Hallo, Ihr Lieben, nun gehts weiter. Ich wünsche Euch viel Spass bei lesen und mir wünsche ich ein paar Reviews, denn sie sind mein Ansporn und mein kalorienfreies Zückerchen ;-) Bin auch offen für konstruktive Kritik.

Der wunderbaren scientific ida habt Ihr es wieder zu verdanken, dass dieser Text beta-gelesen und somit angenehmer zu lesen ist . Danke Ida!

Danke viel Mal , MaraJade, für deine Rückmeldung , freut mich immer sehr :-)

Home sweet home

„Das ist meine Hauselfin, ihr Name ist Milly." Snape beobachtete Lauras Gesicht, denn das Mädchen hatte wahrscheinlich noch nie einen Hauselfen gesehen und er war gespannt, wie sie reagieren würde.

„Sie wird manchmal auf dich aufpassen, wenn ich nicht hier bin und du wirst ihr gehorchen!"

Laura hatte ein riesiges Lächeln auf dem Gesicht, als sie der Elfin die Hand gab und sagte:

„Wir kennen uns bereits. Ehm ...ups." Laura sah schuldbewusst zu Snape und kannte die nächste Frage schon. Auch die Elfin schaute ein bisschen verlegen.

„Wir waren mal in den Küche, aber nur kurz, wirklich..... und da hab ich sie gesehen."

Laura blickte nach oben in Snapes Gesicht und suchte nach einem Zeichen, ob er sauer war.

Die Hauselfin verdrückte eine Träne in den Augen. „Oh, das junge Fräulein kennt Milly noch, obwohl so viele Hauselfen da waren, sie ist ein gutes Mädchen."

Milly schniefte und Laura sah sie verwirrt an. „Ja natürlich, du hast mir doch die guten Keks...."

Ich bin so ein Plappermaul!!! Laura wusste, dass es nun schon draußen war und konnte nur hoffen, dass ihr Vater nicht zu verärgert war. Sie hätte sich selber in die Nase beißen können.

„Laura Smethurst, ich glaube du bekommst genügend zu Essen am Tisch! Ich hoffe das war eine einmalige Sache?"

Ja, Snape sah schon ärgerlich aus, sie wusste, dass er es nicht mochte, wenn sie zu viel Zucker aß.

Sie nickte schnell. Snape gab ihr einen strengen Blick.

„Milly lebt bei mir, wenn ich zu Hause bin. Sonst arbeitet sie, wie du mitbekommen hast, in Hogwarts.

Wir haben ab Morgen einen Gast, Laura, und ich erwarte, dass du dich ihm gegenüber tadellos benimmst."

Laura war nun gespannt. „Wen denn, Sir?" Laura sah ihn neugierig an.

„Remus Lupin."

Laura wusste sofort, wer das war. Der nette, etwas heruntergekommene Mann, den sie in Snapes Quartier mal gesehen hatte nach dem Troll-Zwischenfall.

Laura lächelte. Ja, das tönte gut.

„Darf ich in mein Zimmer gehen? Es ist schön, es gefällt mir sehr gut."

Laura hatte ein einfaches Zimmer in Snapes großem Haus. Und das Zimmer war auch eher groß, fand sie.

Es beinhaltete einen kleinen soliden Tisch mit Stuhl, ein Bett, einen Holzschrank und eine Kommode. Es war schlicht und es gefiel ihr wirklich.

Es gab zwei Fenster, eines direkt in den Garten mit einer großen Fensterbank, wo sie sich drauf setzen und hinaus schauen konnte.

Snape zog eine Augenbraue hoch, er fragte sich ob Laura das ernst meinte. Es war ja nichts Besonderes und er hatte es nicht dekoriert oder umgestaltet. Er wohnte selten hier, höchstens ein oder zweimal im Jahr hielt er sich hier auf. Es war das Haus seiner Vorfahren mütterlicherseits.

Er hatte noch ein kleines Häuschen in Spinner's End, wo er aber schon seit Jahren nicht mehr gewesen war.

„Ja, geh und packe deine Sachen aus. Verstaue alles ordentlich im Schrank und komm um 18.30 Uhr ins Wohnzimmer, wir essen dann zu Abend."

Laura gefiel das alte Haus mit seinen hohen Räumen und Fenstern sehr. Es war so ganz anders als bei ihren Verwandten zuhause. Es sah irgendwie edel aus. Außerdem war es ein Zaubererhaus, was Laura sehr cool fand.

