Kopfschmerzen
Hermine erwachte mit höllischen Kopfschmerzen.
"Oh man!Hätte ich bloss nicht noch mit dem Feuerwiskey angefangen!" dachte sie.
Das Letzte woran sie sich erinnern konnte war ein riesiges Feuerwerk und Julie und Fred, die sich auf der Tanzfläche küssten.
Hermine versuchte sich aufzurichten und blickte hinüber zu Julies Bett, sie war nicht da. „Das hätte ich mir denken können." Sie ließ sich zurück in die Kissen fallen.
„Hmpf... am besten bleibe ich heute im Bett liegen." Sie schloss die Augen und versuchte sich krampfhaft daran zu erinnern wie sie nach Hause gekommen war. Plötzlich tauchten Bilder von Demelza auf und wie diese ihr ein Glas mit dunkelroter Flüssigkeit über Hermines Top goss.
„Bitte lass es Kein Elfenwein gewesen sein!" schoss es Hermine in den Kopf und mit einem Mal fiel ihr alles wieder ein...
Demelza war mal wieder mit einigen ihrer Freundinnen verschwunden und Ron stand allein an der Bar. Hermine wollte ihm Gesellschaft leisten, denn es kam ihr furchtbar dumm vor nicht mehr mit ihrem besten Freund sprechen zu können nur weil sie einmal mit ihm zusammen gewesen und seine Neue eifersüchtig war. Es fühlte sich seltsam an, doch so konnte es nicht weiter gehen.
Es dauerte nicht lange, da hatten sie auch schon ein gemeinsames Thema gefunden, Ginny und Harry.
„Ich habe damals schon fast nicht mehr daran geglaubt, dass die beiden noch zueinander finden." meinte Hermine. „Harry hat, aber auch ganz schön lange gebraucht."
„Du bist gut Hermine, für mich kam das alles sehr überraschend. Ich dachte immer Ginny war für ihn wie eine Schwester, das hatte er jedenfalls immer behauptet."
„Ach Ron, du hast damals ja sowieso nicht viel mitbekommen." lachte Hermine. „Ich sage ja nur Lavender Brown. Aber du erwartest doch wohl nicht im Ernst, dass er dir davon hätte erzählen sollen, so wie du dich jedem von Ginnys Freunden gegenüber benommen hast."
„Hmm... du hast wahrscheinlich recht." meinte Ron nachdenklich.
Der DJ wechselte gerade die Musik.
„Oh das Lied ist gut. Komm lass uns tanzen."
Hermine starrte ihn an. „Du tanzt?"
„Nun ja, ja." er zuckte mit den Schultern.
„Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist."
„Ich trete dir schon nicht auf die Füße." grinste Ron.
„Das meinte ich auch nicht, ich dachte da eher an deine Freundin."
„Ach mach dir da mal keine Sorgen, den Ärger bekomme ich ab und das werde ich schon überleben."
„Na wenn du meinst."
Gemeinsam begaben sie sich auf die Tanzfläche. Doch es dauerte nicht lange, da drängte Demelza sich auch schon zwischen sie.
„Hey Schatz, da bist du ja, ich habe mich schon gewundert, wo du bist." meinte Ron und wollte sie Küssen.
Doch sie drehte den Kopf weg. „Und deshalb machst du dich an deine Ex ran?"
„Das glaubst du doch wohl nicht wirklich. Du weißt, dass ich dich Liebe."
„Ach, dann war es also andersherum, sie hat sich an dich ran gemacht." sie drehte sich zu Hermine um. „Aber das hätte ich mir ja auch denken können. Diese kleine Besserwisserin ist eifersüchtig."
„Ach mach dich doch nicht lächerlich, wer von uns beiden ist denn hier eifersüchtig?"
„Auf dich kleine Schlampe soll ich eifersüchtig sein? Das ich nicht lache!"
„Denk doch was du willst." Hermine wandte sich zum gehen.
Demelza packte sie an der Schulter und zog sie wieder zu sich herum. „Was ich will ist, dass du deine dreckigen Finger von meinem Freund lässt."
„Oh ich fasse es nicht. Falls du es immer noch nicht kapiert hast, hier noch einmal zum Mitschreiben. Ron und ich sind Freunde, die besten Freunde, und da wirst du nichts dran ändern."
