Der lieben scientific ida möchte ich herzlich für ihre Unterstützung und das Korrigieren danken :-)
Snapesdaughter, vielen Dank für dein Review , freut mich sehr! Hoffe dieses Kapi gefällt dir auch, Gruss Sally
Brenzlig!
Professor Dumbledore legte das bleiche Kind gerade auf ein Bett in der Krankenstation als Severus Snape mit ernstem, etwas besorgtem Gesicht und wehendem Umhang zur Tür herein eilte. Er ließ sich die innere Anspannung nicht anmerken.
Die Krankenschwester ließ sofort ihren Zauberstab über Lauras Körper schweifen, während Snape Dumbledore fragte, was passiert sei. Dumbledores Patronus hatte ihn nur angewiesen sich umgehend in den Krankenflügel zu begeben. Da die Schule noch nicht begonnen, hatte Severus sich schon gedacht, dass wohl etwas mit Laura war.
„Sie lag bewusstlos auf dem Boden in Filchs Büro, Severus, ich weiß nicht, was vorgefallen ist." Dumbledore sah besorgt zu Laura hinunter. Filch hatte ihm zwar eine Geschichte aufgetischt, aber schon nach dem ersten Satz war Dumbledore klar gewesen, dass sie erfunden war.
Madam Pomfrey nickte nun und kratzte sich am Kinn.
Snape und Dumbledore sahen sie erwartungsvoll an. Snapes Herz schlug sehr schnell. Was war nur passiert? Laura war so erschreckend blass und sie war bewusstlos! Was war mit seinem Kind? Was hatte ihr dieser Bastard angetan?
Ohne ein Wort schälte Poppy das Mädchen aus ihrem Pulli. Snape stand nervös daneben. Er hätte das tun können, sie war sein Kind. Er fühlte sich so nutzlos, einfach nur da zu stehen und nichts zu tun.
„Sagen Sie schon, Poppy, was ist los mit ihr?" Er hielt es kaum noch aus, aber seine Stimme blieb ruhig. Madam Pomfrey nickte Severus zu.
„Gleich, Severus, sehen Sie selbst."
Als die Erwachsenen den Verband sahen, tauschten sie erstaunte Blicke aus.
Lauras Augenlider begannen zu flattern und ein leises Stöhnen trat aus ihrem Mund.
Sie öffnete die Augen leicht und Madam Pomfrey wickelte den Verband von Lauras Arm.
„Nein," flüsterte Laura kaum hörbar und Snape sah das Mädchen besorgt an. Er sah, wie sie den Arm wegzuziehen versuchte, aber es fehlte ihr die Kraft. Es beelendete Snape, sie so hilflos zu sehen, so schwach.
Die Schwester entfernte das Taschentuch, welches an der Wunde leicht klebte. Laura jammerte leise.
Die Wunde war ziemlich entzündet und hatte an den Rändern eine ungesunde Farbe angenommen. Das Grünliche an den Wundrändern verriet den Zauberern die Ursache für die Verletzung. Poppy staunte, wie groß die Wunde war.
Snape sah die Krankenschwester verwirrt an.
„Das kann doch nicht sein, oder?" fragte er und tönte erstaunt und besorgt.
Madam Pomfrey nickte und sah Snape ernst an. „Doch Severus, das kann nur von einem Drachen stammen."
Die drei Erwachsenen waren sprachlos. Wo, um alles in der Welt, gab es denn hier bitteschön Drachen?
Snape sah zu Laura hin und bemerkte, dass das kleine Mädchen ihn ansah. Ihre Haut war so blass und ihre Augen schienen noch größer und schwärzer als sonst. Ihre Lippen stachen rot hervor. Severus' Magen krampfte sich zusammen bei diesem Bild. Er hätte sie am liebsten an sich gedrückt. Er war froh, dass sie zumindest wieder bei Bewusstsein war.
Er bemerkte, dass Laura ihm etwas sagen wollte und er beugte sich zu ihr hinunter.
„Dad......... es... tut mir Leid," hauchte Laura und es schien sie ziemlich anzustrengen die Worte raus zu bringen.
Snape nickte und seine Augen waren sanft. Seine innere Unruhe wollte er das Mädchen nicht spüren lassen. Trotz Dumbledores Anwesenheit legte er Laura die Hand auf den gesunden Arm.
„Sie hat Fieber," bemerkte Poppy, während sie die Wunde mit einer Lösung säuberte. „Das gefällt mir nicht. Die Wunde scheint mehrere Stunden alt zu sein."
Laura rannen ein paar Tränen seitlich am Kopf runter und verschwanden in ihren Locken. Sie sah immer noch zu ihrem Vater und ihre Augen schwammen in Tränen.
„Es könnte eine schwache Narbe zurück bleiben," meinte die Krankenschwester sachlich und verschwand Richtung Büro.
„Aber das ist im Moment noch das kleinste Problem," fügte sie ernst hinzu, während sie davon ging.
Severus merkte, wie seine Hände zu schwitzen begannen. Er sorgte sich um sein Kind. Er wollte bloß eines, nämlich, dass Laura so schnell wie möglich wieder gesund wurde.
Madam Pomfrey kam mit zwei Fläschchen zurück und trat ans Bett. Sie hob Lauras Oberkörper ein wenig an und führte eines der Fläschchen an Lauras Lippen.
Mit großen Augen sah diese die Frau an, die ihr ermunternd zulächelte. Laura drehte langsam den Kopf und sah ihren Vater fragend an.
Der nickte leicht. Laura trank den Zaubertrank und verzog das Gesicht auf dem immer noch Schweisströpfchen glänzten.
Dann schloss sie die Augen. Sie wollte nur schlafen. Es war ihr egal, was um sie herum geschah. Sie war nur so unendlich müde.
