Auf Wiedersehen!
Laura schlief nicht viel diese Nacht. Sie versuchte es zwar krampfhaft, aber sie drehte sich nur von einer Seite zur anderen. Immer gingen ihr alle möglichen Dinge durch den Kopf. Sie versuchte diese Denkerei abzustellen, aber es gelang ihr nicht.
Am Morgen hatte sie den Eindruck, überhaupt nicht geschlafen zu haben, aber sie wusste nicht, ob das wirklich stimmte.
Als es endlich hell wurde, saß sie in ihrem Bett. Jetzt am Morgen, schien alles nicht mehr so wirr zu sein. Sie konnte klarer denken.
Nein, sie wollte nicht wieder der Klotz am Bein sein. Das war sie lange genug gewesen.
Doch was sollte sie tun? Sie konnte versuchen, ihrem Vater nicht im Wege zu stehen.
Sie konnte versuchen… sie konnte es so machen, wie sie es bei ihrer Pflegefamilie immer gemacht hatte und nun Snape so viel wie möglich aus dem Wege gehen.
Oder sie konnte ihre Verwandten fragen, ob sie wieder dort leben durfte. Wenn sie hier nicht mehr war als bei ihren Verwandten, brauchte sie ja auch nicht hier zu sein.
Sie könnte auch einfach abhauen. Aber sie wusste, dass es keinen Sinn machte, davon zu laufen. Erstens wusste sie nicht wohin. Sie wusste nicht mal, wo genau sie hier war. Und Snape würde den selben Zauber verwenden, wie Remus, um sie zu finden. Nein, es musste eine Lösung her.
Laura zog sich mechanisch an und saß wieder auf ihrem Bett. Sie starrte einfach nur zu Boden.
Wie viel Zeit vergangen war, wusste sie nicht mehr, als plötzlich jemand nach ihr rief.
„Laura bist du wach?" Remus streckte den Kopf in ihr Zimmer und lächelte sie an. Er war erstaunt, dass das Mädchen schon angezogen war.
„Ich muss jetzt los und möchte mich noch verabschieden." Laura stand vom Bett auf und ging zu Lupin.
Sie umarmte ihn kurz und sagte: „Auf Wiedersehen, Remus." Sie ging zu ihrem Fenster und sah hinaus.
Remus zuckte die Schultern und runzelte die Stirn.
Laura war seltsam heute. Er musste nun aber wirklich gehen und konnte sich nicht weiter darum kümmern.
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Snape arbeitete im Labor, er hatte Laura schlafen lassen, weil sie gestern spät ins Bett gegangen war, und er keine Lust hatte, mit einem müden Kind den Tag zu verbringen.
Als Laura bis zum Mittagessen immer noch nicht hinunter gekommen war, dachte er, er müsse sie aus den Federn ziehen.
Er öffnete ihre Zimmertür und sah sie auf der Fensterbank sitzen. Ganz ruhig saß sie dort und schaute zum Fenster hinaus.
Snape wusste gar nicht, dass Laura so nachdenklich und ruhig sein konnte.
Einen Moment beobachtete er sie. Dann trat er neben sie. Sie schien ihn nicht zu bemerken.
Snape berührte sie an der Schulter. Sie erschrak ein bisschen und sah ihn an.
Doch ihre Augen wanderten gleich wieder zum verschneiten Garten.
Der schien ihr wohl sehr zu gefallen. Seltsam, dachte Severus.
„Wir essen gleich, wasch deine Hände und komm runter," sagte Snape und drehte sich um. Er erhielt keine Antwort von Laura.
„Laura? Hast du gehört?" fragte er etwas ungeduldig.
„Ja, Sir," antwortete seine Tochter und ihre Stimme klang seltsam, ein bisschen heisrig.
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Während des Essens war Laura so still wie noch nie. Sie stocherte in ihrem Essen rum und nahm kaum einen Bissen zu sich.
Snape sah sie ein bisschen besorgt an. „Laura, was ist los?" fragte er.
„Darf ich vom Tisch, Sir? Ich bin nicht hungrig." Sie sah nicht von ihrem Teller auf.
Nach kurzem Überlegen erlaubte er es. Er konnte sie ja nicht zum Essen zwingen.
„Danke," sagte sie leise, trug ihren Teller in die Küche und ging die Treppe hinauf, in ihr Zimmer. Snape sah ihr etwas beunruhigt nach und schüttelte den Kopf.
Was war mit dem Mädchen los? Wurde sie vielleicht krank? Hatte Lupin sie vielleicht Ewigkeiten draußen im kalten Schnee spielen lassen?
Laura lag auf dem Bett, sie hatte ein Buch in der Hand und wollte lesen. Sie las auch, aber nichts von dem, was sie gelesen hatte, realisierte sie. Ihre Augen flogen einfach über die Zeilen.
Nach einer guten Stunde fielen ihr die Augen zu.
Als Snape in ihr Zimmer kam, fand er das schlafende Mädchen mit dem Kopf auf dem Buch.
Sie war ein bisschen blass. Er legte seine Hand auf ihre Stirn. Nein, Fieber hatte sie nicht.
