Was bisher geschah:
Die reiche Adels-Familie Elya-Zulfaqar hat es auf das Erbe der Assassinen abgesehen, zu dem eine mysteriöse Schriftrolle den Weg weist. Diese soll Altaïr nun an einen sicheren Ort bringen, jedoch nicht allein. Sein Partner ist eine Frau, deren Name Antares ist. Konflikte sind schon bei ihrer ersten Begegnung vorprogrammiert. Doch wie wird sich dies auf ihre Mission auswirken?
3. Kapitel:
Gefechte mit dem Feind
Es war bereits später Nachmittag, als ein reinrassiges, braunes Araber-Pferd langsam an einen Hang herantrabte, dessen kurzes Gras leicht im Wind wehte. Der Reiter des Hengstes war ein wohlhabender Mann Anfang 20. Seine kastanienbraunen Locken waren zu einem kurzen Pferdeschwanz zusammengebunden wie es bei vielen Edelleuten dieser Tage Mode war. Er war umringt von drei weiteren Reitern – seine Untergebenen.
„Meister Alschain…", begann einer der Männer. „Seht ihr die weißen Gestalten dort unten? Das sind die Assassinen,"
„Natürlich sehe ich sie", erwiderte Alschain schnippisch. „Sobald alle Männer postiert sind, greifen wir an."
Er gab seinem Pferd die Sporen, das sich daraufhin in Bewegung setzte, um den Hang hinabzutraben. Seine Untergebenen folgten ihm.
Alschain gehörte wie sein älterer Bruder Tarazed zum Geschlecht der Elya-Zulfaqars. Doch war es Tarazed gewesen, der die Eroberung der Karte, die im Besitz der Assassinen war, angeordnet hatte. Normalerweise interessierte sich Alschain nicht für die Aktivitäten seines älteren Bruders, doch langweilte sich der jüngste Nachkomme der Elya-Zulfaqars schon lange im prunkvollen Palast der Familie und so hatte er darauf bestanden, den Trupp, den Tarazed entsandt hatte, anzuführen.
Wie so oft hatte Alschain seinen Willen durchgesetzt. Er wusste jedoch, dass er diese Aufgabe nicht so erfüllte wie es seinem Bruder recht gewesen wäre. Schon vor zwei Tagen hatten ihm die ersten Soldaten gemeldet, dass ihnen zwei Assassinen aufgefallen waren, die offenbar das transportierten, was Tarazed so wichtig war. Doch bevor Alschain sich seiner eigentlichen Aufgabe widmete, hatte er seinen Aufenthalt in einer noblen Herberge vollkommen genießen wollen. Dies hätte Tarazeds Zorn hervorgerufen – wenn er davon gewusst hätte.
Altaïr und Antares wussten, dass sie jeden auf ihrem Weg verdächtigen mussten, für die Familie Elya-Zulfaqar zu arbeiten, da sie aus Gründen der Anonymität darauf verzichteten, ein einheitliches Heer aufzustellen. Obwohl sie wussten, dass es auch zu ihrer Aufgabe gehörte, bemerkt zu werden, damit sich die Aufmerksamkeit der Angreifer nicht mehr auf Masyaf und den Rest der Bruderschaft richtete, trugen die vielen Blicke, die ihnen von meist offensichtlich bewaffneten Passanten zuwarfen, nicht zu ihrem inneren Frieden bei.
Doch selbst, wenn es anders gewesen wäre, hätte man die Atmosphäre zwischen den beiden nicht im Entferntesten als friedlich beschreiben können. Selbst der kürzeste Wortwechsel – den sie ohnehin bereits vermieden – artete in spitzen Beleidigungen und pikanten Anspielungen aus und sie schafften es, sich selbst über die banalsten Dinge zu streiten. Sogar ihre Pferde ließen sie miteinander konkurrieren und versuchten, dem anderen immer ein Stückchen voraus zu sein. Pausen legten sie erst ein, wenn die Kondition der Pferde es nicht anders zuließ.
„Sieht so aus als würden sie endlich einen Angriff starten", wandte Altaïr das Wort gezwungen an Antares.
„Das ging ja auch schon viel zu lange gut", erwiderte sie daraufhin, als auch ihre Augen auf die Weggabelung vor ihnen fielen. Der breitere Pfad, der zu ihrer Route gehörte, war von drei schäbig bekleideten Männern versperrt, deren Hände bereits an ihren Klingen ruhten. Ihrem Aussehen und ihrer Kleidung nach waren sie Muslime. Doch in einiger Entfernung konnte Altaïr die Schatten von vielen weiteren Söldnern erkennen. Eine Zahl gegen die sie zu zweit keine Chancen haben würden.
