Zaubertränke

Draußen wurde es immer kälter, der Winter nahte und die Bäume verloren ihr buntes Laub.

Vieles hatte sich eingependelt. In die neuen Klassen war Ruhe eingekehrt und jeder hatte seinen Platz gefunden.

Viele Freundschaften waren entstanden und zum Teil auch schon wieder in die Brüche gegangen.

Seit einigen Wochen hatte Laura nun einen Vater, na ja, sie hatte ihn wohl schon ein bisschen länger, aber sie würde nun nicht mehr zu ihren Verwandten zurückkehren, außer zu Besuch.

Bis jetzt hatte sie aber noch keine Sehnsucht.

Viele Schüler wussten natürlich über den Verwandtschaftsgrad von Professor Snape und Laura Bescheid , aber es war nun nicht mehr so ein großes Thema.

Harry Potter war auch nicht mehr Thema Nummer Eins und so war es ein wenig ruhiger geworden im Schloss.

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Das erste Quidditch-Spiel hatten die Gryffindors dank Harry gewonnen, trotz eines Zwischenfalls, bei welchem Harrys neuer Besen verrückt gespielt hatte.

Die Schule war recht streng und die Schüler hatten recht viele Hausaufgaben.

Zaubertrank-Unterricht war für viele Gryffindors der reine Horror. Vor allem für Neville, der es einfach immer wieder fertig brachte, die negative Aufmerksamkeit des strengen, ungerechten Tränkelehrers auf sich zu ziehen.

„Mister Longbottom," schnitt Snapes strenge, aber gefährlich leise Stimme durch das Schulzimmer.

„Als was genau würden Sie diese... Suppe... hier bezeichnen?" Snape gab dem verunsicherten Jungen einen scharfen fragenden Blick. Neville trat von einem Fuß auf den anderen und wurde knallrot.

„Wieviel Bilsenpulver muss in diesen Trank?" fragte Snape fordernd. Neville sah nervös in seinen Trank, der unschuldig vor sich hin blubberte.

„Sie finden die Lösung nicht in ihrem Kessel, Sie dummer Junge. Schauen Sie in ihr Buch." Snapes Stimme war nicht lauter geworden, aber schneidender und Neville las in seinem Buch, welches vor ihm auf dem Tisch lag: „d..dreißig Gramm, S..Sir."

Snape sah in das Vollmondgesicht des Schülers vor ihm. „Und wieviel ist in Ihrem..... Trank hier?" Snape zog eine Augenbraue hoch.

„Ähmm... ich..." Neville wurde, wenn möglich, noch röter, als er schon war, denn er bemerkte, dass er wohl dreihundert Gramm hinein getan hatte statt dreißig.

Mit einem Schlenker seines Zauberstabes ließ Snape den Inhalt des Kessels verschwinden.

„Heute Abend um 19.00 Uhr in meinem Büro, Mister Longbottom. Und ich erwarte, dass Sie dann darauf vorbereitet sind diesen Trank korrekt zu brauen. Zumindest theoretisch. Buch Seite 47."

Snape riss der letzte Geduldsfaden mit dem Jungen. Wie konnte man nur so unfähig sein.

Vielleicht würde er ihm heute Abend eins zu eins beibringen können, wie man diesen Trank zubereitet.

Für Neville war das die schlimmste Strafe, noch mehr Zeit mit diesem schrecklichen, unheimlichen Lehrer verbringen zu müssen.

Dasselbe dachte Snape allerdings auch. Wie hatte er es verdient, solche Idioten in der Klasse zu haben, denen er alles im Einzelunterricht nochmals erklären musste.

Dieser Longbottom brach aber auch alle Rekorde im "Kessel schmelzen oder explodieren lassen".

Laura sah ihren Vater böse und verärgert an. Sie wusste, dass das respektlos war, aber sie fand Snape so gemein und fies, dass ihr das im Moment egal war.

