So, nun gehts weiter. Viel Vergnügen...
„Ich schätze, wir haben keine andere Wahl, wir müssen uns bei dem Ar... Armleuchter entschuldigen, wenn wir keinen Ärger mit Snape wollen." Hermine sah die anderen Kinder ernst an, nachdem Laura ihnen Snapes Nachricht überbracht hatte.
„Schätze, du hast recht, Mine. Hat sich jedenfalls trotzdem gelohnt, der Spaß. Wusste gar nicht, wie wild Mrs Norris werden kann, sah ja zum Schreien aus...." Ron lachte und Laura hielt sich die Hand vor den Mund und kicherte.
„Und ich wusste gar nicht, wie wild Filch werden kann, dachte wirklich, der paniert mir gleich eine.... hätte er wahrscheinlich auch, wenn ich nicht entwischt wäre... Mann, war der vielleicht sauer."
Hermine sah Laura mitfühlend an. „Und dein Dad, war der sehr sauer?"
Eine Locke fiel Laura ins Gesicht und sie streifte das lästige Ding ungeduldig weg.
"Na ja, es geht, nicht wirklich sauer, aber ich muss einen Aufsatz schreiben über diese blöden Pilze, zwei Seiten." Laura verdrehte die Augen und seufzte schwer.
„Oh Mann, muss ätzend sein einen Lehrer zum Vater zu haben, was? Und dann noch so einen strengen. Bei dem läufts einem ja schon kalt den Rücken runter, wenn er einen böse ansieht."
Ron klopfte Laura mitfühlend auf die Schulter und Hermine sagte: „Weißt du was? Ich helfe dir dabei, ja? Du bist ja nicht mehr schuld als wir."
Laura lächelte die Freundin erleichtert an. Mit Hermines Hilfe würde es ein Klacks sein den Aufsatz zu schreiben.
„Er wird noch mit der McGonagall reden," sagte Laura etwas besorgt. „Hoffe, die bestraft uns nicht auch noch. Wenn die uns wieder Punkte wegnimmt, bringen uns die Anderen um."
Fred und George, die gerade zum Portraitloch hinein gekommen waren, gingen auf Ron zu und klopften ihm anerkennend auf die Schultern.
„Gute Arbeit, Ronnilein, ich bin echt stolz auf dich," sagte Fred und George fügte hinzu: "Lernfähiger kleiner Bruder. Hätte glatt von uns sein können, nicht wahr, Fred?"
Dieser nickte und sie klopften dem jüngeren Bruder nochmals auf den Rücken, allerdings viel härter als eigentlich nötig gewesen wäre. Ron sah sie wütend an.
„Sag mal, wie ist Snape eigentlich so privat, ist er dann auch so... schwierig?" wollte Emma nun wissen, sie hatte Laura noch nie gefragt, wie es mit ihrem Vater in seinen Privaträumen so auszuhalten war und die Freundin hatte auch nie viel erzählt.
Alle Kinder sahen nun Laura interessiert an.
Laura lächelte Emma an und es war ihr ein bisschen peinlich, dass alle zuhörten.
„Er ist eigentlich sehr ruhig und erklärt mir vieles, wenn wir zusammen etwas brauen. Er ist nicht der gesprächige Typ, wenn du weißt, was ich meine." Laura zuckte leicht die Schultern. „Er hilft mir viel mit den Hausaufgaben, wenn ich etwas nicht kapiere, aber er ist halt verdammt streng."
Laura sah die Freundin vielsagend an und diese nickte. Emma konnte sich gut vorstellen, dass Snape nichts durchgehen ließ. Und wenn er wütend war, würde er bestimmt äußerst unangenehm sein.
„Armes Kind," feixte Fred.
Laura boxte ihn unsanft in den Oberarm und sah ihn böse an.
„Komm, George, die wird langsam gefährlich. Machen wir einen Rückzug."
Die Zwillinge lachten und verzogen sich in eine Ecke des Gemeinschaftsraumes.
„Habt ihr eigentlich schon eure Weihnachtsgeschenke?" fragte Hermine unvermittelt.
