So, nun auf zu neuen Untaten! Haha, ich hoffe, das Kapitel gefällt Euch. Ich würde mich jedenfalls über ein Rückmeldung sehr freuen. Mein Dank geht wieder an scientific ida, die so lieb war das Kapitel Beta-zulesen.

Nun viel Spass ,Gruss Sally

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Laura wollte gerade die letzte Treppe hinaufsteigen bis zum Gryffindorturm, als sie plötzlich etwas hinter sich hörte.

„Wen haben wir denn da? Den Snape-Bastard?" Die höhnische Stimme von Malfoy ließ Laura zusammenfahren und sie drehte sich schnell um.

„Wir haben noch eine Rechnung offen, nicht wahr?" sagte der Junge großpurig. Er hatte seine beiden robusten Leibwächter dabei und kam sich sehr stark vor.

„Das ist ja super mutig von dir. Mit deinen beiden Gorillas fühlst du dich stark, was?"

Laura tönte mutiger als sie wirklich war. Aber sie wollte keine Schwäche zeigen vor dem überheblichen Kerl.

Draco sah sie überlegen an und wandte sich an Crabbe und Goyle: "Ich glaube, sie braucht mal eine richtige Abreibung, Jungs. Zeigt ihr, wie man sich einem Malfoy gegenüber benimmt."

Er machte eine lässige Handbewegung und seine 'Freunde' lachten dümmlich und schritten auf Laura zu. Am liebsten wäre sie davon gelaufen, aber sie reckte stolz das Kinn.

Goyle packte sie am Kragen und zog sie näher zu sich. Laura, die halb so groß schien wie der Junge, zappelte, als er sie um den Bauch herum festhielt und sie hoch hob.

Crabe hatte einen Stock gezückt und klopfte ihn sich drohend in seine Hand.

„Dreh sie um, Goyle, damit ich sie windelweich schlagen kann."

"Übertreibs nicht, Crabbe, sonst bekommen wir Ärger mit Snape." Malfoy hatte überhaupt keine Lust, es mit seinem Hauslehrer zu tun zu bekommen, aber den Tritt ans Schienbein, den Laura ihm gegeben hatte, wollte er natürlich rächen. Auch wenn er es nicht selber tun würde, wofür hatte er schließlich Crabbe und Goyle?! War doch viel bequemer so.

Die drei Jungen erschraken, als plötzlich die zwei Weasleys hinter Malfoy standen.

„Lasst sofort die Kleine los oder ihr könnt euren Großkotz hier vom Boden abkratzen."

Fred hielt seinen Zauberstab gegen Malfoys Hals.

Malfoy sah mit großen Augen zu seinen Kumpels und nickte.

Goyle ließ Laura einfach auf den Boden fallen. Sie rappelte sich sofort auf.

Die beiden Weasleys sahen sich kurz an und nickten sich zu, dann schickten sie gleichzeitig einen Gummibein-Fluch zu den beiden Kolossen.

Diese sanken sofort zu Boden, da ihre Beine das Gewicht der Jungen nicht mehr tragen wollten.

Sie wollten Malfoy denselben anhängen, aber Laura stand schon vor dem blonden Jungen.

Sie holte aus und gab ihm eine schallende Ohrfeige.

„Das ist ein Gruß vom Snape-Bastard!" sagte sie und drehte sich um. Malfoy hielt sich die Wange.

Den Weasleys stand das Erstaunen und die Bewunderung ins Gesicht geschrieben.

Als die drei Kinder davon gingen, schickte Malfoy von hinten einen Fluch auf sie.

Fred konnte diesen gerade noch rechtzeitig abwehren. Gut, dass sie schon das Duellieren gelernt hatten, dachte er.

„Danke, Jungs," sagte Laura und lächelte die Zwillinge an.

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Halloween

„Das ist ja wie im Paradies."

Laura stopfte sich eine Schokoladenkugel in den Mund und lachte ihre Freunde mit klebrig verschmiertem Mund an.

Snape sah angeekelt auf die Kinder hinunter, die sich mit allem möglichen Zucker vollstopften.