„Wir müssen den anderen Weg nehmen. Ich kann die Schatten der vielen Männer erkennen, die sich verstecken", erläuterte Altaïr sachlich.
„Das seht Ihr von hier?", fragte Antares skeptisch. „Ihr irrt euch. Es sind nur drei. Außerdem wollen sie, dass wir den anderen Weg nehmen. Der Plan ist doch offensichtlich."
„Er ist zu offensichtlich", konterte Altaïr kurz angebunden. „Ihr wisst doch, dass ich die Route bestimme und nicht Ihr."
Er schenkte Antares' verärgertem Blick keine Beachtung. Ohne ein weiteres Wort miteinander zu wechseln, entschieden sie sich für den anderen Weg bei der Gabelung und wurden mit ihren trabenden Pferden dabei langsam schneller. Erst, als sie einige weitere Verfolger auf Pferden hinter sich näher kommen hörten, galoppierten sie den immer steiniger, schmaler und steiler werdenden Pfad hinauf. Sie mussten keine Blicke austauschen, um sich sicher zu sein, dass sich ihre Feinde direkt auf se zubewegten. Der Tag näherte sich dem Ende und ihre Pferde waren vom stundenlangen Ritt erschöpft.
Der Weg, dem die beiden folgten, endete schließlich in einem dicht bewachsenen Wald, durch den sich ein weiterer Pfad zog. Sie wollten diesen einschlagen, doch dazu sollte es nicht kommen.
Fast gleichzeitig wurden von einer Erhöhung aus zwei Pfeile abgeschossen, die sowohl Altaïrs als auch Antares' Pferd plötzlich zu Fall brachten. Die beiden kamen unsanft auf dem harten Boden auf, erhoben sich jedoch so schnell sie konnten mit leicht verdreckter Kleidung wieder.
„Kommt, hier entlang!", entschied Altaïr und zog Antares mit sich ins Dickicht des Waldes abseits des Weges. Hinter sich hörten sie bereits die wilden Angriffsrufe der Söldner, die sie hofften zwischen den vielen Bäumen abschütteln zu können.
„Es sind mehr als 20!", warf Antares ihm während des Laufens zu. Dass ihre Verfolger erst von ihren Pferden absetzen mussten, um die Jagd nach ihnen fortzusetzen, verschaffte den beiden nur einen geringen Vorsprung. Offenbar hatten ihre Feinde vor Beginn des Angriffes keine tagelange Reise ohne nennenswerte Verschnaufpausen auf sich nehmen müssen.
„Lauft weiter! Ich werde mich um sie kümmern!", befahl Altaïr, während er einige Sträucher und Äste aus seinem Weg schob.
„Ich lasse euch nicht allein kämpfen!", entgegnete Antares und achtete darauf, nicht über die Wurzeln einiger großer Bäume zu stolpern.
„Glaubt Ihr, das ist der richtige Zeitpunkt, um mir eure Kampfkunst zu beweisen?", konterte Altaïr und warf im Laufen einen besorgten Blick über die Schulter.
„Das ist nicht Eure Entscheidung!", gab sie schnippisch zurück. Sie wollte ihm nicht erklären, dass sie es nicht noch einmal zulassen konnte, dass einem Bruder ihretwegen Leid zugefügt wurde. Dies war schon einmal passiert und derjenige hatte dadurch auf einem Auge seine Sehkraft verloren.
„Wenn sie Euch kriegen, bekommen sie auch die Schriftrolle! Ihr müsst weiter, während ich sie aufhalte!", argumentierte Altaïr weiter und erkannte schon jetzt wie sie auf eine Lichtung zusteuerten.
„Ihr wollt allein mehr als 20 Männer aufhalten?", entgegnete Antares. „Was glaubt ihr, wie viele davon sich Euch annehmen werden, wenn sie merken, dass ihr nicht das bei Euch tragt, was sie suchen? Vergesst dieses unsinnige Manöver! Wenn es einen Kampf geben soll, dann nur mit uns beiden!"
Altaïr musste zähneknirschend zugeben, dass der einzige Sinn seines Vorhabens der wäre, dass man die beiden voneinander trennen würde. Obwohl er dies ansonsten begrüßt hätte, musste er an das Wohl der Bruderschaft denken.
