Zurück in Hogwarts

Am nächsten Tag gingen die Drei wieder nach Hogwarts. Snape und Laura apparierten bis nach Hogsmeade und gingen den Rest zu Fuss.

Laura hatte gut geschlafen, da Snape ihr einen Traumlos-Schlaftrank gegeben hatte.

Sie hatten noch zwei Tage Zeit, bis die Schule wieder los ging. Laura war seit der Irrwicht-Geschichte ziemlich anhänglich zu ihrem Vater und wich ihm kaum von der Seite.

Immer wieder glitt ihre Hand in seine ,oder sie hielt mit einer Hand ein wenig seinen Umhang fest. Als ob sie Angst hatte ,ihr Vater würde sich jeden Moment aus dem Staub machen. Wenn Snape sie dann ansah, lies sie aber schnell los, da sie nicht wie ein Kleinkind aussehen wollte, welches am Rockzipfel seinem Mutter hing.

Diese Anhänglichkeit war ungewohnt und ein wenig lästig für Snape und er war froh, dass ihre Freunde im Schloss geblieben waren. Er schickte Laura in den Gryffindor-Gemeinschaftsraum damit sie sich mit Ron und Harry treffen konnte und nicht immer an ihm hing.

Er musste noch Unterlagen für seine nächsten Klassen vorbereiten und ein paar Tränke für Madam Pomfrey brauen, bei denen er Laura nicht dabei haben wollte, zumal er es eilig hatte.

Laura verliess Snape nur widerwillig und musste sich zig mal verabschieden . Nochmals umarmen und noch einen letzten Kuss und noch einen.

Severus atmete auf, als Laura zur Tür raus war. Natürlich hatte er Lauras Anhänglichkeit auch ein bisschen genossen, es wurde mit der Zeit aber etwas nervig, wenn jemand einem alles hinterher läuft wie ein junger Hund.

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„Du glaubst nicht, Laura, was ich an Weihnachten bekommen habe, komm mit, ich zeig es dir!"

Harry war so aufgeregt und wollte der Freundin sein unglaubliches Geschenk sofort und augenblicklich zeigen. Er rannte davon und Laura und Ron, der einen neuen gestrickten Pullover trug, rannten eilig hinterher.

Im Jungenschlafsaal kramte Harry in seinem großen Koffer herum und beförderte ein seltsames Tuch hervor.

Er zog es sich über den Kopf – und war verschwunden.

Laura blieb der Mund offen stehen.

„Ein Tarnumhang," gab nun Ron seinen Kommentar dazu.

Auf Lauras Gesicht breitete sich ein Lächeln aus. „Der ist ja genial!"

Harrys Kopf erschien wieder und er grinste breit.

„Der war auch schon im Einsatz! Ich habe mich in die verbotene Abteilung in der Bibliothek geschlichen, aber der blöde Filch hätte mich beinahe erwischt."

Die Kinder probierten nun eine halbe Stunde den genialen Umhang aus und machten sich einen Riesenspaß daraus, verschiedene Körperteile verschwinden zu lassen.

Die Kinder redeten und erzählten viel, was sie alles bekommen hatten und was sie so erlebt hatten.

Allerdings behielt Laura auch vieles für sich. Sie war es sich nicht gewohnt, viel über sich zu erzählen und die Jungs mussten ja auch nicht alles wissen. Sie waren außerdem selbst so mit reden beschäftigt, dass Laura auch gar nicht groß zu Wort kam.

Vor dem Mittagessen ging Laura noch schnell in den Kerker. Sie wollte noch ihren Vater sehen und ein paar Worte mit ihm reden. Beim Mittagessen konnte sie ja nicht gut mit ihm reden.

Snape hob seine Augenbraue, als er das Mädchen zur Tür hineinkommen sah. Sie lächelte und kam zu ihm rüber. Severus saß in seinem Privatlabor auf einem Stuhl und war am Zubereiten einiger Zaubertrankzutaten. Laura trat neben ihn und als er aufsah, trat sie noch ein wenig näher. Sie setzte sich so halb auf seinen Schoß und fragte ihn, was er da für einen Trank braue.

"Ich bin kein Stuhl, setz dich hier hin!" sagte er etwas barsch und deutete auf einen Stuhl neben sich. Er sah zu dem Kind hinunter, welches sich kurz an ihn schmiegte und dann aufstand. Wenn das jemand sehen würde, dass Laura sich hier einfach, wie selbstverständlich auf seinen Schoß setzte, wäre es wohl um seinen Ruf geschehen!

