So, die Story nähert sich ihrem Ende, nur noch drei Kapitel kommen nach diesem hier.

Also dann, viel Spaß!


Schuld und Scham

Da wurde polternd eine Türe aufgerissen.

„STOPP! SOFORT AUFHÖREN!"

Erschrocken und aufgescheucht von diesem Schrei wandten sich alle der Tür zu, aus deren Richtung der Lärm kam. Rukschow versperrte Sirius die Sicht, er konnte nur die ungläubigen, fassungslosen Gesichter der Umstehenden sehen. Doch er musste nichts sehen, er erkannte die Stimme auch so. Die Stimme, an die er schon lange zu glauben aufgehört hatte.

Nicht weniger fassungslos als alle anderen Anwesenden schloss er zittrig die Augen. Tränen wallten in ihm hoch, er konnte gar nichts dagegen tun. Noch nie hatte er sich so erleichtert gefühlt, so glücklich darüber, diese Stimme zu hören. Mit einem Schlag kehrte die Hoffnung zurück, und es war fast zuviel für ihn.

Nach seiner anfänglichen Überraschung straffte sich Fudge und trat einen Schritt vor.

„Es ist zu spät, Dumbledore! Das Urteil wurde bereits verkündet und diese drei Männer werden nun abgeführt!"

Äußerlich völlig ruhig, aber mit einer unglaublichen Wut in seinem Blick, trat Dumbledore einen weiteren Schritt in die Halle, so dass auch Sirius ihn jetzt sehen konnte. Und er erschrak.

Albus' dunkelblaue Robe war an zahlreichen Stellen zerrissen und völlig verdreckt, sein Gesicht war unglaublich blass, seine Brille ruhte schief auf seiner Nase und seine langen, weißen Haare waren völlig zerzaust und auf seiner linken Kopfhälfte völlig mit Blut verkrustet. Außerdem humpelte er.

„Oh nein Fudge, für die Wahrheit ist es nie zu spät! Auch wenn ich es langsam leid werde, sie ihnen immer und immer wieder zu erzählen."

Verwirrt blickten viele der Zuschauer von dem verdreckten Schuldirektor zurück zum Zaubereiminister, der jetzt ebenfalls zornig wirkte.

„Und ich bin es leid, mir ihre Märchen anzuhören, Dumbledore. Es ist zu spät und selbst wenn, die Beweise sprechen eindeutig gegen diese drei Mörder, da hilft auch ihre Fürsprache nichts. Und jetzt entfernen sie sich oder ich lasse sie festnehmen!"

Albus seufzte leise, als hätte er es nicht anders erwartet. Zielstrebig trat er weiter in die Arena, näherte sich dem Zaubereiminister und auch den drei Gefangenen. Rukschow und die anderen Sicherheitsleute zogen augenblicklich ihre Zauberstäbe und richteten sie drohend auf den alten Mann, der sie gar nicht beachtete.

„An eurer Stelle würd' ich die Zauberstäbe lieber ganz schnell fallen lassen!" zischte eine weitere Stimme von der Tür her. Es war Kingsley Shacklebolt. Auch er sah fertig aus, mehrere Wunden zierten seine dunkle Haut und Blut und Schmutz seine Kleidung. In seiner Begleitung befand sich Bill Weasley, der zwar unverletzter aussah, dafür war er leichenblass und ein so unglaublich ernster Ausdruck lag in seinen Augen, wie ihn noch nie jemand an ihm gesehen hatte, der ihn kannte. Beide richteten ihre Zauberstäbe auf die Wachleute, welche nun verwirrt hin und her blickten.

Dumbledore hielt derweil an.

„Ich werde nicht gehen Fudge, nicht bevor die Wahrheit bekannt ist. Sirius Black ist kein Todesser, oder haben sie sich noch nie gefragt, wieso er das Mal nicht trägt?"

Leises Murmeln wurde in den Zuschauerrängen laut, ehe es sich von selbst abwürgte und von einer gespannten, fassungslosen Stille abgelöst wurde.

„Er war niemals der Geheimniswahrer der Familie Potter, das war Peter Pettigrew. Er hat die Potters verraten und als Sirius ihm auf die Schliche kam, überlistete Pettigrew ihn, indem er diese Muggel tötete, sich einen Finger abschnitt und in seiner Animagusform, einer Ratte, verschwand."

„Oh Albus, solange hatten sie Zeit und ihnen ist immer noch nichts Besseres eingefallen? Pettigrew ist tot, schon seit damals, er ist in die Luft geflogen, wie sie…"

„Ich war noch nicht fertig, Fudge!" unterbrach ihn Dumbledore rüde, aber bestimmt. „Remus Lupin war in der besagten Vollmondnacht in der Heulenden Hütte, er war dort eingeschlossen und hat dem Mädchen kein Haar gekrümmt. Und Severus Snape ist ein Todesser, ja, er arbeitet als Spion in den Reihen des Feindes und hat so schon unzähligen Menschen das Leben gerettet. Wäre er an dem Überfall nicht beteiligt gewesen, würden Scruvellas Kinder nicht mehr leben.