„Ach ja? Das wollen wir doch mal sehen." und Demelza schüttete Hermine das Glas über die Brust.
„Du Miststück!" fluchte Hermine und stieß Demelza von sich.
Diese stieß zurück und es entstand ein Gerangel. Sie versuchten sich gegenseitig auf den Boden zu drücken. Doch plötzlich merkte Hermine, wie jemand sie von hinten packte und von ihrer Rivalin fort zog.
„Hermine, komm runter! Das hast du nicht nötig." Es war Harry, der sie nun durch die Menge nach draußen zog.
„Was bildet sich diese Kuh eigentlich ein!? Der werde ich es zeigen." sie versuchte sich von Harry loszureißen.
„Hermine, du hast zu viel getrunken, lass mich dich nach Hause bringen."
„Nicht bevor ich dieser Schnepfe gezeigt habe wer hier die Schlampe ist."
„Hemine!" Harry packte sie noch fester und zwang sie so ihm in die Augen zu schauen. „Komm doch endlich wieder zu dir! Jetzt machst du dich lächerlich. Ich bringe dich jetzt nach Hause und ich dulde keine Widerworte." ...
„Oh Gott wie Peinlich!" murmelte Hermine und zog sich das Kissen über den Kopf. Ich muss mich bei Fred und George entschuldigen." dachte sie. „Man Hermine, da hast du dir ja was geleistet." schalt sie sich selbst. „Ich kann doch Ron nie wieder unter die Augen treten und Ginny ist bestimmt enttäuscht von mir. Wie konnte ich mich dazu nur hinreißen lassen?"
Der Kopfschmerz, durch die peinliche Erinnerung verdrängt, kam nun wieder.
„Au!" stöhnte sie.
Sie musste hinüber zum Schrank um einen Trank gegen die Schmerzen zu nehmen, doch es fiel ihr schwer aus dem Bett zu kommen. Als sie sich aufrichtete schossen ihr Tränene in die Augen.
Sie wankte hinüber zum Schränkchen, in dem Julie und sie die Tränke aufbewahrten, sie fing an ihn auf der Suche nach dem richtigen Trank durch zu wühlen, doch zu ihrem Grauen konnte sie keinen finden.
„Das geschieht dir recht!" murmelte sie.
Sie wühlte noch etwas weiter und fand ganz hinten im Schrank eine Packung mit Muggelschmerztabletten.
„Naja, besser als nichts." sagte sie zu sich selbst und schluckte gleich zwei auf einmal.
Sie wollte sich gerade wieder ins Bett legen, da fiel ihr Blick auf den Wecker der auf ihrem Nachtschrank stand. Es war bereits halb Zwei am Nachmittag. Da fiel es ihr wieder ein.
„Verdammt! Draco, den habe ich ja ganz vergessen."
Und trotz dem ihr Körper heftig rebellierte, wand sie sich in Richtung Badezimmer und schlüpfte unter die Dusche.
Das Wasser hatte eine Belebende Wirkung, auch wenn der Kopfschmerz nichts von seiner Intensität verloren hatte.
Als sie endlich fertig war, war es auch schon an der Zeit zu gehen. Doch zuerst schluckte sie noch zwei von diesen Schmerztabletten. Dann schnappte sie sich ihre Handtasche und machte sich auf den Weg in den Park vor ihrem Wohnheim. Von dort disapparierte sie nach London.
Sie landete in einer Gasse in der Nähe des Cafés auf einem Abfallcontainer.
„Na toll! Memo an mich selbst, nicht mit Kopfschmerzen apparieren."
Sie sprang hinunter und kam ins straucheln.
„Warum habe ich mich ausgerechnet heute mit ihm verabredet?"
Sie trat hinaus auf die sonnenbeschienene Straße. Das Licht verursachte eine neue Welle von Kopfschmerz. Sie kniff die Augen zusammen und zog den Kopf zwischen die Schultern.
„Au! Hört das denn heute gar nicht mehr auf?" fragte sie sich.
„Hey Hermine! Schön, dass du gekommen bist." klang es fröhlich von Draco, der mit einem Mal vor ihr stand.
Hermine öffnete langsam die Augen.