Die werden wohl die ganze Woche hyperaktiv sein!

Er hatte Laura ganz klar gesagt, dass sie auch Anderes als Zucker essen sollte, aber beim Anblick der Leckereien, schien sie seine Warnung vergessen zu haben.

Dieses unmögliche Gör ignoriert meine Anweisung einfach und stopft alles kreuz und quer in sich hinein.

Als Laura den sauren Blick ihres Vaters einfing und danach auf ihren Teller blickte, der mit nicht gerade wenig Süßigkeiten gefüllt war, griff sie schnell zum Obst und nahm sich ein paar Trauben und einen Apfel.

Sie sah wieder zu Snape hoch, dessen Blick immer noch finster und warnend war.

Mit einem Seufzen legte sie ein paar der Süßigkeiten zurück, wobei sie immer noch einen beträchtlichen Berg Schokomousse und Vanilleeis auf dem Teller hatte.

Aber diese konnte sie ja wohl schlecht zurück tun. Nein, diese mussten halt leider gegessen werden.

Sie lächelte versöhnlich zu ihrem Vater, der ihr kurz, kaum merklich zunickte. 'So ist's besser' schienen seine Augen zu sagen.

Fred und George gaben am Tisch gerade die Geschichte mit Laura und dem Hotdog zum Besten.

Alle lachten und sahen jetzt auf Lauras neue Frisur, die sie heute Morgen von Madam Pomfrey hatte ausgleichen lassen, nicht ohne ein wenig ausgeschimpft worden zu sein von der älteren Frau.

Diese war empört gewesen, dass man so schöne schwarze Locken einfach so mir nichts dir nichts abfackelte.

Die Weasleys hatten aber die Idee mit der Marpleessenz Nr.5 noch nicht aufgegeben.

Irgendwie würden sie schon noch an die Marpleessenz heran kommen, so wahr sie Weasley hießen.

Sie würden das Projekt aber für den Moment auf Eis legen müssen. Das Risiko war zu hoch. Und mit Snape wollten sie es definitiv nicht zu tun bekommen.

Laura war es ein wenig peinlich, dass alle sie so anstarrten.

„Also wer eine neue Frisur braucht, wende sich vertrauensvoll an Fred und George," witzelte sie und Fred lachte und klopfte Laura auf den Rücken.

„Ja, George, das wäre doch noch ein Nebenverdienst, wer eine neue trendige Frisur möchte, soll sich melden, aber bitte nicht alle auf einmal," machte Fred den Spaß mit.

Die Kinder lachten, außer Hermine, die das nicht so wirklich lustig fand.

Sie sah auf Freds Teller, der bis zum Rand mit Leckereien gefüllt war. Wollte der Junge das wirklich alles essen?

„Ich komme gleich wieder," sagte Hermine, der von den ungewohnten Zuckersachen ein wenig schlecht geworden war.

Schließlich war sie an so viele Süßigkeiten nicht gewohnt, hatte aber doch nicht widerstehen können.

„Gehe nur schnell für kleine Mädchen." Sie stand auf und ging davon.

„Ich komme auch mit," rief Emma ihr hinterher und stand auch auf.

Ron verdrehte die Augen.

"Muss wohl eine Mädchenkrankheit sein, wieso müssen die immer gleichzeitig aufs Klo?"

Harry lachte, musste aber erst den Schokoladenpudding runter schlucken, bevor er laut lachen konnte.

„Troll!!! Troll in den Kerkern!!!" Die laute Stimme des sonst stotternden Lehrers ließ alle erschrocken aufsehen

Mit schreckensbleichem Gesicht war Professor Quirell in die Halle gestürmt und stand jetzt vor dem Lehrertisch.

„Ich dachte, ich sags Ihnen," konnte er noch knapp hinzufügen, dann fiel er ohnmächtig zu Boden.

Panik brach aus, aber Laura wusste nicht, was das zu bedeuten hatte. Sie hatte keine Ahnung, was ein Troll war.