Das Haus lag etwas abseits eines Dorfes an einem Waldrand. Laura fühlte sich sehr wohl hier.

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Elfenrechte

Das Abendessen, das Milly zubereitet hatte, war gut.

Snape aß ruhig, während Laura von ihrem Zimmer schwärmte und vom Garten und der Aussicht, die sie hatte. Sie kam kaum zum Essen vor lauter reden.

„Wieso isst Milly nicht mit uns am Tisch?" fragte Laura erstaunt, als sie sah, wie die kleine Hauselfin zwar das Essen auftischte, sich aber nicht dazu setzte und mitaß.

„Das tun Hauselfen eben nicht," kam die knappe Antwort von Snape.

„Wieso nicht?" Laura gab sich nicht so schnell zufrieden.

'Hört diese Fragerei denn nie auf?' dachte Snape und verdrehte die Augen.

„Weil es eben so ist, Laura." Seine Stimme gab deutlich zu verstehen, dass er keine weiteren Fragen wünschte, aber Laura ignorierte das geflissentlich.

„Aber das ist doch gemein. Die haben doch auch Hunger, oder?" Laura sah ihren Vater direkt an, sie war empört. So was konnte doch wohl nicht wahr sein!

Snape stieß genervt den Atem aus.

Bye bye, geruhsame Ferien!!!

„Milly?" rief Snape scharf: „Möchtest du mit uns am Tisch essen?"

Milly sah Snape ungläubig an und schüttelte heftig den Kopf. „Oh, der Meister ist zu liebenswürdig, Sir. Milly ist gute Hauselfin, möchte lieber in der Küche essen, wie es sich für anständige Hauselfen gehört."

Snape fühlte sich bestätigt und sah Laura vielsagend an.

„Siehst du? Milly würde sich nicht wohl fühlen am Tisch, sie ist es nicht gewohnt. Wenn du fertig gegessen hast, gehst du Milly beim Abwasch helfen."

Laura rümpfte ein wenig die Nase. Aber als ihr Snape daraufhin einen strengen Blick zuwarf, nickte sie. Als sie kurze Zeit später den Teller leer gegessen hatte, schob sie den Stuhl zurück und nahm ihren Teller und den ihres Vaters mit in die Küche.

„Oh nein, Meister, nein, natürlich nicht. Das junge Fräulein muss nicht helfen, Milly macht das schon...." Die kleine Elfe hatte entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen.

„Laura hilft dir abwaschen, Milly."

Snape gab nun auch der Elfe einen strengen Blick und Milly schien zu wissen, dass Widerspruch jetzt nicht ratsam war.

Die Beiden sahen sich an und verschwanden in der Küche. Dort hatten sie viel Spaß beim Abwaschen und Abtrocknen. Milly war eine sehr lustige und liebe Elfe und sie mochte Laura, das spürte sie.

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Als Laura nach knapp einer Stunde wieder ins Wohnzimmer kam, saß ihr Vater mit einem Heft am Tisch und kritzelte ab und zu etwas hinein.

Er sah auf, als er Laura kommen hörte. „Mach dich parat für ins Bett, dann kannst du noch ein wenig runter kommen."

„Aber es ist erst…" Laura sah sich nach einer Uhr um, sah aber keine.

„Es ist doch noch viel zu früh für ins Bett!" protestierte Laura und wurde leicht rot im Gesicht. Das konnte doch nicht sein, dass sie in den Ferien so früh ins Bett musste, das war oberfies.

„Möchtest du sofort ins Bett, Laura? Ich werde mich nicht wiederholen."

Snape sah Laura an, die am liebsten mit einem Fuß auf den Boden gestampft hätte. Er hatte leise gesprochen wie immer, Laura erkannte aber an seiner Stimme, dass er kein bisschen tolerant sein würde heute Abend.

Sie drehte sich um und stampfte die Treppe rauf.

Snape ließ es durchgehen, obwohl er es nicht leiden konnte, wenn sie sich wie ein Kleinkind aufführte. Er atmete ein paar Mal tief und langsam ein und aus. Dann widmete sich wieder seinem Heft und seinen Notizen.

Keine zehn Minuten später erschien Laura wieder im Pyjama, mit feuchtem Haar und besserer Laune. Und das zu ihrem eigenen Wohl, denn Snape war ja nicht gerade der geduldigste aller Väter.

