Ein feiner Zug

~o~

Manchmal nahm man sich selbst vielleicht etwas zu wichtig, wenn man glaubte die Menschen würden ständig hinter dem eigenen Rücken über einen reden oder Interesse an den winzigsten Details aus dem Privatleben haben. Oft taten sie es nicht, aber manchmal eben schon. Und jedes Mal, wenn Astoria die Frage nach ihrem Ehemann hörte, sobald sie alleine auf eine Veranstaltung ging, glaubte sie förmlich zu sehen, wie sich die Rädchen hinter der Stirn der Leute drehten. Sie hatte also die Wahl: Entweder auf dem Manor bleiben und hoffen, dass sie Malfoy nicht über den Weg lief oder die Gesellschaft anderer Leute suchen und damit Tratsch riskieren. Es verursachte ihr Magengrimmen, aber sie entschied sich meistens für Letzteres.
„Astoria, gut dass ich dich treffe", hörte sie Malfoy an solch einem Tag hinter sich.
Sie drehte sich überrascht um. Er befand sich ein paar Meter von ihr entfernt in dem schummrigen Flur.
„Was ist denn? Ich wollte gerade gehen. Du weißt doch, heute ist die Soiree bei…"
„Kommst du bitte in mein Arbeitszimmer?", unterbrach er sie mit ungerührt.
„Jetzt?" Astoria befürchtete das Schlimmste, wenn er sie in sein Arbeitszimmer zitierte. „Ich bin schon ein bisschen spät dran."
„Ich glaube nicht, dass es irgendjemanden stören wird, wenn du ein paar Minuten später kommst", meinte er.
Astoria nickte. „Gut."

Nervös setzte sie sich auf den Stuhl vor dem Schreibtisch, während Malfoy auf dem Arbeitssessel dahinter Platz nahm. Sein glattes, eher kurzes blondes Haar war wie immer ordentlich gekämmt. Astoria glaubte nicht, es schon einmal unordentlich gesehen zu haben. Er holte ein paar Pergamente hervor und Astoria versuchte zu erkennen, um was es sich handelte.
„Ich habe es bisher versäumt, deine Geldangelegenheiten zu regeln. Jetzt habe ich für dich ein Verlies in Gringotts eröffnen lassen, auf das ich monatlich einen Betrag überweise. Hier ist der Schlüssel."
Er legte einen kleinen goldenen Schlüssel vor ihr auf den Tisch. Astoria sah erstaunt zu ihm auf.
„Du willst mir Geld geben?"
Er hob seine Augenbrauen. „Ist es dir lieber, wenn du mir jede einzelne Rechnung deiner Ausgaben vorlegst, damit ich sie dann begleiche?"
Astoria schüttelte ihren Kopf. Sie hatte bloß etwas anderes erwartet, als sie sich hingesetzt hatte. Etwa, dass er genug von ihr hatte.
„Danke." Astoria nahm den Schlüssel und ließ ihn in die Tasche ihres Umhangs fallen. Es gefiel ihr nicht wirklich, Geld von ihm anzunehmen, doch es wäre idiotisch, es aus verkehrtem Stolz nicht anzunehmen. Im Moment war sie nirgendwo beschäftigt und ihr Gespartes würde nicht ewig reichen.
Malfoy musterte sie eindringlich. Der Ausdruck in seinem Gesicht ließ sie unruhig auf ihrem Platz herumrutschen. Wahrscheinlich nahm er an, dass er jetzt, nachdem er so pflichtbewusst gewesen war, darauf bestehen konnte, dass sie auch ihren Pflichten nachkam. Manchmal war ihr schon der absurde Gedanke gekommen, dass es für ihr seelisches Wohlbefinden besser gewesen wäre, wenn sie es einfach mit ihm getan hätte, als er in ihr Schlafzimmer gekommen war, oder als er sie in sein Schlafzimmer eingeladen hatte. Sie hatte das beängstigende Gefühl, dass mit jedem verstrichenen Tag der Druck wuchs.
„Ist noch etwas?", fragte sie vorsichtig.
„Nein, du kannst gehen", entließ er sie.
Erleichtert erhob sich Astoria und eilte zur Tür.

