Es geht winterlich weiter, viel Spass , beim lesen und reviewen nicht vergessen ;-)
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„Bleib nicht zu lange da draußen, Laura, es ist sehr kalt." Remus hatte den Kopf zum Fenster hinaus gestreckt und sah, wie Laura im Schnee etwas baute.
„Ja ja" antwortete das Mädchen. Sie trug eine weiße Mütze, die im starken Kontrast zu ihren Haaren stand und eine rote dicke Jacke. Sie grub weiter im Schnee herum und Remus schloss das Fenster wieder. Spätestens in einer halben Stunde würde er sie hinein rufen.
Es war wirklich super kalt.
Laura setzte ihrem Schneedrachen, den sie gebaut hatte, Ohren an, als sie plötzlich Kinderstimmen hörte. Sie waren ziemlich weit weg, aber es waren ganz sicher Kinderstimmen.
Laura stand auf und sah in die Richtung, aus der sie die Stimmen hörte.
Da! Da hinten am Hang waren Kinder mit Schlitten oder Bobs. Laura streckte den Hals, um besser zu sehen.
Sie müsste etwas näher heran, dann konnte sie sehen, wie viele Kinder es waren und wie alt die etwa waren.
Remus räumte seine Sachen weg, an denen er gearbeitet hatte. Er musste etwas recherchieren für den Phoenixorden. Er hatte viele nützliche Bücher gefunden in Snapes Bibliothek.
Er sah auf die Uhr.
Es war schon fast eine Stunde vergangen, seit er mit Laura geredet hatte. Sie war noch nicht rein gekommen. Oder er hatte sie nicht gehört?
„Laura? Laura!" Keine Antwort. Dann musste sie noch draußen sein. Er ging zum Fenster und öffnete es.
„Laura!" Er sah sich um. Sie war nirgends zu sehen. „Laura!"
Remus ging zu einem andern Fenster und rief dort. Wieder bekam er keine Antwort. Es erstaunte ihn. Wo war das Mädchen bloß? Er zog sich an und ging hinaus.
Remus ging einmal ums Haus herum und als er sie nicht fand, fing er an sich Sorgen zu machen. Wo konnte Laura sein? Er ging nochmals ins Haus. Vielleicht war sie ja einfach in ihrem Zimmer und hatte ihn nicht gehört.
Im Zimmer war Laura auch nicht und auch sonst im Haus nirgends. Sein Puls wurde schneller. Er fing auch an zu schwitzen. Sie konnte doch nicht einfach verschwunden sein! Er ging zu Milly und fragte sie, ob sie wusste, wo Laura war, aber die Hauselfe hatte sie auch nicht gesehen.
Das war wirklich seltsam. Er überlegte besorgt.
Plötzlich kam ihm eine Idee. Er zog seinen Zauberstab. Er überlegte, wie dieser Zauberspruch nun wieder ging. Er hatte ihn jahrelang nicht benutzt.
„Ostendere Laura!" sagte er deutlich und legte seinen Zauberstab auf seine flach ausgestreckte Hand.
Der Zauberstab drehte sich ein paar Grad und deutete mit der Spitze in die Richtung, wo Laura sein musste. Weg vom Haus.
Wo mag das Mädchen hingegangen sein? Sie würde doch wohl nicht einfach weggehen, ohne ihm Bescheid zu sagen.
Er ging in die Richtung, die ihm der Zauberstab deutete. In der Ferne hörte er Kinder schreien und spielen.
Ob sie zu den Kindern gelaufen war?
Aber Laura war kein kleines Kind mehr, sie würde nicht davon gelaufen sein, ohne ihm etwas zu sagen.
Er hoffte nur, dass nichts passiert war. Er beschleunigte seinen Schritt. Die Kinder waren ziemlich weit entfernt.
Der Zauberstab führte ihn in Richtung der spielenden Kinder. Er konnte Laura nicht sehen. Ihr würde doch wohl nichts passiert sein. Die schlimmsten Szenarien liefen vor seinem inneren Auge ab.
Er kam näher, zu den im Schnee spielenden Kindern, die etwa in Lauras Alter sein mussten, aber entdeckte das Mädchen nirgends. Er würde die Kinder fragen, ob sie Laura gesehen hatten.
Plötzlich, als er schon ziemlich nah war, sauste etwas knapp neben ihm vorbei den Hügel runter. Remus erschrak ein wenig und sah dem Etwas nach, das ihn beinahe überfahren hätte.
