Und weiter geht's!
Wieder mal danke an Padblack für ihre tollen Reviews! Freut mich, dass es dir gefällt!
Und dann weiterhin viel Spaß beim Lesen!
Das einzige Mittel
Ein brennender Schmerz im Gesicht brachte ihn wieder zur Besinnung, doch die Welt um ihn herum blieb auch weiterhin unscharf und jetzt drehte sie sich auch wieder. Er fühlte sich wie auf Watte gepackt und gleichzeitig unfähig, sich großartig zu bewegen, so schwer waren seine Glieder. Die Fesseln um seine Handgelenke bemerkte er sofort, denn der raue Strick schnitt schmerzhaft in die alten Wunden. Wieder saß er auf diesem Stuhl.
Vor ihm nahm er undeutlich eine dunkle Gestalt war mit sehr heller Krönung. Malfoy also.
„Wirklich Snape, ich muss schon sagen," erklang da auch schon die gedehnte, höhnische Stimme, die er so verachtete, „wenn so die Gewinner dieses Kampfes aussehen, dann bin ich ja froh, auf der ‚Verliererseite' zu stehen!" Er spielte auf Snapes Kommentar von ihrer letzten ‚Unterhaltung' an.
„Was willst du?" fragte Snape. Er klang fürchterlich, die Stimme rau und dazu lallte er auch noch etwas, weil sich seine Zunge einfach so schwer in seinem Mund anfühlte.
Malfoy lachte amüsiert darüber, über seinen Zustand und über seine Frage. „Du solltest mich inzwischen besser kennen, Snape. Natürlich bin ich hier, um da weiterzumachen, wo wir das letzte Mal aufgehört haben. Crucio!"
Höllisch brannte der Schmerz sich in seinen Leib, gequält schrie er auf. Seine Muskeln zuckten unter der Anspannung, sein Herz schlug schneller, ihm wurde schummrig, da hörte es auf. Schlaff sackte er auf dem Stuhl zusammen, musste erstmal all seine Kraft darauf verwenden, tief durchzuatmen. Nur langsam fühlte er sich wieder in der Lage, Malfoy verbal entgegenzutreten. Zitternd hob er den Kopf.
„Ich hatte ganz vergessen… dass du im Foltern noch nie besonders… abwechslungsreich warst…"
Malfoy kam einen energischen Schritt näher, er hörte sich gleichzeitig verärgert und schadenfroh an. „Du willst also Abwechslung? Ist dir vielleicht langweilig hier drin?"
Snape versuchte, Malfoy so genau wie möglich zu fokussieren, es war schwierig ihn einzuschätzen, wenn er dessen Gesichtsausdruck nicht lesen konnte, doch sein Blickfeld blieb verschwommen. Er musste sich wohl auf sein Gehör verlassen.
„Nicht doch… hier hat man wirklich viel Zeit… zum Entspannung und Nachdenken…"
„Nachdenken. Vielleicht braucht dein Hirn ja mal wieder ein paar neue Denkanregungen, sonst rostet da noch was ein. Ich wüsste da auch schon, womit es sich gut beschäftigen könnte."
Irgendwie klang Malfoy so seltsam, als hätte er da einen Hintergedanken, der ihn ungeheuerlich amüsierte und das verhieß nichts Gutes. Unruhig versuchte er, sein Gewicht auf dem Stuhl ein wenig zu verlagern, doch seine Muskeln versagten ihm ihren Dienst. Aber er schaffte es – zumindest halbherzig – eine Augenbraue hochzuziehen.
„Kreuzworträtsel sind hier drin der große Renner… dazu bräuchte ich dann aber noch Feder und Tinte…"
In dem Moment traf ihn auch schon ein harter Schlag von einer behandschuhten Hand mitten ins Gesicht. Es riss seinen Kopf nach hinten und in seinem Hals knackte ein Wirbel gar nicht begeistert von der plötzlichen Belastung. Ein scharfer Stich fuhr ihm in den Nacken und für einen Augenblick sah er vor seinem inneren Augen ein Bild aufleuchten: er selbst mit gebrochener Halswirbelsäule. Aber als sein Kopf zurücksackte, stöhnte er auf, doch schaffte er es ihn aufrecht zu halten und sogar ein bisschen zu bewegen. Die Schmerzen dabei fühlten sich eher wie Muskelschmerzen an.
„Halt die Klappe!" fuhr ihn Malfoy aufgebracht an, dann beruhigte er sich offenbar wieder, während Snape versuchte, die sich um ihn drehende Umgebung wieder zum Stillstand zu bringen. Da veränderte sich der Klang von Malfoys Stimme plötzlich und Snape hörte ein leises, aber schadenfrohes Lachen. „Ich dachte da eher an Potter."
In seiner Magengegend zog sich etwas schmerzhaft zusammen und ein ganz ungutes Gefühl kroch ihm die Wirbelsäule entlang hoch. Wenn Malfoy sich so amüsierte, dann war etwas geschehen, etwas Schlechtes. Nur äußerst mühsam gelang es ihm, unbeteiligt zu klingen, als er schwerfällig lallte.