Als Laura eingeschlafen war, öffnete Poppy das andere Fläschchen und tröpfelte den Inhalt auf die Brandwunde.
„Haben sie noch von der Drachenfeuersalbe, Severus?" wandte sie sich an den Tränkemeister, der ein ziemlich finsteres Gesicht machte.
Er schien gerade in Gedanken versunken gewesen zu sein und sah jetzt die Heilerin an.
„Ja, aber zu Hause. Ich werde sie sofort holen," sagte er. Er verließ seine Tochter jetzt nur ungern, war aber gleichzeitig froh, etwas tun zu können.
Mit großen Schritten entfernte er sich. Er würde außerhalb des Schlossgeländes sofort nach Hause apparieren.
Es war schon dunkel draußen und Snape fragte sich, wie Laura zu dieser Verbrennung gekommen war.
Er würde es schon noch raus finden. Es versteckte wohl niemand einen Drachen in der Nachttischschublade!
Aber er war ziemlich besorgt um seine Tochter. Es war nun das Wichtigste, dass sie sich rasch wieder erholte. Sein Herz hämmerte schnell in seiner Brust.
Es bereitete ihm vor allem Sorgen, dass sie noch Fieber hatte.
Wieso war sie nicht gleich zu ihm gekommen und hatte um Hilfe gebeten?
Hatte sie Angst gehabt, bestraft zu werden? Wenn sie sofort gekommen wäre, hätte sich die Wunde nicht entzündet und die ganze Sache wäre viel weniger gefährlich gewesen.
Deshalb also die Fragerei wegen der Brandwunden-Salbe.
Er beschleunigte seine Schritte. Jede Minute war jetzt wichtig.
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Er wusste nicht genau, was er gelesen hatte. Snape saß neben Lauras Bett auf einem Stuhl. Draußen war es schon hell geworden. Nachdem ihm Poppy versichert hatte, dass sie ihm sofort mitteilen würde, wenn Laura aufwacht, war Snape ein paar Stunden in sein Quartier gegangen um zu schlafen. Nun saß er seit zwei Stunden hier, neben Lauras Bett.
Sie hatte nun einige Stunden geschlafen. Die Wunde war versorgt und war schon ziemlich gut verheilt. Auch Fieber hatte sie kaum mehr.
Er war froh, dass er in den Ferien noch von dieser Salbe zubereitet hatte. Er dachte an Lauras erste Begegnung mit Drachenfeuersalbe zurück und verzog leicht sein Gesicht. Damals hätte er nicht gedacht, dass er diese Salbe schon bald brauchen würde. Schon gar nicht für Laura.
Er würde so bald wie möglich mit Dumbledore reden, aber jetzt wollte er warten, bis Laura aufwachte. Sie sah schon ein wenig besser aus.
Die letzten paar Minuten war Laura unruhig gewesen und hatte sich immer wieder bewegt im Schlaf.
Als Snape nun aufblickte, hatte sie die Augen offen, aber sah nur gerade aus. Ihr Blick war noch nicht klar und sie sah müde aus und blinzelte viel.
Severus stand auf. Endlich! dachte er.
Lauras Augen bewegten sich zu ihm hin. Es ging einen kleinen Augenblick, bis sie ihren Vater erkannte, der auf sie hinunter sah. Ihr Gesicht erhellte sich, als sie in die vertrauten schwarzen Augen blickte.
Sie hob leicht den Arm, um ihn anzusehen. Es war wieder ein Verband dran. Doch sie hatte keine Schmerzen mehr.
„Bist du böse auf mich?" fragte Laura zögernd und klang heisrig.
Snape antwortete nicht, sondern nahm ein Fläschchen vom Nachttisch und half Laura, sich eine wenig aufzurichten.
Ohne Protest trank Laura und verzog nicht mal das Gesicht. Sie sah ihren Vater forschend an. Doch sein Gesicht sah neutral aus.
Sie hatte wieder ein wenig mehr Farbe im Gesicht.
Ron und Harry kamen in die Krankenstation gerannt und blieben abrupt stehen, als sie den Professor sahen.
Laura drehte den Kopf und lächelte die beiden Freunde an, die nun zögernd näher traten.
Da Snape nichts sagte, kamen sie bis neben Lauras Bett.
„Was ist denn passiert?" fragte Ron leise und sah Laura besorgt an.
„Das, Mister Weasley, möchte ich auch gerne wissen," sagte Snape streng und blickte zwischen den Jungen hin und her.
Diese traten nervös von einem Bein aufs andere und suchten nach Worten. Rons Ohren waren knallrot. Poppy hatte Snape und Dumbledore davon erzählt, dass Laura sie von der Krankenstation weggelockt hatte und ihr eine Geschichte von einem verletzten Mr. Weasley aufgetischt hatte. Mehr wusste Snape noch nicht. Vor allem, wie sie dann auf Filchs Büroboden geendet hatte, wollte er wissen.
Erleichtert sahen die Jungen auf, als sie die Stimme des Schulleiters hinter sich hörten.
„Severus, ich habe mich der Sache bereits angenommen," sagte dieser mit ruhiger Stimme und Snape sah ihn finster an.
Dumbledore hielt Harry seinen Umhang hin, den Laura im Büro von Madam Pomfrey hatte fallen lassen.
Harry nahm ihn verlegen entgegen und Laura lief rot an.
„Dürfte ich gütigerweise auch erfahren, was hier vor sich geht?" Snape spürte seine Geduld dünner und dünner werden. Er sah den Schulleiter erwartungsvoll an.
Er wollte über den Vorfall informiert werden und zwar sofort. Schließlich ging es hier um sein Kind.
Dumbledore hob beschwichtigend seine Hand. „Natürlich Severus, entschuldigen Sie."
Er strich sich mit der Hand über den langen silbernen Bart.
