Weil Ihr alle so brav Reviews geschrieben habt, kommt nun ein längeres Kapi, hoffe es gefällt Euch. Wenn ja, lasst es mich wissen, wenn nein... dann lieber nicht ;-)

Liebe MaraJade, man sollte den Tag nie vor dem Abend loben :-P. Danke vielmals für dein Review. Ja, Remus tut (zumindest Laura) wirklich gut:-)

Hey,Lilotta, auch dir vielen Dank für dein Review, hat mich sehr gefreut .

Scientific Ida ein grosses Dankeschön, dass sie mich immer auf meine dummen und manchmal auch lustigen Fehler aufmerksam macht. Vielen Dank.

Neugierde

„Fass hier drin nichts an," sagte Snape und fasste Laura am Handgelenk, als diese die Hand ausstreckte, um einen Behälter mit Würmern drin anzufassen.

Snape hatte sie mit in sein Tränkelabor genommen, unter der Bedingung, dass sie dieses nie alleine betreten würde und nichts anfassen würde, da nicht alles ungefährlich war im Privatlabor ihres Vaters.

Snape blickte sie warnend an und ließ ihre Hand los. „Was ist das da drin?" fragte Laura und deutete jetzt auf das Glas, mit den sich ringelnden Würmchen.

„Asticortis Würmer. Ich brauche sie für gewisse Salben." Laura verzog angewiedert das Gesicht und schwor sich im Stillen, nie mehr etwas von ihrem Vater einzureiben. Wäh.

Snape schritt nun zu einem Schrank und holte ein Gefäß heraus, das einen Aufsatz mit Schlitzen drauf hatte.

In der Mitte des Raumes standen drei spezielle Feuerstellen mit verschieden großen Kesseln, die darüber hingen. Sie waren aber leer, das heißt, zumindest brannte keines der Feuer.

Laura sah sich neugierig um. Es waren viele große und kleine Gläser in den Regalen, die verschiedenfarbige Pulver, Flüssigkeiten oder sonst irgendetwas Undefinierbares drin hatten. Es roch ganz ähnlich wie im Labor von ihrem Vater in Hogwarts. Nach Kräutern und... Laura wusste nicht nach was genau, einfach speziell. Nach Zaubertranklabor.

„Komm," sagte Snape kurz und ließ Laura an sich vorbei zur Tür hinaus.

Laura schaute nochmals zurück über die Schulter. Das sah wirklich interessant aus, ob sie hier auch mit Snape brauen würde, wie sie es in Hogwarts manchmal durfte?

Laura ging hinter Snape her die Treppe rauf.

S s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s

„Zieh dir einen Umhang oder eine Jacke über, Laura," sagte Snape und streifte sich selber einen dicken Umhang über, dann schritten sie durch den matschigen Schnee bis zu einer Scheune. Es war ziemlich kalt und Lauras Schuhe schienen nicht wirklich dicht zu sein. Ihre Zehen waren schon unangenehm nass.

Die Scheune sah ziemlich alt aus, war aus Holz und hatte viele große Glasfenster. Dahinter sah Laura irgendwelche Pflanzen.

Snape öffnete die Tür und ließ Laura hinein. Die staunte nicht schlecht.

Das war ein Gewächshaus und es war ziemlich warm hier drin.

Es gab lauter komische Pflanzen, wie bei Professor Sprout in Hogwarts.

Einige schlängelten sich, andere versuchten mit den Blüten nach Laura und Snape zu schnappen.

„Fass nichts an!" befahl Snape wieder und schloss die Tür.

Laura machte große Augen und sah sich staunend um. Snape zog seinen Umhang aus und hängte ihn an einen Haken an der Tür. Dann streckte er seine Hand aus, um Laura ihren Umhang abzunehmen, aber Laura sah sich immer noch so fasziniert um, dass sie es nicht merkte. Er schritt näher zu ihr, nahm den Umhang von Lauras Schultern und hängte ihn auch auf.

Snape, der immer noch den Behälter mit dem Aufsatz trug, schritt in die Mitte des Raumes, wo ein großer, langer Tisch stand.

Laura ging ihm nach, aber musste immer links und rechts die wundersamen Pflanzen betrachten. Professor Sprout hatte auch sehr viele verschiedene Töpfe mit Pflanzen drin, aber hier waren solche, die Laura noch nie gesehen hatte.

Etwas, das aussah wie ein Kaktus nur mit ganz kleinen rosa Stacheln, gefiel ihr besonders gut. Sie blieb vor der Pflanze stehen und besah sie sich genau.

Er hatte lauter wunderschöne Blüten oben drauf, die pink leuchteten und sich nach Laura ausrichteten. Laura hatte das Gefühl, als schauten sie die Blütchen an.

Sie lächelte und streichelte mit dem Finger eine der Blüten. In dem Moment quietschte sie erschrocken auf.

Der süße Kaktus hatte ein paar Stacheln wie Pfeile abgeschossen, die nun in Lauras Finger steckten.

Mit wütendem Blick taxierte Laura den hinterhältigen Kaktus und fühlte sich betrogen von dem gemeinen Trick. Das tat noch ziemlich weh. Laura sah auf ihren Finger, der mit Stacheln dekoriert war und überlegte, ob sie diese raus ziehen sollte.

Mit schnellen Schritten war Snape neben ihr und fasste ihre Hand, um diese zu inspizieren.

Von der Hand sah er verärgert zu Laura. „Das passiert mit neugierigen Kindern!"