Laura gab ihm einen Kuss auf die Wange und ging dann aus dem Raum. Es war sowieso Zeit zum Mittagessen. Snape sah ihr nach.

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Er will doch nur spielen

Am Nachmittag besuchten sie Hagrid, der sich zwar freute, die Kinder zu sehen, sie aber scheinbar auch möglichst schnell wieder los werden wollte. Er sei ziemlich beschäftigt, sagte er und ließ die drei nicht mal in seine Hütte. Seine Wangen waren ganz rot, jedenfall das, was man von seinen Wangen sehen konnte, durch den buschigen Bart. Seine Augen hatten einen eigenartigen Glanz und Laura fragte sich, ob er wohl krank sei.

Er schloss die hölzerne Tür vor den Nasen der verdutzten Kinder. Sie sahen sich an und zuckten die Schultern. Das waren sie von Hagrid nicht gewohnt. Ein bisschen enttäuscht drehten sie sich um und wollten ins Schloss zurück gehen.

„Wir könnten doch schnell in den Wald schauen gehen wegen der Schildkröten-Dinger im Weiher, oder?" Rons Augen leuchteten abenteuerlustig und er grinste. Ja, er hatte schon lange nichts mehr wirklich Cooles erlebt. Höchste Zeit für etwas Nervenkitzel. Ein bisschen mulmig war ihm allerdings schon zumute, bei dem Gedanken an den verbotenen Wald.

Harry nickte. „Aber wir sollten vielleicht besser mit dem Tarnumhang gehen."

Ron überlegte einen Moment und nickte dann. „Ja, komm, wir holen ihn, kommst du auch mit, Laura?"

Doch das Mädchen schüttelte den Kopf. Nein, sie wollte keinen Ärger mit Snape, auch wenn sie kaum widerstehen konnte. Irgendwie würde das ihr Vater spitz kriegen und sie würde die Konsequenzen nicht mögen, wie Snape das auszudrücken pflegte.

Sie trottete etwas missmutig mit den Jungs Richtung Schloss. Sie kaute auf ihrer Unterlippe herum und überlegte sich hin und her, ob sie es nicht doch wagen konnte mit dem Tarnumhang. Niemand würde sie sehen. Aber Snape hatte einen siebten Sinn für sowas.

Ron schupste sie ermunternd an, allerdings ein wenig zu stark und Laura stolperte. Sie konnte sich aber wieder auffangen und rannte dann dem Jungen hinterher um es ihm heimzuzahlen. Ron fand das natürlich lustig. Er war sehr schnell, aber Laura war auch sehr wendig. Sie jagten sich gegenseitig hin und her.

Als sie wieder an Hagrids Hütte vorbei kamen, hörten sie den Riesen mit seltsam hoher Stimme reden und ein komisches fauchendes Geräusch.

Die Kinder sahen sich erstaunt an. Dann gingen sie schnell auf die Hütte zu und horchten an der Tür. Sie atmeten schwer und hatten ganz rote Wangen vom Rennen.

Hagrid schien richtiggehend entzückt zu sein, so wie er sprach. Doch mit wem sprach er, mit so zuckersüßer Stimme? Noch nie hatten sie ihn so sprechen gehört. Sie hielten sich die Hände vor den Mund, um nicht zu laut zu lachen. Nein, krank tönte Hagrid nicht!

Die Kinder konnten sich einfach nicht zurückhalten und klopften nochmals laut an die Holztür. Sie hörten ein Scharren und ein Poltern in der Hütte und dann erschien Hagrids zotteliger Kopf in der Tür. Er hatte nur den Kopf hinaus gestreckt und atmete auf, als er sah, dass es die Kinder waren. Verdrehte dann aber leicht die Augen. Die Kinder blinzelten ihn unschuldig an.

„Habt ihr mich erschreckt! Was ist denn nun schon wieder, ich bin ziemlich beschäftigt, hab ich doch vorhin schon gesagt. Kommt ein andermal."

Sein Ton war ungewohnt gestresst.

„Womit bist du denn so furchtbar beschäftigt, Hagrid? Hast du Nachwuchs bekommen?" fragte Laura etwas keck und zog dem Riesen spielerisch am Bart.

Die käferschwarzen Augen ihres großen Freundes wurden sofort sanft bei dem Wort' Nachwuchs' und ein dümmliches Grinsen zeigte sich unter dem wuschligen Bart.

Er seufzte und hielt den Kindern die Tür auf. "Dann kommt halt rein," grummelte er.

Die Kinder traten ein und schielten auf den riesigen Tisch, auf dem sich etwas bewegte.