"Hagrid hat von einer zwielichtigen Gestalt ein Drachenei gewonnen. Natürlich konnte er der Versuchung nicht widerstehen, das Ei auszubrüten."
Snape verdrehte die Augen und antwortete etwas gereizt: „Natürlich nicht!"
„Der Drache ist aber trotz seines zarten Alters ziemlich gefährlich, wie Laura leider am eigenen Leibe erfahren musste."
Die Stimme des Schulleiters war sachlich und ruhig und ging Severus ziemlich auf die Nerven.
Schließlich war hier seine Tochter ernsthaft verletzt worden.
„Die Kinder wollten ihren Freund nicht verraten, was zwar sehr nobel ist," Dumbledore lächelte die drei Kinder nun freundlich an. „Aber in diesem Fall hätte dies drastische Folgen haben können."
Verlegen sahen sich die Kinder an, als der Schulleiter weiter redete. „Drachenfeuer ist nicht wie normales Feuer. Es kommt bei solchen Verbrennungen sehr häufig zu schlimmen Entzündungen, da das Feuer aus dem Nasenraum der Tiere stammt, wo sich sehr viele Bakterien befinden. Spezielle Bakterien, die sowohl dem Feuer trotzen können, und leider auch vielen Heiltränken."
Der Blick von Dumbledore war nun ziemlich ernst geworden.
Laura griff sich an den Stein an ihrer Kette, denn sie spürte ihn wieder warm werden. Snape folgte ihrer Bewegung mit den Augen und sah, dass der Stein beinahe durchscheinend war. Laura fühlte, wie sich die Wärme in ihr ausbreitete und fühlte sich sofort kräftiger.
In diesem Moment betrat die Krankenschwester den Raum und scheuchte die Kinder raus mit der Begründung, dass Laura noch sehr viel Ruhe brauchte.
Dumbledore schickte die Jungs frühstücken. Sie verabschiedeten sich schnell von Laura und waren froh, den vorwurfsvollen Augen ihres Zaubertranklehrers zu entkommen.
Und Laura war auch froh, denn sie war wirklich sehr müde.
Als nur noch Snape und Dumbledore bei Laura waren, hielt Snape seine Hand auf ihre Stirn. Nein, Fieber schien sie keines mehr zu haben. Zum Glück!
Fürs Erste ließ er es gut sein, Laura brauchte wirklich Ruhe. Aber er wollte jetzt von Albus wissen, was es mit dem Tarnumhang auf sich hatte und mit Filch. Laura schloss ihre Augen und drehte sich zur Seite.
„Severus, mein Junge, wie ich bereits erwähnt habe, trägt Argus keine Schuld an Lauras Verletzung. Warum Laura sich zum Zeitpunkt, als sie in Ohnmacht fiel, in seinem Büro aufgehalten hatte, kann ich Ihnen aber leider auch nicht genau beantworten." Albus Dumbledore sah in das angespannte Gesicht von Severus, dessen Augen sich verengten.
„Wie auch immer," redete der Schulleiter weiter. „Ich habe Argus klar mitgeteilt, dass es größere Konsequenzen mit sich ziehen würde, falls sowas wieder vorkommen sollte."
Dumbledore hatte sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmte, als Filch in sein Büro gestürmt war. Argus hatte eine fadenscheinige Geschichte erzählt, Laura habe an seiner Bürotür geklopft und habe ihn um Hilfe gebeten, da sie sich nicht wohl fühle und dann sei sie einfach zusammengebrochen. Man musste kein Hellseher sein, um zu merken, dass an dieser Geschichte etwas faul war.
Dumbledore wusste, dass der alte Mann seinen Unmut darüber, dass er selbst nicht magisch war, gerne an den Schülern ausließ. Er konnte allerdings nicht tolerieren, dass er einem Kind dabei Unrecht tat. Und das dies hier der Fall gewesen war, warum auch immer, bezweifelte der Schulleiter nicht. Auch er hatte den Streich der Kinder gegen Filchs Katze mitbekommen und auch die feindseligen Blicke, die der Mann seither den Kindern, insbesondere Laura, gab.
„Albus, Filch hat sich ganz klar an Laura gerächt, für ihren Streich mit seiner Katze. Er lässt seinen Frust an meiner Tochter aus." Severus war wütend. Nicht nur auf Filch, sondern auch auf das Riesenbaby Hagrid. Wie konnte man nur so naiv sein, wie dieser Halbriese. Und warum musste Laura mit diesem Monster-Fanatiker befreundet sein? Und warum war immer Laura daran beteiligt, wenn etwas vorfiel in diesem Schloss?
Der Schulleiter nickte nachdenklich.
„Ich heiße es nicht gut, wenn man seinen Frust und seine Agressionen an Kindern auslässt, Severus. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass Argus nicht der einzige ist, der die Schüler hin und wieder seinen Unmut spüren lässt und nicht immer gerecht ist."
Snape fixierte den Schulleiter mit seinen schwarzen Augen. „Was wollen Sie damit andeuten, Albus?" fragte er ungeduldig.
Dieser sah über die Ränder seiner Brille und sagte ernst: „Man sollte Leute nicht zu schnell verurteilen, Severus. Und wegen des Tarnumhangs, ich nehme an, die Kinder wollten sich mit seiner Hilfe eine Salbe oder einen Trank für Lauras Verbrennung besorgen."
Severus nickte und Albus sah, wie er seine Zähne zusammen biss. „Gehe ich richtig in der Annahme, dass Sie Potter den Umhang gegeben haben?" fragte Snape und tönte nicht begeistert.
Dumbledore bejahte und war sich selbst nicht so sicher, ob das eine weise Entscheidung gewesen war.
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„Ich hab dir was mitgebracht, Laura. Der arme Kerl hat wahrscheinlich seine Mami verloren."