„Als ob mich Potter je interessiert hätte…"
„Dann ist es dir ja sicher auch egal," meinte Malfoy in gleichgültigem Ton, „dass der Plan des Dunklen Lords aufgegangen ist. Der Taugenichts ist so zielstrebig in die Falle gelaufen… so blauäugig kann nur ein Gryffindor sein."
Er hat ihn! Er hat Potter in seiner Gewalt! So wie Malfoy sich anhörte, gab es keinen Zweifel an der Richtigkeit seiner Aussage.
Auch wenn Severus an dem Jungen wirklich nichts lag und er dessen Vater wirklich mit Leib und Seele gehasst hatte, so schockte ihn diese Tatsache dennoch bis aufs Mark. An dem Jungen hing ihr Schicksal, mit ihm siegte oder scheiterte ihr Unternehmen.
Und Potter konnte es natürlich nicht lassen und hat sich voller Elan dem Dunklen Lord in die Hände gespielt. Er konnte sich einer gewissen Wut und Frustration nicht erwehren.
Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass er seine Lippen so fest aufeinanderpresste, dass es wehtat. Diese Nachricht hatte ihn – vor allem in seinem geschwächten Zustand – so unvorbereitet getroffen, dass ihm seine Gesichtszüge entgleist waren, dass seine Gedanken ganz offensichtlich dort ablesbar sein mussten.
Keine Sekunde später hörte er Malfoy auch schon überheblich lachen. „Aha. So egal ist er dir also! Wusst ich's doch. Naja, nicht mehr lange und der Bursche ist nur noch eine Erinnerung. Nichts weiter als eine zerstörte Hoffnung, von der sich bald keiner mehr sprechen traut, aus Furcht vor dem, was wirklich stark ist."
Severus atmete tief ein und zwang den Aufruhr in seinem Inneren zur Ruhe. Er brauchte jetzt so gut es ging einen klaren Kopf – was nicht so leicht war, wenn sich die Umgebung immer noch leicht drehte und der Kopf auf einem Bett aus Watte zu liegen schien. Dennoch gelang es ihm, wieder einen gelassenen Gesichtsausdruck aufzusetzen.
„Das dürfte dann ja wohl ein großes Spektakel werden."
„Schon schade, dass du dir das nicht mehr mitansehen wirst können. Wirklich schade. Ich hätte zu gerne deinen Gesichtsausdruck gesehen, wenn das Licht in Potters Augen erlischt und der Junge, der lebt, zu dem Jungen wird, der starb."
„Und du glaubst wirklich, Lucius, dass er es diesmal schafft? Dass es diesmal anders laufen wird als die letzten Male?" fragte Severus provozierend. Wenn er etwas erfahren wollte, musste er ihn wohl oder übel aus der Reserve locken.
Sofort war Malfoy bis auf wenige Schritte an ihm heran, die Stimme kalt und bebend vor Ungläubigkeit und Zorn. „Sprich nicht so abfällig über den Dunklen Lord! Crucio!"
Das erste Aufflammen der Pein erreichte noch sein Gehirn, dann legte sich der wohltuende Schatten der Dunkelheit über ihn und hüllte ihn schützend ein.
Da brannte für einen Augenblick ein helles Licht auf in der Dunkelheit, kurz darauf wieder eins. Dumpf wurde er sich einem kurzen, scharfen Schmerz bewusst und der nächste Schlag gegen seine Wange holte ihn endgültig zurück in die Gegenwart. Völlig benommen hing er seitlich auf dem Stuhl, nur gehalten von dem Strick, der seine Hände umschlang.
Er schaffte es kaum noch, seine Augen offenzuhalten. Diese Folterflüche zehrten an den letzten Kraftreserven, die ihn noch aufrecht gehalten hatten. Ihm ging die Kraft aus, dem Nahrungsmangel, dem Blutverlust und Malfoys Behandlung zu trotzen.
Undeutlich hörte er Lucius' Stimme, versuchte sich so gut es ging darauf zu konzentrieren, doch er nahm nicht mehr alles wahr, immer wieder blendete sein Verstand etwas aus.
„…Dunkle… Nummer sicher… Saal… vorbereitet… keine Chance… du, Verräter! … lebenslänglich…Besuche…" Lachen. „… dahin, adieu!"
Benommen nahm er eine Bewegung an seiner Seite wahr, im nächsten Moment traf ihn etwas Hartes unsanft an der Schläfe. Augenblicklich sackte er zurück in die Dunkelheit.
Hart schlug der Körper zu Boden, als die Wärter ihn einfach losließen und hämisch grinsend wieder gingen. Snape lag reglos da mit dem Gesicht zu Boden gewandt. Ungehalten schlug Sirius mit der Hand gegen die Gitterstäbe. Er war wütend darüber, dass hier drin keine paar Stunden vergehen konnten, ohne dass einer von ihnen reglos, verletzt und hilfebedürftig am Boden lag. Er war wütend in Anbetracht dieser unfassbaren Grausamkeit, wie man einem Menschen, der offensichtlich bereits am Ende seiner Kräfte war, noch weiter so derart zusetzen konnte.
