Verzeihung!

„Nein, Laura, das nützt mir auch nichts, wenn ich ihnen sage, dass du Schuld bist."

Emma war rot vor Wut. Warum hatte sie sich nur von Laura überreden lassen. Ihre Eltern würden stinksauer auf sie sein und sie konnte froh sein, wenn sie morgen keinen Heuler bekam und sich vor der ganzen Schule schämen musste.

Laura wusste nicht, was sie noch sagen sollte. Sie hatte ihre liebe, gutmütige Emma in solche Schwierigkeiten gebracht.

Sie schämte sich so.

Lieber wäre sie selber bestraft worden, lieber hätte sie jeden Abend Nachsitzen.

Emma hatte Tränen in den Augen und mit einem kurzen „Gute Nacht" stürmte sie in den Mädchenschlafsaal davon.

Laura ging ihr ein paar Minuten später nach, aber sie wusste, dass sie die Freundin jetzt in Ruhe lassen musste.

Hoffentlich konnte Emma ihr verzeihen. Ich bin eine lausige Freundin, dachte Laura traurig. Sie wollte sich nun einfach nur noch in ihr Bett legen. Warumnur hatte sie Emma überreden müssen mit ihr zu schwimmen?

Als sie in den Schlafsaal kam, sah sie Emma auf dem Bett liegen und schluchzen.

Es tat Laura weh das zu sehen, und sie zog sich schnell den Pijama an, putzte sich die Zähne und glitt unter ihre Bettdecke.

Lange lag sie dort so und lauschte den langsam seltener werdenden Schluchzern des anderen Mädchens und sie lauschte dem Wind, der pfeifend um die alten Schlossgemäuer strich. Sie fühlte sich mies.

Als sie es nicht mehr aushielt im Bett, tapste sie mit nackten Füssen zu Emmas Bett und setzte sich.

Emma schluchzte in ihr Kissen.

Laura streckte ihre Hand zu Emmas Schulter und streichelte sie sanft.

"Ich kann verstehen, dass du mich jetzt hasst. Ich war so dumm, aber ich wollte es doch nur toll haben mit dir. Ich habe einfach nicht an die Folgen gedacht." Laura blinzelte und hielt Emmas Hand.

Sie war erleichtert, dass Emma sie nicht weg zog.

"Bitte, bitte verzeih mir."

Lange Zeit sprach niemand. Es kam Laura wie eine Ewigkeit vor und sie platzte innerlich fast vor Spannung.

Endlich drehte Emma sich um.

„Na ja, du bist ja nicht alleine Schuld, aber weißt du, ich habe ziemlich strenge Eltern. Und mein Super-Bruder hat eben nie etwas angestellt und sie sind so stolz auf ihn."

Emma rieb ihre roten Augen. "Ich wollte sie eben nicht enttäuschen. Ich will ihnen beweisen, dass ich auch eine gute Hexe bin."

Laura senkte die Augen. „Kannst du mir bitte verzeihen?" Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

Als Laura ihren Blick langsam wieder hob, nickte Emma leicht.

"Du hast mich ja nicht gezwungen, Laura, ich war selber dumm. Außerdem war das ja ziemlich knapp heute, nicht wahr? Ich wäre wahrscheinlich untergegangen im Wasser ohne dich." Emma war auch ein wenig verlegen, sie konnte wirklich nicht Laura für die ganze Misere verantwortlich machen.

"Ja, ich glaube wir hatten ziemlich Glück, wenn wir nicht so nah am Ufer gewesen wären, wären wir bestimmt beide abgesoffen." Laura war froh, dass die Freundin ihr nicht die ganze Schuld gab. Es fiel ihr ein richtig großer Stein vom Herzen.

"Ich kann nicht so super schwimmen, weißt du, und als ich keinen Boden mehr unter den Füssen hatte, bekam ich plötzlich solche Angst. Wenn du mich nicht von hinten gepackt hättest, ich glaube, ich hätte dich bestimmt unter Wasser gedrückt." Emma wurde bei dem Gedanken ganz mulmig zumute.

Beide Mädchen sagten eine Weile nichts, und waren froh, dass nichts Schlimmeres passiert war.

"Haben wir mal in der Muggelschule durch genommen, ist halt eben doch nicht so schlecht, wenn man ab und zu aufpasst in der Schule," sagte Laura und lächelte ihre Freundin an.