Sie flüsterte Emma etwas zu und diese wurde rot, aber nickte kaum merklich.

„Beherschen sie sich, Miss Smethurst, oder sie leisten Mr. Longbottom heute Abend Gesellschaft," fauchte Snape Laura an. Seine Augen blitzten gefährlich.

„Mir doch egal," murmelte Laura leise, die ihren Ärger nicht verbergen konnte.

Snape machte schnell einen Schritt auf Laura zu, fasste sie am Oberarm und beugte sich gefährlich nahe zu ihr hinunter.

„Dann, Miss Smethurst, muss ich wohl dafür sorgen, dass Ihnen das nächste Nachsitzen nicht mehr egal ist." Snapes Stimme war leise und gefährlich und Laura schluckte leer.

Sie sah, wie Malfoy hämisch grinste und seinen 'Leibwächtern' Crabbe und Goyle etwas zuflüsterte.

Der war wiedermal fällig, dachte Laura ärgerlich.

Snape glitt zwischen den Schülern mit ihren dampfenden Kesseln hindurch und gab da und dort seinen Kommentar ab.

„Was soll dieses Gemetzel, Mister Potter. Die Krötenleber soll nicht durch den Fleischwolf gedreht werden. In feine Streifen schneiden steht klar und deutlich in dem Buch vor Ihrer Nase. Wenn Sie nicht gut genug sehen können, probieren Sie es vielleicht mal mit einer neuen Brille."

Harry biss seine Zähne zusammen. Dieser Snape konnte ein echtes Ekel sein.

Malfoy kicherte und zischte etwas das tönte wie 'Brillenschlange'. Natürlich überhörte das ihr Vater.

„Halt den Rand, du dummer Gockel!" flüsterte Laura, sah den hellblonden Jungen tödlich an und machte eine ziemlich rüde Geste. Obwohl sie die Handbewegung hinter ihrem Kessel gemacht hatte, war das Snape nicht verborgen geblieben.

„Heute Abend 19.00 Uhr in meinem Büro, Miss Smethurst," kam die Stimme von Snape und Laura musste ihr Temperament zügeln, um diese Geste nicht auch gegen Snape zu verwenden, was zweifellos ihr Tod gewesen wäre.

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Laura war dann sowieso schon früher bei Snape, da er ihre Hausaufgaben durchsehen wollte. Wie immer hatte er da und dort etwas zu reklamieren, und Laura musste den Wunsch ihre Augen zu verdrehen mit aller Willenskraft unterdrücken. Sie musste zugeben, dass es manchmal wirklich hilfreich war, wenn Snape mit ihr die Hausaufgaben besprach und häufig konnte er ihr etwas nochmals genauer erklären.

Als er ihr aber jetzt auch noch auftrug, den Aufsatz in 'Geschichte der Zauberei' nochmals schöner abzuschreiben, konnte sie sich nicht zurückhalten, empört zu stöhnen.

„Och, aber das ist so viel," protestierte sie etwas ungehalten und schmollend.

„Miss Smethurst, du befindest dich auf sehr dünnem Eis. Pass auf, in welchem Ton du mit mir redest."

Snape sah Laura streng an. Er hatte langsam und deutlich gesprochen, als ob Laura es sonst nicht mitbekommen hätte.

Sie merkte, wie ernst es Snape war und senkte schnell ihren Blick.

„Schreib das nächste Mal sorgfältiger und du ersparst dir die Extraarbeit," sagte er und schickte Laura in ihr Zimmer.

Als Laura in ihrem Zimmer saß, flüsterte sie die schlimmsten Schimpfwörter, die ihr einfielen, vor sich hin. Wieso tat Snape immer so schwierig. Den Geist (wie sie den langweiligen Professor Binns heimlich nannte) würde es sowieso nicht interessieren, wie schön der Aufsatz geschrieben war. Er hatte jedenfalls noch nie reklamiert.

