Remus Lupin
Lauras Mund stand offen, als sie den Mann im Feuer betrachtete, der nun auch noch zu sprechen begann. Das heißt, es war eben nur der Kopf eines Mannes, was Laura noch mehr erstaunte.
Snape schien sich nicht zu wundern, eher zu ärgern. Er stand schnell auf und ging zur Feuerstelle.
Ja, ganz eindeutig, ihr Vater hinkte!
„Guten Abend, Severus, darf ich kurz durchkommen?"
Snape sah ihn nicht gerade erfreut an und antwortete: "Ja, Remus, du kannst kurz kommen."
Wieso müssen die immer alle im unpassendsten Moment stören?
Snape ging zum Tisch, auf dem er ein Buch über magische Geschöpfe bereit gelegt hatte, während Laura im Badezimmer gewesen war und drückte es ihr schweigend in die Hand.
Sie nahm es entgegen, sah aber an dem Buch vorbei zur Feuerstelle, wo nun ein ganzer Mann erschien.
Laura war erstaunt, dass der Mann sich nicht verbrannte am Feuer. Seltsamerweise waren die Flammen jetzt grünlich.
Der Mann hatte ziemlich abgetragene Kleider, war Laura aber sofort sympatisch. Er hatte freundliche Augen und hellbraunes Haar.
Snape grüßte den Mann kurz und ging dann wieder zu seinem Tisch und rührte in der Salbe, an der er gerade arbeitete.
Er gab ein paar Tropfen aus einem kleinen Glasfläschchen dazu und rührte dann nochmals kurz.
Dann sah er zu Remus, der mit einem Lächeln seine Tochter musterte.
Remus Lupin wusste gleich, wer dieses kleine Mädchen auf dem Sofa war.
„Das ist nun deine Tochter, Severus? Habe davon gehört," fügte er hinzu und lächelte leicht.
Snape fragte sich, warum der Schulleiter auch nie etwas für sich behalten konnte und antwortete mit einem kurzen „Ja, Lupin." Er seufzte leise.
Remus ging zum Sofa hinüber, wo Laura saß und kauerte sich zu ihr hinunter.
Die schwarzen Augen des Mädchens sahen ihm neugierig entgegen.
Es sah aber so aus, als ob sie geweint hätte und sie sah ein wenig müde und erschöpft aus.
Remus streckte ihr seine Hand entgegen und sagte freundlich:
"Hallo, meine Kleine, ich bin Remus Lupin, freut mich sehr, dich kennen zu lernen."
Er lächelte sie an und sie lächelte zurück. Sie nahm seine Hand und erwiderte:
„Ich bin Laura. Guten Abend, Sir."
Remus blickte nun auf das Buch, welches Laura in der Hand hielt.
„Interessante Kreaturen, nicht wahr?"
Laura antwortete nur mit einem verlegenen Lächeln. In der Tat, sehr interessante Kreaturen, dachte sie. Wenn der wüsste!
Remus stand auf und ging zu Snape an den Tisch.
Laura las den Titel des Buches 'fantastic beasts and where to find them ' und durchblätterte es.
Sie konnte sich kaum vorstellen, dass es all diese seltsamen Geschöpfe wirklich geben sollte.
Sie bemerkte aber auch, dass dies anscheinend ein Kinderbuch war, denn der Troll, der hier gemalt war, sah im Gegensatz zu dem echten Troll aus wie ein freundliches Kuscheltier.
Es waren durchaus einige Tiere und Kreaturen darunter, denen sie lieber nie begegnen würde. Sie würde wahrscheinlich nicht glauben, dass es solche Wesen wirklich gab, hätte sie nicht heute Abend selber mit Einem Bekanntschaft gemacht...............
Natürlich hielten sich viele dieser Geschöpfe versteckt und zottelten nicht gemütlich in der Gegend herum. Viele waren auch gut getarnt.
Wie dieser Troll ins Schloss gekommen war, konnte sich Laura nicht vorstellen.
Ob Filch etwas damit zu tun hatte. Oder Quirell? Snape schien ja nicht gerade viel von dem turbanisierten Lehrer zu halten.
