Hallo, obwohl ich ja nicht gerade mit Reviews überschüttet worden bin *schnief* kommt hier schon das nächste Kapi, hoffe es gefällt Euch ;-)
Gruss Sally
Happy new year!
„Guten Abend, Professor Snape, freut mich sehr, Sie kennen zu lernen." Die große, vollschlanke Frau sah mit ihren hellblauen Augen zu Snape und schüttelte seine Hand.
Laura musterte die Frau, die Emmas Mutter sein musste. Die Frau hatte blondes Haar, wie Emma und auch blaue Augen, wie die ihrer Tochter. Aber Emmas Augen waren warm und lustig, die ihrer Mutter kalt und stechend.
„Und du musst Lara sein," bemerkte die Frau und lächelte Laura an, während sie auch ihr die Hand schüttelte. Laura war dieses Lächeln nicht sympathisch. Es sah aufgesetzt aus.
„Laura," korrigierte sie die Frau.
Ein Mann, mit braunem Bart, etwas schütterem Haar und einer markanten Nase, kam ins Zimmer und lächelte den Besuch an. Hinter ihm her kam Emma, die sich über Lauras Ankunft sehr zu freuen schien. Allerdings fiel Laura sofort auf, dass sich die Freundin irgendwie anders verhielt als normalerweise.
Der Mann, Emmas Vater, hatte angenehme braune Augen und sah ziemlich freundlich und nett aus. Er begrüßte Laura und Snape und Emma gab auch beiden die Hand. Das Haus war piekfein aufgeräumt, kein Stäubchen war sichtbar, alles sah äußerst ordentlich aus.
„Ich möchte sie ins Wohnzimmer begleiten, dort steht ein Aperitif bereit." Mrs. Thompson führte Laura und ihren Vater ins Wohnzimmer, welches sehr groß war. Die wertvoll aussehenden Möbel glänzten und Laura fragte sich, ob das hier wohl immer so sauber aussah.
Snape fragte sich, ob sie wohl die einzigen Gäste waren, für die Silvesterparty. Ihm wäre es recht, denn er mochte keine größeren Anlässe.
Snape setzte sich auf eines der schwarzen Ledersofas und Laura setzte sich nahe neben ihn. Er sah zu ihr hinunter. Das Sofa war eigentlich groß genug, dass sie sich nicht so nahe neben ihn setzen musste.
Nun gesellte sich auch Emmas Bruder Levin zu ihnen. Laura kannte ihn kaum, obwohl er auch in Hogwarts zur Schule ging. Emma und er hatten aber kein sehr inniges Verhältnis, deshalb kümmerten sich die Kinder nie um den Jungen, wenn sie ihm in der Schule begegneten.
Er sah ziemlich arrogant aus und schien von sich selbst sehr überzeugt zu sein. Seine blonden Haare waren zu einem sauberen Seitenscheitel gekämmt und er war sehr fein gekleidet.
Laura sah sich neugierig um. Viele verschiedene Bücher standen in den Regalen und Laura fiel ein, dass Emma mal erwähnt hatte, dass ihr Vater in einem Bücherladen arbeitete.
Mrs. Thompson schien sich selber gerne reden zu hören, denn sie führte die Unterhaltung praktisch alleine. Snape war das allerdings sehr recht so. Da sie nur Belangloses sagte, musste er auch keinen Kommentar dazu abgeben. Plötzlich blieben ihre hellblauen Augen an Laura hängen, die instinktiv gegen ihren Vater lehnte.
„Laura muss das Tränke brauen im Blut haben, nicht wahr. Sie ist bestimmt Klassenbeste," sagte die Frau und versuchte den Neid in ihrer Stimme mit einem Lächeln zu überdecken. Ihre kühlen Augen ruhten auf Laura, welche noch ein wenig näher zu ihrem Vater rutschte. Snape sah zu Laura hinunter, denn er merkte, dass sie sich nicht sehr wohl fühlte unter dem Blick der resoluten Frau. Laura antwortete nicht, sondern sah nur zu ihrem Vater auf.
Zum Glück redete Mrs. Thompson weiter. „Es würde uns natürlich sehr entgegen kommen, Professor, wenn sie Emma auch ein bisschen unter ihre Fittiche nehmen könnten und sie fördern würden. Leider ist sie nicht so eine begabte Schülerin wie Levin." Sie sah ihren Sohn stolz an und ihre Augen glänzten entzückt. Emmas großer Bruder sah zu Snape, um seine Meinung dazu zu hören und auch von ihm Anerkennung zu ernten, obwohl er wusste, wie sparsam der Lehrer mit Lob umging.
Aber seine Mutter redete schon weiter. „Levin macht unserer Familie viel Ehre. Er hat fast alles nur ausgezeichnete Noten."
Snape, der ruhig zugehört hatte, sagte nun mit leiser, tiefer Stimme: „Es freut mich, dass sie an den Noten ihres Sohnes so großen Gefallen finden. Ich bin sicher, Miss Thompson wird auch keine größeren Schwierigkeiten haben in der Schule. Um Einzeluntericht zu erteilen fehlt mir allerdings die Zeit. Außerdem kann ich keine Schüler bevorzugen." Snape konnte noch viel kühler schauen als die Frau vor ihm und gab ihr einen kalten, emotionslosen Blick.
