Endlich Weihnachten!
„Was? Für mich?" Remus sah erstaunt das kleine Päcklein an, welches Laura ihm hin streckte. „Vielen Dank, Laura." Remus lächelte das Mädchen an.
Sie war so ein lieber Mensch. Ein wilder Wirbelwind manchmal, ja, doch sie hatte so viel Liebenswertes an sich.
Er wusste, dass sie das fast Unmögliche geschafft hatte. Sie hatte Severus verändert. Zum Guten. Severus hatte eine Aufgabe bekommen, eine Aufgabe ganz besonderer Art.
Er war Lauras Vater. Und er hatte ihre Liebe, auch wenn es manchmal aussah, als ließe er nichts an sich heran kommen, so sah man es ihm an, wie viel er für Laura empfand. Wie viel sie ihm bedeutete.
Er freute sich für Severus. Freute sich, dass dieser jemanden gefunden hatte, der durch seine Mauern dringen konnte.
Severus war streng und ziemlich unnahbar. Aber er liebte seine Tochter und wollte das Beste für sie, wollte kein kleines, verwöhntes Mädchen.
Und Laura liebte ihren Vater genau so, wie er war.
Remus begann, das Päckchen zu öffnen.
Laura war mit zwei weiteren Geschenken auf dem Arm zu Snape hinüber gegangen.
Sie stand nun etwas verlegen vor ihrem Vater, der auf dem Sofa saß und sie streckte ihm die beiden Geschenke hin.
Snape war es nicht gewohnt, Geschenke zu bekommen. Ehrlich gesagt, mochte er es auch gar nicht.
Von Laura war es allerdings etwas anderes. Nur, dass Remus ihm zusah, wie er Weihnachtsgeschenke öffnete, das war schon etwas unangenehm für ihn.
Er fragte sich, was Laura ihm wohl eingepackt haben konnte.
Sie hatte kein Geld, um etwas zu kaufen. Soviel er wusste jedenfalls.
Er sah Laura an und bedankte sich.
Laura hoffte, dass er ihr Geschenk mochte. Es war nichts wertvolles. Sie schämte sich ein bisschen, ihm nur so etwas schenken zu können.
Sollte man seinem Vater nicht ein besseres Geschenk machen?
Sie sah nervös zu, als Snape ihr Geschenk öffnete. Als die Kekse zum Vorschein kamen, sah Snape zu Laura auf, die immer noch vor ihm stand. Sie wurde etwas rot im Gesicht und sah ihn nervös an.
„Es tut mir Leid, dass es nichts Besseres ist, aber ich hatte kein Geld...... Milly hat mir geholfen, die zu machen...... wenn du sie nicht magst......ich meine...." Laura war so verlegen, sie verstummte und schaute zu Boden.
„Danke," sagte Snape, öffnete das Säcklein, welches mit einem schönen Bändel zugeschnürt war und biss in eines der Plätzchen.
„Ja.....die sind gut," sagte er und nahm noch eines, obwohl er nicht so auf Süßes stand. Er sah, wie verlegen seine Tochter war und irgendetwas in ihm regte sich.
Er lächelte Laura an und das war Bestätigung genug für sie. Sie freute sich so, scheinbar fand er das Geschenk doch nicht so schlimm. Ja, für Snape war das schon ein riesiges Lob.
Hatte es sich also wenigstens gelohnt, gestern Abend nochmals zu Milly in die Küche zu schleichen und den Rest der Plätzchen zu backen. Obwohl sie so ein schlechtes Gewissen gehabt hatte, weil ihr Vater sie ins Bett geschickt hatte. Sie war aber bei jedem kleinsten Geräusch zusammengefahren, aus Angst, ihr Vater und Remus kämen nach Hause.
Milly hatte wohl geahnt, dass etwas nicht stimmte, denn Laura hatte der Elfe angesehen, dass dieser Lauras Nervosität nicht entgangen war. Aber Milly hatte nichts gesagt und nichts gefragt, sondern sich nur beeilt, so schnell wie möglich fertig zu werden.