„Draco, wieso sollte ich nicht kommen? Wir waren doch hier verabredet." Es klang etwas sehr forsch und als sie sah, dass das Lächeln von Dracos Gesicht verschwand, tat es ihr Leid. „Entschuldige bitte! Ich war gestern auf einem Geburtstag und habe wohl etwas zu viel gefeiert." Sie zwang sich zu einem Lächeln, doch bereute sie es gleich, denn der Schmerz pochte wieder auf. „Au!" Sie fasste sich an die Stirn.
„Ach je! Warum hast du keinen Trank eingenommen?" fragte er mit einem schiefen Lächeln. Er sorgte sich wirklich um sie.
Sie schüttelte den Kopf. „Keiner da."
„Komm mit!" Draco nahm sie an der Hand und zog sie in die entgegengesetzte Richtung, als die in der das Café lag.
„Was machst du?" fragte Hermine überrascht.
„Dir helfen." Antwortete er.
Sie blickte ihn verwundert an.
„Komm einfach mit."
Sie gingen die Straße entlang, bogen um eine Ecke, überquerten eine andere Straße und bogen wiederum um eine Ecke. Mit einem Mal führte er sie in ein Haus und eine Treppe hinauf, erst da verstand sie wo sie sich befand. Sie blieb stehen und plötzlich konnte sie Harrys Stimme hören. „Versprich mir, dass du nie mit ihm allein bist!"
„Ehm... Draco, ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist."
Er schaute sie schief an. „Was meinst du?"
„Ich meine... also weißt du... ich sollte nicht mit dir in deine Wohnung kommen."
„Du vertraust mir nicht." Er ließ den Kopf hängen.
„Draco, versteh doch! Für mich ist das alles neu. Und ich habe Angst, dass es ein Fehler ist."
Er lehnte sich an die Wand und seufzte. „Ich weiß nicht wie ich dich überzeugen soll, wenn du mir keine Chance gibst."
In diesem Moment ging die Tür auf und Beth trat in den Hausflur.
„Oh! Guten Tag Draco! Wie ich sehe hast du Besuch." Sie trat auf Hermine zu. „Ich bin Beth und freue mich sie kennen zu lernen." Beth streckte ihr die Hand entgegen.
Hermine erwiderte die Geste. „Ich bin Hermine Granger, eine ehemalige Schulkameradin von Draco."
Beth ging an den Beiden vorbei die Treppe hinauf. „Ach Draco, magst du heute Abend zum Essen vorbeikommen oder habt ihr beiden Hübschen etwas anderes vor?"
Draco schaute Hermine an, dann wandte er sich wieder Beth zu. „Ich würde sehr gern..."
„Tut mir Leid für sie Beth!" unterbrach Hermine ihn. „Wir sind schon verabredet."
Beth lächelte. „Dann wünsche ich euch Beiden viel Spaß." Sie verschwand in ihrer Wohnung.
Draco starrte Hermine an. „Wir sind verabredet?"
„Nun ja, ich dachte... aber wenn du keine Lust hast..." Sie zuckte mit den Schultern und der Schmerz drang wieder in ihr Bewusstsein. „Au!"
„Oh, deine Kopfschmerzen. Komm mit rein, ich verspreche dir auch, dass wir gleich wieder gehen, wenn du den Trank zu dir genommen hast."
„Das brauchst du gar nicht, ich komme auch so mit.
Draco schloss die Tür zu seiner Wohnung auf und gemeinsam traten sie ein. Er ging direkt in die Küche, öffnete einen Schrank und holte ein Fläschchen hervor, das er Hermine reichte.
„Danke." Sie nahm es ihm ab, entkorkte es und leerte es in einem Zug. Sie hielt die Augen geschlossen und wartete darauf, das die Wirkung eintrat. Sie musste nicht lange warten, denn fast augenblicklich merkte sie, wie ihre Gedanken so leicht wie Luft durch sie hindurch strömten.
Draco beobachtete sie dabei. Was war es, das sie so schnell hat ihre Meinung ändern lassen?
„Du bist mutig, was wenn ich vorgehabt hätte dich zu vergiften?"
Sie sah ihn erstaunt an. „Nun ja, erstens hätte ich das wohl gemerkt, da die meisten Schmerztränke eher trüb und dickflüssig sind und die meisten Gifte klar."
Er zog erstaunt eine Augenbraue hoch.