Jedenfalls wenn sie daran dachte, wie Snape mit dem Mann gesprochen hatte! Und sein Selbstgespräch im Schulzimmer, bei dem er nicht gestottert hatte. Er hatte sich ziemlich angeregt unterhalten, mit sich selbst. War ja schon seltsam. Und ausgerechnet er hatte den Troll entdeckt! Wieso war er wohl nicht am beim Fest gewesen, als der Troll hinein gekommen war?
Und alleine hätte es dieser dumme Riese wohl kaum geschafft in Hogwarts einzudringen.
„Sie ist ein sehr süßes Mädchen, Severus. Sie scheint mir ein bisschen müde oder traurig, geht's ihr nicht gut? Sie ist doch nicht krank, oder?"
Remus sah seinen ehemaligen Klassenkameraden fragend an.
„Remus, glaub mir, Laura ist weder traurig noch krank," sagte Snape knapp.
„Sie hatte eine etwas..... unangenehme Begegnung mit einem Bergtroll."
Snape rührte weiter in der Salbe. Was für eine unangenehme Begegnung Laura sonst noch gehabt hatte, ging Lupin ja nichts an.
„Oh."
Lupin sah kurz zu Laura hinüber, die in ihr Buch vertieft war.
Snape sah nun dem anderen Mann in die Augen um heraus zu finden, ob Lupin wohl über die Troll-Sache auch schon Bescheid wusste.
Aber Lupin schien ein bisschen verwirrt. Er wusste nicht, ob Snape das ernst meinte oder ob es irgendeine Anspielung war.
Snape hatte manchmal eine besondere Art von Humor.
„Albus wird dich darüber gerne auch noch informieren, Remus." In Snapes Stimme war ein Hauch Hohn zu hören.
„Ich nehme stark an, dass du nicht gekommen bist, um mit mir über meine Tochter zu plaudern?"
Snape sah ein bisschen ungeduldig aus. Er mochte es nicht besonders, in seinen Privatquartier gestört zu werden.
Und heute schon gar nicht.
Er brauchte jetzt ein bisschen Ruhe.
„Nein, natürlich nicht, Severus.
Es geht um das Orden-Treffen, in den Weihnachtsferien. Ich wollte dich fragen, ob es dir recht wäre, wenn ich diese vier Tage wieder bei dir wohnen würde, du gehst doch nach Hause in den Ferien?"
Die beiden Männer hatten ihren Krieg schon vor Jahren beendet, allerdings hatte Snape Jahre gebraucht um über seine Bitterkeit gegenüber dem ehemaligen Rumtreiber hinwegzukommen.
Eigentlich hatte der eher ruhige Remus damals eine passive Rolle gespielt, als Sirius und James ihre Späße mit Snape getrieben hatten.
Seit sie zusammen im Phönixorden waren, mochten sie sich nicht mal schlecht leiden, was sie allerdings niemals zugeben würden, jedenfalls Snape nicht. Er tat immer so, als würde er Lupin einfach nur aushalten.
„Ja, Remus, das ist mir recht. Ich vermute Albus hat dir auch erzählt, dass ich meinen kleinen 'Nebenjob' aufgebe?"
Snape hatte auf einem Stuhl Platz genommen und bedeutete Lupin nun, sich auch zu setzten (natürlich nur seiner guten Manieren wegen).
„Ja, Severus, hat er. Ich denke, das ist eine gute Entscheidung. Du hast diesen gefährlichen Job lange genug gemacht. Außerdem wäre es wirklich zu riskant, jetzt wo du ein Kind hast."
Remus sah den Tränkelehrer nachdenklich an, er hatte wirklich großen Respekt vor dem Mann.
Er hatte jahrelang einen furchtbar riskanten und schwierigen Job erledigt. Und das gut.
Wahrscheinlich würde es schwierig werden, wieder so jemanden Qualifiziertes dafür zu finden.
Sie arbeiteten im Orden zusammen an einem gemeinsamen Projekt und auch das würde viel Einsatz von Snape fordern. Sie würden dann in den Ferien Gelegenheit haben Einiges zu besprechen und Nachforschungen zu vergleichen.