„Aber die war so süß!" verteidigte sich das Mädchen . Wenn das bloß nicht so weh getan hätte, hätte sie lachen müssen. Der Finger sah schon komisch aus, wie ein Kaktus am Stiel.

Ihr Vater sollte doch mit dieser gemeinen Stech-Pflanze schimpfen, nicht mit ihr!

Snape zog Laura mit sich zum Tisch und nahm dort etwas Pinzettenähnliches in die Hand. Er setzte sich auf einen Schemel, der beim Tisch stand, Lauras Handgelenk immer noch festhaltend.

Er zog Laura näher zu sich.

Diese pflanzte sich nun einfach auf Snapes Schoss. Erst wollte er sie in ihre Schranken weisen, ließ es dann aber und konzentrierte sich auf ihre Hand.

Mit der Pinzette zupfte er die Stacheln raus. Eine nach der anderen.

„Au, das tut weh!" protestierte Laura, worauf Snape sie kurz ansah, dann aber weiter machte.

„Du lernst es nur so, Laura. Und die Stacheln müssen raus, du hast keine andere Wahl. Es sei denn, du brauchst diesen Finger nicht mehr!?" Snape sah sie fragend an.

Laura verzog ihren Mund und hätte Snape am liebsten die Zunge raus gestreckt.

„Doch," murmelte sie.

Snape nickte und machte weiter. Laura musste auf die Zähne beißen. Sie wollte nicht nochmals eine Lektion hören von ihrem Vater.

Als sie endlich fertig waren, nahm Snape eine Flasche mit einer durchsichtigen Flüssigkeit, die in der Mitte des Tisches stand und welche er mit seinem Zauberstab näher holte.

Er leerte etwas davon über Lauras Finger. Diese war freudig erstaunt, dass die Flüssigkeit nicht brannte, wie sie es erwartet hatte.

Als Snape ihre Hand los ließ, sah Laura sie sich genauer an. Ein bisschen rot, sonst nichts.

„Danke," sagte Laura etwas beschämt. Na ja, es war ja nicht die Schuld ihres Vaters, sie selbst hatte die Pflanze angefasst.

Wer hätte gedacht, dass hinter so einer hübschen Blüte so ein fieses Piks-Ding lauerte.

Laura wickelte sich eine Haarsträhne um den Finger, der wieder wie neu war. Sie sah zu ihrem Vater auf und lächelte.

„Nicht alles ist so, wie es aussieht, Laura." Snape sah nun nicht mehr böse aus und fügte hinzu: „Behalte deine neugierigen Hände in Zukunft bei dir!"

Er stand auf, fasste Laura, die immer noch auf seiner Schoß gesessen hatte, an den Schultern und steuerte sie zu einer großen Pflanze, die geringelte grüne Blätter hatte.

„Die Blätter, die schon gelblich sind, kannst du pflücken. Dann gehst du zum Tisch und steckst sie in diese Löcher bei dem Aufsatz, der über diesem Gefäß ist. Sie werden dann direkt klein gemixt. Pass auf, dass du nicht mit den Haaren hinein gerätst. Binde sie am besten zusammen."

„Ich habe kein Haarband, Sir." Laura sah entschuldigend zu ihrem Vater auf, der sofort den Zauberstab zückte und eine Sekunde später waren ihre Haare zusammengebunden. Sie staunte nicht schlecht. Mit der Hand fasste sie an ihren Kopf und befühlte den Pferdeschwanz.

Snape zeigte Laura wie man die Blätter pflückte und in den Aufsatz schob. Laura fand das ziemlich lustig und wollte es auch sofort probieren.

Die nächste Stunde war sie voll damit beschäftigt zu pflücken und zu mixen und Snape pflegte die anderen Pflanzen und schnipselte da und dort etwas an ihnen herum.

„So, das dürfte reichen," sagte er zu Laura und war erfreut, dass sie so gut und ohne Einwände geholfen hatte.

Laura hätte das noch länger tun können, es hatte wirklich Spaß gemacht. Und sie war mit ihrem Vater zusammen, was sie ziemlich genoss, wenn er nicht schimpfte.

„Komm hierher, ich zeige dir etwas," sagte Snape und Laura trat schnell neben ihn.

Snape erklärte Laura, wie man die Kaktusähnliche, stachelige Pflanze, welche Laura vorhin attackiert hatte, pflegen musste. Niemals durfte man die Blüte berühren, denn die war sehr empfindlich. Er zeigte ihr, wie man die untersten Stacheln erntete, ohne dass sie stachen.

„Diese Stacheln sind ziemlich wertvoll und selten, da es schwierig ist, die Echinus humile zu züchten."

Laura durfte es auch versuchen, mit der speziellen Pinzette, die Snape vorher benutzt hatte, um seiner Tochter die Stacheln aus dem Finger zu ziehen.

Sie konnte es ziemlich gut und Snape schien zufrieden, jedenfall hatte er nichts zu reklamieren. Sie genoss es, dem frechen Kaktus die Stacheln raus zu ziehen, denn sie war immer noch sauer auf diese Echinus irgendwas. Sollte sie nur sehen, wie das war. Hoffentlich war das für die Pflanze auch so unangenehm, wie für sie vorhin.

„Sie muss immer im Wasser stehen, sonst ist sie innert weniger Minuten verdorrt." Snape sah auf Laura hinunter, die mit der Pinzette in der Hand neben ihm stand.

Die Tür zum Gewächshaus ging auf und Remus steckte den Kopf hinein.