„Und Zweitens, glaube ich seit der Begegnung mit Beth, dass ich dir trauen kann."
Er lächelte. „Und was machen wir jetzt?"
„Hmm... ich bin dafür, dass du mir jetzt erstmal deine Wohnung zeigst. Dies hier, würde ich sagen, ist die Küche."
„Stimmt." Er lachte. „Wenn sie mir folgen mögen." Er trat hinaus in den Flur und sie folgte ihm. „Hier zu ihrer Rechten, das Badezimmer." Er deutete auf eine Tür zu ihrer Rechten. „Zu ihrer Linken, das Wohnzimmer." Er deutete nach links. „Und gerade aus das Schlafzimmer."
„Sehr schön." sagte sie und band sich ihren Schal ab. „Aber findest du nicht, dass du etwas viel heizt?"
Er schaute sie verwundert an. „Nein, eigentlich heize ich fast gar nicht."
„Sicher?"
Er ging hinüber zur Heizung im Wohnzimmer. „Ja, die ist aus."
Sie zog ihren Mantel aus. „Und du bist dir auch sicher, dass das ein Trank gegen Kopfschmerzen war?"
„Ja natürlich! Was ist denn los mit dir?"
„Oh verdammt!" sie schlug sich mit der Hand gegen die Stirn. „Ich habe vergessen, dass ich vorhin Muggelschmerztabletten genommen habe. Das muss eine Reaktion auf die Mischung mit dem Trank sein."
„Wovon redest du?"
„Ich habe das Gefühl ich verglühe!" jammerte Hermine und zog sich ihren Pullover aus, so dass sie nur in Jeans und Top dastand.
„Oh!" er versuchte ein Lachen zu unterdrücken. „Vielleicht solltest du da einen Trank zum abkühlen nehmen."
Sie sah ihn böse an. „Damit ich vielleicht noch mehr Nebenwirkungen erlebe? Wohl eher nicht!" Sie warf ihre Sachen auf einen Sessel. „Wir gehen jetzt eine Runde spazieren, da draußen ist es jedenfalls kühl." Sie zog ihn am Arm aus der Wohnung.
Sie waren nur ein kurzes Stück gegangen, da fragte Hermine mit einem Mal, „Gibt es eigentlich einen besonderen Grund, warum du vorhin als wir uns trafen so guter Laune warst?"
Das hatte Draco schon fast vergessen. „Zunächst einmal weil ich mich gefreut habe dich wieder zu sehen."
Hermine war verwundert das so offen von ihm zu hören.
„Und dann hatte ich heute noch ein Gespräch mit meinem Vorgesetzten."
„Oh! Aha, und das heißt jetzt was genau?"
„Das heißt, dass ich, wenn ich einige ZAG-Prüfungen nachhole, eine Ausbildung zum Tränkebrauer machen kann."
„Das ist ja großartig!" Sie strahlte ihn an. „Aber erzähl! Was hat er genau gesagt?"
Er erzählte es ihr ausführlich.
„Und wann gehst du und meldest dich für die Prüfungen an?"
„Heiler Smith hat mir den Montag frei gegeben dafür."
„Das passt ja. Dann können wir uns danach treffen. Denn ich habe auch einen Termin im Ministerium."
Draco war perplex und erfreut zu gleich, sie dachte bereits an ein neuerliches Treffen.
„Ja gern, aber darf ich fragen, warum du ins Ministerium sollst?
„Oh habe ich dir das noch nicht erzählt? Normalerweise erzähle ich jedem davon. Ich habe vor eine Schule zu gründen."
„Was? Hältst du das nicht für ein... eh... etwas hoch gestecktes Ziel?"
„Nein, ich denke ich kann es schaffen und ich habe auch schon viel Unterstützung von verschiedenen Leuten bekommen."
„Naja, ich meine nur, dass du mit Hogwarts eine sehr starke Konkurrenz hast."
„Achso, entschuldige bitte! Ich habe vor ein Grundschule zu errichten und eventuell auch einen Kindergarten."
„Einen was? Kindergarten? Das hört sich ja an, als wolltest du die Kinder einpflanzen und gießen."
„Naja im übertragenen Sinn stimmt das auch."
Nun war er völlig verwirrt.