Hagrid hatte sich hundertmal bei Laura entschuldigt.
Er war zwar immer noch sehr traurig, dass er den Drachen nicht behalten konnte, aber er verstand es auch. Es musste ja nicht noch mehr passieren. Und Norbert würde es gut gehen bei Charlie in Rumänien. Hoffte er jedenfalls. Er würde ihn besuchen. So bald wie mögllch.
Laura war bei seinen Worten hellhörig geworden.
Hagrid griff in seine Manteltasche.
Was meinte er wohl mit 'der arme Kerl'? Bei Hagrid wusste man nie, ob er im nächsten Moment eine arme, süße, kleine Giftschlange zur Tasche raus ziehen würde, die ja bestimmt ihre Mami vermisste.
Ein riesiges Lächeln breitete sich auf Lauras Gesicht aus, als zwischen den riesigen Fingern eine kleine Nase und zwei süße Knopfaugen zum Vorschein kamen.
„Er sucht noch ein Frauchen," grinste Hagrid breit.
Laura streckte ihre Hand aus und Hagrid legte das süßeste Wesen hinein, das Laura je gesehen hatte.
Das kleine Streifenhörnchen schnupperte neugierig an Lauras Gesicht rum, als sie es zu sich hin hielt.
„Pass auf, das beißt dir noch die Nase ab," witzelte der Riese und Laura lächelte.
„Danke!" bekam sie knapp heraus.
Sie war so gerührt. Sie hatte sich schon lange ein Tier gewünscht, hatte aber nicht gewusst, was für eines. Und sie war sich auch nicht so sicher, wie Snape darauf reagieren würde.
Sie breitet ihre Arme aus und Hagrid drückte das Mädchen verlegen an sich. Er wusste, dass er vorsichtig sein musste, damit er sie nicht zerquetschte und er blinzelte ein paar Tränen weg.
„Jimmy," sagte Laura, als sie das Tierchen betrachtete.
Bei den süßen Knopfaugen war ihr gleich der Name Jim Knopf eingefallen und sie fand, dass Jimmy gut passte.
Hagrid lächelte. „Es ist aber ein Mädchen."
Laura lächelte zurück. „Das ist egal."
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„Du sagst mir jetzt ganz genau, was meine Tochter in deinem Büro gemacht hat."
Snape sah gefährlich auf Filch hinunter, der zu zittern begonnen hatte. Schweiß war auf seine Stirn getreten.
Dieser verdammte Gift-Mischer wollte sich mit der Erklärung, die er Dumbledore abgegeben hatte, nicht zufrieden geben. Allerdings hatte der Schulleiter auch durchblicken lassen, dass er ihm nicht glaubte und ihm unangenehme Konsequenzen angedroht. Alles nur wegen diesem verdammten Balg!
„Ich habe d...dem Schulleiter alles gesagt," sagte Filch unsicher.
„Du hast genau noch eine Chance Filch. Sag die Wahrheit oder... muss ich nachhelfen?" Snapes Stimme war leise aber rasiermesserscharf. Er hatte den Hausmeister nun am Kragen gepackt und sah warnend auf ihn hinunter.
Filchs Beine drohten zu versagen unter dem tödlichen Blick des Professors und er antwortete schnell: „Das Mädchen.... ich habe sie erwischt... sie wollte Salbe stehlen... mit diesem Umhang.... aber ich habe sie auf frischer Tat ertappt."
Snapes Augen hatten sich eine Spur verengt und er hielt Filch immer noch unsanft fest.
„Ich... wollte den Schulleiter damit nicht belästigen... und da habe ich gedacht… sie könnte zur Strafe fürs Stehlen... ich dachte, sie könnte ein wenig aufräumen in meinem Büro."
Endlich hatte Filch alles hinaus gebröckelt und sah Snape erwartungsvoll an. Unsicher blinzelte er, als Snape seinen Griff noch straffte.
„Du wolltest dich rächen an ihr, Filch, und sie sollte deinen Ärger fühlen, nicht wahr?" zischte er mit seidenglatter, gefährlicher Stimme.
Snape sah dem Mann genau an, was dieser ihm verheimlichte. Er tauchte schnell in den Geist des einfältigen Squibs ein, was lächerlich einfach war und holte sich die Informationen, die er brauchte. Er musste nicht mal wirklich in sein Gedächtnis eintauchen, es genügte, an seiner Oberfläche zu kratzen und schon wusste er alles.
„Laura hat dir gesagt, dass es ihr nicht gut geht. Sie war bleicher als ein Laken."
Filch erbleichte bei Snapes Worten und war erstaunt, dass dieser alles zu wissen schien.
„Ich dachte, sie wolle sich vor der Arbeit drücken," verteidigte er sich. „Und dieses Gör hat es verdient, bestraft zu werden," sagte er mutiger, als er war.
Das bisschen Mut verließ ihn aber augenblicklich wieder, als er zu Snape aufsah und seinem finsteren Blick begegnete.
„Habe ich dir nicht klar gesagt, du ignoranter Bastard, dass es allein meine Angelegenheit ist, wie und ob meine Tochter bestraft wird. Wage es nicht nochmals meine Entscheidungen in Frage zu stellen. Und lass in Zukunft deine... dreckigen Finger von Laura."
Er zog den verdatterten Filch noch ein wenig näher. „Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt," sagte er mit tödlicher, leiser Stimme.
Damit ließ Snape Filch abrupt los und rauschte davon.
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Süsses oder Saures?
Mit ihrer Bettlerei, endlich aus der Krankenstation entlassen werden zu wollen, hatte Laura der armen Madam Pomfrey den letzten Nerv geraubt. Es ging ihr viel besser. Und es war so unglaublich langweilig hier.