Voldemort persönlich ist für all das hier verantwortlich. Er wollte Harry Potter endlich töten, aber er wusste, dass ihm das nur gelingen würde, wenn er die Leute, die ihn beschützten, aus dem Weg räumen würde, deshalb inszenierte er den Mord an Clarissa Aibly und hängte ihn Remus Lupin an. Nachdem er sicher war, dass Severus Snape nicht mehr zu seinen treuen Gefolgsleuten zählte, hat er die Erinnerungen von Thomas Wemdon ein wenig abgeändert und…"

Wütend schlug Fudge mit der Faust auf das Pult vor ihm. „Es reicht mir jetzt, Dumbledore!"

„Oh nein, Fudge, mir reicht es!" Albus war es gelungen, ohne dass er die Stimme erhoben hatte, so autoritär zu klingen wie es sonst nur Snape vermochte.

„Sie haben drei unschuldige Männer für zwei Wochen in Askaban festgehalten, Fudge. Umringt von Dementoren und in der Obhut eines Mannes, der seine Geständnisse durch Folter erzwingt."

„Das ist doch lächerlich!" zischte Fudge wütend. Die Menge hinter ihm hielt noch immer den Atem an. Sie wussten nicht, was hier vorging, was sie noch glauben sollten.

„Was sie hier erzählen sind an den Haaren herbeigezogene Geschichten, für die es keinerlei Grundlage gibt!"

Albus hob eine Augenbraue. „Sie wollen Beweise Fudge? Die sollen sie haben!"

Flink zog er etwas aus der Tasche seiner Robe, es war eine reglose Ratte. Einige Frauen kreischten auf.

„Dieses Ungeziefer soll ein Beweis sein?" wollte Rukschow spöttisch wissen. Fudge dagegen wirkte etwas blass um die Nasenspitze. Er schluckte.

Dumbledore ließ die Ratte zu Boden fallen und richtete seinen Zauberstab darauf. Die Umrisse des Nagers begannen sich zu verändern und zusammen mit einem Aufkeuchen in den Zuschauerrängen manifestierte sich Pettigrews Gestalt, reglos, aber deutlich atmend. Fudge schluckte heftiger und begann mit zittrigen Fingern an seiner Fliege herumzunesteln, als bekäme er plötzlich keine Luft mehr.

Vorsichtshalber fesselte Dumbledore den Verräter mit einem Zauber, er war ihnen immerhin schon oft genug entwischt, ehe er sich wieder an den Zaubereiminister wandte.

„Reicht ihnen Peter Pettigrew, Fudge, oder wollen sie noch mehr?"

Doch er wartete eine Antwort nicht ab, sondern wandte sich um und winkte. Bill öffnete daraufhin die Tür mit einem Zauber und eine weitere Person betrat die Arena. Ihre Kleidung war schmutzig und das T-Shirt wies Risse und Blutspuren auf. Am linken Oberarm klaffte eine offene Wunde, ebenso wie an der Schläfe. Doch alle Anwesenden starrten wohl eher auf die blitzförmig gestaltete Narbe auf der Stirn.

„Harry!" keuchte Sirius, nicht wissend, ob er jetzt erleichtert war, oder einfach nur froh, oder besorgt.

Festen Schrittes trat Harry an Dumbledores Seite und zog etwas aus seiner Hosentasche. Es war ein Zauberstab.

„Hallo Mr. Fudge. Vielleicht können sie das hier brauchen. Voldemorts Zauberstab! Unversehrt! Untersuchen sie ihn, untersuchen sie jeden Zauber, der in den letzten Tagen mit diesem Stab ausgeführt wurde. Darunter ist ein Zauber, der einen Spiegel aktiviert, der ihnen sicher interessante Einblicke auf die Geschehnisse in Askaban gewähren wird."

Rukschow wand sich unbehaglich.

„Aber… aber… wie…" Fudge war völlig fertig. In seinem Kopf herrschte plötzlich völlige Leere. Das war einfach nicht möglich.

Harry hob eine Augenbraue. „Sie wollen wissen, wie das möglich sein kann? Ganz einfach: Voldemort ist tot!"

Albus legte eine Hand auf Harrys Schulter. „So ist es. Voldemort ist tot, sie haben seinen Zauberstab, sie haben den Zeugen, der ihnen alles, aber wirklich alles erzählen kann und sei es unter Veritaserum. Machen sie das Beste daraus. Falls man sie in Zukunft hier noch etwas machen lässt, Fudge. Ich jedenfalls werde jetzt diese Fesseln lösen und diese unschuldigen, gefolterten Männer mitnehmen und ihnen die Behandlung zukommen lassen, die sie verdient haben."

Damit wandte er sich um und öffnete mit einem schnellen Zauber die Handfesseln der drei Gefangenen.