Laura hatte wunderbar geschlafen, allerdings nicht sehr viel.

Laura und Emma hatten noch lange geredet nach ihrer Versöhnung. Beide hatten von ihren Familien erzählt und hatten wieder festgestellt, wie verschieden das Leben in einer Muggelfamilie im Gegensatz zu einer Zaubererfamilie war.

S s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s

Zum Glück war heute Sonntag und nachdem sie ausgiebig gefrühstückt hatten, saßen sie in den bequemen Sesseln im Gemeinschaftsraum.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Körperstrafen in Hogwarts erlaubt sind, der hat doch nur geblufft," sagte Emma und zog ihre Beine an, die vom Feuer, welches vor sich her züngelte, ziemlich heiß geworden waren.

„Ausserdem ist der ja nicht unser Hauslehrer. Wenn dich schon jemand bestraft, dann McGonagall, oder?"

Laura wurde beim Gedanken an diese Drohung ein bisschen rot. "Meinst du? Ich schätze Snape nicht gerade als jemanden ein, der lehre Drohungen macht."

„Um genau zu sein, sind Körperstrafen in Hogwarts seit 1966 verboten, steht in 'Geschichte von Hogwarts`."

Die beiden Mädchen drehten sich verwundert um.

Scheinbar war ihr Gespräch belauscht worden. Hermine setzte sich zu Laura in den Doppelsessel.

„Hat Snape dir wirklich Prügel angedroht, Laura? Das darf der doch gar nicht, seltsam, nicht wahr?" Hermine sah nachdenklich aus.

Laura war das ein bisschen peinlich. Sie mochte das Mädchen, aber ein bisschen rote Wangen bekam sie trotzdem.

Sie blieb Hermine aber eine Antwort schuldig, da ein größeres Mädchen, das Laura noch nicht kannte, zu ihnen trat und fragte „Du bist doch Laura Smethurst, nicht wahr?"

Sie sah Laura fragend an und hielt ihr einen Brief hin.

„Ja, danke, von wem ist der?" Laura war ziemlich verwundert, wer würde ihr etwas schreiben?

„Von Snape," sagte das Mädchen drehte sich um und ging davon.

Hermine und Emma sahen Laura neugierig an.

„Mach schon auf," drängte Emma gespannt und obwohl es Laura ein bisschen unangenehm war, öffnete sie den Brief vor den Freundinnen.

„Und?" fragte nun auch Hermine ungeduldig.

„Er will, dass ich heute Abend in sein Büro komme. Was der wohl von mir will?" Laura tönte in bisschen besorgt.

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Schon wieder Snape?

Sonntag. Endlich! Kinderfreier Tag, oder wenigstens fast!

Was sollte er Laura bloß sagen? Zu viel auf keinen Fall, ging sie schließlich nichts an. Er war nun mal ihr Vater, ändern konnte man das nicht.

Nun musste er sich mit einem Kind rumschlagen, er! Dabei hatte er doch ganz klar nie Kinder gewollt!

Natürlich waren da noch ihre Verwandten, aber die waren Muggel, was wussten die schon? Was konnten die Laura schon von der Zauberwelt lehren? Außerdem schienen sie sowieso nicht viel Interesse an dem Mädchen zu haben.

Nicht dass er interessiert wäre, aber wenn die Leute wussten, dass sie seine Tochter war, würde er auch dafür sorgen, dass sie ihm keine Schande machte, jawohl.

Und Laura schien einen Hang zum Regeln brechen zu haben und das musste er sofort abstellen.

Bald würde sie erwachsen sein und eine gute Hexe, dafür würde er sorgen. Nur ein paar wenige Jahre! Das würde er wohl schon hinkriegen.

Mit entschlossenem Gesichtsausdruck legte Severus das Buch zur Seite, in dem er sowieso nicht richtig gelesen hatte, da seine Gedanken sich immer wieder selbstständig gemacht hatten.

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Diesen Sonntag würden sie sich aber durch nichts verderben lassen. Laura verbannte den Gedanken an Snape fürs Erste.

Die drei Mädchen sowie Harry und Ron hatten sich mit Hagrid verabredet.

Sie aßen zuerst steinharte Kekse, danach trugen die Kinder Äste zusammen, welche Hagrid am Waldrand abgeschnitten hatte und damit machten sie nun einen großen Haufen. Sie schwitzten und Fang rannte bellend um die Kinder herum.