„Vergesst den Kampf und lauft weiter!", ordnete Altaïr stattdessen an.
„Wir können sie nicht mehr lange von uns fern halten! Wir müssen unsere Klingen sprechen lassen!", argumentierte Antares störrisch weiter, nicht weil sie selbst dieser Ansicht war, sondern, um Altaïr seinen Fehler vorzuhalten. „Es war doch Eure Idee!"
Dass ihnen der Streit unnötig den Atem raubte, den sie für die Flucht benötigten, war ihnen gleichgültig, verglichen mit dem Verlangen, das letzte Wort zu haben.
„Ja, meine Idee! Und wenn wir verlieren sollten, könnt Ihr die Schuld getrost auf mich schieben! Das ist es doch, was Ihr wollt!", unterstellte Altaïr ihr, woraufhin die beiden über einen umgekippten Baumstamm sprangen.
„Ihr glaubt allen Ernstes, ich will, dass unsere Mission scheitert? Wofür haltet Ihr mich?!", antwortete Antares empört.
„Das wollt Ihr nicht wissen", versetzte Altaïr kühl.
Schließlich erreichten sie die Lichtung, die er schon vor vielen Metern gesehen hatte. Unwillkürlich wurden sie zum abrupten Stillstehen gezwungen, als sich ein Pfeil genau vor ihnen in den Boden bohrte und weitere folgten. Auf einer höher gelegenen Ebene standen einige Bogenschützen, die das bereits Feuer eröffnet hatten. Erst jetzt wurden ihnen ihre schmerzenden Lungen bewusst, die ihnen das Vorankommen nun trotz des prickelnden Adrenalins in ihren Adern erschwerten. Antares wollte ihren Weg fortsetzen, um so schnell wie möglich die Lichtung zu verlassen und im Wald den Schutz der Baumkronen vor den Pfeilangriffen zu nutzen. Auch Altaïr ging zunächst dasselbe durch den Kopf, ehe sein Blick auf einen alten Wachturm in einiger Entfernung rechts von ihnen auf der Lichtung fiel.
„Ich habe einen Plan!", erklärte Altaïr knapp und zog Antares grob am Arm mit sich in Richtung des Turms, der offenbar schon seit Langem verlassen war und in seinem heruntergekommenen Zustand einer Ruine glich.
„Was habt Ihr vor?", wollte Antares wissen, während sie in unregelmäßigen Zick-Zack-Bewegungen liefen, um den Pfeilen zu entwischen. Ihre Feinde hatten die Lichtung mittlerweile ebenfalls erreicht und kamen ihnen mit erhobenen Schwertern immer näher.
„Wenn wir die meisten der Männer in den Turm locken können, haben wir auf den Treppen leichtes Spiel und können viele von ihnen töten. Oben angekommen nehmen wir den direkten Weg nach unten und können dort die wenigen überwältigen, die noch übrig sind", erläuterte Altaïr und Antares wusste, dass er den Todessprung meinte – ein besonderes Kennzeichen der Assassinen, das jedes Mal etwas zum Abfedern des Aufpralls benötigte. Wie so oft hatten sie Glück und in einem alten Wagen unweit des Turms lagerte etwas vergessenes Stroh, das genügen würde.
„Das ist ein törichter Plan!", entgegnete Antares und befreite sich aus seinem Griff. „Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass er funktionieren wird?! Wir sollten lieber weiter durch den Wald fliehen!"
„Und wie lang sollen wir das noch durchhalten?", konterte Altaïr. Mittlerweile hatten sie den etwa zehn Meter hohen, steinernen Turm fast erreicht. Einer der zwei hölzernen Türflügel am Eingang fehlte und würde somit Einlass gewähren.
„Länger als einen Kampf, den wir einfach nicht gewinnen können!", wandte Antares ein.
Als Altaïr sah, dass sie wieder in den Wald laufen wollte, packte er sie abermals am Arm, drehte ihn auf ihren Rücken und beförderte sie mit einem Tritt ins Innere des Turms, ehe sie reagieren konnte.
Er beachtete Antares' zornerfüllten Blick nicht und zog stattdessen sein Kurzschwert, das für den Nahkampf auf engem Raum am Besten geeignet wäre. Mit zwei Wurfmessern setzte er die beiden Söldner außer Gefecht, die den Eingang bereits erreicht hatten. Doch schon folgten weitere bewaffnete Männer, von denen die meisten ein langes Schwert führten, das auf der schmalen Wendeltreppe einen Nachteil darstellen würde.