Völlig ungläubig starrte Sirius auf seine Hände. Er konnte das noch alles gar nicht begreifen, es war viel zu schnell gegangen, viel zu viel hatte er gehört, was er nicht glauben konnte oder nicht verstand. Doch das war alles egal. Was er wusste und was zählte, war die Tatsache, dass die Fesseln weg waren. Sie waren frei!

Sofort wandte er sich Remus zu. Er war noch immer wach, aber er atmete sichtlich schwer. Sein unsteter Blick fand den seinen und er lächelte den Hauch eines Lächelns. Sirius konnte nur Grinsen. Er nahm die Hand seines Freundes in die seine. „Jetzt wird alles gut, Moony!"

„Sirius!"

Es war Harry. Seine Augen strahlten und er umarmte ihn stürmisch, drückte ihn so heftig an sich, dass die Wunden an seinem Brustkorb energisch demonstrierten, doch er beachtete es nicht, zu schön war dieser Moment. Zu stark war die Gewissheit gewesen, dass er seinen Patensohn nie wiedersehen würde.

„Sirius?" Diesmal war es Albus und auch seine Stimme kam ganz aus der Nähe. Widerwillig löste er sich von Harry und suchte dessen Blick.

Albus stand gerade neben Severus, seine Hand lag liebevoll auf dessen Scheitel, sein Blick wanderte besorgt zwischen Severus und Remus hin und her.

„Es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat."

Sirius hätte fast hysterisch losgelacht, solch ein Chaos herrschte in seiner Gefühlswelt. Doch er hatte sich noch unter Kontrolle und so lachte er nur erleichtert auf.

„Lasst uns von hier verschwinden!" schlug Harry vor und wollte schon in seine andere Hosentasche greifen, als genau in dem Moment Remus einfach in sich zusammensackte.

„Moony?" fragte Sirius besorgt, doch als er nicht mal eine Regung als Antwort erhielt, sprang er ohne Rücksicht auf Verluste auf und packte seinen Freund bei den Schultern. Remus' Kopf sackte dabei nur kraftlos zur Seite. Panik erfasste ihn.

„MOONY! SAG DOCH WAS!"

Mit zittrigen Fingern griff er nach dessen Hals, tastete nach dem Puls, den er gelernt hatte zu erspüren, als Rukschow ihn beinahe mit dem Silber umgebracht hatte. Doch da war nichts mehr, gar nichts mehr. Kein Puls. Kein Herzschlag. Kein Leben.

„NEEEEIIIIIINNNN!" schrie er aus Leibeskräften. Er bekam nicht mit, wie Harry ihn und Remus bei der Hand packte und der Portschlüssel ihn mit sich riss, er bekam nicht mit, wie er hart mit den Knien auf den Boden prallte und wie ihn jemand sanft, aber bestimmt von seinem Freund fortzog.

Remus war tot. REMUS! TOT!

Heftiges Schluchzen brach sich Bahn und schüttelte seinen ausgemergelten Körper. Die Welt vor ihm verschwamm, er fühlte sich taub und kalt, bemerkte nur am Rande, dass sich jemand zu ihm auf den Boden hockte. Zwei Arme schlossen sich um ihn und zogen ihn an einen warmen Körper. Jemand hielt ihn fest, redete mit ihm, streichelte ihm durchs Haar, bis das Schluchzen aufhörte. Doch selbst dann verschwanden diese tröstenden, Halt gebenden Berührungen nicht. Jemand war für ihn da.

Alles, was sein Geist und sein Körper hatten erdulden müssen, begann an ihm zu zehren und forderte schließlich seinen Tribut. Der emotionale Stress, die Fassungslosigkeit über den Tod seines letzten Freundes, die Qualen der letzten Nacht und seine unglaubliche Erschöpfung brachen sich Bahn und zogen ihn unbarmherzig mit sich in eine erlösende Bewusstlosigkeit.


Immer stärker wurde der Schmerz in seinem Rücken und immer unerträglicher diese Prozedur hier. Ihm war so schrecklich heiß und das Fieber umnebelte seinen Geist immer stärker. Ihm war übel von dem Stärkungstrank und er fühlte sich flatterig, als würde sein Blutdruck langsam aber sicher in den Keller rauschen.

Was er wahrscheinlich auch tut!

Nur mit Mühe konnte er die Worte der Urteilsverkündung vernehmen, nur mit Verzögerung ihren Sinn verstehen. Doch er wollte hier nicht zusammenklappen, wollte sein Gesicht nicht ausgerechnet vor so vielen Menschen verlieren, die ihn für ein verabscheuungswürdiges Monster hielten, selbst wenn er das vielleicht sogar war.

Dann änderte sich etwas und er hörte diese Stimme, Albus' Stimme.

Und er wusste, dass sein Fieber nun das finale Stadium erreicht hatte. Sein vernebelter Geist spann sich die unglaublichsten Dinge zusammen, Wunschvorstellungen, Hoffnungen, die er bei klarem Verstand nicht mal zu denken gewagt hätte.