Die Augen der Frau verengten sich, sie gab sich aber die größte Mühe freundlich und locker zu wirken.
„Aber unsere Mädchen sind ja so gut befreundet, Professor. Und natürlich würden wir sie angemessen dafür bezahlen." Sie sah erwartungsvoll zu Snape, der keine Miene verzog.
„Tut mir Leid, sie müssen sich einen anderen Nachhilfelehrer suchen, für ihre Tochter. Ich meinerseits habe, wie schon gesagt, kein Interesse."
„Das ist sehr bedauerlich. Ich bin sicher, ihre Tochter genießt auch eine gewisse Bevorzugung." Sie betrachtete Laura jetzt mit unfreundlichem Gesichtsausdruck und das Mädchen drückte sich noch mehr zwischen die Lehne des Sofas und ihren Vater. Am liebsten hätte sie sich hinter seinem Rücken verkrochen.
Nun verstand sie, warum Emma damals so wütend war, als Laura sie überredet hatte, im See zu schwimmen und sie dadurch in Schwierigkeiten geraten war. Mit dieser Frau wollte sie auch lieber nicht in Schwierigkeiten geraten. Allerdings wollte sie mit dieser Frau auch sonst nichts.
„Meine Tochter wird in schulischen Leistungen genauso benotet, wie jeder andere Schüler in Hogwarts." Er sah der Frau direkt in die Augen und sah, wie sie ihre Zähne zusammenbiss.
„Ich werde wohl mit dem Schulleiter darüber sprechen, vielleicht kann er Sie ja... überzeugen," sagte sie in bissigem Ton aber immer noch mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
„Sie können reden mit wem es Ihnen beliebt, Mrs. Thompson. Ich werde meine Meinung nicht ändern."
Snape wurde diese Unterhaltung langsam zu blöde. Zum Glück ergriff nun Mr. Thompson das Wort und sie fingen an, sich mit Snape über Bücher zu unterhalten. Dazu hatte Mrs. Thompson scheinbar nicht viel zu sagen und sie trug Emma auf, das Essen aufzutischen.
Laura blieb neben ihrem Vater sitzen. Normalerweise hätte sie Emma gefragt, ob sie helfen könne, aber sie wollte im Moment die Seite ihres Vaters nicht verlassen. Dieser unterhielt sich mit Emmas Vater, der wirklich ziemlich nett schien. Laura spürte immer wieder den stechenden Blick der Frau gegenüber auf sich gerichtet. Am liebsten hätte sie die Augen geschlossen. Wieso hatte sie bloß hier den Silvester verbringen wollen? Dieses 'Fest' entsprach nicht ganz Laura's Vorstellungen.
Als sie dann an den Tisch gebeten wurden, roch Laura das Essen und ihr Magen knurrte. Es roch sehr gut. Emma schöpfte allen auf und ihre Mutter half ihr dabei.
Als alle Teller gefüllt waren, nahm Laura ihre Gabel in die Hand. Sie hatte wirklich hunger.
Emmas Mutter räusperte sich und sah Laura strafend an. Diese biss sich auf die Unterlippe und legte die Gabel schnell wieder hin. Immer noch wurde sie von Emmas Mutter mit tadelndem Blick fixiert.
„Guten Appetit," sagte sie spitz, ohne Laura aus den Augen zu lassen. Snape bemerkte den Blick auch. Und auch, wie nervös Laura unter den eisigen Augen der Frau wurde.
Sie aßen schweigend.
Lauras Hunger war plötzlich wie weggefegt. Sie musste sich zwingen etwas in den Mund zu nehmen und zu kauen.
Sie musste jeden Bissen mit Wasser herunter spülen und jedesmal hatte sie das Gefühl, es könnte ihr jeden Moment wieder hoch kommen.
Als sie beinahe die Hälfte des Tellers leer gegessen hatte, konnte sie einfach nichts mehr runter bringen. Sie legte ihre Gabel hin.
„Hast du schon genug, Laura?" fragte Emmas Vater freundlich und lächelte sie an. Laura sah zu dem Mann hinüber und antwortete: „Ja, Sir, danke."
Sie senkte ihren Blick, um dem von Mrs. Thompson auszuweichen.
Emma schien diese ganze Angelegenheit auch ziemlich peinlich zu sein. Sie fühlte sich jedenfalls auch nicht wohl, das merkte Laura.
Nach dem Essen berichtete Emmas Mutter, was sie im Zaubereiministerium arbeite und was für einen wichtigen und verantwortungsvollen Posten sie habe.
Laura konnte sich in dieser Zeit leise mit Emma unterhalten. Sie erzählten sich, was sie in den Ferien erlebt hatten und was für Geschenke sie bekommen hatten.
„Kann ich mal dein Zimmer ansehen?" fragte Laura nach einer Weile. Emma nickte und sah zu ihrer Mutter.
„Mutter, dürfen wir uns vom Tisch entfernen?" Zum Glück war die Frau so mit reden beschäftigt, dass sie die Mädchen mit einer Handbewegung gehen ließ. Sie gingen die Treppe rauf und in Emmas Zimmer.
Als sie die Türe geschlossen hatten, fragte Laura: „Ist deine Mum immer so?"
Emma sah ihre Freundin entschuldigend an. „Eigentlich schon. Ich bin froh, dass sie so viel arbeitet. Mein Vater ist mehr zu Hause als sie und er ist wirklich O.K."