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„Die sind ja super, Laura!" meldete sich nun Remus, der auch am Plätzchen essen war.
Laura hatte Remus noch eine tolle Zeichnung gemacht und hatte dann Snape gefragt, ob er sie auch animieren könnte.
Eine Zeichnung von einem Tannenwald mit Bäumen die sich im Wind wiegten und ein paar Waldtiere die friedlich grasten. Ein kleines Tannenbäumchen war geschmückt und hatte kleine Kerzen, die brannten.
Remus freute sich sehr darüber, denn Laura hatte sich scheinbar Mühe gegeben.
Im Kamin prasselte ein Feuer und der kleine Weihnachtsbaum sah wirklich süß aus. Die Figuren, die Laura daran befestigt hatte, lächelten um die Wette, was Severus ziemlich auf die Nerven ging. Er sagte aber nichts.
Remus schien es sichtlich zu genießen. Es war sehr gemütlich, das schönste Weihnachten für Remus seit... seit Hogwarts.
Severus hatte nie mehr Weihnachten gefeiert, seit seiner Schulzeit und selbst damals hatte er dieses Fest nicht wirklich leiden können.
Snape lehnte sich auf dem Sofa zurück und Remus sagte: „Komm her, Laura, und lass dich drücken."
Laura ging zu dem Mann hinüber, der seine Arme ausbreitete. Er schloss seine Arme um das glücklich strahlende Mädchen und sie umarmte ihn zurück und setzte sich auf sein Bein. „Danke, Laura," sagte Remus. Laura lächelte ihn an.
Lupin streckte ihr einen der selbstgemachten Kekse hin und Laura biss hinein. Mmhh, die waren wirklich super lecker, dachte sie. Sie war froh, dass Remus sich so an den Plätzchen freute. Sie stand wieder auf und ging zu ihrem Vater zurück.
Sie setzte sich neben ihn aufs Sofa. Sie sah umher und genoss die schöne Stimmung.
Zwei Geschenke lagen unter dem kleinen Weihnachtbäumchen. Laura hatte sie dorthin gelegt. Als sie am frühen Morgen ihre Geschenke abgesendet hatte, mit Snapes Eule, war diese mit einem Geschenk am Bein zurückgekehrt.
Es war von Hermine. Laura hatte es aber noch nicht gleicht öffnen wollen und hatte es unter den Baum gelegt. Kurz danach war eine fremde Eule mit einem Geschenk von Emma angekommen. Das hatte Laura so super spannend gefunden, es war eine pechschwarze, wunderschöne Eule gewesen. Auch dieses Geschenk wartete nun unter dem Bäumchen auf Laura. Aber sie wollte die Geschenke noch ein wenig aufsparen.
Sie sah zu, wie ihr Vater das zweite Geschenk öffnete. Sie biss sich gespannt auf die Unterlippe und wickelte sich den Bund ihres Pullis um den Finger.
Snape sah auf den Bilderrahmen, der offensichtlich selber gemacht war, mit dem süßen Foto von Laura, hinunter.
Er war froh, dass ihm seine Haare ein wenig ins Gesicht fielen. Er wusste nicht, ob er seine Gesichtsmuskeln alle so richtig unter Kontrolle hatte.
Er war wirklich gerührt.
Laura musste das alles heimlich organisiert haben und hatte sich offenbar wirklich angestrengt. Er freute sich sehr. Er konnte sich nicht erinnern, dass sich jemand für ihn solche Mühe gegeben hatte.
Dieses Geschenk war so viel mehr wert und so viel ehrlicher als jedes Gekaufte. Und es war ihr super gelungen. Der Bilderrahmen sah sehr künstlerisch aus und die kleine Laura im Bild, ja, die war wirklich niedlich.
Er umarmte Laura, die neben ihm saß und drückte sie an sich. Es war ihm im Moment egal, ob Remus das sah. „Danke, Laura," flüsterte er und ließ sie wieder los.