Die laute Stimme von Dumbledore verschaffte sich Gehör und er ordnete an, dass alle Kinder mit ihren Vertrauensschülern sofort in ihre jeweiligen Häuser zurück zu kehren hatten.

Snape ging schnell zu seinen Slytherins und gab den Vertrauensschülern Anweisungen, die Kinder einzureihen und in den Ravenclaw-Turm zu bringen bis die Gefahr vorüber war. Er wollte sie nicht in den Slytherin-Aufenthaltsraum bringen lassen, da er fürchtete sie könnten unterwegs dem Troll begegnen.

Er wollte aber unbedingt vorher nach Laura sehen und bahnte sich einen Weg durch die aufgeregten Schüler.

Bald entdeckte er das kleine Mädchen bei den Gryffindors, die gerade die Halle verließen.

Gut, dachte er. Die anderen Lehrer gingen mit Dumbledore zu den Kerkern und er musste sofort wegen des Steins nachschauen gehen, ob niemand versucht haben könnte an der Riesen-Töle Fluffy vorbeizukommen. Er hatte nämlich das ungute Gefühl, dass dies ein Ablenkungsmanöver sein könnte. War ein bisschen auffällig, das Ganze!

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„Die Mädchen, jemand muss sie warnen!!!"

Harry war ganz aufgeregt. Laura und Ron sahen sich mit großen Augen an. Wie hatte Laura das nur vergessen können? Schließlich waren es auch ihre Freundinnen.

„Wir müssen es der McGonagall sagen," meldete sich Ron, der nun ein ganz rotes Gesicht hatte.

„Nein, kommt, wir dürfen keine Zeit verlieren," rief Laura und konnte sich kaum mehr still halten.

Harry nickte und sah Ron an. „Kommt!" Und die drei Kinder rannten los.

Sie rannten Richtung Mädchenklo.

Sie keuchten, als sie, so schnell sie konnten, durch die verlassenen Gänge stürmten.

Percy hatte ihr Verschwinden bemerkt und rief ihnen hinterher, sie sollten augenblicklich zurück kommen. Er konnte die anderen Kinder aber nicht stehen lassen und dem kleinen Bruder und seinen Freunden nachrennen.

Verdammt, das würde Ärger geben für Ron, dachte Percy verärgert und besorgt.

Die Kinder ignorierten die Rufe des Vertrauensschülers und rannten so schnell sie konnten.

Als sie die Toiletten beinahe erreicht hatten, blieb Laura plötzlich stehen.

„Igitt, riecht ihr das? Das stinkt ja scheußlich!" Laura rümpfte die Nase.

„Der Troll!" rief Ron, dessen Stimme vor Angst bebte.

Kaum hatte Ron das ausgesprochen, schlurfte der besagte Troll um die Ecke und schwang eine Keule. Diese berührte beinahe den Boden, denn die Arme des Trolls waren extrem lang, verglichen mit seinem Körper.

Das riesige, scheußliche Ungeheuer ließ Lauras Beine weich werden.

Und das Schlimmste war: der große, stinkende Bursche hatte gerade die Tür des Mädchenklos mit seiner Riesenkeule heraus geschlagen.

Die Kinder waren starr vor Schreck.

Ron fasste sich als erster wieder.

„Wir müssen ihn ablenken, dort drin haben die beiden keine Chance ihm zu entwischen."

Der Troll schien die Kinder gerochen zu haben, denn er schnüffelte und sah die drei dümmlich an. "UURGG!"

„Rennt!" rief Ron, und zog Laura mit sich, die immer noch wie angewurzelt an Ort und Stelle gestanden hatte..

Nun kam Leben in das Mädchen und die drei Kinder rannten, was sie konnten.

Der Troll folgte ihnen und war schon ziemlich dicht hinter ihnen, er hatte mit seinen langen Beinen keine Mühe die Kinder einzuholen.

Sie rannten um ihr Leben. Aber ihre Beine wollten ihnen nicht so richtig gehorchen. Sie fühlten sich irgendwie fremd an.

SWUSCH! Der Troll schlug mit seiner Keule auf die Kinder ein und verfehlte Harry nur knapp.