Sie gingen nicht in die Halle zum Abendessen, sondern brieten Kartoffeln und Würste mit Hagrid und genossen das kleine Abenteuer mit dem Halbriesen, der die Kinder richtig in sein riesiges Riesenherz geschlossen hatte.

Hagrid stocherte mit einem grossen Ast, der schon eher ein kleiner Baum war in der Asche. Plötzlich schlug sich Laura die Hand vor den Mund und der Riese erschrak ein wenig. Hatte ein davon fliegendes Aschestücklein das Mädchen getroffen?

"Scheisse! Snape, hab ich total vergessen!" schrie Laura beinahe.

Sie warf die halbe Wurst Fang zu, der schon lange sabbernd den Kindern zugesehen hatte, und die Wurst direkt aus der Luft schnappte und herunter schluckte.

Laura verabschiedete sich hastig von den Anderen und rannte ins Schloss, so schnell sie konnte und zu den Kerkern hinunter.

Verdammt, wie hatte sie das nur vergessen können.

Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals und das nicht nur wegen dem Rennen.

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Snape ärgerte sich derzeit. Seit über 10 Minuten wartete er auf dieses unverschämte Kind.

Dass sich auch ein bisschen Sorge in seine Gedanken schlichen, da er sie ja schon beim Abendessen nicht gesehen hatte, verdrängte er mit seinem Ärger.

Sie war bestimmt mit den anderen Störenfrieden, diesem Potter und diesem rothaarigen Übel unterwegs und heckte irgendeinen Unsinn aus. Es gefiel ihm nicht wirklich, dass sie sich ausgerechnet mit dem Sohn seines Schulfeindes James Potter angefreundet hatte.

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Laura stürzte ohne zu klopfen in Snapes Büro und blieb keuchend stehen. Sie prustete ein „Entschuldigen Sie, Sir" und blieb mit roten Wangen vor Snapes Schreibtisch stehen.

Ihr Magen verkrampfte sich ein wenig, als sie Snapes strengem Blick begegnete.

Snape sah sie scharf an, er musste aber mit ganzer Kraft ein Lächeln unterdrücken. Sie roch wie ein Grillwürstchen. Seine Augenbraue wanderte Richtung Haaransatz.

„Was ist mit Ihnen passiert, Laura, Ihre Haare sind ja angesengt, Ihr Gesicht ist ganz voller Ruß und Dreck. Außerdem klopft man an und wartet die Erlaubnis einzutreten ab und platzt nicht einfach so in ein Zimmer. Und waschen Sie sich gefälligst das nächste Mal, bevor Sie in meinem Büro erscheinen, ist das klar?"

Laura nickte verlegen, sie war auch ein bisschen irritiert, weil Snape sie beim Vornamen genannt hatte.

„Eine verbale Antwort, wenn es ihnen beliebt," sagte er ungeduldig.

„Ja, Sir, wir haben mit Hagrid ein großes Feuer gemacht, Sir, das hatte riesige Flammen."

Laura war immer noch total fasziniert von dem tollen Nachmittag, dass sie fast vergaß, wem sie da von ihren Erlebnissen erzählte. Es platzte alles so schnell aus ihr heraus und ihre Augen leuchteten vor Begeisterung.

Snape stand von seinem Stuhl auf und trat auf Laura zu die, ohne es richtig zu merken, ein wenig zurück wich. Er legte eine Hand auf ihre Schulter und führte sie zu seinem schwarzen Ledersofa.

"Wäre aber gut, wenn Sie nicht als lebende Fackel enden würden," sagte Snape trocken.

Er platzierte Laura auf dem Sofa und setzte sich neben sie. Laura war ein bisschen irritiert und sah den Lehrer fragend an.

„Aber wieso interessiert Sie das, Sir, ich bin doch eine Gryffindor. Außerdem pass ich schon auf mich auf. ....Das hab ich ja bis jetzt auch immer gut geschafft," fügte sie noch schnell hinzu.

Sie sah Snape an und er erkannte einen Funken Trotz in ihren schwarzen Augen.

"Das ist nun schon das zweite Mal, dass Sie zu spät kommen. Wagen Sie es ein drittes Mal, werden die Konsequenzen ziemlich unangenehm. Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt!"

Ja, ziemlich klar, dachte Laura. "Ja, Sir," antwortete sie brav.

