Hallo ihr Lieben, meine Geschichte geht noch ein bisschen weiter im nächsten Jahr. Ich danke euch allen fürs Lesen. Speziellen Dank an alle, die mich mit ihren Reviews motiviert haben, ich habe mich immer riesig über alle Kommentare gefreut!

Alles Gute im neuen Jahr! Gruss Sally

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Laura war den ganzen Nachmittag und den ganzen Abend bei ihrem Vater und Harry in der Krankenstation gewesen.

Madam Pomfrey hatte Laura beruhigt und ihr gesagt, dass ihr Vater Glück gehabt hatte und er keine bleibenden Beeinträchtigungen haben würde. Und dass dies fast an ein Wunder grenzte. Dass sie der Schlange Gift aus dem Zahn hatten entnehmen können, um ein Gegengift herzustellen, war natürlich ein großer Vorteil gewesen.

Ron, Hermine und Emma waren am Nachmittag auch bei Harry gewesen, dem es eigentlich wieder recht gut ging. Madam Pomfrey hatte die drei gebrochenen Rippen wieder geheilt und ihm einen Trank gegen das Kopfweh gegeben. Er musste zur Sicherheit noch bis zum Abend in der Krankenstation bleiben.

Die Kinder hatten natürlich einen Schock gehabt. Harry hatte den Freunden erzählt, wie er gedacht hatte, sein letztes Stündchen hätte geschlagen. Erst habe er vor lauter Schmerzen im Kopf gar nicht richtig mitgekriegt, dass die Schlange ihn umwickelt hatte. Erst als sie begonnen hatte, ihn zu quetschen und ihm die Luft knapp geworden war, habe er versucht die Schlange zu überreden aufzuhören, bis er nicht mehr hatte reden können.

Daraufhin legte Hermine die Stirn in Falten und hoffte, dass Harrys Kopf nicht doch mehr Schaden genommen hatte, als Madam Pomfrey diagnostiziert hatte. Mit Schlangen reden?

Ron erzählte immer wieder von dem Kapuzen-Wesen und dass Firenze, der Zentaur ihnen geraten hatte vorsichtig zu sein, wenn dieser schlimme Zauberer sich im verbotenen Wald rumtreibe. Ron habe ihn dann gefragt, was für ein schlimmer Zauberer dass denn gewesen sei. Firenze habe ihm keine richtige Antwort gegeben, sondern vom Mars und dem Jupiter zu reden begonnen.

„Es war bestimmt Voldemort," sagte Harry mit leiser Stimme. „Deshalb hat meine Narbe so weh getan." Die Kinder nickten zustimmend. Das konnte gut möglich sein, auch wenn sie das nicht zu denken wagten. Wieder dachten sie an den Stein.

Madam Pomfrey war froh, dass die Jungen über das Erlebte reden konnten, das war die beste Medizin.

Die Kinder wussten, dass die ganze Sache sie in ziemlich heftige Schwierigkeiten gebracht hatte. Sich einfach in den verbotenen Wald zu schleichen war nicht gerade die brillianteste aller Ideen gewesen.

Zum Glück hatte noch niemand Zeit gehabt, sich um die Bestrafung der Kinder zu kümmern.

Die ganze Angelegenheit hatte ziemlichen Staub aufgewirbelt. Vor allem, als Harry das mit dem Kapuzen-Voldemort erzählt hatte, waren die Lehrer nachdenklich geworden.

„Meine Mum und mein Dad werden mich umbringen," sagte Ron besorgt. Die Freunde sahen ihn mitleidig an. Harry wusste, dass das den Dursleys pipegal war. Aber er wusste nicht, ob Professor Dumbledore es ihnen mitteilen würde. Vermutlich schon, aber er erwartete nicht die geringste Reaktion von seinen Verwandten. Einerseits war das natürlich gut für ihn, denn an Rons Stelle wollte er auch nicht unbedingt sein. Aber andererseits wäre es auch schön gewesen, wenn jemand sich für ihn interessiert hätte. Wenn jemand da wäre, dem es nicht egal war, was er tat. Auch wenn das in diesem Fall bestimmt unangenehme Folgen bedeuten würde.

„Aber dass du nicht mit in den Wald gegangen bist, find ich schon super, Laura. Wahrscheinlich hat das Harrys und Rons Leben gerettet." Hermine sah die Freundin anerkennend an.