Es war ein Junge auf einem Plastikteil, das Remus noch nie gesehen hatte. Dicht hinter dem Jungen sauste nun noch jemand neben Remus durch. Da erkannte er ....Laura! Sie lag bäuchlings auf einem Holzschlitten und ….kollidierte nun mit dem Jungen.
Beide Kinder fielen in den Schnee und lachten. Laura schoss ihm eine große Ladung Schnee an und der Junge griff auch nach einer Hand voll Schnee.
„Laura?" Remus traute seinen Augen nicht.
Wie konnte Laura es wagen, einfach davon zu schleichen und sich hier köstlich zu amüsieren, während er vor Sorge fast verging.
Zwei Mädchen sahen Remus skeptisch an. Wieso trug dieser Mann so komische Sachen.
Er war ihnen irgendwie unheimlich und er sah auch noch ziemlich verärgert aus.
„Laura, ich glaube dein Dad ist hier." Sagte das Größere der Mädchen zu Laura, die immer noch im Schnee lag und dem Jungen einen Schneeball anschoss.
Laura hielt in ihrer Bewegung inne und drehte sich um.
Was? Ihr Dad? Das wäre aber gar nicht gut!
Erschrocken sah sie zu Lupin. Sie war erleichtert, als sie den Mann sah, allerdings nur, bis sie seinen Gesichtsausdruck wahrnahm.
„Komm, Laura," sagte Remus und hatte Mühe seine Stimme unter Kontrolle zu halten. Er wäre am liebsten zu ihr hin gegangen und hätte sie am Ohr nach Hause gezogen.
Die Kinder waren ganz still geworden.
Laura stand schnell auf und ging zu dem wartenden Lupin. Sie verabschiedete sich von den Kindern und Remus packte sie ohne Wort an der Hand.
Schweigend schritt er mit ihr Richtung Haus.
Er konnte im Moment nichts sagen, er war verärgert und auch erstaunt über Lauras Verhalten.
Laura sah zu seinem Gesicht auf und sah, dass er nicht gerade freundlich dreinblickte. Sie konnte die Kinder in der Ferne lachen und spielen hören. Sie musste ein bisschen rennen, um mit Remus schritt zu halten.
Laura sagte auch nichts. Beim Haus angekommen buxierte Remus die nasse Laura zur Tür rein.
„Zieh die nassen Sachen aus. Geh duschen. Dann kommst du runter und wir unterhalten uns über dein Verhalten."
Remus tönte sehr ernst und Laura wagte es nicht zu widersprechen. Beschämt biss sie sich auf die Lippen.
Sie wollte ihm alles erklären, aber sie merkte, dass im Moment nicht der richtige Zeitpunkt war.
Schweigend ging sie nach oben.
Sie zog sich aus. Sie war nass bis auf die Haut. Sie hängte ihre Kleider auf und ging in die Dusche.
Remus war wirklich sauer auf sie. Verdammt sauer, wie es schien. Sie hatte einfach nicht überlegt.
Sie hatte die Kinder gehört und war einfach zu ihnen gegangen. Natürlich musste er sich gesorgt haben.
Wann würde sie das bloß lernen, dass sie nicht mehr tun konnte, was sie wollte. Früher hatte es niemanden interessiert, wo sie war, solange sie nicht zu Hause war.
Sie schämte sich. Sie schämte sich runter zu gehen und von Remus ausgeschimpft zu werden.
Hoffentlich würde er es nicht ihrem Vater erzählen. Laura bekam ganz heiße Wangen. Sie zog sich an setzte sich auf ihr Bett und überlegte, was sie Remus sagen sollte.
„Laura?" Lupin klopfte an die Tür und öffnete sie einen Spalt. Er hatte über eine halbe Stunde auf Laura gewartet, nun riss sein Geduldsfaden.
„Laura? Bist du angezogen?" fragte er.
Laura sass im Traineranzug auf ihrem Bett mit angezogenen Beinen und lehnte mit dem Rücken an die Wand. Als Remus den Kopf in ihr Zimmer steckte, sah sie schnell zu ihren Beinen und biss sich auf die Unterlippe.
Remus ging ins Zimmer und setzte sich zu ihr aufs Bett.
„Weißt du eigentlich, wie viele Sorgen ich mir gemacht habe?" Remus sah Laura streng an.
„Ich habe dich überall gesucht. Ich würde dich wahrscheinlich jetzt noch suchen, wenn ich nicht einen Zauberstab hätte und einen dazu passenden Zauberspruch."
Laura hob langsam den Blick. Sie begegnete Remus' Augen und eine hellbraune Haarsträhne fiel ihm ins Gesicht. Er streifte sie schnell weg mit der Hand.