„Weihnachtsgeschenke?" fragten Ron und Harry wie aus einem Mund und Harry rümpfte leicht die Nase, als er Hermine fragend ansah.
„Jungs, in dreieinhalb Wochen ist Weihnachten!" Hermine sah die Jungen ungeduldig an.
Die Kinder gingen zu den bequemen Sesseln am Feuer und setzten sich hin.
Als Ron sich auf einen Sessel setzen wollte, schrie er auf und sprang sofort wieder hoch.
Dort, wo er es sich hatte bequem machen wollen, saß eine dicke, fette, schwarzgelb gestreifte Spinne und krabbelte auf Ron zu. Emma quickte auch, als sie das riesige Tier sah.
In dem Moment schien es Ron zu dämmern und er verzog wütend das Gesicht: „Fred, George, ihr Idioten!"
Das laute Gelächter der Zwillinge ärgerte den kleinen Bruder nur noch mehr und er bekam einen ganz roten Kopf. Die zwei Brüder hielten sich den Bauch vor Lachen. Einige andere Kinder im Gemeinschaftsraum sahen neugierig zu ihnen hinüber.
„Oh Ronnie, das funktioniert doch immer wieder so gut bei dir. Du bist einfach zu süß, wenn du dich ärgerst."
Ron ärgerte sich sehr, allerdings auch über sich selbst, wieso musste er auch immer wieder auf diesen dummen Trick rein fallen.
Laura nahm die verzauberte Gummispinne und warf sie ins Feuer. „He, die war nicht billig!" protestierte George.
S s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
In dreieinhalb Wochen ist Weihnachten, daran hatte Laura wirklich nicht gedacht, so viel anderes hatte sie in ihrem Kopf. Wo sie diese Weihnachten wohl verbringen würde?
Laura kaute auf ihrem Daumennagel herum, sie konnte sich einfach nicht auf die Hausaufgaben konzentrieren. Sie stand vom Stuhl in ihrem Zimmer bei Snape auf und ging ins Wohnzimmer.
Ihr Vater saß am Tisch und korrigierte irgendetwas. Ob es wohl die Teste der Erstklässler waren, die sie vor zwei Tagen geschrieben hatten?
Laura schielte zu den Arbeiten, die ihr Vater großzügig mit Rot bearbeitete.
„Was ist Laura?" fragte Snape ohne von dem Korrigieren aufzublicken. Laura streckte den Kopf noch ein bisschen mehr, um etwas sehen zu können.
„Ähmm ... ich kann mich nicht konzentrieren, Sir, darf ich die Aufgaben hier machen?" Ihre Stimme klang ein wenig unsicher.
Snape blickte nun auf und sah den neugierigen Blick von Laura, obwohl sie schnell woanders hin schaute, als er sie ansah.
„Das ist nicht für deine Augen, junge Dame!" Er gab ihr einen strengen Blick und fügte dann hinzu: „Wenn du dich ruhig verhalten und deine Augen bei deiner eigenen Arbeit behalten kannst, dann ja." Lauras Gesicht hellte sich auf und sie rannte schnell in ihr Zimmer, um ihre Bücher zu holen. Snape sah ihr nach.
Als sich Laura hingesetzt hatte, lächelte sie Snape an. Snape wandte sich schnell wieder seinen Korrekturen zu.
„Sir?" fragte Laura, nachdem sie ihren Vater eine Weile beobachtet hatte. Snape sah auf und zog seine Augenbrauen leicht zusammen.
„Ehmm, sind eigentlich alle Zwillinge so wild?" Sie sah ihren Vater neugierig an. Sie hatte einfach keine Lust auf die dummen Hausaufgaben und der Streich der Zwillinge spukte gerade in ihren Gedanken rum.
Snape atmete hörbar aus und sagte etwas ungeduldig: "Was soll die Frage, Laura?"
Das Mädchen sollte sich doch endlich auf ihre Arbeit konzentrieren, dachte er, nicht irgendwelche komischen Fragen stellen.
„Ich meine nur, die Weasleys sind so wild und meine Cousins doch auch."