„Ich wusste eben, dass ich ziemlichen Ärger bekommen hätte mit meinem Vater, wenn ich es gewagt hätte, in den verbotenen Wald zu gehen. Er hat mir eingetrichtert zuerst zu denken, bevor ich mich in eine gefährliche Situation bringe." Laura machte eine kleine Pause. Es war noch keine Woche her, als sie genau dafür einen schmerzenden Hintern kassiert hatte. „Aber als die Jungs geschrien hatten, konnte ich mich wirklich kaum zurück halten, ihnen zu Hilfe zu eilen." Laura schauderte, als sie daran zurück dachte.

Sie musste den Freunden erzählen, wie sie es geschafft hatte, so schnell Hilfe zu holen. Die Kinder waren beeindruckt, dass Laura in dieser Situation so gut reagiert hatte.

Laura sah zu Snape hin, der sich leicht bewegt hatte.

„Dieser Zentaur, ich sage euch, der war so stark und wild...." Ron sah kurz zu Laura, die zu ihrem Vater ans Bett gegangen war. „Und er... wäh, du küsst SNAPE?" Ron rümpfte angewidert die Nase als er sah, dass Laura ihren Vater auf die Schläfe und auf die Wange küsste.

Hermine sah ihn empört an: "Snape hat euch gerettet. Ohne ihn wärst du Schlangenfutter geworden."

Ron wurde rot und nickte. Er hasste es, dass Hermine immer Recht hatte. Ohne diese Kerker-Fledermaus wäre er jetzt wohl mausetot. Aber Snape küssen??!!

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„Nein, Kind, du kannst nicht hier bleiben." Sagte die Krankenschwester streng. Sie hatte das Mädchen schon zum dritten Mal hinaus geschickt, aber diese ließ sich nicht dazu überreden.

Sie schüttelte wieder den Kopf.

„Die Sturheit hat sie von ihrem Vater!" stöhnte Madam Pomfrey genervt. Es war schon später Abend und der Krankenschwester riss so langsam der Geduldsfaden.

„Los, junge Dame, ins Bett jetzt!" sagte sie streng, aber das Kind bewegte sich nicht von der Stelle.

Sie nahm Laura am Handgelenk und zog sie zum Ausgang.

„Bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt," sagte Poppy und beförderte die protestierende Laura zur Krankenstation hinaus und schloss die Tür hinter ihr. Sie drehte den Schlüssel um.

Sofort war ein lautes Poltern zu hören und Lauras Stimme drang durch die Holztür: „Ich will bei meinem Dad bleiben. Lassen Sie mich rein, sofort!"

Madam Pomfrey verdrehte genervt die Augen und seufzte schwer.

Snape öffnete in dem Moment die Augen, als Lauras lauter Protest ihn endgültig aus dem Land der Träume holte.

Schweigend sah er zu, wie die Krankenschwester die sich sträubende Laura hinaus schmiss.

Schon am Nachmittag war er immer wieder wach gewesen und hatte auch die Unterhaltung der Kinder gehört. Er war allerdings so müde und schläfrig gewesen, dass er die Augen nicht hatte aufmachen wollen. Und es war ja auch recht spannend gewesen den Kindern zuzuhören.

Nie war er stolzer gewesen auf seine Tochter. Sie hatte es tatsächlich geschafft, den Jungen nicht in den Wald zu folgen.

Er wusste, dass das eine reife Leistung gewesen war für Laura.

Und noch stolzer war er, dass sie nicht in den Wald gelaufen war, als sie die Schreie der Freunde gehört hatte, sondern richtig und überlegt gehandelt hatte.

Eine sehr gute Idee hatte sie gehabt, die Hauselfe um Hilfe zu bitten.

Ja, er hatte vieles erreicht bei Laura, sie hatte gelernt, ihren Kopf einzuschalten und nicht zu impulsiv zu reagieren. Das machte ihn sehr glücklich.

Er war auch gerührt, dass Laura nun bei ihm bleiben wollte und dass sie sich so sorgte um ihn.

„Unmöglich dieses Kind," murmelte Madam Pomfrey vor sich hin.

Laura war immer noch damit beschäftigt gegen die Tür zu poltern und laut zu rufen.