„Ein Kindergarten ist eine Einrichtung, in der Kinder von drei bis sechs untergebracht werden während die Eltern arbeiten. Erklärte sie. „Man pflanzt sie sozusagen in ein soziales Netzwerk und gießt sie mit Aufmerksamkeit."
„Das hört sich ja toll an, aber meinst du, dass es genug Leute gibt, die das wollen? Ich meine bis jetzt haben das doch die Hauselfen übernommen oder?"
„Ja klar, oder die Mütter. Aber nicht jede Familie hat einen Hauselfen und nicht jede Mutter hat Lust zu Hause zu bleiben und den ganzen Tag auf die Kinder auf zu passen." so langsam stieg in ihr Wut auf.
„Ich weiß nicht,bis jetzt hat das doch auch so geklappt. Und ich finde unsere Hauselfen haben mich ganz ordentlich groß bekommen."
„Sicher! Du warst auch kein bisschen arrogant."
„Das hat doch damit nichts zu tun. Sie haben mir alles wichtige beigebracht, so wie lesen und schreiben." Auch er wurde langsam wütend.
„Wofür sie nicht bezahlt werden."
„Das wollen die auch gar nicht!"
Hermine blieb stehen. „Vielleicht wollen das nicht alle, aber so einige und ich bezweifle, dass es je einen Hauselfen in deiner Familie gegeben hat, der glücklich war." Sie hatte sich da hinein gesteigert und schrie nun fast.
Draco wollte etwas erwidern, doch es fehlten ihm die Worte. Es war die Wahrheit, er konnte sich an keinen Hauselfen erinnern, der glücklich war. „Du hast Recht." Er senkte den Blick, damit er sie nicht anschauen musste. „Und ich bin nicht stolz drauf."
Auf einmal wurde Hermine bewusst, was sie gesagt hatte und auch wenn es die Wahrheit war, so half es Draco nicht wieder zurück ins Leben zu finden. „Tut mir Leid."
„Ist schon gut." Er lächelte etwas verkrampft. „Sollen wir weiter gehen?"
Hermine schaute sich um. Sie hatte gar nicht mitbekommen welchen weg sie gegangen waren. Dann erkannte sie wo sie sich befanden. „Komm mit! Ich zeig dir wo Muggel sich amüsieren."
„Ist dir denn immer noch warm?" Er musterte sie. Sein Blick blieb kurz an ihrem Dekolleté haften, wanderte an ihrem Hals hinauf und kam dann an ihren Lippen zu stehen. Er spürte wie sein Herz schlug und das Blut durch seine Adern strömte. Er wollte sie küssen. Er wollte sie an sich ziehen und ihre rosigen, weichen Lippen Küssen, ihre seidige Haut streicheln und liebkosen.
„Alles in Ordnung mit dir?" Hermine hatte seine Musterung bemerkt, war sich allerdings nicht sicher ob sie sich unwohl fühlte oder ob sie es genoss.
„mhh... Ja klar, alles in Ordnung." Er fühlte sich ertappt. „Verdammt nochmal," dachte er, „das ist Hermine Granger und nicht irgend so ein dummes Ding, das du dir ins Bett holen kannst."
„Es ist nicht weit von hier."
Sie gingen weiter, bogen um ein paar Ecken und mit einem Mal standen sie auf einem Platz voller Menschen. Mitten auf dem Platz stand etwas, das Draco noch nie zuvor gesehen hatte.
„Was ist das?"
„Das ist das London Eye, ein Riesenrad." erklärte Hermine.
„Aha, hört sich ja gruselig an. Und wozu ist das gut?"
„Nun ja, Muggel setzen sich da hinein um die Aussicht zu genießen."
Draco blickte an dem Ding hinauf. „Dann lass uns die Aussicht genießen gehen."
„Du meinst dort hinauf?" sie schluckte, „So war das nicht gemeint."
„Hast du etwa Angst?" neckte er sie.
„Ich... ehm... nein, also..."
„Dann komm mit!" Er ging schnurstracks auf das Riesenrad zu.
Sie folgte ihm, wenn auch widerwillig. „Draco warte! Ich weiß nicht ob das so eine gute Idee war."
„Und ich dachte Griffindors seien mutig."
„Das hat damit doch nichts zu tun."
„Sondern?"
Sie seufzte resignierend. „Also gut." Sie wollte nicht zugeben, dass sie Höhenangst hatte.