PONG !!

Haaaah! Der Troll hatte die Keule von oben herunter geschlagen und gerade noch Rons Bein von hinten erwischt. Dieser stürzte und schrie herzzerreißend.

Laura lief ein kalter Schauer über den Rücken. Jetzt war es aus!!!

Geschockt waren sie stehen geblieben und sahen dem Troll entgegen, der ziemlich wütend darüber zu sein schien, dass seine Beute es sich erlaubte, vor ihm zu fliehen.

Laura hoffte ohnmächtig zu werden, dann würde sie wenigstens nicht spüren, wenn der Troll sie erledigte.

Laura und Harry zückten ihre Zauberstäbe, auch wenn sie nicht wussten, wie sie den Troll stoppen sollten.

Aber plötzlich hörten sie ein Geräusch hinter dem Untier.

Ein schwirrendes, schnürendes, murmelndes Geräusch und Stimmen.

Der Troll war wie erstarrt stehen geblieben, wurde nun von Seilen umwickelt und kippte hintenüber wie ein gigantisches Brett.

WHOOOMMM

Laura und Harry standen da und sahen ungläubig auf den hässlichen, riesigen Troll, als sie Professor McGonagall, Sprout und Flitwick mit gezückten Zauberstäben angerannt kommen sahen.

Der Troll lag nun wie ein gut verschnürtes Päcklein am Boden und bewegte sich nicht. Nur seine dümmlichen, stechenden Augen schauten verdutzt hin und her.

Ron jammerte und weinte und hielt sich sein Bein.

Laura hatte sich Harrys Hand geschnappt und sie spürte, wie auch der Junge zitterte.

Den Kindern fiel ein Stein vom Herzen, sie wären bestimmt nicht vor dem Riesenbiest davon gekommen.

Ihre Erleichterung hielt allerdings nur solange, bis sie den wütenden Blick ihrer Hauslehrerin einfingen. Oh oh....

Zu allem Unglück kamen jetzt noch Snape und Quirell angerannt.

Snapes Gesichtsausdruck war trotz seiner Okklumentik-Kunst entsetzt, sogar schockiert????

„Was in Drei Teufels Namen habt ihr Euch dabei gedacht!" schimpfte Professor McGonagall, die sich den Kindern zugewandt hatte, welche nun zerknirscht zum Troll starrten.

„Ihr seid Erstklässler, elfjährige Kinder um Himmels Willen. Ihr hättet nicht den leisesten Hauch einer Chance gehabt!" Die Lehrerin musste nach Luft schnappen und ihre Lippen waren nur noch Striche.

Snape ging nun schnell zu seiner Tochter, kauerte sich zu ihr runter, fasste sie bei den Oberarmen und sah sie ernst und besorgt an.

"Bist du verletzt?" Seine Stimme tönte harsch und etwas rau.

Laura schüttelte den Kopf und Snape spürte wie sie leicht zitterte. In ihren Augen glänzten Tränen, die sie aber schnell zurückblinzelte.

„Aber Ron, sein Bein," konnte Laura hervor pressen. Ihre Stimme war nur ein Flüstern.

„50 Punkte Abzug, für jeden von Euch." Mc Gonagall sah streng auf die Kinder runter.

„Jetzt geht sofort in euren Turm, morgen besprechen wir die Konsequenzen. Weasley, wir bringen sie in den Krankenflügel."

Sie konnte ihre Entsetztheit größtenteils verbergen, nur das Zittern in ihren Händen konnte sie nicht stoppen.

Hermine und Emma kamen verängstigt den Flur entlang gelaufen und besahen sich den gefesselten, ohnmächtigen Troll. Emma hielt sich hinter Hermine, welche sich die Nase zu hielt.

Die beiden Mädchen begriffen nicht so recht, was geschehen war. Als sie in der Toilette gerade am Händewaschen gewesen waren, hatten sie so komische Laute gehört und einen Moment später war die Tür des Waschraumes 'explodiert.'

Die Professorin schob die Kinder in Richtung Gryffindorturm vor sich her. Ron humpelte mit Professor Sprout in Richtung Krankenstation.