Widerwillig gab die Krankenschwester schlussendlich nach unter der Bedingung, dass Laura in Snapes Quartier bleiben würde. Mindestens noch zwei Tage sollte sie sich absolut schonen. Sie sollte nur aufstehen, um auf die Toilette zu gehen und zwar nicht alleine.
Sie hatte ihr strengstens verboten herumzulaufen oder sich sonst zu verausgaben. Liegen, sonst nichts. Die Gefahr, dass Lauras Beine beim Gehen versagen würden, war zu groß. Sonst war der Zustand des Mädchens stabil und Laura war wieder bei Kräften.
Laura hatte die Augen verdreht, als Poppy ihr das zum x-ten mal eintrichterte und Snape auch noch davon in Kenntnis setzte.
Snape, der das Augenrollen bemerkt hatte, gab Laura einen warnenden Blick.
Nun lag Laura gelangweilt auf Snapes Sofa und jammerte: „Ich will aber morgen in die Schule mit den Anderen."
„Ich habe nein gesagt und dabei bleibt es." Snape saß an dem Holztisch und kritzelte etwas mit einer Feder auf ein Pergament.
Laura drehte sich auf die Seite, zog die Beine etwas an und kuschelte ihren Kopf ins Kissen. Sie stöhnte und streifte sich eine Locke aus dem Gesicht, da das Haar Lauras Nase kitzelte. Sie wusste schon bald nicht mehr, wie sie liegen sollte.
„Aber es ist so langweilig und..." Weiter kam Laura nicht mit ihrem Gejammere. "Fertig!" sagte Snape ungeduldig und ziemlich laut. Schon die ganze Zeit hatte ihm das Kind vorgejammert, wie unmöglich öde es war, einfach nur rumliegen zu können. Er konnte es nicht mehr hören!
Er stand auf und ging zum Sofa. Laura hielt sich schnell die Hand auf den Hintern, als sie den Gesichtsausdruck ihres Vaters sah.
Dieser hob sie hoch, als wäre sie nur eine Feder und trug sie mit raschem Schritt zu ihrem Zimmer, wo er sie auf ihr Bett legte.
„So, hier bleibst du. Hier kannst du jammern, so lange du willst und gehst mir nicht auf die Nerven."
Laura sah ihn empört an, war aber insgeheim froh, dass er ihr keine auf den Hintern gehauen hatte.
In diesem Moment entdeckte Snape ein kleines Tier, welches aus Lauras Ärmel hinaus äugte.
„Was ist das?" fragte er streng und zeigte auf das kleine Köpfchen des Tierchens. Laura blickte etwas verlegen und streichelte dann das Streifenhörnchen.
„Das hat Hagrid mir geschenkt, es heisst Jimmy."
Laura sah Snape treuherzig und bittend an. „Bitte, bitte darf ich es behalten? Bitte, Dad."
Snape zog eine Augenbraue hoch, nickte dann aber. „Du bist aber selber dafür verantwortlich, klar?"
Er schien nicht besonders begeistert zu sein, aber Laura war sehr froh, dass er ja gesagt hatte.
„Danke, Dad." Laura lächelte erleichtert.
„Jetzt schlaf ein bisschen," sagte Snape, als er aus dem Zimmer ging.
Laura verzog das Gesicht. "Ich bin aber gar nicht müde." Dieser Ton war schon wieder beinahe ein Jammern, was Snape ziemlich nervte. Er drehte sich zu ihr um.
„Keine Zehe aus diesem Bett, Laura, oder es rauscht." Damit ging er raus und schloss die Tür. Er sah nicht, dass Laura ihm die Zunge raus streckte.
Dieses Kind war schlimmer als ein Sack Flöhe. Er schrieb seinen Bericht für den Orden zu Ende und ging dann wieder nach Laura schauen. Es war verdächtig still geworden in ihrem Zimmer.
Als er die Tür von Lauras Zimmer öffnete und hineinsah, sah er, dass sie eingeschlafen war. Die kleine Ratte, oder was es war, schlief auch, auf Lauras Bauch.
Du bist aber gar nicht müde, was? Dachte Snape und schüttelte den Kopf. Er ging zu ihrem Bett und fuhr ihr mit der Hand übers Haar.
Er musste noch zu einer kurzen Besprechung mit den anderen Lehrern, wegen der siebten Klasse, die bald ihre Prüfungen hatte.
Er schrieb eine kurze Notiz für Laura und legte sie auf ihr Nachttischchen. Er sagte Milly, dass sie ein Auge auf das Mädchen haben solle.
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Eine halbe Stunde später erwachte Laura und rieb sich die Augen. Auch Jimmy streckte sich und gähnte, dabei zeigte er seine spitzen Zähne. Laura war sehr erstaunt, als sie diese Zähnchen sah.
Sie hatte immer gedacht, Streifenhörnchen seien Nagetiere, aber Jimmy hatte ein Gebiss wie ein Marder. Seltsam, dachte sie. Sie würde bei Gelegenheit Hagrid fragen.
Sie setzte sich im Bett auf, da fiel ihr die Warnung ihres Vaters wieder ein, das Bett nicht zu verlassen. Sie seufzte.
Als ihr Blick aber auf das Blatt Pergament auf ihrem Nachttisch fiel, stand sie schnell auf und nahm die Notiz ihres Vaters in die Hand und las.
Vorsichtig ging sie zu ihrer Zimmertür und öffnete sie leise und passte auf, dass Jimmy nicht hinaus rannte.
„Dad?" rief sie hinaus.
Nichts! Der war weg.
Laura hatte Durst. Und sie hatte es mehr als satt, im Bett zu liegen. Natürlich konnte sie warten, bis ihr Vater zurück kam. Aber sie hatte jetzt Durst. Sie seufzte und legte sich wieder hin. Nach fünf Minuten war ihr so langweilig, dass sie sich aufsetzte. Jimmy hatte sich schon wieder zusammengerollt und schlief. Laura ging zur Tür und blickte hinaus. Nichts!