„Ich habe tatsächlich Nachwuchs bekommen, is er nicht süß, mein Norbertchen?"

Hagrid sah verliebt zu dem kleinen grünen Ding auf dem Tisch. Lauras Augen wurden groß.

„Das ist ja ein Drachenbaby!" rief Ron erstaunt. „Woher hast du denn das?"

Ron kannte sich ein wenig mit Drachen aus, da sein Bruder in einer Drachenkolonie in Rumänien arbeitete.

Schwarze Eierschalen lagen um das Drachenkind herum, welches nun die Neuankömmlinge frech und herausfordernd musterte. Den Kindern blieben die Münder offen stehen. Sie traten näher zum Tisch und staunten.

„Komm zu Mami, Schätzchen!" flötete Hagrid drei Oktaven höher als gewöhnlich. Die Kinder sahen sich vielsagend an und mussten sich mit aller Gewalt ein Lachen verkneifen. Hagrid stöhnte entzückt und streichelte Norbert mit einem Finger über den Kopf, worauf ihm der kleine Drache den Bart in Flammen setzte. Schnell löschte Hagrid den angesengten Bart und schimpfte dabei vor sich hin.

Die Kinder staunten nur. Der Drache sah nun die Kinder an, die instinktiv einen Schritt zurück gewichen waren.

Die gelben Augen des Drachen wanderten wieder zu seiner 'Mami'. Hagrid lächelte den Kleinen lieb an.

Ron konnte es nicht fassen, er wusste, wie schwierig es war, an Dracheneier zu kommen und dass man auf legalem Wege niemals eines bekommen würde.

Drachen waren viel zu gefährlich, um einfach so in einem Hintergarten gehalten zu werden.

Nicht mal Babydrachen. Sein Bruder hatte viele Verbrennungen gehabt und Ron hatte genügend erschreckende Geschichten gehört über diese unberechenbaren Wesen.

„Das ist, glaube ich, sogar ein norwegischer Stachelbuckel," bemerkte Ron und trat näher zum Tisch, um sich den kleinen Schlingel näher anzusehen.

Norbert fühlte sich provoziert und sah Ron herausfordernd an. Er fauchte und schnappte sich schnell einen Zipfel von Rons Schal und zog kräftig daran. Ron zog automatisch zurück, denn es würgte ihn und der kleine Drache war ihm auch nicht ganz geheuer. Laura trat schnell einen Schritt vor und hob die Hand um dem Freund zu helfen.

Sie zog dem Drachen den Schal mit einem Ruck aus dem Mund, was diesem ziemlich zu missfallen schien.

Er spuckte Feuer und Lauras Ärmel ihres dunkelblauen Wollpullovers fing sofort Feuer und brannte bis zum Ellbogen ab, bevor Hagrid mit einem Tuch das Feuer löschen konnte. Ron und Harry erschraken ziemlich und Ron wurde käsebleich.

Laura wollte schreien vor Schmerz, aber sie war so erschrocken, dass sie keinen Laut raus brachte. Sie starrte nur ungläubig auf ihren Arm.

Der Riese packte das Mädchen schnell am andern Arm und marschierte mit ihr zum Waschbecken.

„Halte deinen Arm hier ins Wasser. Ist es schlimm, Laura?" Hagrid sah sie besorgt an.

Laura schüttelte den Kopf, obwohl es verdammt schmerzte. Sie musste sich auf die Lippen beißen um die Tränen zurück zu halten. Sie würde nicht vor ihren Freunden weinen, wenn es sich irgendwie vermeiden ließ. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich aufs Atmen.

„Der kleine Racker wollte nur spielen, weißt du?!" Hagrid konnte dem süßen Baby einfach nicht böse sein, obwohl ihm das unangenehm war, wegen Laura. Sie schien aber nicht ernsthaft verletzt. Und wieso mussten die Kinder auch so grob sein mit seinem kleinen Schatz?!

Er inspizierte den Arm des Mädchens, aber es war nur eine ziemlich starke Rötung zu sehen. Er wusste aber, dass mit Drachenfeuer nicht zu spaßen ist. Er hoffte, die Verbrennung war wirklich nur oberflächlich.

„Man darf ihn eben nicht reizen!" Hagrid tönte beinahe vorwurfsvoll. Das fand Laura die Höhe! Ihr Arm schmerzte aber so, dass sie nichts erwiderte. Sie musste die Zähne zusammen beißen. Sie zog Hagrid ihren Arm weg und funkelte den kleinen Bösewicht strafend an, der mit den schwarzen Eierschalen spielte. Sie hätte dem Drachen auch gerne ein wenig Feuer unterm Hintern gemacht.

