Der wahre König
Mit jedem Fingerzeig erschuf ich einen neuen Lichtpunkt, den ich fein säuberlich an den nächsten reihte, bis sie, alle in regelmäßigen Abständen zueinander, die Dunkelheit etwas erhellten. Ich richtete ihren Strahl auf das dunkle Wasser, das dadurch fast strahlend weiß erschien, aber die Oberfläche des Flusses blieb nach wie vor unverändert glatt. Während ich weiterhin geduldig auf die Wiedergeburt des Königs wartete, schlug ich die Beine übereinander und kreuzte die Arme vor der Brust. In sitzender Haltung einige Fuß über dem Untergrund schwebend sah ich mich um.
Der Grund des Kokytos hatte sich seit meinem letzten Besuch verändert. Die hohe Treppe war verschwunden, ebenso wie alle Kristalle und die Dornenranke – und nicht zuletzt Mana in ihrem Kokon. Ihre gescheiterte Wiederbelebung, die sie aus ihrem Gefängnis hier unten fast gänzlich befreit hatte, hatte anscheinend alles wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Und das bedeutete, dass hier – neben dem Wasser des Kokytos selbst – völlige Dunkelheit und Leere herrschte.
Ich seufzte tief und schloss die Augen.
Gai lässt sich wirklich viel Zeit. Vielleicht hätte ich vorher doch noch Shuichiro aufsuchen und ihn –
… an meiner Seite …
Da war es wieder. Die drei Worte, die ich schon beinahe wieder vergessen hatte, hallten leise in meinen Gedanken wider. Gleichzeitig erschienen diese sanften grünen Augen, die direkt in meine Seele zu blicken schienen. Ich konzentrierte mich darauf und langsam wurden mehr Konturen erkennbar: eine zierliche Nase, zart rosa Wangen, volle Lippen, der Anflug eines Lächelns …
Das Wasser des Kokytos begann plötzlich heftig zu brodeln, was mich meine Aufmerksamkeit darauf richten ließ. Wahrscheinlich war diese Vision nur eine Erinnerung aus meinem alten Leben, die ich ohnehin besser wieder vergessen sollte, auch wenn sie mich auf eine seltsame Art und Weise nicht losließ.
Lächelnd beobachtete ich, wie in kurzer Entfernung zu mir eine Person aus dem Wasser auftauchte. Kaum hatte Gais Haaransatz die Oberfläche durchbrochen, hörte das Brodeln auf. Das Wasser reichte ihm schließlich bis zur Taille, als er mit leicht nach vorn gebeugtem, nacktem Oberkörper nach unten starrte. Er trug immer noch Manas Kreuzanhänger um seinen Hals, von dem sich ein Wassertropfen löste und mit einem leisen Geräusch zurück in den Kokytos fiel. Seine Haare, die die rechte Hälfte seines Gesichts vollständig bedeckten, hatten ihre Farbe von blond zu weiß geändert, ansonsten konnte ich keine Veränderung seiner Erscheinung feststellen.
Die Wiedergeburt des zukünftigen Königs schien tatsächlich geglückt zu sein.
„Bist du also endlich erwacht, neuer König – Gai Tsutsugami?"
Er hob bei meinen Worten den Kopf fast unmerklich und richtete seinen Blick auf mich. „König?", gab er tonlos zurück.
„Mana wird auch bald im Kokytos wiedergeboren", erklärte ich ihm vergnügt. „Das ist das Gesetz der Natur, der Wille der menschlichen Rasse, sich weiterzuentwickeln. Du wirst bald König und weder du noch wir können das verhindern … auch nicht Mana", fügte ich hinzu, da ich inzwischen wusste, wie sehr ihm dieses Mädchen nach wie vor am Herzen lag. Auch wenn diese Feststellung nicht ganz der Wahrheit entsprach, würde Gai dennoch davon ausgehen, dass es keinen Ausweg für ihn oder Mana gäbe. Einmal wiedergeboren zu werden sollte als Beweis für die unendliche Macht Da'aths ausreichen, auch wenn diese ihre Grenzen bei der Wiederbelebung Adams fanden. Welche besonderen Umstände zu der seinen geführt hatten, würde ich ihm jedenfalls nicht mitteilen.