Sie bezahlten und setzten sich in eine der Gondeln. Mit einem Ruck setzte sich das Rad in Bewegung. Draco, der nicht bemerkte, dass Hermine die Augen schloss, freute sich wie ein kleines Kind.
„Toll was sich die Muggel so alles ausdenken. Von hier oben sehen die Leute aus wie Ameisen. Das ist fast wie fliegen." Er beugte sich über den Rand der Gondel, was diese leicht ins Schwingen brachte.
Hermine ließ ein kleines Wimmern hören.
Draco sah sie besorgt an. „Geht es dir nicht gut?"
„Doch, doch, alles in Ordnung." log sie, ohne die Augen zu öffnen.
Da verstand Draco und konnte sich das Grinsen nicht verkneifen. „Komm schon! Öffne die Augen! Ich verspreche dir, dass du nicht hinaus fällst und es dir gefallen wird."
Langsam öffnete sie die Augen und griff im selben Moment, als sie sah wie weit oben sie sich befanden, nach Dracos Arm und krallte sich daran fest. Mit aufgerissenen Augen starrte sie in den Abgrund.
„Ist es wirklich so schlimm?" fragte Draco halb belustigt halb besorgt.
Sie nickte.
„Komm her." Er machte seinen Arm los, legte ihn ihr um die Schultern und zog sie etwas näher an sich heran.
Sie schloss die Augen und lehnte ihren Kopf an seine Schulter.
Das Riesenrad drehte noch einige Runden, während derer sie still dasaßen und die Nähe zum jeweils Anderen genossen. Als sie anhielten und wieder ausstiegen, wagten sie es nicht einander in die Augen zu schauen.
„Ich glaube wir sollten wieder zurück gehen." meinte Hermine. „Die Nebenwirkungen lassen langsam nach."
Auf dem Rückweg sprachen sie nicht besonders viel. Was hatte das gerade eben zu bedeuten?
Zurück in der Wohnung, nahm Draco eine leise Melodie wahr. Zu seiner Verwunderung, schien sie aus seinem Wohnzimmer zu kommen.
„Oh, wer ist das denn jetzt?" meinte Hermine und ging rasch an Draco vorbei, fing an in ihrer Tasche herum zu wühlen und zog ein seltsam aussehendes Ding heraus. Sie klappte das Ding auseinander und die Musik stoppte.
Draco wollte gerade fragen was das für ein Ding sei, da fing sie an zu sprechen.
„Hallo? ... Ach du bist´s Julie... Ja mir geht's gut... Sorry ich war unterwegs und hatte meine Tasche nicht dabei... Ich bin bei Draco... Ja bei ihm Zu hause... Ja ich weiß, dass ich es Harry versprochen habe... Julie lass uns bitte später darüber sprechen... gegen sieben... bis dann!" Sie klappte das seltsame Ding wieder zusammen und schaute Draco an. „Sorry, das war meine Mitbewohnerin. Sie hat sich gewundert wo ich stecke."
„Wie funktioniert das Ding?" Draco deutete auf das Handy, das sie noch immer in der Hand hielt.
„Oh, entschuldige! Ich vergesse immer, dass du Muggelsachen nicht kennst. Das ist ein Handy, wie es genau funktioniert kann ich dir leider nicht erklären. Es ist so in etwa wie ein mobiles Flohnetzwerk nur, dass man nicht dadurch reisen und auch den anderen nicht sehen kann. Man kann lediglich miteinander sprechen, aber das ist um einiges angenehmer, als mit dem Kopf im Kamin zu stecken."
Hermine fand es war eine schwache Beschreibung, doch Draco gab sich damit zufrieden.
„Und was machen wir jetzt? Hast du noch mehr Muggeldinge, die du mir zeigen möchtest?" fragte er.
„Hmm... so spontan fällt mir jetzt nichts ein, aber wir wollten doch gemeinsam essen. Möchtest du etwas bestimmtes?"
Sie setzte sich aufs Sofa, Draco tat es ihr gleich.
„Nein ich habe keinen besonderen Wunsch."
„Hmm... um einkaufen zu gehen ist es mittlerweile zu spät. Wie wäre es wenn wir etwas kommen lassen? Bist du eher für asiatisches Essen oder für Pizza?"