„Es tut mir Leid, Sir." Laura zupfte an dem langen Bändel ihrer Trainerhose rum. Remus hatte recht. Sie würde wahrscheinlich immer noch im Schnee rum toben ohne nur eine Sekunde daran zu denken, dass Remus sie vermisste.
Woher kommt jetzt plötzlich das Sir? Dachte Remus. Scheinbar wusste Laura, dass sie Mist gebaut hatte.
„Laura, ich bin für dich verantwortlich. Ich muss zu jeder Zeit wissen, wo du bist. Wie soll ich auf dich aufpassen und dich beschützen, wenn du einfach auf und davon wanderst, ohne mir etwas zu sagen?"
Laura blinzelte und sagte mit etwas belegter Stimme: „Ich habe einfach nicht nachgedacht. Ich habe plötzlich die Kinder gehört und wollte nur mal schauen. Da haben sie mich gesehen und gefragt, ob ich mitspielen will."
Laura sah nun wieder scheu zu Remus auf, der sie immer noch ernst ansah.
„Tu das nie wieder, Laura. Du musst immer Bescheid sagen, wenn du außer Rufweite gehst.
Du hast mich sehr geängstigt, Kind. Und sehr verärgert. Ich hoffe, das kommt nicht mehr vor." Streng sah er Laura an und diese schluckte schwer, als sie seinem Blick begegnete.
Laura wusste gar nicht, dass Remus so streng sein konnte und nickte schnell.
„Ja, Sir. Ich werde es ganz bestimmt nie wieder tun," versprach sie leise und sah ihn treuherzig an.
„Das wäre besser, Laura, denn glaub mir, ich würde nicht davor zurück schrecken, dir eine Strafe aufzubrummen, obwohl ich das sehr ungerne tun würde."
Immer noch fixierte er Laura, die nun etwas verlegen zu ihm auf sah.
„Würdest du?" Laura biss sich auf die Unterlippe. Würde er ihr wirklich eine Strafe geben?
Er beugte sich zu ihr runter.
„Lass es nicht drauf ankommen, Laura Smethurst."
Laura sah ihm forschend ins Gesicht, aber Remus blieb ernst.
„Ich könnte mir nie verzeihen, wenn dir etwas zustoßen würde, Laura. Und außerdem würde ich nicht die grausame Rache deines Vaters erdulden wollen." Nun umspielte wieder ein Lächeln den Mund des Mannes.
Laura sah ihn fragend an „Rache?"
„Sie würde schrecklich sein, glaub mir." Remus lächelte.
„Meinst du wirklich?" Laura lächelte nun auch ein wenig.
„Ganz sicher." Remus wuschelte nun durch Lauras feuchtes Haar.
„Das Essen steht schon auf dem Tisch, komm." Lupin stand auf und streckte Laura die Hand entgegen.
Diese nahm sie und Remus zog Laura hoch.
„Remus?" Laura schaute mit großen Augen zu dem Mann hinauf, der nun den Kopf ein wenig schief stellte und auf ihre Frage wartete.
„Bitte, sag es nicht meinem Vater." Sie sah ihn treuherzig an. Sie hatte keine Lust, von Snape auch noch eine Predigt zu hören.
Remus schüttelte den Kopf.
„Nein, Laura, das werde ich nicht. Tanze aber nicht nochmals aus der Reihe, junge Dame."
Lupin sah nochmals streng zu Laura und ging dann die Treppe runter.
Sie aßen zu Abend und malten dann noch zusammen.
Laura stellte fest, dass Remus wunderschöne Drachen malen konnte und er animierte sie, was Laura sehr gefiel. Sie sahen richtig gefährlich aus, als sie feuerspuckend umher flogen.
Als er sie ins Bett brachte, hielt sie Lupins Hand fest, als er aus dem Zimmer gehen wollte.
Er setzte sich zu ihr aufs Bett, denn er merkte, dass sie ihm noch etwas sagen wollte.
„Es tut mir wirklich Leid, wegen heute, Remus. Ich vergesse manchmal einfach, dass es nicht mehr ist wie früher. Und manchmal ärgert es mich auch einfach, dass jemand immer über jeden Schritt von mir Bescheid weiß."
Laura, die sich neben dem Mann aufgesetzt hatte, sah mit ihren dunklen Augen zu Remus auf und dieser strich ihr mit der Hand über den Kopf. Er ließ die Hand auf ihrem Nacken liegen und zog sie ein wenig an sich.
„Wann, früher? Meinst du bei deinen Verwandten?" fragte Remus und deutete Laura nun sich hin zu legen. Das Mädchen legte sich brav hin und nickte.