„Ich habe noch deinen Trank." Damit ging Snape in sein Büro hinüber und holte zwei Fläschchen, die er Remus entgegen streckte.
„Vielen Dank," antwortete der etwas heruntergekommen aussehende Mann, nahm die Fläschchen entgegen und ließ sie in seiner braunen Jackentasche verschwinden.
Remus Lupin stand auf und schritt wieder zum Sofa, wo Laura nun von ihrem Buch aufsah.
„Auf Wiedersehen, Fräulein," lächelte Remus die Kleine an, als er ihr über die Locken strich.
Laura sah zu ihm hoch und grinste.
„Auf Wiedersehen, Sir, es hat mich auch gefreut, Sie kennen zu lernen."
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Gute Nacht, mein Kind
Als Lupin gegangen war, setzte sich Snape Laura gegenüber in einen braunen Armsessel.
„Interessant?" fragte er und deutete kurz auf das Buch.
Sie antwortete nicht sondern nickte. "Mhm".
Snape sah seine Tocher an als erwarte er mehr an Kommentar.
„Es tut mir Leid, Sir," sagte Laura plötzlich.
Ihre Stimme klang ein wenig heiser, ihre Augen waren immer noch ein bisschen rot und Snape lehnte sich in seinem Armsessel zurück.
Laura stand auf, ging zum Sessel hinüber, in dem Snape saß, und stellte sich vor ihren Vater. Sie lehnte sich mit den Beinen leicht gegen Snapes Knie und hatte den Blick gesenkt.
Snape war gespannt, was Laura vorhatte und sah sie erwartungsvoll an. Leise begann sie zu sprechen und ihre Augen wanderten nun langsam aufwärts, bis sie die ihres Vaters traf.
„Bitte nicht mehr böse sein. Ich werde nächstes Mal wirklich wirklich besser denken... zuerst." Laura sah zerknirscht aus.
Snape nickte ernst: „Das möchte ich hoffen, Laura. Das Ziel ist, dass du aus deinen Fehlern lernst."
Laura senkte die Augen wieder und nickte.
„Wer war dieser Mann, Sir? Mister Lupin, meine ich?" Laura lehnte immer noch gegen seine Beine.
Snape stand auf und ging zum Tisch hinüber.
„Ein Kollege. Er war auch auf Hogwarts." Laura sah neugierig aus, aber sie wusste, dass ihr Vater nicht so redselig war, vor allem nicht, wenn er diesen Ton in der Stimme hatte.
Wahrscheinlich würde er nicht mehr verraten.
Sie hatte Recht. Snape sah sie einen Moment an, rührte nochmals in der Salbe und machte dann den Deckel des Topfes zu.
„Ich muss kurz weg, Laura, ich bin in einigen Minuten wieder hier." Snape schritt zur Tür und zog sich seinen Umhang über.
Er musste nachschauen, ob seine Slytherins nun in ihrem Gemeinschaftsraum waren.
Laura nickte: "Ja, Sir."
Snape sah nochmals zu Laura und öffnete die Tür. "Benimm dich," mahnte er.
Laura verdrehte die Augen, natürlich erst, als Snape die Tür hinter sich geschlossen hatte. Was dachte ihr Vater eigentlich von ihr, sie machte ja wohl nicht die ganze Zeit nur Blödsinn.
Laura legte sich auf Snapes Sofa und kuschelte ihren Kopf auf ein braunes Kissen.
Sie schloss die brennenden Augen.
Die heutigen Ereignisse gingen ihr nochmals durch den Kopf. Wie der scheußliche Troll sie verfolgt hatte und wie er dann gefesselt am Boden gelegen hatte. Das besorgte Gesicht ihres Vaters.....
Laura war so müde.
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Einige Minuten später kam ihr Vater zurück und sah das Mädchen auf seinem Sofa liegen. Ein ziemlich fremdes Bild für ihn. Er schritt zum Tisch und hob den Deckel vom Topf mit der Salbe, die nun beinahe fertig war. Beinahe die richtige Farbe hatte sie nun schon.
Eine gute Stunde musste sie noch ruhen.