Sie setzte sich in die Nähe des Kamins, in dem ein Feuer prasselte.

Laura stand auf und trat neben ihren Vater. "Kann ich bitte Papier haben und einen Kugelschreiber oder Farbstifte? Ich möchte meinen Freunden eine Weihnachtskarte malen." Sie hielt ihm die Hand auf den Arm und sah ihm fragend in die schwarzen Augen.

Snape sah hinunter auf die Hand auf seinem Arm und Laura zog sie schnell zurück.

Vielleicht mochte er es nicht, berührt zu werden.

Snape nickte kurz und schwenkte den Zauberstab. Auf dem Tisch lagen ein paar Bogen Papier in verschiedenen Farben und einige Buntstifte.

„Kugelschreiber gibt es hier nicht. Wenn du schreiben willst, benutze die Feder, wie es sich gehört. Wenn du etwas malen möchtest, zeige ich dir dann, wie man es animieren kann."

Auf Lauras fragenden Gesichtsausdruck hin fügte er hinzu: „Wie man zaubern kann, dass sich das Gemalte bewegt."

Davon war Laura begeistert, sie setzte sich hin und malte und malte. Sie erschrak beinahe, als sich Snapes tiefe Stimme plötzlich meldete.

"In fünf Minuten musst du ins Bett, ich zeige dir jetzt den Zauberspruch. Du kannst es aber nicht nachmachen, nur zuschauen. Außerhalb der Schule ist es Schülern nicht erlaubt zu zaubern."

Laura nickte, stand auf und ging mit den Zeichnungen zu ihrem Vater. Dieser richtete den Zauberstab auf das Papier, auf dem ein ganzer Bauernhof von Tieren gemalt war.

„Converso," sagte er deutlich und schwenkte den Zauberstab leicht.

Laura staunte nicht schlecht, als die Tiere anfingen zu grasen, zu rennen und zu springen. Danach tat Snape dasselbe mit der anderen Karte, auf der ein Schwarm Fische, zwei Quallen, Seepferde und Muscheln gemalt waren. Auch diese erwachten zu Leben, als Snape den Spruch gesagt hatte.

In Lauras Gesicht breitete sich ein Lächeln aus und sie umarmte Snape stürmisch, der neben ihr auf dem Stuhl saß.

„Danke, danke, das ist super!" Sie ließ den verdutzten Snape los und strahlte immer noch wie ein Maikäfer, als sie die Karten in die Hände nahm und betrachtete.

„Ja....Zeit fürs Bett," sagte Snape, bestrebt danach streng zu klingen, um seine wahren Gefühle zu überspielen.

Lauras Gesicht verfinsterte sich sofort und sie rümpfte die Nase. "Oooohh..." doch sie wusste, dass Widerspruch zwecklos war. Da nutzten alle Ohhs und alles Gejammere der Welt nichts.

Plötzlich sah sie hoffnungsvoll zu Snape: „Darf ich noch schnell Milly Gute Nacht sagen? Bitte."

Ihre Augen hatten wieder diesen Dackelblick, dem Snape so schlecht widerstehen konnte.

„Du hast zwei Minuten." Das klang endgültig, war für Snape aber ziemlich großzügig.

Laura rannte davon und kam kurze Zeit später zurück, mit einem Lächeln im Gesicht. Diese Milly war so ein liebes Geschöpf.

„Ich bin in ein paar Minuten bei dir, geh rauf und leg dich ins Bett." Damit stand Snape auf und räumte seine Sachen zusammen.

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Laura fühlte sich sehr wohl in ihrem Bett, in ihrem Zimmer, in ihrem Zuhause.

Snape trat ins Zimmer und löschte das Licht. Er trat ans Bett und sagte: „Schlaf gut. Und du schleichst nachts nicht rum, verstanden?"

„Ja, Sir, Gute Nacht." Snape drehte sich um und ging aus dem Zimmer, als Laura sich plötzlich aufsetzte.

„Dad?" Snape blieb wie angewurzelt stehen und drehte sich dann um. Laura hatte ihn erst einmal so genannt.

„Es ist wirklich schön hier. Und danke vielmals für das anamieren, das ist total cool." Sie tönte etwas verlegen, aber sie schien es wirklich ernst zu meinen.

Snape nickte: „Gute Nacht."