Gais Blick senkte sich wieder. Ich konnte tiefe Traurigkeit aus seinen Worten heraushören. „Also ist mein Kampf … immer noch nicht zu Ende?"
„Nicht solange Mana ihre Aufgabe nicht erfüllt hat und die Apokalypse über diese Welt hereingebrochen ist", bestätigte ich. „Ich weiß, dass dir viel an Mana liegt und du ein Mann bist, der alles tut, was nötig ist, um sein Ziel zu erreichen. Ist es nicht so?"
Gai schwieg, während er seinen Blick immer noch gesenkt hielt. Er schien tief in seinen Gedanken versunken zu sein. Ich grinste und ließ in meiner rechten Hand einen roten Apfel erscheinen. Als dieser langsam auf Gai zuschwebte, folgten dessen helle Augen aufmerksam jeder seiner Bewegungen.
„Gai Tsutsugami", begann ich feierlich. „Schwörst du, die Menschheit auszulöschen, damit sie sich nach ihrem Willen weiterentwickeln kann, und für immer an Manas Seite zu sein?"
… an meiner Seite …
Ich hielt erschrocken inne, als diese Stimme sich abermals in meine Gedanken drängte. Doch noch bevor ich darüber nachdenken konnte, gab Gai ohne zu zögern die Antwort, die das Schicksal der Menschheit besiegeln sollte.
„Ja."
. . .
. . .
Lächelnd stand ich an Shuichiros Seite und blickte auf die Frau im weißen Kittel, die auf seinen Ruf hin gerade den Raum betreten hatte. Ihre dunklen Augen ruhten kurz auf Shuichiro, bis ihr Blick schließlich zu mir schwenkte und dort verharrte. Ihr Gesichtsausdruck war ernst, was darauf hindeutete, dass sie wahrscheinlich bereits nichts Gutes ahnte. Trotzdem erstaunte mich etwas an ihrem Blick, das ich nicht so recht deuten konnte.
Es kam mir fast so vor, als würde sie mich nicht zum ersten Mal sehen.
Schnell verscheuchte ich diesen unsinnigen Gedanken wieder. Ich trat einen Schritt vor, ohne den Blickkontakt zu ihr abzubrechen, und deutete eine Verbeugung an.
„Es freut mich, dass Sie unserer Einladung nachgekommen sind, Dr. Ouma."
„Um was geht es?", gab sie ohne Umschweife zurück, während sie mich keine Sekunde aus den Augen ließ. Ich konnte ihr Misstrauen förmlich spüren, auch wenn sie es nicht offen zeigte.
Ich hatte mich also doch nicht getäuscht.
„Mein Name ist Yuu", stellte ich mich höflich vor. „Ich bin ein Gesandter Da'aths. Wir kooperieren schon seit geraumer Zeit mit Ihrem Bruder Shuichiro, um die Evolution der Menschheit voranzutreiben. Und nun könnten wir Ihren klugen Sachverstand als Wissenschaftlerin benötigen", fügte ich schmeichelnd hinzu, wovon sie sich natürlich nicht beeindrucken ließ. Ich legte eine Sprechpause ein, da ich Gegenfragen ihrerseits erwartete – doch zu meiner großen Überraschung kam nichts Dergleichen.
„Tut mir leid, ich habe kein Interesse", wies sie mich harsch ab. Sie hatte sich bereits umgewandt und war einige Schritte Richtung Tür gegangen, als Shuichiros Worte sie zurückhielten.
„Es geht darum, Shu von seiner Bürde als König zu befreien, Haruka. Ist das auch nicht in deinem Sinne – als die Frau, die ihn großgezogen hat?"
„Du bist dafür verantwortlich, dass er nun schon seit Tagen in dieser Quarantänezone eingesperrt ist!", schrie sie ihn an, während sie mit wutverzerrtem Gesicht herumfuhr. „Du weißt genauso gut wie ich, dass sich der Virus nicht durch Körperkontakt ausbreitet, also setz diesem Unsinn endlich ein Ende!"
