Hallo zusammen, ich hoffe es geht euch allen gut! Ich wünsche euch ganz schöne Weihnachten und hoffe, ihr findet trotz dem Weihnachsstress ein paar Minütchen Zeit, um mir ein Review zu hinterlassen :-) Viel Spass beim nächsten Kapi, Gruss Sally
Ein grosses Dankeschön an scientific ida fürs Korrigieren :-D
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Laura erholte sich gut. Am nächsten Tag besuchte Milly sie, kaum dass sie aufgewacht war. Laura freute sich sehr und musste der Hauselfe eintrichtern, dass sie nicht schuld war an Lauras Unfall, dass allein sie selbst sich in diese unangenehme Situation gebracht hatte. Laura fühlte sich nicht mehr so zittrig auf den Beinen. Sie stand aber nur auf, um auf die Toilette zu gehen, wie ihr Vater es ihr am Morgen, bevor er in den Unterricht gegangen war, nochmals deutlich eingeschärft hatte. Auf Toilette ging sie dann aber alle paar Minuten, bis Milly, die auf sie aufpasste, bemerkte, dass niemand so häufig aufs Klo müsse und dass Laura sich jetzt schonen solle.
Es nervte Laura, dass sie den ersten Schultag verpasste und auch die Ankunft von Emma und Hermine, da diese sich nicht getraut hatten, Laura in Snapes Quartieren zu besuchen. Aber Laura blieb dann den ganzen Tag schön brav im Bett und las, langweilte sich und spielte ein bisschen mit Milly und Jimmy.
Sie war sehr froh, als Snape ihr dann erlaubte, wieder in die Schule zu gehen.
Die erste Woche in der Schule lief sehr gut. Professor Sprout teilte Snape mit, dass Laura erhebliche Fortschritte in Pflanzenkunde gemacht habe und viel mehr Interesse zeige. Dies freute Snape natürlich, auch wenn er es wie üblich nicht zeigte.
Hermine hatte in den Ferien rausgefunden, wer dieser Flamel war. Sie hatte recherchiert und Bücher durchgeackert. Sie hatte nach den Ferien den Freunden vom Stein der Weisen erzählt. Es wurde ja gemunkelt und befürchtet, dass Du-weißt-schon-wer hinter dem Einbruch in Gringotts stecken könnte. Jemand wollte also unbedingt an den Stein. Natürlich, ein Stein, der Metall zu Gold verwandelt und unsterblich macht, wer wollte den nicht? Aber in Voldemorts Händen wäre das geradezu eine Katastrophe.
Die Kinder fanden die ganze Sache sehr spannend, aber es machte ihnen auch ein wenig Angst. Sie hofften, dass der Stein auch wirklich gut genug geschützt war.
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Am ersten Sonntag nach den Weihnachtsferien saßen die Kinder im Gemeinschaftsraum.
Hermine und Emma sahen sich Emmas Aufsatz durch, den sie für McGonagall in Verwandlungen am Montag brauchten und mit dem Emma noch nicht ganz zufrieden war.
Laura hatte den Aufsatz schon bei ihrem Vater geschrieben und den Jungs war es mehr oder weniger egal, ob er gut war oder nicht.
„Kommt, wir gehen ein wenig raus," sagte Ron, nachdem er schon mehrere Spiele Zauberschach mit Harry gespielt hatte.
Laura nickte und kratze sich vorsichtig am Arm, der seit diesem Morgen keinen Verband mehr trug. Die junge Haut juckte sie immer ein wenig und war noch sehr empfindlich.
„Okay. Ich hol nur noch schnell meinen Tarnumhang, man weiß ja nie." Harry raste die Treppe zum Jungenschlafsaal hinauf. Laura sah im hinterher und fragte sich, was der Freund wohl Verbotenes vor hatte. Sie würde sich zu nichts überreden lassen, nahm sie sich fest vor.
Laura und Ron zogen auch ihre Wintersachen an, da es draußen extrem kalt und ungemütlich war. Hermine und Emma blieben im Gemeinschaftsraum, da sie noch mit dem Aufsatz beschäftigt waren und die Kälte sie sowieso nicht nach draußen lockte.