Er schloss Lauras Zimmertür bis auf einen Spalt, wie er es in Hogwarts auch immer tat.

Ein warmes Gefühl breitete sich in ihm aus.

Zuhause. In seinem Haus mit seinem Kind. Es war etwas Unbeschreibliches für ihn. Als er das letzte Mal in diesem Haus gewohnt hatte, vor etwa einem Jahr, hätte er nie gedacht, dass er dieses Zuhause einmal teilen würde. Mit seinem Kind.

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Als Remus Lupin gegen Abend bei ihnen ankam, sah dieser ziemlich müde aus.

Laura half ihm, die Tasche in sein Zimmer zu tragen. Sie mochte den Mann sehr. Sein ruhiges Wesen, die hellbraunen, freundlichen Augen und die Art wie er mit ihr redete.

Er schenkte ihr einen Schokoladenriegel, den Laura erfreut entgegen nahm und sich bedankte.

Sie schaute fragend zu ihrem Vater, der eher unerfreut aussah.

„Nach dem Abendessen, " sagte er. Daraufhin lief sie in die Küche und legte die Schokolade auf den Tisch. Milly war dabei das Abendessen vorzubereiten und Laura setzte sich an den Küchentisch. "Den teilen wir dann," verkündete sie der Hauselfe, die daraufhin eine Träne in den Augen wegblinzelte.

Laura half noch ein wenig in der Küche und als Remus sein Gepäck ausgepackt hatte, aßen sie zusammen zu Abend.

Die Männer hatten noch etwas zu bereden und Laura half Milly beim Abwasch. Um 19.00 Uhr waren die Männer bereit zum Gehen und Snape warf sich den Winterumhang aus dickem, schwarzem Stoff über.

"Benimm dich, verstanden? Andernfalls werde ich sehr... unerfreut sein." Snape sah Laura mahnend an. Er war etwas unsicher, das Mädchen mit Milly zu Hause zu lassen. Aber die Elfe würde bestimmt gut auf sie aufpassen. Außerdem war Laura ja nicht mehr so klein.

Snape hatte Laura am Morgen beim Frühstück mitgeteilt, dass er und Remus Lupin am Abend zu einem Orden-Treffen müssen und sie mit Milly für ein paar Stunden alleine sein würde.

Auf die Frage, was ein Orden sei, hatte Snape gesagt, dass er ihr das ein anderes Mal erklären würde. Er würde sich selber erst noch überlegen müssen, wie er es dem Kind erklären würde.

Sie hätte sich zu benehmen und der Hauselfin zu gehorchen, sie würde es ihm anderenfalls erzählen müssen, und die Konsequenzen würden nicht erfreulich sein.

Wiedermal unterdrückte Laura ein Augenrollen. Typisch Snape.

„Ja, Sir," antwortete Laura auf die Mahnung ihres Vaters und ging schnell zu ihm, um ihn kurz zu umarmen.

„Wann kommt ihr wieder?" fragte Laura, als sie von ihrem Vater abgelassen hatte, der nicht recht wusste, wie er auf die Umarmung reagieren sollte.

„Dann, Fräulein, wenn du schon lange im Bett bist und schläfst." Snape sah etwas streng zu Laura, die nun die Nase rümpfte.

Sie wünschte auch Remus Gute Nacht, der sie freundlich anlächelte. „Gute Nacht, Laura, bis morgen." Er strich ihr kurz über den Kopf.

Lupin mochte das lustige, aufgeweckte Kind sehr. Kaum zu glauben, dass sie Snapes Tochter war.

Kaum waren die Männer zur Tür raus, tauchte Milly neben Laura auf.

Laura lächelte verschmitzt auf sie hinunter.

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Weihnachtsbäckerei...

„Komm, an die Arbeit!" sagte Laura geheimnisvoll, denn sie hatten schon heute Nachmittag einen Plan geschmiedet.

„Junges Fräulein, Milly kann das aber auch wirklich alleine machen, junges Fräulein kann spielen oder kann malen oder..." Laura fiel Milly ungeduldig ins Wort:

„Milly, dann wäre das Geschenk ja nicht von mir. Meinst du, das mit dem Ton geht wirklich im Backofen? Ich dachte, das müsste viel heißer sein."

„Hauselfen haben auch Magie, junges Fräulein." Nun lächelte die Elfin verschmitzt.