Er war warm gekleidet und fragte: „Ich gehe jetzt, kann Laura nun mitkommen?"

Laura sah ihren Vater erwartungsvoll an und er sah ihr an, wie gerne sie gehen wollte.

Snape wusste, dass Laura den Werwolf sehr gerne mochte. War ja auch klar, Remus war freundlich und lustig und zu Späßen aufgelegt.

„Ja, sie kann mitkommen." Snape sah von Remus, der wartend an der Tür stand zu Laura. „Zieh dich warm an. Hol im Haus noch eine Mütze und Handschuhe. Und zieh richtige Schuhe an!"

Laura strahlte ihn glücklich an und rannte zur Tür.

Sie drehte sich nochmals um und rief: „Bis später!" Sie winkte ihrem Vater schnell zu und war schon verschwunden.

Snape zog seine Augenbrauen hoch und widmete sich wieder seiner Arbeit.

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Oh, Tannenbaum....

Laura hüpfte neben Remus her.

Im Wald war es nicht sehr hübsch oder weihnachtlich. Eher nass, matschig und kalt. Es schneite, aber der Schnee schmolz auf dem Boden zu Schneematsch

„Gefällt es dir hier, mit deinem Vater?" fragte Remus.

Laura nickte und lächelte den Mann an. "Ja, sehr. Das Haus ist einfach super. Milly ist sooo lieb und mein Dad, der ist ziemlich streng aber auch lieb. Na ja, manchmal ein bisschen zu streng, " fügte sie hinzu.

„Er meint es gut, er will das Beste für dich, weißt du? Ich glaube, er liebt dich sehr. Er kann es einfach nicht so zeigen." Remus lächelte sie wieder an.

Laura nahm seine Hand und fragte: „Kanntest du meine Mutter auch?" Sie sah fragend zu Remus auf und zog sich die Mütze vom Kopf, da sie es ziemlich warm hatte.

Remus nickte und sah zu dem kleinen Mädchen runter, welches seiner Mutter fast überhaupt nicht glich. Zwar hatte Ellen auch feine, hübsche Gesichtszüge gehabt, aber Laura war...... anders. Vielleicht auch wegen der schwarzen Haare und Augen.

„Ja, Laura. Sie ging… ich glaube zwei Jahre nach mir nach Hogwarts. Ich kannte sie nur vom Sehen. Sie war auch nicht in Gryffindor, wie ich. Sie war in Ravenclaw, glaube ich."

Laura deutete nun auf ein paar kleine Tannen, die auf einer Seite des Weges wuchsen.

„Wäre eine von denen gut?"

Remus war über den abrupten Themawechsel ein wenig erstaunt, aber ging nun mit Laura an der Hand auf die Bäumchen zu.

„Such dir eines aus, aber kein zu Großes," sagte er freundlich. Laura ließ ihn los und schaute sich die Tännchen genauer an.

Sie deutete auf ein kleines, nur ca. 50cm hohes Baby-Tännchen.

„Das da ist süß. Können wir es mit der Wurzel raus nehmen und es dann wieder pflanzen?"

Remus strich Laura übers Haar. „Das finde ich eine gute Idee. Wir müssen es allerdings ein wenig verzaubern, da es den Temperaturunterschied wahrscheinlich nicht überleben würde. Und zieh bitte deine Mütze wieder an, Laura."

Remus war so lieb, dachte Laura. Er war immer so freundlich und geduldig. Sie zog sich die Mütze wieder über und kniete sich dann vor der kleinen Tanne hin.

Sie gruben das Bäumchen aus und steckten es in einen Plastiksack, den Remus aus einem Blatt gezaubert hatte.

Laura trug das Bäumchen heim. Auf dem Heimweg fragte Laura, ob ihr Vater und er am Abend wieder zu einem Treffen müssen.

Remus sagte, dass sie um 19.00 Uhr weg müssten, dass er aber vorher mit ihr noch ein Spiel mache. Darauf freute sich Laura sehr.

„Sag mal, Laura, kennst du Harry Potter?" Wollte Remus plötzlich wissen. Laura war ein wenig erstaunt über die Frage, aber sie wusste ja, wie berühmt Harry war.

„Ja, er ist einer meiner Freunde. Wieso, kennst du ihn?" Laura sah zu dem Mann hinauf, der sie nun etwas traurig anlächelte.

„Nein, nicht wirklich. Ich kannte ihn als Baby, ich war mit seinen Eltern befreundet. Wir gingen zusammen zur Schule." Remus klang ein wenig traurig und Laura wusste, dass Harrys Eltern tot waren. Also waren seine Freunde tot. Sie nahm Remus's Hand und drückte sie.

Als sie beinahe wieder zurück bei Snapes Haus waren, fragte Laura plötzlich: „Warst du denn auch mit meinem Dad befreundet?" Sie sah ihn neugierig an. Sie wusste nicht viel über die Vergangenheit ihres Vaters, er schien nicht gerne darüber zu reden.

„Nein, nicht wirklich." Remus lächelte und verzog ein wenig den Mund.

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„Gefällt es dir, Dad?" Laura sah ihren Vater begeistert an. Ihre Augen leuchteten förmlich.

Snape war es immer noch nicht gewohnt, so genannt zu werden, aber es kribbelte ihn jedesmal im Magen, als wenn er einen Ameisenhaufen verschluckt hätte. Natürlich trat nichts von diesen Gefühlen nach draußen.

„Es ist ….hübsch," sagte Snape und er fragte Laura, wo sie das Tännchen hinstellen wollte.