„Ganz die Tochter ihres Vaters. Stur und eigensinnig!" Poppy zog das Bett, in dem Harry gelegen hatte zurecht. Der Junge war robuster, als sie gedacht hatte. Sie war froh, dass er diesen Schock scheinbar gut verkraftet hatte und mit den Freunden ausführlich darüber hatte reden können, denn die psychischen Verletzungen waren bestimmt größer, als die körperlichen.

Snape räusperte sich im Bett gegenüber und die Krankenschwester sah erstaunt auf.

„Severus, Sie sind wach?" fragte sie ein wenig verlegen, da sie befürchtete, dass er ihre Bemerkung vorhin gehört haben könnte.

„Wie fühlen Sie sich?" Nun war die Stimme von Poppy wieder normal und sie schritt schnell zu ihrem Patienten hinüber.

Sie fasste ihm an die Stirn, was Snape nicht wirklich mochte.

„Es geht mir nicht schlecht. Ich denke, ich könnte versuchen aufzustehen," sagte er bestimmt und wollte sich soeben im Bett aufsetzen.

„Kommt nicht in Frage," schimpfte die Krankenschwester und sah ihn unerbittlich an.

Snape war es sich nicht gewohnt, dass jemand über ihn bestimmte und zog seine Augenbrauen zusammen. Dann sah er zur Tür.

Laura hämmerte immer noch wütend dagegen. Madam Pomfrey stieß genervt die Luft durch die Nase aus und schritt rasch zur Tür. Sie öffnete sie einen Spalt breit.

„Hören Sie zu, junge Dame. Ihr Vater ist wach und ich lasse Sie für exakt fünf Minuten zu ihm. Keine Sekunde länger. Danach gehen Sie schön brav ins Bett. Ohne Kommentar, verstanden?!" Die Krankenschwester sah das kleine Mädchen streng an.

Laura hatte ein verweintes Gesicht und sie nickte bei dem Angebot von Poppy und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.

„Ich hoffe es ist Ihnen klar, dass Sie mich von einer unangenehmeren Seite kennen lernen werden, wenn Sie sich nicht daran halten?" So streng hatte Laura die sonst gutmütige Hexe noch nie gesehen. Sie nickte wieder: „Ja, Ma'am," schluchzte sie. Immer noch rannen ein paar Tränen aus ihren Augen.

Poppy öffnete die Tür und Laura rannte schnell zu ihrem Vater ans Bett. Sie umarmte ihn stürmisch und drückte ihr tränennasses Gesicht an das von Snape.

Snape sah sich kurz um. Die Krankenschwester hatte sich freundlicherweise in ihr Büro zurückgezogen. Zum Glück.

Snapes Arme schlossen sich um seine Tochter. Das tat gut.

„Dad, ich hatte solche Angst um dich! Du wirst wieder ganz gesund, nicht wahr?" Laura klang heiser und schniefte ein wenig.

Snape war noch ziemlich benommen und müde. Er schloss seine Augen, da er spürte, dass diese zu brennen begonnen hatten.

Er nickte nur.

Laura küsste ihn auf die Wange und umarmte ihn nochmals fest.

Snape dachte an das, was Ron heute zu Laura gesagt hatte, als sie ihn geküsst hatte. Es war ihm mehr als unangenehm, dass der Junge das gesehen hatte, auch wenn es ihn am Nachmittag nicht wirklich gekümmert hatte. Zu müde war er gewesen.

Er musste Laura nun loben für ihr richtiges Handeln beim Wald am Vormittag.

„Das hast du gut gemacht, heute," sagte Snape in ihrer Umarmung. Er wusste, dass er noch mehr hätte sagen müssen. Stattdessen drückte er sie noch mehr an sich.

Laura genügte das. Sie spürte ein paar Schmetterlinge in ihrem Bauch rum tanzen. Ja, sie war heute auch ziemlich stolz auf sich gewesen. Das Lob ihres Vaters freute sie sehr.

Vor allem, da so offene Anerkennung bei Snape etwas sehr Seltenes war.

„Ich dachte schon, du seist tot," sagte Laura mehr zu sich selber. Sie hatte sich wieder aufgerichtet und musste sich auf die Lippen beißen, um die aufkommenden Tränen zurück zu halten.

Snape nickte leicht. Er hob seine Hand und legte sie Laura seitlich ans Gesicht.

„Ich weiß."

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Dumbledore war zu dieser Zeit ziemlich beschäftigt in seinem Büro. McGonagall und Lupin standen um die gelähmte Schlange herum.

