria wie sich eine Gänsehaut auf ihren Armen bildete. Sie zog das Kleid unter sich weg und sah ihm erwartungsvoll entgegen. Sie wollte wissen, was er als nächstes tun würde.
Malfoy tastete sie entlang der senkrecht eingenähten Stäbchen des Torseletts bis zu ihren Strumpfhaltern herunter ab. Astoria blickte zu seinen Händen nach unten. Nacheinander öffnete er die kleinen Spangen an dem Ende der Bändchen und berührte dort wie zufällig ihre empfindliche Haut. Sorgfältig und auf eine köstlich quälende Art streifte Malfoy ihren Strumpf herunter. Er wiederholte die Prozedur auf der anderen Seite und Astoria rutschte unruhig herum, bis er sie an ihrer Taille festhielt und sie küsste. Er öffnete die Häkchen ihres Torseletts, und als er fertig war, legte er das Kleidungsstück beiseite. Sein Blick wanderte über ihren Körper. Malfoy trug selbst immer noch seinen Morgenmantel. Als sie erneut unruhig herumzurutschen begann, legten sich seine Hände wieder auf ihre Taille, um sie festzuhalten.
„Bleib so", raunte er und seine Stimme sendete eine neue Welle Verlangen durch ihren Körper. Er streichelte sie sachte, ein bisschen nachlässig. Sie hoffte, dass er ihre Brüste anfassen würde, aber dann schoben sich seine Finger ein Stück unter den Bund ihres Seidenhöschens. Überrascht zog sie die Luft ein. Zielstrebig zog er es nach unten.
Malfoy beugte sich nach vorne und berührte ihre Lippen mit seinen. Er drängte sie nach hinten und hielt ihr Gesicht, während er sie küsste, dass sie sich schließlich auf die Laken fallen ließ. Er schaute auf sie herunter und streifte bald darauf seinen Morgenmantel ab. Astoria heftete neugierig ihre Augen auf ihn. Sie wollte ihn berühren, traute sich jedoch nicht so recht.
Ihr Herz raste, als er sich dann auf sie legte. Sein Gewicht auf sich zu haben fand sie unbeschreiblich erregend. Er war so dicht, dass sie die sternförmig verlaufenden Furchen in seinen grauen Augen und jede einzelne seiner dunkelblonden Wimpern erkennen konnte.
Er küsste sie wieder. Seine Hände wanderten fahrig über ihren Körper. Astoria seufzte gegen seine Lippen. Mittlerweile pochte es intensiv in ihrem Schoß. Er bewegte sich etwas auf ihr, rutschte zwischen ihre Beine.
Astoria schloss ihre Augen, als sie seine Härte dort unten gegen sich drücken spürte. Er rieb sich an ihr. Ein undeutlicher Laut entfloh ihren Lippen und Astoria spreizte ihre Beine weiter für ihn. Seine Hände, nun an ihrem Po, hoben sie leicht hoch. Sie wusste sehr genau, was nun passieren würde. Astoria konnte ein leises Wimmern nicht unterdrücken, als er in sie eindrang.
Malfoy begann sich in ihr zu bewegen. Sie klammerte sich an ihn, kam ihm entgegen. Er stieß kraftvoll und dennoch dabei gemächlich in sie. Unterschwellig nahm sie wahr, dass er selbst nur sehr leise stöhnte, fast kontrolliert wirkte.
Seine Stöße wurden schneller. Astoria krallte sich fester an ihn. Sie war so nahe dran … Sie würde es nicht schaffen ...
Seine Hand glitt nach unten und streichelte sie. Astoria schrie auf. Ein Beben lief durch ihren Körper. Ihr Kopf sank in das Kissen zurück. Es dauerte danach nicht lange und er kam in ihr. Ihm entfuhr ein tiefes kehliges Stöhnen. Dann sank er er mit seinem gesamten Gewicht über ihr zusammen.
Astoria bemerkte nach einiger Zeit in ihrem Halbschlummer, wie Malfoy sich neben ihr aufrichtete und aufstand. Sie blickte schläfrig zu ihm auf. Er hatte sich wieder seinen Morgenmantel übergezogen und in seinem Gesicht machte sie einen zufriedenen Ausdruck aus, als er auf sie herabschaute. Astoria blinzelte. Dann wandte er sich ab und ging. Sie hörte die Verbindungstür zu Malfoys Schlafzimmer und war mit einem Schlag hellwach. Ließ er sie allein?
Nun – Astoria schluckte – wahrscheinlich hielt ihn nichts mehr hier, nachdem sie den ehelichen Pflichten bereits nachgegangen waren …