Ron und Harry sahen Laura besorgt an. Sie taxierten den kleinen Bösewicht mit strafenden Blicken.

Dieser ließ sich davon aber nicht beeindrucken, sondern stieß spielerisch kleine Rauchwölkchen aus den Nase, nach welchen er dann schnappte.

„Er muss eben noch ein wenig erzogen werden," sagte Hagrid entschuldigend. "Wenn das schlimmer wird, musst du in die Krankenstation, Laura," sagte der Halbriese bestimmt und wurde ziemlich rot dabei.

„Es ist eigentlich nicht direkt erlaubt.... einen Drachen zu halten," gab Hagrid verlegen zu „und ich könnte... ziemlich in Schwierigkeiten geraten, wenn ihr wisst, was ich meine. Also wenns geht, behaltet es für euch, das mit Norbert, ja?" Er sah die Kinder bittend an.

Alle drei Kinder nickten. Nein, sie würden den Freund nicht verraten, obwohl sie ziemlich sauer waren.

„Du kannst den Drachen aber nicht behalten, Hagrid, das ist viel zu gefährlich," sagte Ron bestimmt.

Hagrid nickte traurig.

"Woher hast du den überhaupt?" fragte Ron, der sich wirklich fragte, wie Hagrid zu dem Drachen kam.

"N'Fremder hatte das Ei dabei, in Hogsmeade. Im Tropfenden Kessel habe ich ihn beim Kartenspiel gewonnen. War n richtiger Glückstreffer, wenn man bedenkt, wie schlecht ich im Kartenspielen bin." Hagrid lächelte stolz und zufrieden.

"Wir sollten zurück ins Schloss gehen," sagte Harry, der sah, dass es Laura nicht gut ging. Über Lauras Gesicht lief eine Träne. Es ließ sich leider nicht verhindern.

Der Weg zurück zum Schloss, war Laura noch nie so lange vorgekommen. "Du musst wirklich schauen, wegen deinem Arm, Laura. Charlie hatte schon öfters solche Verbrennungen und die können ziemlich gefährlich sein." Laura biss sich auf die Innenseiten ihrer Wangen, um von ihrem schmerzenden Arm abzulenken. Sie musste sich richtig anstrengen, die vielen Treppen bis zum Gryffindorturm zu schaffen. Sie verzog sich sofort in ihren Schlafsaal.

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Tränen rollten Laura die Wangen runter, als sie das feuchte Taschentuch von ihrem Arm entfernte.

Die Haut hatte sich abgelöst und die Wundränder waren pink und ein wenig geschwollen.

Nur mit einem nassen Tuch hielt es Laura überhaupt aus. Laura schniefte. Sie musste es einfach raus lassen und jetzt, wo sie alleine war, gab es auch keinen Grund, das nicht zu tun.

Sie befeuchtete das Taschentuch unter dem Wasserhahn und drückte es leicht aus. Dann legte sie es wieder auf die Brandwunde, worauf der Schmerz wieder erträglicher wurde. Dann wickelte sie ein einigermassen trockenes Taschentuch darüber und zog den Ärmel des Pullis wieder darüber. Sie hätte es so gerne ihrem Vater gezeigt, denn sie wusste genau, dass er wissen würde, was zu tun war.

Laura hatte sich auch schon mal ziemlich verbrannt, als sie als etwa Sechsjährige ihre ersten Feuer am Fluss gemacht hatte.

Damals hatte sie sich Streichhölzer geklaut und hatte Holz aufeinander gestapelt, wie sie es im Fernsehen gesehen hatte. Sie hatte ein richtig schönes Feuer zu Stande gebracht und war mehr als stolz auf sich selbest gewesen.

Leider war sie auf heiße Asche getreten, als sie ihren Apfel aus den Flammen fischen wollte, der ihr vom Stock genau ins Feuer geplumst war.

Sie hatte ziemlich starke Schmerzen gehabt, aber im Vergleich zu dieser Brandwunde war es ein Klacks.

Laura überlegte, ob sie zu Madam Pomfrey gehen sollte, aber diese würde wissen wollen, von wo die Verletzung stammte, und sie würde es bestimmt Dumbledore oder ihrem Vater erzählen.

Dieser würde Laura ausfragen.

Sie konnte aber schlecht lügen und ihr Vater merkte sowieso immer alles. Sie konnte ihm nichts verheimlichen. Vielleicht konnte er sogar Gedanken lesen. Sie wollte auch gar nicht lügen.

