Ich wünsche Euch allen ein ganz super gutes ,spannendes , gesundes und freudiges neues Jahr . Danke an alle, die sich die Zeit genommen haben ein Review zu schreiben, hat mich unglaublich gefreut.
Ein riesen grosses Dankeschön an meine liebe Betaleserin scientific ida , die sich immer die Zeit nimmt, alles zu korrigieren und mich super unterstützt :-)
Liebe Grüsse Sally
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Wir haben die Schlange vernichtet, mit einer koboltgefertigten Waffe." Der ältere Mann sah Severus freundlich an, doch dieser schien ziemlich beunruhigt.
„Aber wenn der dunkle Lord dort draußen ist, sehe ich die Kinder in ziemlich großer Gefahr. Vor allem Potter." Severus hatte ruhig gesprochen, ruhiger als er sich fühlte. Dumbledore war doch immer so vorausschauend, sah er denn die Gefahr nicht?
Und gerade Kinder mit einem solchen Potential zum Regeln brechen und auf der Suche nach immer neuen Abenteuern, wie diese fünf, würden noch mehr gefährdet sein. Er wollte nichts riskieren. Vor allem natürlich wegen Laura. Diesmal hatte sie widerstehen können, den Jungen zu folgen und hatte richtig gehandelt. Ob sie das aber in einer anderen Situation wieder könnte, wusste er nicht. Es waren schließlich Kinder. Wilde Kinder. Und Laura war sehr emotional und sozial. Sie würde für die Freunde durchs Feuer gehen.
„Dass das Ministerium nichts von einer Rückkehr des dunklen Lordes wissen will, das ist uns ja bewusst, Schulleiter. Von da können wir nicht auf Unterstützung hoffen. Genau deswegen haben Sie doch den Phoenixorden beibehalten, oder? Ich bin dafür, dass einige Leute des Ordens den verbotenen Wald im Auge behalten und ihn absuchen. Wer weiß, ob nicht auch ein paar der Gefolgsleute des dunklen Lords unterwegs sind und ihm helfen wollen?"
Severus konnte seine Ungeduld verbergen, es kostete ihn aber viel Selbstbeherschung. Jetzt war Voldemort schwach und verletzlich, wieso sollten sie warten, bis er einen Weg gefunden hatte, wieder stark zu werden. Der Stein war nur eine Möglichkeit wieder zu Kräften zu kommen.
„Es freut mich außerordentlich, dass Sie Ihre Verpflichtungen als Vater und gegenüber Harry so ernst nehmen, Severus." Dumbledores Augen glitzerten anerkennend und Snape hätte am liebsten die Augen verdreht. Dieser sentimentale alte Mann brachte ihn beinahe auf die Palme.
Dumbledore lächelte freundlich, obwohl er die Gefühlsregungen des Zaubertranklehrers bemerkt hatte.
„Ich werde ein paar geeignete Personen des Ordens kontaktieren. Sie selber sollten sich die nächsten Tage noch ausruhen und wieder ganz zu Kräften kommen, Severus." Wieder lächelte er Snape an, der seine Zähne zusammen beißen musste, um einen unfreundlichen Kommentar zu unterdrücken.
Er nickte kurz und verließ das Büro des Schulleiters. Allerdings nicht so schnell und zackig wie sonst. Er hatte sich gut erholt von dem Angriff, fühlte sich aber noch nicht ganz gesund. Er gab sich Mühe, sich nichts anmerken zu lassen.
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Kleider
Endlich Wochenende. Harry Ron und Laura hatten sich gut erholt von dem Schreck. Sie hatten noch viel diskutiert.
Die Kinder saßen am Frühstückstisch und witzelten und redeten. Snape beobachtete die lauten Gryffindors vom Lehrertisch aus.
„Nun sp..spielen d...die lieben Kinderchen wieder s.s...so schön. Die haben j...ja wirklich Glück gehabt, nicht wahr?" Snape hörte von weitem zu, wie Quirrell sich mit Minerva unterhielt, die zwei Plätze entfernt von Snape saß. Snape zog seine Augenbrauen zusammen und spitzte die Ohren.