Als sie den Aufsatz widerwillig nochmals geschrieben hatte, zeigte sie ihn Snape. Diesmal schien er zufrieden mit ihren Bemühungen. „Akzeptabel," sagte er und nickte kurz.

„Neville ist ziemlich nett," begann Laura plötzlich, denn sie hatte das Bedürfnis, den Jungen in Schutz zu nehmen.

„Er hilft mir immer in Pflanzenkunde." Laura sah ihrem Vater ins Gesicht, um zu sehen, was dieser davon hielt.

Einen Moment später klopfte es an der Bürotür. Es war Neville, der ziemlich nervös schien und hochrote Ohren hatte.

Snape war fast eine Stunde damit beschäftigt Neville Schritt für Schritt das Brauen dieses Trankes zu erklären. Diesmal stellte der Junge sich nicht ganz so schlecht an, vielleicht weil Snape nicht so ungeduldig mit ihm war wie sonst.

Laura war derzeit mit Kesselschrubben beschäftigt, aber hörte immer mit einem Ohr zu, was ihr Vater und Neville taten.

Sie war sehr froh, dass es Neville diesmal besser gelang. Vielleicht hatte sie doch etwas Einfluss auf ihren Vater, dachte sie stolz.

Neville schien auch ziemlich erleichtert, dass diese Stunde so glimpflich verlaufen war. Den ganzen Nachmittag hatte er Bammel gehabt, Snape unter die Augen zu treten.

Als er dann den Trank sogar 'akzeptabel' gebraut hatte, ging er viel besser gelaunt aus Snapes Büro. Er winkte Laura noch kurz zu, die immer noch am Schrubben war. Neville hatte echtes Mitleid mit Laura. Seine Grossmutter war zwar nicht gerade der sanfte, einfühlsame Grossmuttertyp, aber Snape als Vater zu haben! Neville konnte sich nichts Schlimmeres vorstellen.

Als Neville zur Tür raus war, hörte Laura mit Putzen auf und sah erwartungsvoll zu Snape.

„Habe ich etwas von Aufhören gesagt?" fragte er nebenbei, während er ein paar Sachen wegräumte.

„Ehm... aber Neville ist doch auch gegangen, wieso muss ich denn weitermachen?" antwortete Laura und tönte leicht genervt.

Sie hatte wirklich genug von dem blöden Kesselschrubben. Vor allem, weil sie wusste, dass Snape das mit einem Schlenker seines Zauberstabes in ein paar Sekunden erledigt hätte.

„Du bist Laura und nicht Neville," war Snapes trockener Kommentar. „Ich dachte, es ist dir egal, nachzusitzen?"

„Aber ich muss doch um acht Uhr im Gemeinschaftsraum sein, oder? Jetzt ist genau....fünf vor." Laura zeigte auf ihre Uhr, deren Band nur noch von ein paar Fäden zusammen gehalten wurde.

„Kümmere du dich um die Kessel!" Sagte Snape kurz .

Laura verdrehte die Augen und jammerte weiter: „Aber wieso muss..." doch Snapes Geduld war am Ende.

Er drehte sich zu Laura um und sah sie warnend an.

„Das ist nun meine letzte Warnung, Laura, die Allerletzte. Noch ein Wort und du putzt morgen nochmals ein paar Kessel."

Das wollte dann Laura lieber doch nicht riskieren. Sie putzte schmollend weiter.

Der Nerv dieses Kindes, dachte Snape und sah Laura einen Moment zu. Am liebsten hätte er ihr einen saftigen Klaps auf den Hintern gegeben, schon allein für diesen Gesichtsausdruck!

Noch zwanzig Minuten putzte Laura missmutig weiter, bis Snape ihr endlich erlaubte aufzuhören.

