Danke für eure Reviews! Leider schaffe ich es nicht sie zu beantworten :-(

Ich wünsche euch viel Spass beim lesen!

Der Geburtstag der Zwillinge

In den nächsten Tagen hetzte Hermine von einer Vorlesung zur nächsten und als sie am Donnerstag aufwachte, war sie froh darüber, dass das Wochenende einen Tag früher anfangen würde. Sie kroch aus dem Bett, tapste hinüber zur Kaffeemaschine und betätigte den Knopf. Hermine und Julie hatten es für einfacher befunden, wenn sie die Maschine schon am Abend füllten. Schon das leise Brodeln und der Kaffeeduft hatten eine belebende Wirkung auf sie.

„Morgen!" Nun war auch Julie aufgewacht, sie streckte sich im liegen und lies ein lautes Gähnen hören.

„Morgen!" Sagte Hermine. „Hast du gut geschlafen?"

„Wie ein Stein und jetzt brauch ich KAFFEE!"

„Der ist gleich fertig" Hermine setzte sich im Schneidersitz ans Fußende in Julies Bett. „Heute ist also der große Tag." Grinste sie.

„Wovon redest du?" Julie zog sich die Bettdecke über den Kopf.

„Nun tu mal nicht so, ich habe gesehen wie dein Gesicht sich verändert, jedes mal wenn auch nur sein Name fällt. Gib es zu du hast dich verliebt!" Hermine versuchte ihr die Decke vom Kopf zu ziehen.

„So ein Blödsinn! Fred ist nur ein Freund."

„Wer sagt, dass ich von Fred spreche?"

Julie lugte unter der Decke hervor. „Sagtest du nicht gerade, ich meine du hast doch…"

„Ich habe nichts von Fred gesagt." Lachte Hermine. „Und nun komm, der Kaffee ist fertig, dann kannst du mir deinen Plan für heute Abend erzählen." Sie stand auf und ging zurück zur Kaffeemaschine.

„Ich habe keinen Plan." Julie klang ein wenig besorgt. „Meinst du ich brauche einen?" Nun stand auch sie auf.

So kannte Hermine Julie gar nicht. „Ach quatsch! Das habe ich nur so daher gesagt. Ich denke nicht, dass ein Plan hilft. Sei wie immer, spontan."

„Du hast Recht, warum mache ich mich wegen eines Typen verrückt? Davon gibt es genug und im Notfall gibt es ja immer noch Mathew Laurenz…" Beide lachten. „Was ist mit dir? Heute Abend sind sicherlich eine menge Pärchen da. Hast du denn keinen den du gerne mitnehmen möchtest?"

„Nein." Hermine wusste nicht, warum sie in diesem Moment an Draco dachte.

„Ach komm schon! Ich sehe es dir doch an." Drängte Julie.

„Das ist zu kompliziert."

„Erzähl! Wer ist der Glückliche?"

Hermine seufzte. „Ich habe im ersten Moment an Draco Malfoy gedacht."

„Aber ist das nicht… Das meinst du doch nicht ernst?"

„Muss ich wohl, er war der erste der mir in den Sinn kam."

„Aber wieso?"

„Ich habe ihn vor einiger Zeit wieder getroffen…" Hermine erzählte Julie alles. „Und ich bin morgen mit ihm verabredet."

„Das ist ja ein dickes Ding! Aber du kannst ihn doch nicht einfach mitbringen."

„Das habe ich auch gar nicht vor. Ich weis ja nicht mal warum ich an ihn dachte. Oje!" Mit einem Schrecken blickte sie auf die Uhr. In einer halben Stunde mussten sie bei einer Vorlesung sein.

„Verdammt!" Fluchte auch Julie.

Sie mussten sich beeilen und schafften es gerade noch rechtzeitig ins Auditorium.

Der Tag verging wie im Fluge und ehe sie sich versahen war es Zeit für sie, sich auf den Weg zu machen. Sie disapparierten direkt in die Winkelgasse, wo Fred die Wohnung über Weasleys Zauberhafte Zauberscherze bezogen hatte. Die Zwillinge hatten da eine Weile zusammen gewohnt, doch dann war George mit Katie zusammen gezogen und nachdem die Beziehung zwischen Fred und Angelina in die Brüche gegangen war, lebte er da alleine.

Als Hermine an der Tür klingelte, war sie überrascht, dass es Dobby war der öffnete.

„Miss Hermine!" Seine Augen weiteten sich. „Ich freue mich sie wieder zu treffen!" Und verneigte sich höfflich vor ihr und mit einer Armbewegung bat er sie herein.