Er nahm seinen Zauberstab und fuhr damit über Lauras Körper. Er machte einen Diagnose-Zauber. Doch, wie es aussah, es war alles in Ordnung mit ihr.
Vielleicht ist sie einfach zu spät ins Bett gegangen gestern, dachte Snape. Es war ja wirklich schon fast 22:30 Uhr gewesen, als sie endlich in den Federn war. War das vielleicht auch der Grund warum sie heute so still war? Aber er hatte sie doch extra ausschlafen lassen!
Wenn sie nun den ganzen Nachmittag verschläft, will sie Abends wieder nicht ins Bett und bettelt mir die Ohren voll, noch länger aufbleiben zu dürfen, dachte Snape und entschied sich, sie zu wecken.
Er beugte sich zu ihr hinunter, faste sie an der Schulter und rüttelte sie sanft. Ihre Augen öffneten sich kurz.
Sie schien aber noch im Land der Träume zu sein und dies auch nicht verlassen zu wollen. Sie schloss die Augen wieder.
„Laura, aufwachen!" sagte Snape nicht sehr laut, aber es hatte seine Wirkung. Laura schreckte hoch.
Sie sah ihren Vater etwas erschrocken und verwirrt an.
„Laura, du kannst nicht den ganzen Tag schlafen. Schlafe in der Nacht," sagte Snape, der sich wieder aufgerichtet hatte. Laura wurde leicht rot und senkte den Blick. „Entschuldigung, Sir" sagte sie leise.
„Vielleicht solltest du heute etwas früher ins Bett, nicht wahr?" Snape wollte sie ein bisschen aus der Reserve locken mit dieser Drohung.
Er erwartete vehementen Protest und war sehr erstaunt, als keiner kam.
„Ja, Sir," antwortete Laura matt. Sie streift sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und rieb sich kurz die Augen.
Mit dem Kind stimmte definitiv etwas nicht, dachte Snape. Er hob seine Augenbraue und sah zu dem seltsam ruhigen Mädchen hinunter. Laura saß auf dem Bett und hatte den Kopf gesenkt.
„Du solltest ein bisschen nach draußen gehen, an die frische Luft," sagte er und sah sie forschend an. Laura stand ohne ein Wort auf und ging aus dem Zimmer.
Was machte sie jetzt? Snape verstand die Welt nicht mehr. Sie gehorchte ohne Kommentar!
Er hörte sie die Treppe runter gehen. Die Eingangstür ging auf und zu und dann war still. Er ging die Treppe runter. Snape runzelte die Stirn. Was war mit seiner Tochter los? Hatte die jemand ausgetauscht? Schmollte sie wegen irgend etwas?
Er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.
Snape ging in sein Büro und nahm einige Dokumente vom Schreibtisch. Er musste sich noch bei einem Kollegen melden wegen Unterlagen über einen noch fast unbekannten Zaubertrank. Sie hatten bei der Konferenz eine interessante Unterhaltung gehabt und Snape hatte ihm versprochen, so bald als möglich diese Dokument vorbeizubringen.
Er ging zum Fenster und öffnete es. Das große Fenster quietschte leicht und Snape sah hinaus. Die Helligkeit blendete ihn einen Moment und er kniff leicht die Augen zusammen.
Laura stand im Schnee ohne Jacke. Wie bestellt und nicht abgeholt.
Snape schüttelte genervt den Kopf und rief Laura zu: „Komm augenblicklich hierher und zieh dich richtig an."
Muss man diesem Kind wirklich alles sagen? Sie sollte wohl langsam alt genug sein sich selber angemessen kleiden zu können, dachte Snape. Allerdings eher besorgt als ärgerlich.
Er sah, wie Laura durch den Schnee zurück stapfte Richtung Haustür. Sie hatte einen seltsamen Gesichtsausdruck.
Als Laura zur Tür rein kam und sich verlegen die Jacke vom Haken nahm, sagte Snape zu ihr, dass er kurz weg war, aber sofort wieder zurück sein würde. Sie nickte nur. Er zog die Augenbrauen leicht zusammen und seine Lippen wurden einen Moment dünn.
Er ging zur Feuerstelle und ging per Floo zu dem in Frankreich lebenden Zaubertrank-Kollegen. Dieser war zur Zeit ziemlich beschäftigt, was Snape nicht ungelegen kam. Der Kollege war nämlich sehr redselig und das konnte Snape im Moment wirklich nicht gebrauchen.
Als er zurück kam waren etwa fünfzehn Minuten vergangen. Er ging zum Fenster und sah hinaus.
Er sah, dass Laura auf der niedrigen Mauer saß, die seinen Garten begrenzte. Sie saß da und malte mit dem Finger ein Muster in den Schnee.
Snape stieß den Atem aus. Nicht mal Handschuhe trug das Mädchen! Aber sie würde ja wohl selber merken, wenn sie fror. Sie war schließlich alt genug.