Und sie wollte keine Verräterin sein. Deshalb würde sie dicht halten.

Auch wenn sie verdammt sauer war auf den verflixten Drachen und auch ein wenig auf Hagrid. Denn der hatte die ganze Sache nur herunter gespielt.

'Er will doch nur spielen, der kleine Schatz' Pah!

Nein, Laura musste selber raus finden was gegen solche Verletzungen half. Wofür hatte sie schließlich einen Zaubertrank-Spezialisten zum Vater?

Den abgefackelten Pulli konnte Laura auch nicht mehr brauchen. Nun hatte sie nur noch zwei Pullis. Einer gehörte zur Schuluniform und der, den sie jetzt an hatte, war nicht so schön warm.

Sie schämte sich aber ihrem Vater zu sagen, dass er ihr Kleider kaufen müsse. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Snape es lieben würde, mit ihr einen Einkaufsbummel zu machen. Bei dem Gedanken musste sie trotz ihrer Schmerzen lachen.

Sie wollte auch nicht, dass er für sie Geld ausgeben musste. Sie hätte doch mehr mitnehmen sollen von ihrer Cousine. Leider hatte diese aber fast nur so doofes übertriebenes Zeug im Kleiderkasten, das Laura nicht mochte. Ihr Onkel hatte ihr zwar angeboten, ihr auch etwas eigenes zu kaufen, aber Laura waren die Kleider nie so wichtig gewesen und sie war auch gut klar gekommen, mit den Kleidern ihrer Cousine.

Nein, diese zwei Pullis mussten einfach reichen! Jedenfalls solange sie ihr passten.

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Eine halbe Stunde später stand sie neben Snape, der in seinem Labor einen Trank vorbereitete.

„Dad?" fragte Laura unschuldig, als sie ihm eine Wurzel raspelte.

„Gibt es eigentlich auch Zaubertränke oder Zaubersalben, die Hautkrankheiten und solche Sachen heilen?"

Snape sah kurz vom Trank auf, den er rührte: „Natürlich," sagte er und Laura sah ihn erwartungsvoll an, als erwarte sie ein bisschen etwas Ausführlicheres.

„Und zum Beispiel auch gegen Verbrennungen?" fragte Laura weiter „oder Erfrierungen" hängte sie noch schnell an, damit es nicht zu auffällig war.

Snape runzelte leicht die Stirn. „Es gibt gegen praktisch alles den richtigen Trank, Salbe oder Lösung. Aber wenn die Erfrierungen zu stark sind, also abgestorben, nützen auch diese nichts mehr. Dasselbe gilt für Verbrennungen, die zu stark, also verkohlt sind."

Laura senkte den Blick und nickte. „Und welche Salben sind denn gegen Verbrennungen?"

Snape wurde langsam skeptisch. „Das hängt ganz von der Art der Verbrennung ab. Bei normalen Verbrennungen hilft die Recuro-frigidari-Tinkur am Besten."

Snape gab ihr einen prüfenden Blick. „Weshalb möchtest du das so genau wissen?"

Laura zuckte nur die Schultern und raspelte die Wurzel weiter. Sie fuhr sich mit der Hand über das Gesicht, auf dem sich Schweißtropfen gebildet hatten. Ihr war so heiß.

„Darf ich noch ein wenig raus, Dad?" fragte sie ein paar Minuten später und fuhr sich nochmals über die Stirn.

Ohne von seinem Trank aufzusehen, antwortete Snape: „Ja, eine halbe Stunde. Angemessen gekleidet! Es ist kalt." Wenn Snape aufgesehen hätte, hätte er Laura angesehen, dass es ihr nicht gut ging. Er arbeitete aber ziemlich konzentriert, da der Trank gerade in der empfindlichen Anfangs-Phase war.

Kalt. Das war genau das, was Laura jetzt brauchte. Laura sprang von ihrem Stuhl auf und rannte an Snape vorbei Richtung Tür. Als sie bei ihrem Vater durchkam packte er sie schnell am Arm, zum Glück am unverletzten, und sah sie streng an.

„Angemessen gekleidet habe ich gesagt!" Laura sah ihn mit großen Augen an. Snape hasste es, sich wiederholen zu müssen und Laura hatte überhaupt keine Lust, dass er sie jetzt ausschimpfte.

„Ja, Sir," sagte sie schnell, drehte sich um und ging zurück zu dem Tisch an dem sie vorhin gesessen und die Wurzel geraspelt hatte.

Laura schnappte sich die Jacke, welche sie über eine Stuhllehne gehängt hatte.