„Ach, Astoria …"
Sie verharrte mit der Hand auf der Türklinke. Drachenmist. War ja klar, dass das noch nicht alles gewesen war.
„Du gehst ziemlich oft aus, stimmt's?", erkundigte er sich in einem nebensächlichen Ton.
Astoria drehte sich zu ihm um. Sie hatte in der letzten Woche jede Einladung angenommen und zweimal hatte sie deshalb nicht mit Malfoy zu Abend gegessen.
„Warum fragst du?"
Malfoy stand nun ebenfalls auf und drehte sich seitlich zu dem Schrank hinter dem Schreibtisch um.
„Weißt du, Astoria, die Einladung in mein Schlafzimmer gilt noch", kam es ihrer Meinung zusammenhangslos von ihm und ihre Augenlider weiteten sich minimal. Er schenkte sich etwas von dem goldbraunen klaren Getränk, das auf der offenen Ablage im Schrank stand, in ein Glas. „Aber ich werde nicht ewig warten."
Erst jetzt wandte er sich ihr wieder zu.
„Verstehe", sagte Astoria angespannt. Sie konnte die nächste Frage nicht zurückhalten. „Und was machst du, wenn es dir zu lange dauert?"
Ganz kurz bewegten sich seine Augenbrauen nach oben und anschließend zog er seinen rechten Mundwinkel hoch. „Soweit sollten wir es wirklich nicht kommen lassen."
Bedächtig hob er das Glas an seine Lippen und trank davon. Astoria sah ihn ein paar Sekunden zu. Sie fand es immer noch befremdlich, wie er sich verhielt. Meist war er ihr gegenüber wortkarg und unpersönlich höflich und aus heiterem Himmel sagte er so etwas wie gerade eben oder kurz nach dem Besuch von Brianna.
„Ich muss los", räusperte sie sich und befreite sich schließlich aus ihrer Lähmung.
Astoria schloss die Tür hinter sich und atmete einmal kräftig durch. Was erwartete er von ihr? Dass sie jetzt einfach irgendwann in sein Schlafzimmer spazieren würde? Astoria verließ eilig das Manor. Das konnte sie nicht. Tatsächlich hatte sie ein wenig Angst. Ziemlich widersinnig, wenn sie bedachte, dass sie es die Hochzeitsnacht ja auch überlebt hatte und es eigentlich überhaupt nicht schlimm gewesen war. Sie fühlte sich zu einem gewissen Teil sogar zu ihm hingezogen. Aber Malfoy hatte auch etwas an sich, das sie verunsicherte. Ebenfalls nicht zu vergessen war, dass wenn sie zu ihm ginge, er gewinnen würde – jedenfalls empfand sie dies so.
Kein Wunder, dass sie das Gefühl hatte, Ablenkung um einiges nötiger zu haben als früher.

~o~

„Astoria, du hast mir gar nicht erzählt, dass uns dein Mann heute mit seiner Anwesenheit beehren wird", sagte Daphne drei Tage später auf einer Abendgesellschaft zu ihr.
Astoria sah Daphne fragend an und schaute dann in die Richtung, in die Daphne deutete. Ihr Mund öffnete sich überrascht, als sie Malfoy erblickte, der gerade ein paar Worte mit dem Gastgeber wechselte. Auf dem Manor war sie vorbereitet, ihn zu treffen, aber hier erwischte es sie eiskalt. Astoria hatte ihm am Frühstückstisch, wie eigentlich immer, über ihre Pläne berichtet. Er hingegen hatte es anscheinend nicht für notwendig erachtet, ihr mitzuteilen, dass er ebenfalls kommen würde.
„Dir hat er das wohl auch verschwiegen", mutmaßte Daphne.
„Ich muss es überhört haben … ", sagte sie mehr zu sich selbst.
„Ja, oder so", meinte Daphne in einem ironischen Tonfall. „Ich dachte, in einer Vernunftehe redet man miteinander …"
„Wir reden auch miteinander", sagte Astoria. Sie sah ihre Schwester finster an. Sie hatte ihrer Schwester gesagt, dass es ihr gut ging, aber wie es aussah wollte sich ihre Schwester einmal wieder mit ihr darüber unterhalten.
„Astoria, von mir aus kannst du jedem etwas vormachen, aber wenigstens mir kannst du doch die Wahrheit sagen." Daphne ließ sich nicht leicht beirren, wenn sie auf etwas aus war.
„Warum willst du unbedingt darauf bestehen, dass es mir schlecht geht?"
„Das will ich gar nicht, aber du willst mir doch nicht weismachen, dass du glücklich bist. Ich sehe dir doch an –"
„Daphne, ich habe dir gegenüber nie behauptet glücklich zu sein, aber es geht mir gut. Wir haben uns arrangiert", erklärte Astoria.
Sie ignorierte Daphnes zweifelnden Blick. Es war ihre Schwester gewesen, die einmal behauptet hatte, Malfoy wäre gar nicht so schlimm und nun wollte sie ihr nicht glauben, dass Astoria mit ihm zurecht kam.