Ja, das fand Laura auch. Sie redeten ein wenig und Emma zeigte Laura ihre Sachen und Schätze, die sie hatte.
„Und wie ist es bei Snape zu Hause? Kann ich mir irgendwie auch nicht gerade so gemütlich vorstellen." Emma sah auf die Freundin hinunter, die neben ihr auf dem Bett saß und an einem losen Faden ihrer Hose zog.
Laura lächelte leicht. „Es ist super, das Haus ist so schön und Milly, das ist seine Hauselfe, die ist so lieb und sie lässt mich immer helfen und lehrt mich kochen." Lauras Augen funkelten vor Begeisterung. Emma konnte diese Begeisterung nicht so verstehen, was war denn an kochen toll. Und mit einer Hauselfe?
Laura zupfte weiter an dem Faden ihrer Jeans.
„Und mein Dad, der ist auch…. ganz anders. Er ist schon streng und ich muss natürlich gehorchen, sonst ist nicht gut Wetter. Aber er liebt mich und er ist wirklich super. Er hat mir sogar ein geniales Weihnachtsgeschenk gemacht."
Laura zeigte Emma stolz die Kette mit dem Stein und die Freundin war wirklich beeindruckt.
Bald wurden sie aber wieder hinunter gerufen. Die Erwachsenen und Levin saßen immer noch am Esstisch. Emmas Mutter trug gerade das Dessert auf.
Die Mädchen setzten sich an den Tisch und Mrs. Thompson fragte Laura , ob sie lieber Kuchen oder Schokoladencreme wolle.
Laura aß für ihr Leben gerne Süßes, aber sie wusste genau, dass sie nichts mehr runter bringen würde in der Gegenwart dieser Frau.
Sie antwortete: „Nein danke, Mrs. Thompson, ich möchte nichts."
Mrs. Thompson sah sie ungläubig an mit ihren Augen, die Laura an trübe Bergseen erinnerten.
„Wenigstens ein bisschen Kuchen, an dir ist sowieso nichts dran," bestimmte Emmas Mutter, legte ein Stück Kuchen auf einen Teller und stellte es vor Laura hin.
Hatte diese Frau keine Ohren im Kopf oder bestimmte sie immer alles über die Köpfe anderer Personen hinweg. Diese dominante Person nervte Laura allmählich.
Snape hob leicht seine Augenbraue. Wenn Laura freiwillig auf den Nachtisch verzichtete, stimmte schon etwas nicht.
„Ich habe gesagt, Nein danke." Lauras Stimme war nicht gerade freundlich. „Ich will keinen Kuchen."
Mrs. Thompson sah Laura empört an. Wie konnte das Mädchen es wagen, in so einem Ton mit ihr zu reden.
Snape sah auch zu seiner Tochter hinüber. Ihr Ton gefiel ihm auch nicht, er konnte Laura aber verstehen. Zumal sie zuerst freundlich abgelehnt hatte.
„Laura," mahnte Snape leise. Das Mädchen sah ihn an und biss die Zähne zusammen. Snape sah, wie sie rote Wangen bekam.
Laura ignorierte den Kuchen und Emma sah, dass es in Laura brodelte.
Emmas Mutter sah erwartungsvoll zu Snape, als erwarte sie eine andere Reaktion von ihm. Er sollte Laura wohl zwingen, sich bei der Frau zu entschuldigen. Snape reagierte allerdings nicht weiter.
Mrs. Thompson sah Laura missbilligend an und gab den anderen Zauberern am Tisch auch Kuchen.
Mr. Thompson versuchte die Situation zu retten, in dem er das Thema wechselte. Bald waren Snape und er wieder in ein Gespräch vertieft, wobei Snape aber immer mit einem Ohr und einem Auge bei seiner Tochter war.
Mrs. Thompson saß am Tisch und redete leise mit Levin.
Plötzlich sah sie zu Laura hin und fragte sie leise aber schneidend: „Es wundert mich, dass dein Vater diese Sturheit bei dir duldet. Ich habe von ihm gehört, er sei sehr streng. Scheint etwas anders zu sein, wenn es sich um sein Töchterchen handelt." Laura biss sich auf die Zungenspitze um nichts Freches zu erwidern.
Die Frau ließ nicht locker und sagte zu Emma: "Nicht dass du dich in der Schule ablenken lässt, Emma. Deine Freunde scheinen ja ein ziemliches Potenzial zu haben, sich Ärger einzuhandeln." Das Wort Freunde hatte sie so höhnisch ausgesprochen, dass Laura ihr am liebsten ins Schienbein getreten hätte.
Laura wusste, dass sie sich nicht länger im Griff hatte und stand auf um sich nicht selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Sie ging nahe zu ihrem Vater und hielt seinen Arm fest.
„Können wir bitte gehen, Dad? Ich fühle mich nicht gut. Bitte." Snape hörte dem Ton in Lauras Stimme an, dass sie wirklich sofort gehen wollte. Er hatte Mrs. Thompsons Gifteleien am Rande mitbekommen und konnte Laura verstehen. Außerdem hatte er auch genug.
Er nickte und legte seine Serviette auf den Tisch. „Vielen Dank für die Gastfreundschaft," sagte Snape und Laura bemerkte eine winzige Spur Hohn in seiner Stimme. „Laura scheint sich nicht wohl zu fühlen, ich bringe sie besser nach Hause."