Flink huschte er durch die Gitter und kniete sich neben Snape zu Boden. Sein Körper zitterte leicht und als er ihn vorsichtig berührte, um ihn auf den Rücken zu drehen, zuckte er stöhnend zusammen. Offenbar hatte er wieder den Cruciatus-Fluch zu spüren bekommen. Malfoy war also wieder hier gewesen. Voller Elan wünschte er diesem schleimigen Bastard sämtliche Flüche und Verwünschungen an den Hals, die ihm einfielen.
Ob sie ihn nur gefoltert hatten? Oder hatte Malfoy ihm zum Vergnügen vielleicht auch irgendwas verabreicht? Etwas, das Voldemort als Strafe für dessen Verrat sicherlich amüsant finden würde?
Falls es so wäre, dann wäre es auch besser, wenn er es gleich wüsste, dann könnte er sich auf diverse Nebenwirkungen einstellen und würde nicht von ihnen überrascht werden. Vielleicht könnte er ihn auch noch zum Erbrechen bringen und alles würde nicht so schlimm werden.
Er zögerte kurz, doch dann gewann seine Vernunft die Oberhand und er tätschelte Snape vorsichtig die Wangen, um ihn wachzubekommen, doch der reagierte nicht darauf. Erst nachdem er etwas fester zuschlug und dann auch erst nach einer Weile begannen dessen Augenlider zu flattern.
„Snape! Hey Snape! Hörst du mich?"
„Du sch widda…" Seine Stimme war furchtbar leise und klang undeutlich und verwaschen, aber Sirius verstand. Er hatte jetzt ja auch genug Übung in solchen Dingen.
„Ja ich." Snapes Augen schlossen sich wieder langsam. „Hey! Bleib hier! Erzähl mir, was passiert ist! Komm schon, Snape. Was ist passiert? Hat Malfoy dir irgendwas gegeben?"
Die Augen öffneten sich wieder und ihr Blick klärte sich ein klein wenig und sie flatterten umher, als würden sie etwas suchen, bis sie schließlich so ungefähr auf ihm liegenblieben.
„Harry."
Verwirrt runzelte Sirius die Stirn. „Er hat dir Harry gegeben?" Schon im nächsten Augenblick schalt er sich selbst einen Idioten für diese dämliche Frage. Natürlich konnte Snape es nicht so gemeint haben. „Was ist mit Harry?"
Doch Snapes Kopf sackte ein wenig zur Seite, seine Schultern zitterten, sein Blick wurde unstet. Schnell griff Sirius nach Snapes Kopf und wandte dessen Gesicht wieder sich selbst zu.
„Was ist mit Harry, Snape? Komm schon! Rede!"
Langsam wurde er nervös, Snape wusste etwas in Bezug auf Harry, das er nicht wusste. Irgendwas war hier nicht in Ordnung, er hatte da ein ganz mieses Gefühl. Sein Herz begann schneller zu schlagen und er wurde unruhig.
„Snape, verdammt! Reiß dich zusammen!"
Snapes Augen klappten zu, dann wieder langsam auf, so ging das eine Weile, es wirkte so, als bemühte er sich, sie offen zu halten, was ihm allerdings nur mühsam gelang. Da zuckte seine Hand und berührte schließlich Sirius Knie. Langsam und schwerfällig tastete sie sich daran hoch und krallte sich – relativ kraftlos – in den Saum des T-Shirts und zog leicht daran.
Was… Doch Sirius verstand, er sollte sich runterbeugen.
Da vernahm er auch plötzlich ein paar leise Worte, die offenbar nur schwer herausgepresst wurden.
„ER… hat… ihn…"
Wie versteinert saß er da. Das konnte nicht sein. Snape musste sich irren. Nein, das durfte einfach nicht wahr sein. Mit einem Schlag war ihm eiskalt. Mit großen Augen und starrem Blick hockte er da, sein Unterkiefer zitterte, ansonsten war er wie aus Stein gemeißelt, völlig unfähig sich zu bewegen.
Nein, das war nicht wahr!
Sein Verstand weigerte sich, diese Nachricht zu akzeptieren. Zu schlimm und schmerzvoll wären die Folgen. Er bemerkte gar nicht, wie seine Hände begannen zu zittern.
„Nein." flüsterte er schwach.
Laut hörte er sein Herz in seiner Brust schlagen, schnell und regelmäßig und immer lauter werdend.
Wie?
Er schüttelte kurz den Kopf. Das war nicht sein Herz, das waren Schritte. Aber wieso schon wieder? Instinktiv verwandelte er sich und hetzte zurück in sein Areal und ließ den völlig benommenen Snape allein am Boden zurück. Da ging auch schon die Zellentür auf, Snapes Zellentür.
Abwesend beobachtete Sirius, wie die zwei Wärter wieder eintraten, wie durch einen Schleier nahm er ihre Worte wahr.