Snape hob eine Augenbraue und lehnte sich ein wenig nach vorne. "Du hast doch auch keine Zwillingsschwester, soviel ich weiß, oder?" Er hoffte es jedenfalls nicht, denn zwei Kinder dieser Sorte würde er wohl kaum überleben!
Laura sah ihn fragend an: „Nein, wieso?"
„Es gibt eben wilde Kinder, auch ohne Zwilling. Und eines sitzt direkt vor mir," stellte Snape trocken fest.
Laura sah ihren Vater ein wenig empört an: „Also die Weasleys sind viel ungezogener und wilder als ich!"
„Es waren, so weit ich informiert bin, nicht die Weasley-Zwillinge, die Filchs Katze in ihre missliche Lage gebracht haben, oder?" Snape sah Laura ein bisschen amüsiert an und diese biss sich verlegen auf die Unterlippe.
„So schlimm wie die Weasleys bin ich jedenfalls nicht," stellte sie ein wenig beleidigt klar.
„Ahh..." kam die kurze Antwort von Snape.
Laura merkte, dass er sich lustig machte über sie.
„Professor McGonagall hat euch keine Punkte abgezogen, für den Streich mit Filchs Katze, wie ich gesehen habe?" fragte Snape. Es hatte ihn ziemlich genervt, dass die Lehrerin wohl wiedermal zu sanft zu den Missetätern gewesen war und sie wahrscheinlich nicht bestraft hatte. Die Kinder würden davon doch nur lernen, dass jeder Blödsinn akzeptiert wurde.
Laura schüttelte den Kopf und sagte: „Nein, aber wir mussten alle zweihundert Mal schreiben, dass wir auf dem dritten Stock nichts verloren haben. Mir ist fast der Arm abgefallen." Laura schüttelte den Arm bei dem Gedanken an das viele Schreiben.
Snape wurde hellhörig und seine Augen verengten sich: "Wieso auf dem dritten Stock, wann wart ihr denn dort?" Snapes Stimme war sehr ernst geworden und Laura schluckte leer. Hatte ihr Vater davon nichts gewusst? Scheinbar nicht, ojee...!
Sie sah Snape von unten herauf scheu an und antwortete leise: „Bei dem Streich. Mit Mrs Norris." Sie machte eine Pause, aber Snape sah erwartungsvoll zu ihr hinunter.
Laura sprach schuldbewusst weiter: „Wir mussten sie doch anlocken. Und sie taucht immer dann auf, wenn man etwas Verbotenes tut." Laura schluckte nochmals leer, als sie in die Augen ihres Vaters sah.
„Und da dachtet ihr, gehen wir mal in den verbotenen Stock." Snape konnte es nicht glauben. Spazierten die Kinder doch einfach gemütlich im dritten Stock herum! Im verbotenen Stockwerk!
Laura senkte ihren Blick und nickte. Wieso konnte sie bloß nicht ihren Mund halten, dachte sie.
Snape schüttelte den Kopf. Er wusste, dass er Laura Tage später nicht mehr bestrafen konnte.
„Hör mir gut zu, Laura. Was deine Freunde tun und lassen, darauf habe ich keinen Einfluss, dafür ist eure Hauslehrerin zuständig. Aber lass du dich besser nie wieder auf dem dritten Stock blicken, die Konsequenzen wären ziemlich unangenehm für dich. Ist das klar?"
Laura sah zu ihrem Vater auf und nickte. „Ja, Sir," sagte sie leise.
„Es hat, wie immer, seinen Grund, warum ihr nicht dort oben sein dürft." Snape sah Laura intensiv an. Laura wusste genau, was ihr Vater damit meinte, aber diesmal hielt sie ihren Mund und nickte nur.
„Ich möchte mich nicht ununterbrochen um dich sorgen müssen." Snape hatte das ohne zu überlegen gesagt.
Ob er es sonst so offen zugegeben hätte?
Laura fühlte sich geschmeichelt. Es tat ihr gut, dass ihr Vater sich um sie sorgte. Sie bedeutete ihm scheinbar ziemlich viel.