„Früher war ich immer frei. Na ja, manchmal wohl zu frei. Aber ich muss mich, glaub ich, einfach daran gewöhnen, dass sich nun jemand um mich kümmert und mich vermisst, wenn ich davon laufe."
Remus lächelte zu Laura hinunter.
„Ich weiss, Laura, aber es ist gut für ein kleines Mädchen, wenn sich jemand kümmert, glaub mir."
Ja, sie wusste das. Auch wenn ihr Vater manchmal einfach zu pingelig und zu streng war, sie würde nie mehr in ihr altes Leben zurück wollen. Sie fühlte sich viel aufgehobener so. Sie wusste, dass jemand da war, der alles im Griff hatte. Der für sich um sie kümmerte. Es tat gut, einfach nur Kind sein zu können.
„Ich bin gar nicht klein," wehrte sich Laura. Das konnte sie natürlich nicht auf sich sitzen lassen, als klein betitelt zu werden. Es reichte ihr schon, wenn die Weasleys sie immer 'Kleine' nannten.
„Natürlich nicht. Aber auch große Mädchen brauchen jemanden, der auf sie aufpasst." Er lächelte Laura an.
Laura lächelte zurück und Remus küsste sie auf die Stirn, wünschte ihr Gute Nacht und ging aus dem Zimmer.
Laura dachte an ihren Dad. Was machte er wohl jetzt gerade? Schade, dass er nicht da war und ihr Gute Nacht wünschte.
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Der nächste Tag begann gut für Laura. Sie hatte aber lange nicht einschlafen können. Sie vermisste ihren Vater. Er war jeden Abend noch an ihr Bett gekommen und sie hatte sich irgendwie daran gewöhnt. Laura war nochmals aufgestanden und im dunklen Haus rumgegeistert, bis es ihr unheimlich geworden war. Remus hatte zum Glück nichts gemerkt. Sie war in die Küche geschlichen und hatte ein wenig Milch getrunken.
Nun war Laura angezogen und half Milly in der Küche. Sie machten Pfannkuchen, welche Laura so liebte. Laura konnte das jetzt schon gut und Milly sah sehr zufrieden aus mit ihr.
Die tischten sie gemeinsam auf und ernteten ein großes Lob von Remus. Laura war ziemlich stolz auf sich. Sie grinnste Milly an und zwinkerte ihr zu.
Sie half Milly im Haushalt und kochte mit ihr das Mittagessen. Dabei hatten es die Beiden ziemlich lustig. Zwischendurch spielten sie noch eine Runde Black Jack. Milly hatte noch nie ein Menschenspiel gespielt und es machte ihr viel Spaß, vor allem weil es Laura so glücklich machte.
Milly mochte es, dass Laura ihr viel half, sie war es aber nicht gewohnt. Das war doch Hauselfenarbeit!
Sie wollte Laura immer verwöhnen, aber Laura fand verwöhnt werden langweilig. Sie fand es viel interessanter, in den Töpfen zu rühren, irgendetwas zusammen zu mischen, oder Gemüse zu schnetzeln. Es war ähnlich wie Zaubertränke brauen. Und sie bemerkte auch, dass sie schon viel besser mit dem Messer umgehen konnte, als noch vor ein paar Wochen. Auch Milly fielen die Fortschritte auf und es machte sie sehr stolz.
Nach dem Mittagessen las sie mit Remus im Wohnzimmer, wo wieder ein gemütliches Feuer prasselte. Sie konnte ihn relativ einfach dazu überreden, ihr etwas vorzulesen. Laura fand es spannend, wie gut sie Remus zu etwas überreden konnte. Sie hörte ihm gespannt zu. Danach malte sie etwas für Milly und etwas für ihren Vater.
„Remus, wann kommt mein Dad endlich nach Hause?" Laura hatte von ihrem Blatt aufgesehen und sah fragend zu Remus hinüber.
„Laura, wenn du auch noch hundertmal fragst, er kommt deswegen nicht früher."
Laura schien Snape wirklich sehr zu vermissen. Sie nervte ihn schon den ganzen Tag mit dieser Fragerei und dem Gejammer. Das wunderte ihn ein wenig, denn so lange war Snape nun auch wieder nicht weg gewesen. Snape schien seine Sache mit Laura gut zu machen, sonst wäre Lauras Sehnsucht wohl nicht so groß gewesen.
Er kannte Snape schon seit der Schule. Snape war schon immer kühl und unnahbar gewesen.
Er war streng und hart mit seinen Schülern. Manchmal auch ungerecht. Aber Remus spürte, wie dieses Kind ihn verändert hatte. Severus war nicht mehr ganz so verschlossen und er schien viel lebendiger und zufriedener.