Laura musste ein wenig blinzeln und auch Remus, der diese Szene beobachtet hatte, fühlte sich sehr aufgewühlt über das ungewohnte Bild. Das hätte ihm wohl niemand geglaubt, dass er mitangesehen hatte, wie Snape jemanden umarmt.
Das war das erste Mal, dass ihr Vater sie von sich aus umarmt hatte. Es machte Laura sehr glücklich.
Sie sah zu Milly hin, die neben dem Feuer auf dem Boden kniete und mit den Fingern heimlich über ihre tränennassen Augen fuhr. Sie machte sich so unscheinbar wie möglich. Aber sie hatte es einfach so rührend gefunden, das ihr Meister Professor Snape die liebe Laura umarmt hatte. Ihr Meister! Dass sie mit den Menschen Weihnachten feiern durfte, war sehr ungewohnt für Milly.
Laura ging zu Milly hin, kniete sich zu ihr hinunter und streckte ihr ein kleines Päcklein hin. Milly sah sie erst ungläubig an, brach dann in Tränen aus und schluchzte ungehemmt.
„Nimm schon, das ist für dich, ich hoffe es gefällt dir." Laura nahm Millys kleine Hand und drückte ihr das Geschenk hinein.
Remus lächelte und Snape sah, dass seine Tochter offenbar ein sehr großes Herz hatte, er hoffte allerdings nicht ein zu großes. Und vor allem hoffte er, dass Laura über die Sache mit dem Kleider schenken Bescheid wusste. Nicht, dass er heute noch seine Hauselfe los wurde.
Allerdings war er überzeugt, dass er Milly nicht mehr los werden würde, nicht so lange Laura in diesem Haus lebte.
Milly öffnete mit zittrigen Fingern das Geschenk. Sie quickte, als sie einen Blick hinein warf.
„Ohhh....." sagte das kleine Wesen und hielt ein kleines Armkettchen, mit rosa und durchsichtigen Steinchen, in den langen Fingern.
Im Gesicht der Elfe breitete sich ein riesiges Lächeln aus und sie warf sich Laura um den Hals.
Laura, die vor Milly gekniet war, warf es dabei auf ihren Hintern und sie lachte und umarmte die Elfe zurück.
„Danke, danke, vielen Dank, junges Fräulein.. … ich meine Laura..." Sie ließ das Mädchen verlegen los.
Sie durfte doch nicht einfach ihre Meister umarmen. Sie sah ängstlich zu Snape, der aber nicht verärgert schien.
Laura lachte und sagte: „Danke, dass du mir geholfen hast, Milly." Die Hauselfe schluckte schwer und schien etwas verlegen.
„Milly sollte Essen auftischen....möchten Sie schon essen, Meister Professor Snape, Sir?" fragte die Elfe, als sie sich aufrichtete.
„Ja, ich denke das wäre gut." Snape stand auf und ging aus dem Zimmer. Er wollte die Geschenke wegbringen.
Er ging die Treppe hinauf in sein Zimmer. Neben seinem Bett stand ein Foto von Lily und die Fläschchen mit den Erinnerungen von Ellen. Er stellte das Foto von Laura daneben.
Es waren die wertvollsten Dinge, die er besaß.
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Noch mehr Geschenke...
Das Essen war köstlich und obwohl Laura bettelte, dass Milly auch mit ihnen aß, wollte die Elfe nicht.
Sie war schon fast überfordert, dass sie im Wohnzimmer bei den Zauberern hatte sitzen dürfen und erst recht, als sie die Kette von Laura bekommen hatte.
Sie trug sie voller Stolz an ihrem Arm und sie hatte sich geschworen, diese nie wieder auszuziehen, solange sie lebte.