Leider war Lauras einziger Pulli in der Wäsche und die Schuluniform wollte sie nicht anziehen.
Sie zog einfach zwei T-Shirts übereinander an und mit der Jacke würde es schon gehen. Über die Stelle mit der frisch verheilten Wunde band Laura ein großes Taschentuch.
Die Kinder schlüpften durchs Portrait-Loch und rannten die Gänge des alten Schlosses entlang.
„Ich habs!" schrie Ron begeistert. „Wir gehen in die Küche und holen altes Brot!" Ron grinste und sah Harry an.
Der verstand zuerst nicht, dann aber grinste er auch breit.
„Genau, die Schildis!" sagte er begeistert. Die einzige, die nicht so begeistert schien, war Laura. Sie machte ein enttäuschtes Gesicht, als sie merkte, dass Harry mit 'Schildis' die schildkrötenähnlichen Wesen im verbotenen Wald meinte.
„Komm schon, sei kein Spielverderber," wollte Ron das Mädchen überreden. Diese schüttelte ihre dunklen Locken.
„No way!" sagte sie bestimmt. "Vergesst es." Sie wollte sich enttäuscht umdrehen und zu Hermine und Emma zurückgehen. Sie würde sich nicht überreden lassen. Sie hatte sich fest vorgenommen, von nun an ihrem Vater zu gehorchen.
Sie hatte auch kein Verlangen nach einem schmerzenden Hintern. Aber sie wusste auch, dass sie der Versuchung so schlecht widerstehen konnte und fand es sicherer, sich schnell zu verdrücken.
„He warte, du kannst ja für uns Wache stehen. Du brauchst nicht in den Wald zu kommen." Ron sah Laura bittend an.
„Ja, und du kannst den Tarnumhang haben." Harry streckte Laura den Umhang hin.
Laura biss sich auf die Unterlippe und drehte eine Haarsträhne um den Finger. Na gut, dachte sie. Am Waldrand stehen ist ja nicht verboten, oder?
Sie fragte sich, ob das als 'Mithilfe zum Verbrechen' angesehen werden könnte und sie vielleicht doch in Schwierigkeiten geraten könnte. Aber das fand sie dann doch ein bisschen weit hergeholt.
Sie nickte und lächelte. Die Freunde waren froh und sie rannten Richtung Küche. Die Jungen waren immer wieder beeindruckt, wie schnell Laura laufen konnte. Und wäre da Snape nicht gewesen, hätte man sie wirklich für alles haben können!
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Eine halbe Stunde später verließen sie die Küche, nicht nur mit hartem Brot, sondern auch mit gefüllten Bäuchen. Die Elfen hatten es wieder gut gemeint mit ihnen.
Milly war so glücklich gewesen, Laura zu sehen und die anderen Hauselfen mussten alle das 'Wunderbare Mädchen' kennen lernen, von dem Milly die ganze Zeit schwärmte. Laura hatte sich auch sehr gefreut, sie zu sehen und hatte sie glücklich umarmt. Einige der Elfen hatten Laura und ihre Freunde aber schon mal gesehen, da es nicht ihr erster Besuch in der Küche war.
Die Kinder verließen das Schloss und es war wirklich sehr kalt draußen und neblig. Laura fror ziemlich. Nur zwei T-Shirts unter der Jacke war doch nicht so optimal bei diesen Temperaturen. Sie banden sich ihre Schals bis hoch ins Gesicht, um dieses vor dem kalten Wind zu schützen.
Die Kinder rannten so schnell es ging in Richtung Wald. Dabei waren sie alle unter dem Umhang versteckt, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es war ziemlich rutschig auf dem Schnee und es war gar nicht so einfach, so nahe beieinander zu rennen. Ron rutschte aus und fiel hin, wobei er unter dem Umhang hervorrutschte und sich die Hand aufschürfte. Die Schneedecke war noch nicht dick genug, um die Steine darunter genügend zu polstern. Er rappelte sich schnell wieder hoch und fluchte ein wenig, dann gingen sie weiter.