Komischerweise konnte sich Laura jetzt auf die Hausaufgaben konzentrieren und war nach einer halben Stunde schon fertig. Und Snape war sogar ganz zufrieden mit ihrer Arbeit, sie hatte sich auch wirklich bemüht. Er gab ihr ein kleines Lob, obwohl es schwierig für ihn war, sowas über die Lippen zu bringen. Er sah aber, wie sich das Gesicht des Mädchens aufhellte und wie stolz sie war.
Das freute ihn.
Nicht, dass er das in irgendeiner Form gezeigt hätte!
S s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
Fluffylein
Ein paar Tage später besuchten die Kinder wieder Hagrid. Sie wollten auch sehen, wie es seinem Vierbeiner ging.
„Oh ja, das freut Fang bestimmt, dass ihr euch so um ihn sorgt."
Hagrid öffnete die Tür weiter und ließ die fünf Kinder in seine Hütte eintreten. Er zeigte auf Fang, der gemütlich vor der Feuerstelle auf der Seite lag und schnarchte.
Hagrid bückte sich und streichelte seinen Freund am Bauch.
„Ja, mein Fang hat sich wieder gut erholt, nicht wahr mein Junge? Dich hat es auch nicht so hart getroffen wie Fluffylein. Möchte bloß wissen, wer ihm das angetan hat." Hagrid hatte sich wieder aufgerichtet.
„Wer ist denn Fluffylein?" Wollte Emma wissen und Laura kauerte sich zu Fang hinunter und streichelte ihn. (In der Hoffnung, dass Hagrid ihn in der Zwischenzeit entlaust hatte!)
Hagrid sah Emma ein wenig zerknirscht an. "Ein Cerberus. Diese Cerberusse werden einfach immer falsch verstanden. Kaum sieht jemand ein wenig anders aus, schon wird man verachtet und als Monster bezeichnet."
Hermine war hellhörig geworden. „Cerberus? Du sprichst doch nicht etwa von dem Riesenvieh mit den drei Köpfen im Schloss, oder?" Hermine war entsetzt, aber Hagrid war erstaunt.
„Ihr wisst von Fluffy?" Nun verwandelte sich der Gesichtsausdruck des Riesen von erstaunt zu forschend. „Ihr habt doch nicht etwa was damit zu tun, oder?"
Er sah sie Kinder so streng an, das sie nervös wurden und Ron ganz rote Ohren bekam.
„Ehm... könnte sein...." piepste Hermine kleinlaut und Ron fügte hinzu: "Was meinst du denn genau, Hagrid?"
„Du weißt genau, was ich meine: der Angriff auf meinen Liebling. Mit dreilappigen Kicherlingen, das ist doch kein Zufall, oder?"
Hagrid sah streng aus seinen schwarzen Käferaugen zu den Kindern hinunter. Diese waren ein bisschen erstaunt, dass der gutmütige Halbriese so streng schauen konnte.
„Es war Notwehr!" meldete sich nun Harry. "Dieses Monster hätte uns beinahe verspeist."
Hagrid musste lächeln, als er in die schuldbewussten Gesichter der Kinder sah.
„So ein Untier sollte aber auch nicht in einer Schule voller Kinder gehalten werden." Hermine sah Hagrid selbstbewusst an.
Hagrid setzte sich seufzend an den Tisch und stellte den Kindern von seinen Spezial-Felsenkeksen hin.
„Fluffylein ist kein Untier. Man muss ihn nur zu beruhigen wissen, dann schläft er friedlich wie ein Lämmlein. Musik, sage ich nur. Spiele ihm etwas vor und er verwandelt sich in ein Murmeltier. "
Die Kinder sahen ihn neugierig an.
„Außerdem habt ihr Kinder dort bei Fluffy nichts zu suchen, oder?" Hagrid gab den Kindern wieder einen strengen Blick.
„Aber Fluffy bewacht dort oben etwas, ich habe eine Falltür gesehen," sagte Hermine.
Hagrid streckte den Kindern mahnend seinen großen Zeigefinger entgegen.
„Lasst euch nicht mehr dort oben blicken, habt ihr verstanden? Das ist nichts für Kinder. Es geht nur Dumbledore und Nicolas Flamel etwas an, was Fluffy da bewacht."