„Lauft schon!", befahl Altaïr und schubste Antares, die sich gerade erst wieder aufgerichtet hatte.
„Sie werden nicht alle darauf reinfallen!", sah Antares es voraus, doch Altaïr ignorierte sie.
Während er allen Platz auf den Stufen einnahm, um sich bestmöglich verteidigen zu können, blieb Antares nichts anderes übrig, als nur die Treppe hinaufzulaufen ohne den Kampf zu beeinflussen. Obwohl ihr diese Tatsache zuwider war, wusste sie, dass ihr Eingreifen für Altaïr nur hinderlich wäre und somit auch für die Mission, die sie nicht gefährden durfte.
Zwar ging Altaïrs Plan auf, dass er dank der Enge auf der Treppe viele der Männer besiegen konnte, doch trotzdem schafften ihre Feinde es, sie bis nach oben auf die Aussichtsplattform des Turmes zu jagen. Altaïr zählte etwa 15 Söldner, als sie den höchsten Punkt des Turmes erreicht hatten. Er hatte erwartet, mehr von ihnen töten zu können, doch manche von ihnen wiesen eine bessere Kriegsausbildung auf als es ihr schäbiges Aussehen vermuten ließ.
„Ihr müsst jetzt springen und fliehen!", entschied er für Antares, die sich schon zu den Zinnen begeben hatte, bevor er das Wort erhoben hatte.
„Hört auf, für mich denken zu wollen!", befahl sie ihm gereizt, während sie auf die Außenmauer stieg.
Altaïr wich derweil einem Angriff zur Seite aus, trat seinem Gegner beherzt in den Magen, sodass er zu Boden ging und Altaïr ihn mit einem Stich in die Brust tötete. Als sich das Blut über den steinigen Boden ergoss und auch Altaïrs Kleidung rot bespritzte, sah er wie Antares noch immer auf den Zinnen hockte und nach unten sah.
„Was tut Ihr da?! Springt!", ordnete er an und schubste sie kurzerhand zehn Meter in die Tiefe, bevor sie erklären konnte.
Trotz Altaïrs Eingriff schaffte Antares es, den Todessprung so korrekt wie möglich auszuführen und unbeschadet auf dem Strohhaufen zu landen. Doch kaum, dass dies geschehen war, spürte sie wie zwei Hände sie grob aus dem Strohhaufen und auf die Beine zogen. Es war ein weiterer Söldner, der ihre Hände auf den Rücken drehte und ihr somit jegliche Bewegungsfreiheit raubte. Antares hätte sich sofort zur Wehr gesetzt, hätte sie nicht schon von oben weitere zehn bewaffnete Männer erkannt, die sich bereits in einem weiten Kreis um den Strohhaufen aufgestellt hatten.
Nur wenige Sekunden später vollführte auch Altaïr den Todessprung, erlitt jedoch dasselbe Schicksal wie Antares und wurde trotz Widerstand von zwei Söldnern festgehalten. Als er in die Runde aus schadenfrohen und gewaltbereiten Gesichtern sah, verstand er, weshalb Antares gezögert hatte. Obwohl er nicht zu ihr sah, glaubte er, ihren zornigen Blick auf sich zu spüren.
„Was für eine Vorstellung", ertönte schließlich eine Stimme, die von einem sarkastischem Klatschen begleitet war. Aus dem Kreis trat ein junger Mann, dessen kastanienbraune Locken zu einem Zopf zusammengebunden waren. Auf seiner Kleidung, die zweifellos die eines Edelmannes war, erkannte Altaïr ein Wappen – einen von einem Heiligenschein umgebenen Adler. Er wusste, dass es das Zeichen der Familie Elya-Zulfaqar war. Sie befanden sich in den Händen ihrer Feinde.
„Ich nehme an, Ihr seid Tarazed?", erkundigte sich Altaïr fordernd.
„Ich muss Euch enttäuschen", antwortete Alschain überheblich. „Ihr sprecht von meinem älteren Bruder. Nichtsdestotrotz werde ich mir nun nehmen, was Tarazed so sehr sucht. Entweder, Ihr sagt mir freiwillig, wer von Euch die Schriftrolle bei sich trägt oder ich finde es heraus."