Beim Waldrand fragte Ron mit roten Wangen: "Kannst du pfeiffen? So richtig laut, meine ich?" Er atmete schnell und putzte dann die laufende Nase an seinem Ärmel ab.
Laura nahm Zeigefinger und Daumen in den Mund und ließ einen schrillen Pfiff hören. Sie sah Ron stolz an.
Ron hielt sich die Ohren zu. „Ja, genau so," lachte der Junge. Laura äugte in den unheimlichen Wald. Einerseits war sie froh, da nicht hinein zu müssen, andererseits reizte es sie ungemein.
„Passt aber auf Jungs, wer weiß, was hier in diesem Wald alles kräucht und fläucht!"
Laura gab Harry den Sack mit dem Brot und die beiden Freunde betraten vorsichtig den Wald. Sie sahen nochmals zurück, aber Laura war schon unter dem Tarnumhang verschwunden. Sie winkten ihr trotzdem zu und eine Hand tauchte auf und winkte zurück.
Es war ihnen ziemlich unheimlich, vor allem weil es auch noch so neblig war. Der Wald sah ziemlich gespenstisch aus. Aber sie konnten nun natürlich keinen Rückzieher mehr machen!
Laura stand unter dem Tarnumhang und fror sich den Hintern ab. Sie war auch ziemlich aufgeregt und hoffte, dass alles gut ging. Sie horchte immer angespannt. Die Zeit wurde ihr lang. Sie rieb sich die eiskalten Hände. Ihre Füße waren auch schon ziemlich kalt.
Harry und Ron gingen nahe beieinander. „Dort hinten muss irgendwo dieser Weiher sein, Fred hat gesagt es sei nicht weit vom Waldrand entfernt." Ron zeigte in den Wald, wo es eine Waldlichtung hatte.
Da Schnee lag, hätten sie den Weiher beinahe nicht gesehen und merkten erst, dass sie ihr Ziel erreicht hatten, als sie sich bereits auf dem Weiher befanden.
„Der ist ja total zugefroren" bemerkte Harry enttäuscht. „ Komm, wir sehen nach, wie dick das Eis ist."
Die beiden Jungen gingen an den Rand des Gewässers und suchten nach einem großen Stein, was gar nicht so einfach war, wegen des Schnees.
Ron fand schließlich einen, der vorne sogar noch etwas spitz war und hämmerte damit auf das Eis. Doch der Weiher war zu tief eingefroren und die Jungs kamen nicht durch das dicke Eis. Sie hauchten sich in die Hände, die vor Kälte schmerzten. Natürlich hatten sie keine Handschuhe angezogen. Sie warfen den Stein frustriert auf den Weiher. Das hätten sie sich auch denken können, dachte Harry etwas sauer. Nun hatten sie diese Wesen schon so oft anschauen wollen und jetzt sahen sie sie nicht mal.
Entmutigt wollten sie sich zurück zu Laura begeben, als Ron plötzlich auf den Boden starrte.
„Harry, sieh mal, das silberne Zeug da!" Harry war sofort neben dem Freund und kauerte sich nieder.
Neben einem silbern glänzenden Tropfen im Schnee, entdeckten sie noch weitere. Eine richtige Spur führte in den Wald.
Die Jungen sahen sich erschrocken an, denn sie hatten plötzlich das ungute Gefühl, beobachtet zu werden. Eine ganz seltsame Stimmung war plötzlich in dem Wald.
Langsam drehten sie den Kopf und sahen etwas Weißes sich im ebenfalls weißen Schnee, bewegen. Es war etwas entfernt und die Beiden gingen ein paar Schritte darauf zu. Es war ein wunderschönes Einhorn. Es lag am Boden und sah verzweifelt zu den sich nähernden Jungen. Sie sahen, dass es fliehen wollte und seine Augen waren so weit aufgesperrt, dass man das Weiße umdie schönen, braunen Augen sehen konnte.