Sie schob sich durch die Tür und ging langsam und leise in die Küche. Dabei sah sie sich immer wieder um und horchte, ob sie etwas hörte.
Sie merkte, dass sie noch ziemlich schwach auf den Beinen war. Trotzdem hatte sie nun den Drang sich zu bewegen, wenn auch nur ein bisschen. Sie wollte sich etwas umsehen. Wenn ihr Vater kam, würde sie schnell ins Bett zurück flitzen und im Notfall konnte sie ja sagen, sie wäre fast verdurstet, was ja auch stimmte. Beinahe jedenfalls. Nach dem langweiligen Tag im Bett hatte sie Tatendrang.
In der Küche sah sie sich nach einem Glas um. Sie öffnete ein Kästchen und dort hatte es tatsächlich Gläser und anderes Geschirr. Wenn sie hier mit ihrem Vater aß, brachte normalerweise immer ein Hauself das Essen und Trinken. Sie hatte sich noch nie selber etwas geholt, deshalb wusste sie nicht, wo das Geschirr aufbewahrt wurde.
Leider war sie zu klein, um an die Gläser ran zukommen. Sie sah sich um, doch es hatte keinen Stuhl hier in der Küche, wo sie sich hätte drauf stellen können. Vom Wohnzimmer wollte sie sich keinen holen.
Rasch streckte sie den Kopf aus der Küche, um nochmals zu horchen, ob jemand kam, aber es war alles still.
Sie kletterte auf die Küchenkombination hinauf und stand nun vor dem Kästchen. Sie atmete schnell, denn die Kletteraktion hatte sie ziemlich angestrengt. Ihre Beine fühlten sich etwas zittrig.
Ganz oben sah sie etwas, was ihre Aufmerksamkeit erregte. Waren das Süßigkeiten? Sie griff nach oben, holte etwas von dem Regal herunter und sah es erstaunt an.
Ja, es waren tatsächlich Süßigkeiten. Die Sachen aus dem Honigtopf! Die Snape nach ihrem verbotenen Besuch in Hogsmeade konfisziert hatte.
Laura hätte jauchzen können. Sie hatte die Sachen ganz vergessen!
Sie griff nochmals nach oben. Ja, die Leckereien waren alle da oben verstaut!
„Was macht junge Laura da?" kam eine piepsige Stimme und ließ Laura zusammen fahren.
Laura erschrak derart, dass sie das Gleichgewicht verlor. Sie versuchte sich noch an der Tür des Küchenkästchens festzuhalten, aber es gelang ihr nicht.
Sie fiel Milly direkt vor die Füße. Diese stieß einen spitzen Schrei aus und Laura verzog schmerzhaft das Gesicht.
Milly fing ein riesiges Gezeter an und schlug sich die Hände auf den Kopf.
In diesem Moment kam Snape in die Küche gerauscht. Er besah sich kurz die Szene, die sich ihm bot. Er hatte den Aufprall gehört, als er gerade zur Tür hinein gekommen war.
Schnell ging er auf Laura zu, die sich, immer noch auf dem Bauch liegend , das Handgelenk hielt. Sie weinte leise und Tränen liefen ihr über das Gesicht. Um sie herum lagen Süssigkeiten verteilt.
Snape fuhr schnell mit dem Zauberstab über ihren Körper. Er musste sich versichern, dass sie keine ernsthaften Verletzungen hatte.
Doch außer einer leichten Prellung am Knie und einem verstauchten Handgelenk war Laura okay.
Er fasste sie unter den Armen und hob sie hoch. Er sagte nichts, sondern trug sie schnellen Schrittes in ihr Zimmer, wo er sie aufs Bett legte.
Sie hielt sich immer noch das Handgelenk und Milly zeterte in der Küche und zählte auf, wie sie sich selber bestrafen würde, für das, was sie dem armen Kind angetan hatte.
Tränen rannen über Lauras Gesicht, als sie auf dem Bett lag und leise schluchzte.
Snape zückte seinen Zauberstab und richtete ihn auf Laura Handgelenk. Leise sagte er irgend einen kompliziert tönenden Spruch. Fast melodiös klang es.
Lauras Augen wurden groß, denn der Schmerz war wie weggeblasen. Erstaunt bewegte sie ihre Hand und es tat wirklich überhaupt nicht mehr weh.
Allerdings war sie nicht lange schmerzfrei, denn ihr Vater drehte sie um, so dass sie auf dem Bauch lag. Mit einer Hand hielt er sie an Ort und klatschte ihr mit der anderen Hand ein paarmal kräftig auf den Hintern.
„Auuu," rief Laura in ihr Kissen. Sie vergrub ihr Gesicht darin. Snape sah, dass sie weinte.
Er fand es nicht notwendig, ihr zu erklären, weshalb er das getan hatte, denn er war sich hundertprozentig sicher, dass sie es selber sehr genau wusste. Und er hatte sie gewarnt. Nicht nur hatte sie das Bett verlassen, auch noch die Süßigkeiten hatte sie sich nehmen wollen.
Und auf die Küchenkombination zu steigen, konnte auch nur Laura einfallen. Sie hätte sich genau so gut den Hals brechen können bei dem Sturz.
Er ging aus dem Zimmer zur Küche. Dort lagen die Süßigkeiten auf dem Boden verteilt, die Laura hatte fallen lassen.
Milly war jammernd damit beschäftigt, diese aufzuheben. Snape sah die Elfe streng an.
„Milly, ich möchte, dass du wieder in die Schulküche zurück gehst. Du kannst Laura morgen besuchen. Und hör sofort auf, mit diesem Selbstbestraftungs-Blödsinn!" Snape ärgerte sich über diese dummen Elfen, die immer alle Schuld auf sich nahmen.