Mrs. Thompson erhob sich auch und bemerkte höhnisch: "Das scheint mir eine ziemlich plumpe Ausrede zu sein. Es wundert mich, dass sie bei ihrer Tochter solche Spielchen durchlassen."
Nun hatte sie es bei Snape auf die Spitze getrieben. Er gab ihr einen finsteren Blick, welcher nicht ohne Wirkung blieb. Die Frau wurde bleich um die Nase herum und wich seinem Blick aus.
„Ich kann mich nicht erinnern, sie um einen Rat in Erziehungsfragen gebeten zu haben, Mrs. Thompson. Ich würde es begrüßen, wenn sie sich in Zukunft nur um die Erziehung ihrer eigenen Kinder kümmern würden. Schönen Abend noch."
Sie verabschiedeten sich kurz und gingen dann zum Kamin. Emma gab Laura mit Körpersprache zu verstehen, dass es ihr Leid tat. Laura lächelte die Freundin an, damit diese wusste, dass Laura ihr nicht die Schuld gab.
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Als Laura neben Severus aus dem Floh trat, sah sie ihren Vater erwartungsvoll an. Sie war sich nicht sicher, ob er schimpfen würde. Aber alles war ihr lieber, als noch länger bei dieser schrecklichen Frau zu bleiben.
„Es tut mir leid, Dad, aber ich konnte es nicht länger aushalten, dort." Sie sah ihren Vater mit großen Augen an und dieser wusste, wie unwohl sich das Mädchen bei diesen Leuten gefühlt hatte. Er nickte und setzte sich auf das Sofa.
Laura stand vor ihrem Vater und musterte ihn. „Bist du böse auf mich?" fragte sie leise und unsicher. Snape musste beinahe lächeln, als er in das besorgte Gesicht von Laura sah.
„Nein, Laura, ich bin nicht böse. Ich frage mich selber ernsthaft, wozu diese Leute uns eingeladen haben." Er sagte dem Kind nicht, dass er vermutete , dass sich Lauras Mutter wohl ernsthaft Hoffnungen gemacht hatte, er würde Emma Extrastunden in Zaubertränke brauen geben. Diese Mutter schien wirklich ein bisschen zu ehrgeizig zu sein, zumal Emma wirklich keine schlechte Schülerin war.
Laura ging näher zu ihrem Vater und setzte sich neben ihn auf das Sofa. Sie legte den Kopf gegen seinen Arm und legte die Hände auf ihre Augen.
Snapes legte den Arm um das Kind, dass nun näher zu ihm rutschte und sich gegen seine Brust lehnte.
„Hast du gesehen, wie sauber es dort war, Dad? Es sah aus wie geleckt." Severus gab ihr ein zustimmendes Geräusch.
Sie hingen ihren Gedanken nach und Lauras Augendeckel wurden immer schwerer. Als Snape bemerkte, dass sie eingeschlafen war, blieb er auf dem Sofa sitzen und sah in die Flammen. Das war wirklich ein eigenartiger Besuch gewesen.
Er horchte, wie Laura gleichmäßig ein und ausatmete. Es war ziemlich beruhigend.
Bevor er es richtig merkte, war er auch im Land den Träume.
Milly weckte ihren Meister kurz vor Mitternacht sanft. Snape bemerkte, dass Laura halb auf ihm lag.
Er stand auf und hob das schlafende Mädchen auf. Sie ließ den Kopf auf Snapes Schulter ruhen und wachte nicht auf, als er sie in ihr Zimmer trug. Er legte sie in ihr Bett und wechselte mit dem Zauberstab die Kleider in Pyjamas. Die Zähne putzte er auch mit einem Zauber.
Er gab ihr einen Kuss und flüsterte: „Frohes neues Jahr, Kind." Er ging aus dem Zimmer. Es war fünf Minuten nach Mitternacht. So hatte er noch nie den Jahreswechsel verbracht. Er duschte und ging ins Bett. Er war sehr gespannt, was das nächste Jahr für sie beide bereit hielt. Langweilig würde es bestimmt nicht werden.
Wie recht er hatte!
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Schatzsuche!
Laura lungerte im Haus herum. Snape war am Brauen und hatte ganz klar verlauten lassen, dass er längere Zeit beschäftigt sei und nur im äußersten Notfall gestört werden wollte. Er hatte noch viel zu erledigen, bevor die Schule wieder los ging. So war Laura nun allein, abgesehen von Milly, die aber irgendwo in den Zimmern mit dem Haushalt beschäftigt war.
Laura hatte schon Briefe an ihre Freunde geschrieben, zum Malen hatte sie keine Lust mehr.
Milly hatte ihr versprochen, nachher ein Spiel mit ihr zu spielen, aber das konnte noch dauern.
Sie hatte Milly am früheren Morgen etwas in der Küche geholfen. Jetzt hatte sie aber keine Lust mehr etwas zu helfen. Am Nachmittag würde sie ja dann mit ihrem Vater in dem Gewächshaus sein und ihm etwas helfen.
Irgendwie wollte sie wiedermal etwas richtig Spannendes erleben. Und zwar jetzt.
Draußen war es so kalt und windig und seit dem sie so lange draußen gesessen hatte und so gefroren hatte, ging sie nicht mehr so gerne raus in die Kälte.