Laura hatte es aus den Resten eines Halskettchens gemacht, welches sie vor langer Zeit mal von ihrer Cousine zum Geburtstag bekommen hatte. Sie hatte es immer getragen und es sehr gemocht. Es war ihr erst letzthin kaputt gegangen, was sie sehr bereut hatte. Sie hatte die Steinchen aufbewahrt, jedenfalls die, welche sie wiedergefunden hatte. Nun war sie sehr froh darüber.
Bevor das Dessert aufgetischt wurde, fragte Laura, ob sie Emmas und Hermines Geschenke aufmachen dürfe.
Snape sagte, dass es ja ihre Geschenke seien und Laura stand schnell auf und ging ins Wohnzimmer.
Sie kniete sich auf den Boden und öffnete das erste Geschenk. Es war eine Packung mit Schokoladenfröschen von Emma.
Laura jubelte, als sie diese sah. Sie liebte Schokofrösche. Von Ron und von Harry hatte sie ab und zu einen bekommen, jetzt hatte sie eine ganze Schachtel, die ihr alleine gehörten.
Sie rannte ins Esszimmer und fuchtelte mit der Schachtel rum. „Seht mal, was Emma mir geschenkt hat!" Laura sah so glücklich aus über die Schachtel Schokofrösche, dass Remus lächeln musste und Snape eine Augenbraue hob.
Er wusste, wie sehr seine Tochter Süßigkeiten liebte, aber dass sie gleich so aus dem Häuschen war.....?!
„Nicht alle auf einmal, Laura," sagte Snape mahnend und Milly brachte das Dessert.
Sie aßen köstlichen Kuchen und Laura durfte zweimal etwas nehmen, ohne dass Snape ihr den 'jetzt-ist-genug'-Blick gab.
Hermines Geschenk lag neben Lauras Teller auf dem Tisch. Sie wollte es nach dem Nachtisch aufmachen.
Es entpuppte sich als ein Buch für muggelgeborene Zaubererkinder. Hermine hatte dazugeschrieben, dass ihr bewusst sei, dass Laura kein Muggelkind sei, dass dieses Buch ihr aber trotzdem in gewissen Situationen helfen könnte, da sie ja hauptsächlich bei Muggeln aufgewachsen war.
Laura freute sich sehr.
Remus streckte sich und sagte zu Laura, er habe auch noch eine Kleinigkeit für sie. Laura strahlte ihn an, sie war so gespannt.
Er schickte sie ins Wohnzimmer und ging schnell in sein Zimmer um das Geschenk zu holen.
Laura hielt es fast nicht aus, auf dem Sofa zu sitzen und sie biss auf ihrem Daumennagel rum, um nicht im Wohnzimmer herum zu hüpfen vor lauter Aufregung. Sie erschrak, als ein wandelnder Busch ins Zimmer kam, der sich aber als Remus enthüllte, der einen kleinen Baum trug.
„Das ist ein Vielfruchtbaum, Laura. Ein spezieller Baum, dessen Früchte jedes Jahr ein bisschen anders schmecken." Remus lächelte sie an, stellte den kleinen Baum auf den Boden und kniete sich daneben. „Die Früchte sehen aus wie Aprikosen."
Laura konnte den Mund nicht mehr schließen und kniete sich neben Remus zu dem Bäumlein runter. Es war wunderschön und das Seltsame war, dass es blühte. Mitten im Winter!
„Du musst es bis zum Frühjahr im Treibhaus halten..." weiter kam er nicht. Laura war aufgestanden und warf sich ihm in die Arme. Sie drückte ihn so sehr an sich, dass ihm die Luft knapp wurde. „Danke vielmals."
„Ist ja gut, Laura, schon gut," sagte er ein bisschen erstickt.
Snape, der an einen Türrahmen gelehnt dastand, sah den Baum an und musste zugeben, dass er es ein ziemlich gutes Geschenk fand. Natürlich sagte er das nicht, sondern sah zu, wie Laura ihre Arme um Lupin geschlungen hatte und ihn drückte.
Er brachte danach das Bäumchen mit Laura ins Gewächshaus, da es für Laura viel zu schwer war.