Laura stand neben Snape und sah fragend zu ihrem Vater hinauf.

„Du, junge Dame kommst mir mir, sofort."

Snapes Gesicht und auch seine Stimme verieten seinen Ärger und Laura wurde es mulmig im Magen.

Als Laura mit hängenden Schultern ihrem Vater hinterher trottete, bemerkte sie, dass er leicht hinkte, oder täuschte sie sich?

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..........Vater sein dagegen sehr!

Er führte sie zu seinem Büro und hielt ihr die Tür auf. Mit einer scharfen, klaren Handbewegung bedeutete er Laura einzutreten.

Laura ging mit hängendem Kopf an ihrem Vater vorbei in dessen Büroräume.

Dann führte er sie durch den Bogen hinter Salazars Bild in seine Privaträume, fasste sie am Arm und setzte sie etwas unsanft auf einen Stuhl, den er mit der anderen Hand hingestellt hatte.

Er setzte sich ihr gegenüber und befahlt kurz: „Erkläre!"

Laura biss nervös auf ihrem Daumennagel rum und schaute zu Boden.

„Es tut mir Leid," kam kaum hörbar von dem kleinen Mädchen, das nun noch viel kleiner wirkte.

Snape schien mit dieser Antwort nicht wirklich zufrieden zu sein und er gab ihr einen Klaps auf die Hand, an der sie herum knabberte, um sie daran zu hindern.

"Was, verdammt noch mal, habt ihr euch dabei gedacht? Kannst du dir annähernd vorstellen, wie besorgt ich war, als ich hörte, du seist nicht im Gryffindorturm. Wo du definitiv hingehört hättest." Snape lehnte sich bei diesen Worten ein wenig zu Laura hinunter.

Laura hob jetzt den Blick und fragte leise aber etwas erstaunt:

" Besorgt? Wegen mir?"

„Nein, wegen des Trolls!" Snape rollte die Augen.

"Natürlich deinetwegen! Diese Trolle sind keine Intelligenzbestien und ihr IQ entspricht ungefähr dem einer Zimmerpflanze, aber verdammt gefährlich und stark sind sie."

Lauras Gefühle purzelten durcheinander.

Er hatte sich wirklich ihretwegen gesorgt! Ja, sie hatte es an seinen Augen gesehen, als er im Flur angerannt gekommen war.

Doch im selben Moment erinnerte sie sich der unangenehmen Lage, in der sie sich zur Zeit befand und sah wieder zu Boden.

„Wir mussten doch Hermine und Emma warnen und wir haben gedacht......." versuchte Laura zu erklären, aber Snape schnitt ihr das Wort ab.

„Ja? Was genau habt ihr gedacht?" fragte Snape ungeduldig und fordernd.

Laura wurde es immer unangenehmer, da sie sich eingestehen musste, dass sie wohl nicht sehr viel dabei gedacht hatten. Der Troll hätte sie beinahe erledigt, ganz klar.

„Laura, sieh mich an wenn ich mit dir rede." Snape klang streng.

Laura sah zu dem Mann auf, der vor ihr saß und sie mit seinen schwarzen Augen intensiv ansah. Ein bisschen zu intensiv für ihren Geschmack.

Sein Haar fiel ihm ein wenig ins Gesicht, welches einen strengen Ausdruck hatte.

Kein Wunder, dass er vielen Schülern Angst einjagte, schon durch seine Erscheinung.

Einige munkelten sogar, er sei ein Vampir.

Bei dem Gedanken musste sich Laura auf die Innenseite ihrer Wange beißen, um nicht zu lächeln.

Das Lächeln verging ihr allerdings sowieso sofort wieder, als Snape mit seiner tiefen, ruhigen Stimme weiter redete.

„Ihr dachtet wohl, ihr könntet es mit einem Bergtroll aufnehmen? Habt ihr einen, nur einen kurzen Moment überlegt, was ihr da vorhabt, bevor ihr direkt in die Arme des Biestes gelaufen seid?

Heute hast du es eindeutig zu weit getrieben. Ich werde das nicht tolerieren."