„Kannst du mir einen Gefallen tun, Milly?" fragte Laura und sah das kleine Wesen streng an. Milly fiel nun die Ähnlichkeit zu ihrem Vater mehr auf als vorhin. Sie nickte eifrig.

„Natürlich, junges Fräulein, Milly tut alles, was junges Fräulein will."

Erwartungsvoll sah sie zu Laura auf, die immer noch einen Snape-Blick auf dem Gesicht hatte.

„Dann hör bitte mit diesem 'junges Fräulein' Quatsch auf, ja?! Ich heiße Laura"

Laura musste nun lächeln, als sie das verlegene Gesicht der kleinen Elfe sah.

Diese lächelte auch und nickte.

Sie mochte dieses Mädchen. Sehr. Sie war so lieb und so fröhlich und sie tat ihrem Vater so gut, auch wenn der das nicht zu merken schien.

Sein Blick war ganz anders geworden. Nicht mehr so leer und ausdruckslos. Nicht mehr so tot. Seine Augen hatten neuen Glanz. Neues freute die kleine Elfe, die Severus schon lange kannte.

Die Beiden gingen in die Küche. Sie holten verschiedene Sachen aus dem Kühlschrank und aus den Kästchen.

Unter Millys Anleitung machte Laura einen Teig, um Plätzchen zu backen. Ganz besonders leckere Plätzchen, Millys Spezialität.

Milly räumte immer gleich wieder hinter Laura auf, die Küche hätte sonst zu diesem Zeitpunkt ausgesehen, als hätte eine Bombe eingeschlagen.

Als der Teig fertig war, musste dieser eine halbe Stunde ruhen. Wirklich zum Ruhen kam der Teig allerdings nicht, da Laura einfach nicht die Finger vom Naschen lassen konnte.

Milly verschwand kurz und kam bald darauf mit Ton zurück. Laura wunderte sich, wo die Elfe den wohl her hatte.

Milly wallte den Ton auf dem Tisch aus und Laura löste sie ab. Laura formte dann alles in kleine Schlänglein und rollte sie zusammen.

„Hol nun bitte das Foto junges...... ehm Laura," korrigierte sich Milly. Laura nickte und rannte davon.

Laura hatte ein Foto von sich als sie sieben war. Eines der Wenigen aus der Zeit mit ihren Verwandten. Es war ein Schulfoto, das sie hatte kaufen dürfen.

Ihre Tante hatte selten fotografiert, da sie immer andersweitig beschäftigt gewesen war.

Laura hatte auf dem Foto eine große Zahnlücke der oberen Frontzähne und grinste in die Kamera. Laura gefiel das Foto. Nun würde sie es ihrem Vater schenken. Sie hoffte, dass er es auch mochte. Sie würde einen schönen Bilderrahmen machen aus Ton, für das Foto.

In der Küche wartete Milly schon ungeduldig.

Sie sah das Foto und musste sich eine Träne abputzen mit ihren langen Fingern.

„So ein süßes Mädchen, Laura, so ein liebes süßes Mädchen!"

Laura lächelte darauf hin verlegen. Selten hatte sie jemand lieb und süß genannt.

Von dem ausgewallten Teig machten sie einen Bilderrahmen und Laura befestigte ihre Ton-Schlänglein um den Teil herum, wo dann das Foto hin kam. Die Elfin nahm den Ton, als Laura endlich zufrieden war mit ihrem Kunstwerk und legte ihn auf ein Blech. Es sah wirklich superschön aus.

Sie schob es in den heißen Ofen und schloss ihn. Laura schaute gespannt, als Milly mit den Fingern schnippte und Laura eine riesige Hitze spürte, vom Ofen her.

Milly lächelte zufrieden. „Eine Stunde, dann ist's fertig." Sie war sehr stolz, als sie Laura staunen sah. "Das ist ja super, Milly!" lobte Laura.

Sie stachen Plätzchen aus, bis Laura die Augen fast zu fielen.

„So, nun muss junge Laura ins Bett," beschloss Milly und das Mädchen widersprach nicht.

„Ich weiß aber nicht, ob die Plätzchen für all meine Freunde, meinen Dad und Remus reichen? Außerdem haben wir noch Teig."

Laura rieb sich die brennenden Augen. Wieso war sie schon müde? Wahrscheinlich war mehr Zeit vergangen, als sie gedacht hatte.

