Die folgenden Wochen waren der pure Streß. Man glaubt ja gar nicht was man alles wegen einer Hochzeit bedenken musste. Es war echt ein Wunder, dass trotz Collagestreß und Hochzeitsvorbereitungen Mark und ich noch Zeit für uns hatten. Eines abends lies ich mich total erledigt aufs Sofa fallen. Mark setzte sich neben mich. Ich kuschelte mich an ihn und merkte, wie ich kurz vor dem Einschlafen war. Seine Gegenwart war einfach zu beruhigend. Mark stubste mich leicht an.
„Süße. Das du in meiner Seite einschläfst einfach so einpennst, ist nicht gut für mein Ego", sagte er gespielt gereizt.
„Aber mein Schatz." erwiderte ich unschuldig, „Das zeigt doch nur wie sehr ich dir vertraue."
Seine Hand glitt über meinen Oberschenkel und dann Richtung Innenseite.
„Du könntest es mir auch auf eine andere Art und Weise beweisen."
Es wa nicht schwer zu deuten, was er damit meinte. Ich stand auf und setzte mich so auf seinen Schoß, dass ich ihn ansehen konnte. Als ich öffnete meine Haarspange und meine braunen, langen Haare ergossen sich wie ein Wasserfall über meine Schultern.
„Das worüber du da sprichst, dass könnten wir gleich jetzt und hier tun."
Meine Stimme war etwas belegt vor Erregung. Ja. Ich war müde und wollte nur noch ins Bett und schlafen. Aber auf der anderen Seite war das hier Mark, der Mann den ich liebte und den ich bald heiraten würde. Letzten Endes siegt doch die Müdigkeit und ich stand auf. Mark sah mich so enttäuscht an, dass mir die Abfuhr, die ich ihm eben erteilt hatte aufrechtig leid. Ich stellte mich dich dicht vor ihn hin und legte liebevoll eine meiner Hände auf seine Wange.
„Ein anderes Mal."
Mein Verlobter murmelte etwas Undeutliches, was wahrscheinlich so viel hieß wie „Mit mir kann mans ja machen". Dann stand er auf und gab mir einen Kuss. Dann lächelte er mich an.
„Ich verlasse mich darauf."
Ich zwinkerte ihm zu.
„Da kannst du dich auch drauf verlassen"
Nachdem Mark gegangen war, nahm ich noch ein schönes warmes Bad und ging dann schlafen. Als ich im Bett lag, war ich über toten Punkt hinweg. Oder anders ausgedrückt. Ich war nicht mehr müde. Genervt schnappte ich mir ein Buch und lernte für meine nächste und letzte Klassur. Ich konnte immer noch nicht fassen, dass ich mit meinem Sportstudium bald fertig war. Als ich angefangen hatte zu studieren, war mir bewusst gewesen, dass ein Unfall ganz schnell meine Karriere als Sportlerin beenden könnte. Deshalb studierte ich Sport und Geschichte auf Lehramt. Erst hatte ich doch Zweifel gehabt diese Richtung einzuschlagen. Doch das hatte nur solange gedauert bis ich mein 1. Praktikum begonnen hatte. Nun war ich Feuer und Famme für diesen Beruf. Ich hatte nebenbei noch einen Kurs in Selbstverteidigung und Bogen schießen belegt. Das 1. weil sich eine Zeit lang ein Perverser in der Nähe vom Collage herum getrieben hatte. Den Kurs in Bogen schießen hatte ich gemacht, weil Mark daran teilnehmen wollte, es ihm aber zu blöd war, da alleine hinzugehen. Irgendwann war ich so müde, dass mir die Augen zu fielen. Aus keinem bestimmten Grund musste ich vor dem Schlafen an Van denken und wie es ihm wohl ging. In dieser Nacht träumte ich eine Menge wirres Zeug. Doch an einen Traum kann ich mich deutlich erinnern.
Ich stand auf einen Balkon. Über mir am Himmel stand nicht nur der Mond, sondern auch die Erde. Plötzlich sah ich jemanden im Dunkeln auf mich zukommen.
„Wer ist da?", rief ich.
Jemand trat ins Licht und nun wusste ich, dass es ein Traum war. Denn es war Van und er sah noch genauso aus wie damals, als ich ihn das letzte Mal gesehen hatte. Van sah mich ungläubig an.
„Hitomi? Bist du das? Du hast dich gar nicht verändert."
„Ja. Bin ich.", erwiderte ich.
Auf Grund seiner Worte runzelte ich die Stirn. Ich sah an mir herab.
„Ich hab mich verändert."
Ich deutet auf ihn.
„Für mich siehst du aber auch noch aus wie früher"
Beim Nachdenken ging ich ein Stück auf und ab.
„Ich weiß, dass ich im Bett liege und schlafe. Also träum ich das Ganze nur.", sagte ich mir zu mir selbst.
Nun runzelte auch Van die Stirn.
„Auch ich . Sehr merkwürdig."
Er fuhr sich mit einer Hand durch die Haare.
„Wir träumen also von einander. Wieso jetzt nach all diesen Jahren?"
Er hob beschwichtigend die Hände.
„Nicht das ich was dagegen hätte. Ganz im Gegenteil"
Ich lächelte
„Schon klar. Ich weiß was du meinst"
Er lächelte ebenfalls.
„ mir hat sich in den letzten Jahren nicht viel verändert. Wie sieht es bei dir aus? Wolltest du mir etwas sagen? Vielleicht nur unbewusst."
Ich holte tief Luft
„Ich werde heiraten"
Van klappte der Unterkiefer runter.
Ich wollte es ihm gerade erklären, da wachte ich auf.