Schnell rannte sie raus in den kühlen Abend. Snape sah ihr stirnrunzelnd nach. Laura war irgendwie seltsam gewesen. Er würde sich heute Abend mit ihr unterhalten und rausfinden, was sie im Schilde führte.

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Laura saß auf der Steintreppe, als ihr plötzlich aus dem Nichts ein Schneeball entgegen geflogen kam.

Sie konnte nicht mehr ausweichen und der Schnee klatschte ihr gegen den Pulli.

Sie schaute sich verdutzt um und musste dann grinsen als sie die Fussspuren im Schnee sah.

„Das kriegt ihr zurück, Jungs!" sagte sie und schaute sich suchend um.

Sie hatte allerdings nicht wirklich Lust es den Jungen heim zu zahlen, sie fühlte sich irgendwie zittrig und ein bisschen müde. Der Arm brannte und schmerzte.

Harry und Ron erschienen nun ein paar Meter von Laura entfernt. Zumindest die Köpfe. Sie grinnsten breit.

„Sag mal, ist dir nicht kalt?" fragte Harry erstaunt, als er Lauras Jacke neben dem Mädchen auf der Treppe liegen sah.

Laura schüttelte den Kopf. "Nee, aber... könnte ich mir deinen Umhang borgen, Harry? Ich..." Laura schaute die Freunde etwas verlegen an, „ich brauche eure Hilfe, Jungs."

Neugierig schauten die beiden ihre Freundin an. Was hatte sie wohl vor?

„Mein Arm." Sie hob den verwundeten Arm leicht an. „Er schmerzt ziemlich. Ihr müsst Poppy ablenken für mich, damit ich mir eine Salbe holen kann."

Die Jungen nickten und Ron sah ein bisschen besorgt aus. Das mit Lauras Arm gefiel ihm nicht. Nicht nach all dem, was sein Bruder ihm erzählt hatte. Er fragte Laura, ob sie denn wisse, welche Salbe half. Sie erklärte den Jungs mit knappen Worten, wie sie Snape ausgefragt hatte. Sie hatte kleine Lust lange zu reden.

Die drei heckten kurz einen Plan aus, wie sie die Krankenschwester von ihrer Krankenstation weg locken könnten, damit Laura Zeit hatte, sich umzusehen.

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„Madam Pomfrey, Ron hat sich draußen den Knöchel verstaucht, und es tut ihm ziemlich weh. Er kann nicht rein humpeln... und...."

Madam Pomfrey, die gerade dabei war etwas zu schreiben sah hoch und nickte. „Ist gut, Miss Smethurst, ich kümmere mich darum. Wo ist denn ihr Freund jetzt?"

Laura war froh, dass es ihr gelungen war die Lüge halbwegs glaubhaft rüber zu bringen. Ihr war ein wenig schwindlig.

„Er sitzt draußen vor dem Schloss, bei der Eingangstreppe." Laura wurde leicht rot. „Und er friert ein bisschen," fügte sie hinzu, um die ältere Dame zur Eile anzutreiben.

Die Krankenschwester schnappte sich ihren schwarzen Leder-Koffer und ging eilig an Laura vorbei.

„Gehen sie in ihren Gemeinschaftsraum, Miss Smethurst. Mister Weasley wird es bald besser gehen. Ich schicke ihn dann zu Ihnen."

Laura sagte brav „Ja, Ma'am" aber statt in den Gemeinschaftsraum zu gehen zog sie sich schnell den Tarnumhang über und schlich sich ins Büro der Frau, wo auch die Tränke und Salben verstaut waren.

Wenn sie nur wüsste, wo sie suchen musste. Sie sah ein Regal, wo nur Töpfe mit Salben standen.

Lange hatte sie nicht Zeit. Die Krankenschwester würde den Bluff schnell merken und nicht gerade erfreut sein, über den Streich. Laura sah die Töpfchen und Dosen durch, die fein säuberlich angeschrieben waren.

Ein paar musste sie drehen, damit sie lesen konnte was drauf stand.

Recuro-frigidari-Lotion. Endlich, sie hatte sie gefunden. Oh, war sie froh. Der Schweiß lief ihr die Wangen hinunter.

Laura wollte die Salbe nicht stehlen.

Nein, diesen Fehler würde sie nicht nochmals machen. Sie würde sich gleich hier etwas davon auf den Arm streichen und den Topf dann wieder genau so hinstellen wie er jetzt da stand.

Sie hatte gerade den Deckel des Töpfchens aufgemacht und der Duft der bräunlichen Salbe stieg ihr in die Nase, als sie etwas hinter sich hörte.