Albus hier, mit Pettigrew!

Der dunkle Lord tot!

Wie lächerlich!

Ja er glaubte sich sogar einzubilden, dass die Fesseln von seinen geschundenen Handgelenken verschwanden. Er befand sich eindeutig im Delirium.

„Severus?"

Das war Albus' Stimme, sie war ganz nah. Er öffnete die Augen, er wusste gar nicht, dass er sie geschlossen hatte.

Eine kühle Hand legte sich auf seine Stirn und strich schließlich Schweiß und Haare zur Seite.

„Severus, hörst du mich? Es ist vorbei! Wir bringen euch hier raus zu Poppy."

Hatte er die Augen immer noch geschlossen? Er hätte schwören können, dass er sie vorher aufgemacht hatte.

Aber jetzt wurde es hell, Umrisse wurden zu Personen. Albus stand neben ihm, ein Lächeln im Gesicht und grenzenlose Sorge in seinen blauen Augen. Er war dreckig und Blut klebte an ihm. So würde er sich seine Halluzination aber nicht ausmalen, oder doch?

„Albus?" krächzte er leise und voller Zweifel.

Er nickte lächelnd. „Ja, ich bin's. Vertrau mir!"

Er legte seine Hand beruhigend auf seinen Kopf, eine väterliche Geste, die ihn hoffen ließ.

Und wenn es nur eine Halluzination ist? fragte er sich selbst.

Ach, was soll's. Wenn es eine Halluzination ist, dann ist es auch egal. Du wirst an diesem Fieber sterben, wieso solltest du dann nicht wenigstens deine letzten Stunden in hoffnungsvollem Delirium verbringen dürfen?

Und wenn es real ist…

Da regte sich etwas. Black schrie.

Verwirrt blickte er zur Seite. Lupin rührte sich nicht mehr. War er tot?

Tot? Das sollte seine Vorstellung von einem hoffnungsvollen Delirium sein?

Die drei neben ihm verschwanden plötzlich und Albus wandte sich wieder ihm zu, diesmal mit noch mehr Sorge im Blick.

„Lass uns gehen!"

Behutsam wurde sein Arm gepackt und um Albus Schultern gelegt, ehe eine weitere Hand an seiner Taille ihm dabei half, aufzustehen.

„Kingsley, Bill, seht hier nach dem Rechten. Ich schicke Moody, sobald es geht."

Dann spürte Severus diesen Zug um den Nabel herum und fand sich schließlich in der Krankenstation von Hogwarts wieder. Doch der Ort, den er ziemlich ruhig in Erinnerung hatte, hatte nichts mehr mit diesem Chaos gemein.

Überall lagen Verletzte in den Betten, überall war Blut zu sehen und leicht verletzte und unverletzte Helfer eilten hin und her. Er kannte diese Leute, doch sein Gehirn schaffte kaum noch die Zuordnung der Namen zu den Gesichtern. Irgendwie wusste er plötzlich, dass das kein Fieberdelirium war.

Black lag schluchzend am Boden, in den Armen von… ihm fiel der Name nicht ein, aber sie hatte rosafarbenes Haar. Und Lupin lag auf einer Untersuchungsliege, Poppy neben ihm, sie wirkte gehetzt, jemand half ihr. Potter saß auf einem Stuhl, ein Mädchen mit wuscheligem Haar kniete vor ihm und redete mit ihm.

Sein Blick kehrte zurück zu Lupin, als Albus begann ihn zu einem der Betten zu führen. Ihm fiel etwas ein, etwas das sehr wichtig war. Er musste es Albus sagen, musste es sagen.

Sachte drückte Albus ihn zurück in das Kissen und kraftlos ergab er sich, bis sein Rücken die Matratze berührte und er gequält und heiser aufschrie.

„Was… Severus, was ist?" Er hörte Albus' erschrockene Stimme kaum, wand sich stattdessen, doch sein Körper war inzwischen viel zu kraftlos, um sich eigenständig auf die Seite zu drehen.

Da spürte er schmale Hände, die sich auf seinen Oberarm und seine Hüfte legten und ihm dabei halfen, sich auf die Seite zu legen, eine junge, weibliche Stimme sprach direkt vor ihm.

„Ich glaube, er hat etwas am Rücken."

Ja, am Rücken, wo denn sonst! schoss es ihm durch den Kopf, als sein Rücken in schierer Agonie entflammte.

Aber da war noch was, viel dringender als die Infektion…

Mühsam quälte er seine Augen auf, sah eine schmale Taille in einem hellblauen Shirt mit Blutflecken darauf vor sich und eine schmale Hand. Er konzentrierte sich und griff ziemlich unkoordiniert nach dieser Hand. Sofort schlossen sich die zarten Finger um seine klamme Hand und ein Gesicht näherte sich dem seinen, umrahmt von feuerrotem Haar.

„Ganz ruhig, Professor. Ich gebe ihnen gleich etwas gegen die Schmerzen, dann sehe ich mir ihren Rücken an und gebe ihnen etwas, damit sie schlafen können."