„Laura ist selber Schuld, es ist zum Glück nichts Schlimmes passiert. Geh jetzt!" Milly verbeugte sich vor Snape, schluchzte immer noch und verschwand mit dem üblichen 'PLOP'.
Mit einem Seufzen ging Snape wieder zu Lauras Zimmer, blieb aber davor stehen. Er hörte, wie Laura in ihr Kissen weinte. Er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.
Keine Minute kann man dieses Kind alleine lassen, schon heckt sie wieder etwas Neues aus. Aber nicht mit mir! Dachte Snape. Sie hätte sich ernsthaft verletzen können!
Laura hätte sich gewünscht, wenigstens Jeans getragen zu haben, nicht nur ihr Pyjama, welches praktisch gar keinen Schutzeffekt für ihren armen Hintern gehabt hatte. Snape war nicht gerade zimperlich gewesen mit ihr.
Aber sie wusste auch, dass sie nicht wirklich unschuldig war. Sie hatte es vielleicht sogar ein bisschen verdient, zumal er sie ja gewarnt hatte.
Laura machte der Hauselfe keinen Vorwurf. Milly tat ihr Leid. Sie hatte Laura nicht in Gefahr bringen wollen. Und das hätte wohl auch noch schlimmer raus kommen können.
Wieso hatte sie auch auf die verdammte Küchenkombination klettern müssen?! Wo doch nicht mal eine Zehe das Bett hätte verlassen dürfen.
Hmmm.... naja vielleicht sollte sie das nächste mal besser auf ihren Vater hören. In diesem Moment fiel ihr auf, dass sie sich das schon ein paar Mal vorgenommen hatte. Sie rieb sich die Augen.
Laura war müde und erschöpft. Sie spürte, dass ihr Hinterteil noch prickelte.
Sie gähnte und kuschelte sich unter die Decke. Sie wollte, dass ihr Vater zu ihr kam. Sie wollte, dass er nicht mehr böse auf sie war. Er war selten lange böse. Er tat seinen Unmut immer sofort kund, danach war ihr aber wieder vergeben. Sie wusste, dass das bei Emmas Mutter anders war. Emmas Mutter konnte ihr über Tage böse sein und nicht mehr mit ihr reden. Das musste wirklich schlimm sein.
Snape ging in sein privates Labor und holte eine Salbe.
Lauras Schniefen hatte aufgehört und sie horchte nun, wo Snape wohl war. Sie hörte nichts.
„Dad," rief sie zaghaft. Wieder horchte sie und rieb sich die Augen, welche ein wenig brannten.
Dann hörte sie leise Schritte und Snape stand in der Tür. Sie sah ihn an, aber senkte dann den Blick. Sie schämte sich, ihrem Vater ins Gesicht zu schauen und seinen ernsten Blick zu sehen.
Snape schritt zu ihrem Bett und stand mit gekreuzten Armen vor Laura. Er sah streng aus und fragte: „Was?"
Laura schluckte und sagte kleinlaut „Es tut mir Leid...ich hatte Durst und wollte etwas zu trinken holen, dann habe ich die Süßigkeiten gesehen...und..." Laura schluckte wieder.
Snape sah den verzweifelten Gesichtsausdruck seiner Tochter und nahm den Stuhl vom Schreibtisch, wobei er den kleinen Topf mit Salbe auf dem Tisch abstellte und setzte sich auf den Stuhl neben Lauras Bett.
„Es tut mir Leid, bitte sei nicht mehr böse auf mich." Laura sah zu ihrem Vater, konnte seinen Gesichtsausdruck aber nicht lesen.
Sie hatte das dringende Bedürfnis, dass er ihr verzieh und dass er sie in den Arm nahm. Aber er sah ziemlich distanziert aus und schaute immer noch streng.
„Du weisßt, dass ich solches Benehmen nicht toleriere. Und Ungehorsam. Denkst du nicht, dass ich mir die letzten Stunden genügend Sorgen um dich gemacht habe?" Snape sah Laura scharf an. Laura nickte leicht und sah zu ihrem verbundenen Arm. Sie fühlte sich geschmeichtelt, dass er so offen zugab, dass er sich um sie gesorgt hatte. Sie schämte sich aber auch, dass sie sich nun noch zusätzlich in Gefahr gebracht hatte. Sie kniete sich hin. „Ja... ich weiss... es war mir so langweilig und ich hatte solchen Durst..." Sie sah scheu zu ihrem Vater. Sie wusste selbst, was für eine schlechte Ausrede das war.
„Das war äußerst gefährlich. Du bist noch schwach. Madam Pomfrey hat dir nicht aus Spaß an der Sache absolute Bettruhe verschrieben, Laura. Ich sollte eine Elfjährige schon einige Minuten alleine lassen können, ohne das sich diese in Gefahr begibt, meinst du nicht? Vielleicht sollte ich dich wieder in die Krankenstation bringen, wo du jede Minute überwacht wirst, wie ein Kleinkind."
Laura schüttelte schnell den Kopf. Sie hielt es nicht mehr aus, dass ihr Vater so schimpfte und vor allem, dass er recht hatte mit dem, was er sagte.
Snape zog Lauras Bein unter ihrem Hintern hervor, nahm die Salbe und schob Lauras Pyjama-Hosenbein hinauf bis übers Knie. Er nahm etwas von der Salbe im Topf und strich sie auf Lauras Knie. Danach tat er dasselbe beim verstauchten Handgelenk, welches nicht mehr schmerzte. Immerhin war es nicht der verbrannte Arm, da hätte er diese Salbe nicht verwenden können. Der Schmerz des verstauchten Armes würde aber wieder kommen, wenn man nichts dagegen tat.