„Wow, wie hat's der bloß geschafft, sich selbstständig umzudrehen?"
„Ich sag dir doch, der tut nur so. Der hält viel aus."
„Was is denn mit dir, Black? Ein Gespenst gesehen?"
Ein ätzendes Lachen.
Dann schlug die Tür wieder zu und Snape war wieder weg. Dumpf fragte er sich irgendwo noch, wieso sie ihn schon wieder holten und wie er noch mehr dieser ‚Befragungen' überstehen sollte, doch der Gedanke war nur ein blasser Schemen ganz am Rande. Im Vordergrund tanzte nur ein Wort herum und lähmte alles andere: HARRY!
Die Zeit zog sich plötzlich so langsam hin wie Sirup, der versuchte, aufwärts zu fließen. Wie betäubt saß Sirius auf seiner Pritsche, die Beine angezogen und mit den Händen umschlungen und das Gesicht auf die Knie gelegt. Er spürte nicht, dass ihm kalt war. Das leise Stöhnen aus Remus' Zelle entzog sich seiner Wahrnehmung. Vielleicht hätte er nicht einmal einen Dementorbesuch wahrgenommen im Moment.
Voldemort hatte Harry in seiner Gewalt!
Voldemort würde Harry töten!
Und er saß hier und konnte nichts, aber auch gar nichts tun!
Wie hatte das überhaupt passieren können?
Erst das erneute Öffnen einer Tür riss ihn aus seinen Gedanken und brachte ihn ins Hier und Jetzt zurück. Die Wärter traten ein und schleiften zwischen sich einen reglosen Körper, den sie ohne jeden Skrupel wie das letzte Mal einfach auf den Steinboden fallen ließen, dann verschwanden sie wortlos wieder. Irgendwie wirkten sie ernster als sonst.
Sirius zwang sich, aufzustehen und zu Snape zu gehen. Auch wenn seine Chancen gleich Null standen, so musste er doch versuchen, herauszufinden, ob Snape noch mehr wusste. Doch kaum war er durch das Gitter durch – die Schritte der Wärter draußen verhallten leise – regte sich der Körper des Tränkemeisters. Sirius hatte grade mal Zeit die Stirn zu runzeln, da begann Snape sich langsam aufzurappeln und kam kurz darauf zwar ans Gitter gestützt und sich mit einer Hand den Kopf haltend zum Stehen, aber er stand. Er schwankte ein wenig, als wäre ihm schwindlig und Sirius hörte ein leises Stöhnen. Dann hob Snape den Kopf ein wenig und blickte ihn ernst aus klaren, dunkelbraunen Augen an.
Vollkommen irritiert starrte er Snape an. Wie war das möglich? Gerade eben hatte er kaum die Augen aufhalten können vor Schwäche und jetzt stand er da, nur ein klein wenig wackelig, mit ernstem, verschlossenem Blick und fokussierte ihn ohne jedes Problem. An seiner Schläfe bildete sich ein leichter Bluterguss, doch sein Gesicht war nicht mehr so schrecklich blass wie noch vorher. Seine Hand lag noch immer auf seiner Stirn.
„Was… wie… aber…" stammelte Sirius völlig verwirrt und rieb sich dabei über die Augen, als traue er dem, was er sah, nicht mehr.
„Spar dir das Gestotter für heute Nacht. Wenn ich schlafe, muss ich es wenigstens nicht mit anhören." meinte Snape in seinem typischen kühlen, sarkastischen Tonfall, doch Sirius glaubte, auch ein wenig Amüsiertheit und eine Spur unterdrückten Schmerz herauszuhören.
Snape kramte in seiner Hosentasche und instinktiv folgten Sirius Blicke der Bewegung. Der Tränkemeister förderte zwei kleine Glasphiolen zu Tage, die eine bis zur Hälfe mit einer hellblauen, die andere bis zum Rand mit einer milchig weißen Flüssigkeit gefüllt. Als er ihm diese Phiolen hinhielt, fiel Sirius auf, dass seine Hände auch nicht mehr weiß und bläulich waren, sondern etwas mehr Farbe hatten, und offenbar konnte er sie auch wieder gezielter bewegen.
„Gib das Lupin!"
„Was ist das?" fragte Sirius verdutzt und auch ein wenig skeptisch.
Snape verdrehte die Augen und seufzte leise, dann packte er Sirius' Hand und drückte ihm die Phiolen hinein. „Gib es ihm einfach oder glaubst du, ich will ihn vergiften? Es wird ihm helfen, ich erklär es dir später. Na los!"
Unsicher starrte Sirius auf die Fläschchen. Sollte er Remus tatsächlich dieses Zeug, von dem er keine Ahnung hatte, was es war, einflößen? Was, wenn es ihm schadete? Wo hatte Snape das überhaupt her? Und wieso ging es ihm so plötzlich wieder so gut? War das wirklich Snape, der da vor ihm stand, oder war das ein Trick?
„Wo hast du das her?" fragte er immer noch reglos.