Laura gefiel es am Besten neben dem Kamin.

„Du kannst es schmücken, wenn du möchtest." Snape holte eine kleine Kartonschachtel und öffnete sie.

In der Schachtel hatte es winzig kleine Figürchen, Engelchen und Feen die sich bewegten.

Seine Grossmutter war ganz vernarrt gewesen, in diese Figuren. Snape hatte sie auf dem Dachboden gefunden.

„Sind die echt?" fragte Laura verwundert und nahm einen kleinen, dicken Engel raus, der dabei ziemlich zappelte. „Ich meine leben die?"

Snape schüttelte den Kopf. „Nein, sie sind verzaubert."

Laura war die nächste halbe Stunde damit beschäftigt, das Bäumchen zu schmücken und sie war schlussendlich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Das würde das schönste Weihnachten werden, das sie je erlebt hatte. Nur sie, Remus und ihr Dad.

Nur noch einmal schlafen.

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Eine halbe Stunde später saß sie neben Snape auf dem Sofa und sie betrachteten das kleine Bäumchen. Laura war stolz auf sich, sie fand es sehr süß. Snape sah auch zufrieden aus.

„Was ist nun das Orden-Zeug, Dad?" fragte Laura plötzlich und sah zu ihrem Vater hinauf. Sie hatte die Beine angezogen und locker mit den Armen umfasst. Sie rutschte nahe zu ihrem Vater, sodass sie sich leicht gegen seinen Arm lehnen konnte.

Snape überlegte kurz und redetet dann mit ruhiger, leiser Stimme: "Vor einigen Jahren hat es einen sehr dunklen Zauberer gegeben unter uns. Dunkler als alle vor ihm. Er hatte Anhänger, die von seiner Macht fasziniert waren. Andere folgten ihm, teilweise aus Angst vor ihm.

Er und seine Anhänger begingen viele schlimme Taten, um immer mächtiger zu werden.

Aber auf der hellen Seite hatten sich auch Zauberer zusammen getan, die gegen diese dunkle Macht kämpften.

Es war ein schlimmer Krieg mit vielen Opfern. Doch eines Tages verschwand der Zauberer, dessen Name nicht ausgesprochen werden darf, auf mysteriöse Art und Weise."

Laura hing an seinen Lippen.

„Er hatte versucht einen kleinen Jungen zu töten. Aber es ist ihm nicht geglückt, seine Macht fiel in sich zusammen."

Laura nickte: "Ja, ich weiß, Dad, das war Harry, nicht wahr? Aber wo ist Voldemort nun?"

Snapes Augen verdunkelten sich sofort, als Laura diesen Namen ausgesprochen hatte.

„Erwähne diesen Namen nie wieder in meiner Anwesenheit, Laura." Snapes Stimme war streng, aber Laura fühlte auch noch etwas anderes in den Worten ihres Vaters. Sie konnte aber nicht richtig definieren, was. Schmerz? Laura war ein wenig irritiert.

„Entschuldigung," sagte sie und ihr Vater sah sie intensiv an und nickte leicht.

„Ja, es war Harry Potter." Snape schluckte schwer.

„Die helle Seite hat einen Orden gegründet, das heißt, es haben sich Zauberer zusammengeschlossen, um gegen den dunklen Zauberer zu kämpfen.

Und dieser Orden besteht heute noch. Denn der, dessen Name nicht genannt werden darf, ist zwar verschwunden, aber es wird vermutet, dass er nicht tot ist."

Lauras Augen wurden groß. „Du meinst, er könnte wieder irgendwie auftauchen?"

„Das wäre gut möglich. Deshalb treffen sich die Mitglieder dieses Ordens ein oder zweimal im Jahr. Sie versuchen, so gut wie möglich zu verhindern, dass das geschieht. Und soviel wie möglich heraus zu finden, was genau passiert ist mit dem Zauberer."

Snape machte eine Pause und hing seinen Gedanken nach.

Natürlich war es Dumbledore gewesen, der die Sache am Laufen gehalten hatte. Die meisten Zauberer waren einfach nur froh gewesen, dass der schreckliche Krieg endlich vorbei war. Aber nicht so Albus Dumbledore. Dieser sah weiter voraus als die meisten. Wie immer.

Der Orden wurde erhalten, mit wenigen Treffen im Jahr und man blieb dran. Es gab viele Dinge, die es galt herauszufinden. Die meisten betrafen den Dunklen Lord selbst.

Natürlich war der Stein der Weisen gestern ein Thema gewesen.

Snape sah auf seine Tochter hinunter, die ihn immer noch erwartungsvoll mit ihren großen schwarzen Augen ansah.

„Dann würde er Harry bestimmt töten wollen," sagte Laura leise und es schauderte ihr.

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„Bitte noch einmal, Remus. Bitte!" bettelte Laura und Remus, der auf dem Sofa saß und in einem Buch las, blickte auf und sah Laura gespielt streng an.

„Aber das letzte Mal, verstanden, Fräulein?" Laura nickte eifrig und hielt Remus das Papierflugzeug hin, welches dieser gefaltet hatte.

Remus schwenkte den Zauberstab und das Flugzeug flog wie ein wild gewordenes Insekt davon. Kreuz und quer durchs Wohnzimmer. Laura rannte ihm hinterher und versuchte es sich zu schnappen.

Sie lachte und sprang auf und fiel beinahe über Remus' Beine.