Sie sah sich um. Dies war doch ein großes, altes Haus. Es musste doch irgendwelche interessanten Dinge zu entdecken geben. Am liebsten wäre Laura ein Geheimgang gewesen oder eine Schatzkarte oder so. Etwas richtig Tolles eben.
Sie streifte durchs Haus, aber entdeckte nichts wirklich Interessantes. Bis sie an den Dachboden dachte. Dachböden waren immer spannend.
Ja, aber wo ging es zum Dachboden. Sie stieg alle Treppen rauf, und da, zu oberst war wirklich eine Holztür, mit einer altmodischen eisernen Türklinke. Sie drückte die Türfalle runter. Das blöde Ding klemmte. Sie zog nochmals, diesmal mit ganzer Kraft.
Und tatsächlich, die Tür ging auf. Laura wäre fast hingefallen, von der Wucht der sich öffnenden Tür. Es kam ihr ein spezieller Geruch entgegen. Es war ziemlich staubig, wie es aussah.
Laura überlegte kurz, ob sie wohl hier rein sollte. Sie war sich nicht so sicher, da es sich ja um ein Zaubererhaus handelte. Vielleicht sollte sie ihren Vater erst fragen. Wer weiß, was da so aufbewahrt wurde.
Aber genau das lockte sie schlussendlich hinein. Sie würde vorsichtig sein. Und bis ihr Vater mit brauen fertig war, würde sie eh längst wieder draußen sein.
Laura schritt vorsichtig in den halbdunklen Raum. Es waren Holzbalken sichtbar und ein paar Spinnenfäden hingen da und dort hinunter.
Sie schaute sich gespannt um.
Einige Holzmöbel standen herum. Zwei Koffern standen an einen Balken gelehnt. Laura kniete sich neben die Koffer und öffnete einen. Es waren lauter Kleider drin, welche wahrscheinlich uralt waren. Sie fand die Sachen noch spannend. Vor vielen Jahren hatten diese Röcke wahrscheinlich ihrer Großmutter oder Urgroßmutter gehört.
Sie stopfte sie Sachen zurück und schloss den Koffer wieder. Im anderen, kleineren Koffer waren auch Kleider und Hüte drin und Laura machte ihn gleich wieder zu.
Ganz hinten in einer Ecke sah sie eine Kiste. Ja, wie eine richtige Schatzkiste sah sie aus. Laura schritt neugierig zu der mit Eisen beschlagenen Kiste und versuchte den Deckel zu öffnen. Es ging nicht. Nun war ihre Neugierde nur noch größer.
Sie untersuchte den Deckel genauer und entdeckte einen Verschluss, den man öffnen musste.
Nun konnte sie den Deckel anheben. Er war schwer. Laura war so gespannt, was da wohl drin sein würde. Ein richtiger Schatz wäre cool. Natürlich wusste sie, dass Snape nicht Kisten mit Gold und Silber auf dem Dachboden hatte, aber die Vorstellung war schon abenteuerlich.
Sie sah hinein und war sehr enttäuscht, als es nur alte Bücher waren. Sie wollte den Deckel schon wieder zu schlagen, als ein Buch ihre Aufmerksamkeit erregte.
Es hatte einen ledernen Einband und mit schwarzer Farbe war ein Monster mit leuchtenden Augen gemalt.
WERWÖLFE stand in verschnörkelter, alter Schrift auf dem Buch. Laura nahm es in die Hand. Das Buch sah sehr alt und sehr interessant aus. Werwölfe? Ihr Vater hatte doch Lupin Werwolf genannt.
Sie schlug das Buch auf. Eine grässliche Fratze starrte sie daraus an. Irgendwie sah das Bild beinahe lebendig aus.
Sie wollte gerade zu lesen beginnen, als sie von unten ein Geräusch hörte.
„Laura?"
Es war Milly, welche sich fragte, wo das Mädchen denn bloß geblieben war.
Laura klappte das Buch schnell zu und auch den Deckel der Kiste.
Sie nahm das Buch unter ihren Pullover, ging schnell aus dem Dachboden und schloss die Tür hinter sich. Sie raste in ihr Zimmer und legte das Buch unter ihr Kopfkissen.
„Ja, Milly hier bin ich!" flötete sie unschuldig und ging die Treppe hinunter.
In diesem Moment hörte sie die Tür vom Keller zu gehen. Snape sah zu seiner Tochter, die gerade die Treppe runter kam.
„Dad!" rief Laura, rannte auf ihren Vater zu und umarmte ihn stürmisch.
Man könnte meinen ich wäre eine Woche weg gewesen dachte Snape.
Glück gehabt! Dachte Laura und vergrub ihr Gesicht im schwarzen Pullover ihres Vaters, um ihren schuldbewussten Gesichtsausdruck zu verbergen.
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An diesem Abend ging Laura ohne Widerspruch schon eine halbe Stunde früher in ihr Zimmer. Sie sei müde, hatte sie ihrem Vater gesagt. Dieser hob überrascht die Augenbraue.
Sie würde warten bis Snape noch in ihr Zimmer gekommen und ihr gute Nacht gewünscht hatte, bevor sie das Buch unter ihrem Kopfkissen hervor ziehen und in ihm lesen würde. Sie war so gespannt.