„Können wir morgen weiter machen, der Meister Professor Sir und Mister Lupin müssen morgen Abend nochmals zu der Versammlung." Milly scheuchte Laura aus der Küche.

„Kommst du bitte noch zu mir rauf, Milly, um Gute Nacht zu sagen?" Laura gähnte.

„Oh, Miss Laura möchte Milly Gute Nacht wünschen, so ein liebes Kind. Milly kommt gerne." Sie trottete glücklich hinter Laura her.

Sie hoffte, dass ihr Meister noch nicht so bald nach Hause kommen würde, der wäre wohl nicht sehr erfreut, dass Laura noch wach war.

Aber Milly hatte dem Mädchen einfach helfen müssen. Sie hatte sie so lieb gefragt, als sie zusammen das Geschirr verräumt hatten und war so verzweifelt gewesen, dass sie keine Weihnachtsgeschenke hatte und ohne Geld auch nichts kaufen konnte.

Und da hatte sich die gutmütige Elfe etwas einfallen lassen.

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Als Laura im Bett lag, löschte Milly das Licht und trat an das Bett des Mädchens. Laura lächelte sie an: „Ich bin so froh, dass du mir hilfst mit den Geschenken, danke vielmals, Milly."

Laura lehnte sich zu der lieben Elfe und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Die Elfe schlug sich die Hand vor den Mund vor Schreck und unterdrückte ein Schluchzen.

Laura erschrak und fragte sich, was Milly hatte. Riesige Tränen liefen der Hauselfe über ihr knubbeliges Gesicht. Hätte sie Milly nicht küssen dürfen? Hatte sie die Elfe beleidigt oder so? Sie wusste doch nichts über Hauselfen.

„Es tut mir Leid, Milly, was hast du? Ich wollte nicht..." Laura wusste nicht recht, was sie sagen sollte.

Die Hauselfe schniefte. „So ein liebes Mädchen, Milly ist so gerührt, wie hat Milly das bloß verdient."

Laura musste lächeln und entspannte sich. Und sie hatte gemeint, weiß Wunder, was Schlimmes los war.

Sie hörten im unteren Stock eine Tür aufgehen. Die Beiden erschraken und Laura sah die Elfe entsetzt an. Ihr Vater kam nach Hause und sie schlief noch nicht! Oh, das würde Ärger geben!

Die Elfe bedeutete ihr ruhig zu sein, in dem sie ihren Finger vor die Lippen hielt und mit einem Fingerschnippen war Milly verschwunden.

Laura legte sich hin und tat, als würde sie schlafen.

Nur ein paar Minuten später hörte sie jemanden die Treppe hinauf steigen und ihre Türe öffnen.

Sie öffnete die Augen einen Spalt breit und sah die Silhouette ihres Vaters in der Tür stehen. Snape schritt auf sie zu und stand neben ihrem Bett. Das war schrecklich für Laura. Er würde bestimmt merken, dass sie nicht schlief. Zum Glück lag sie auf der Seite, das Gesicht der Wand zugewandt.

Ihr Vater beugte sich zu ihr hinunter und sie roch, dass er fremde Gerüche an sich trug. Sie liebte den Geruch ihres Vaters, aber jetzt roch er nicht nur nach Snape.

Sie spürte wie er sie ansah. Er strich über ihr Haar mit der Hand, oder nur mit den Fingerspitzen.

Es war ein seltsames Gefühl für das Mädchen und sie wusste, dass er das nicht getan hätte, wenn er gewusst hätte, dass sie wach war.

„Gute Nacht," flüsterte er und ging raus. Er ließ die Tür einen Spalt breit offen. Laura lächelte.

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„Laura, du hast genau zehn Sekunden, um aus dem Bett zu kommen."

Snape hatte seine Tochter vor ein paar Minuten gerufen.

Nichts.

Dann war er in ihr Zimmer gegangen und hatte nochmals gerufen. Wieder kein Ton von Laura.

Jetzt schüttelte er sie ein wenig, aber bekam nur ein Murren zur Antwort.

Nun wurde seine Geduld langsam dünn.

„Ich zähle bis zehn, dann bist du auf." Snape gab sich Mühe seine Stimme ruhig zu halten.

„Eins …..zwei …..drei.....vier..." Snape stand mit verschränkten Armen neben Lauras Bett und wunderte sich, wieso das Kind solche Mühe hatte, aus den Federn zu kommen.