„Das ist ihm leider nicht so ohne Weiteres möglich", entgegnete ich ruhig, was mir einen zornig funkelnden Blick ihrerseits einbrachte.
„Und warum nicht?!"
„Es ist wichtig, bestimmte Personen darin festzuhalten, bis ein gewisses Projekt von uns fertiggestellt ist. Ihr Sohn ist einer dieser bestimmten Personen." Ich konnte sehen, wie sich ihre Augen vor Überraschung kurz weiteten, dann wurde ihr Blick wieder ernst.
„Sie halten ihn also nur dort fest, weil er das Void-Genom besitzt?!"
„Ganz recht", erwiderte ich lächelnd, vergrub die Hände in meinen Manteltaschen und ging mit langsamen Schritten um sie herum, während sie mich abermals keinen Moment aus den Augen ließ. „Doch wenn Sie uns bei unserem kleinen Projekt behilflich sind, wird Shu nicht nur die Quarantänezone wieder verlassen können, sondern auch frei von der Bürde des Void-Genoms sein. Klingt das nicht auch in Ihren Ohren fantastisch, Dr. Ouma?"
Sie presste die Lippen aufeinander, als wollte sie mit aller Kraft verhindern, mir zustimmen zu müssen. Nachdem klar wurde, dass sie nichts entgegnen würde, sprach ich schließlich weiter.
„Es amüsiert mich immer wieder, wenn ich mit der Sturheit der Ouma-Familie in Kontakt komme. Ihr verstorbener Gatte war genauso."
Hab ich dich!, triumphierte ich in Gedanken, als Haruka bei diesen Worten ihre Deckung gänzlich fallen ließ und entsetzt die Hände vor den Mund schlug. Nichtsdestotrotz war ein erschrockener Laut deutlich zu hören. Ich hatte sie inzwischen einmal umrundet und stand nun an Shuichiros anderer Seite, der seine Schwester nur ausdruckslos anstarrte. Seit seinem Versagen als Adam war er wirklich sehr schweigsam geworden.
„Du kanntest … Kurosu …?", brachte sie schließlich mit unsicherer Stimme hervor.
„Ich war der Auslöser dafür, dass er sich mit dem Virus beschäftigt und schließlich den Schlüssel zur Erschaffung des Void-Genoms gefunden hat. Ich war sozusagen seine Muse", erwiderte ich und lachte amüsiert auf. Auch wenn ich die meiste Zeit über zu Kurosus Rücken gesprochen hatte, weil er mir nur selten die Ehre erwiesen hatte, sich bei meinen zahlreichen Besuchen zu mir umzudrehen, war ich mir sicher, dass ihm dieser kleine Witz ebenfalls gefallen hätte.
Nun ja, vielleicht hätte er es aus seiner Perspektive etwas ernster gesehen als ich.
„Als Kurosus Frau muss es doch Ihr größter Wunsch sein, seine Träume für ihn zu verwirklichen, oder nicht, Dr. Ouma?", sprach ich weiter, während ich meine Hände aus dem Taschen nahm und sie lose hinter dem Rücken verschränkte. „Er wollte vor allen Dingen seine Kinder beschützen, Shu und Mana. Und auch wenn es für Mana bereits zu spät ist, kann Shu immer noch ein friedvolles Leben führen, wenn er die Macht des Königs an jemand anderen abträte …"
Auch wenn es mir Vergnügen bereitete, Haruka bei ihrem inneren Zwiespalt zwischen Angst und Erleichterung, Wut und Freude, Zweifel und Hoffnung zu beobachten, wollte ich die Sache langsam hinter mich bringen. Ihre Unterstützung war keinesfalls zwingend notwendig für meine Pläne, würden sie aber um ein Vielfaches beschleunigen. Außerdem wusste ich die Loyalität und Liebe einer Mutter in diesen Dingen sehr zu schätzen. Ich lachte leise in mich hinein, als ich an den riesigen roten Endlave dachte, der als Prototyp aller nachfolgenden Modelle verwendet worden war.