Zum Glück durfte sie Snape danach noch mit der Fertigstellung eines Zaubertranks helfen, der sehr gut roch und eine hübsche hellblaue Farbe hatte. Snape ließ sie danach sogar noch helfen, den Trank in kleine Fläschchen zu füllen und die Korken in die Öffnungen zu stecken. Er ließ sie sehr selbstständig arbeiten und sie kam sich ziemlich wichtig vor, denn Snape gab ihr sogar noch ein kleines Lob.

Es war schon beinahe 21.00 Uhr, als Snape seine Tochter in den Gryffindorturm begleitete.

Sie schien nicht mehr sauer zu sein auf ihn, denn sie gab ihm noch eine kurze Umarmung, bevor sie durch das Portraitloch hinter der fetten Dame verschwand.

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Laura und ihre Freunde liebten es, auf Erkundungstouren im Schloss zu gehen.

Manchmal war es schon recht mühsam einen Elternteil im Schloss zu haben. So einen strengen noch dazu. Laura hätte sich viel mehr Streiche und Mätzchen erlaubt, wäre da nicht ihr Vater gewesen, der sie immer im Auge hatte.

Er schien immer alles zu merken und Laura ging gerne ab und zu aus dem Schloss, um ein bisschen unbeobachtet zu sein.

Auch Miss Norris, Filchs hässliche magere Katze schien immer zu spüren, wenn sie einen falschen Schritt machten und sie mussten häufig vor ihr davon rennen. Filch konnte ziemlich fies sein und er hatte es sich zum Hobby gemacht, Kinder zu verpetzen. Scheinbar hatte er seine Katze darauf abgerichtet, Missetäter aufzuspüren. Vielmals konnten die Schülerinnen und Schüler aber flüchten, bevor Filch am Ort des Verbrechens war, wenn Miss Norris jemanden aufgespürt hatte. Wenn er dann mal sehr viel Glück hatte und Studenten bei was Verbotenem erwischte, war er überglücklich sie an einen Lehrer zu übergeben. Manchmal hatte er noch mehr Glück und sah, was für eine Strafe sie aufgebrummt bekamen. Sein höhnisches Grinsen versuchte er dann auch gar nicht zu verstecken. Natürlich waren die Strafen der Lehrer ausnahmslos viel zu lasch in seinen Augen. Die früheren Strafen hatten ihm viel besser gefallen. Da hatten die kleinen Bastarde noch geschrien, bis sie heiser waren.

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Häufig besuchten die Kinder Hagrid, der sich immer über ihren Besuch freute.

Als sie wiedermal in Hagrids Hütte saßen, Felsenkekse aßen und redeten, lag Fang in seinem Körbchen und sah verschlafen zu den Kindern hinauf. Laura stand auf und ging zu dem großen, gutmütigen Hund und streichelte ihn.

„Das mag er, Laura, ein guter Bursche, mein Fang!" Hagrid sah den Hund stolz an, mit einem Blick, mit dem andere Leute Babys oder junge Kätzchen betrachteten.

„Der arme Kerl hat Läuse, er hat sich schon halb wund gekratzt. Muss wieder von diesen Tropfen holen. Ich sag euch n'richtiges Wundermittel. Ein, zwei Tröpfchen zwischen die Ohren genügen. Und schwupps suchen die Biester das Weite. Ist übrigens von deinem Paps, Laura. Guter Mann dieser Snape."

Laura hatte die Hand von Fang zurückgezogen, sie würde ihn wohl lieber wieder streicheln, wenn er die Läuse los war.

„Kommt, Kinder, wir gehen noch ein bisschen raus. Ihr habt doch warme Kleider, oder?" fragte Hagrid und stand auf. Die Kinder nickten und sie gingen zusammen aus der Hütte.

Hagrid ging Richtung See und die Kinder tollten mit Fang um ihn herum. Sie lachten und der große Hund bellte und schupste die lustigen Spielkameraden immer wieder an, wonach die Kinder meistens flach auf dem Boden landeten.