Nein, nicht schlafen, noch nicht!

Sein Herz schlug hektisch in seiner Brust, für einen Augenblick wurde es schwarz vor seinen Augen, aber er kämpfte dagegen an. Ihm war flau und sein Magen revoltierte. Er hatte bald keine Zeit mehr.

Wie hieß dieses Mädchen doch gleich noch. Gabrielle, nein… etwas mit G… Gina… Ginny, Ginny, das war es.

„Ginny," krächzte er mühsam und sah ihr dabei so fest er konnte in die Augen, „du musst… zu Poppy gehen… und ihr sagen, dass… dass Lupin einen Kreislaufschock hat… von…"

Sie legte ihm beruhigend ihre Hand auf die heiße Stirn.

„Sshh, keine Sorge, Professor. Madame Pomfrey kümmert sich um Professor Lupin. Er ist in besten…"

„Nein!" würgte er vehement hervor. „Er hat ihm und… und mir… eine Überdosis Stärkungstrank gegeben, weil… weil wir zu geschwächt… für die Verhandlung…"

Seine Kräfte ließen ihn im Stich, seine Stimme versagte, seine Augen fielen ihm zu. Sein Herz schlug immer schneller und flattriger.

Nicht gut!

„Passen sie kurz auf, ich muss schnell zu Madame Pomfrey!"

Er konnte die Sorge aus ihrer Stimme heraushören. Sie hatte verstanden. Zumindest hoffte er das. Mehr konnte er nicht mehr tun. Ihm wurde schwarz vor Augen.


Draußen vor den großen Fenstern war es bereits dunkel; als Albus Dumbledore hinaussehen wollte, sah er nur sein eigenes, müdes und angeschlagenes Gesicht. Auch in der Krankenstation war das Licht gedämpft worden. Die Kerzen an den Wänden über den Betten waren gelöscht worden, damit die Patienten in Ruhe schlafen konnten, nur ein paar Kerzen schwebten lautlos in den durch die zahlreichen Trennwände, die ein klein wenig Privatsphäre schafften, entstandenem Flur. Über jeden Patienten wachte mindestens ein Porträt, das sofort Alarm schlug, wenn etwas geschehen sollte.

Doch im Moment war es ruhig. Nur Poppys Schritte waren immer wieder mal zu hören, wenn sie zwischen den Schwerverletzten hin und her wanderte und deren Zustand kontrollierte. Die anderen Helfer waren auch noch wach, doch sie saßen wie er an irgendwelchen Betten und hielten Wache oder bangten gemeinsam um das Leben anderer.

Arthur Weasley, der mit ein paar Kratzern, Prellungen und einfachen Fluchverletzungen davongekommen war, saß stumm am Bett seiner Frau, deren rechter Arm in einer Schlinge hing. Auf dem Nachttisch daneben stand eine Flasche Skelewachs. Auch Molly war noch wach, sie hatte sich geweigert etwas zum Schlafen einzunehmen, solange sie nicht wusste, ob ihr Sohn überleben würde. Wenigstens hatte sie sich etwas zur Beruhigung geben lassen. Jetzt saß sie aufrecht im Bett, die rotgeweinten Augen auf ihre Hand geheftet, die ihr Mann fest umschlossen hielt.

Ron war nicht weit entfernt, nur wenige Abtrennungen weiter rutschte er nervös auf seinem Stuhl herum. Er hatte Angst um Charlie, aber er wollte seine anderen Brüder nicht alleine lassen. Fred und George hatten tapfer gekämpft, aber der Kampf hatte seine Spuren hinterlassen. Georges linker Arm war von einer weißen Schicht bedeckt gewesen, die wie Schimmel aussah und sich ziemlich rasch bis zu seiner Schulter ausgebreitet hatte. Zuerst hatte es nur gejuckt, dann hatten ihn die Schmerzen gequält. Poppy hatte alle Mühe gehabt, das Zeug abzukriegen. Seine ganze Haut darunter sah aus wie verätzt. Fred lag durch einen Zauber ruhig gestellt in seinem Bett. Die Wucht eines Fluches hatte ihn gegen die Hauswand geschleudert und ihm Rippen und Brustwirbel gebrochen, auch sein Rückenmark war verletzt worden.

Charlie lag leichenblass in seinen Kissen, ohne seine roten Haare hätte er als Chamäleon durchgehen können in den weißen Laken. Besorgt hielt Ginny seine Hand. Die Scherbe hatte auf einer Seite seines Halses Arterie und Vene und fast sämtliche Muskelstränge durchtrennt. Poppy hatte ihn wieder zusammenflicken können, aber er hatte unglaublich viel Blut verloren und Charlie vertrug den Blutneubildungstrank nicht. Es würde sich erst noch zeigen müssen, ob sein Körper diese Tortur überstehen würde oder nicht.