Du warst mir damals wirklich eine große Hilfe, Saeko – oder sollte ich besser sagen: Past …?
„Ihr habt also einen Ersatz für Shu gefunden." Harukas Stimme klang wieder so gefestigt wie am Anfang, ihr Blick war entschlossen auf mich gerichtet. „Was habe ich nun mit dieser ganzen Sache zu tun?"
„Du wirst mir helfen, eine Verbindung von dieser Welt in die Unterwelt herzustellen", brachte Shuichiro sich plötzlich wieder ein. „Ich kenne den Vorgang bereits, nur die Parameter müssen neu berechnet und der Raum dahingehend angepasst werden."
„Unterwelt …?", wiederholte sie stockend, als plötzlich Verständnis in ihren Augen aufblitzte. „Willst du damit andeuten, dass …?!"
Shuichiro nickte. „Wir werden den wahren König von den Toten wiederauferstehen lassen."
„Aber … wer …?"
Ich legte den Kopf schief, während ich mit einem leichten Lächeln in Harukas vor Schrecken geweitete Augen blickte und ihr die Antwort gab, die sie vielleicht sogar schon ahnte.
„Gai Tsutsugami."
. . .
. . .
Der Schutt knirschte laut unter meinen Füßen, als ich gemächlich durch das Trümmerfeld schlenderte. Es war bereits Nacht, weshalb sich die Umrisse der in sich zusammengestürzten Hochhäuser nur noch schemenhaft in der Ferne abzeichneten. Im blassen Mondlicht wirkte die Ruine, welche die Energiequelle, freigesetzt durch Manas gescheiterten Wiederbelebungsversuch, entstehen lassen hatte, wie ein Ausschnitt aus der Unterwelt.
Während ich durch diese bizarre Landschaft spazierte und meinen Blick über die Überreste des Tors zur Hölle schweifen ließ, erregte etwas ganz anderes meine Aufmerksamkeit: auf dem Boden schimmerte etwas sanft violett.
Gefunden.
Lächelnd bückte ich mich nach dem kleinen Gegenstand, der wie ein violett leuchtender Stern in all dem grauen Schutt um ihn herum wirkte. Zwischen Daumen und Zeigefinger eingeklemmt hob ich den violetten Ring dicht an die Augen, um ihn zu begutachten. Es war einer der beiden Ringe, die aus dem Meteoriten entstanden waren, um Eva zu kontrollieren. Und auch dieses Mal würde er wieder von großem Nutzen sein. Trotz seiner Zierlichkeit war deutlich zu erkennen, dass er aus winzigen, violetten Kristallsplittern zusammengesetzt war, von denen ein paar wenige leuchteten.
„Schau mal, Mana …" Trotz meiner leisen Worte war die Stille um mich herum so tief, dass sie beinahe laut klangen. „Shu sammelt gerade deine verstreuten Splitter, um sie denen hinzuzufügen, die er bereits hat. Anscheinend beginnt er endlich, sein volles Potential auszuschöpfen! Trotzdem reicht es noch nicht. Mehr …" Mit einem leisen Seufzer schloss ich meine Hand fest um den Ring und richtete mich auf. Mein Blick schweifte in die Ferne, wo sich hinter all den Trümmern und zerstörten Gebäuden irgendwo die Tennozu-Schule verbarg, in der sich Shu und alle anderen verbarrikadiert hatten. „Wir müssen den Druck auf ihn aufrechterhalten", sagte ich so entschlossen, als ob ich jemanden anweisen würde und nicht völlig allein mitten in der Nacht in der Sperrzone stünde.
Bisher verlief alles nach Plan.
Gais Wiederbelebung stand kurz bevor und Shuichiro hatte in seiner neuen Position als General Japans veranlasst, das Gebiet des erneuten Virusausbruches weiträumig abzuriegeln. Spezielle Endlaves und anderweitige Sicherheitsmaßnahmen sorgten nun seit Wochen dafür, dass dieses Gebiet immer kleiner wurde. Die Vorräte und Medikamente gingen immer mehr zur Neige und die Zahl der zivilen Opfer stieg stetig, sodass die Angst die eingesperrten Menschen dazu zwang, sich zusammenzurotten.