Remus sah dem Mädchen nach und lachte. Es tat ihm wirklich gut, hier mit jemand so jungem und fröhlichem zu sein. Das hatte er die letzten Jahre vermisst. Allerdings war es ihm erst jetzt wirklich aufgefallen. Jetzt, wo er in Snapes sonst so ruhigem Haus saß und Laura dieses Haus mit so viel Leben füllte.

Er widmete sich wieder seinem Buch, welches er von Snapes Bibliothek ausgeliehen hatte. Es war sehr spannend.

Severus war nochmals schnell in das Gewächshaus gegangen.

In einer guten Stunde mussten sie gehen. Es war vorläufig das letzte Ordentreffen und es würden wieder Aufgaben und Nachforschungsarbeiten verteilt werden.

Aber Snape musste noch zu einer Konferenz für Tränkemeister zwischen Weihnachten und Neujahr und er hatte Remus gebeten, noch zwei Tage länger zu bleiben, um auf Laura aufzupassen.

Severus würde zwei Tage wegbleiben. Remus wollte gerne auf den Wirbelwind aufpassen. Er mochte das Mädchen sehr. Und zum Glück war gerade noch nicht Vollmond!

Laura jagte dem Flugzeug hinterher. Sie wusste, es würde nur noch ein paar Sekunden fliegen, dann war der Zauber vorbei.

Sie hätte es beinahe geschnappt, da flog es in die geschlossene Tür, die in den Keller führte.

Nein, sie war nicht ganz geschlossen, sie stand einen kleinen Spalt breit offen, wie Laura nun feststellte. Dort unten waren drei Räume, einer davon war das Zaubertranklabor ihres Vaters.

Normalerweise war diese Tür geschlossen.

Sie musste vergessen haben, sie zu schließen, als sie heute morgen mit ihrem Vater dort gewesen war.

Sie wollte die Tür gerade zu machen, als sie etwas hörte, das ihre Aufmerksamkeit erregte.

Sie schob die Tür ein bisschen mehr auf und horchte.

Ein leises, komisches Geräusch war zu hören, welches sie nicht einordnen konnte. Sie sah sich um, ob jemand kam. Alles ruhig. Ihr Vater war ja noch draussen. Sie hielt den Atem an und lauschte angespannt.

Nochmals sah sie sich um, aber ihre Neugierde war größer als die warnende Stimme in ihrem Kopf. Sie würde nur kurz nachschauen, was dieses Geräusch verursachte.

Sie schlüpfte durch die Tür. Ihr Herz klopfte laut. Auf Zehenspitzen huschte sie die Treppe hinunter.

Laura spähte ins Labor, von wo sie das Geräusch immer noch hörte. Auf dem Tisch stand das Gefäß, welches sie heute mit diesen Blättern gefüllt hatte. Nun waren aber nicht mehr bloß die gemixten Blätter darin, sondern noch drei große, hässliche Käfer. Sie waren grasgrün mit gelben Fühlern und Beinen.

Laura trat näher, um sie besser ansehen zu können. Igitt, waren die hässlich. Und so riesig! Aber sie faszinierten Laura trotzdem. Sie hatten so Scheren wie Krebse und fraßen gierig die zermantschten Blätter. Sie gaben komische, knirschende ziemlich laute Geräusche von sich. Das war also das Geräusch, welches Laura von oben her gehört hatte. Ob ihr Vater diese Käfer auch in Salben verwendete? Oder gar in Zaubertränken. Sie rümpfte die Nase. Die Käfer taten ihr auch plötzlich Leid. Sie dachte daran, dass sie ja hier unten war, wo es für sie strengstens verboten war.

Laura wollte schnell wieder zurück die Treppe rauf huschen, als sie neben den Käfern auf dem Tisch einen kleinen Topf sah.

Die Salbe darin war rötlich und ein Löffel oder sonst ein Rührgerät, steckte noch darin.

Ob das wirklich Salbe war? Es erinnerte Laura eher an die Cocktailsauce, die sie mal an einem Geburtstagsfest mit Karottenstäbchen gegessen hatte.

Und waren da diese ekligen Würmern drin, fragte sich Laura. Sie sah irgendwie speziell aus. Wie, wenn Sand oder so was drin wäre.

Mit einer Fingerspitze berührte Laura die rote Masse und rieb mit dem Daumen die Salbe zwischen den Fingern.

Ja, wie ein Peeling, welches ihre Cousine so gerne benutzte. Ein Cocktailsaucen-Peeling? Laura musste bei dem Gedanken lächeln. Ob ihre Cousine die wohl auf ihr Engelsgesicht gestrichen hätte?

Sie strich die Salbe an ihrer Hose ab und schlich schnell wieder die Treppe hinauf.

Sie schloss eben die Tür zum Labor, als sie ihren Vater an der Tür hörte.

Puh, gerade noch Glück gehabt! Sie lief rot an, was zum Glück aber niemand sah.

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„Remus, hast du die Unterlagen parat?" fragte Snape, als er ins Wohnzimmer trat.

Laura ging mit einem Papierflieger in der Hand an ihm vorbei und kratzte sich am Bein.

„Ja, Severus. Ich habe alles in meiner Tasche. Ich gehe noch duschen." Remus stand vom Sofa auf und ging aus dem Raum.

Snape sah, wie Laura den Flieger ins Feuer warf und sich wieder am Bein kratzte.

Er musste noch schnell etwas in seinem Labor erledigen, dann wollte er sich noch mit Laura hinsetzen.

Das Bäumchen, das sie geschmückt hatte, war wirklich schön geworden.