„Du traust mir nicht." stellte Snape nur trocken fest.
Sirius lachte humorlos auf. „Sag mir, wie ich das könnte. Eben noch kannst du dich kaum bewegen, bist völlig fertig, bleich wie der Tod und zitterst am ganzen Körper und im nächsten Moment stehst du auf, als wäre fast nichts gewesen und drückst mir irgendein Zeug in die Hand, dass ich Remus geben soll. Was soll ich da denken? Hä?"
Snape wollte etwas sagen, doch in diesem Moment ertönte ein lautes, grummelndes und gluckerndes Geräusch und Snape verzog das Gesicht, während er seinen Unterarm gegen seinen Magen presste. Er drückte sich dichter ans Gitter, seine Stirn an das kühle Metall gelehnt, seine Augen hielt er geschlossen.
„Gib es ihm, wenn du ihm helfen willst. Je eher er es trinkt, desto schneller geht's ihm besser." meinte Snape gepresst. Es dauerte noch ein bisschen, bis sich sein Gesichtsausdruck wieder normalisierte und er die Hand wieder von seinem Bauch nahm, jedoch nicht die Stirn von den Gitterstäben.
Das gab für Sirius den Ausschlag, ihm zu glauben. Es wirkte so echt und so ein Geräusch konnte niemand nachahmen, der nicht bereits seit Tagen nichts gegessen hatte. Er legte die Phiolen in Remus Zelle, zwängte sich selber hinein und nahm sie wieder in die Hand. Behutsam hob er Remus' Kopf an und flößte ihm langsam und vorsichtig, damit dieser sich nicht verschluckte, die Flüssigkeiten ein, bis auf den letzten Tropfen.
Sirius wandte sich wieder an Snape. „So, könntest du mir jetzt vielleicht… was ist das?"
Snape stand am Gitter, wirkte wieder gefasster und hielt etwas in der Hand, etwas Kleines, rundes, hellbraunes. Sirius traute seinen Augen nicht. Was ging hier eigentlich vor?
„Nach was sieht's denn aus? Es ist ein Brötchen. Hier fang!" Damit warf er sie Sirius zu, der instinktiv die Hände danach ausstreckte und seine Finger um das kleine Stück Nahrung schloss. Das Brötchen fühlte sich herrlich an und er spürte, wie ihm sprichwörtlich das Wasser im Munde zusammenlief.
„Iss nicht mehr als ein kleines Stück sonst wird dir schlecht. Dein Magen verträgt im Moment sicher nicht mehr als das."
Ungläubig und völlig verwirrt setzte sich Sirius neben Remus' Pritsche zu Boden und starrte Snape an, der sich auf seine Pritsche sinken ließ und den Kopf schwer gegen die Steinwand lehnte. „Jetzt bin ich wirklich gespannt auf deine Erklärung!"
Kurze Zeit zuvor…
Es war, als hätte jemand ein Seil um ihn gebunden und würde ihn zügig und stetig aus der Dunkelheit heraus zurück ins Licht ziehen. Er kannte dieses Gefühl. So fühlte es sich an, wenn man durch den Enervate-Zauber aus der Bewusstlosigkeit geweckt wird. Es war nicht besonders angenehm, aber immer noch besser, als durch Schläge ins Gesicht.
Langsam kam er wieder zu Bewusstsein, doch seine Sinne funktionierten nur eingeschränkt und sein Gehirn war vor Schmerz und völliger Entkräftung so ausgelaugt, dass er kaum noch einen klaren Gedanken fassen konnte. Er spürte, dass er wieder auf dem Stuhl saß, die Hände gefesselt. Undeutlich war er sich einer Stimme bewusst, die zu ihm sprach, doch er verstand die Worte nicht. Aber sein Unterbewusstsein erkannte die Stimme, Malfoys Stimme!
Severus zwang sich, all seine Kraft darauf zu verwenden, seine Augenlider ein Stück zu heben. Undeutlich nahm er einen schwarzen Schemen wahr, mit unnatürlich hellem Haupt: Malfoy. Und er näherte sich ihm, immer noch weiter, viel zu nah.
Instinktiv zuckte er vor der Gestalt zurück. Seine Augen fielen ihm dabei erschöpft wieder zu. Und als er dann auch noch die Berührung einer Hand an seiner Schulter spürte, begann er zu zittern. Er verfluchte sich selbst dafür, doch sein Körper gehorchte ihm nicht mehr. Die Angst vor noch mehr Schmerz hatte die Kontrolle übernommen.
Schnell entfernte sich die Hand wieder.
Es folgte kein Schmerz, nichts.
Vage kam Snape das Ganze seltsam vor.
Malfoy sprach fortwährend, doch er konnte sich wirklich nicht auf die Worte besinnen. Da berührte ihn eine Hand an der Stirn und bog seinen Kopf ein bisschen zurück. Kühles Glas wurde an seine Lippen gedrückt.
Panik stieg in ihm auf. Malfoy wollte ihm etwas verabreichen. Aber was?