„Miau," kam die anklagende Stimme von Miss Norris, die scheinbar etwas gehört hatte und nun ihrem Spioniertrieb nachging. Laura drehte sich erschrocken um.

Aber zum Glück war sie ja unsichtbar.

Das verdammte Vieh! dachte Laura verzweifelt.

Und nun kamen auch schon Filchs Schritte näher. Oh nein, dachte das Mädchen, aber da fiel ihr ein, dass sie ja unsichtbar war.

„Aber Miss Norris, meine Liebe, da ist ja gar Niemand," sagte Filch zu seiner Katze und sah sich suchend um. Seine stechenden Augen wanderten in der Krankenstation und dann im Büro umher.

Als Laura bemerkte, dass ihre Hand , welche den Topf hielt ,ausserhalb des Tarn-Umhangs war und deshalb leider sichtbar , hatte auch Filch schon die Hand entdeckt.

Erst erschrak er ziemlich, aber er hatte sich schnell wieder gefasst. Er lächelte boshaft.

„So, so" sagte er schadenfreudig und streckte seine Arme vor sich, um nach dem versteckten Missetäter zu tasten. Mit zwei Schritten war er direkt vor Laura und dem Topf.

Laura hatte den Arm schnell eingezogen und drückte sich jetzt ganz an den Rand der Regale.

Sie hielt den Atem an, aber nun spürte sie die Hand von Filch, der sie ertastet hatte und ihr den Umhang vom Kopf zog. Leider hatte er auch ein paar ihrer Haare erwischt und sie hätte gerne geschrien, als er sie ihr ausriss.

Mit lautem, erschrockenem 'Miau' machte sich Filchs Katze aus dem Staub, als sie das Mädchen erkannte.

Eine Grimasse formte sich auf Filchs hässlichem Gesicht, als er Laura höhnisch ansah.

„Wen haben wir denn da? Die Snape-Göre!" Er konnte seine Freude nicht verbergen und Laura sah ihn trotzig an.

Als sie den Mann roch, fühlte sie sich noch schlechter als vorhin. Sie verzog angewidert das Gesicht.

Filch hätte ihr am liebsten ins Gesicht geschlagen, aber das wagte er nicht.

„Auf frischer Tat ertappt, beim Stehlen in der Krankenstation. Da wird Dumbledore aber nicht erfreut sein. Oh nein!"

Filch sah überlegen auf Laura hinunter die nun auf den Topf in ihrer Hand starrte.

„Das werd ich leider melden müssen, zu schade." Er genoss seine Überlegenheit sichtlich, was Laura noch mehr anwiderte.

„Ich habe nichts gestohlen," sagte Laura. Sie wollte auf keinen Fall, dass Filch sie verpfiff. Das würde nicht nur für klein Norbert und Hagrid unangenehm werden.

Doch wie konnte sie das verhindern?

Die Wut, welche Filch bei dem Streich gegen seine geliebte Katze empfunden hatte, schäumte wieder in ihm auf. In seinem Hirn formte sich ein gemeiner Racheplan.

„Ich könnte mich allerdings entscheiden, dich nicht zu melden," sagte Filch unheilverkündend.

Laura sah langsam und misstrauisch zu ihm rauf „Ach ja? Und was müsste ich dafür tun? Etwa deine Füße küssen?"

Schon bei dem bloßen Gedanken daran hätte sich Laura übergeben können.

„Aber nein, davon hätte ich ja nichts," antwortete Filch in fiesem Ton und beugte sich zu Laura hinunter, die die Nase rümpfte. „Du wirst ein wenig für mich arbeiten. Jeden Tag. Eine Woche lang."

Ja, er würde sie schuften lassen. Die Rache würde so süß sein, vor allem, wenn er sie schlussendlich trotzdem bei dem Schulleiter anschwärzen würde.

„Was?" wollte Laura wissen und Filch fasste sie grob am Arm.

Laura schrie, denn er hatte sie genau an der Verbrennung erwischt. Er grinste zufrieden und drückte noch ein wenig fester zu.

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„Hop hop, leg nur einen Zahn zu, wir haben leider nicht den ganzen Abend Zeit!"

Filch sah feixend zu dem Mädchen hinunter, welches mit einer Bürste am Boden von Filchs Büro kauerte und halbherzig schrubbte.

Lauras Stirn war schweißnass. Ihr war so heiß. Und übel.