Sie wusste aber ganz genau, dass Snape ihr dieses Buch nicht erlauben würde zu lesen. Er hatte ihr in seiner Bibliothek genau gezeigt, aus welchem Regal sie Bücher nehmen durfte und hatte sie gewarnt andere Bücher auch nur anzufassen. Aber dieses Buch war ja nicht aus der Bibliothek!
Laura hatte den ganzen Nachmittag an das Buch gedacht und daran, dass Snape Remus Werwolf genannt hatte.
Sie konnte es kaum abwarten darin zu lesen, auch wenn es ihr unheimlich war.
Dieses Bild, welches sie in dem Buch gesehen hatte, jagte ihr eine Gänsehaut den Rücken hinunter.
Als Snape in Lauras Zimmer kam, um ihr gute Nacht zu sagen, war sie sehr kurz angebunden zu ihrem Vater. Etwas ungewohnt für Snape, da sie ihn normalerweise kaum mehr gehen lassen wollte.
Er gab Laura noch einen Kuss auf die Wange und löschte dann das Licht.
„Dad? Darf ich noch ein paar Minuten lesen?" fragte Laura hoffnungsvoll.
Snape drehte sich nach seiner Tochter um. „Was liest du?" wollte er wissen.
Laura wurde leicht rot im Gesicht und gab Snape einen unschuldigen Blick. „Och, nur so eine Geschichte über… einen Hund." Wie um sich selbst zu bestätigen, nickte Laura leicht mit dem Kopf.
Laura war keine gute Lügnerin, das wusste sie. Snape hob eine Augenbraue, nickte kurz und sagte: „Eine halbe Stunde."
Dann ging er aus dem Zimmer.
Er hatte etwas skeptisch geschaut, hoffentlich hatte er ihr das abgekauft, dachte Laura bange.
Endlich war sie alleine!
Laura drehte sich auf den Bauch und nahm das Buch hervor. Sie schlug den ledernen alten Einband auf. Das erste Bild war schon ziemlich gruselig. Sie blätterte weiter und versank sofort in den Buchstaben. Das heißt, am Anfang hatte sie ein wenig Mühe diese alte Schrift zu lesen, aber nach ein paar Sätzen hatte sie es gut im Griff.
Es war so unheimlich und spannend und hin und wieder lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken.
Es kam ihr vor als hätte sie nur ein paar Minuten gelesen, als sie die Stimme ihres Vaters hörte, der sie mahnte, jetzt das Licht zu löschen.
Laura lag in ihrem Bett und dachte an das, was sie gelesen hatte. Sie starrte in die Dunkelheit. Konnte es sein, dass der arme Lupin auch so ein grässliches Biest war? Oder sich zumindest jeden Vollmond in eines verwandelte? Ihr Vater hatte ihn doch bestimmt nicht einfach so einen Werwolf genannt.
Aber wieso hatte ihr das niemand gesagt? Es fror sie, als sie daran dachte, dass Lupin auch sie angreifen würde, wenn er sich verwandelt hatte. Werwölfe wussten ja nicht mehr was sie taten, wenn sie ihre Wolfsform hatten. Und einige hatten sich darauf spezialisiert, Kinder anzugreifen, zu beißen oder zu fressen.
Laura schauderte es bei dem Gedanken.
Und die gebissenen Kinder würden sich dann in Vollmondnächten auch verwandeln. Sie zog sich die Decke bis unter die Nase.
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Laura hätte nicht gedacht, dass sie diese Nacht Schlaf finden würde und sie war ziemlich erstaunt, als sie Mitten in der Nacht aufschreckte.
Sie wusste nicht, was sie geweckt hatte. Sie hatte keinen schlimmen Traum gehabt. Sie glaubte es jedenfalls nicht.
Laura drehte sich auf die andere Seite um weiter zu schlafen. Bilder des Buches schwammen vor ihre Augen. Sie versuchte an etwas anderes zu denken, aber in der Stille der Nacht, war das fast unmöglich. Schrecklich hungrige, blutrünstige, gelbe Augen sah sie und blutverschmierte Leftzen.
Laura setzte sich auf.
Ihr Zimmer, in dem sie sich immer so geborgen gefühlt hatte, kam ihr plötzlich unheimlich vor.
Bewegte sich da nicht etwas am Fenster?
Sie stand auf und rannte mit nackten Füßen zum Zimmer ihres Vaters. Sie klopfte nicht an, sondern schlüpfte lautlos durch die Tür.
Sie sah zum Bett ihres Vaters. Nein, sie würde sich nicht abwimmeln lassen. Sie würde es nicht ertragen, wieder in ihr Zimmer geschickt zu werden. So leise sie konnte, ging sie zum Bett von Snape und glitt unter seine Bettdecke. Sie musste sich langsam bewegen, sonst würde er sie bemerken.
Snape hatte ihr den Rücken zu gedreht. Sie hörte ihn leise und gleichmäßig atmen. Sie rutschte näher zu ihm, bis sie seine Wärme spürte. Es beruhigte sie so, ihn neben sich zu haben.
Nie war sie ins Bett ihrer Tante und Onkel geschlichen. Wenn sie Angst gehabt hatte, war sie immer zu ihrer Cousine gegangen. Diese hatte sie nie weggeschickt. In diesem Moment vermisste sie das Mädchen zum ersten Mal. Hoffentlich ging es ihr gut.