Voller Entsetzen musste er an das Frangoppid zurückdenken. Eine ähnliche Prozedur würde ihn in seinem jetzigen Zustand umbringen, da war er sich sicher. Er versuchte sich zu wehren, doch er schaffte nicht mehr als den müden Versuch, seinen Kopf zur Seite zu drehen. Doch es half nichts.
Sein Mund wurde aufgedrückt und langsam sickerte dünne Flüssigkeit in seinen Mund, die er instinktiv schluckte. Sie fühlte sich seltsam warm an und schmeckte ein wenig nussig. Er wusste, dass er den Geschmack kannte, doch er konnte ihn im Moment nicht zuordnen.
Als die Hände von ihm abließen, sackte sein Kopf kraftlos nach vorne zurück. Er spürte, wie die Flüssigkeit seine Speiseröhre hinabrann und dann auf seinen verkrampften Magen traf. Es gluckerte übermütig und sein Magen schien sich in einen Glutofen zu verwandeln. Hitze strahlte von ihm aus, die sich durch seinen ganzen Körper zog, bis in Finger- und Zehenspitzen. Anfangs war es unangenehm, doch schon nach kurzem empfand er die Wärme als durchaus angenehm und belebend. Die Nebel um sein Gehirn schienen sich langsam zu lichten und die Schmerzen des Cruciatus und der Schläge auf den Kopf verblassten ein wenig.
Mit jedem Augenblick, der verstrich, fühlte er sich besser und gestärkter. Sein Denken begann wieder zu funktionieren, ebenso wie sein Gedächtnis. Natürlich kannte er den Trank, der ihm eingeflößt worden war: ein Stärkungstrank.
Und zeitgleich mit dieser Erkenntnis traf ihn die Furcht.
Wenn Malfoy ihm einen Stärkungstrank verabreichte, dann nur, um ihn in aller Ruhe weiter foltern und seine Aggressionen abbauen zu können. Er sackte innerlich ein Stück zusammen. Also würde das ganze Spektakel weiter und immer weiter gehen.
Er sammelte sich einen Augenblick, wappnete sich für das Kommende und machte sich bereit, Malfoy ein weiteres Mal so gut er konnte, zu trotzen. Und gleichzeitig setzte er all seine Hoffnung darauf, dass Albus irgendwann eine Lösung finden würde.
Entschlossen öffnete er die Augen – seine Sicht war wieder gestochen scharf – und fand sich Malfoy gegenüber. Doch irgendwas stimmte hier nicht. Lucius musterte ihn eingehend und mit völlig besorgtem Blick, ein gewisses Entsetzen lag auf seinen Zügen, das er nicht verbergen konnte.
„Severus?" Die Art wie Lucius seinen Namen aussprach wollte ebenfalls so gar nicht passen.
„Was ist das für ein Spiel, Lucius?"
Erleichterung flammte in den grauen Augen seines Gegenübers auf. „Merlin sei Dank, das Zeug wirkt. Severus, ich bins, Albus."
Was? Das konnte unmöglich wahr sein. Wie war das möglich? Natürlich mit Vielsafttrank, du Idiot. Es könnte ein Trick sein, dich gesprächig zu machen…
Er legte den Kopf ein wenig schief und musterte die Gestalt vor sich aufmerksam. Ihre Haltung war nicht ganz so aristokratisch steif, der Blick dieser grauen Augen viel zu warm und besorgt, das vor ihm konnte unmöglich Malfoy sein, so ein genialer Schauspieler war er nämlich auch wieder nicht. Aber nur weil es nicht Malfoy war, hieß das nicht, dass es auch automatisch Albus war.
„Und wer sagt mir, dass das der Wahrheit entspricht? Dass das nicht irgendein Trick ist, um irgendwas aus mir rauszukriegen? Wenn du wirklich Albus bist, wirst du einsehen, dass ich dir nicht ohne weiteres trauen kann."
Ein Lächeln stahl sich auf die Lippen seines Gegenübers, ein ehrliches, echtes Lächeln, etwas, das dieses Gesicht wohl noch nie erlebt hatte. Es wirkte so fehl am Platz und doch zeigte es, dass Lucius Malfoy – wäre das Leben andere Wege gegangen – ein überaus attraktiver, sympathischer und begehrenswerter Mann hätte sein können.
„Ich hätte nichts anderes von dir erwartet, Severus. Oh Verzeihung." Die Person hob ihren Zauberstab und richtete ihn auf die eigene Kehle, als sie dann wieder weitersprach, war es unverkennbar mit Albus' Stimme. „So ist es schon viel besser. Reicht es dir, wenn ich sage, mein Lieblingsgetränk ist Heiße Schokolade mit einem Hauch Chilipfeffer und zu Weihnachten wünsche ich mir ein paar bunter Socken."
Severus überlegte. Das traf natürlich auf Albus zu, doch er fragte sich, ob das Informationen waren, die jemand anderes nicht auch hätte herausfinden können.
Sein Gegenüber schien sein Zögern zu bemerken. „Okay, vor ein paar Jahren hab ich den Stein der Weisen im Spiegel Nerhegeb versteckt."