„Verlieren können wir nichts," bemerkte Lupin. „Ich halte es für gut möglich, Albus, dass sie mehr als nur eine Schlange ist."

Lupin sah den Schulleiter ernst an. „Ich bin noch nicht erheblich viel weiter gekommen mit den Nachforschungen, Albus, das meiste basiert auf Vermutungen. Bei Severus haben wir ein paar heiße Spuren verfolgt und recherchiert. Einige Fährten wahren falsch. Einige geben Grund zur Hoffnung. Wir werden dann am nächsten Orden-Treffen darüber informieren. Allerdings ist nichts dabei, das uns in diesem Fall hier weiter helfen würde."

„Wie Sie schon bemerkt haben, Remus, zu verlieren haben wir nichts. Möchten Sie die Angelegenheit erledigen? Ich habe da einen sehr edlen koboldgefertigten Dolch." Dumbledore lächelte den Werwolf freundlich an, als unterhielten sie sich über das Zerlegen einer gegrillten Forelle.

Remus schluckte. Er mochte Schlangen nicht besonders, aber das Töten war nicht gerade seine Stärke. Nicht mal Nagini. Er wusste aber, dass Albus Dumbledore auch kein Freund des Tötens war.

„Wenn es Ihnen nichts ausmacht, Schulleiter, würde ich lieber verzichten." Remus sah entschuldigend zu Albus Dumbledore. Dieser nickte und erwiderte: „Das ist kein Problem, mein Junge."

Minerva McGonagall's Lippen waren ziemlich dünn, als sie das 'Kuscheltier' von 'Du-weißt-schon-wem' ansah. Warum der Schulleiter das Tier mit einem Dolch abschlachten wollte, statt es einfach mit einem Avada Kedavra zu erledigen, wusste sie nicht. Es schien aber, dass Lupin den Grund kannte. Der Schulleiter hatte immer einen Grund. Und er würde sie auch informieren, das wusste sie. Sie musste nur geduldig sein.

Sie war ziemlich erschrocken, als sie Severus Snape im Wald hatte liegen sehen. Sie hatte nicht wirklich gewusst, was vorgefallen war, der Zentaur hatte auch keine Zeit für lange Erklärungen gehabt. Aber die Hauptsache war, dass ihre Gryffindors wieder in Sicherheit waren. Dass den Kindern nichts Schlimmeres geschehen war, war ein wirkliches Wunder.

Sie würde sich nun um die drei Kinder kümmern müssen und diese würden ihr wohl alles erzählen.

Sie verabschiedete sich und ging zur Tür hinaus.

„Wie geht es Severus, ist er schwer verletzt?" Remus war besorgt um den Mann, zu dem er in den letzten Jahren eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut hatte. Vor allem nach den paar Tagen, die er mit Severus und Laura verbracht hatte.

„Severus hat großes Glück gehabt, Remus. Wirklich großes Glück." Der ältere Mann sah Remus lächelnd an.

„Und Laura, wo ist die?"

Dumbledore's Augen blitzten amüsiert auf. „Ich schätze, sie leistet ihrem Vater Gesellschaft."

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„Armer Ronnilein," neckte George seinen kleinen Bruder, der mit hochrotem Kopf den Gemeinschaftsraum betreten hatte.

Er war gleich am nächsten Morgen nach Hause zitiert worden, als seine Eltern über den Vorfall informiert worden waren.

Seine Eltern waren nicht das kleinste bisschen erfreut gewesen, dass ihr Sohn sich und andere in Lebensgefahr gebracht hatte.

Und dann noch im verbotenen Wald!

So etwas hatten noch nicht mal die Zwillinge fertig gebracht und sie waren ja einiges gewohnt von den zwei Unruhestiftern.

Ron gab seinen Brüdern einen verärgerten Blick. „Ihr könnt froh sein, dass ich Mum und Dad nicht verraten habe, woher ich von den Biestern im Wald wusste."

Nun war es an den Zwillingen rot zu werden.

„Ihr hättet auch eine tüchtige Abreibung verdient, Jungs," mischte sich nun Percy ein und sah die Zwillinge streng an.

„Wenn es nach mir ginge....," redete er weiter, aber er wurde von seinem Bruder George unterbrochen, dem die überhebliche Art von Percy ziemlich auf die Nerven ging.