Hagrid musste lächeln. Das tat seinem Fang gut so rumzutollen. Wie ein junger Hund.

Hermine unterhielt sich mit Hagrid, Laura rannte hinter Fang her und Harry und Ron jagten sich gegenseitig.

Plötzlich winselte Fang, blieb stehen und zog eine Pfote hoch. Laura erschrak ein wenig, da sie so ein elendes Winseln noch nie gehörte hatte bei Fang.

Er fing an, sich am Boden zu wälzen und verhielt sich immer seltsamer. Er winselte und stand immer wieder auf, wie von einer Biene gestochen, nur um danach wieder auf dem Boden rumzurollen. Es schüttelte ihn und er zog die Lefzen hoch und wenn Laura nicht gewusst hätte, dass Hunde nicht lachen können, hätte sie gewettet, er lachte sich den Bauch voll.

Ron und Harry hatten sein seltsames Benehmen auch bemerkt und die Kinder standen nun staunend und ein wenig erschrocken um Fang herum.

Aber Fang sah wirklich so komisch aus, wie er sich da wälzte, dass sie lachen mussten. Sie hatten keine Ahnung, was in den Hund gefahren war.

Fang wurde immer wilder und nun kam Hagrid dazu. Er ging ein paar Schritte weiter in die Richtung, aus der sie gekommen waren und kauerte sich im Gras hinunter. Es sah aus, als suche er etwas am Boden.

Er stand wieder auf und sah die Kinder streng an: "Das ist nicht lustig! Der Arme leidet!"

Die Kinder mussten sich das Lachen verkneifen, denn für sie sah Fang nun wirklich nicht leidend aus sondern einfach nur komisch.

Nur Hermine schämte sich, dass sie das arme Tier ausgelacht hatte.

„Er ist in einen dreilappigen Kicherling getreten. Nun kitzelt es ihn derart, dass er fast durchdreht."

'Fast' ist gut! Dachte Laura.

Der arme riesige Hund wälzte und kratzte sich und Hagrid sagte aufgeregt: "Sucht breiten Wegerich, Kinder, das ist das Einzige, was wirklich hilft."

Die Kinder rannten los, außer Ron, der nicht wusste, was Wegerich ist. Harry zeigte ihm ein breites grünes Blatt, welches er zwischen den Grashalmen entdeckt hatte. Es dauerte nicht lange, bis sie einige Blätter gesammelt hatten. Zum Glück gab es sogar im Winter noch Wegerich, wenn auch nicht so viel.

Sie brachten alles zu Hagrid, der die Blätter in seinen großen Händen zerrieb und dann zu Fang ging. Dieser schüttelte seine Pfote und wollte sie soeben lecken. Hagrid packte den Hund und presste den zerquetschten Breit-Wegerich darauf. Beinahe augenblicklich trat eine deutlich Besserung ein. Der große Hund entspannte sich und atmete erleichtert aus.

Die vier Kinder hatten mit großen Augen zugesehen.

Hagrid kauerte sich wieder an derselben Stelle, die er vorhin untersucht hatte, hinunter und winkte die Kinder zu sich.

„Das sind Kicherlinge," sagte er mit wichtiger Miene. „Es sind seltene Pilze und sie haben auf Menschen keinen Einfluss. Aber bei Tieren, wie ihr gesehen habt, sehr wohl. Der Saft dieser Pilze enthält eine Substanz, die bei Tieren eine seltsame Reaktion hervorruft." Er knickte eines der drei dicken, fleischigen Blätter des sonderbaren Pilzes ab und drückte sie ein wenig, worauf gelblicher Saft hinaus tropfte. „Berührt der Saft die Haut, kitzelt das so elend, dass es für die Tiere kaum zum Aushalten ist."

Die Kinder hörten interessiert zu und Hermine wollte wissen: „Auf Menschen hat es keinen Einfluss, sagst du? Und wirkt das denn bei allen Tieren?"