Er genoss die Ruhe und er genoss es, dass Laura hier war.
Diese hatte sich ganz zusammengerollt und hob den Kopf, als Snape sich neben sie setzte.
Sie blinzelte ihn an.
„Sir? Was haben meine Pflegeeltern gesagt, gestern?" Laura hatte bis jetzt keine Gelegenheit gehabt zu fragen, wie denn das Gespräch mit ihren Verwandten verlaufen sei.
„Es war nur deine Tante dort. Sie hat es zur Kenntnis genommen. Das Sorgerecht liegt jetzt bei mir," sagte Snape und Laura nickte nur. Dabei rieb ihre Wange am schwarzen Stoff seines Gewandes, denn sie hatte sich aufgesetzt und hielt sich jetzt an Snapes Arm fest. Ihr Gesicht hatte sie gegen seinen Arm gelehnt.
Snape sah hinunter zu Laura und fragte sich, warum sie ihn wohl so festhalten musste. Er schüttelte sie aber nicht ab, wie es seine erste, spontane Absicht war, sondern sah sie nur an. Scheinbar hatte das Mädchen mit Nähe keine Probleme.
Er war Körperkontakt zwar nicht gewohnt, für Kinder schien das aber völlig normal zu sein.
Wenn er an die überdramatischen Abschiede und Begrüßungen der Schüler mit ihren Eltern dachte, bei denen es ihm manchmal beinahe übel geworden war...
Dass Laura ihren Vater erst seit Kurzem kannte, schien für das Kind keine Rolle zu spielen.
Beide hingen ein wenig ihren Gedanken nach und saßen einfach da, lauschten dem leisen Knistern des Feuers im Kamin.
Snape wollte Laura ins Bett schicken, aber da es noch nicht spät war und sie ganz still da saß und einfach nur seinen Arm umschlungen hielt, hatte er keinen Grund dazu.
Er nahm das Buch, welches er vielmals abends hier am Feuer las.
Eine halbe Stunde später bemerkte er, dass Laura nicht mehr seinen Arm festhielt, sondern sich gegen ihn gelehnt hatte. Wie war sie nur dort hin gekommen, er hatte es gar nicht realisiert.
Laura hörte den Herzschlag ihres Vaters. Sie hatte schon lange kein Herz mehr gehört, von ihrem Eigenen mal abgesehen.
Snape verzog leicht das Gesicht und widmete sich wieder seinem Buch.
Er wurde wirklich langsam sentimental, dass er mit einem Kind gegen ihn gelehnt auf dem Sofa saß. Das nervte ihn. Das konnte doch nicht wahr sein.
Noch vor ein paar Wochen wäre dieses Bild für Severus Snape ein Ding der Unmöglichkeit gewesen!
Als er erfahren hatte, dass er Vater war, hatte er sich fest vorgenommen, diese Tatsache so gut wie möglich zu ignorieren. Er wollte so wenig wie möglich mit Laura zu tun haben und sein Leben weiterleben wie bis anhin
Wäre Laura ein ruhiges, unscheinbares Kind gewesen, wäre sein Plan womöglich sogar aufgegangen.
Er hatte allerdings sehr rasch feststellen müssen, dass dies mit Laura unmöglich war. Schon nach ihrem ersten 'Abenteuer', dem Schwimmen im See, hatte er sich für sie verantwortlich gefühlt.
Damals war ihm klar geworden, dass er Lauras Vater war und es seine Aufgabe war, sie zu beschützen und vor weiteren riskanten Aktionen zu bewahren.
Als Snape nach einiger Zeit zu Lauras dunklen Locken hinunter sah, bemerkte er, dass sie beinahe eingeschlafen war. Oder ganz eingeschlafen war. Jedenfalls waren ihre Augen fest zu. Sie lag immer noch gegen ihn gelehnt und atmete ruhig.
„Ins Bett," sagte er und stand auf.
Laura konnte kaum die Augen öffnen. „Hmmm" stöhnte sie und legte ihren Kopf wieder auf das braune Kissen.
Keinen Schritt würde sie heute mehr machen, dachte sie müde. Sie konnte ja hier schlafen. Snape sollte sie nur in Ruhe lassen.