Laura erbleichte und sah ihren Vater ängstlich an. Sie zupfte nervös an einer Seitentasche ihrer Jeans rum.

„Der Troll hätte nicht nur dich, sondern auch deine Freunde mit Leichtigkeit in Fetzen reißen können. Die Anweisungen des Schulleiters waren eindeutig und klar, aber ihr habt sie schlichtweg nicht befolgt. Ihr hättet einen Lehrer verständigen sollen wegen der Mädchen."

Streng sah Snape Laura an, die ihre Unterlippe zwischen den Zähnen hatte.

„Aber....aber, Sir," stammelte Laura verunsichert, da sie schon eine Ahnung hatte, was ihr blühte.

"Professor McGonagall hat uns ja schon bestraft," piepste sie unsicher und blinzelte zu Snape rauf.

Sie war sich ziemlich sicher, dass dieses Argument ihren Vater nicht beeindrucken würde, aber man musste ja alles versuchen.

„Ich bin sicher, du weißt, was du zu erwarten hast, wenn du Regeln brichst, nicht gehorchst oder dein Leben aufs Spiel setzt?" fragte Snape, den Einwand ignorierend.

Laura nickte nur und soeben wurde ihr bewusst, dass sie heute Abend gleich alles verbockt hatte, was Snape aufgezählt hatte. Oder so ziemlich alles jedenfalls.

„Vielleicht begreifst du im Moment noch nicht, in was für einer Gefahr ihr euch heute wirklich gebracht habt, aber du wirst lernen, Laura, du wirst lernen zuerst zu denken, bevor du handelst. Und zwar bevor du wieder in so eine gefährliche Situation gerätst."

Snape sah sie ernst an, und Laura nickte leicht.

„Komm her."

Ihr Vater sah streng aus, und Laura war nun aus ihrem Stuhl aufgesprungen und lief unwillkürlich ein paar Schritte rückwärts.

„Mach nicht, dass ich dich holen muss, du würdest die Konsequenz nicht mögen."

Lauras Augen waren groß und ihre Wangen glühten, aber sie kam nicht näher.

Erst als Snape Anstalten machte aufzustehen, kam sie schnell zu ihrem Vater.

Er packte sich am Handgelenk und ehe sie sich versehen konnte, lag sie über Snapes Schoß.

Sofort landete der erste schallende Schlag auf ihrem Hosenboden und sie zog erschrocken die Luft ein.

Laura krallte sich an Snapes Hosenbein fest, als immer mehr Schläge auf ihrem Hintern landeten.

Nach einem guten halben Dutzend kräftigen Klapsen auf ihren Hintern entschied Snape, dass sich die Nachricht eingeprägt haben sollte.

Er würde sie nicht grün und blau schlagen, wie sein Vater das bei ihm getan hatte, wenn er getrunken hatte.

Einen bleibenden Eindruck sollte es aber trotzdem machen, damit Laura das nächste Mal genau überlegen würde, wie sie handeln sollte.

Laura fuhr sich mit dem Handrücken über die Nase als Snape sie wieder auf die Beine stellte, sie schluchzte.

Laura riss sich zusammen so sehr sie konnte, aber die Tränen liefen ihr immer noch über das Gesicht und sie wischte auch diese mit ihren Händen ab.

Snape hielt sie an den Oberarmen fest und sagte eindringlich: "Ich habe mich deinetwegen heute fast zu Tode geängstigt, tu das nie wieder, hörst du?!

Geh, wasch dir dein Gesicht."

Snape lockerte den Griff an Lauras Oberarmen, aber hielt sie noch einen kurzen Augenblick länger fest.

Laura nickte und ging schnell ins Badezimmer. Sie tat sich selber ziemlich Leid und ihr Hintern schmerzte so, sie würde bestimmt Wochen, wenn nicht Monate nicht mehr sitzen können, da war sie ganz sicher.

'Dieses Kind wird mir noch graue Haare bescheren, da gibt es keinen Zweifel!'

Snape seufzte. Er spürte, wie seine Hände leicht zitterten, was so gut wie nie geschah.