„Dobby! Ich freue mich auch dich wieder zu sehen, aber was machst du hier?" Sagte Hermine verwundert.

„Die beiden Sir´s haben mich für heute Abend eingestellt."

„Wie bitte, ich hoffe doch, dass sie dich dafür gut bezahlen?"

„Oh ja Miss! Sehr gut sogar, ich bekomme fünf Galleonen." Und mit einem Flüstern fügte er hinzu. „Ich sagte zu ihnen, das ist viel zu viel, aber sie haben darauf bestanden."

„Na gut wenn du damit zufrieden bist…" Sie nahm sich vor, sich Fred und George zur Brust zu nehmen. „Dobby, ich möchte dir meine Freundin Julie vorstellen."

„Miss ich freue mich sie kennen zu lernen." Wieder verbeugte er sich.

„Ganz meiner Seits." Lächelte Julie. „Mhh… Dobby? Sind wir zu früh? Es ist so still."

„Oh nein Miss! Es sind schon viele Gäste angekommen."

Julie und Hermine warfen sich einen irritierten Blick zu.

Dobby lächelte. „Darf ich die beiden Misses bitten auf diesen Teppich zu treten?" Er deutete auf einen alten, ramponierten Teppich vor ihnen, den Hermine noch nie gesehen hatte. Sie gehorchten und in dem Moment als sie Beide dort standen, löste sich die Wohnung um sie herum auf. Einen Augenblick später nahmen die verschwommenen Umrisse wieder scharfe Konturen an und die Beiden staunten nicht schlecht, denn sie standen vor der Heulenden Hütte. Von draußen hörten sie die laute Musik und auf einem riesigem Schild stand in leuchtenden Lettern „Das Alter kommt, die Jugend geht, doch unser Charme nie verweht."

„Ihre Sprüche waren auch schon mal besser." Meinte Hermine. Kichernd traten sie ein. Fred und George hatten volle Arbeit geleistet und aus der Hütte einen Nachtclub gezaubert.

Ein großer, breitschultriger Zauberer stand nun vor ihnen. „Darf ich die Damen um ihre Namen bitten?" sagte dieser mit tiefer Stimme.

Sie nannten sie und während er noch auf einer liste suchte, tauchte Fred an ihrer Seite auf.

„Hey ihr Beiden! Da seid ihr ja endlich!" begrüßte er sie mit einem breiten Grinsen und umarmte sie. „Es geht in Ordnung Lesley, die beiden gehören zu mir." Er zwinkerte frech und legte einen Arm um Julies Hüfte. Julie zuckte bei seiner Berührung leicht zusammen, sie lächelte und schaute ihn schüchtern an. Belustigt beobachtete Hermine die Szene.

„Darf ich euch Schönheiten etwas zu trinken anbieten?" sagte Fred.

„Ich hätte gern ein Butterbier." Sagte Hermine.

„Für mich auch." Meinte Julie.

„Bring ich euch." Und schon war Fred verschwunden.

Die Beiden ließen den Blick über die Menge schweifen.

„Hey, da drüben sind Harry und Ginny. Ich habe den Beiden noch gar nicht zur Verlobung gratuliert." Kurz darauf war auch sie verschwunden.

Hermine war verwundert, Julie war doch sonst nicht so zurückhaltend, wenn es um die Männer in ihrem Leben ging.

Fred holte sie aus ihren Gedanken zurück. „Hier." Er hielt ihr ein Butterbier hin.

„Oh danke!" sagte Hermine.

„Wo ist denn Julie hin?" Freds Blick wanderte suchend umher.

„Sie ist drüben bei Ginny und Harry." Sie deutete zu ihnen hinüber. „Siehst du?"

„Hmm… ja." Ganz untypisch für Fred schien er in Gedanken versunken.

Hermine musste lachen. „Nun geh schon zu ihr!"

„Was?" Er schien irritiert, Hermine neben sich zu sehen.

„Geh rüber zu ihr und frag sie ob sie mit dir tanzen möchte!"

„Meinst du?" Er sah unsicher aus.

„Geh schon!" Sie gab ihm einen kleinen Schubs und schon war er auf dem Weg zu ihr. Hermine beobachtete, wie sie kurz miteinander sprachen und dann auf die Tanzfläche gingen.