Kaum hatte er das gesagt, klatschte er sich die große Pranke auf den Mund. „Das hätte ich wohl nicht sagen sollen."
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Geisterstunde!
In Pflanzenkunde hatte es Laura immer noch etwas schwierig.
Sie hielt sich nun aber immer ein wenig in der Nähe von Neville auf, der ziemlich gut war in diesem Gebiet. Der Junge war sichtlich stolz, dass jemand seinen Rat wollte und ihn ein wenig bewunderte.
Neville tat Laura auch ein bisschen Leid, denn er hatte ein ziemlich mieses Selbstwertgefühl. Und Snapes Zaubertrankstunden trugen auch nicht wirklich etwas dazu bei, dieses zu stärken.
Obwohl es seit dem Nachsitzen, bei dem Snape ein bisschen mehr Geduld gezeigt hatte mit dem Jungen, eher ein bisschen besser ging.
Laura nervte die Ungeduld und Strenge ihres Vaters ziemlich von Zeit zu Zeit, und auch die manchmal ungerechte Behandlung, vor allem Gryffindors gegenüber.
Snape hatte kein bisschen Verständnis für ungenaues Arbeiten und wenn man nicht hundert Prozent Einsatz zeigte in den Zaubertrankstunden, bekam man dies unangenehm zu spüren.
In den meisten anderen Klassen lief es für Laura nicht schlecht, nur bei Professor Binns war es zum Gähnen langweilig.
Das fand nicht nur Laura, aber ausgerechnet sie war es, die der 'gespenstische' Professor dabei erwischte, wie sie unter dem Tisch einen Comics las, welches Ron ihr ausgeliehen hatte.
Natürlich hatten auch andere in dieser Stunde gelesen, wie immer. Ron hatte sogar geschnarcht.
Normalerweise bemerkte der Lehrer nichts, da er sich viel zu gerne selber reden hörte und sich nur darauf konzentrierte, was er erzählte und nicht ob jemand ihm zuhörte.
Er fühlte sich allerdings seinem Kollegen Snape gegenüber verpflichtet, ein besonderes Augenmerk auf dessen Spross zu richten.
Snape, den er damals auch noch selber unterrichtet hatte, schätzte der alte Geist sehr, denn er war damals ein fleißiger Schüler gewesen und heute ein eher schweigsamer, ernster, aber angenehmer und korrekter Arbeitskollege.
Laura war schon einmal verwarnt worden von Professor Binns und es nervte sie ziemlich, dass er immer nur sie anstarrte.
Die Anderen konnten ungestört lesen. Natürlich nicht Hermine, denn die kritzelte eifrig Notizen, welche die Freunde dann alle abschreiben würden.
„Miss Snape," krächzte der alte Geist und versuchte seiner langweiligen Stimme eine strenge Note zu geben.
„Gehen Sie vor die Tür und denken Sie dort über ihre Unart nach."
Er war zu Laura hin geschwebt und sah sie jetzt von oben herab an.
Laura gab ihm einen ziemlich trotzigen Blick und antwortete verärgert: „Ja, Sir." Sie stand geräuschvoll auf und ging zur Tür, drehte sich aber noch um, bevor sie diese öffnete. Sie hatte eine ziemlich freche Antwort auf der Zunge, schluckte sie aber hinunter.
„Mein Name ist Smethurst, übrigens." Laura wusste nicht, wie viele Male sie das dem Lehrer schon versucht hatte klar zu machen. Sie schien keinen Erfolg zu haben. 'Merkt Euch das endlich, Eure Durchsichtigkeit!' fügte sie in Gedanken hinzu und biss sich auf die Zunge um es nicht auszusprechen.
Hermine schüttelte den Kopf. Wie konnte Laura so frech sein. Zu einem Lehrer!
Laura ging verärgert aus dem Klassenzimmer und schloss die Tür recht unsanft.
S s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
Professor Binns schien ziemlich empört gewesen zu sein über den Ton, in dem das Mädchen mit ihm gesprochen hatte.