„Soll ich in ihrer Teetasse lesen? Hätten Sie mich gefragt, letzten Sonntag, dann wäre dieses Unglück nicht passiert!" Professor Trelawneys riesige Augen blickten ohne jedes Blinzeln zu Snape hinauf, der ziemlich genervt ausatmete.
„Nein, vielen Dank, zu freundlich von Ihnen, Sybille." Er klang ein wenig höhnisch und hoffte, die Wahrsagerin würde endlich Ruhe geben, damit er lauschen konnte, was Quirrell von sich gab. Snape hatte ein ziemlich ungutes Gefühl, was diesen Turbanträger anging.
Professor Trelawney hatte Snapes Hand genommen um darin zu lesen, als dieser eine Szene beobachtete am Tisch von Laura. Er achtete nicht auf die Wahrsagerin, da er interessiert zu Laura und ihren Freunden sah.
Scheinbar hatte jemand etwas über ihren Pulli gelehrt. Laura stand mit rotem Kopf auf und rauschte davon.
Laura war doch sonst nicht so empfindlich. Snapes Augen zogen sich leicht zusammen. Was war los mit ihr?
Snape bemerkte jetzt, dass die nervende Kollegin seine Hand in ihrer hielt und mit ihren mehrfach vergrößerten Augen den Linien auf seiner Handfläche folgte.
Genervt zog er seine Hand mit einem Ruck weg und stand auf. Das hielt ja kein Mensch aus hier in diesem Irrenhaus, dachte Severus.
Es war ja, zum Glück, wohlverdientes Wochenende. Er hätte eben in seinen Räumen frühstücken sollen, wie er es sich erst vorgenommen hatte.
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Die Freunde sahen sich verdattert an. „Was war das jetzt?" fragte Emma erstaunt und verwirrt.
Laura war so wütend geworden, als Fred ihr, während er mit George rumgealbert hatte, ausversehen den Kürbissaft über den Pulli geschüttet hatte. Es war nicht wirklich schlimm gewesen und Laura war doch sonst nicht schnell wütend. Normalerweise fand sie alles lustig und blieb auch bei Späßen und Streichen immer gut gelaunt. Sie mochte die Zwillinge und die Freunde konnten sich nicht erinnern, das Laura schon mal eingeschnappt gewesen war. Das passte nicht zu Laura.
Ron und Harry zuckten die Schultern. Mädchen! dachten sie. Hermine stand auch auf und ging Laura nach, sie hatte einen Verdacht, warum Laura so aufbrausend reagiert hatte.
„Laura, warte doch," rief sie Laura hinterher, die durch die Halle Richtung Turm eilte. Doch diese drehte sich nicht um und rannte schnell davon. Hermine schüttelte den Kopf und ging wieder in den Speisesaal. Sie würde später mit Laura sprechen, wenn sie sich beruhigt hatte.
Fred und George machten ein zerknirschtes Gesicht. Sie mochten Laura wirklich gut. Sie war so natürlich und so frech und lustig. Es gefiel ihnen nicht, dass sie nun wirklich verärgert zu sein schien.
Laura ging schnell in ihr Zimmer und zog dort ihren roten Pulli aus. Toll! Nun hatte sie nichts mehr anzuziehen. Den blauen warmen Pully hatte Norbert abgefackelt, dieser hier war nun verkleckert und die Schuluniform hatte sie eigentlich zum Waschen in den Wäschekorb getan. Nun musste sie diesen eben wieder aus der Wäsche holen.
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„Er ist da draußen und er will an den Stein." Harry sah seine Freunde ernst an. Es machte ihm Angst, dass der böse Magier, der seine Eltern und so viele andere Menschen getötet hatte, noch da draußen war und auf eine Chance wartete, wieder an die Macht zu kommen.
„Und er will mich!" fügte Harry nach einer kleinen Pause hinzu. Seine Freunde sahen ihn besorgt an. Sie vermuteten, dass der Junge Recht hatte.