Und bei wem könnte man größeren Schutz genießen als in der Nähe des Void-Prinzen? Du kümmerst dich gut um deine Untertanen, nicht wahr, Shu Ouma?
Ich blickte auf den sanft schimmernden Ring in meiner Hand. Seine leuchtenden Teile zeigten deutlich, dass Manas Bewusstsein sich bereits auszubilden begonnen hatte. Ich grinste amüsiert bei der Vorstellung daran, dass das unschuldige Mädchen Inori – Shus geliebte Fälschung – inzwischen sicher nicht mehr ganz so unschuldig war, wenn Manas Bewusstsein sich bereits in ihr eingenistet hatte und von Tag zu Tag stärker wurde. Mit einem letzten Blick auf den Ring schloss ich meine Hand schließlich wieder.
Bis zu deiner Wiedererweckung hast du sicher viel Spaß mit deiner Puppe, Mana.
. . .
. . .
„Shuichiro hat dir einen wirklich schönen Thronsaal angefertigt, findest du nicht auch?" Mit den Händen in den Manteltaschen sah ich mich aufmerksam um. Der Boden war mit sechseckigen, bläulichen Glasplatten ausgelegt und in der Mitte des riesigen Raumes ragten mehrere Säulen unterschiedlicher Größe in die Höhe, zwischen denen wir gerade standen. Der Raum besaß keine Decke, sodass in diesem Moment das einfallende Mondlicht alles um uns herum wie Kristalle schimmern ließ.
Schließlich wandte ich mich wieder dem Mann in der weißen Robe vor mir zu. „Es war wirklich klug von dir, den Kontakt zu Arisa Kuhouin herzustellen und durch sie an die nötigten Informationen zu gelangen, Gai Tsutsugami."
Er hatte die ganze Zeit über den Blick stumm zu Boden gerichtet, hob ihn aber jetzt wieder und fixierte mich. Die rechte Gesichtshälfte war von seinen weißen Haaren vollständig bedeckt, doch ich hatte inzwischen bemerkt, dass seine Wiedergeburt Spuren an seinem Körper hinterlassen hatte: eine dunkle Kristallschicht überzog seine rechte Gesichtshälfte und sein rechtes Auge hatte sich rot gefärbt. Wahrscheinlich waren dies die Auswirkungen seiner vorherigen Virusinfektion, die bei seiner Wiedergeburt übernommen worden war und sich nun so zeigte. Im Nachhinein betrachtet bot das sogar den großen Vorteil, dass er auf diese Weise immer noch Voids sehen konnte, was ihm gerade für seine nächste Aufgabe von Nutzen sein würde.
„Ist es nun soweit?", gab er tonlos zurück.
„Ich habe den Maximalwert der Genom-Resonanz bei Tennozu gemessen. Die Index-Variation liegt bei 281", teilte ich ihm mit, während ich meine rechte Hand hob. Das Symbol auf meinem Handrücken begann zu leuchten, woraufhin Gais Void sofort darauf reagierte. Ein helles Leuchten ging von seiner Brust aus, was ein heftiges Kribbeln in meiner Hand zur Folge hatte. „Ich muss sagen … Du hast wirklich hervorragende Arbeit geleistet …" Mit einem breiten Lächeln griff ich tief in seine Brust. Silberne Stränge schossen daraus hervor und wanden sich um uns, bis ich schließlich sein Void zu fassen bekam und es herauszog. Gai verzog bei der Extraktion für einen kurzen Augenblick schmerzvoll das Gesicht, ließ sich ansonsten aber nichts anmerken. Ich warf einen kurzen Blick auf die Waffe, dann übergab ich sie ihm.
Wir hatten den Plan bereits besprochen. Er wusste, was zu tun war.
„Geh, Gai Tsutsugami", wies ich ihn mit einem neckischen Grinsen an. „Geh und hol dir deine Krone!"