Astoria sah, dass Malfoy auf sie zukam. Mittlerweile wusste sie, dass er privat wie fast alle Zauberer Hosen zu schätzen wusste. Für seine Arbeit im Ministerium trug er stets Zaubererumhänge. Heute Abend trug er eine feinste Robe in Schwarz. Sie hatte festgestellt, dass sich die Farben seiner Garderobe auf Schwarz, Weiß und Grau beschränkten, in seltenen Fällen konnte man auch mal ein wenig Silber, Dunkelgrün oder Dunkelrot entdecken. Bonbonfarbene Umhänge passten aber auch gar nicht zu ihm.
In seinen Augen blitzte etwas auf, als sich ihre Blicke begegneten und seine Lippen kräuselten sich auf diese bedenkliche Art und Weise. Astoria schluckte nervös.
„Guten Abend, Liebes." Er gab ihr einen Wangenkuss zur Begrüßung. Es war nur eine kurze Berührung ihrer Wangen und machte sie doch befangen.
„Hallo", erwiderte sie steif.
„Vor mir braucht ihr dieses Theater nicht zu spielen", kam es schnippisch von Daphne.
„Daphne", sagte Malfoy gedehnt, „neben dir gibt es noch andere Menschen in diesem Raum, die ganz genau hinschauen, wie ich meine Ehefrau begrüße."
Da musste Astoria ihm sogar insgeheim Recht geben. Trotzdem glaubte sie nicht, dass es ihn groß kümmerte, was die anderen Leute über ihre Beziehung dachten, und sie nahm schon gar nicht an, dass er es aus der Güte seines Herzens für sie tat.
Daphne schnaubte, sagte aber nichts mehr dazu.
„Ist dein Gatte auch anwesend?", fragte Malfoy Daphne.
„Theo ist drüben im Nebenzimmer", sagte Daphne mit einer gewissen Kühle.
„Danke", erwiderte er unbekümmert.
Er sah mit einem leicht herablassenden Lächeln zu Astoria und strich über ihren Unterarm, wo sich unmittelbar eine Gänsehaut bildete. „Ich werde mal zu ihm gehen. Wir sehen uns bestimmt noch …"
Für Astoria hörte sich das irgendwie nach einer Drohung an. Ob das nun bedeutete, dass sie ihn zu lange hatte warten lassen? Dabei war doch noch nicht einmal eine halbe Woche seit der Unterredung vergangen …
Malfoy wandte sich zum Gehen, drehte sich aber kurz noch einmal um. „Ach und Daphne. Diese zur Schau getragene Abneigung steht dir nicht."