„Es geht aber nicht nach dir, Percy-Schatz." Beim letzten Wort imitierte der Junge die Stimme ihrer Mutter. Percy empörte sich über den frechen Bruder.

Wenn es nach ihm ginge, gehörten die Zwillinge ständig überwacht und angemessen bestraft für jegliches Fehlverhalten.

Immer wieder schämte er sich maßlos über seine unmöglichen Brüder.

Harry, Hermine und Emma kamen auf den Freund zu und wollten ihm beistehen.

„War es sehr schlimm?" fragte Harry mitleidig. Harry selber war von seiner Hauslehrerin McGonagall bestraft worden, da die Dursleys, wie erwartet, keinerlei Interesse an dem Vorfall gezeigt hatten.

Er hatte eine ziemlich heftige Strafe aufgebrummt bekommen. Er durfte einen Monat nicht Quidditch spielen und nicht fliegen. Außerdem hatte er jeden Abend Nachsitzen für zwei ganze Wochen.

Hermines Meinung nach war das aber recht milde, für das aufs Spiel setzten von Menschenleben.

„Ziemlich," antwortete Ron und es war offensichtlich, dass er keine weitere Auskunft geben wollte. Hermine gab ihm einen 'das-hast-du-verdient-Blick', was Ron natürlich nervte.

„Ich darf auch nicht fliegen für einen Monat. Wo ist eigentlich Laura?" Ron sah sich suchend nach dem Mädchen um.

„Und wie geht es dem... Snape?" Er hatte sich im letzten Moment zurückgehalten etwas Hässliches zu sagen.

Aber es war ihm eingefallen, dass es tatsächlich der Zaubertranklehrer gewesen war, der sie vor Schlimmerem gerettet hatte. Das hatten auch seine Eltern betont.

„Laura ist seit gestern nicht mehr aufgetaucht. Die McGonagall hat gesagt, sie habe mit der Hauselfe zusammen in Snapes Privaträumen geschlafen und wäre nicht zu überreden gewesen hier im Turm zu schlafen."

Emma lächelte Ron an.

Sie konnte sich die Hauslehrerin vorstellen, wie sie erfolglos auf Laura eingeredet hatte.

Sie wusste, wie stur das Mädchen sein konnte, wenn sie wollte.

Laura hatte ihr auch viel von dieser Elfe erzählt und Emma hatte herausgehört, wie wichtig Laura diese kleine Person war.

Emma hatte Zauberer-Eltern und konnte sich nicht vorstellen, wie man sich so an eine Hauselfe binden konnte.

Sie selber hatten zwar keine, aber ihre beiden Großeltern hatten immer Hauselfen gehabt. Für sie waren das Bedienstete, keine Freunde oder gar Elternersatz.

„Kommt wir gehen frühstücken," sagte das Mädchen und die Anderen fanden das eine sehr gute Idee.

„Ich muss mich bei Snape entschuldigen, wenns ihm besser geht," murmelte Ron und sah Harry fragend an. Dieser nickte. „Ja, ich auch," er sah Ron vielsagend an. Man konnte nicht behaupten, dass die Jungen sich darauf freuten. Aber sie hatten es wirklich dem Zaubertranklehrer zu verdanken, dass sie sich überhaupt noch entschuldigen konnten.

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„Meinst du, Ron ist in großen Schwierigkeiten, Dad?" Laura war ein wenig besorgt um den Freund. Bei Harry wusste sie, dass sich diese Dursleys nicht kümmern würden und dass er keine Strafe zu fürchten hatte.

Bei Ron war das allerdings eine andere Sache. Was sie so von Ron und den Zwillingen gehört hatte, würden die Weasleys den Vorfall nicht so leicht nehmen.

„Bestimmt nicht in so großen, wie er mit mir wäre, glaub mir." Snape sah Laura finster an.

Auch wenn sie wusste, dass dieser Blick nicht ihr galt, bekam sie eine Gänsehaut.

Wieder war sie sehr froh, dass sie nicht den Fehler gemacht hatte in den Wald zu gehen. Wenn sie nämlich nicht von der Riesenschlange gefressen worden wäre, wäre sie nicht sicher gewesen, ob sie die nächste Begegnung mit ihrem Vater überlebt hätte.

Nein, sie konnte stolz sein auf sich. Sie sah, dass ihr Vater stolz war auf sie und das bestätigte sie sehr.