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Der Tag ging sehr schnell vorbei, Laura malte viel und da das Wetter so kalt war, blieben sie fast den ganzen Tag drinnen. Es war ziemlich ruhig gewesen, bis auf das eine Mal, als Laura ein bisschen zu viel Energie hatte und im Haus umher gerannt war. Snape hatte sie daraufhin nach draußen geschickt und sie war ums Haus herum getobt. Am Abend saßen sie dann am Feuer und Lupin las ihnen eine Geschichte vor.
Laura hatte ihren Vater gebeten, sie ein paar Kerzen anzünden zu lassen, welche jetzt einen warmen Schein verbreiteten. Die weißen Wände des alten, hohen Hauses flackerten fröhlich im goldenen Licht.
Als Laura zu gähnen begann, schickte Snape sie hinauf ins Bett. Zögernd stand sie auf, aber widersprach nicht.
Laura ging zu Remus und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Sie wünschte ihm gute Nacht und er lächelte sie an und bedankte sich nochmals für die Plätzchen und die schöne Zeichnung.
Snape war aufgestanden und führte Laura zur Treppe. „Ich bin in ein paar Minuten oben, mach dich parat fürs Bett."
Laura ging hinauf, duschte und putzte die Zähne. Im Pyjama und mit feuchtem Haar lag sie im Bett, als Snape hinein kam.
Er setzte sich auf Lauras Bettrand, was er selten bis nie tat. Laura sah ihn verwundert an.
„Ich habe mich heute..... sehr über deine Geschenke gefreut, Laura." Er sah sie an und seine Augen waren ungewohnt sanft, fast schon zärtlich. Trotzdem schien es ihm nicht so einfach, diese Worte auszusprechen.
„Ich habe auch noch etwas für dich." Snape legte ein kleines, silbern eingepacktes Geschenk auf Lauras Bettdecke.
Sie setzte sich auf und sah erst das Geschenk dann Snape verwundert an. Sie hatte nicht wirklich damit gerechnet, dass er ihr etwas schenkte. Er schien ihr einfach nicht der Typ für sowas.
„Machs auf," sagte Snape und sah, wie Laura das Geschenk vorsichtig nahm, als wäre es sehr zerbrechlich.
Langsam, viel zu langsam für Snapes Geschmack, öffnete sie das Geschenk.
Sie traute sich kaum das Papier zur Seite zu klappen. Sie hielt die Luft an.
Laura zog die Unterlippe zwischen die Zähne, als sie sah was in dem Papier eingepackt war.
Ein wunderschöner grünlich bläulicher Stein fiel ihr als erstes ins Auge. Es war eine Kette mit diesem wunderbaren seltsam schönen Stein dran.
Sie hatte das Gefühl, als lebe der Stein. Sie nahm die Kette hinaus und betrachtete sie auf ihrer Handfläche.
„Es ist ein spezieller Zauberstein, der eine beschützende Wirkung haben soll." Laura wusste nicht, was sie sagen sollte.
Snape fügte leise hinzu: „Es ist eine besondere Art Opal, der sehr selten ist und nur in einer abgelegenen Region in Australien vorkommt. Außerdem wissen nur einige Magier der Aborigines, wo diese Opale zu finden sind. Dieser Ort ist ihnen heilig."
Noch nie hatte sie so etwas Wunderbares bekommen. Tränen rollten ihr über die Wangen und tropften auf ihre Handfläche, in der die Kette lag.
Snape nahm sie ihr ab und befestigte sie um Lauras Hals.
Laura hatte sofort ein gutes Gefühl, als die Kette um ihren Hals lag.
Sie sah ihren Vater an und ihre Stimme klang heisrig als sie sagte: „Sie ist wunderschön, Dad. Danke viel, viel mal."
Snape sah, dass Laura das ernst meinte und er freute sich sehr. Auch das war ein sehr ungewohntes Erlebnis für ihn. Er freute sich wirklich, dass Laura so glücklich war über sein Geschenk.