Nun meldete sich Hermine zu Wort und ihre Stimme klang selbstsicher und ernst. „Ja, das könnte sein. Aber der Stein ist hier im Schloss. Und Dumbledore und die anderen Lehrer beschützen ihn."
Alle nickten und fühlten sich ein wenig beruhigter.
„Aber meine Narbe schmerzt immer häufiger. Ich glaube, Voldemort wird stärker," sagte Harry und fasste sich an die Stirn.
„Wann schmerzt sie denn, Harry? Ist es zu einem bestimmten Zeitpunkt?" Hermine sah den Freund an und dieser zuckte die Schultern.
„Ich weiß nicht so genau."
Laura hielt ihre Hand auf Harrys Arm. „Du musst dich in nächster Zeit mal darauf achten, Harry." Die Anderen stimmten ihr zu und Harry nahm sich vor, sich einzuprägen, wann genau die Narbe schmerzte. Vielleicht war sie ja wirklich ein Zeichen. Früher hatte sie ja nie geschmerzt.
Emma sah Laura an. „Laura, wieso hast du noch den Pullover von der Schuluniform an, es ist ja Wochenende, schmeißt du den nicht in die Wäsche?"
Laura wurde ein bisschen rot. „Oh, das habe ich ganz vergessen," sagte sie verlegen und ging schnell in den Mädchenschlafsaal. Hermine sah ihr hinterher. Nur ihr war es aufgefallen, dass Laura in letzter Zeit immer nur den roten Pullover getragen hatte. Und dieser war nun in der Wäsche.
Also stimmte ihr Verdacht. Aber wieso ging sie nicht einfach zu ihrem Vater und sagte ihm, dass sie neue Kleider brauchte? Snape würde sich doch wohl nicht weigern, ihr etwas zum Anziehen zu kaufen?!
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Am Abend saß Laura mit ihrem Vater am Tisch und aß Suppe mit dunklem Brot. Eine Tasse Tee stand vor ihr.
„Hast du deine Hausaufgaben alle erledigt?" fragte Snape und sah Laura über den Tisch an.
Laura nickte und biss in ihr Brot. Sie kaute und lächelte ihren Vater an. Jimmy bettelte am Boden um ein wenig Brot. Laura wusste aber, dass Snape es nicht mochte, wenn sie das Tierchen am Tisch fütterte. Heimlich ließ sie ein paar Krümel fallen.
„Ja, ich habe den Rest des Aufsatzes für Verwandlungen gestern Abend noch mit Hermine zusammen erledigt. Ist gut geworden, denke ich." Sie biss in das Brot und sah ihren Vater an.
Snape nickte. „Ich sehe es morgen durch. Du weißt, dass du deinen Marder hier nicht füttern sollst, Laura. Noch einmal und ich schmeiße ihn raus, verstanden?"
Laura fühlte sich ertappt und nahm ihre Hände schnell wieder auf den Tisch. „Es ist ein Streifenhörnchen!" sagte sie leise.
Sie aßen weiter und Laura merkte trotz der warmen Suppe, wie sie zu frieren begann. Hier im Kerker war es nicht gerade sehr warm und sie hatte nur ein T-Shirt an.
Das entging Snape natürlich nicht. Er bemerkte, wie Laura fror, denn ihre Härchen an den Armen stellten sich auf. Snape sah seine Tochter an. Die verbrannte Haut an Lauras Arm war recht gut verheilt, war aber immer noch rosa und ein bisschen erhöht.
„Zieh dich doch wärmer an, Kind. Willst du dir eine Lungenentzündung holen?" Snape schüttelte leicht den Kopf. Wieso saß sie da und fror vor sich hin.
Schon als sie zur Tür herein gekommen war, hatte er sie gefragt, ob sie Hitze habe . Laura hatte geantwortet, dass ihr heiß sei und Snape hatte ihr daraufhin die Hand auf die Stirn gelegt, um zu sehen, ob sie Fieber hatte.
Jetzt sah er aber eindeutig, dass Laura nicht heiß war.
Laura wurde leicht rot im Gesicht und sagte schnell: "Mir ist aber so heiß!" Sie sah ihrem Vater nicht in die Augen.