Snape hatte sich gut erholt und saß nun in seinem Bett. Diese Krankenschwester veranstaltete ein viel zu großes Tamtam seiner Meinung nach. Er wollte nicht länger in diesem Bett rum sitzen und Däumchen drehen.

In der Nacht hatte er nicht sehr gut geschlafen. Immer wieder hatte er die Schlange gesehen, die sich vor ihm aufgetürmt hatte. Die Schlange, die er unzählige Male gesehen hatte, wie sie genüsslich getötet hatte.

Wäre er ein paar Minuten später gekommen, gäbe es keinen Harry Potter mehr.

Aber wie er Albus kannte, ließ er den Jungen ohne Denkzettel davon kommen, damit sich dieser so bald als möglich ins nächste tödliche Abenteuer stürzen konnte. Und Snape wurde es überlassen den Jungen immer wieder zu retten. Dieser Junge gehörte überwacht. Und zwar nicht von ihm. Diese unfähigen Muggel zogen den Potter-Prinzen nie zur Rechenschaft. Geschweige denn, dass er mal ordentlich bestraft wurde.

Seine Tochter aber hatte etwas aus ihren Erfahrungen gelernt. Er war wirklich sehr zufrieden mit ihr.

Snape öffnete die Schublade des Nachttisches und fasste hinein.

„Das da gehört dir," stellte er fest und legte Laura ihre Kette mit dem Stein in die Hand.

Laura war ein wenig verlegen und sagte: „Ich dachte, du brauchst sie nötiger als ich."

Sie lächelte ihren Vater an. Severus lächelte leicht zurück.

„Du hast im Kerker in unseren Privaträumen geschlafen, wie ich gehört habe?" fragte Snape und sah Laura amüsiert an.

Poppy hatte ihm berichtet, wie Minerva vergeblich versucht hatte, das Mädchen aus den Räumen im Kerker zu locken. Sie hatte es schlecht gefunden für das Kind, ganz alleine, abgesehen von einer kleinen Elfe, in den verlassenen Räumen zu übernachten.

Da sie aber nicht in Snapes Privatquartier hatte eindringen können und Laura sie partout nicht hatte hinein lassen wollen, hatte sie schlussendlich aufgegeben.

Diese Geschichte amüsierte Severus sehr. Und er wusste, dass Laura sehr gut aufgehoben gewesen war mit Milly. Er hätte das Schauspiel gerne gesehen.

„Ja, Sir. Ich wollte mit Milly allein sein und mit Jimmy. Wenn du schon nicht da warst...."

Laura sah etwas verlegen aus, aber als sie sah, dass Snapes Gesicht friedlich, sogar leicht amüsiert blieb, entspannte sie sich.

„Die Sturheit hast du wohl wirklich von mir geerbt," stellte er trocken fest und setzte sich im Krankenbett auf.

Höchste Zeit mit dem Schulleiter zu reden, dachte Snape. Er sah zu Laura, die ein wenig lächelte.

Plötzlich hellte sich das Gesicht des Mädchens auf. Sie sah an Snape vorbei und rief: "Remus!" Sie stürmte auf den Mann zu, der gerade in die Krankenstation herein kam. Dieser hatte seine Arme ausgebreitet und Laura rannte geradezu in seine Umarmung. Sie drückte sich an Remus und nahm ihn dann bei der Hand um ihn zu ihrem Vater zu führen.

Remus wusste, dass Severus das bestimmt nicht mochte, wenn er ihn in dieser Situation sah, aber er schritt trotzdem auf das Bett zu, in dem Snape lag.

„Noch unter den Lebenden, Severus!" sagte Remus und lächelte leicht. Snape zog die Augenbrauen zusammen und antwortete gereizt: „Wie du siehst....."

Snape war aber nicht so genervt den Mann zu sehen, eher, dass er dabei so hilflos im Bett lag. Er würde nachher in seine Privaträume gehen, das konnte die Spital-Hexe machen was sie wollte. Er würde sich weigern, noch länger in diesem Krankenbett zu verweilen. Und wenn Poppy den Handstand mit doppeltem Rittberger machte.

Remus nahm einen Stuhl und setzte sich hin. Laura setzte sich einfach auf seinen Schoß, aber Lupin schien das überhaupt nicht zu stören. Er legte einen Arm um das Mädchen und fragte sie: „Du bist ja eine richtige kleine Heldin, wie ich gehört habe."