„Du musst endlich lernen, mir zu gehorchen, denn es ist immer zu deinem Besten, wenn ich etwas von dir verlange. Es hat immer einen Grund, warum ich dir etwas verbiete, oder etwas von dir erwarte. Du wirst es lernen, denn ich lasse nicht zu, dass du dich unüberlegt von einer Gefahr in die andere stürzt."
Laura hielt sich die Hände vor das Gesicht, denn Tränen rannen ihr aus den Augen. Sie konnte einfach nicht anders.
Sie saß nun im Schneidersitz auf dem Bett und weinte in ihre Hände.
Snape sah mit erhobener Augenbraue auf das Mädchen. Seine Worte schienen ihre Wirkung zu haben. Wieso hatte das Kind nur so große Mühe sich an seine Anweisungen zu halten. Er hatte noch nie etwas Sinnloses von ihr verlangt.
Sie schien ihre Ideen einfach immer sofort in die Tat umzusetzen, ohne sich über die Folgen Gedanken zu machen. Aber wahrscheinlich hatte sie das fast ihr ganzes Leben so gemacht und niemand hatte sie gestoppt.
Aber er würde das nicht dulden. Die Zaubererwelt war noch um einiges gefährlicher als die Muggelwelt und er würde nicht einfach zusehen, wie sie sich in Gefahr brachte. Sie würde lernen zu überlegen, bevor sie etwas Gefährliches tat und auch, ihm zu gehorchen.
Wie es schien, sah sie aber danach immer ein, dass sie sich falsch verhalten hatte.
Er stand auf und setzte sich neben Laura aufs Bett. Kaum saß er, hatte sie ihre Arme um ihn geschlossen und drückte das verweinte Gesicht gegen Snapes Brust. Er verzog ein wenig das Gesicht, da er sich nicht gerade über die Tränen an seiner Kleidung freute.
Er legte seine Arme um das schluchzende Kind und fragte sich, was da noch alles auf ihn zukommen würde mit Laura. Wieviele wahnwitzige Ideen hatte das Kind noch auf Lager, um ihm das Leben schwer zu machen? Er drückte sie ein wenig an sich.
In den wenigen Monaten, in denen er sie nun kannte und für sie verantwortlich war, war schon so viel passiert. War es für alle Eltern so anstrengend?
Wie machten es dann die Weasleys mit sieben solchen Plagegeistern?
Er klopfte Laura sanft auf den Rücken.
„Bist du noch böse?" kam die gemuffelte Frage von Laura, die den Kopf immer noch in Snapes Kleidung versteckt hatte.
Snape seufzte: „Nein, aber halte dich das nächste Mal an das, was ich dir sage. Du bist ja schon verletzt und solltest dich schonen." Laura nickte nur und blieb, wo sie war. Er strich ihr ein paar mal über das glänzende Haar.
„Komm, du musst jetzt etwas kleines Essen und dann schläfst du." Snape wollte sie von sich weg ziehen, aber Laura krallte sich an ihm fest.
„Laura, lass den Unsinn," sagte er bestimmt. Aber Laura wollte nicht. Sie wollte für immer und ewig dort bleiben, wo sie jetzt war.
„Laura!" Snape hatte es nun geschafft, Laura ein Stück von sich weg zu schieben, aber ihre Finger ließen den Stoff, den sie umklammert hatten, nicht los.
„Brauchst du nochmals eins auf den Hintern?" Snape sah auf Laura hinunter und gab ihr einen warnenden Blick. Sie schüttelte leicht den Kopf und ließ widerwillig los. Er stand auf und ging aus dem Zimmer.
Ein paar Minuten später kam er mit einem Teller Suppe zurück und stellte sie auf Lauras Schreibtisch.
Als Laura die Suppe gegessen hatte und die Zähne geputzt waren, lag sie wieder in ihrem Bett. Jimmy rannte im Zimmer rum, was Laura sehr lustig fand.
Snape betrat das Zimmer und sah das Tierchen herum toben. „Raus!" befahl er kurz und tatsächlich blieb Jimmy kurz stehen und sah den Zauberer neugierig an.
Snape zeigte zur Zimmertür, welche offen stand und das kleine Streifenhörnchen verschwand aus Lauras Sicht.
Laura sah empört aus. „Aber, du hast gesagt ich darf es behalten. Es findet sonst den Weg nicht mehr zurück zu mir."
„Unsinn, das ist kein normales Streifenhörnchen, es ist aus dem verbotenen Wald. Es kann nicht immer bei dir sein. Es wird wieder zurückkommen." Snape schien das erst zu meinen, aber Laura konnte sich das nicht vorstellen. Jimmy würde bestimmt nicht mehr zurückfinden und dann hatte sie ihn nicht mehr. Sie wollte ihn aber unbedingt behalten.
Sie traute sich nicht ihrem Vater zu widersprechen, aber wollte trotzdem sicher sein, dass Jimmy wieder kam. "Aber......bist du sicher? Ich habe Angst, dass er nicht mehr zurückkommt."
„Habe ich dich jemals belogen, Laura?" Sie überlegte kurz und schüttelte dann entschieden den Kopf.
„Siehst du. Er wird kommen. Und jetzt schlaf. Ich habe noch eine Besprechung und muss im Klassenzimmer alles vorbereiten. Ich bin sicher, du kannst hier alleine bleiben, ohne wieder etwas anzustellen." Snape sah Laura streng und vielsagend an und Laura wurde ein bisschen rot.
„Ja, Dad," antwortete sie und legte sich hin.
„Dann Gute Nacht," sagte Snape und ging noch zu seinem Kind ans Bett. Er küsste sie auf die Stirn und ging dann aus dem Zimmer. Die Tür blieb einen Spalt breit offen.
TBC...