„Oh Dad.... nur noch fünf Minuten..." Laura zog die Decke über ihren Kopf.

„fünf....sechs....sieben..." Ein Stöhnen unter der Bettdecke und kurz darauf erschien Lauras schwarzer Schopf und sie rieb sich müde die Augen.

„acht....."

„Ja, ich komme ja!"

Laura rutschte mit ärgerlichem Gesichtsausdruck von der Bettkante. Sie wollte einfach nur schlafen, es waren ja schließlich Ferien, oder nicht?

„Ich stelle dich gleich unter die kalte Dusche, wenn du nicht sofort aufhörst zu schmollen."

Snape konnte es nicht ausstehen, wenn jemand so ein Gesicht zog. Schon gar nicht seine Tochter.

Als sie in sein ernstes Gesicht sah, wusste sie sofort Bescheid, dass nicht zu Spaßen war und sie ihn besser nicht auf die Probe stellen sollte. Sie hatte definitiv überhaupt keine Lust auf eine kalte Dusche! Sie setzte sich aufs Bett und gab sich sehr große Mühe freundlicher zu schauen.

„In fünf Minuten bist du unten, angezogen, gekämmt und gewaschen." Damit ging Snape aus dem Zimmer und Laura schmollte wieder vor sich hin und fluchte leise. Sie hatte wirklich nicht genug geschlafen!

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„Guten Morgen, Laura," grüßte Lupin gut gelaunt, als er das kleine Mädchen die Treppe runter kommen sah.

Er saß am Frühstückstisch und las in der Zeitung. Er faltete sie nun in der Mitte und legte sie auf den Tisch. Er musste lächeln. Laura hatte die schwarzen Augen und Haare ihres Vaters geerbt, ansonsten glich sie ihm allerdings überhaupt nicht.

Ihre Locken standen in allen Richtungen und er fragte sich, wie lange es gehen würde, bis Snape sie wieder hinauf schicken würde, um sich zu kämmen.

Er wusste genau, dass der überkorrekte Mann das nicht dulden würde.

Und prompt.

Kaum trat Snape aus der Küche mit einer Tasse Kaffee in der Hand, sah er seine Tochter kritisch an. Er hob eine Augenbraue, stellte den Kaffee auf dem Tisch ab und wandte sich dann wieder Laura zu.

Er ging einen Schritt auf das Mädchen zu und drehte sie gleich wieder in die Richtung, aus der sie gekommen war.

„Rauf, kämmen. So kommst du nicht runter. Geh!"

Laura schaute über ihre Schulter zurück und ihre Augen verengten sich eine Spur. Ihr Vater gab ihr aber den gewissen Blick und sie stampfte die Treppe geräuschvoll wieder hinauf.

Als sie drei Minuten später mit gekämmtem Haar wieder hinunter kam und sich an den Tisch setzte, las Snape im Tagespropheten.

Remus trank seinen Kaffee und aß Brot mit Konfitüre.

Ohne von der Zeitung aufzublicken, sagte Snape in kühlem Ton: „Stampfe nochmals so die Treppe rauf und du bist um 19.00 Uhr im Bett."

Laura rümpfte die Nase und Lupin sah zu ihr hin. Sie machte eine kleine Grimasse und Remus gab ihr kaum merklich einen Augenzwinker.

„Benehmt Euch!" kam es trocken von Snape, der immer noch die Zeitung vor der Nase hatte.

Also das konnte er nicht gesehen haben, dachte Laura und schaute nochmals kurz zu Lupin hin, der ihren Blick erwiderte und verschmitzt lächelte .

„Ich gehe heute in den Wald und suche uns ein kleines Weihnachtbäumchen, Laura. Möchtest du mich begleiten?" Remus hatte sich ein bisschen zu Laura runter gebeugt und sah ihr ins Gesicht, in dem sich nun ein Lächeln ausbreitete.

Das Mädchen war so süß. Sie erinnerte ihn an ein Reh mit ihren großen dunklen Augen.

Er lächelte zurück.

Sie sah zu Snape und fragte bittend: „Darf ich bitte, Sir?"

'Erstaunlich wie wohl erzogen sie sein kann, wenn sie etwas will!!!' dachte Snape amüsiert. Er faltete die Zeitung, legte sie beiseite und sah Laura an.

„Mal sehen. Zuerst hilfst du mir noch etwas. Wenn du dich gut benimmst, darfst du gehen."

TBC...............................