Das reichte Severus vollkommen. Das war etwas Hogwartsinternes, das konnte niemand wissen, der damals nicht einen der Schutzzauber um den Stein gelegt hätte – oder Potter – und keiner dieser Personen würde ihm jetzt vorgaukeln, Albus zu sein, wenn das nicht der Tatsache entsprach.
Andererseits hatte der Dunkle Lord Potter in seiner Gewalt, wenn er in dessen Gedanken eingedrungen war, dann wusste er auch, dass es Albus gewesen war, der den Stein damals dort versteckt hatte.
„Diese Information ist dem Dunklen Lord ebenfalls zugänglich."
Die Person mit Malfoy's Aussehen seufzte leise, obwohl deren Augen anerkennend dreinblickten.
„Nun gut, bei einem unserer abendlichen Gespräche in meinem Büro hast du mich überrascht, als dir Muggelphilosophie geläufiger war als mir. Wir haben über Fehler geredet und du hast Jean-Jaques Rousseau zitiert. ‚Das einzige Mittel, den Irrtum zu vermeiden, ist die Unwissenheit'."
Einen Augenblick lang konnte er sein Gegenüber einfach nur anstarren. Das wusste nur Albus, das konnte nur Albus wissen. Er war hier, er war tatsächlich hier! Mit einem Mal fiel sämtliche Anspannung von ihm und erleichtert und auch erschöpft sackten seine Schultern herab und er schloss für einen Moment die Augen.
„Ich mach dich erstmal los."
„Lieber nicht, das wäre schwer zu erklären, wenn jemand reinkommt." wehrte Snape ab, was Albus sichtlich nicht Recht war.
„Mir fällt dann schon was ein, Severus. Überlass das mir." Mit einem kurzen Wink seines Zauberstabs lösten sich die Fesseln um Snapes Handgelenke. Unbewusst begann er, seine kühlen Hände zu massieren, während Albus sich einen zweiten einfachen Stuhl herbeizauberte und sich dicht vor Severus niederließ. Eindringlich musterte der Ältere den Jüngeren.
„Severus, was ist hier passiert? Als sie dich hergebracht haben, dachte ich für einen schrecklichen Augenblick, die Wärter hätten nur deine Leiche hier reingeschleppt. Wer hat dir das angetan?" Pure Besorgnis und unterdrückte Wut über diese Behandlung klangen aus Albus' Stimme, die so gar nicht zu dem äußeren Erscheinungsbild von Malfoy passen wollte.
„Lucius war gerade hier, er soll schön langsam fortführen, was dem Dunklen Lord nicht gelungen ist." erklärte Snape.
„Sowas dachte ich mir schon. Als ich hier ankam hat man mich gefragt, ob ich was vergessen hätte und aus den Bildern, die du mir geschickt hast, haben wir geschlossen, dass Malfoy schon mal hier war."
Überrascht blickte Severus auf. „Das hat tatsächlich funktioniert?"
Albus verstand, was er meinte und nickte. „Ich hab versucht, dich ebenfalls zu erreichen, doch ich fand immer nur Dunkelheit oder solch ein gedankliches Chaos, dass ich den Weg zurück fast nicht mehr gefunden hätte."
Severus runzelte die Stirn und überlegte kurz. „Das muss das Fieber gewesen sein…" murmelte er vor sich hin.
„Was für ein Fieber?"
„Nicht so wichtig, Albus. Viel wichtiger ist, dass der Dunkle Lord das alles hier eingefädelt hat. Er wollte Lupin und Black aus dem Weg haben, um leichter an Potter zu kommen, was ihm offenbar auch gelungen ist."
„Malfoy hat ihn vorgestern Abend entführt." warf Albus ein.
Also stimmte es tatsächlich! „Er will ihn töten."
„Severus, weißt du irgendwas, das uns helfen könnte, ihn zu finden. Oder irgendeine Möglichkeit, wie wir eure Unschuld beweisen könnten. Denn alle Möglichkeiten, die wir hatten, das zu beweisen, sind bisher gescheitert."
Da brauchte er nicht lange zu überlegen. „Ihr braucht einen eingeweihten Todesser, der alles aufklärt, am besten Pettigrew, wegen Black."
Albus seufzte leise. „Nichts leichter als das…" murmelte er ein wenig mutlos vor sich hin.
Da fiel Severus noch etwas ein, jetzt, da sein Gedächtnis wieder normal funktionierte, völlig ohne dichten Nebel darum. Es war nur ein kleiner Wortfetzen und doch verriet er mehr, als es den Anschein hatte: ‚Saal vorbereitet'.
„Albus, ich weiß, wo der Dunkle Lord Potter töten will und ich vermute, dass er ihn auch dort gefangen hält. Er hat das Versteck erst seit kurzem, aber es gefällt ihm da."
„Aber er hat es doch sicher mit einem Fidelius-Zauber geschützt, oder?"
