Hallo Leute!

Diesmal habe ich versucht etwas schneller zu machen. Ich hoffe es gefällt euch, auch wenn Draco vielleicht etwas... wie soll ich sagen... unbeholfen wirkt.

Einen ganz großen Dank an meine Reviewer!

Ein freundlicher Überfall

„Ob sie das wohl ernst gemeint hat?" fragte sich Draco. Er war auf dem weg zu seiner kleinen Wohnung, die er bezogen hatte. Sie lag mitten in London und war nur spärlich eingerichtet. Draco hatte nach seiner Entlassung nicht in das Haus seiner Eltern zurückkehren wollen, er verband zu viele schlimme Erinnerungen damit. Das Haus stand leer und er hatte eigentlich vor es zu verkaufen, doch es schien, als wolle niemand in das alte Haus einer schwarzmagischen Familie einziehen und so kümmerten sich die Hauselfen darum, dass es nicht ganz verkam.

Draco hatte den Kragen seines Mantel hochgeschlagen und seine Hände tief in den Taschen vergraben. Der Regen war einem eisigem Nieseln gewichen, doch ging er die paar Straßen vom Café zu seiner Wohnung anstatt zu apparieren. Er hasste das Gefühl durch ein Nadelöhr gezogen zu werden, wann immer er dazu gezwungen war.

„Sie war die erste die mir zugehört hat. Aber hat sie mir geglaubt?" er war sich da nicht so sicher. „Oder braucht sie wirklich nur etwas Zeit um darüber nachzudenken?" Er schüttelte den Kopf und kam zu dem Entschluss, dass er jetzt sowieso nichts mehr daran ändern konnte.

Er war an dem Haus angekommen in dem er nun wohnte und stieg langsam die Stufen zum ersten Stock hinauf. Er Wollte gerade den Schlüssel ins Schloss stecken, da ging hinter ihm die Tür zur Nachbarwohnung auf. Im Türrahmen Stand eine kleine ältere Dame, mit der Draco einen höflichen, jedoch distanzierten, Kontakt pflegte.

„Junger Mann, hätten sie einen Augenblick Zeit um mir zu Helfen?"

Draco fuhr erschrocken herum, er war noch immer tief in seinen Gedanken versunken.

„Wie bitte? Was?" fragte er mit großen Augen.

„Ach herrje!" die ältere Dame schlug ihre Hände zusammen. „Sie sind ja völlig durchnässt! Und sie sehen halb erfroren aus! Sie gehören ins Bett!" Mit diesen Worten hatte sie ihm seine Schlüssel aus der Hand genommen, aufgeschlossen, und ihn in die Wohnung geschoben. „Doch vorher sollten sie ein heißes Bad nehmen, oder zu mindest eine Dusche!" sagte sie mit einem Seitenblick in das kleine Bad, in dem nur eine Dusche vorhanden war, und zerrte ihn aus den Mantel. "Ich werde ihnen in der Zwischenzeit eine Suppe Kochen." Sie sprach in einer Geschwindigkeit und einem ton der keine Widerworte zu ließ und schob ihn ins Bad. Dann verschwand sie.

„Huch! Was war denn das!" Draco blickte verwundert auf die soeben ins Schloss gefallene Tür. „Ha!" grinste er, „Diese alten Muggelfrauen sind doch sehr eigenartig."

Er zog sich langsam aus, nun merkte er wie durchgefroren er wirklich war. Er ließ das Wasser an und als es nach, wie es ihm vorkam, endloser Zeit warm war, schlüpfte er schnell hinunter.

Draco konnte regelrecht merken, wie sein Körper anfing aufzutauen. Für einige Zeit stand er einfach nur mit geschlossenen Augen da und ließ das Wasser an sich herunterlaufen, doch dann dachte er wieder an Hermine. Sie hatte so ernst und konzentriert ausgesehen während sie ihm zugehört hatte, konnte das bedeuten, dass sie ihm glaubte? Er wünschte sich nichts sehnlicher, als das er jemanden fand dem er sich anvertrauen konnte. Aber er hatte nicht in seinen kühnsten Träumen daran gedacht, dass es ausgerechnet Hermine sein würde.