Severus stöhnte, hob Laura hoch und trug sie in ihr Zimmer.
Also ehrlich, wie alt ist dieses Mädchen eigentlich, die könnte ja wohl selber gehen, oder?
Snape war froh, dass sie nicht beobachtet wurden, das hätte er wahrscheinlich nicht überlebt.
Er legte Laura ins Bett und sie rollte sich gleich zur Seite.
Mit einem Schwenk seines Zauberstabes verwandelte er Lauras Jeans und den roten Pully in Pyjamas.
Dann richtete er den Zauberstab auf ihren Mund, und Laura spürte kurz ein komisches Wuseln in ihrem Mund und schmeckte Zahnpaste.
„So, das muss reichen," sagte Snape leise und eher zu sich selbst.
Er legte die Decke über Laura und fuhr ihr schnell mit der Hand über den Kopf.
„Schlaf jetzt," sagte er und sah, dass Laura die Augen geschlossen hatte, aber kurz nickte.
Er ging aus dem Zimmer und widmete sich wieder seiner Arbeit. Er hatte noch genügend Aufsätze und Prüfungen zu korrigieren von all den hitzköpfigen Plagegeistern.
Wie um Himmelswillen hatte dieses Kind es in wenigen Wochen geschafft, sich in seinem Leben so breit zu machen?...........und in seinem Herzen!
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Träume sind Schäume!
Der Troll streckte seine stinkende, riesige Hand aus und packte Laura, sie zappelte und schlug um sich, doch sie hatte keine Chance.
Das ist nur ein blöder Traum, Laura, wach auf, wach auf!!!!
Der Troll brüllte so, dass Laura Gänsehaut bekam.
Endlich konnte sie die Augen öffnen und sah sich in der Dunkelheit um.
Sie zitterte und ihre Locken klebten feucht an ihrem Kopf.
Ihre Wangen waren ganz heiß. Der Troll war so scheußlich gewesen!! Und so echt!!! Sogar riechen hatte sie ihn können.
Sie hielt es nicht mehr aus, alleine in der Dunkelheit.
Laura wollte bei jemandem sein. 'Zu Hause' bei ihrer Pflegefamilie wäre sie jetzt zu ihrer Cousine ins Bett geschlüpft, doch diese war ja nicht da.
Sie wollte zu ihrem Vater.
Aber es war mitten in der Nacht, er würde bestimmt böse werden, wenn sie ihn wecken würde.
Trotz ihrer Zweifel glitt sie von ihrem Bett und schlich aus ihrem Zimmer.
Sie rannte den dunklen Gang entlang bis vor die Tür ihres Vaters. Sie zögerte und sah die Tür an. Sie biss sich auf die Unterlippe. Sie hob ihre Hand, atmete ein und klopfte leise.
Er wird bestimmt schimpfen und fluchen....
Sie hielt die Luft an und wartete gespannt.
"Ja, herein," kam Snapes Stimme aus dem Zimmer.
Laura öffnete die Tür einen Spalt, aber dann verließ sie der Mut. Wegen eines blöden Albtraums!! Er würde sie auslachen, sie war ja kein Baby mehr.....
"Was ist los?" fragte Snape nicht gerade unfreundlich, aber Laura antwortete unsicher:
"Ehmm entschuldigung, es... es ist nichts, Sir, schon gut..." Sie drehte sich um und wollte schnell in ihr Zimmer zurück huschen.
"Miss Smethurst, herkommen und zwar sofort!" Das war deutlich und Laura ging langsam und ein bisschen beschämt ins Zimmer ihres Vaters.
Dort stand sie vor seinem Bett und schlängelte eine Haarsträhne um ihren Zeigefinger.
Snape saß auf der Bettkante und bedeutete ihr, zu ihm zu kommen.
Etwas zögernd trat sie näher, bis sie vor Snape stand, die Haarsträhne immer noch um den Finger gewickelt.
"Du wirst mir jetzt sofort sagen, was los ist." Laura konnte trotz der Dunkelheit erkennen, wie ihr Vater sie streng ansah.