Laura sah wie die Flammen ihr Flugzeug auffraßen. Verdammt, was juckte sie denn immer so an ihrem Bein?

Sie kratzte sich wieder. Ihre Finger, mit denen sie kratzte, fühlten sich auch so komisch an.

Sie brannten irgendwie.

Heute Abend würde sie nochmals mit Milly den Rest Plätzchen backen. Dann würde sie sie verschicken müssen.

Sie würde ihren Vater fragen, wegen der Eulen. Das musste bald erledigt werden, sonst würden die Geschenke nicht mehr rechtzeitig zu ihren Freunden kommen.

Laura schaute auf ihre Finger, die immer mehr zu brennen begannen.

Ihr Bein juckte auch so sehr. An den Fingern sah man allerdings nichts. Als sie auf ihre Hose sah, bemerkte sie, dass dort, wo sie die Salbe abgeputzt hatte, alles kleine Löcher waren.

Die Salbe! Verdammt!

Deshalb taten auch ihre Finger so weh. Was das wohl für eine Salbe gewesen war? Laura hoffte sehr, dass es nichts Gefährliches gewesen war. Ihr wurde heiß bei dem Gedanken.

Ihr Vater durfte das aber nicht bemerken. Er hatte ihr klar gesagt, sie dürfe nie alleine in sein Labor. Geschweige denn, etwas anfassen!

Sie ging schnell ins Badezimmer und wusch sich die Hände. Es nützte gar nichts. Im Gegenteil. Das Brennen wurde immer stärker. Das Bein, das vorhin gejuckt hatte brannte nun auch.

„Laura?"

Laura erschrak, als sie die Stimme ihres Vaters hörte.

Sie konnte sich nicht verstecken, bis er fort war. Das wäre zu auffällig. Nur nichts anmerken lassen, dachte sie.

Sie ging ins Wohnzimmer, wo ihr Vater auf dem Sofa saß und auf sie wartete. Er war bereit zu gehen und hatte seinen Mantel schon neben sich auf dem Sofa liegen.

„Hier bin ich."

„Laura, komm her," sagte er und deutete neben sich aufs Sofa. Laura kratzte sich wieder am Bein und ging zu ihrem Vater.

Sie setzte sich neben ihn aufs Sofa und sah zu ihm auf.

Sie versuchte sich so unauffällig wie möglich am Bein zu kratzen. Das war ja nicht zum aushalten. Es fing immer mehr zu brennen an.

„Sei heute rechtzeitig im Bett, Laura. Morgen.....was kratzt du dich denn eigentlich immer so?"

Snape sah Laura nun forschend an. „Was hast du da.... wieso hast du Löcher in deiner Hose?

...Laura?"

Snape sah Laura forschend an und Laura rieb sich nun das Bein. Sie konnte einfach nicht anders. Das Jucken hatte sich irgendwie verwandelt und es schmerzte nun ziemlich mühsam.

Snape nahm Laura an den Handgelenken und stellte sie vor sich hin zwischen seine Knie.

Er betrachtete Lauras Hosenbein und bemerkte nun auch die Salbenreste, die daran klebten. Sein Blick verfinsterte sich.

„Laura Smethurst, sag jetzt, dass das nicht wahr ist." Snape sah Laura streng an.

„Du warst in meinem Labor, nicht wahr. Du hast die Salbe angefasst, die dort auf dem Tisch steht!" Snapes Stimme war nun sehr gefährlich geworden und Laura schaute zu Boden. Für Snape gab es keinen Zweifel, dass dies die Salbe von seinem Labor war. Und Lauras Mimik sprach Bände.

Snape schüttelte sie leicht.

„Antworte!"

Laura hob nun langsam sie Augen und sah ihren Vater an. Ihr Magen krampfte sich zusammen, als sie sein strenges Gesicht sah.

„Nein," sagte sie und schüttelte den Kopf. Sie wusste zwar, dass es ein Fehler war zu lügen, aber es war schon draußen. Wieso wusste er immer alles?

Remus kam geduscht und in frischen Kleidern ins Wohnzimmer zurück und bemerkte sofort die angespannte Stimmung. Laura schielte kurz zu ihm hinüber, dann wieder zu ihrem Vater, dessen Gesichtsausdruck nicht gerade erfreut aussah.

Snape drehte sie zur Seite, zog seine Hand auf und klatschte ihr schallend eins auf den Hosenboden.

„Autsch!" kam von Laura, die sofort nach hinten fasste und sich den Hintern rieb. Sie sah Snape beleidigt, aber auch schuldbewusst an.

„Glaube nicht, dass du bei mir mit so was durch kommst!" Er stand auf und richtete sich an den verdutzten Remus, der nicht wusste, was hier genau vor sich ging.

„Ich komme später nach, Remus, ich habe hier noch etwas zu erledigen," dabei sah er vielsagend zu Laura, die auf ihrer Unterlippe rum kaute und die Tränen zurück blinzelte.

„Laura hatte eine...Begegenung mit Drachenfeuersalbe." Er nahm Laura an der Hand und ging mit ihr Richtung Treppe.

Remus war ein wenig überrumpelt. Oh, diese Salbe war nicht gerade für Kinderhände. Wann hatte sie denn das wieder angestellt? Er war doch die ganze Zeit hier gewesen! Und die Salbe war in Snapes Labor. Hatte sich Laura tatsächlich dort hinunter geschlichen?