„Asiatisch klingt gut."
„Dann bestelle ich jetzt etwas."
Draco beobachtete, wie Hermine das Handy wieder auseinander klappte und darauf herumdrückte. Dann sprach sie wieder hinein. Er war erstaunt, denn die Bestellung schien lediglich aus Nummern zu bestehen.
Sie klappte das Handy zusammen. „Das Essen kommt in etwa einer halben Stunde."
„Gut."
„Sag mal, was sind das eigentlich für UTZ-Prüfungen die du nachholen sollst?"
Draco war verwirrt wegen des schnellen Themenwechsel. „Nun, zunächst einmal die in Zauberkunst, Kräuterkunde, Verwandlungen, Verteidigung gegen die dunklen Künste, alte Runen und Arithmantik." Er zählte an den Fingern ab. „Ach ja, Zaubertränke natürlich auch."
„Ui, das sind ganz schön viele. Hast du darüber nachgedacht, Severus Snape zu fragen, ob er dir dabei helfen könnte? Das würde mit Sicherheit viel schneller gehen."
Er atmete tief ein, stand auf und ging hinüber zum Fenster. Er stand nun mit dem Rücken zu ihr. „Ich würde es lieber meiden Snape um Hilfe zu bitten."
„Aber warum? Du warst doch immer sein Lieblingsschüler."
„Hermine ich möchte darüber nicht mehr sprechen. Lass uns bitte das Thema wechseln."
„Aber..."
„Lass es, ich werde meine Meinung nicht ändern." Er drehte sich wieder zu ihr um.
„Schön wie du willst, ich habe es ja nur gut gemeint."
„Und dafür bin ich dir auch dankbar." er setzte sich nun wieder zu ihr. „Erzähl mir von deiner Mitbewohnerin, ist sie ein Muggel?"
„Nein, sie ist auch eine Hexe. Hmm.. wie könnte ich sie am besten beschreiben? Kannst du dich an die Weasley-Zwillinge erinnern?"
„Ja klar, die haben doch immer so viel Chaos angerichtet."
„Sie ist eine weibliche Ausgabe von ihnen."
„Oh je! Du Arme!"
„Ach wir haben es eigentlich immer ganz lustig." Sie begann Geschichten zu erzählen, wie die in der sie Helium-Bonbons an die Dozenten verteilt hatte und diese allesamt eine piepsige Stimme bekamen.
Plötzlich klingelte es an der Tür.
„Da kommt das Essen." Hermine sprang auf.
Draco folgte ihr und staunte nicht schlecht, denn der Lieferant überreichte Hermine mehrere Tüten mit verschieden großen Schachteln.
Sie bezahlte und schloss die Tür. „Ich hoffe du hast Hunger!" grinste sie.
„Ich hoffe du auch!" lachte er, den Blick noch immer auf das viele Essen gerichtet.
Sie packten es aus und fingen an zu essen.
„Was meintest du eigentlich vorhin damit, dass du Potter etwas versprochen hast?"
Hermine blieb das Essen im Hals stecken und musste husten. „Wann habe ich das denn gesagt?"
„Als du mit deiner Mitbewohnerin gesprochen hast."
„Mhh... also... naja... ich hatte ihm versprochen nicht mit dir allein zu sein." Sie vermied seinen Blick.
„Also weiß er, dass wir uns treffen und er hat nichts dagegen?" Er wusste nicht wie er das aufnehmen sollte.
„Nein, er vertraut mir und meinem Instinkt."
„Aha."
Eine unangenehme stille breitete sich zwischen ihnen aus, bis sie mit dem Essen fertig waren.
Hermine blickte auf die Uhr, es war bereits viertel vor sieben. „Ich muss jetzt los. Sehen wir uns dann am Montag?"
„Ja klar, wo und wann treffen wir uns?"
„Hmm... mein Termin ist um zehn. Wollen wir uns danach im Atrium am Brunnen treffen?"
„Ja, ich werde da sein."
Sie zog sich ihren Pullover und ihren Mantel wieder an.
Er geleitete sie noch zur Tür. „Dann sehen wir uns Montag."
„Ja, das tun wir." Sie gab ihm einen Kuss und verschwand.
Draco stand reglos da, befühlte seine Lippen mit den Fingern und starrte ihr nach.