Aber Laura hatte es einfach so gemein gefunden, dass dieser altmodische Geist immer nur sie zu bemerken schien, dass sie sich einfach nicht hatte zurückhalten können.
Es reichte ihr schon, dass Snape sie immer im Auge hatte. Dann mussten sich die anderen Lehrer doch wohl nicht auch noch auf sie konzentrieren.
Sie lehnte sich mit dem Rücken gegen die kühle Steinwand. Sie schloss die Augen und lehnte den Kopf auch an die Wand.
Hoffentlich bekam sie keinen Ärger wegen dieses Geists. Ihr Vater hatte gesagt, sie müsse immer respektvoll und freundlich sein zu den Lehrern. Und wirklich sehr respektvoll war sie vorhin wohl nicht gewesen.
In ihrer früheren Schule hatte sie nicht selten Ärger gehabt. Allerdings auch nicht so häufig wie ihre Cousins.
Eigentlich wäre sie jetzt am liebsten davon geschlichen, aber das wagte sie dann doch nicht. Außerdem hatte sie ja noch ihre Schulsachen im Klassenzimmer.
Sie seufzte und öffnete die Augen. Hier draußen war es ja fast noch langweiliger als in Binns Unterricht.
Plötzlich sah sie eine Bewegung aus den Augenwinkeln. Mrs Norris kam um die Ecke und starrte Laura an.
Wie von einer Biene gestochen rannte die Katze dann dahin zurück, woher sie gekommen war, als sie das Mädchen erkannte.
Der Schreck saß ihr scheinbar noch tief in den Knochen. (Oder zwischen den Ohren!)
Laura grinste. Plötzlich hörte sie Schritte. Das war sicher dieser verdammte Filch, der von seiner Katze angelockt worden war. Sie hatte nicht viel Lust diesem Ekel hier alleine zu begegnen. Er gab ihr immer so tödliche Blicke seit ihrem Streich. Zwar hatten sie sich widerwillig entschuldigt, aber Filch war das natürlich nicht genug gewesen.
Als die Schritte näher kamen, hörte sie, dass es nicht Filchs schlurfender Gang war.
Um die Ecke gebogen kamen Snape und Professor McGonagall, die sich leise miteinander unterhielten.
Sie verstummten einen Moment, als sie Laura gegen die Wand vor Binns Klassenzimmer gelehnt stehen sahen.
Laura schien das nun ziemlich peinlich zu sein und sie sah zerknirscht zu den beiden Lehrern auf.
Diese gingen an ihr vorbei und sahen sie an, vor allem Snape gab ihr einen ernsten Blick, sagte aber nichts. McGonagalls Lippen waren ziemlich dünn geworden.
Laura wusste, dass es noch nicht lange her war, seit ihrem letzten 'Vergehen'. Und obwohl die Hauslehrerin keine Punkte abgezogen hatte, hatte sie den Kindern ziemlich klar gemacht, dass sie keine weiteren Streiche und Regelnverstöße wünschte.
Hoffentlich beschwerte sich Binns nicht, sonst würde sie wohl in gröberen Schwierigkeiten sein, nicht nur mit McGonagall.
Laura ließ sich auf den Boden sinken, als die Beiden verschwunden waren.
Das war ja wiedermal typisch. Niemand anderes als ausgerechnet ihr Vater und McGonagall mussten vorbei kommen. Was sollte sie denen wohl sagen!!??
Laura wickelte sich eine Haarsträhne um den Finger als sich plötzlich 'SPLASCHHHH' ein Kessel Wasser genau über ihrem Kopf entleerte und sie einen erschrockenen Schrei ausstieß.
Pitschnass sprang sie auf. Das Wasser war eiskalt und es tropfte ihr von den Haaren.
Sie stand da wie ein begossener Pudel.
„Ha ha ha ju ju," drang eine durchdringend quitschige Stimme durch die leeren Gänge.
„Erwischt hi hi erwischt!" Peeves, der Poltergeist, hüpfte begeistert auf und ab und zeigte feixend auf Laura.
In dem Moment kam Professor Binns durch die Wand geschwebt und wollte sehen, was hier draußen vor sich ging.