Daphne regte sich noch ziemlich auf, was Astoria gut nachvollziehen konnte. Obwohl Daphne es natürlich schon ein bisschen weniger offensichtlich machen könnte, welche negativen Gefühle sie für Malfoy hegte. Schließlich war der Grund für die neugewonnene Antipathie strenggenommen gar nicht Daphnes Angelegenheit und die Schaustellung würde sowieso nichts ändern.
Pansy gesellte sich nach einigen Minuten zu den beiden Schwestern und Astoria fühlte sich bald überflüssig. Pansy war eben Daphnes Freundin und nicht ihre. Malfoy hatte ihr mit seinem Erscheinen wirklich den Abend ruiniert. Anstatt Ablenkung zu finden, machte sich eine gewisse Bedrückung bei ihr breit. Sie beschloss ins Nebenzimmer zu gehen und der Gefahr ins Auge zu sehen. Nun, vielleicht weniger extrem. Aber sie glaubte, es wäre sinnvoll, wenn sie Malfoy im Auge behielt.
In dem besagten Zimmer war ein Tisch für Zauberkartenspiele aufgebaut. Er schien im Moment voll besetzt zu sein. Tabakrauch hing in der Luft und Astoria glaubte auch eine Spur von Lavendelrauch wahrzunehmen. Am Ende des Raums sah sie Malfoy bei Theo und zwei anderen Zauberern in eine Unterhaltung vertieft.
„Mrs Malfoy!", rief Madam Madley vom Tisch herüber. „Wollen Sie mitspielen? Mr Cadwallader will ein paar Runden aussetzten."
„Was wird denn gespielt?", fragte Astoria und näherte sich dem Tisch.
„Piqueira. Wir spielen um Knuts."
„Dann gerne." Sie lächelte erfreut.

Astoria sortierte ihre Karten in der Hand. Die flatterhafte Herzdame warf ihr eine Kusshand zu. Sie liebte es, zu spielen und sie sah immer seltener zu Malfoy hinüber. Er war ohnehin in ein Gespräch verwickelt. Madam Madley, eine wahre Spielernatur, verlangte ihre Aufmerksamkeit am Kartentisch. Der Karobube war ein ziemlicher Aufschneider. Er brachte ihr nämlich gar nichts. Da halfen auch seine Angeberposen nicht.
Mit einem Mal legte sich eine Hand auf ihre Schulter. Astoria zuckte zusammen.
„Lass mal deine Karten sehen.", hörte sie Malfoy nah an ihrem Ohr.
Astoria atmete aus. Sie drehte ihren Kopf so weit in seine Richtung, dass sie den grauen Augen begegnete, in denen Spott und eine untrügliche Kälte lagen.
„Aber keine Hilfe", sagte Madam Madley mit einem warnenden Lächeln. „Auch wenn Sie frisch verheiratet sind."
Astoria rümpfte kurz ihre Nase. Er war gewiss nicht gekommen, um ihr bei dem Spiel zu helfen.
Sie spielte weiter ihre Karten aus, während Malfoy sie nervös machte, indem er ihr nach ihrem Spielzug immer kleine nichtssagende Kommentare ins Ohr flüsterte, wie „du solltest besser aufpassen" oder „interessante Spielweise". Es war ärgerlich! Ihr fiel aber auch keine Idee ein, wie sie ihn abschütteln konnte.
„Das war jetzt nicht so klug", sagte er bald und dann merkte sie auch ihren Fehler.
Die Runde ging an Mr Bletchley, den Vater von Miles.
„Ich habe bei den Karten heute wohl kein Glück", sagte Astoria und stand auf, um den Platz wieder freizumachen.
Irritiert runzelte Astoria die Stirn, weil Malfoy ihr den Weg versperrte.
Er zog sie an sich heran. Sein Gesicht kam ihrem sehr nahe, dass sie eine Schrecksekunde befürchtete, er könne sie küssen. In Astorias Augen ein absolutes No-go. Ein Kuss auf Millicents Feier, wo ausschließlich junge Leute anwesend waren, war etwas anderes als auf einer Veranstaltung wie dieser. Er tat es dann aber doch nicht. Verärgert blickte sie ihm in sein amüsiertes Gesicht. „Wollen wir nach Hause?", fragte Malfoy sie. Astoria meinte, die verstohlenen Blicke der Leute auf sich zu spüren und schlängelte sich beschämt aus der Umarmung. Sie nickte. Wenn er sich so aufführte, würde der Abend nicht besser werden …