Was war ihr wohl über die Leber gekrochen? Laura war doch sonst kein Kind der Traurigkeit, sie war der geborene Wildfang und eigentlich immer gut gelaunt. Sie tobte gerne und hatte immer eine Idee, sich zu beschäftigen. Sie hatte immer ein Lachen auf dem Gesicht. Sie hielt sich gerne in seiner Nähe auf und fragte hunderttausen Fragen und erzählte alles Mögliche.
Heute schien sie wie in einer anderen Welt. Er hatte Laura noch nie so erlebt. War etwas vorgefallen, als er nicht da war? Nein, sonst wäre sie gestern schon so seltsam gewesen.
Ob es wegen Lupin war? Vermisste sie den Werwolf? Seitdem Remus gegangen war, war Laura wie verwandelt. Still und wie weggetreten.
Natürlich, der verdammte Wolf! Nur mit ihm, Snape, alleine hier zu sein, war anscheinend nicht spannend genug. Sie hatte sich wohl schon daran gewöhnt, dass man sie die ganze Zeit unterhielt und mit ihr spielte!
Schmollte das Mädchen, weil ihr Freund Lupin weg war?
Severus sah nochmals zu Laura hinaus, die sich kaum bewegt hatte. Na, sollte sie doch schmollen! Er hatte weder Zeit noch Nerven für so was.
Snape ging in sein Büro und arbeitete etwa eine Stunde.
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Kälte
Laura saß auf der Mauer. Sie dachte nach. Manchmal fühlte sie sich so leer und konnte gar nichts denken. Einfach nur das Glitzern des Schnees betrachten.
Manchmal tat ihr alles so weh und ihr Herz fühlte sich an wie mit einer Beißzange malträtiert.
Sie fragte sich, warum sie nie nachgedacht hatte. Es war einfach klar gewesen für sie, dass sie nun zu Snape gehörte.
Sie hatte gedacht, er sorge sich wirklich um sie. Er hatte es auch schon gesagt.
Nach dem Zwischenfall mit dem Troll, als er sie versohlt hatte, hatte er ihr gesagt, er habe sich so um sie geängstigt. Stimmte das gar nicht? Hatte er sich bloß um seinen Ruf geängstigt, den sie beschmutzen würde? Hatte er sie deswegen verhauen?
Er hatte ihr nie gesagt, dass er sie wollte. Ja, er war meistens nett zu ihr, auf seine Art. Strich ihr sogar manchmal übers Haar und so.
Er ließ es zu, dass sie auf seinen Knien saß und dass sie ihn umarmte. Ihr war auch bewusst, dass das für Snape schon sehr viel Körperkontakt war. Sie hatte sich immer so geborgen gefühlt mit ihm, auch wenn er so streng war und so unnahbar schien. Sie hatte sich geliebt gefühlt und umsorgt.
Sie hatte ihn so lieb. Laura schluckte schwer. Sie fror. Doch es war ihr egal.
Sie wusste nicht, ob er ihre Nähe einfach erduldete, oder ob er es mochte. Sie wusste nicht mal, ob er sie mochte.
Nicht wirklich.
Vielleicht hatte er sich damit abgefunden, dass sie sein Kind war, auch wenn er keine Kinder wollte.
Wie ein Meerschweinchen, dass man geschenkt bekommt, obwohl man keine Meerschweinchen mag und sich wohl oder übel darum kümmern muss.
Sie sollte ihm wohl keine Schande machen, deshalb half er ihr auch bei den Hausaufgaben. Er wollte sich wohl nicht schämen, mit einer dummen Tochter!
Deshalb war er so streng mit ihr und sie musste sich gut und anständig benehmen. Damit es nicht schlecht auf ihn reflektieren würde. Es ging ihm gar nicht um sie.
Laura rieb sich über das kalte Gesicht.
Aber sie wollte doch nicht einfach wieder nur geduldet sein. Ein lästiges Anhängsel, um das man sich wohl oder übel kümmern musste, obwohl man Besseres vorhatte mit seiner Zeit.
Von dem man genervt war, weil es frech und wild war.
Und sie wusste genau, dass Snape von ihr genervt war. Sie konnte ja ihre Neugierde nicht zügeln.
Ja, sie war bestimmt kein einfaches, ruhiges Kind. Nicht mal besonders gut in der Schule. Sie war in nichts besonders gut. In keinem einzigen Fach war sie bei den Besten.
Also auch kein Grund auf sie stolz zu sein.
Nicht mal das.
Sie sah zu ihrem Zeigefinger, der im Schnee immer noch Muster zeichnete. Sie war eine Aufgabe, eine lästige noch dazu.
Laura spürte, wie ihre Finger und Füsse langsam taub wurden von der Kälte.
Doch irgendwie drang es nicht richtig zu ihr durch, sie ignorierte es einfach.
Doch etwas anderes drang in ihr Gedächtnis. Was war das? Sie spürte etwas wunderbar Warmes auf ihrer Brust.
Die Kette, der Stein!
Sie saß da und genoss die Wärme, die von dem Stein ausging. Es war ein seltsames Gefühl. Es tat so gut. Es durchströmte ihren ganzen Körper.
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Snape arbeitete konzentriert an einer Beschreibung seines neuen Zaubertrankes, den er nächstes Jahr an der Konferenz vorstellen wollte.