Er sah die nasse Laura an, die schlotternd da stand und den Poltergeist, der vor lauter Vergnügen den Lehrer gar nicht bemerkt hatte.
Laura blinzelte durch die nassen Haare zurück.
Dann rannte sie davon Richtung Gryffindor-Turm. Der alte Lehrer sah ihr nur verdattert nach und schüttelte den Kopf.
„Diese Kinder, die sind noch mein Tod, oh ja," stöhnte der Professor und schwebte zurück in sein Klassenzimmer. Wobei ihm spätestens beim 'durch-die-Wand-schweben' hätte einfallen müssen, dass er schon längst tot war.
Zu Lauras freudigem Erstaunen bekam sie keinen Rüffel von ihrem Vater und auch nicht von McGonagall. Scheinbar hatte sich der 'Geister-Lehrer' nicht beschwert bei ihnen, wofür ihm Laura ein paar Punkte zusprechen musste.
Sie nahm sich sogar vor, in den kommenden Unterrichtsstunden bei ihm zumindest so zu tun, als höre sie zu, was sie ziemlich großzügig von sich fand.
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Aufbruch-Stimmung
„Komm schon Laura, wir verpassen noch den Zug, wo hast du denn deinen Koffer?" Emma sah die Freundin ungeduldig an.
„Ich komm nicht mit, ich geh doch mit meinem Vater." Erst jetzt merkte Laura, dass sie noch gar nicht darüber gesprochen hatte mit den Freunden.
Harry hatte zwar erwähnt, dass er hier bleiben würde, da er nicht zu den doofen Dursleys zurück wollte und Ron würde auch bleiben, weil seine Eltern nicht da waren.
Emma und Hermine gingen nach Hause.
Sie hatten Laura zwar gefragt, ob sie im Schloss bleibe, aber Laura hatte Snapes Pläne für Weihnachten nicht gekannt.
Danach waren alle so mit Weihnachtsvorbereitungen und Schule beschäftigt gewesen, dass niemand mehr nachgefragt hatte.
Die Freundinnen sahen sie verwundert an und Hermine bemerkte spitz: „Hättest auch was sagen können."
Laura überging die Bemerkung und verabschiedete sich von den Mädchen, die ihre schweren Koffer in den Gemeinschaftsraum schleiften.
Laura fühlte sich ein wenig verloren, da ihr Vater sie noch gar nicht informiert hatte, wo sie Weihnachten verbringen würden. Sie wusste nur, dass sie nicht mehr zu ihren Verwandten gehen würde, das hatte ihr Snape ja versprochen. Außerdem hatte er jetzt das Sorgerecht. Das hatte er ihr auch gesagt.
Er würde sie doch hoffentlich nicht einfach im Schloss lassen und verschwinden. Ein paar wenige Schüler würden auch hier bleiben, es wäre ja nicht so schlimm, aber es würde Laura natürlich verletzen.
Er hatte gar nichts gesagt..... naja, sie würde einfach mal hier bleiben, bei Harry und Ron.
S s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
Nachdem das größte Durcheinander in der Eingangshalle vorbei war und die Schüler sich auf den Weg zum Zug gemacht hatten, schlenderte Laura mit den Jungs durchs Schloss.
Es war merkwürdig, wenn alles so ruhig war.
Filchs Katze war auch wieder im Schloss auf Patrouille, allerdings wich sie den fünf Kindern aus, seit ihrem unangenehmen Zusammentreffen mit diesen. Sonst war sie aber leider wieder ganz die 'Alte'.
„Wie könnten wir das anstellen, wegen der Bibliothek?" fragte Harry seine Freunde. "Wir müssen einfach heraus finden, wer dieser Flamel ist."
Nachdem Hagrid sich verplappert hatte, wegen Flamel und dem, was der Monster-Hund Fluffy bewacht, kannte Hermine kein anderes Thema mehr.
Dauernd lag sie den Freunden in den Ohren, wie viele Bücher sie schon durchgeackert hatte, um eine Spur des Mannes zu finden.