Laura drehte den Kopf, um den Mann anzusehen.

„Heldin? Nein, Remus, mein Vater und dieser Pferdemann haben die Jungs gerettet. Ich habe bloß Hilfe geholt." Sie sah ihren Vater an und war so unendlich dankbar, dass er so schnell zur Stelle gewesen war und die Jungs hatte retten können.

Remus lächelte das Mädchen an und strich ihr übers Haar. „Das war aber sehr tapfer von dir. Wärst du in den Wald gegangen, gäbe es wohl euch alle drei nicht mehr."

Snape hatte sich zurückgehalten etwas dazu zu sagen. Aber er hatte sich auch sehr viele Gedanken gemacht. Als er gebissen im Wald gelegen hatte, war ihm vieles durch den Kopf gegangen. Laura. Wenn ihm etwas zustoßen würde, wenn er den Biss nicht überlebt hätte, was wäre dann mit Laura gewesen?

Als er am Boden gelegen hatte und gespürte hatte, wie sich das Gift verteilte, wurde ihm bewusst, dass er Remus fragen musste. Er war der Einzige, zu dem er ein freundschaftliches Verhältnis hatte und der Einzige, dem er die Verantwortung für Laura geben wollte, falls er sich nicht mehr um sie kümmern konnte.

Laura erzählte Remus, wie sie Milly zu Hilfe geholt hatte und wie diese sie vor einer giftigen Schlange gerettet hatte. Snape hatte diese Geschichte auch noch nicht gehört. Er war der Elfe dankbar, dass sie so gut auf Laura aufpasste. Er wusste, wie sehr sich die Elfe vor Schlangen fürchtete.

Nach einer Weile setzte sich Snape ein wenig mehr auf. „Geh jetzt etwas essen, Laura."

Es war schon fast 9.00 Uhr Uhr. Die Kinder hatten an diesem Morgen nur zwei Stunden Schule, da Zaubertränke ausfiel.

„Ich hab aber keinen Hunger," sagte Laura aber stand trotzdem auf, da sie wusste, dass Widerspruch zwecklos war. Sie verabschiedete sich von ihrem Vater und gab ihm einen Kuss. Sie umarmte Remus und sagte, er solle sie bald mal wieder besuchen.

Als sie widerwillig gegangen war, stand Remus auch auf. „Ich lass dich dann mal in Ruhe."

Er lächelte Severus an und dieser machte ein ziemlich ernstes Gesicht. Er wusste nicht, wie er Remus fragen sollte, wegen Laura. Er hasste es, jemanden um etwas zu bitten. Aber er musste fragen, er hätte sonst keine Ruhe.

„Ehmm... Remus?" sagte Snape und klang nicht so forsch und selbstbewusst wie sonst. Remus ließ sich aber die Verwunderung nicht anmerken und sah Snape an.

„Wenn ich es nicht …. überstanden hätte, gestern, dann hättest du dich doch um Laura gekümmert?" Remus merkte, wie schwer es Snape fiel diese Worte auszusprechen und er wusste auch, was Severus damit sagen wollte. Aber es erstaunte ihn, dass Snape ausgerechnet ihm sein Kind anvertrauen würde.

Er nickte ernst und trat einen Schritt auf Snapes Bett zu. „Ja, Severus, es wäre mir eine Ehre gewesen, mich Laura anzunehmen."

„Dann wärst du bereit, etwas zu unterschreiben, das dir die Verantwortung für Laura überträgt, im Falle meines Todes?" fragte Snape sachlich.

Er musste das klären, egal wie unangenehm es war. Wenn nichts Schriftliches vorhanden wäre, würde das Zaubereiministerium Remus das Kind niemals überlassen.

„Natürlich," sagte Remus und versuchte seine Rührung zu verbergen.

Snape nickte und sagte: „Gut, dann wäre das ja geklärt." Lupin nickte auch und verabschiedete sich dann. Er ging davon Richtung Ausgang, als er plötzlich Snapes Stimme hörte.

„Danke, Remus."

Dieser drehte sich kurz um, lächelte Severus an und nickte.

Als er die Tür hinter sich geschlossen hatte, lehnte sich Snape im Bett zurück und atmete hörbar aus. Ja, das wäre geklärt!

TBC.....

Bis bald, reviewen nicht vergessen ;-)