Hagrid freute sich über das Interesse und antwortete: „Nein, ich glaube, auf Pflanzenfresser wirkt es nicht, oder nur schwach. Ich glaube bei Fleischfressern ist es wirklich am schlimmsten."

„Ich bin aber auch ein Fleischfresser," gab Ron zu bedenken.

Laura lächelte. „Dann hältst du dich wohl besser fern davon." Ron machte eine Grimasse zu Laura, worauf sie ihm die Zunge raus streckte.

„Seit Fang als Welpe einmal in so einen Pilz getreten ist, ist es ihm nie wieder passiert. Aber wahrscheinlich war er vorhin so ins Spiel vertieft, dass er nicht aufgepasst hat...." Hagrid sah sich die Pfote von seinem treuen Freund nochmals an.

„Ich glaube, wir müssen langsam zurück ins Schloss, es ist schon dunkel," sagte Laura und putzte die Hände an ihrer Jeans ab.

Laura wusste, dass ihr Vater es nicht mochte, wenn sie zu lange draußen herum lungerte. Sie hatten bei Hagrid noch etwas Brot und Tee bekommen und sich an seinem Feuer aufgewärmt nach dem Spaziergang.

„Ist doch egal, es ist ja Wochenende," antwortete Ron, der nicht die geringste Lust verspürte, schon in den Gemeinschaftsraum zu gehen.

„Ok, dann gehe ich eben alleine," antwortete Laura, stand auf und verabschiedete sich von Fang, dessen Pfote ihn anscheinend nicht mehr kitzelte, denn er schlief friedlich vor dem Feuer.

„Hast wohl Angst vor Snape?" fragte Ron herausfordernd. Nun war es Hermine, die ein bisschen schnippisch antwortete.

„Ron, wenn Snape dein Vater wäre, würdest du es dann drauf ankommen lassen? Oder wenn deine Mutter hier wäre, würdest du dann einfach tun und lassen was dir gefällt? Wohl kaum, oder?"

Ron lief nun ein bisschen rot an. Nein, Hermine hatte recht, (wie immer!). Er wollte sich nicht ausmalen, wie es sein würde mit Snape als Vater. Die Zaubertrank-Doppelstunde am Montag reichte ihm zur Genüge, vielen Dank.

Und seine Mutter, na ja, die konnte zwar richtig lieb sein, aber wehe sie war sauer......

„Also gut, wir kommen auch," sagte Ron nun, verdrehte die Augen und stand auf. Harry folgte ihm.

Emma war nicht mit zu Hagrid gekommen, da sie ihren Eltern noch in Ruhe einen Brief schreiben wollte.

„Ich begleite euch noch ein Stück," sagte Hagrid, der die jungen Kinder nicht alleine in der Dunkelheit herumlaufen lassen wollte.

Sie machten sich gemeinsam auf Richtung Schloss und waren froh um Hagrid's Öllampe. Die Kinder verabschiedeten sich von ihrem großen Freund und gingen den kurzen Rest des Weges noch alleine.

„Fred hat mir erzählt, dass es im Wald, also in einem Weiher im Wald, meine ich, dass es dort so seltsame Viecher gibt, sie sollen so ähnlich aussehen wie Schildkröten und wenn du ihnen Brot in den Weiher wirfst, springen die hinaus und schnappen es sich. Sie müssen aber irgend etwas Magisches sein, denn sie sind flink wie Fische und ihr Panzer ist so schuppig. Also können es wohl keine normalen Schildkröten sein, oder?"

Die Kinder waren stehen geblieben, als Ron mit den Armen herum fuchtelte, um die Tiere zu imitieren.

„Und woher weiß Fred das?" fragte Hermine ein bisschen genervt, da sie die Antwort schon kannte.

„Er hat es gesehen, war halt dort." Ron zuckte die Achseln und wollte weiter erzählen, aber Hermine schnitt ihm das Wort ab.