Er war natürlich immer noch furchtbar streng und erwartete viel von seiner Tochter. Er duldete keine Unart und war auch nicht verlegen ihr eins auf den Hintern zu klatschen, wenn er es für nötig hielt.
Aber Snape liebte sein Kind. Auch wenn er es nicht offen zeigte. Remus war sicher, dass Laura das genau wusste. Kinder waren da sehr feinfühlig und konnten oftmals hinter die Fassaden der Erwachsenen blicken.
Als er Laura so dasitzen sah und in ihrem Gesicht sah, wie sie sich nach ihrem Vater sehnte, regte sich in ihm ein Gefühl. Wie wäre es, wenn sich jemand nach ihm so sehnen würde. Wenn er so ein aufgestelltes, lustiges Kind hätte, um dass er sich kümmern könnte. Was wäre er selbst wohl für ein Vater? In diesem Moment beneidete er Severus.
Laura seufzte schwer und stützte den Kopf in ihre Hand. Sie sah ins Feuer und wünschte, der Tag könnte ein bisschen schneller vergehen.
Sie legte die Maluntensilien zur Seite und ging zu Remus, wo sie sich neben ihn auf die Couch setzte.
Sie lehnte ihren Kopf gegen Remus' Arm. Remus schaute zu ihr runter und legte den Arm um sie.
„Remus, wie war es eigentlich, als du und Dad in die Schule gegangen seid?" fragte sie und schielte zu Remus hinauf.
Remus erzählte ihr die nächste halbe Stunde von seiner Zeit in Hogwarts, von den Rumtreibern und von Snape.
Laura hörte interessiert zu. Sie musste häufig lachen, denn Remus konnte so lustig erzählen. Sie war froh und es amüsierte sie, dass diese Rumtreiber auch so viel Unsinn angestellt hatten, wie sie selbst mit ihren Freunden.
Am Nachmittag zogen sie sich warm an und machten einen Spaziergang durch den Wald. Sie redeten viel und Laura musste ihm ein wenig von Harry erzählen. Es wunderte Remus nicht im geringsten, dass der Junge genau so abenteuerlustig und risikofreudig war, wie sein Vater. Laura erzählte ihm, wie sie sich nach Hogsmeade geschlichen hatten und im Honigtopf Süßigkeiten gekauft hatten. Und wie sie in Schwierigkeiten geraten waren deswegen. Harry war damals ja glimpflicher davon gekommen als sie. Remus hörte interessiert zu. Harry und Laura zusammen, das war ja das wahre Dreamteam! Da war wohl der Ärger vorprogrammiert, wenn diese Beiden zusammen waren. Remus musste lächeln.
Laura erzählte auch noch von ihren anderen Freunden. Vor allem von Emma.
Für Laura verging dieser Tag sehr langsam, obwohl sie es genoss mit Remus. Aber wenn man auf etwas wartet, schleicht ja bekanntlich die Zeit.
Wann wurde es endlich Abend? Hoffentlich kam Snape nach Hause, bevor sie ins Bett musste.
Doch er kam und kam nicht. Remus schickte sie schlussendlich ins Bett und Milly ging zu ihr um ihr Gute Nacht zu wünschen. Die Hauselfe sah, wie enttäuscht Laura war und strich ihr tröstend über den Kopf. Laura schlang einen Arm um die Elfe und drückte sie an sich.
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Snape schien es, als wolle die Konferenz nicht enden. Er dachte immer wieder an Laura.
Das konnte doch nicht wahr sein, dass er nicht mal ein paar Tage ohne dieses Kind verbringen konnte, ohne dass sie ihm immer im Kopf rum schwirrte.
Er hatte doch früher immer alleine gelebt und nie jemanden vermisst. Stopp! Nein, er vermisste sie nicht! Er dachte bloß an sie, weil sie bestimmt wieder etwas anstellen würde.
Das war es!
Die Diskussionsrunde würde er diesmal auslassen, dachte Snape ungeduldig. Es war schon fast neun Uhr.
Laura war bestimmt schon im Bett und wenn sie schon schlief, konnte er nicht mehr mit ihr reden heute......
Aber Laura würde wohl kaum einen Gedanken an ihn verschwendet haben. Dieser Werwolf würde sie verwöhnen und den ganzen Tag mit ihr spielen.
Aber was interessierte ihn das schon!
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Doch Laura war sehr enttäuscht und lag wach in ihrem Bett. Sie hatte den ganzen Tag gewartet und würde nun ihren Vater heute doch nicht mehr sehen.