Er trat aus der Dusche, trocknete sich kurz die Haare mit einem Handtuch und band es sich dann um die Hüften. Mit einer Hand befreite er den Spiegel vom Dunst. Nun betrachtete er sich seit langem wieder einmal etwas genauer darin und was er sah widerte ihn an.

Aus einem blassen und ausgemergelten Gesicht blickten trübe, graue Augen ihn an. Es war längst nicht mehr das Gesicht des Hogwartsschülers von einst, es hatte männliche Züge bekommen. Das alles bemerkte Draco nur unterbewusst. Nein, was Draco sah waren die gleichen kalten Augen die sein Vater gehabt hatte, die gleichen markanten Gesichtszüge wie die seines Vaters und das gleiche platinblonde Haar wie bei seinem Vater...

Oh! Mr. und Mrs. Malfoy! Welch eine Freude sie wieder einmal in meinem Geschäft begrüßen zu dürfen. Womit kann ich ihnen dienen? Ich habe ein paar exzellente neue Stoffe herein bekommen, die würden ihnen sicher hervorragend stehen Mrs. Malfoy!"

Sehr freundlich, dass sie bei den Stoffen an meine Frau gedacht haben Madam Malkin, doch sind wir nicht gekommen um neue Kleider für sie zu kaufen. Mein Sohn Draco hier," Er schob Draco, der bislang hinter ihm gestanden hatte, nach vorn. „wird in diesem Jahr in Hogwarts beginnen, deshalb soll er seine Schuluniform angepasst bekommen."

Sein Vater sprach wie immer von Oben herab, doch das schien Madam Malkin nicht weiter zu stören.

Der junge Mr. Malfoy!" sie klatschte begeistert in die Hände. „Darf ich sagen, dass er ihnen von Mal zu Mal ähnlicher sieht? Er ist ihnen wie aus dem Gesicht geschnitten. In ein paar Jahren werden ihm die jungen Damen sicher zu Füßen liegen."

Vielen dank! Doch ich glaube, wenn Draco nicht lernt sich ordentlich zu benehmen, wird dies nie der Fall sein!" sagte sein Vater durch zusammen gepresste Zähne, denn Draco hatte seine Augen verdreht und die Arme vor der Brust verschränkt und schaute auch sonst recht verdrießlich drein. Denn wann immer er mit seinem Vater verglichen wurde, zählte er innerlich die Dinge auf, in denen sie sich unterschieden und er dachte das müsste den Leuten doch auffallen. Aber der Name Malfoy hatte so viel Prestige, dass die Leute alles mögliche versuchten um in deren Ansehen zu steigen. Doch als Draco die Worte seines Vaters hörte, und die unterschwellige Drohung, die in ihnen lag, setzte er sofort wieder die ausdruckslose und gelangweilte Miene auf, die er sich angeeignet hatte um seinen Vater milde zu stimmen.

Draco trat einen Schritt auf Madam Malkin zu und reichte ihr die Hand. „Schön sie wieder zu treffen Madam Malkin." ...

Ein Klopfen an der Wohnungstür riss ihn aus seinen Erinnerungen. Er wand sich angewidert von seinem Spiegelbild ab, trat hinaus in die Diele und öffnete.

„Oh, Mr. Malfoy! Sie sollten sich schnell etwas überziehen, sonst erkälten sie sich."

Mit diesen Worten schob sich die alte Dame von Nebenan an Draco vorbei in die Wohnung. Sie trug ein Tablett mit einem Teller Suppe darauf.

Draco stand völlig perplex da, so dass das einzige, was er sagen konnte „Bitte nennen sie mich nicht so!" war.

„Wie bitte?" die alte Dame blinzelte. „Wie soll ich sie nicht nennen?"