„Und wieder haben sich zwei gefunden." Dachte sie und seufzte innerlich auf. Sie sehnte sich danach auch endlich wieder einen festen Freund an ihrer Seite zu haben. Die Dates, die sie seit der Beziehung mit Ron gehabt hatte, waren allesamt Reinfälle. Sie beschloss ein wenig herum zu gehen und die Leute zu begrüßen. Und wie sollte es auch anders sein, traf sie nur wenig später auf Ron.

„Hey Ron!" freundschaftlich nahm sie ihn in den Arm.

„Hey Hermine."

„Wo ist Demelza?"

„Sie unterhält sich mit Alicia."

„Achso, was macht das Quidditch?" Warum fühlte sich das so gezwungen an?

„Es läuft sehr gut. Ich trainiere sehr viel. Du weißt ja in ein paar Wochen findet die Auswahl für die Nationalmannschaft statt und Wood ist eine harte Konkurrenz…" Er vertiefte sich nun ein eine ausführliche Beschreibung seines Trainings.

Hermine überlegte gerade wie sie das Thema wechseln konnte, als Demelza an seiner Seite auftauchte und den Arm um seine Taille legte.

„Hallo Hermine." Sie sah Hermine aus ausdruckslosen Augen an. Es war nicht zu fassen, sie schien tatsächlich zu denken, dass Hermine sich wieder an Ron heran machen wollte.

„Schatz kommst du mit tanzen?"

„Wenn es denn sein muss…" Ron verzog sein Gesicht, warf dann Hermine einen entschuldigenden Blick zu und verschwand mit Demelza auf der Tanzfläche.

Und wieder packte Hermine die Sehnsucht nach einem Freund. Plötzlich musste sie an Draco denken, wie er ihr beim letzten Mal in die Augen gesehen hatte. Sie versuchte den Gedanken an ihn abzuschütteln, doch seine eisgrauen Augen wollten einfach nicht aus ihrem Kopf verschwinden.

Mit einem Mal merkte Hermine wie sich etwas direkt vor ihren Augen bewegte.

„Hallo, jemand zuhause?" Es war Harry, der vor ihren Augen herumfuchtelte.

„Eh… ja entschuldige." stammelte Hermine.

„Möchtest du tanzen?" fragte Harry.

„Wie kommst du denn da drauf?" Sie wusste, dass er es hasste.

„Du hast gerade so sehnsüchtig auf die Tanzfläche gestarrt. Also was ist? Noch mal frag ich dich nicht." Er hielt ihr eine Hand hin.

Hermine Starrte darauf, sie fühlte sich ertappt. „Gern." Sagte sie und ergriff seine Hand. Harry war ein grauenhafter Tänzer, aber das war immer noch besser als ihm die Wahrheit zu sagen. Was würde er nur von ihr denken? Dass sie verliebt war? Und das nach zwei Treffen? So ein Blödsinn, immerhin war es Malfoy, ein Todesser und verhasster Feind. Doch sie hasste ihn nicht mehr, sie hatte Mitleid mit ihm, wollte ihm helfen auf den richtigen Weg zu kommen. Das war es, das ihn immer wieder an ihn denken ließ. In Hermines Kopf begann es zu schwirren.

„Eine Galleone für deine Gedanken" Harry sah sie forschend an.

Sie seufzte und schüttelte den Kopf.

„Ist es wegen Malfoy? Hast du ihn wieder getroffen"

„Nein, ich habe ihn nicht wieder getroffen. Noch nicht… Ach Harry, tue ich das richtige?"

Eine kleine Paus trat ein in der Harry offensichtlich nach den richtigen Worten suchte.

„Ich kann nicht behaupten, dass ich davon begeistert bin, dass meine beste Freundin sich mit einem verurteilten Todesser trifft, aber ich vertraue deinem Instinkt und deinem Versprechen vorsichtig zu sein. Jetzt mach dir darüber keinen Kopf mehr! Wir sind doch hier um einen Geburtstag zu feiern."

„Du hast ja Recht." Sie lächelte und plötzlich fiel ihr etwas auf. „Harry?"

„Ja?"

„Wie kommt es, dass du auf einmal Tanzen kannst?"

Harry verdrehte die Augen. „Ginny, sie meint, dass ich auf unserer Hochzeit nicht wie ein Vollidiot dastehen soll und zwingt mich deshalb fast jeden Abend dazu mit ihr zu üben. Hätte ich sie bloß nicht gefragt." Sagte er ironisch.

Hermine lachte. „Lass das bloß nicht Ginny hören."

„Keine Angst, für nichts auf dieser Welt würde ich mich wieder von ihr trennen.

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