Irgendetwas Schwarzes kauerte über dem magischen Geschöpf. Den Kindern lief es kalt den Rücken runter.
Hagrid hatte ihnen von den Einhörnern im Wald erzählt. Er hatte ihnen auch gesagt, dass er letzte Woche ein totes Einhorn gefunden habe, was noch niemals vorgekommen war. Harry Narbe begann zu brennen und er kratzte sie.
Wie von Geisterhand angetrieben gingen die Jungen langsam auf das Einhorn zu und sahen, das diese silberne Flüssigkeit aus dem Tier hinauslief. Einhornblut!
Die schwarze Gestalt, die bei dem Einhorn war, machte ein ekelhaft schmatzendes Geräusch.
Sie trank das silberne Blut aus der Wunde des Einhorns. Das arme Tier bebte und sah verzweifelt umher, wie um einen Fluchtweg zu suchen. Harry hätte sich am liebsten übergeben, bei dem Anblick und dem Geräusch des trinkenden Wesens. Was war das Schreckliches, das diesem armen Einhorn solches Leid antun konnte?!
Ron stieß einen markerschütternden Schrei aus und Harry sank auf die Knie und hielt sich die Stirn.
Ein unglaublicher Schmerz hatte sich in seinem Kopf breit gemacht. Er hatte das Gefühl, als explodiere sein Kopf in der nächsten Sekunde. Er verzog das Gesicht und presste die Hände verzweifelt auf die Stirn.
Die geisterhafte Gestalt mit dem schwarzen Umhang schien die Jungen bemerkt zu haben. Sie drehte ihren Kopf. Die Kapuze war weit über das Gesicht gezogen, sodass dieses nicht zu erkennen war.
Die Gestalt schwebte zu den Kindern und Harry schrie laut auf, vor Schmerz. Ron war wie versteinert. Etwas unglaublich Unheimliches und Schreckliches ging von dem geistähnlichen Wesen aus.
Immer näher schwebte es und immer grausamer wurde Harrys Schmerz. Er hielt sich den Kopf mit beiden Händen. Harry schrie vor Schmerz. Ron war so verzweifelt, dass er ganz vergaß, dass er einen Zauberstab dabei hatte. Plötzlich hörte Ron Hufgetrappel. Ob das andere Einhörner waren?
Doch es war etwas ganz anderes. Ron drehte sich mit schreckensbleichem Gesicht um und erkannte die Pferdemänner sofort. Es waren Zentauren, die in gestrecktem Galopp angerast kamen, genau auf die schwarze Gestalt zu. Ron machte automatisch ein paar Schritte rückwärts, während Harry immer noch am Boden kauerte und die Pferdemenschen nicht zu bemerken schien.
Zwei der wild aussehenden Zentauren galoppierten hinter dem schwarzen Kaputzentyp her, der nun schnell davon schwebte und etwas vor sich hin zischte. Die Pferdemänner schrien wild und schüttelten ihre dunklen Mähnen.
Harry lag am Boden und hielt sich den Kopf. Der palominofarbene Zentaur mit ganz blonden Haaren war zu den Kindern getrabt und streckte Harry der sich immer noch den Kopf hielt, aber nun aufsah, seine Hand entgegen. Harry war erstaunt, was er sah. Er hatte keine Ahnung, dass es sowas wie den Mann vor ihm überhaupt gab. Sein Kopf hämmerte noch leicht, aber im Gegensatz zu dem Schmerz vorhin war es eine echte Wohltat.
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Laura hatte die verzweifelten Schreie gehört. Erst hatte Ron geschrien und dann kamen Harrys schmerzvolle Schreie.
Lauras Herz setzte kurz aus, als sie am Waldrand stand und hörte, dass die Freunde scheinbar in großer Not waren. Sie schlug sich die Hand vor den Mund. Hatten die fremden Schildkröten-Wesen sie etwa angegriffen?
Im ersten Moment wollte sie sofort in den Wald laufen, um den Freunden beizustehen. Doch als sie ein paar Schritte im Wald war, hörte sie in ihrem Kopf die Stimme ihres Vaters.