Ihre Hand zitterte leicht, was sie aber zu unterdrücken versuchte, da Filch sonst womöglich noch geglaubt hätte, sie zittere aus Angst vor ihm. Diese Genugtuung gönnte sie ihm nicht. Ihr Arm schmerzte fast unerträglich.

„Ich müsste vielleicht meine Peitsche wieder mal aus dem Schrank holen, ich wette, dann ginge es bedeutend schneller," drohte Filch höhnisch.

Natürlich war es ein Bluff, aber er musste die Gelegenheit schließlich nutzen, um ihr ein wenig Angst zu machen.

Außerdem hätte er schon nicht schlecht Lust, der Kleinen ordentlich ein paar über zu ziehen. Das würde dem frechen Balg nicht schaden. Er setzte sich in einen Armsessel und sah Laura beim Schrubben zu.,

Laura biss ihre Zähne zusammen. Sie konnte sich nicht mehr auf den verletzten Arm aufstützen zum putzen. Etwas Warmes, Angenehmes prickelte an Lauras Hals und sie fasste sich an das Amulett, welches ihr Snape geschenkt hatte.

„Mir ist nicht gut," meldete sich Laura plötzlich, als Filch gerade dabei war, sich auszumalen, wie schön es doch sein würde, ein paar der alten Methoden an dem Gör anzuwenden.

„Dann ist ja gut," sagte Filch fies mit einem selbstgefälligen Lächeln im Gesicht. Seine Falten um die Augen herum wurden noch tiefer, als er Laura zufrieden ansah.

Laura war ganz blass und kalter Schweiß lag auf ihrer Stirn, doch Filch genoss seine Position viel zu sehr, um davon Notiz zu nehmen.

Er dachte sich sowieso, dass Laura sich nur vor der Arbeit drücken wollte. Er stichelte, sie solle nicht so faul sein und sich gefälligst ein wenig beeilen.

Sie putzte weiter. Sie hasste diesen Mann, denn sie spürte genau, wie schadenfreudig er war und wie er es genoss sie zu quälen. Die Zeit wollte nicht vergehen.

So ein Sklaventreiber! Dachte Laura bitter.

Ihr Arm tat so weh und sie fühlte sich, als müsse sie sich jeden Moment übergeben. Sie nervte sich, dass Hagrid sein Norbertchen-Baby noch so in Schutz genommen hatte. Laura starrte die Bürste in ihrer Hand.

'Wieso dreht sich denn die Bürste so wild im Kreis?' dachte Laura und sah die Bürste genauer an. Sie blinzelte. Die Bürste drehte sich immer schneller und schneller.

Sie spürte den Stein an ihrem Hals, warm und beruhigend. Aber ihr Arm schmerzte abartig und die Bürste drehte ihre Pirouetten. Tanzte sie? Laura war sich plötzlich gar nicht mehr so sicher, ob das ein Traum war. War sie überhaupt wach? Immer wilder wurde dieser Bürsten-Tanz und wie aus weiter ferne hörte sie eine Stimme, die schimpfte. Oder sang, Laura wusste es nicht so recht.

In diesem Moment wurde es schwarz vor ihren Augen. Sie sackte zusammen auf Filchs Büroboden.

„Hör auf mit der Schauspielerei!" rief Filch ein wenig zu schrill. Das Mädchen tat doch nur so! Er tippte sie mit dem Fuß an, doch das Kind rührte sich nicht. Sie sah wirklich ziemlich blass aus.

Nun bekam es Filch doch mit der Angst zu tun. Was sollte er tun? Wieso fällt die einfach so in Ohnmacht? fragte sich der ältere Mann und verzog sein Gesicht.

Oder spielte sie das doch bloß? Er tippte sie nochmals mit dem Schuh an, diesmal ein wenig stärker. Nichts.

Verdammt! Nun musste er diesen verdammten Snape-Balg auch noch anfassen?!

Nein! Er würde den Schulleiter holen.

Er sah nochmals zu dem Kind.

Schnell räumte er die Bürste weg, die immer noch in Lauras Hand war und eilte dann zum Schulleiter ins Büro. Auf dem Weg dorthin überlegte er fieberhaft, was er Dumbledore wohl erzählen sollte.

TBC...

Liebe Mara, danke vielmals für dein liebes Review! Ja, Irrwichte sind nicht bei vielen wirklich beliebt ;-) Schön, dass dir die freche Laura gefällt, sie hält Snape ganz schön auf Trab, nicht wahr? So wird ihm wenigstens nicht langweilig :-D .

scientific ida hat wieder fleissig korrigiert, danke dir vielmals , Ida :-) Gruss an alle Sally ( und reviewen nicht vergessen !!!!!!)