„Lüg mich nicht an, junge Dame! Du weißt genau, dass ich das überhaupt nicht mag." Er hatte sich leicht nach vorne gelehnt und sah Laura streng an.
„Geh und zieh dich warm an. Sofort"
Laura legte den Löffel langsam auf den Tisch und stand auf, ohne Snape anzusehen. Sie ging in ihr Zimmer und kam einen Augenblick später in einer Jacke zurück.
Snape hob die Augenbrauen, als er sie in der warmen Jacke ins Wohnzimmer kommen sah.
Seine Geduld wurde ziemlich strapaziert. Wollte sie ihn provozieren? „Laura?" sagte er leise. „Was soll der Unsinn?"
Laura war stehen geblieben und hob nun langsam den Blick. Wieso konnte er sie nicht einfach in Ruhe lassen?
„Du hast gesagt, ich soll mich warm anziehen," sagte sie und tönte ein wenig trotzig.
„Du gehst jetzt in dein Zimmer und ziehst dir einen Pullover an. Oder muss ich aufstehen und dich anziehen?"
Als Laura mit rotem Kopf dastand und sich nicht bewegte, stand Snape auf und ging auf sie zu.
Er wusste wirklich nicht, was das sollte! Er nahm sie am Handgelenk und ging mit ihr in ihr Zimmer. Auf dem Weg dorthin sträubte sie sich und versuchte sich von Snape zu befreien. Dieser war über diese heftige Reaktion überrascht und hielt an. Er sah auf Laura hinunter und schüttelte sie leicht.
„Laura, was ist los? Was soll das? Du benimmst dich wie ein Kleinkind." Laura war das alles egal. Sie wollte jetzt einfach in Ruhe gelassen werden.
„Mir doch egal!" schrie sie und versuchte sich wieder aus dem Griff ihres Vaters zu befreien. Sie wollte in ihr Zimmer und die Tür schließen. Oder noch besser zuknallen. Er sollte sie in Ruhe lassen.
Snape hatte nicht schlecht Lust, ihr ein paar hinten drauf zu hauen, aber er zog sie schweigend mit sich in ihr Zimmer. Er zählte auf Zehn und wieder rückwärts, um seine Geduld nicht ganz zu verlieren.
In ihrem Zimmer öffnete er den Schrank. Es hatte ein Paar Jeans und die beige Hose mit den Löchern der Drachenfeuersalbe darin. Drei Paar Socken und etwas Unterwäsche. Turnschuhe und ein Pyjama.
„Wo sind deine Pullover?" fragte Snape und kreuzte die Arme vor seiner Brust. Laura sah ihn an und er merkte, dass sie die Tränen zu vorderst hatte. Was ging hier vor, dachte Snape stirnrunzelnd.
„Laura, wo sind die Pullis?" fragte er nochmals ungeduldig und beugte sich zu ihr hinunter. Sie senkte den Blick und flüsterte etwas, das Severus nicht verstand.
„Etwas lauter, bitte, ich kann nicht Lippen lesen," sagte er nun ruhiger.
„Ich hab keine mehr," kam leise von Laura. Sie blickte nun verlegen auf.
„Was soll das heißen, du hast keine mehr. Wo sind sie denn?" Snape sah sie verwirrt an.
Eine Träne rann über Lauras Wange. „Ich habe eben keine mehr. Ich hatte nur zwei Pullis. Von meiner Cousine. Der Blaue ist kaputt, wegen Hagrids Drachen. Der Rote ist in der Wäsche. Den der Schuluniform sollte man am Wochenende nicht tragen, weil sie auch gewaschen werden müssen. Und der Trainer ist ganz verschwitzt vom Quidditch-Training."
Laura hatte ihren Blick wieder gesenkt. Es war ihr ziemlich peinlich.
Snape war ziemlich erstaunt über diese Aussage. Er schüttelte den Kopf, als er auf das Mädchen hinunter sah. Er führte sie zu ihrem Bett und setzte sich mit ihr hin. Er musste sich eingestehen, dass er sich nie um Lauras Kleider gekümmert hatte. Sie hatte immer etwas angehabt, deshalb hatte er angenommen, dass sie noch genug Kleider hatte. Milly hatte die Wäsche gewaschen und in den Schrank geräumt, damit hatte er nie etwas zu tun gehabt.