Plötzlich hörte sie die Tür gehen. Mit einem Satz war sie aus dem Bett und rannte die Treppe hinunter. Egal, ob sie im Bett sein müsste, um diese Zeit, sie wollte zu ihrem Dad.
Snape hatte seinen Umhang ordentlich an den Haken gehängt und schritt Richtung Treppe, als sich ihm etwas in die Arme warf. Er erschrak einen kleinen Moment, bis er merkte, dass es Laura war.
Laura, die die Treppe runter gestürmt gekommen war, hatte sich direkt um Snapes Hals geworfen und klammerte sich nun wie eine Klette an ihren Vater.
„Dad!" murmelte sie in seinen Nacken. Etwas unbeholfen legte Snape die Arme um Lauras Rücken und drückte sie an sich. Er hatte sie vermisst.
„Geh runter," sagte er aber rasch, als Remus aus dem Wohnzimmer kam und Severus begrüßte.
Doch Laura klammerte sich weiterhin an den großen Mann, den sie so vermisst hatte.
„War's interessant?" fragte Remus als wäre nichts Außergewöhnliches und Snape verdrehte die Augen, als Laura sich nicht abschütteln ließ.
„Laura!" sagte Snape nochmals und gab ihr einen sanften Klaps auf den Po. Nun ließ sich Laura hinunter gleiten.
Snape zeigte nicht, dass er gerührt war von dem stürmischen Empfang. Er schritt ins Wohnzimmer und schenkte sich ein Glas Wein ein. Dann setzte er sich auf das Sofa.
„War nicht schlecht," antwortete er Lupin. „Vieles war mir allerdings schon bekannt," fügte er hinzu. „Hier war alles in Ordnung? Warst du artig?" fragte er und sah Laura an, die vor ihm stand. Sie nickte und wurde ein klein wenig rot, aber Remus verriet nichts und lächelte nur.
Laura kletterte auf Snapes Schoß und kuschelte sich an ihren Vater, als wenn es das Natürlichste auf der Welt wäre.
Was dachte dieses Kind, er war doch kein Sofa, es gab schließlich genug Platz neben ihm!
Und wieso war Laura so anhänglich?! Wollte sie bloß Zeit schinden, um nicht ins Bett zu müssen?
Doch er ließ sie, wo sie war. Er unterhielt sich mit Lupin, aber Laura hörte nicht zu.
Sie roch den bekannten Duft ihres Vaters und atmete tief ein. Sie freute sich so, dass er endlich da war.
Er hatte seinen Arm auf ihren Rücken gelegt und klopfte mit seinen Fingern im Takt leicht gegen ihre Wirbelsäule.
Laura merkte, dass auch er ihre Nähe genoss. Auch wenn er immer so bemüht war, das nicht zu zeigen.
„So ins Bett, Laura!" sagte Snape plötzlich. Wie war denn seine Hand auf Lauras Rücken gekommen?
Laura bewegte sich nicht, sondern gab nur einen grummelnden Laut von sich. Es war so kuschlig warm bei ihrem Dad und sie fühlte sich so geborgen.
Snape schüttelte sie nun leicht. „Ins Bett, es ist spät."
Laura sah ihren Vater an und bettelte: „Bitte, nur noch fünf Minuten?"
„Nein, ich wiederhole mich nur ungerne." Snape sah sie nun mit dem bekannten Snape Blick an und Laura erhob sich stöhnend. Ihr Vater war einfach nie zu überreden, das war doch sowas von mühsam! Sie blieb noch einen Moment vor Snape stehen und sah ihn bittend an. Snape drehte sie Richtung Treppe und schob sie leicht an. Es war schon nach 22 Uhr und Laura brauchte genügend Schlaf.
Sie drehte sich aber nochmals um, ging zu Lupin und küsste ihn auf die Wange. Snapes Augen verengten sich kaum merklich.
„Gute Nacht, Remus," sagte sie und ging dann zu ihrem Vater.
„Gute Nacht, Dad." Sie gab auch ihm einen Kuss und ging aus dem Wohnzimmer, nicht ohne sich nochmals um zu drehen. „Aber alle meine Freunde dürfen auch...." Doch weiter kam sie nicht.
„Ins Bett," sagte Snape streng. „Du bist nicht deine Freunde sondern Laura, die jetzt ins Bett geht!"
Laura schnaubte, rauschte davon und murmelte etwas vor sich hin, das wie 'gemein' und 'immer so früh' tönte. Doch Snape ging nicht darauf ein. Remus wunderte sich, dass Snape ruhig blieb.