Er mochte eigentlich das ganze Tamtam und Geschenke austauschen nicht. Deswegen hatte er sich an Weihnachten meistens irgendwo abgesondert, um seine Ruhe zu haben.
Doch mit Laura und ... ja, auch mit Lupin, hier in seinem Haus, war es zugegebenermaßen ziemlich gemütlich gewesen.
Laura legte die Hände um seinen Hals und er dachte sie wolle ihn erwürgen, als sie ihn an sich drückte. Er schloss seine Arme um ihren Rücken. Ihre feuchten Haare, die nach Shampoo rochen, kitzelten seine Nase und er schloss einen Moment die Augen, um sich diesen Augenblick einzuprägen.
Laura löste ihren zangenartigen Griff und sah ihren Vater an. „Tausendmal Danke, Dad!"
Laura küsste ihn ein paar mal auf die Wange, bis Snape sich wehrte und sagte: „Laura, es ist gut. Du musst jetzt schlafen, Kind."
Sie legte sich zurück auf das Kissen und tastete mit einer Hand nach dem Stein.
„Sind Aborigines auch Zauberer?" wollte Laura noch wissen und hielt den Stein in ihrer Hand.
Snape nickte. „Sehr starke sogar. Aber sie teilen ihr Wissen nicht. Sie sind sehr stark mit der Natur verbunden. Leider werden die Aborigines-Zauberer immer weniger."
Er sah seine Tochter an, die ihm so interessiert zuhörte. Er würde ihr ein anderes Mal mehr davon erzählen, jetzt war es schon spät.
Er wünschte ihr eine gute Nacht, ging aus dem Zimmer und ließ die Tür einen Spalt offen.
Genau so, wie es sein musste.
Laura drehte sich zur Seite. Sie konnte sich nicht erinnern, je so glücklich gewesen zu sein.
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Snape stand vor Lauras Zimmertür.
Er konnte einfach noch nicht runter gehen. Er musste sich erst sammeln. Immer wieder sah er Lauras glückliches Gesicht vor sich.
Und auch ihren verschämten Blick, als er ihr Geschenk öffnete und ihre besorgten Augen, als sie dachte, ihr Geschenk sei nicht gut genug. Wenn sie wüsste......
Snape konnte sich nicht erinnern, dass er Weihnachten jemals genossen hatte, noch nie, bis auf dieses Mal.
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Der nächste Tag ging so schnell vorbei.
Laura half am Morgen ihrem Vater im Treibhaus, die Pflanzen zu pflegen.
Snape nutzte die Gelegenheit, um Laura einiges zu erklären über verschiedene Pflanzen. Laura musste zugeben, dass ihr Vater ziemlich gut erklären konnte, wenn er es wollte. Natürlich war er immer noch streng und wenn sie nicht aufpasste, oder sich nicht zu seiner Zufriedenheit konzentrierte, bekam sie das zu sofort zu spüren.
Vieles konnte sie sich nun viel besser merken, denn Snape machte Eselsbrücken, wie sie es sich besser einprägen konnte. Außerdem half es ihr, dass sie ihre Gedanken nicht schweifen lassen konnte, sondern immer volle Aufmerksamkeit geben musste.
Viele Pflanzen wurden in Zaubertränken, Salben oder Tinkturen verwendet.
Sie erkannte einige davon nun wieder, vom Tränkezutaten-Zubereiten mit ihrem Vater.
Sie war sehr stolz auf ihr eigenes Bäumchen und Snape zeigte ihr, wie sie es pflegen musste.
Danach spielte sie draußen, im Schnee, der nun endlich auf dem Boden liegen blieb, ohne gleich zu schmelzen. Als sie schlotterte und ihre Hose ganz nass war, ging sie hinein.
Nach dem Mittagessen lasen sie alle im Wohnzimmer, bis es Laura langweilig wurde und Lupin beschloss, mit ihr einen Spaziergang zu machen.