Als sie dann die Jungs beauftragt hatte, in der verbotenen Abteilung der Bibliothek zu suchen, blieben den Kindern die Münder offen stehen. Sie hatten es nicht glauben können, so was ausgerechnet von Hermine zu hören.
„Wir könnten doch mal schnell in die Bibliothek gehen, Laura kann dann eine komplizierte Frage stellen, damit Madam Pince abgelenkt ist und ich schleiche mich dann zur verbotenen Abteilung." Harry sah begeistert aus von seinem Plan.
Bevor jemand antworten konnte, bog mit rauschendem Umhang Snape um die Ecke und taxierte die Kinder mit forschendem, strengem Blick. Er blieb vor den Dreien stehen.
„Was schleicht ihr euch in den Gängen rum, sucht ihr schon wieder Ärger?"
Die Kinder drückten sich herum unter seinem Blick, sie kamen sich ziemlich ertappt vor. Da niemand gleich antwortete, schaute er zu Laura, die ihren Blick nun schnell senkte und ihre Schuhe plötzlich besonders spannend fand.
„Halte dich nach dem Abendessen bereit, Laura, wir verlassen dann das Schloss." Ohne eine Antwort abzuwarten, rauschte er davon.
„Buo, willst du wirklich mit der Fledermaus mit, Laura? Also ich an deiner Stelle....."
Weiter kam Ron nicht, da er einen gefährlichen Snape-Blick einfing, diesmal allerdings von Laura, gefolgt von einem ziemlich unsanften Knuff in den Oberarm.
„Schon gut, schon gut.... aber ein bisschen unheimlich ist der ja schon." Ron sah dort hin, wo Snape verschwunden war und zuckte die Schultern.
„Bin gespannt, ob du von dem ein Weihnachtsgeschenk bekommst." Bei diesem Gedanken musste Ron lächeln.
Da war Laura allerdings auch gespannt. Weihnachten mit Snape? Jemand Unweihnachtlicheren als Snape gab es gar nicht, fand Laura.
Sie war aber erleichtert, dass sie jetzt wenigstens wusste, dass sie mit Snape irgendwo hinging. Fragte sich nur, wo das sein würde.
„Na, ihr Süßen, braucht ihr eine Beschäftigung?" Fred und George, welche die Szene mit Snape beobachtet hatten, kamen auf die drei jüngeren Kinder zu.
„Wir hätten noch ein paar Süßigkeiten, die einen Vorkoster suchen." George sah Laura feixend an.
„Haut ab," sagte Ron ärgerlich. Er wollte nichts von Vorkosten hören.
Fred und George legten je einen Arm um Laura und sahen sie überfreundlich an.
„Du junge, hübsche Hexe, du könntest uns doch das Passwort zu Snapes Büro verraten, oder?" fragte Fred schmeichelnd, klimperte mit den Wimpern und gab ihr einen treuherzigen Blick.
„Wir würden dir dann auch gratis eine neue Frisur offerieren," lachte George und gab ihr auch einen gespielt charmanten 'Augenzwinker'.
Die Gelegenheit wäre natürlich günstig für die Zwillinge, wenn Snape fort war, an die Marpleessenz zu kommen, aber sie wussten, dass sie das Mädchen nicht überreden konnten.
Trotzdem war es immer lustig, die 'Kleine' ein wenig aufzuziehen.
„Natürlich! Gerade euch," witzelte Laura. „Dann haltet aber ihr Beiden eure knackigen Hintern hin, wenn Snape es raus findet und er findet immer alles raus." Laura lächelte zuckersüß zurück.
„OOHHH, hast du gehört, George wir haben knackige Hintern." Fred tat verlegen und George fügte übertrieben geschmeichelt hinzu: " Wird auch Zeit, dass das mal jemandem auffällt!"
Harry und Ron mussten lachen.
TBC.......................................
Ein grosses Dankeschön an die schnelle, zuverlässige scientific ida fürs Beta-lesen.
Liebe MaraJade, danke für dein treues reviewen, das freut mich riesig. Ja, da hat Laura wohl was von ihrem Vater geerbt! ;-) Vielen ,vielen Dank
Gruss an alle Sally