'Zuerst überlegen, dann handeln!' Ja, diese Lektion hatte sie gelernt. Sie hielt inne.
Sie war selber ein Kind und wenn Harry und Ron in ernsthaften Schwierigkeiten waren, konnte auch sie nicht helfen.
Aber sie konnte doch nicht den ganzen Weg bis ins Schloss zurück laufen. Bis sie wieder mit Hilfe hier wäre, würden sie die Unterstützung wohl nicht mehr brauchen.
Hagrid! Dachte sie. Sie könnte zu seiner Hütte rennen. Aber das war auch ziemlich weit weg. Sie ging die paar Schritte wieder aus dem Wald und stand unsichtbar und verzweifelt dort.
Plötzlich wusste sie es.
„Milly," rief sie ins Leere. Sie wusste nicht, ob das hier auch funktionierte, wie bei ihrem Vater zu Hause. Aber sie musste es versuchen.
Und tatsächlich, mit einem 'PLOP' stand die Hauselfe vor dem Mädchen und sah es ganz erstaunt an. Denn alles was sie sah, war Lauras Kopf. Der Rest war noch unter dem Tarnumhang.
Sie sah den angespannten und verzweifelten Gesichtsausdruck von Laura und wusste sofort, dass etwas passiert war.
„Milly, ich brauche dringend deine Hilfe. Geh schnell ins Schloss und hol, so schnell du kannst, meinen Vater her, schnell Milly, schnell!" Laura hatte leise gesprochen aber sehr ernst.
Milly fragte nicht nach, warum und auch nicht, wo Laura denn den Rest ihres Körpers gelassen hatte, sondern nickte eifrig und verschwand mit demselben 'PLOP' mit dem sie gekommen war.
Für Laura verging die Zeit so unaushaltbar langsam, aber es konnten nur ein paar wenige Minuten vergangen sein, als Milly mit Snape auftauchte. Wieder mit einem 'PLOP'.
Laura hatte gar nicht gewusst, dass ihr Vater das auch konnte. Und auch, dass er Millys Hand hielt, irritierte sie einen kurzen Moment.
Snape sah Laura ernst an: "Was ist?" fragte er schnell und Laura erklärte ihm kurz was passiert war. Die Worte wollten alle gleichzeitig raus und doch brachte sie keinen anständigen Satz zustande. Trotzdem schien Snape sofort zu verstehen.
„Du bleibst genau hier, Laura, verstanden? Milly bleib bei ihr!" Seine Stimme war ruhig wie immer, was Laura ein wenig beruhigte.
Snape verlor keine Zeit, sondern verschwand schnell im verbotenen Wald. Irgendetwas war hier anders als sonst. Es fiel ihm auf, dass es außergewöhnlich viele Schlangen gab. Sonst hatte er kaum welche gesehen hier im Wald. Jetzt hatte er bereits die Vierte an einem Baum hängen gesehen. Auch die Stimmung war speziell, so ruhig.
Er lief so schnell es ging durch den verschneiten Wald.
Plötzlich hörte er Geräusche und steuerte mit gezücktem Zauberstab darauf zu.
Von weitem sah er einen blonden Zentauren, der ziemlich aufgebracht schien. Er war ganz wild und stampfte mit den Vorderhufen auf den Boden. Oder stampfte er auf die Kinder. Er sah den rothaarigen Weasley, der ein Gezeter veranstaltete neben dem großen Zentauren. Nein, das konnte nicht sein. Zentauren waren etwas spezielle Wesen, sie würden aber niemals etwas Jungem, Unschuldigen etwas antun.
Snape eilte näher und entdeckte - eine riesige Schlange. Er erkannte sie sofort. Wie könnte er auch nicht, denn es war ganz eindeutig Naghini. Sein Herz raste schnell bei dem Anblick.
Voldemorts treuer Freund hatte sich um etwas herum gewickelt. Um etwas, das wie wild zappelte.
Es war Harry, der am Boden lag, eingewickelt von der Schlange und der Zentaur, der mit seinen Hufen die große Schlange davon abhalten wollte.