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Snape ging mit Laura an der Hand die Treppe rauf und steuerte sie in ihr Zimmer. Sie hielt ihren Kopf gesenkt und fragte sich, was Snape nun wohl vorhatte. Was hatte er mit 'etwas erledigen' gemeint? Sie hatte ein flaues Gefühl im Magen, als sie Snape in ihr Zimmer folgte.

Er fasste sie unter den Armen und setzte sie etwas unsanft auf ihren Tisch.

„Wo? Nur am Bein? An den Fingern?" fragte Snape scharf, obwohl er ziemliche besorgt war. Hoffentlich hatte sie nicht zu viel Salbe abbekommen. Er wusste, wie unangenehm das sein konnte. Und auch nicht ganz ungefährlich, wenn sie zu lange auf der gesunden Haut war.

Laura blinzelte: „Es tut mir Leid, Sir." Ihre Stimme war leise und er merkte, dass sie den Tränen nahe war.

„Wir unterhalten uns nachher, jetzt müssen wir uns um deine Haut kümmern und den Schaden bekämpfen, den deine Neugierde verursacht hat. Also. Wo?"

Snapes Stimme war streng und er sah, wie eine Träne über Lauras Gesicht lief.

Sie rieb ihr brennendes Bein und blinzelte.

„Hier und hier," sagte sie und deutete auf ihr Bein und auf die Finger, bei denen man eigentlich kaum etwas sah. Es fühlte sich aber an, als hätte sie auf eine heiße Herdplatte gefasst.

„Ich bin gleich zurück. Du bewegst dich nicht von der Stelle."

Snape verschwand aus Lauras Zimmer und sie rieb sich die Tränen aus den Augen. Sie kickte vor lauter Ärger über sich selbst ihre Ferse gegen das Tischbein.

Sie war so dumm und neugierig.

Wieso musste sie ihren Vater immer so verärgern und sich selber in unangenehme Situationen bringen? Aber außer verärgert zu sein, schien Snape auch besorgt. Oder täuschte sie sich?

„So." Snape kam mit einer Flasche mit hellblauem, dickflüssigem Saft und einem winzigen Glasfläschchen zurück.

„Erstmal trinkst du dies hier," sagte er bestimmt und streckte Laura das Fläschchen hin.

Sie schnüffelte an dem Fläschchen und rümpfte die Nase. „Das riecht aber eklig." Sie wollte das nicht trinken, es würde ihr bestimmt gleich wieder hoch kommen. Und vielleicht hatte es von den Käfern drin, die sie heute im Labor gesehen hatte.

„Mach nicht, dass ich es dir eingeben muss. Du hast meine Geduld genug auf eine harte Probe gestellt, junge Dame."

Der Blick, mit dem er sie jetzt taxierte, genügte, um Laura umzustimmen.

Dieses Kind hatte doch tatsächlich die Nerven, etwas gegen seine Anordnung einzuwenden!, dachte Snape und hielt ihr das Fläschchen unter die Nase.

Sie nahm es an den Mund und lehrte es mit einem Schluck. Sie verzog angewidert das Gesicht. Doch die Wirkung kam sofort.

Der brennende Schmerz verzog sich fast vollständig. Nicht so das Kribbeln auf ihrem Hintern, welches immer noch relativ deutlich spürbar war.

Snape öffnete den Korken der anderen großen Flasche und lehrte etwas davon auf einen Wattebäuschel. Die Flüssigkeit duftete sehr gut und Laura wusste, dass sie dies schon einmal gerochen hatte. Nur wo?

Er nahm Lauras Hand und betupfte die Finger, welche Laura so geschmerzt hatten.

Danach schob er Laura vom Tisch und befahl: „Hose runter."

Laura besah sich ihren schmerzfreien Finger, dann blickte sie kurz zu Snape auf, der ungeduldig wartete und begann dann am Knopf ihrer Hose rum zu fummeln.

Endlich hatte sie es geschafft und zog die beige Hose herunter bis zu ihren Knien.

Sie beugte sich leicht hinunter, um ihr Bein an der Stelle, die sie so gejuckt und gebrannt hatte, zu begutachten. Sie kratzte nochmals, da es noch leicht juckte, doch Snape fasste sie am Handgelenk.

„Nicht," sagte er kurz und ließ Lauras Hand wieder los.

Es waren nur rote Striche zu sehen von ihrem Kratzen. Snape wusste aber, dass das bis in ein paar Stunden anders ausgesehen hätte.

Snape setzte Laura wieder auf den Tisch, wo er auch diese Stelle mit der hellblauen Flüssigkeit betupfte.

Jetzt wusste sie wieder, woher sie diese Flüssigkeit kannte. Sie hatte ihrem Vater in Hogwarts dabei helfen dürfen, diese zu brauen und zu verkorken.

„So, morgen früh machen wir das nochmals. Und nun haben wir noch eine kleine Unterhaltung."

Laura schluckte leer, glitt vom Tisch und zog ihre Hose wieder hinauf. Snape setzte sich auf einen Stuhl, den er vom Tisch bis vor Lauras Bett geschoben hatte und wies Laura an, sich aufs Bett zu setzen.

Diese war aber immer noch damit beschäftigt, den störrischen Hosenknopf zu schließen. Als Snape keine Geduld mehr hatte zuzusehen, griff er sie am Hosenbund und zog sie näher zu sich. Er schloss den Knopf selbst. Es ging wirklich etwas schwer, wie er zugeben musste, deshalb schluckte er den Kommentar, der ihm schon auf der Zunge lag, runter.

„Danke," murmelte Laura, setzte sich aufs Bett und sah ihren Vater schuldbewusst an.