Völlig durchgefroren kamen sie dann zurück und Snape schickte Laura zum Baden. Er wollte nicht, dass sie sich erkältete. Er wollte sich nicht noch um ein klagendes, krankes Kind kümmern müssen.
Als sie sich im Bad aufgewärmt hatte und das Wasser schon langsam kalt wurde, stieg sie aus und zog den Traineranzug an. Dann ging sie hinunter und half Milly beim Kochen.
Die kleine Elfe genoss die Gesellschaft von Laura sehr. Diese gab sich auch sehr Mühe, der Hauselfe behilflich zu sein und es machte beiden sehr viel Spaß.
Es war das erste Mal in Millys Hauselfenleben, dass sie mit einem Menschen lachen, witzeln und arbeiten konnte. Und dass jemand etwas von ihr lernen wollte, was sie besonders stolz machte. Dieses Kind war das Beste was ihr je passiert war.
Sie aßen dann früh zu Abend und danach kamen noch zwei verspätete Weihnachtsgeschenke für Laura von Ron und Harry an.
Es war ein kleines Handbuch über Quidditch von Ron, da er der Meinung war, dass Laura einfach noch nicht so richtig die Regeln kapiert hatte.
Harry hatte ihr eine Schachtel Schokofrösche geschickt. Laura musste lachen als sie diese sah. Ihre Freunde wussten, wie gerne sie Schokolade ass, nur Snape machte keinen besonders erfreuten Eindruck.
Die Weasley Zwillinge hatten ihr eine Karte geschickt. Als sie diese öffnete, sprang ihr eine Papierhexe entgegen und zwickte sie in die Nase. Laura musste lachen. Typisch Fred und George!
Sie versuchte ihren Vater zu einem Spiel zu überreden, aber Lupin war schlussendlich derjenige, der sich ihrer erbarmte und ein Muggelkartenspiel mit ihr spielte, welches sie Black Jack nannte.
„Ins Bett, Laura," meldete sich Snape, als Laura und Lupin das Spiel dreimal gespielt hatten.
Lupin führte und Laura wollte unbedingt noch aufholen.
Sie zog eine Grimasse. „Ohh," jammerte sie. „Ich bin noch kein bisschen müde. Und ich muss noch gewinnen." Sie sah Snape mit dem Dackelblick an, aber dieser blieb hart.
„Ins Bett, Laura, jetzt!"
Laura sah zu Remus, aber der sagte auch nichts, sondern zuckte nur mit den Schultern, um ihr zu verstehen zu geben, dass er auch nichts für sie tun konnte.
Sie sah wieder zu Snape, der sie nun mit strenger Miene ansah. Sie schnaubte und stand auf. Sie wagte es nicht, sich ihm offen zu widersetzten. Sie räumte die Karten zusammen und wünschte eine gute Nacht. Nicht im freundlichsten Ton, allerdings.
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Snape erhob sich ein paar Minuten später, um noch zu Laura zu gehen, wie er es immer tat. Er fand das Mädchen, mit der Zahnbürste im Mund auf dem Bett sitzend und in ihrem neuen Buch lesend.
„Putz deine Zähne im Badezimmer, Laura," sagte Snape, nahm sie am Arm und führte sie zum Badezimmer. Sie sollte sich bloß nicht solche Unarten angewöhnen.
Das ärgerte Laura, sie wusste selber, wo das Badezimmer war, gehen konnte sie auch alleine. Sie war doch kein Kleinkind!
Sie gab Snape einen ärgerlichen Blick.
„Pass auf, Laura Smethurst. Du weißt, was mit frechen Kindern passiert." Snape hatte sich zu Laura hinunter gebeugt und sah ihr direkt in die Augen.
Laura blinzelte, sie drehte sich zum Waschbecken und spuckte die Zahnpaste aus.
„Ich habe gar nichts gesagt," sagte sie etwas trotzig und empört.