„Laura?" Snapes verschlafene Stimme schreckte Laura aus ihren Gedanken. Sie erstarrte und traute sich nicht mehr, sich zu bewegen.
Snape drehte sich um und spürte das kleine, dünne Mädchen neben sich im Bett.
Laura war ganz starr und piepste leise: „Bitte, Dad, schick mich nicht zurück in mein Zimmer, ich habe Angst."
Snape überlegte kurz.
Eigentlich hätte er sie zurück schicken sollen. Sie sollte nicht einfach ihrer Angst nachgeben, sonst hätte sie dann immer Angst und er immer ein Kind in seinem Bett. Aber er hatte keine Lust auf Diskussionen mitten in der Nacht. Er seufzte.
„Also gut," sagte Snape leise und ließ es zu, dass Laura sich an seinen Rücken kuschelte als er sich wieder umgedreht hatte.
„Danke, Dad," hörte Snape noch von irgendwo halb unter der Bettdecke. Er spürte wie sich Lauras Körper entspannte.
Sie fühlte sich so geborgen und hatte überhaupt keine Angst mehr.
Sie wusste, dass Snape, noch vor ein paar wenigen Wochen, so viel Nähe nie und nimmer zugelassen hätte.
Sie musste lächeln. Sie hatte doch schon ziemlich viel erreicht! Sie war ziemlich stolz auf sich. Ihr Vater hatte recht, sie konnte wirklich gut mit Menschen umgehen. Dies hier war der beste Beweis!
Zufrieden schlief sie ein.
Snape wunderte sich ab sich selbst. Er lag da mit einem kleinen Mädchen an seinen Rücken gekuschelt in seinem Bett, unglaublich! Wirklich unglaublich! Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.
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Als Snape erwachte, lag Laura nicht mehr an ihn gekuschelt da. Sie hatte sich ziemlich breit gemacht.
Nur noch eins ihrer Beine war halb zugedeckt. Sie lag auf dem Bauch und ihre Locken lagen wild über dem Kissen. Ihr Pyjama-Oberteil war ihr rauf gerutscht und einer ihrer Arme hing seitlich am Bett runter.
Laura war immer noch eher dünn, allerdings nicht mehr ganz so mickrig wie zu Anfang des Schuljahres. Damals waren ihre Arme und Beine nur so dünne Zahnstocher gewesen, nun sah sie schon besser aus, fand Snape.
Er schaute einen Moment auf das schlafende Kind und stand dann auf.
In ein paar Jahren würde sie eine hübsche, junge Frau sein. Sie würde manchem Mann den Kopf verdrehen. Snape knirschte mit den Zähnen bei dem Gedanken. Darüber würde er sich dann später den Kopf zerbrechen.
Er schüttelte sie leicht an der Schulter.
„Laura! Aufwachen!"
Laura drehte sich zur Seite und wollte sich das Deckbett über den Kopf ziehen, aber Snape war schneller und zog es ihr weg.
„Dad!" protestierte sie: „Mir ist kalt!" Sie rollte sich ganz zusammen und vergrub den Kopf in Snapes Kissen. Es war so schön bequem und roch so gut nach ihrem Vater.
„Aus den Federn. Jetzt!" sagte er etwas streng. Sie streckte sich und setzte sich dann auf. Ihre Haare standen in allen Richtungen ab und sie rieb sich die Augen.
„Geh und zieh dich an, wir frühstücken bald." Snape ging zu Laura, nahm sie an den Schultern und bugsierte sie zur Zimmertür hinaus.
Er sagte kein Wort, dass sie sich zu ihm geschlichen hatte. Laura hätte erwartet, dass er mit ihr schimpfen würde, ein bisschen zumindest.
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Laura ging in ihr Zimmer und legte sich bäuchlings auf ihr Bett. Sie vergrub ihr Gesicht im Kopfkissen. Sie war noch ziemlich müde. Da spürte sie das Buch, welches darunter lag.
Sie hatte sich vorgenommen, nicht weiter darin zu lesen. Es war einfach zu unheimlich.
Aber jetzt im Tageslicht, kam ihr alles nicht mehr so schlimm vor. Sie wollte nur noch einmal einen Blick hinein werfen.
Sie öffnete das Buch und blätterte ein wenig hindurch.
'Schutz vor Werwölfen' las sie den Titel eines Kapitels.
Sie begann zu lesen und bemerkte weder das leise Klopfen an ihrer Tür, noch dass ihr Vater das Zimmer betrat. Sie lag immer noch auf dem Bauch auf ihrem Bett, unter ihr das 'verbotene' Buch, und las ganz vertieft.
„Miss Smethurst!" sagte Snape vorwurfsvoll als er sah, was seine Tochter da las.
Er kannte dieses Buch ganz genau. Er wusste auch, woher Laura das hatte. Es war bestimmt nicht für Kinder in ihrem Alter gedacht.
Laura erschrak sehr, als sie von ihrem Vater überrascht wurde. Schnell kniete sie sich hin und wollte das Buch unter ihr Kissen stopfen.
Snape schnappte ihr das Buch aus der Hand.
„Das ist also der Grund, warum du gestern Nacht Angst hattest!" sagte Snape und sah Laura forschend und verärgert an.
„Du schleichst dich auf den Dachboden und wühlst in Kisten, die dich nichts angehen. Dann nimmst du ein Buch, welches dir nicht gehört und auch nicht für Kinder bestimmt ist. Ohne zu fragen." Snape sah sie tadelnd an und seine Augen blitzten ärgerlich.