Laura ging zur Treppe und fluchte leise. Als sie um die Ecke gebogen war, setzte sie sich auf eine der unteren Treppenstufen.
Sie hörte wie Lupin ihren Vater etwas fragte, was sie allerdings nicht verstand. Sie lauschte und hörte die Stimme ihres Vaters. Den Anfang des Satzes verstand sie nicht, sie hörte nur noch wie er sagte: „...... habe nicht um diese Aufgabe gebeten, Lupin."
Worum ging es da? Worüber unterhielten sich die Männer, wenn sie sich ungestört fühlten. Sie wusste zwar, das es sich nicht gehörte, zu lauschen, vor allem, wenn man im Bett sein sollte. Sie wollte es aber wissen. Und sie würde ja hören, wenn jemand kam.
„Gab es irgendwelche Schwierigkeiten mit Laura?" Wollte Snape wissen.
Also um sie ging es, dachte Laura.....hoffentlich hielt Remus dicht. Sie biss sich auf die Lippen und spitzte die Ohren.
„Nein, Severus, sie ist ein liebes Mädchen, aber schon eine ganz schöner Wirbelwind, nicht wahr?" Lupin tönte entspannt und Laura wartete auf die Antwort ihres Vaters.
„ Ja, Lupin, wie du anscheinend bemerkt hast, ist sie das. Aber Laura weiß genau, was von ihr erwartet wird und ich lasse ihr nicht jeden Blödsinn durchgehen, sie muss eben lernen, ihr Temperament in Schach zu halten." Snape tönte irgendwie genervt. Er war müde.
Laura verdrehte die Augen. Typisch ihr Vater.
„Es ist bestimmt nicht so leicht, sich plötzlich 24 Stunden um ein Kind kümmern zu müssen, was? Das war bestimmt eine große Umstellung für dich?" fragte Lupin und Laura hörte, wie jemand zum Kamin schritt und die Asche zusammen kratzte mit einem Metallstab. Sie hatte soeben hochspringen und die Treppe hinauf rennen wollen. Aber die Schritte gingen zurück zum Sofa und sie entspannte sich wieder und lauschte weiter.
„Hmm," grummelte Snape nur.
„Vor allem kann ich mich nicht erinnern, dass du jemals einen ausgeprägten Kinderwunsch hattest," zog Remus seinen Kollegen auf. Laura hörte seiner Stimme an, dass er lächelte.
Snape hatte sich bei ihm so oft über die unmöglichen Bälger beschwert, dass er sich diesen Kommentar nicht hatte verkneifen können.
„Hatte ich auch nicht, Werwolf," antwortete Snape etwas unfreundlich.
Laura rümpfte die Nase. Werwolf? Warum nannte ihr Vater Lupin so?
„Wieso hätte Kinderwunsch aufkommen sollen. Die Hogwarts-Monster strapazierten meine Nerven zu Genüge."
Remus sollte doch mal Tag und Nacht um diese wilden Plagegeister herum sein, dann würde er schon sehen wie anstrengend das war.
„Ja ja, ich weiß, wie sehr dich die kleinen Nervensägen manchmal auf die Palme bringen! Aber mit einem eigenen Kind ist das bestimmt etwas anderes."
Laura spitzte gespannt die Ohren, ihr Mund stand ihr offen, sie konnte nicht glauben was sie da hörte?
„Ja. Ich weiß allerdings nicht, wo Laura all das Temperament her hat. Und leider bin ich nicht mit allzu starken Nerven gesegnet, was Kinder angeht," sagte Snape. Er selbst war doch ein sehr nachdenkliches, ruhiges Kind gewesen. Auch Ellen war in der Schule nie negativ aufgefallen, sofern er sich erinnern konnte.
Ein Moment war Ruhe. Laura schluckte.
„Wie kommst du übrigens mit deinen neuen Projekten vorwärts? Hast du schon einen der neuen Tränke vorstellen können, an der Konferenz?"
„Ich komme nicht so voran, wie ich gerne würde, Remus, bei all dieser Ablenkung und der... Aufgabe die ich gefasst habe, dank Dumbledore! Den Trank stelle ich nächstes Jahr vor. Ich muss noch einiges optimieren."
Laura sass da, wie vom Blitz getroffen. Die Worte ihres Vaters drehten wilde Runden in ihrem Kopf. Die Männer unterhielten sich weiter, aber sie hörte nicht mehr zu.
Wieso hatte sie das nicht gemerkt, war sie so dumm?
Snape hatte nie Kinder gewollt!