Minerva schlief. Sie hatte zahlreiche Verletzungen durch die Quasi-Steinigung erlitten, unter anderem eine Gehirnerschütterung und obendrein hatte sie einige üble Flüche nur halbherzig abwehren können.

Hagrid war von den verschiedensten Flüchen niedergestreckt worden, als sich deren Wirkungen aufsummierten. Poppy vermutete, dass er noch einige Tage ohne Bewusstsein bleiben würde.

Mundungus war endlich zur Ruhe gekommen, nachdem er sich stundenlang pausenlos übergeben hatte. Ein Zauber, welcher die inneren Organe reizte und an der richtigen Stelle zum Tod führen konnte, hatte ihn am Oberbauch getroffen und seinen Magen revoltieren lassen.

Elphias Dodge wälzte sich stöhnend vor Schmerz in seinem Bett hin und her. Poppy kühlte ihm gerade die Stirn und verabreichte ihm erneut etwas gegen die Schmerzen. Sein Oberschenkelknochen war von dem Zauber völlig zersplittert worden. Sein ganzes Bein war von innen regelrecht zerfetzt, ein blutiges Schlachtfeld. Ihr war nichts anderes übriggeblieben, als die Knochensplitter zu entfernen um die entstandenen Wunden zu versorgen. Und jetzt wuchs dem armen Mann gerade ein neuer Knochen nach, inmitten eines halbverheilten, überempfindlichen Beins, aber Knochen wuchsen nur richtig nach, wenn man die Prozedur sofort begann.

Flitwick kurierte sein gebrochenes Bein und Emmy Vance kroch gerade in eins der freien Betten, als ihr Körper, geschwächt von Bellatrix' Cruciatus, nach Schlaf gierte.

Hermine füllte im Nebenzimmer die Medikamente und Utensilien wieder auf, sie würden die nächsten Tage noch einiges brauchen, während Sullivan Dedders, der mit ein paar Kratzern davongekommen war, Dobby im Nebenraum dabei half, die Toten zu waschen und aufzubahren.

Pomona Sprout und Hestia Jones hatten keine Chance gegen den Todesfluch gehabt. Und Morris Ruby war kläglich erstickt an dem Zauber des Todessers, den Poppy nicht rechtzeitig hatte lösen können.

Und doch hatte der Tag dennoch auch etwas Gutes. Sie hatten Harry befreit, der zwar verletzt, aber gut versorgt, im Bett gleich neben seinem Paten schlief. Voldemort war tot, Harry hatte es irgendwie geschafft, ihn zu überlisten. Albus wusste nicht wie er es geschafft hatte, er war bewusstlos gewesen und auch die anderen hatten nichts Genaues mitbekommen, erst als der ehemals dunkle Lord von einem gleißenden Licht umhüllt zu schreien begonnen hatte, waren sie auf das Spektakel aufmerksam geworden. Und Harry selbst wollte nicht darüber sprechen. Doch im Moment zählte nur das Resultat.

Moody war sofort, nachdem er mit seinem grob behandelten Oberschenkel wieder einigermaßen gehen konnte, ins Ministerium aufgebrochen, ohne sein magisches Auge, das war beim Kampf zerstört worden. Auch Tonks war ihm gefolgt, sobald sie hier entbehrlich war. Dort würde nach allem, was am heutigen Morgen passiert war, selbst jetzt sicher noch die Hölle herrschen.

Doch das war im Moment egal, gerade jetzt zählte, dass sie ihre Freunde aus Askaban befreit hatten.

Wieder glitt Albus' Blick auf das blasse, verschwitzte Gesicht neben sich, das immer wieder keuchende oder stöhnende Laute von sich gab. Hatte er wirklich alles gegeben? Hätte er wirklich nicht früher etwas unternehmen können?

Er machte sich schreckliche Vorwürfe.

Sirius schlief zusammengerollt wie ein verängstigtes Kind. Poppy hatte seine Verletzungen versorgt, nachdem sie mit den anderen fertig war, eine gebrochene Nase, zerschundene Handgelenke, Kratzspuren von Werwolfkrallen und blaue Flecke, nichts lebensbedrohliches. Doch Albus machte sich auch mehr Sorgen um seine Psyche.

Remus lag eine Unterteilung weiter. Poppy hatte es geschafft, ihn wiederzubeleben. Und dank Ginnys Nachricht von Severus hatte sie ihm schnell die richtigen Tränke und Zauber zukommen lassen können. Seine endgültige Behandlung hatte viel Zeit gekostet. Albus mochte sich gar nicht vorstellen, was für Schmerzen der ehemalige Lehrer hatte durchleiden müssen. Die Liste seiner Verletzungen und Krankheiten las sich wie die Einkaufsliste eines makabren Horrorshops: gebrochene Rippen, Silberverbrennung, schwere Lungenentzündung, eitrige Mandelentzündung, Fieber, Stärkungstranküberdosis mit Vergiftung und resultierendem Kreislaufversagen, Riss-, Kratz- und Bisswunden. Zusammen mit der jüngsten Vollmondnacht zu viel für den jungen Mann. Er lag im Koma.