Er streckte sich kurz und verließ sein Büro und ging wieder zum Fenster. Die Sonne war nun hinter den Wolken und es bländete nicht mehr so sehr.
Das konnte doch nicht sein. Laura saß immer noch am selben Ort wie vor gut einer Stunde. Oder saß sie bloß wieder dort?
Snape ging schnellen Schrittes zur Tür. Er öffnete sie und rief nach Laura. Sie bewegte sich nicht.
Ist sie festgefroren oder taub? Fragte sich Snape, als er seine Schuhe anzog.
Er schritt auf Laura zu und beugte sich zu ihr hinunter. Sie hob langsam die Augen. Ihr Blick war ausdruckslos, ihre Augen irgendwie kühl und distanziert .
Ihre Lippen waren bläulich und sie war ganz bleich. Snape nahm ihre Hand und merkte, dass diese eiskalt war.
„Komm sofort rein. Willst du dir den Tod holen?"
Laura stand auf. Sie fühlte sich zittrig. Sie hatte es schon wieder geschafft, Snape zu verärgern.
Egal was sie tat, sie konnte es keinen Tag fertig bringen, ihn nicht zu verärgern.
„Entschuldigung," hauchte sie. Snape hätte ihr am liebsten ein paar auf den Hintern gehauen. Und zwar kräftig. Aber er tat es nicht, sondern zog sie nur mit sich. Er war nun ernsthaft besorgt.
Saß sie doch stundenlang auf einer eiskalten Mauer, ohne sich zu bewegen! Da musste ihr doch der Hintern anfrieren. Hatte dieses Mädchen keinerlei Verstand?
Er zog sie mit sich ins Haus. Sie stolperte ihm hinterher. Ihre Füße waren so kalt. Sie konnte kaum gehen.
Drinnen schälte Snape sie aus ihrer Jacke. Nicht mal eine Mütze hatte sie angezogen, geschweige denn Handschuhe, oder einen Schal.
„Milly wird dir jetzt sofort ein warmes Bad einlaufen lassen. Du wirst baden und dann legst du dich ins Bett, verstanden?"
Laura schaute ihn nur an, als wäre sie wirklich schwer von Begriff. Sie verzog ein wenig das eiskalte Gesicht.
„Und wenn du dich sträubst, junge Dame, komme ich selber hoch und bade dich, klar?"
Snape nahm Laura am Handgelenk, ging mit ihr die Treppe rauf und steuerte sie in ihr Zimmer. Er rief Milly, die sofort erschien und ein Gezeter anfing wegen dem jungen Fräulein, das so kalte Hände hatte.
Snape ging nach unten und bereitete Laura einen Tee mit ein paar Tropfen Zaubertrank zum Aufwärmen und um die Lebensgeister zu wecken.
Laura ließ sich von Milly in die Badewanne bugsieren und die kleine Elfe wusch ihr die Haare und spülte sie ab. Sie schimpfte ein wenig mit Laura, was ihr einfällt, so lange in der Kälte zu bleiben.
Laura liebte diese Hauselfe.
Sie wusste, dass Milly sie auch mochte. Sie spürte es. Sie wollte sich zusammen nehmen, wenigstens für Milly.
Nein, sie wollte kein Selbstmitleid. Das nützte ihr gar nichts. So kam sie nicht weiter. Sie musste sehen, dass sie mit ihrer Tante Kontakt aufnehmen konnte, damit sie sie fragen konnte, ob sie zurück dürfe.
Aber sie wollte doch eigentlich nicht zurück. Sie wollte hier sein, mit Milly und ihrem Vater.
Laura war hin und her gerissen.
Was sollte sie bloß tun? Aber nein, sie könnte es nicht ertragen, in Snapes Gegenwart. Sie wollte ihn am liebsten gar nicht mehr sehen.
Sie hatte sich entschlossen. Sie wollte nicht länger der Stein in Snapes Weg sein. Bei ihren Verwandten war sie das gewöhnt. Und bei denen kam es auf ein Kind mehr oder weniger nicht so drauf an.
Sie würde Snape ja in der Schule sehen. Allerdings wusste sie im Moment nicht wirklich, ob sie das überhaupt wollte.
Als sie aufgewärmt war von dem Bad und das Ameisenrennen in ihrem Füßen aufgehört hatte, stieg sie aus dem Wasser. Milly wollte sie abtrocknen, aber Laura nahm ihr das Tuch ab.
„Danke vielmals, Milly," sagte sie und zwang sich zu einem Lächeln. Mit Millys Hilfe zog sie ihren Pyjama an und legte sich ins Bett. Die Elfe stand neben ihr und schaute sie besorgt an. Sie hielt Lauras Hand in ihrer und rieb sie sanft.
„Du bist so gut zu mir, Milly. Ich habe dich sehr lieb. Das darfst du nie vergessen." Laura sah die Hauselfe an, die ihre Tränen nicht zurück halten konnte.