Nein, sie hatte nie einen Gedanken daran verschwendet, sich zu fragen, ob ihr Vater sie überhaupt bei sich haben wollte.
Sie hatte eine Familie gewollt. Einen Vater. Jemanden, der sich um sie kümmerte, sich um sie sorgte. Deshalb hatte sie es einfach für selbstverständlich genommen, dass Snape sie auch wollte.
Sie biss sich auf die Unterlippe. Er hätte sie ja auch einfach im Schloss lassen können!
Alles drehte sich ihr im Kopf rum. Ja, ihr Vater hatte sie ja freiwillig mitgenommen, sie hatte ihn nicht gebeten oder gezwungen!
Aber wahrscheinlich hatte er sie nicht im Schloss lassen wollen, da er befürchtete, sie würde irgendetwas dummes Anstellen. Er wusste ja, wie viel Temperament sie hatte und wie neugierig und unfolgsam sie sein konnte. Sie hatte es ja zur Genüge bewiesen. Er hatte wohl nichts riskieren wollen!
Sie lag ihm einfach auf der Pelle und merkte noch nicht mal, dass sie seine Zeit raubte.
Nicht nur seine Zeit, auch seine Nerven.
Sie war bloß eine zeitaufwändige Nervensäge. Eine Ablenkung, eine Aufgabe,wie er es genannt hatte.
Er hatte ja gesagt, dass er nicht um diese Aufgabe gebeten hatte. Klar hatte er sie gemeint.
Er hatte nie darum gebeten, sich um sie kümmern zu müssen. Wahrscheinlich hatte Dumbledore da seine Finger im Spiel, so wie es gerade getönt hatte.
Klar, jetzt wo sie es sich überlegte, schien es logisch. Was hatte Snape schon davon, wenn sie bei ihm war. Nichts! Nichts als Ärger jedenfalls.
Er hatte genügend Wichtigeres zu tun, als sich mit ihr abzumühen. In seinen Ferien.
Sie war so dumm. Sie schämte sich, dass sie es für selbstverständlich angesehen hatte, dass Snape, ausgerechnet Snape, nichts anderes zu tun hatte, als sich um sie zu kümmern und seine Zeit an sie zu verschwenden.
Wieso hatte sie das denn nicht vorher bemerkt?
Sie war wahrscheinlich zu egoistisch gewesen.
Snape hatte nie Kinder gewollt. Er war wahrscheinlich, wie sie selbst, einfach vor die Tatsache gestellt worden, dass er ihr Vater war und musste sich seinem Schicksal fügen.
Sie wusste nicht mehr, wie sie in ihr Bett gekommen war. Sie lag auf der Bettdecke zusammengerollt.
Sie wollte weinen, doch sie konnte nicht.
Es tat einfach nur weh. Sie war so enttäuscht. So traurig. Sie konnte die Enttäuschung als wirklichen Schmerz fühlen, ihr ganzer Körper schmerzte. Das Atmen war plötzlich viel schwieriger geworden, in ihrem Hals war ein großer Kloß.
Hatte sie sich all die Fürsorge, die ihr Vater ihr zu geben schien, nur eingebildet? Konnte sie sich so in jemandem täuschen? Sie war einfach nur verwirrt.
Sie hörte wie Snape ein paar Minuten später in ihr Zimmer kam und sie tat so, als schliefe sie schon.
Er sollte bloß weggehen, sie wollte ihn nicht sehen, nicht riechen.
Sie hasste ihn.
Snape zog die Bettdecke unter Laura hervor und deckte sie zu. Dann strich er über ihr Haar und ging aus dem Zimmer.
Er ließ die Tür einen Spalt breit offen.
Doch das schmerzte Laura nur noch mehr. Sie stand auf und schloss leise die Tür.
Snape war extrem müde. Er hatte viel geredet und viel geschrieben an der Konferenz. Er wollte sich nicht mehr mit Lupin unterhalten heute Abend, er würde ins Bett gehen.
Als Snape in sein Zimmer ging und sich duschte, dachte er daran was Lupin gesagt hatte vorhin.
Er hatte gesagt, Laura hätte den ganzen Tag nach ihm gefragt und ihm beinahe den Verstand geraubt. Snape lächelte.
TBC....
Wieder war es scientific ida, die so lieb war diesen Text zu korrigieren. Danke vielmal liebe ida :-)
MaraJade, für dein liebes Review danke ich dir ganz herzlich. In Sachen Vater-Tochter Beziehung sieht es zur Zeit ja nicht gerade so rosig aus :-(
Ich hoffe, das Kapi hat dir trotzdem gefallen ;-) Machs gut , bis bald , Gruss Sally