Laura sah schuldbewusst zu ihrem Vater hinauf. Heimlich ärgerte sie sich, dass sie nicht besser aufgepasst hatte.
„Aber ich wusste ja nicht, dass ich das nicht lesen darf," wollte sich Laura verteidigen, allerdings tönte sie nicht so überzeugt von sich selber. Ja, Snape hatte ja schließlich nichts über die Bücher im Dachboden gesagt, oder?
„Und deshalb versteckst du das Buch vor mir, weil du ja nicht weißt, dass es nichts für dich ist," stellte Snape trocken fest und hob fragend seine Augenbraue.
Er setzte sich neben Laura auf ihr Bett. Er legte das Buch neben sich.
Laura war ziemlich rot geworden im Gesicht und fühlte sich ertappt. Sie biss sich auf die Unterlippe.
„Na?" Snape sah zu Laura, die nun ihren Blick senkte und zu ihren nackten Zehen sah.
„Ich... ich dachte schon, dass ich das nicht darf," hauchte sie und schluckte leer.
Snape nickte und schnappte sich Laura. Er stellte sie vor sich hin und hielt sie an den Oberarmen fest. Er beugte sich leicht vor, als er mit ernstem Gesicht sagte:
„Du hast dir gestern keinen Gefallen getan damit, Laura und doch liest du schon wieder darin." Snape sah streng auf seine Tochter hinunter, die ihn schuldbewusst ansah. Seine Stimme war etwas lauter geworden.
Laura sah auf das Buch hinunter, welches neben ihrem Vater auf dem Bett lag. Sie wusste, dass sie sich im Moment nicht auf sicherem Boden befand. Sie überlegte fieberhaft, was sie sagen sollte.
„Es ist eben trotzdem so spannend," sagte sie kleinlaut. „Und du hast Remus ,Werwolf' genannt. Da wollte ich halt mehr wissen."
Snape sah Laura verwundert und ein wenig erschrocken an.
„Wann habe ich Remus so genannt?" wollte er wissen. Er hatte das ganz sicher nicht vor Laura gesagt.
„Als ich euch belauscht habe," kam leise von Laura. „Aber nicht mehr schimpfen, ja?" fügte sie schnell hinzu.
Snape stöhnte und fuhr sich mit der Hand über sein Gesicht. Klar, dass sich Lauras Phantasie selbstständig gemacht hatte, dachte er. Dieses Buch war wirklich nicht gerade für junge Kinder.
„Er ist als Fünfjähriger Gebissen worden. Er kann aber dank eines Zaubertrankes das Schlimmste vermeiden, bleibt friedlich und wird nicht zu einem blutrünstigen Biest. Er schließt sich selber aber aus Sicherheitsgründen zwei Tage ein."
Snape sah Laura ernst an und musterte ihr Gesicht. Er war sich nicht sicher, wie sie darauf reagieren würde. Wäre sie nun abgeneigt von dem Mann, der zum Monster wurde.
„Der Arme," sagte sie leise und ernst. Snape sah das Mitleid in Lauras Gesicht. „Zum Glück gibt es diesen Trank. Den könnten doch eigentlich alle Werwölfe nehmen, oder?" Laura sah ihren Vater fragend an.
„Nur wollen das nicht alle. Es gibt auch schlimme Werwölfe, die es genießen böse zu sein."
Laura nickte daraufhin. „Und solche, die sich aufs Kindertöten spezialisiert haben," sagte sie mehr zu sich selbst.
Snapes Augen verengten sich. „Hast du das auch gelesen?"
Laura sah ihren Vater an und nickte unsicher. Er würde bestimmt wieder schimpfen.
„Dann wundert es mich nicht, dass du nicht schlafen konntest. Aber Werwölfe können nicht hier her gelangen. Ich habe das Haus gegen alles Schwarzmagische gesichert mit vielen verschiedenen Zaubern."
Snape nahm das Buch, welches neben ihm auf dem Bett lag und sah seine Tochter streng an. „Dies hier nehme ich wieder mit. Und stöbere nirgends mehr rum, ohne mich zu fragen, klar?"
Laura nickte.
„Sollte ich dich jemals wieder erwischen so etwas zu lesen," Snape hob das Buch leicht auf Lauras Augenhöhe, „glaub mir, Laura, du würdest noch Jahre später an deinen schmerzenden Hintern denken."
Lauras Wangen wurden rot. Sie nickte und senkte dann den Blick.
„Zieh dich an und komm dann frühstücken." Er gab ihr noch einen ernsten Blick und einen mahnenden Klaps auf den Hintern, bevor er aufstand.
Laura fragte leise, während sie den Hintern rieb, der eigentlich gar nicht schmerzte: „Darf ich heute mit ins Gewächshaus?"
Snape, der gerade hatte hinausgehen wollen, drehte sich um und sah Laura mit erhobener Augenbraue an. „Ja, nach dem Frühstück?" sagte er.
„Ach ja, und heute bist du um 20.00 Uhr im Bett." Snape sah Laura scharf an und schloss dann ihre Zimmertür.
Laura machte eine freche Grimasse.
TBC...
Scientific ida war wieder so lieb und nett dieses Kapitel zu korrigieren, danke vielmals Ida, Gruss Sally