Nie hätte Milly sich träumen lassen, dass jemand sowas zu ihr sagen würde. Und dann noch ein Mensch. Sie konnte sich so glücklich schätzen. Ihr Leben hatte sich so sehr zum Guten verändert, seit sie die junge Laura kannte. Sie war eine Bezugsperson geworden für das Kind. Sie durfte sich um Laura kümmern und ihr etwas beibringen. Ihr Meister Professor Snape ließ sie sogar auf Laura aufpassen, wenn er kurz weg war. Und er ließ es zu, dass Laura in ihr viel mehr sah, als eine Bedienstete. Dass Laura sie liebte. Das war sehr großzügig von ihm.
„Junge Laura ist so ein gutes Mädchen, Milly ist stolz auf sie." Sie deckte Laura zu und sah sie voller Liebe an. Als wäre Laura ihr eigenes Hauselfenkind, auf das sie unglaublich stolz war und das sie über alles liebte.
Snape stand mit dem Tee in der Hand in der Tür und beobachtete die Szene. Er wusste nicht recht, was er davon halten sollte.
Er räusperte sich und Milly verschwand mit einem 'Pop'. Er ging an Lauras Bett und gab ihr den Tee.
„Trink das und dann schläfst du," sagte er und setzte sich auf Lauras Bettkante. Laura nahm ohne ein Wort den Tee und trank ihn in einem Zug aus.
„Ich rufe dich dann zum Abendessen," sagte Snape, nahm die leere Tasse von Laura zurück und stand auf.
„Du solltest eigentlich alt genug sein, um zu wissen, wann du frierst und nicht einfach wie angewurzelt in der Kälte sitzen. Stundenlang." Er hob eine Augenbraue und Laura senkte wieder den Blick.
„Entschuldigung, Sir," sagte sie leise.
Snapes Augen verengten sich leicht. Sir? Wieso nannte sie ihn immer Sir? Wo war das Dad geblieben? Nicht, dass es ihn störte, natürlich nicht, es wunderte ihn nur.
Sie musste diesem Lupin ja schrecklich nachtrauern. Er ignorierte das Stechen in seinem Magen, als er daran dachte. Nein, er war nicht eifersüchtig auf diesen Wolf!
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Zum Abendessen wollte Laura nicht runter kommen. Sie hatte Milly, die sie holen sollte, bestellt, sie habe keinen Hunger.
Snape hatte sie dann mit strenger Stimme selber gerufen und da war Laura schnell hinunter gekommen. Er hatte langsam genug von Lauras seltsamen Verhalten.
Sie aßen still und Snape wünschte sich nun die gesprächige, lustige Laura zurück.
„Laura... äh... vermisst du Remus?" fragte Snape gerade heraus. Er wollte jetzt wissen, wieso sie so komisch war.
Laura sah von ihrem Essen auf, dass sie sich gezwungen hatte zu kauen und zu schlucken, um ihren Vater nicht zu verärgern.
„Nein, Sir. Er ist doch erst heute gegangen." Laura sah ihren Vater etwas müde an.
Genau, dachte Snape, also war es doch nicht der ehemalige Rumtreiber. Was war es dann?
„Sir? Darf ich einen Brief verschicken?" fragte Laura etwas schüchtern.
Was sollte das nun wieder, fragte sich Snape. Wem wollte sie wohl schreiben?
„Ja, gib ihn mir nach dem Essen, ich gebe ihn dann der Eule," sagte Snape, der froh war, dass Laura mal etwas sagte.
„Möchtest .....möchtest du nachher dieses Kartenspiel spielen?" fragte Snape und war über seine eigene Frage erstaunt.
Aber er wollte das Mädchen aufheitern. Dafür würde er auch dieses verdammte Spiel spielen, wenn's half.
„Nein danke, Sir," sagte Laura etwas steif. „Darf ich bitte in mein Zimmer?"
Das konnte doch nicht wahr sein! Das ging Snape langsam auf die Nerven. Er ließ sie aber gehen und als er später nach ihr sah, schlief sie schon. Sie hatte den Brief in der Hand. Er war an ihre Verwandten adressiert. Das erstaunte Snape und er zog die Augenbrauen zusammen. Er zog die Decke über das schlafende Kind und gab ihr einen Kuss. Er sah sie besorgt an und fuhr ihr geistesabwesend mit der Hand durchs Haar.
Severus richtete sich wieder auf und ging zum Fenster, um die Vorhänge zu schließen.
Er wollte sich schon umdrehen und aus dem Zimmer gehen. Da plötzlich fragte er sich, ob dieser Brief etwas mit Lauras verändertem Verhalten zu tun hatte.
Er schaute auf den Brief. Nein, er konnte ihn nicht einfach lesen, das wäre nicht fair. Aber er musste raus finden, warum Laura wie ausgewechselt war. So traurig und still.
Gestern Abend noch hatte sie sich an ihn geschmiegt und ihn umarmt und geküsst, als ob er der größte Kindernarr der Welt wäre und der allerbeste Daddy und nicht der strenge ungeduldige und gefürchtete Zaubertranklehrer.
Heute hatte sie kaum ein paar Worte zu ihm gesagt, war apathisch und in einer anderen Welt. Ihre Augen schienen leer und ausdruckslos. Genau so wie seine früher waren. Wieso bloß dieser Sinneswandel?