„Uhm, Mr. Malfoy." murmelte Draco. „Ich komme mir dann so alt vor." Fügte Draco rasch hinzu, und hoffte sie würde nicht näher darauf eingehen.

„Hmm... na gut! Aber wie soll ich sie dann nennen? Ich kann ja schlecht nur sie sagen." Lachte die Alte.

„Oh! Ja, eh... ich bin Draco." Er reichte ihr die Hand, wobei er das Tablett vergessen hatte. Er schaute verlegen drein.

„Ja, Moment!" sie wuselte ins Wohnzimmer um ihre Last los zu werden.

Draco stand immer noch wie angewurzelt da. „Was für eine seltsame Frau! Was will die bloß von mir?"

„Sie sollten wirklich, die Tür schließen und reinkommen!" sagte die Dame, als sie wieder kam.

„Oh! Ja!" Er schloss die Tür.

„Also, ich nenne sie nur bei ihrem Vornamen unter zwei Bedingungen." Die Frau sah ihn ernst an.

Nun war es Draco der verwundert blinzelte.

„Erstens, sie nennen mich Beth! Und zweitens, du ziehst dir endlich etwas anständiges an, sonst holst du dir hier noch den Tod, es ist ja eiskalt in dieser Wohnung! Wieso heizt du nicht?"

„Ich... eh...?" Die Wahrheit war, das Draco nicht wusste wie. Er hatte in der ganzen Wohnung nicht einen Kamin oder Ofen und hatte sich bereiz gewundert wie die Muggel es anstellten nicht zu erfrieren. Den ganzen Winter über hatte er immer wieder Wärmezauber ausgesprochen, damit er nicht zum Eisklumpen erstarrte.

„Stört es dich wenn ich die Heizung an mache, mein Junge?

„Heizung? Nein nur zu!" Draco beobachtete verwundert, wie Beth an das seltsame eiserne Ding unter dem Fenster heran trat und an einem Knopf drehte.

Belustigt sah die Frau ihn an. „Man könnte meinen du weißt nicht was eine Heizung ist!"

„Nun ja, eh... ich hab es gerne etwas kühl." Das war gelogen, aber was sollte er machen, er konnte ihr ja schlecht erzählen, dass er ein Zauberer war und deshalb nicht wusste, was eine Heizung war. „Ich geh schnell und zieh mir was über." Damit verschwand er im Schlafzimmer.

„Diese Frau ist echt ein seltsames Exemplar. Wie werde ich sie nur wieder los? Es ist ja nict, dass sie nicht freundlich wäre, aber furchtbar aufdringlich." Dachte Draco gerade, als er seinen Gürtel zuzog. Schnell streifte er sich noch einen Pullover über. Und ging zurück ins Wohnzimmer, wo Beth gerade damit beschäftigt war sein Bücherregal etwas näher zu betrachten.

„Verdammt die Bücher, wie soll ich das denn nur erklären? Ihr kann ja gar nicht entgehen, dass es keine Muggelbücher sind." Draco biss sich auf die Unterlippe.

Da bemerkte die Frau ihn auch schon. „Du hast eine sehr uhm... außergewöhnliche Sammlung von Büchern." Sie zog gerade eines seiner alten Zaubertrankbücher hervor und blätterte darin herum.

„Ich uhm... interessiere mit für alternative Heilkunst." Er hoffte das würde sie zufrieden stimmen, nahm ihr das Buch aus der Hand und stellte es zurück an seinen Platz.

„Weshalb glaube ich dir nicht?" Beth lächelten wissend.

Draco seufzte und dachte, „Das wäre auch zu leicht gewesen." Er suchte fieberhaft nach einer anderen Erklärung.

„Du brauchst mir nichts zu erklären. Du bist ein Zauberer." Winkte sie ab und setzte sich auf das Sofa.