„Weißt du, warum ich dir gesagt habe, du sollst nicht in mein Labor gehen?" Snape klang streng, aber nicht wirklich ärgerlich.

Laura nickte und senkte den Blick. Sie schämte sich, dass sie sich nicht mal an eine so klare Anweisung hatte halten können.

„Also?" fragte Snape, doch Laura antwortete nicht.

Snape war nicht gerade ein geduldiger Mensch und im Moment hing seine Geduld an einem dünnen Faden. Er fasste Laura am Kinn und zwang sie ihn anzuschauen. Sie blinzelte.

„Es tut mir Leid!" sagte sie plötzlich und verbarg ihr Gesicht in den Händen, die von ihren Tränen ganz nass wurden.

Snape wartete einen Moment und atmete tief ein und aus. Dann nahm er Lauras Hände von ihrem Gesicht.

„Es tut dir immer Leid, wenn du etwas angestellt hast. Du musst lernen zuerst zu denken und dann zu handeln.

Du weisst also, warum ich nicht will, dass du nicht in meinem Labor herumlungerst?" Seine Augen waren etwas sanfter jetzt und Laura antwortete zwischen Schluchzern „Ja, Sir....es ...ist gefährlich...."

„Ganz genau. Es gibt dort viele Dinge, die gefährlich sind und nicht für Kinder gedacht sind. Speziell nicht für neugierige Kinder. Ich habe dir heute schon diese Stacheln aus den Fingern gezogen. Und heute Morgen erst habe ich dir gesagt, dass du im Labor nichts anfassen darfst. In dem Labor, das sowieso tabu für dich ist, oder nicht?"

Laura nickte leicht und fuhr sich mit der Hand über die Nase. Sie konnte ihrem Vater nicht in die Augen schauen und starrte auf ihre nassen Hände hinunter.

„Da wundert es mich doch sehr, dass du nicht nur mein Labor betrittst, sondern deine Finger wieder dort hast, wo sie nichts zu suchen haben."

Ihr Vater hatte Recht. Sie schämte sich. Wieso trieb ihre Neugierde sie immer wieder dazu, solche dummen Dinge zu tun? Sie musste sich wirklich mal zusammenreißen.

Snape sah auf das kleine Mädchen hinunter, das mit hängenden Schultern auf dem Bett saß.

Er gab ihr ein Taschentuch und sie putzte ihr Gesicht und die Hände. Danach stopfte sie es in ihre Hosentasche.

Die Tränen wollten aber nicht stoppen.

Laura stand abrupt auf und Snape hatte plötzlich die Arme voll Kind. Sie klammerte sich an Snape und schluchzte Entschuldigungen.

„Bitte nicht mehr böse sein," schniefte sie. Sie wollte, dass ihr Vater ihr verzieh und alles wieder gut war.

Er drückte sie kurz an sich. Dann griff er Laura an den Oberarmen und hielt sie ein wenig von sich weg.

Er gab ihr einen strengen Blick und sagte: „Wenn ich dich nochmals bei so was erwische, junge Dame, dann sei versichert, dass du über meinen Knien landest, bevor du Merlin sagen kannst. Dieser Klaps vorhin war sehr milde von mir."

Pah! Milde? Das ist die Untertreibung des Jahres! Dachte Laura.

Sie stand mit gesenktem Blick vor Snape und nickte brav. „Ja, Sir."

Sie würde sich in Zukunft wirklich bemühen, nichts Dummes mehr anzustellen. Es war doch ziemlich unangenehm, von ihrem Vater ausgeschimpft zu werden, vor allem, wenn er auch noch Recht hatte.

„Und dass du mich dann auch noch anlügst, toleriere ich gar nicht, verstanden."

Laura nickte nochmals und sah mit nassen Augen zu Snape auf. Als Laura ihn mit ihren langen, feuchten Wimpern anklimperte, musste er plötzlich dem Drang wiederstehen, sie in die Arme zu schließen. Er verstand sich selber nicht.

„Ich muss jetzt gehen, Laura. Milly wird wieder auf dich aufpassen. Sie kann mich erreichen, falls etwas ist. Du gehst jetzt sofort ins Bett, verstanden?" Snape stand auf und Laura wollte protestieren. Sie war noch nicht müde, es konnte doch erst kurz nach 19.00 Uhr sein.

Sie wusste, dass sie ihren Vater aber heute besser nicht mehr reizen würde und sagte artig:

"Ja, Sir." Dabei kreuzte sie aber die Finger auf dem Rücken.

Sie umarmte den großen Mann. „Gute Nacht, Dad. Kommst du noch zu mir, wenn du nach Hause kommst?"

Snape nickte. „Gute Nacht, und benimm dich." Snape drehte sich um und ging aus Lauras Zimmer. Sie hörte ihn die Schuhe anziehen und mit Milly reden, bevor er ging.

Ja, mit Milly hatte sie heute ja auch noch eine Verabredung. Snape würde es ja nicht wissen.

Ein schlechtes Gefühl hatte sie aber trotzdem. Es würde bestimmt was setzen, wenn Snape das erführe. Besonders nach dem, was sie heute geboten hatte.

Milly würde sie aber bestimmt nicht unter die Nase reiben, dass sie schon jetzt ins Bett musste.

Sie dachte daran, was sie sich noch vor wenigen Minuten vorgenommen hatte. Aber das war ja nicht dasselbe, versicherte sie sich selbst. Und sie musste ihre Geschenke auf jeden Fall noch fertig machen.

TBC...