Snape hatte nicht vor, sich mitten in der Nacht wecken zu lassen für nichts.
Als sie vor ihrem Vater stand sagte sie leise: "Ein Albtraum, Sir."
Snape sah, wie verschwitzt seine Tochter war und griff ihr an die Stirn.
Fieber hatte sie nicht, es musste die Aufregung des Traumes gewesen sein.
"Darf ich raten? Der Troll?" fragte Snape, griff Laura am Oberarm, zog sie näher und setzte sie neben sich aufs Bett.
Laura war froh, dass ihr Vater sie nicht auslachte, und vor allem nicht ausschimpfte wegen des Weckens.
Sie nickte.
„Ich gebe dir einen Trank, damit du wieder schlafen kannst." Snapes Worte waren nun sanfter.
Laura schüttelte vehement den Kopf.
Nein! Sie wollte nicht mehr schlafen, auf keinen Fall. Der Troll würde wieder kommen, da war sie sich ganz sicher.
Snape stöhnte, stand auf und nahm Laura am Handgelenk.
Mit ihr zusammen ging er in ihr Zimmer und führte sie wieder zum Bett.
Er merkte, wie Laura sich verkrampfte, als er sie ins Bett bugsieren wollte und so setzte er sich zu ihr aufs Bett.
"Komm, du musst wieder schlafen."
Ein paar Tränen liefen über Lauras Gesicht und sie schüttelte den Kopf.
"Ich habe Angst."
Snapes Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, aber er wusste, er würde alles nur schlimmer machen, wenn er seine Ungeduld zeigen würde.
Er atmete tief ein und aus, nur ruhig Blut!!!
Laura saß neben ihm auf dem Bettrand und ließ ihre nackten Füße baumeln. Als er ihr die Hand auf den Rücken legte, vergrub sie ihr Gesicht im dunklen Pyjama ihres Vaters.
Er überwand sich und behielt seine Hand dort, wollte Laura ein bisschen Sicherheit geben. (Natürlich nur damit sie bald wieder schlief und er seine Ruhe hatte!) Er spürte, dass das Mädchen sich bald entspannte.
Zum Glück kann mich niemand sehen. Ich werde definitiv sentimental, verdammt! Snape verzog leicht sein Gesicht.
"Dad?" kam plötzlich die gedämpfte Stimme von Laura, die ihr Gesicht immer noch bei der Brust ihres Vaters versteckt hatte.
Snapes Herz schlug schneller. Dad?
"Was ist, Laura?" Seine Stimme verriet nichts.
"Bist du verletzt, am Bein, meine ich?" Ihr Gesicht war wieder aufgetaucht bei dieser Frage und sie sah ihn jetzt an.
Snape schüttelte leicht den Kopf.
"Es ist nicht schlimm. Schlaf jetzt, ich bleibe hier, bis du schläfst."
'Nicht, dass sie sich das zur Gewohnheit werden lässt!' dachte er
Laura war sehr froh über dieses Angebot, sie nickte, legte sich ins Bett und Snape verwandelte den Stuhl neben Lauras Bett in einen bequemen Sessel.
Er setzte sich hinein und beobachtete seine Tochter, die ihm gute Nacht wünschte und die Augen schloss. Sie blinzelte noch ein paar mal um sicher zu gehen, dass er noch da war.
Nach einigen Minuten stand Snape auf und sah auf das schlafende Mädchen hinunter. Gedankenverloren strich er ihr eine dunkle Locke aus dem Gesicht.
Ein seltsam fremdes, aber wundersames Gefühl durchströmte ihn.
War es Stolz? Zufriedenheit? Er konnte es nicht sagen, er sah einfach nur sein Kind an.
TBC.................
Liebe MaraJade, vielen Dank für dein nettes Review, es freut und motiviert mich sehr.
Vielen Dank auch wieder an scientific ida, die mir mit guten Ideen hilft und meine Fehler aufspürt. Sie ist übrigens nicht nur eine super Beta-Leserin sondern auch eine begabte Autorin. Ihre neue Geschichte von 'Doctor Who, Das Problem mit zwei Planeten 'solltet ihr unbedingt lesen. Lohnt sich sehr!