Snape schwenkte seinen Zauberstab vor Lauras Gesicht durch und sie spürte ein leichtes Kitzeln über ihre rußigen Wangen und der schwarz verschmierten Nase hauchen.

„So ist es besser," bemerkte der Tränkemeister sachlich und Laura spürte, dass ihr Gesicht jetzt sauber war.

"Warum mich das interessiert, wenn Sie sich in Gefahr bringen? Das werden Sie jetzt gleich erfahren."

Das war definitiv nicht sein Ding. Er war kein großer Redner, schon gar nicht mit und schon gar nicht über so was.

Er lehnte sich in seinem schwarzen Sofa ein bisschen zurück und Laura wartete neugierig, bis er zu reden begann. Na das dürfte spannend werden.

„Als ich noch zur Schule ging, kannte ich eine junge Hexe, mit der ich mich nach unserer Zeit in Hogwarts …traf." Snape räusperte sich verlegen, er war es nicht gewohnt über solche Dinge zu reden.

„Sie war eine talentierte junge Hexe". Dass sie auch hübsch gewesen war, wollte er nicht erwähnen, war ja Nebensache.

Wieso erzählt der mir so was? Spinnt der? fragte sich Laura, die sich keinen Reim aus der komischen Geschichte ihres Zaubertranklehrers machen konnte.

„Wir verloren nach ein paar Monaten das Interesse aneinander und jeder ging seinen eigenen Weg." Dass er eigentlich seiner großen Liebe Lily nachtrauerte und sich mit Ellen nur hatte trösten wollten, erwähnte er auch nicht, ging das Mädchen nichts an. Und gemocht hatte er Ellen ja. Zumindest hatte sie ihn nicht genervt.

„Ich habe dann ein paar Jahre später vernommen, dass sie gestorben sei.

Ich wunderte mich sehr, als ich dann vor ein paar Wochen einen Brief von ihr erhielt, da ich wusste, dass sie seit sieben Jahren tot war.

Sie berichtete mir in dem Brief, dass wir zusammen ein Kind hätten, welches nun bei Verwandten lebe und bat mich, mich um dieses Kind zu kümmern und es zu unterstützen, da es mit der Zaubererwelt nicht vertraut war. Anfangs wollte ich aber nichts von einem Kind wissen." Severus machte eine Pause.

Einen Moment saßen beide schweigend da.

Nun dämmerte es Laura. Mit großen Augen starrte sie den Mann neben sich an.

„Dieses Kind war ich, nicht war?" Laura biss sich auf die Unterlippe und sah nun dem Lehrer in die Augen. Diese Augen. Sie hatte gewusst, dass die Augen ihr bekannt vorkamen. Aber das..........

„Ja, Laura, dieses Kind bist du. Als ich dich dann das erste mal sah, dein dunkles Haar und die Augen............. ." Snape sprach nun mehr zu sich selber und sah an Laura vorbei.

Laura war aufgestanden und ein paar Tränen hingen in ihren Wimpern. Sie wusste nicht warum.

Sie wusste nicht, was sie fühlen sollte.

Sie hatte einen Vater! Snape??!!

Sie konnte es im Moment nicht fassen und auch nicht wirklich glauben. Konnte das wirklich sein??? Aber wieso sollte Snape lügen? Was hätte er davon, sie zu veräppeln?

„Darf ich gehen Sir?" fragte sie unsicher und ihre Stimme klang irgendwie hohl.

„Ja, du darfst. Komm am Dienstagabend nach dem Abendessen in mein Büro."

Laura nickte nur. Ihre Stimme versagte im Moment. Sie schluckte schwer.

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Wie ein Geist ging sie durch die Gänge und als sie vor dem Portrait der dicken Dame stand, wusste sie nicht mehr, wie sie dorthin gekommen war.

Sie ging durch den Gemeinschaftsraum, bemerkte nicht einmal die Freunde, die ihr besorgt nachschauten und stieg die Treppe hoch in den Schlafsaal.

„Was hat dieser Bastard mit ihr gemacht?" entsetzte sich Ron, worauf er von Hermine einen strafenden Blick erntete.

Emma ging ihr nach und fand Laura auf ihrem Bett liegend und an die Decke des Himmelbettes starrend.

„Möchtest du mir erzählen, was los ist?" fragte Emma ruhig.