„Was glaubst du denken die meisten wohl, warum wir gegangen sind?", fragte Malfoy sie auf dem Manor.
Astorias Miene verdüsterte sich. Er zog sich seinen Umhang aus und lockerte den Krawattenschal um seinem Hals, der oben aus seiner Zaubererrobe hervorschaute. Sie mochte es nicht negativ aufzufallen.
„Was sollte diese Komödie?", fragte sie ihn.
„Du wolltest doch, dass die Leute glauben, wir seien ein Liebespaar."
Ursprünglich war das natürlich ihr Plan gewesen. Aber da hatte sie noch nicht bedacht, wie unangenehm das werden würde.
„Ich denke nicht, dass dir das jemand abgekauft hat …"
Draco Malfoy war nicht der Typ dazu, sich derart in der Öffentlichkeit aufzuführen. Selbst wenn sie annahm, dass er tatsächlich etwas für eine Frau empfinden könnte.
„Ach, ich denke schon. Warum auch nicht?" Er lachte leise.
„Ein Begrüßungskuss ist vollkommen ausreichend, danach kannst du mich gerne in Zukunft ignorieren", meinte sie leise, aber unnachgiebig.
„Gehörst du zu den Leuten, die nicht gerne öffentlich Händchenhalten?", fragte er sie in einem spöttisch-herablassenden Ton. „Nun, das habe ich mir gedacht und es ist bedauerlich für dich, dafür aber umso besser für mich."
Astorias Stirn umwölkte sich.
„Das heute war nur ein kleiner Vorgeschmack. Aber du hast ja die Möglichkeit dir diese Peinlichkeiten zu ersparen."
„Indem ich dich umbringe?", knurrte sie. Alternativ vielleicht mit einem Imperius oder Cruciatusfluch, überlegte Astoria.
Malfoy schüttelte spöttisch seinen Kopf. „Ich spiele auf die legale Möglichkeit an, dass du einfach mit mir ins Bett gehst."
Seine plumpe Art machte sie immer wieder fassungslos und verschreckte sie zugleich.
„Ist das deine Masche, wie du Frauen verführst?" Ein bisschen mehr Stil konnte er schon beweisen, anstatt sie auf derart billige Weise zu erpressen.
Er sah nun äußerst arrogant aus. „Du bist meine Ehefrau. Warum muss ich dich da verführen?"
Sie guckte an ihm vorbei auf den Fußboden. Sie hatte gewusst, dass er nicht viel von ihr hielt, aber diese Satz traf sie dann doch. Sie verlangte ja gar nicht dass er ihr Gefühle vortäuschte, aber er konnte doch wenigstens versuchen nett zu ihr zu sein. Aber so machte er es ihr doch nur unnötig schwerer.

Astoria schaute wieder auf. „Und wenn ich schwanger wäre, würdest du dann darauf bestehen, dass ich noch einmal mit dir ins Bett gehe?"
Seine Augenbrauen bewegten sich kurz nach oben und dann sah er sie merkwürdig an. „Bist du schwanger?"
„Nein", kam es leicht verlegen von ihr. Sie hatte dafür gesorgt, dass es nicht sein konnte. Sie war auch nicht so leichtsinnig jetzt vorzutäuschen, dass sie es wäre. Auch wenn ihr kurz der Gedanke gekommen war. „Aber wenn ich es werde?" Es wäre aber schön zu wissen, ob sich eine Schwangerschaft lohnen würde … Nur sie wollte eigentlich immer noch kein Kind, selbst mit der Aussicht darauf, dass er sie dann in Frieden ließ.
Seine Miene war undurchdringlich, als er auf ihre Frage einging. „Da es noch nicht soweit ist, brauchen wir uns diese Frage nicht zu stellen."
Und bei seinem Charakter würde es auch garantiert noch eine ganze Weile dauern bis das passierte.
Astoria nickte treuherzig. „Entschuldigst du mich jetzt bitte. Ich bin müde."
„Gewiss, deine Entscheidung", erwiderte er in seinem üblich hochnäsigen Ton.
Unsicher sah sie ihn an. Warum musste sie jetzt an den berühmten Fehdehandschuh denken? Astoria wünschte ihm noch höflich eine gute Nacht und ging dann auf ihr Zimmer.