Severus hatte noch immer hohes Fieber, unruhig wälzte er sich neben ihm im Schlaf. Albus nahm das feuchte Tuch von seiner Stirn, kühlte es erneut und wischte dem Tränkelehrer zuerst den Schweiß aus dem Gesicht, ehe er ihn zurück auf dessen Stirn legte. Poppy hatte Ginny zum Glück rasch Anweisungen erteilen können – die Ginny zum Glück auch ausführen konnte – um ein Kreislaufversagen bei Severus zu verhindern. Es war ihr gelungen. Doch das änderte nichts daran, dass seine Liste sich ähnlich schrecklich las wie die von Remus. In vielen Fällen waren die Verletzungen schon so alt, dass Poppy nur noch schwer etwas ändern konnte.

Und alle drei waren sie vollkommen entkräftet, ausgemergelt und abgemagert.

Dumpf blickte Dumbledore wieder auf sein Spiegelbild in der Scheibe. Hatte er wirklich nicht schneller handeln können?


Leise prasselten die Regentropfen gegen die Fensterscheiben, spielten ihr trauriges, einlullendes Lied, ehe sie sich zusammenschlossen und aus dem Blickfeld verschwanden. Trübes Licht fand seinen Weg durch die Fenster, doch wo es ausreichte, da blieben die Kerzen erloschen. Stille lag über dem Zimmer, als würde der Regen sämtliche Geräusche dämpfen, nur durchbrochen von gelegentlichem Rascheln von Bettwäsche oder Kleidung.

Eine bleiche Gestalt lag reglos im Bett, neben ihr ein ebenso regloser Besucher. Still hielt er die Hand des Kranken in der seinen, starr war sein Blick auf dessen Gesicht gerichtet. Man sah deutlich, dass er sich Sorgen machte. Für einen Fremden mochte die Szene anrührend, fast friedlich wirken, getragen von der Melodie des Regens, doch wer die Menschen kannte, wer genauer hinsah, dem entging die Anspannung des Besuchers nicht, der übersah die Zerrissenheit, die Ruhelosigkeit in dessen Augen nicht.

Seit Stunden saß Sirius Black bereits am Bett seines Freundes, hielt dessen Hand, streichelte durch sein Haar und sprach leise mit ihm. Doch jetzt gerade konnte er nicht sprechen, zu wirr und bedrückend waren die Gedanken in seinem Kopf.

Vollkommen verwirrt war er am Vormittag aufgewacht, ehe ihm alles wieder eingefallen war. Und als die Erinnerung zurückgekehrt war, hatte Poppy ihm erst etwas zur Beruhigung geben müssen, ehe er in der Lage gewesen war, ihr zuzuhören. Unendliche Erleichterung hatte ihn gepackt, als er erfahren hatte, dass Remus lebte und Fassungslosigkeit hatte ihn zu ersticken gedroht, als sie ihm mitgeteilt hatte, dass er im Koma lag.

Er selbst hatte sich auch gefühlt wie erschlagen, obwohl er fast zwei volle Tage durchgeschlafen hatte. Seine Nase war gerichtet worden, Peitschenhiebe waren verheilt und Prankenhiebe gut verbunden. Auch die kleineren, aber prekäreren Verletzungen waren versorgt. Alles, was ihm bis jetzt geblieben war, waren die Schwäche und die totale Erschöfung durch Nahrungsmangel und die enorme psychische Belastung.

Dumbledore und Tonks waren bei ihm gewesen und hatten ihn ein bisschen informiert, was so geschehen war und wie es den anderen ergangen war. Gegen Mittag hatte er es dann nicht mehr ausgehalten und gegen Poppys Rat das Bett verlassen, um bei Remus zu sein. Er war in ein extra Zimmer gleich neben Poppys Büro gebracht worden. Dort hatte er den Tag verbracht, dort hatte er über seinen Freund gewacht.

Bis vor kurzem.

Harry hatte ihn besucht, worüber er sich auch sehr gefreut hatte. Er hatte ihm wieder ein paar Neuigkeiten gebracht und erzählt, was in Voldemorts Versteck alles passiert war. Sirius hatte ihm interessiert zugehört, wenn auch mit flauem Gefühl und nicht frei von Schuld, bis Harry den Spiegel erwähnt hatte.

‚Du hast das alles mitangesehen?' hatte er tonlos gefragt.

‚Nicht alles, nur was er mich sehen lassen wollte. Aber ich…'

Als Harry die Worte ausgesprochen hatte, als er leise und unsicher gestottert hatte, dass er wisse, was Rukschow ihm angetan habe, da hatte er ihm nicht mehr in die Augen sehen können. Sein ganzer Körper hatte sich sofort verkrampft und er hatte sich schutzlos und bloßgestellt gefühlt.