Er hatte zwar einen Pfeilbogen dabei, hatte aber Angst den Jungen zu treffen.
Snape richtete sofort den Zauberstab auf die Schlange. Jeden Moment konnte es für den Jungen zu spät sein. Doch nun hatte sich die Schlange schnell samt Harry gedreht, dessen Gesichtsfarbe von rot ins bläuliche wechselte. Vor allem die Lippen hatten eine ungesunde Farbe und seine Augen waren sehr weit aufgerissen.
Naghini war ein bisschen hin und her gerissen, was sie tun sollte. Ihr Meister hatte ihr zwar den klaren Auftrag gegeben die Kinder zu töten. Dieses Kind hier, konnte aber mit ihr sprechen.
Immer wieder hatte der Junge ihr gesagt, sie solle ihn loslassen.
Niemand außer ihrem Meister konnte sonst mit ihr sprechen. Das verwirrte sie ziemlich.
Nun hatte ihr Opfer das Reden eingestellt und aufgehört, sich zu wehren. Wäre sie nicht gestört worden, hätte sie ihren Fang jetzt gebissen. Denn jetzt hatte sie Lust das Opfer zu beißen und das Gift aus ihren Zähnen in das nun endlich stille Menschenkind zu spritzen.
Ja, endlich hatte es Ruhe gegeben, da es nicht mehr atmen konnte. Es juckte sie in den Giftzähnen, aber die Hufe dieses wilden Halbmenschen trafen sie schmerzhaft an ihrem großen, starken Körper.
Doch außer diesem lästigen Pferdemenschen sah sie nun auch noch einen anderen Menschen. Sie kannte ihn. Doch er hatte den Zauberstab auf sie gerichtet, was sie äußerst erzürnte.
Naghini ließ von dem kleinen Opfer ab, dieses würde sie nachher fressen. Sie hatte das sprechende Kind schon gut gequetscht, das würde ihr nachher ausgezeichnet schmecken, aber zuerst musste sie sich des Zauberers entledigen. Sie türmte sich hoch auf, sodass sie mit dem großen schwarzen Mann beinahe auf Augenhöhe war.
„Stupor!" rief dieser genau in dem Moment, als Naghini nach vorne schnellte um den ihr drohenden Zauberer zu erledigen.
Das aufgerissene Maul der Schlange schlenkerte in der Luft und sie fiel taumelnd zu Boden.
Snape hatte einen Sprung auf die Seite machen können, als die Giftzähne ihm gefährlich nahe gekommen waren. Beim zu Boden stürzen streifte allerdings einer ihrer spitzigen Zähne das Bein von Snape. Der Zahn hatte sein Hosenbein zerrissen, als wäre es aus Pergamentpapier und seine Haut aufgerissen.
„Firenze, bring die Kinder in Sicherheit!" sagte Snape mit schmerzverzerrtem Gesicht. Er war auf den Boden gesunken und hielt sich sein schmerzendes Bein.
Er merkte, wie sich das heiße Gift des Schlangenzahnes in seinem Körper auszubreiten begann.
Firenze, der Zentaur, nahm die verängstigten Jungen und führte sie Richtung Waldrand. Harry konnte kaum gehen. Er hatte einen Schock und das Atmen fiel ihm schwer. Ron stützte ihn so gut es ging. Da hob der Zentaur Harry hoch und trug ihn vorsichtig durch den Wald . Harry stöhnte und hielt sich die Rippen. Ron ging neben Firenze her, der versuchte, beim Gehen nicht zu sehr zu rütteln, wegen Harry.
Snape hielt sein Bein umklammert. Er konnte nicht viel Gift abbekommen haben, aber es genügte, um seine Sinne beinahe schwinden zu lassen. Er nahm sich zusammen. Er konnte jetzt nicht schlapp machen und sich dem Gift der Schlange geschlagen geben. Er hatte doch ein Kind. Er konnte Laura nicht alleine lassen.