Er strich sich mit einer Hand übers Gesicht und fuhr sich ein paar mal über den Nasenrücken.

Dass er vor Laura zugegeben hatte, dass er sich wegen ihr geängstigt hatte, wunderte ihn selbst. Er war nicht jemand, der über seine Gefühle redete.

Als Laura sich das Gesicht gewaschen hatte und ihr Schluchzen ganz aufgehört hatte, ging sie wieder ins Wohnzimmer, wo Snape am Tisch dabei war, etwas in eine Salbe zu mischen.

Als er Laura kommen sah, blickte er kurz auf und sie gab ihm einen schmollenden Blick.

Er ging zu ihr hin, fasste sie an den Schultern und marschierte mit ihr zum Sofa, wo er sie hin setzte.

„Diesen Blick kannst du dir für Andere sparen, bei mir erreichst du damit gar nichts. Es sei denn du strebst nach einer weiteren Strafe?"

Laura schüttelte schnell den Kopf. Snape setzte sich neben sie.

Sie wunderte sich, dass sie überhaupt sitzen konnte. Wenn sie ehrlich war, schmerzte ihr Hintern nicht mehr wirklich, es war eher ein unangenehmes Prickeln, welches sie aber im Moment ignorierte.

Snape atmete tief ein und fuhr sich nochmals mit der Hand über das Gesicht.

Laura war es irgendwie komisch zu Mute. Dieser Mann war sonderbar. Er war sonst meist so kühl und gelassen. Selten bis nie sah man hinter seine Fassade.

Doch heute hatte sie wirklich gespürt, dass er sich gesorgt hatte. Auch jetzt sah er nicht so distanziert aus wie sonst meistens.

Eigentlich sollte sie nun stinksauer auf Snape sein oder etwa nicht?

Peinlich war das ja schon und sie schämte sich auch irgendwie.

Sie wusste, dass jemand da war, der sich für sie interessierte, der sie korrigierte, wenn sie sich in eine dumme Situation oder in Gefahr brachte. Snape hatte sich wirklich um sie gesorgt.

Und das war ungewohnt für sie.

Bei all diesen Gefühlen, die sich durch sie durch schlängelten, vergaß Laura sogar beinahe das Schmollen.

Sie lehnte den Kopf leicht gegen Snapes Arm, der nun verwundert zu ihr runter sah.

„Es tut mir Leid, Sir," murmelte sie. „Ich hatte solche Angst."

Snapes Arm machte sich selbstständig und er legte ihn um Laura und drückte sie leicht an sich.

Sie schloss die Augen.

Erst jetzt merkte er, wie tief ihm seine Angst um Laura in die Knochen gefahren war und wie erleichtert er war, dass ihr nichts passiert war.

Er wunderte sich, dass er Laura so nahe bei sich duldete. Dass er es sogar ertrug, dass sie sich an ihn lehnte.

Severus wunderte sich allerdings auch, dass Laura, die gerade vorher noch ein schmollendes Gesicht gezogen hatte, nun seine Nähe suchte.

Er hatte sie vor wenigen Minuten bestraft und er wusste genau, dass Laura sich das nicht gewohnt war. Er hätte eine trotzigere Reaktion von ihr erwartet. Kinder waren doch ein seltsames Volk!

Es waren viele Jahre gewesen, in denen sie hatte tun und lassen können, was sie wollte, das wusste Snape. Sie hatte nicht gelernt, dass Fehlverhalten Konsequenzen hatte.

Aber dieser verdammte Troll hätte sein Kind töten können. Dann würde sie jetzt zerschmettert am Boden liegen, anstatt gegen ihn gelehnt auf dem Sofa zu sitzen.

Sie musste dringend lernen zu denken, bevor sie sich wieder in so eine gefährliche Situation begeben würde.

Snape begann mit ruhiger Stimme "Laura, du..." Weiter kam er nicht.

In dem Moment flackerte die Feuerstelle grün auf und ein Laura unbekannter Kopf erschien Mitten in den Flammen.

TBC..............