„Ich denke, der verbotene Wald ist verboten?" Sie sah ihn streng an.

„Mann, du bist ja schlimmer als meine Mum," sagte Ron und Laura musste lachen.

„Tönt interessant, möchte ich auch mal sehen diese Schildkröten-Dinger," sagte Harry und seine Augen leuchteten begeistert.

„Wir könnten sie ja einmal anschauen gehen." Ron war Feuer und Flamme. „Nicht jetzt natürlich,"fügte er noch schnell hinzu als er Hermines empörten Blick einfing.

„Denkt nicht mal dran, Jungs. Wenn ihr erwischt werdet." Hermine war entsetzt. „Laura, sag du mal was."

Laura sah zu den Jungen und lächelte entschuldigend.

„Für mich kommt es jedenfalls nicht in Frage, bin nicht lebensmüde." Sie wusste, dass ihr Vater alles andere als begeistert sein würde, wenn sie so was bieten würde, nein, die unangenehme Erfahrung nach dem Troll hatte ihr gereicht.

Das konnten die Jungs allerdings gut nachvollziehen, die Neugierde war aber riesig und sie waren fest entschlossen diese Tiere zu suchen. Und zwar bald. Sie würden dann halt ohne die Mädchen gehen. Aber natürlich nicht, wenn's dunkel war.

Als sie die Treppen zum Schloss hinauf stiegen, versuchte Hermine immer noch, den Jungs das Vorhaben auszureden. Sie stieß aber auf taube Ohren.

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Als sie ins Schloss stürmten, waren die Gänge schon ziemlich leer.

„Ich könnte noch einen kleinen Imbiss vertragen," meinte Ron nun leise zu den anderen. „Und ihr? Ich weiß, wie man in die Küche gelangt, die Hauselfen geben einem immer was."

„Was für Dinger?" Von so was hatten die drei anderen Kinder noch nie gehört und fast gleichzeitig fragten sie Ron, wovon er genau sprach.

„Oh Mann, Hauselfen, wer, meint ihr, kocht uns all das Essen?" Die wussten doch wirklich nichts, dachte Ron. Er fühlte sich aber ziemlich stolz, dass er so den Durchblick hatte und er schritt zielsicher voraus.

Die Anderen schauten sich verdutzt an, folgten aber dem Freund. Sie mussten ja noch nicht im Gemeinschaftsraum sein, sie hatten noch eine halbe Stunde Zeit.

Ron führte sie durch viele Gänge, bis sie schließlich vor einem Bild stehen blieben.

„Na, wo ist denn nun die Küche?" fragte Harry und sah Ron fragend an.

Dieser kitzelte die Birne auf dem Bild und das Bild schwang zur Seite.

„Hier," antwortete Ron lässig und die Kinder sperrten die Augen auf. Kleine lustige Wesen wuselten hin und her und es roch einfach köstlich.

Ein Hauself hatte die Kinder bemerkt und blieb stehen. Er lachte über das ganze Gesicht und kam schnell auf die Kinder zu.

„Oh Gott, bin ich satt" sagte Laura und rieb sich den Bauch, als sie einige Zeit später zum Gryffindorturm gingen. Sie waren richtig gemästet und verwöhnt worden in der Küche. Die netten Elfen hatten große Freude an den Kindern gehabt und hatten sie dann kaum mehr gehen lassen wollen.

Immer mehr Köstlichkeiten hatten sie heran geschleppt, bis die Kinder keinen Krümel mehr in sich rein gebracht hatten.

„Wir sollten uns besser beeilen, wir sind schon fünf Minuten zu spät," Hermine tippte auf ihre Uhr und Laura sah sich etwas besorgt um. Ihr Vater sollte bloß schön brav in den Kerkern bleiben. Sie wollte keinen Ärger.