Draco war sprachlos und starrte sie mit offenem Mund an. Dann schüttelte er den Kopf. „Ein was? Zauberer? Haha, wie kommen sie denn darauf?" Es war ein kläglicher Versuch die Situation zu retten.

„Ach nun tu doch nicht so! Ich weiß über euch bescheid! Mein Bruder war auch einer, wir wussten nichts bis er dann zu dieser Schule sollte, wie hieß die doch gleich? Uhm... Hogwarts genau. Er ist leider letztes Jahr gestorben, mein Bruder meine ich." Sie blickte nachdenklich drein. „Na ja, er war alt, genau wie ich."

„Wenn sie sagen, sie wissen über uns bescheid, was wissen sie genau?" Draco war vorsichtig, konnte es sein, dass sie etwas über ihn wusste?

„Eigentlich ist es nicht so viel was ich weiß. Mein Bruder Edward und ich hatten keinen regelmäßigen Kontakt. Ich weiß nur Kleinigkeiten, wie eben das mit der Schule."

Draco war erleichtert.

„Jetzt iss deine Suppe Jungchen! Bevor die noch ganz kalt wird." Forderte sie ihn auf.

Er tat wie ihm befohlen, obwohl er keinen besonderen Appetit hatte. Währenddessen erzählte Beth ihm Geschichten von ihrem Bruder, der ihr als Kind immer wieder von welche der Zauberersüßigkeiten angedreht hatte.

„Gibt es eigentlich noch diese Schokoladen Frösche? Die fand ich immer besonders lustig." Fragte sie gerade, als Draco den letzten Löffel Suppe in den Mund schob.

„Uhm..." er schluckte. „Ja, die gibt es noch."

„Wie ich sehe hast du aufgegessen. Hat es dir geschmeckt?"

„Oh ja! Sehr gut! Ich habe lang nicht mehr so was gutes gegessen."

Beth sah ihn mitleidig an. „Das freut mich! Nun werde ich aber gehen, ich habe deine Zeit schon genug in Anspruch genommen." Sie war aufgestanden und hatte das Tablett mit dem Teller wieder an sich genommen.

„Es hat mich gefreut sie etwas besser kennen zu lernen, Beth." Das war nicht einmal gelogen, denn nachdem er herausgefunden hatte was sie wusste, hatte er angefangen ihre Gesellschaft und ihre Geschichten zu genießen. Er half ihr zur Tür hinaus.

„Bis dann Junge! Es hat mich auch gefreut und jetzt seh zu, dass du ins Bett kommst!"

Draco schloss die Tür hinter ihr. Er musste lächeln ob ihrer Führsorglichkeit ihm gegenüber.

Was war das doch für ein seltsamer Tag gewesen! Er hatte gleich zwei Personen getroffen, die ihn nicht von vornherein ablehnten. Da dachte er wieder an den Nachmittag zurück.

„Hermine." Seufzte er. „Würdest du mir doch nur vertrauen können, aber das habe ich mir wohl selbst versaut." Doch dann kam ihm ein Gedankenblitz. Hatte sie nicht gesagt er würde sie in diesem Café wieder treffen, sie wüsste nur nicht wann? Konnte das vielleicht sogar schon morgen sein? Was sollte er sagen wenn er sie wieder traf? Sie war einst seine Feindin gewesen und er konnte sich gar nicht vorstellen, dass sie etwas gemeinsam haben könnten.

„Ob sie noch immer mit Potter und Weasley befreundet ist? Sicher sie hat ja was von Waesleys Schwester gesagt. Das wäre noch ein Grund mehr warum sie nicht mit mir befreundet sein will." Er lag lange wach und zählte die Gründe auf, warum Hermine nicht an einer Freundschaft mit ihm interessiert war. Schließlich aber fasste er einen Entschluss, er würde die nächsten Tage im Café auf sie warten und sehen was passierte.

Ich hoffe ihr mochtet die alte Dame! Und verzeiht mir, dass ich Draco hab dumm da stehen lassen.

Über ein Review würde ich mich wie immer besonders freuen.