Er hob den Zauberstab und ließ einen wunderschönen Patronus daraus erscheinen. Diesem gab er eine Nachricht für Dumbledore. Das graziöse, weiße Reh rannte schnell Richtung Schloss.
Snape lag im Schnee, das verletzte Einhorn rappelte sich auf und schleppte sich in den Wald. Die verschneiten Bäume und Tannen verschwammen vor Snapes Augen.
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Laura, die mit Milly am Waldrand stand und von einem Bein aufs andere trat vor lauter Nervosität, erschrak ein wenig, als ein wunderschönes, weißes, halb durchsichtiges Wesen aus dem Wald gerannt kam und in Richtung Schloss davon stob.
Was hier alles für Kreaturen lebten, wunderte sie sich. Sowas hatte sie noch nie gesehen.
Laura richtete ihren Blick wieder in den Wald hinein. Sie wollte endlich ihre Freunde und ihren Vater aus dem Wald auftauchen sehen. Egal, wie viele Strafen sie bekommen würden, egal, wie sehr sie geschimpft wurden, wenn Harry und Ron nur nichts passiert war. Ja, vielleicht hatte Ron ja nur eine Spinne gesehen, vor denen er sich so fürchtete. Und Harry... der konnte sich irgendwo den Kopf gestoßen haben, oder in ein Kaninchenbau getreten sein und sich den Knöchel verstaucht haben.
Sie wurde immer nervöser.
Nichts! Wo waren die bloß? Was konnte passiert sein? Sie biss auf ihrem Daumennagel rum. Den Tarnumhang in der einen Hand.
Plötzlich war neben Lauras Ohr ein dumpfer Schlag zu hören, welcher sie zusammen zucken ließ. Sie drehte den Kopf. Im nächsten Moment fiel etwas vor ihre Füße. Wie ein Stück Gartenschlauch sah es aus.
Doch es bewegte sich und Laura erkannte, dass es eine Schlange war. Eine sehr schöne Schlange. Milly trat hinter Laura hervor und schlug mit einem dicken Stock auf die Schlange vor Lauras Füßen ein.
„Meine junge Laura frisst du nicht, du Untier!" Milly hatte einen tödlichen Blick, der sogar Laura einschüchterte. Sie hatte nicht gewusst, dass Milly so gefährlich sein konnte. Und so stark!
Laura hatte die Schlange gar nicht bemerkt, die sich von einem Baum direkt zu ihr hinab hatte gleiten lassen und sie einen Moment gemustert hatte, wie um sich schlüssig zu werden, ob man das Mädchen wohl fressen konnte.
Da hatte für Milly, welche die Schlange bemerkt hatte, der Spaß aufgehört. Zwar fürchtete sie sich sehr vor Schlangen, aber niemals, niemals würde sie es zulassen, dass man ihre Laura fraß.
Laura war ein wenig verdattert. „Milly, diese kleine Schlange hätte mich wohl kaum fressen können," sagte sie und besah sich die fingerdicke Schlange, die tot vor ihr lag.
„Das ist eine sehr giftige Schlange, junge Laura, sehr gefährlich, sehr giftig!"
Bevor Laura darauf etwas erwidern konnte, hörte sie Schritte aus dem Wald kommen. Laura sperrte die Augen auf, als sie einen Mann, halb Pferd halb Mensch, mit ihren Freunden sah.
Harry sah nicht gut aus und der Pferdemann hielt ihn auf seinen muskulösen Armen. „Wo ist mein Dad?" fragte Laura besorgt.
Der Zentaur besah sich Laura kurz von oben bis unten und antwortete: „Professor Snape ist verletzt. Betrete auf keinen Fall den Wald, junges Menschenkind. Ich werde Hilfe holen."
Erschrocken riss Laura die Augen auf. Ihr Vater war verletzt. Nein, das konnte doch nicht sein. Snape, der immer alles im Griff hatte. Er konnte nicht verletzt sein!
Trotz Firenzes Warnung wollte sie sofort in den Wald davon rennen. Sie spürte aber einen starken Ruck an ihrem Arm.