Sie rannten die Treppen hinauf, und als sie in den Gang zum Turm einbogen, stand plötzlich Miss Norris vor ihnen und sah sie strafend an.

Sie miaute laut und anklagend.

Ron hatte nicht schlecht Lust, ihr einen guten Tritt zu verpassen, sah sie aber nur böse an.

„Kommt schnell," sagte er und die Kinder rannten schnell bis zum Portrait der fetten Dame.

Gerade rechtzeitig schafften sie es im Loch zum Gemeinschaftsraum zu verschwinden, bevor Filch sie erwischte.

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„Immer diese verdammte Katze," sagte Harry, aber Hermine meinte: „Sie ist ja nur ein Tier, man sollte nicht so von ihr sprechen, Harry, aber irgendwie ist sie schon immer zur falschen Zeit am falschen Ort."

„Die ist irgendwie unheimlich, wie ein Spürhund und es scheint ihr richtig Spaß zu machen jemanden an Filch zu verraten," meldete sich nun auch Laura, die sich in einen Sessel hatte fallen lassen.

Sie musste gähnen und das steckte die anderen an.

Schweigend schauten sie in die Flammen, bis Hermine aufstand und ihnen Gute Nacht wünschte. Sie wollte noch ein bisschen lesen und Laura entschied sich, auch ins Bett zu gehen.

Eigentlich wäre sie jetzt gerne bei ihrem Vater. Sie schlief am Wochenende hin und wieder bei ihm und vermisste ihn im Moment. Aber jetzt durfte sie nicht mehr auf den Gängen herum laufen, um diese Zeit. Sonst würde sie wohl die Zweisamkeit mit ihrem Vater nicht mehr so genießen.

Laura war sich Freiheit gewohnt. Viel Freiheit. Sie hatte manchmal Mühe, so strenge Regeln zu befolgen und sich nicht mehr so bewegen zu können, wie es ihr passte.

Und Snape war sehr streng. Er fackelte nicht lange und obwohl sich Laura bemühte, sich zu benehmen und zu gehorchen, gelang es ihr nicht immer.

Meistens genügte aber ein scharfer Blick von Snape und Laura wusste, wo es lang ging.

Nun war sie ziemlich erledigt und wollte ins Bett, Emma schien auch schon im Schlafsaal zu sein, hier unten war sie jedenfalls nicht.

Sie stand auf und streckte sich.

Als sie zur Treppe ging, wurde sie um ein Haar von den Beinen gerissen. Fred war angerannt gekommen und hatte Laura beinahe umgerissen, da er hinter ihr Schutz vor seinem Verfolger George suchte. Er lachte und wich seinem Bruder aus, indem er um Laura herum hüpfte um George auszuweichen.

„Du musst mich retten, Kleine," lachte der Junge und George lachte auch und versuchte, um Laura herum zu greifen, um Fred zu erwischen.

Fred hatte Laura an den Oberarmen gefasst und schob sie vor sich hin und her, sodass sie ihn immer von George abblockte.

Laura nervte es, zwischen den wilden Jungen zu stehen und als Schutzschild missbraucht zu werden. Sie schüttelte Fred ab und ging schnell davon. Fred rannte hinter den Sofas durch und weiter durch den Gemeinschaftsraum dicht gefolgt von George.

„Rette dich doch selbst," rief sie über die Schulter.

Ob wohl alle Zwillinge so aktiv waren?

Dann ging sie schnurstracks ins Bett, lag noch ein bisschen wach und überlegte dies und das.

Plötzlich hatte sie eine Idee, eine super Idee, wie Laura fand. Sie lächelte ins Halbdunkel und konnte es nicht erwarten, den Freunden davon zu erzählen.

TBC.......

Eure Meinung ist gefragt! Würde mich sehr über ein Review freuen.

Scientific ida ist mir auch diesmal wieder mit Rat und Tat zur Seite gestanden, vielen Dank dafür. Liebe Grüsse und bis bald, Eure Sally