„Wieso schickt er nur seinen jüngeren Bruder? Fürchtet er sich etwa?", wollte Altaïr spöttisch wissen. Auf eine Handbewegung Alschains hin erntete Altaïr von den Söldnern einen schmerzhaften Schlag in den Magen. Antares' Blick zum vor Schmerzen röchelnden Altaïrs erschien ihm fast wie Genugtuung.
„Mein Bruder ist beschäftigt", wich Alschain aus. „Im Übrigen solltet Ihr Eure Zunge hüten. Ihr habt weder den Titel noch seid Ihr in der Position dazu, Euch abschätzig über meine Familie zu äußern."
„Habt Ihr etwa etwas noch Grausameres vor als uns zu töten?", mischte sich Antares in das Gespräch ein.
Alschain wandte sich nun ihr zu, beäugte sie kritisch und musste amüsiert auflachen.
„Was ist mit Euren Männern geschehen, dass Ihr nun auch Frauen schickt, um solch wichtigen Arbeiten zu verrichten? Wie sollte dies hier anders als in Eurem Scheitern enden?", spottete er herablassend.
Altaïr konnte in ihrem Gesicht das Verlangen danach ablesen, den jungen Edelmann gewaltsam eines Besseren zu belehren.
„Ich bin mir sicher, Ihr werdet Eurem Bruder voller Stolz von Eurem Erfolg berichten. Welche niedere Aufgabe wird er Euch danach zuteilen, Botenjunge?", provozierte Antares ihn stattdessen.
Unbewusst hatte Antares einen wunden Punkt in Alschain getroffen, weshalb sie eine brennende Ohrfeige von ihm erntete.
„Halte deine Zunge im Zaum, Frauenzimmer!", befahl er ihr scharf. „Mein Dasein ist wertvoller als deins je sein wird!"
„Schön, dann genießt es…ich habe nämlich das Gefühl, dass dieser Augenblick Euer persönlicher Höhepunkt ist", erwiderte Antares trotz schmerzender Wange. Der Edelstein seines Rings hatte die Wirkung der Ohrfeige noch verstärkt.
Alschain blickte zu Antares' Gurt hinab, führte seine Hand zum selben und entriss ihr wortlos die hölzerne Kartusche, die sie mit Bändern dort befestigt hatte. Nachdem er sich von ihr abgewandt hatte, entnahm er dem Behältnis die gesuchte Schriftrolle und musterte sie sorgfältig, um sie danach zurückzuschieben. Ihn am Ziel zu sehen, erfüllte sowohl Antares als auch Altaïr mit großer Wut.
„Sollen wir sie jetzt töten?", wollte einer von Alschains Untergebenen wissen. Er drehte sich wieder zu den beiden Assassinen um.
„Ja, tötet uns!", reizte Altaïr ihn. „Aber glaubt nicht, dass Ihr die Bruderschaft damit besiegen könntet! Sie werden andere schicken, um Euch die Schriftrolle wieder zu entreißen. Verlasst euch darauf…"
„Ach ja? Werdet Ihr als nächstes kleine Mädchen schicken?", entgegnete Alschain unbeeindruckt. „Nein, sie sollen nicht sterben. Ich will, dass sie zu ihrem Meister zurückkriechen und selbst berichten wie sie etwas von so großer Wichtigkeit an ihren Feind verloren. Ich bin mir sicher, die Schande, die dann folgt, wird Euch viel schlimmer erscheinen als der Tod."
Seine Arroganz fachte die Wut der beiden nur noch weiter an. Sie warfen ihm zornfunkelnde Blicke zu.
„Das werdet Ihr noch bereuen", versprach Altaïr mit drohendem Unterton.
„Bringt sie zum Schweigen", befahl Alschain seinen Untergebenen als hätte er Altaïrs Bemerkung nicht gehört. Daraufhin spürten beide einen schmerzhaften Schlag in den Nacken, der ihnen den Halt raubte und sie zu Boden fallen ließ. Als sich das Bild vor ihren Augen immer dunkler färbte, ahnten sie noch nicht wie man ihr Versagen in Masyaf aufnehmen würde und was für sie daraus folgen würde – nämlich definitiv nicht, das, was sie erwarteten und sich erhofften.
Oh je, da haben die beiden das ganze wohl ziemlich in den Sand gesetzt! Mir persönlich gefallen die beiden wirklich sehr zusammen. Was haltet ihr von ihnen? Übrigens danke für die Reviews! Ich hoffe, ihr bleibt mir auch weiterhin gewogen!
Assassin C