Langsam richtete sich Lauras Blick auf die Freundin.

„Er ist mein Vater," sagte sie mit ausdrucksloser Stimme. „Snape ist mein Vater".

„Was?????" schrie Emma so laut, dass Laura ein bisschen erschrak. „Was ist er?????".

„Mein Vater, Emma, er hat es mir eben gesagt." Lauras Stimme zitterte.

Hermine hatte soeben den Schlafsaal betreten und den letzten Satz mitbekommen.

„Das erklärt vieles!" sagte Hermine nur trocken. Sie setzte sich auch auf Lauras Bett.

„Was soll das denn heißen"?

Laura hatte sich aufgesetzt und sah Hermine verwundert an.

„Sie mal in den Spiegel! Und die Sache mit der Drohung, wenn du dein Leben aufs Spiel setzt und so. Der scheint ja wirklich besorgt zu sein um dich," erklärte Hermine sachlich.

Laura wusste nicht, ob sie das Gefühl mochte oder nicht. Es war alles so verwirrend. Unwirklich.

Bis jetzt war nie jemand besorgt gewesen um sie, jedenfalls nicht seit ihre Mutter tot war. Alle waren viel zu sehr beschäftigt gewesen.

Allerdings hatte sie mit der Zeit auch gelernt, ihre Freiheit zu genießen. Welches Kind konnte schon draußen bleiben so lange es wollte.

Manchmal hätte sie sich zwar gewünscht, zu einer gewissen Zeit zu Hause sein zu müssen. Dass jemand ihre Hausaufgaben korrigierte und sie mahnte, ihr Bestes zu geben in der Schule. Mit ihr schimpfte, wenn sie einen Unsinn machte.

Aber wollte sie jetzt wirklich einen Vater haben, der ihr alles Mögliche verbot und sich um sie sorgte.

Andererseits fühlte sie sich auch geschmeichelt und aufgehoben, da noch jemand für sie da war, jemand Erwachsenes. Und schließlich war sie auch erst gerade elf Jahre alt.

Außerdem wusste sie ja noch nicht, ob Snape sich wirklich um sie kümmern wollte, er war nicht gerade der väterliche Typ.

Manchmal hatte sie sich vorgestellt ihren Vater zu finden, ihre Mutter hatte ihr immer gesagt, dass sie ihn eines Tages treffen würde, aber hatte sie ihn sich so vorgestellt? War er in ihren Träumen nicht immer ein gutmütiger Knuddelbär gewesen, mit dem man jeden Quatsch machen konnte?

In dieses Bild passte Snape allerdings definitiv nicht!! Laura musste bei dem Gedanken lächeln. Die Freundinnen lächelten mit.

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Was sollte Severus von dieser Reaktion halten? Was hatte er überhaupt erwartet? Dass sie ihm vor Freude um den Hals fallen würde? Pah, soweit kommt es noch!!!

War es so schlimm, ihn als Vater zu haben?

Natürlich! Was sonst, schließlich war er der gefürchtete und verhasste Zaubertranklehrer! Die Kerker-Fledermaus!

Egal, was interessierte es ihn schon, was Laura von ihm dachte. Sie wird sich damit abfinden müssen, muss ich schließlich auch!

Severus setzte sich an seinen Schreibtisch, wo noch eine Menge Arbeit auf ihn wartete.

Poppy musste er auch noch einen Trank brauen, einen ziemlich komplizierten noch dazu, Traumlos-Schlaftrank.

Viel Schlaf würde er heute Nacht nicht bekommen. Mit oder ohne Traum!

Zum Glück brauchte er nicht viel.

Wenn dieses merkwürdige Gefühl nur nicht in ihm herumschwirren würde, verdammt.

Wie würde es weiter gehen mit Laura? Würde sie ihn von nun an ignorieren, ihn meiden?

Snape hasste es, dass er sich darüber überhaupt Gedanken machte. Das war doch nicht seine Art. Das müsste ihm doch so was von egal sein!

Außerdem stand ihm noch eine ziemlich unangenehme Angelegenheit bevor. Er musste seine Kollegen über die ..."Umstände" informieren. Bei diesem Gedanken wurde ihm beinahe schlecht, obwohl er sicher war, dass sich diese Neuigkeit bestimmt schon rumgesprochen hatte.

TBC.....

Vielen Dank scientific ida fürs Beta-lesen.