Langsam nickte Snape. „Nagini birgt das Geheimnis. Ich kann es dir nicht sagen, Albus, aber vielleicht…" Sein Blick war ernst und völlig starr auf Albus Augen gerichtet. „… gelingt es mir, dir einen Teil davon zu zeigen… du müsstest nur…"
An diesem Punkt sprang Albus energisch auf. „Nein Severus. Das ist keine akzeptable Lösung. Es ist viel zu riskant… zu riskant für DICH!"
Snape sprang energisch auf – es fühlte sich wunderbar an, das wieder tun zu können – und ging ein paar Schritte ehe er sich zu Albus umwandte. „Das ist der einzige Weg! Du weißt das!"
Betreten ließ Albus den Kopf sinken. Er wusste, dass Severus Recht hatte und ihm war auch klar, dass sich ein Teil von ihm bereits entschieden hatte, doch diese Entscheidung fiel nicht leicht. Ernst blickte er auf. Graue Augen fixierten dunkle.
„Ich habe das noch nie ausprobiert, Severus. Niemand hat das. Außer vielleicht Voldemort, doch die armen Seelen dürften nicht mehr leben. Ich kann für den Erfolg nicht garantieren. Und es wird schmerzhaft werden."
Snapes Schultern spannten sich an. Er atmete einmal tief durch. „Ich weiß. Albus, der Dunkle Lord hat auf diese Weise versucht, den Aufenthaltsort unseres Hauptquartiers aus mir herauszubekommen, nachdem er herausgefunden hatte, das ich der Spion war. Ich weiß, worauf ich mich einlasse, aber vielleicht funktioniert es besser, wenn ich gewillt bin, ihn preiszugeben, wenn ich dir vielleicht ein wenig helfen kann."
Nur wenige Flure weiter…
„Ich könnt nen Happen zu Essen vertragen. Was hältst du von ner kleinen Mittagspause?" grummelte Raven und rieb sich dabei mit einer Hand über den Bauch.
Leech, der neben ihm trottete, wobei seine dünnen weißen Haare auf- und abwippten, starrte derweil nur direkt vor sich in den Boden und schien überhaupt nichts mitzubekommen.
„Hey, Reggy! Essen?" versuchte es Raven noch mal.
Leech sah in der Tat auf. „Kommt dir nicht auch was merkwürdig vor?"
Raven runzelte verwirrt die Stirn. „Wovon redest du Alter?"
„Malfoy. Von dem red ich."
„Unheimlicher Kerl. Wie er immer plötzlich auftaucht und wieder verschwindet. Und hast du dem mal in die Augen geschaut? Der is kälter und skrupelloser als ein Eisblock!" Raven schauerte. Doch ein kurzer Schlag gegen den Oberarm ließ ihn das Schauern vergessen.
„Hey, was sollte das?"
„Du bist ein Volltrottel Verne. Davon red ich doch gar nicht. Hast du's je erlebt, dass er etwas vergessen hat? Also, nicht einen Gegenstand vergessen – was auch noch nie vorkam – sondern etwas mit dem Gefangenen vergessen? Und das obwohl der eh schon mehr tot als lebendig war?"
Raven schüttelte langsam den Kopf.
„Irgendwas stimmt nicht. Irgendwas passt hier nicht, und ich komm verdammt noch mal nicht drauf." fluchend trat Leech gegen das nächstbeste Stück Wand. Der raue Stein schrammte an seinem Schuh entlang und riss ein Stück der Sohle ab, so dass sie jetzt im vorderen Schuhbereich lose hing. Wütend ballte Leech die Fäuste und wollte gerade noch mal gegen die Wand treten, weil sie seinen Schuh ruiniert hatte, als es ihm wie Schuppen von den Augen fiel. Die Schuhe!
„Bei Merlin, ich habs, Verne! Seine Schuhe!"
Verne Raven starrte seinen Kollegen völlig verdattert an, er verstand die Welt nicht mehr. „Seine Schuhe?"
„Ja! Als er das erste Mal hier war, da haben sie bei jedem Schritt laut hallend geklackt, aber jetzt, als er zurückkam überhaupt nicht. Glaubst du, er hat in den 5 Minuten, die er weg war neue Schuhe angezogen? Und das ist nicht alles. Seine Robe hatte vorhin silberne Schlangen am Saum, die jetzt war aber ganz Schwarz."
„Und was soll das bedeuten?" fragte Raven stupide. Ihm war es schnurz, ob Malfoy jetzt klackende oder nicht klackende Schuhe trug, Hauptsache er bekam bald was zu essen.
„Verstehst du denn nicht? Das da drin ist nicht Malfoy!"
Raven riss die Augen auf, als er verstand, was Leech da sagte. Dann ging alles ganz schnell. Raven rannte zurück zum Verhörzimmer, wo er warten und lauschen wollte und Leech holte derweil Rukschow, der sich sicherlich persönlich darum kümmern wollte.
Na, ob das funktioniert?
Kommen die Wachen Dumbledore auf die Schliche?
Dafür müsst ihr noch ein bisschen warten *g*
Bye,
Bella