Er stand neben Laura, hielt seinen Zauberstab auf den Brief und machte eine kleine Handbewegung.
In der Luft bildeten sich Buchstaben und Snape begann zu lesen.
Liebe Tante Susan.
Ich habe eine Bitte. Es tut mir Leid, dass ich das fragen muss, aber ich muss wieder bei Euch wohnen kommen.
Bitte sag nicht nein. Es wäre nur für die Sommerferien, da ich sonst das ganze Jahr in der Schule bleiben kann.
Ich brauche kein Zimmer, ich kann auf dem Sofa oder im Schlafsack am Boden schlafen. Ich werde Euch bestimmt nicht zur Last fallen.
Bitte gib mir bald Bescheid.
Laura
P.S. Gib deine Antwort bitte dieser Eule in den Schnabel.
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Heimweh?
Snape lag in seinem Bett. Er konnte nicht glauben, was er gelesen hatte. Laura sollte Heimweh nach diesen...... Leuten haben?
Sie hatte doch noch nie nach ihnen gefragt oder über sie geredet. Das konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen.
Er hatte sie doch gefragt, ob sie zurück wolle, zu diesen Muggeln.
Gefiel es ihr nicht mehr bei ihm. Wieso plante sie schon für den Sommer? War sie wirklich so unglücklich bei ihm?
Er hatte sich immer gewundert, wie Laura ihn sofort akzeptiert hatte als Vater. Es hatte ihn erstaunt, wie anhänglich Laura ihm gegenüber war und wie sie ihn umarmt und sich an ihn geschmiegt hatte, obwohl sie solche Nähe nie bekommen hatte von ihren Verwandten.
Er wusste, dass er nicht der warmherzigste Mensch war, bestimmt auch nicht der beste Vater. Doch hatte er bis jetzt immer den Eindruck gehabt, sie verbringe ihre Zeit gerne mit ihm.
Hatte er sich so getäuscht?
Vielleicht waren ihr seine strengen Regeln zu unangenehm. Bei den Muggeln hatte sie eben tun können, was sie wollte. Dort hatte ihr niemand Grenzen gesetzt, geschweige denn sie jemals bestraft.
Vielleicht war es Laura klar geworden, wie viel einfacher und bequemer ihr Leben bei den Verwandten war.
Aber warum tat ihm das so weh? Das dürfte doch nicht sein. Wieso fühlte es sich an, als hätte er den Leib voll Nadeln? Wieso wollte er plötzlich dieses Kind nicht verlieren?
Er hatte sich doch geschworen, niemals wieder jemanden so nahe an sich heran zu lassen. Er wollte sich nie mehr so verloren und schrecklich fühlen wie damals, bei Lily. Es hatte ihm das Herz gebrochen und er hatte es für niemanden mehr geöffnet. Er war selber schuld, dass er Laura so an sich heran gelassen hatte.
Aber Laura war sein Fleisch und Blut. Sein Kind. Er wollte dieses Kind. Er, Severus Snape, der kalte, gefühlslose Mensch. Der Spion, der mehr Leid gesehen hatte, als er ertragen konnte.
Er hatte sein Herz an Laura gehängt. Jetzt musste er es sich eingestehen. Er hatte selbst Mühe es zu glauben, aber es musste wohl so sein. Sonst wäre es ihm egal gewesen, ob Laura ihn liebte oder nicht. Ob sie bei ihm leben wollte. Er fühlte etwas für dieses Kind, das war klar. Laura hatte vieles in ihm bewegt.
Nein, er wollte sie nicht verlieren. Um keinen Preis. Das wusste er ganz genau. Selten war er sich seiner eigenen Gefühle so sicher gewesen wie jetzt.
Diese Tatsache verwirrte ihn.
Er musste mit ihr reden. Vorher würde er diesen verdammten Brief nicht abschicken. Er musste wissen, was los war. Wieso es sie plötzlich zu den Muggeln zurück zog. Er hatte das Sorgerecht. Er würde sie nicht gehen lassen. Niemals.
Erstmals seit vielen Jahren hätte er in diesem Moment jemanden gebraucht, zum reden. Dumbledore. Oder Remus.
Wenn man diesen verdammten Werwolf mal brauchte, war er nicht da!
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Die nächste Nacht war schrecklich. Immer wieder nickte Severus ein und bildete sich ein, wie Laura sich an ihn kuschelte oder ihn umarmte.
Wie sie ihn ansah mit ihrem Dackelblick und wie sie ihre Haare um den Zeigefinger wickelte.
Nur um aufzuschrecken und allein im Zimmer zu sein. Er sah vor seinem inneren Auge, wie sie Weihnachten zusammen verbracht hatten. Er nahm immer wieder das Foto von Laura. Schade, hatte er sie nicht gekannt, als sie sieben war. Er hatte sie nicht aufwachsen sehen und das bedauerte er nun zum ersten mal wirklich.
Er wollte sie von nun an aufziehen. Zu einer guten Hexe, zu einem guten Menschen. Er wollte, dass sie ihn Dad nannte und dass sie hier zuhause war.