Snape sah sie warnend an.
„Dein Blick war frech genug. Und sprich in einem anständigen Ton mit mir. Sei gewarnt, Laura."
Sie wusste, dass sie sich auf dünnem Eis befand und wollte nichts riskieren. Ihr Vater hasste es, wenn man frech war. Auch wenn es nur ein frecher Blick war.
Und dass sie vorgestern einen saftigen Klaps kassiert hatte, war ihr noch in lebhafter Erinnerung, sie brauchte keine Wiederholung. Sie wollte diesmal auf der sicheren Seite bleiben und nickte.
„Ja Sir," antwortete sie gehorsam, aber Snape schien noch nicht zufrieden zu sein damit und sah sie weiterhin scharf an.
„Entschuldigung, Sir" fügte Laura deshalb noch an. Sie wickelte eine Haarsträhne um ihren Finger und drehte, bis sie bei der Kopfhaut angelangt war und nicht mehr weiter kam.
Snape nickte. „Besser so."
Laura schlüpfte unter die Decke und sah zu ihrem Vater hinauf.
„Morgen muss ich früh zu der Konferenz, Laura. Remus wird auf dich aufpassen und ich erwarte von dir, dass du ihm gehorchst. Ich komme erst übermorgen Abend wieder zurück. Also, benimm dich." Er beugte sich zu ihr hinunter und sagte: „Schlaf gut und pass auf dich auf."
Laura streckte ihre Arme nach ihm aus und wollte ihn umarmen, wenn sie ihn schon zwei Tage nicht sehen würde.
Snape setzte sich auf ihr Bett und ließ die Umarmung zu. Er fuhr ihr sogar kurz übers Haar und Laura küsste ihn auf die Wange. Danach kuschelte sie sich nochmals an ihn und zog seinen Duft tief ein. Das tat gut, so nah bei ihm zu sein. Auch wenn sie sich noch vor ein paar Minuten so über ihn geärgert hatte, ließ sie ihn jetzt nicht gerne gehen. Sie würde ihn zwei Tage nicht sehen.
Snape dachte, dass er in seinem ganzen Leben nicht so viel umarmt und geküsst worden war, wie in den letzten Wochen. Natürlich hatte er auch nie wirklich das Verlangen gehabt danach, schon gar nicht von einem Kind.
Eigentlich hatte er nie jemanden freiwillig berührt. Nicht, seit der kurzen Affäre mit Ellen jedenfalls. Und auch das war nicht wirklich eine herzliche Beziehung gewesen.
„Ich werde dich vermissen, Dad," flüsterte Laura und holte Snape aus seinen Gedanken. Sie ließ ihren Vater los und legte sich dann hin. Sie hielt seine Hand noch in ihren.
„Dad, was ist das für eine Konferenz, zu der du musst?" Snape schaute kurz auf seine Hand, die Laura nun gegen ihre eigene legte, um zu messen, wie viel größer die ihres Vaters war. Sie wartete auf eine Antwort und fragte nochmals nach, als er nicht gleich antwortete. Sie sah zu ihm auf.
„Dad?"
Snape räusperte sich und erklärte, dass es eine Konferenz von verschiedenen Zaubertrankmeistern war, wo neue Tränke vorgestellt würden. Es ging auch um Verbesserungen schon bekannter Tränke.
„So, schlaf jetzt!" sagte Snape und zog seine Hand weg. Er strich Laura nochmals kurz übers Haar. „Bis bald, Laura."
Er stand auf und ging zur Tür. Er drehte sich nochmals um.
„Bis bald, Dad," sagte Laura, bevor Snape die Tür bis auf einen Spalt zu zog.
TBC....
Liebe MaraJade, ich danke dir soooo sehr für dein tolles Review. Es stellt mich so auf und ich freue mich immer riesig. DANKE vielmal. Gruss Sally
Der fleissigen scientific ida ein grosses Dankeschön fürs Beta-lesen. Gruss an alle von Sally