Die Sorge, das Bedauern und der leise Klang von Schuldgefühlen hatte ihn nicht mehr erreicht und auch das Geräusch der zufallenden Tür, als Harry schließlich bedrückt das Zimmer verlassen hatte, war ihm völlig entgangen.

Seitdem tobte in seinem Kopf das Chaos. Seitdem konnte er kaum noch einen klaren Gedanken fassen. Die letzten drei Jahre hatte nie jemand davon erfahren und so war es auch gut gewesen. Er wollte diese grässlichen Erinnerungen hinter sich lassen, wollte vergessen. Es war schon schrecklich genug gewesen, die Hilflosigkeit und das Mitleid in Remus' Augen zu ertragen, als er es erfahren hatte. Es zehrte an ihm, dass ausgerechnet Snape derjenige war, der dieses Geheimnis ans Licht gezerrt hatte. Und es missfiel ihm, dass auch Poppy Bescheid wusste.

Und jetzt auch noch Harry!

Wie sollte er sich nun verhalten?

Wie sollte er vergessen, wenn er ständig das Mitleid, die Trauer und die Fassungslosigkeit in ihren Augen lesen musste?

Wie konnte er Harry je wieder in die Augen sehen ohne erinnert zu werden?

Wie konnte er Remus je wieder in die Augen sehen ohne an seine grässliche Schuld erinnert zu werden?

Bisher hatte er sich nur schmutzig gefühlt, jetzt aber konnten andere diesen Schmutz sehen, den er nicht wegwaschen konnte. Er fühlte sich entblößt, und er schämte sich.

Wer wusste noch davon?

Hatte Poppy Dumbledore davon erzählt?

Hatten noch andere zugesehen?

Ihm wurde übel von all diesen Gedanken. Und wenn Remus nicht so hilflos vor ihm liegen würde, hätte er sich auch schon in ein stilles Eck verkrochen, wo er alleine war, wo er nicht gefunden werden würde, solange er nicht gefunden werden wollte.

Aber Remus lag hilflos vor ihm und er brachte es nicht über sich, ihn alleine zu lassen. Nur einmal war er kurz gegangen, als er auf wackligen Beinen zur Toilette gestapft war und auf dem Weg kurz zu Snape geschaut hatte. Der lag noch immer im Fieber, es sank nur sehr langsam.

Da ertönte ein leises Klack und ein leichter Luftzug umspielte seine Füße.

Erschrocken fuhr er herum und erblickte Ginny, mit einem dampfenden Teller auf einem Tablett und einem entschuldigenden Lächeln im Gesicht.

„Tut mir leid, wenn ich dich erschreckt hab. Ich bring dir etwas heiße Suppe, immerhin hast du seit du wach bist noch nichts gegessen. Und du musst doch wieder zu Kräften kommen."

Der würzige Geruch von Brühe stieg ihm in die Nase und ließ seinen Magen sich schmerzhaft zusammenkrampfen. Ein drückendes, Übelkeit erregendes Gefühl stieg ihm die Kehle hoch.

Sachte schüttelte er den Kopf, während er sich den Bauch hielt.

„Ich… kann jetzt nichts essen." presste er gequält hervor.

Schnell stellte Ginny das Tablett auf einen kleinen Tisch und eilte zu Sirius, der auf einmal ziemlich bleich geworden war. Besorgt legte sie ihre Hand auf seine Schulter, so dass er verwirrt und überrascht zu ihr aufblickte.

„Alles in Ordnung? Geht's dir nicht gut?" Noch im selben Moment lachte sie einmal beschämt auf. „Tut mir leid, das war eine dumme Frage."

Irgendwie brachte Sirius ein schwaches Lächeln zustande und wandte sich wieder seinem Freund zu. „Schon okay."

„Du machst dir Sorgen um ihn." stellte Ginny leise fest.

Sirius nickte. „Er ist mein bester Freund, er war immer für mich da. Ohne ihn hätte ich das nicht durchgestanden." Die Vollmondnacht drängte sich ihm wieder auf. „Und ohne mich wäre er vermutlich nicht in diesem Zustand." fügte er leise und voller Schuld hinzu.

Ihre Hand drückte seine Schulter leicht, als wollte sie ihm Mut zusprechen.

„Das ist nicht deine Schuld, Sirius. Die paar Kratzer haben ihn nicht in dieses Bett gebracht, das waren die Erschöpfung der Verwandlung, die Lungenentzündung und die Überdosis Stärkungstrank. Mach dir keine Vorwürfe. Du trägst keine Schuld."

Er schnaubte resigniert. Sie mochte schon Recht haben mit dem, was sie da sagte, aber er trug die Schuld daran, dass Rukschow sich an ihm vergriffen hatte. Und das wog noch viel schlimmer!

„Er hat viel durchgemacht, aber er ist stark. Er wird wieder aufwachen, Sirius, davon bin ich überzeugt!"

„Das hoffe ich, Ginny, das hoffe ich wirklich!"


Das war's für's erste, oder besser, bis zum nächsten Kapitel. Wie fandet ihr es?

lg

Bella