Er wollte sie durch die Schuljahre begleiten, die noch vor ihr standen. Nicht nur als ihr Lehrer. Als ihr Vater.
Endlich schlief er ein.
Snape lief ein kalter Schauer über den Rücken. Er war nicht mehr in seinem Zimmer. Er kannte diesen Raum aber. Und er hasste ihn mehr als jeden anderen Raum.
Er wusste, was er sehen würde, wenn er die Augen hob. Er konnte sich nicht dagegen wehren hinzusehen. Von der Decke hinunter hing eine Frau. Kopfüber. Ihr Blick war verängstigt und flehend. Snape sah hinter der Frau die grausamen roten Augen Voldemorts, der genießerisch lächelte. Als Snape die Frau wieder ansah, sah er, dass es Laura war. Ihre dunklen Locken hingen von ihrem Kopf runter und sie sah ihn mit bittenden Augen an. "Hilf mir, Dad," flüsterte sie.
Das war mehr als Snape ertragen konnte und er schrie laut und schreckte von dem furchtbaren Traum auf.
Viele Nächte hatte er diesen Traum schon geträumt und die hilflosen Opfer Voldemorts gesehen. Aber der Anblick seiner Laura in dieser Position war selbst für ihn unerträglich.
Snape war froh, als es Morgen wurde, denn er hatte sowieso kein Auge mehr zu getan und war schon um vier Uhr aufgestanden.
Laura erschien nicht zum Frühstück. Als er nach ihr sah, saß sie wieder auf der Fensterbank und malte mit den Fingern Zacken auf die angelaufene Scheibe. Ihre Augen folgten aber nicht ihrem sich bewegenden Finger. Sie sah hinaus.
„Laura? Komm bitte runter, es gibt Frühstück," sagte Snape. Jetzt wo er sie vor sich sah, wurde sein ohnmächtiges Gefühl nur noch schlimmer. Der Traum, der Brief. Es wurde ihm beinahe übel bei dem Gedanken an die baumelnde Laura. Er hätte sie am liebsten an sich gedrückt.
Laura rutschte von der Fensterbank. „Ja, Sir," sagte sie und ging an ihm vorbei aus dem Zimmer und die Treppe hinunter.
Snape folgte ihr und als sie unten angekommen waren, setzte sich Laura an den Tisch. Snape setzte sich zu ihr.
„Severus?" Dumbledores Stimme rief aus seinem Wohnzimmer und mit einem leisen Fluchen stand Snape vom Tisch auf und ging ins Wohnzimmer.
Die Flammen des Feuers im Kamin zügelten grün um den Kopf des Schulleiters der Severus freundlich mit einem Glitzern in den Augen ansah.
„Ja, was ist, Albus?" fragte Snape und versuchte geduldig zu klingen, was ihm nicht sehr gut gelang.
„Ich möchte kurz etwas mit Ihnen besprechen, könnten Sie bitte zu mir durch kommen. Es dauert nicht lange."
Snape musste sich beherrschen, um nicht seine Augen zu verdrehen. „Ja, natürlich, bin in zwei Minuten bei Ihnen, Albus."
Snape ging ins Esszimmer, wo Laura an ihrer Milch rum nippte. Er wollte sie nicht gerne alleine lassen. Nicht jetzt.
„Laura, ich komme gleich wieder. Wenn etwas ist, geh zu Milly."
Er wusste nicht, ob Laura ihn wirklich verstanden hatte, ging aber zum Kamin und hoffte, dass es wirklich nicht lange dauern würde.
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„Severus, schön, dass Sie so schnell kommen konnten."
Dumbledore saß an seinem großen Schreibtisch und stand auf, als der Tränkemeister aus dem Kamin trat. Der ältere Zauberer streckte Snape die Hand entgegen und musterte den jungen Mann vor ihm. Severus war alles andere als ein offenes Buch für ihn, aber er hatte doch das Gefühl, dass der Mann, der einst sein Schüler war, einen etwas besorgten, sogar leicht gestressten Eindruck machte.
Hätte er Snape nicht schon so lange und so gut gekannt, wäre es ihn nicht aufgefallen.
„Wie geht es Ihnen, mein Junge?" Dumbledores Augen glitzerten über die Ränder seiner Halbmondbrille.
In diesem Augenblick nervte dieser wissende Blick Severus mehr denn je. Der schien es zu riechen, wenn etwas nicht stimmte!
„Ich bin ziemlich beschäftigt, Schulleiter, wenn wir also zur Sache kommen könnten?" Die Ungeduld in seiner Stimme war nicht zu überhören und Albus nickte.
„Natürlich, entschuldigen Sie, Severus, ich möchte Ihre Zeit nicht länger als nötig beanspruchen. Ich habe hier etwas herausgefunden, was Ihnen bei Ihren Recherchen helfen könnte." Dumbledore streckte Severus, der nun interessiert schien, einen Zettel mit verschiedenen Notizen darauf entgegen.
„Sehen Sie sich das durch, Severus, und sehen Sie, ob es Ihnen weiterhelfen könnte." Snape nahm den Zettel und steckte ihn ein. Er sah den Schulleiter erwartungsvoll an, ob er sonst noch etwas von ihm wollte.