Milly hielt ihre Hand fest und sagte in strengem Ton: „Hier bleiben, Laura. Nicht in den Wald gehen!"
Laura blinzelte ein paar Mal. Diesen Ton hatte sie noch nie gehört bei der Elfe. Und wieder war sie beeindruckt von Millys Kraft. Sie hielt Lauras Hand wie in einem Schraubstock.
„Milly, ich habe solche Angst," sagte Laura verzweifelt und spürte, wie sich ihre Augen mit Tränen füllten. Sie fühlte sich so schrecklich. Sie musste doch etwas tun, um ihrem Dad zu helfen. Laura begann zu weinen.
Sie ließ sich auf ihre Knie fallen. Sie konnte das kaum ertragen, dass ihr Vater verwundet im Wald lag und sie nicht helfen konnte. Sie durfte nicht einmal zu ihm. Und bis dieser Pferdemann Ron und Harry ins Schloss gebracht und Hilfe geholt hatte, konnte es für ihren Dad zu spät sein.
Es zerriss sie fast. Sie schrie und ihre Hände ballten sich zu Fäusten. Sie weinte verzweifelt und vergrub ihr Gesicht in den Händen. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Das war doch nur ein schrecklicher Albtraum. Wach auf, Laura, dachte sie. Das darf nicht wahr sein!
Milly umarmte das Mädchen, das zusammengekauert am Waldrand saß, mit ihren Händen gegen ihre Augen gepresst und streichelte das schluchzende Kind. Laura sah so klein und verletzlich aus und sie war so schrecklich verzweifelt. Milly biss sich auf die Lippen und drückte Laura an sich.
Auch für sie war diese Situation beinahe unerträglich. Aber sie würde ihre Laura auf gar keinen Fall in diesen Wald lassen.
Dumbledore kam in Begleitung des weißen Rehs den Weg entlang gehastet. Hintendrein McGonagall mit einem sehr besorgten Gesicht.
Laura hörte sie und drehte sich mit verweintem Gesicht um. Sie war erstaunt, wie schnell die beiden älteren Leute unterwegs waren. Und wieso waren sie überhaupt schon hier? Firenze und die Jungs waren doch noch unterwegs zum Schloss! Aber Laura war noch nie so froh gewesen, jemanden zu sehen, wie in diesem Augenblick.
Schnell stand sie auf und rannte ihnen entgegen. „Schnell, sie müssen ihn retten, BITTE!"
Dumbledore sah das Mädchen mit dem tränennassen Gesicht kurz an und sagte sehr ernst: "Bleibe hier, Laura!"
Dumbledore wusste, wie schwer das Laura fiel, aber man wusste ja nie , was, oder wer sich noch im Wald aufhielt. Hier war das Mädchen sicherer.
Laura ging zu Milly zurück und hielt wortlos ihre Hand, als die beiden Zauberer im Wald verschwanden. Es fiel ihr so unglaublich schwer, den Beiden nicht hinterher zu laufen. Es verging eine Ewigkeit, bis die Zauberer wieder aus dem Wald kamen.
Auf einer Bahre lag Snape. Die Bahre schwebte zwischen Professor Dumbledore und McGonagall. Eine gigantische Schlange hing leblos unterhalb Snapes Füßen über den Griffen der Bahre. Sie baumelte hin und her.
Schnell rannte Laura zu ihrem Vater, der ein schweissnasses Gesicht hatte und das Gesicht war zu einer Grimasse verzogen.
„Dad!" rief Laura verzweifelt, aber Snape schien sie nicht zu hören.
„Er muss schnell zur Krankenstation," teilte McGonagall Laura mit, ohne ihren Schritt zu verlangsamen. „Jede Minute zählt," fügte sie noch besorgt hinzu.
Laura nahm ihre Kette vom ihrem Hals und befestigte sie Snape um das Handgelenk. Dabei hatte sie Mühe, mit den beiden Zauberern Schritt zu halten. Danach hielt sie wieder Millys Hand und stiess ein Stoßgebet zum Himmel, dass ihr Vater überleben sollte.
TBC...