„Wenn das alles ist, vielen Dank. Ich sollte nun wieder nach Hause." Damit drehte er sich um und schritt zum Kamin.
„Mit Laura ist doch alles in Ordnung, oder?" fragte Dumbledore und Snape drehte sich zu ihm um.
„Ja, danke. Ich sollte jetzt wirklich gehen." Severus konnte im Moment nicht darüber reden, er musste zu Laura. Er wollte das jetzt klären mit ihr.
„Kinder in diesem Alter haben es nicht immer leicht, Severus. Vor allem, wenn sie mit wenig Stabilität und Halt aufgewachsen sind wie Laura. Diese Kinder sind besonders verletzlich und unsicher. Sie zweifeln schnell an sich selbst. Liebe, Severus, ist es was Laura braucht. Geduld und Liebe."
Severus war erstaunt über diese Rede. Dieser alte Mann schien einen siebten Sinn zu haben. Bei Dumbledore tönte alles immer so einfach. Wenn es nur so einfach wäre!
Snapes Gesichtszüge wurden etwas sanfter. Er nickte und sagte: „Vielen Dank, Albus, auf Wiedersehen." Er trat in den Kamin und verschwand in der grünen Flammen.
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Als er zehn Minuten später aus dem Kamin ins Wohnzimmer trat, hörte er Stimmen vom oberen Stockwerk.
Wer konnte bloß hier sein? Dachte Snape und wollte soeben seinen Zauberstab zücken. Aber da erkannte er Millys Stimme.
Die Hauselfin war von ruhigem Gemüt und sehr geduldig, deshalb wunderte sich Snape über die heftige Unterhaltung. Er ging schnell die Treppe rauf.
„Nein, nein, junges Fräulein, das glaubt Milly nicht, Laura muss sich getäuscht haben, Meister Professor Snape will sein Kind nicht los sein. Er liebt junge Laura."
Snape trat nun ins Zimmer. Laura saß auf dem Bett mit dem Rücken gegen die Wand gelehnt. Milly stand auf dem Selben und fuchtelte mit ihren dünnen Armen.
„Was geht hier vor sich?" Snapes Stimme schnitt wie ein Messer in die Unterhaltung und es war augenblicklich Ruhe.
„Nichts, Sir." Lauras Stimme war brüchig, als wäre sie den Tränen nahe.
Snape schritt zum Bett und setzte sich. Er sah, dass die Hauselfe aufgebracht war.
„Milly?" fragte Snape die Elfe ruhig. Doch sie schüttelte heftig den Kopf und verschwand mit einem 'Pop'.
Laura war aufgestanden und Snape fasste sie am Handgelenk. Sie riss sich los.
„Wieso?" fragte Laura leise, aber sah ihren Vater so vorwurfsvoll an, dass dieser eine Augenbraue hob. So einen Blick hatte er bei Laura noch nie gesehen. Ihre dunklen Augen sahen ihn so verzweifelt und verletzt an, dass es Snape schmerzte.
„Wieso nimmst du mich einfach mit hierher." Lauras Stimme war lauter geworden. Sie bebte.
„Du hättest mich einfach in Hogwarts lassen können, wenn du mich sowieso nicht willst."
Ihre Stimme überschlug sich nun und sie fühlte einen dicken Kloß im Hals, der es ihr schwer machte zu Atmen.
Zu allem Übel liefen ihr nun auch noch Tränen übers Gesicht. Die Schleusen öffneten sich im ungünstigsten Moment für Laura. Sie wollte ihrem Vater die Meinung sagen. Sie wollte ihn anschreien und ihm sagen, was sie davon hielt, immer der Klotz am Bein sein zu müssen.
„Wieso hast du mir nicht gesagt,.... dass du keine Kinder willst?" Laura wusste nicht, woher plötzlich all diese Wut kam. Sie wollte ihm alles an den Kopf werfen, das ihr auf der Seele lag, aber das Reden war plötzlich so schwierig geworden.
Snape saß ruhig da und verzog keine Miene. Zeigte nicht, wie aufgewühlt und verwirrt er war.
Laura funkelte ihn nochmals wütend an und rannte dann aus dem Zimmer und so schnell sie konnte die Treppe runter. Vor lauter Tränen sah sie fast nicht, wo sie hin trat.
Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals. Sie spürte das Blut in ihren Ohren rauschen. Sie atmete schnell und sah sich um. Wohin sollte sie.
Sie wollte nur weg. Weg von hier, von ihrem Vater, der sie nicht wollte. Weg von dem Haus, das ihr Zuhause sein sollte.
Zuerst wollte sie zur Tür hinaus, dann kam ihr eine andere Idee. Das Flohnetzwerk!
TBC...
Liebe MaraJade, danke vielmals, da werd ich ja direkt rot, bei so viel Lob ;-) Ich weiss, ich bin ein bisschen fies, an dieser Stelle aufzuhören, aber ich schreibe schnell weiter, versprochen :-) Danke nochmals! Gruss Sally
Vielen Dank scientific Ida für's Beta lesen und liebe Grüsse an alle , Sally