„Und warum hast du mir denn nichts gesagt, Laura?" Er sprach nun sanfter und sah Laura an. Mit seinem Zeigefinger griff er unter Lauras Kinn um ihren Blick zu heben.
Laura schluckte leer. „Ich habe mich nicht getraut. Ich ...ich wollte nicht, dass du mir etwas kaufen musst. Ich ...ich habe kein Geld, um mir etwas zu kaufen....und.. wir dürfen ja auch gar nicht ins Dorf …. und..." Laura suchte nach Worten.
„Laura, ich bin dein Vater. Es ist meine Aufgabe, dir Kleider zu kaufen und auch alles was du sonst brauchst." Er sah ihr in die Augen, in denen immer noch Tränen glitzerten. Laura versuchte wieder ihren Blick zu senken, aber ihr Vater hatte seine Hand immer noch unter ihrem Kinn und hielt ihr den Kopf hoch. Er sah ihr in die schwarzen Augen, die ihn groß ansahen.
„Ja, Sir," antwortete sie und nickte, so gut es in Snapes Griff ging. Snape ließ sie los und atmete hörbar aus.
„Zieh dein Pyjama an und komm dann ins Wohnzimmer. Wir werden uns der Sache gleich annehmen." Er sah sie nochmals an und wollte aufstehen. Laura schlang aber plötzlich die Arme um seinen Hals und vergrub ihr Gesicht in seinem Nacken.
Er blinzelte etwas überrascht und ließ es zu, dass sie sich auf seine Beine setzte. „Danke, Dad," murmelte sie und Snape schloss seine Arme auch um das Kind auf seinem Schoß.
„In Zukunft sagst du mir, wenn du etwas braucht, klar? " sagte er leise. Laura nickte und umarmte ihn noch fester.
Er hatte sich an die Umarmungen und den Körperkontakt mit Laura gewöhnt. Und obwohl es ihm manchmal immer noch ein bisschen fremd vorkam, jemanden zu umarmen, genoss er die Nähe zu seiner Tochter. Er genoss es, wenn sie bei ihm Trost suchte und wenn sie ihm sagte, wie lieb sie ihn hatte.
Sogar die zahlreichen Gutenachtküsse, die sie ihm gab, brachten ihn nicht mehr in Verlegenheit. Nein, er küsste sie auch und es war in Ordnung für ihn. Er wusste, dass Laura diese Nähe brauchte, denn auch das hatte ihr viele Jahre gefehlt. Und ihm auch.
Als sie ein paar Minuten später im Wohnzimmer saßen, hatte Severus ein Pergament vor seiner Nase und kritzelte mit der Feder drauf, was Laura alles brauchte. Sie wollte nicht, dass ihr Dad so viele Sachen kaufen musste, für sie. Aber es fielen ihm immer wieder neue Sachen ein, die Laura brauchte.
Er machte eine Notiz, die er später einer Eule geben wollte. Sie sollte ihm eine Auswahl Kleider von einem Zaubererkleiderladen bringen. Die geschrumpften Kleider brauchten wenig Platz und konnten von einer Eule bequem in einem kleinen Paket transportiert werden. Snape wusste, dass das die bequemste Art war, Kleider einzukaufen. „Welche Farben magst du?" fragte Snape und Laura setzte sich zu ihm an den Tisch.
S s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
Malfoy schielte zu ihnen rüber, flüsterte Goyle etwas zu und sie lachten. Emma und Laura waren dabei, sich für den Zaubertrankunterricht einzurichten und sahen, dass Malfoy wiedermal irgendwas Dummes über sie redete.
Sie beachteten ihn nicht weiter, da es Normalzustand war. Er konnte wohl nicht anders. Heute hatte er schon mit Harry eine kleine Auseinandersetzung gehabt, aber er musste wohl immer noch mehr herausfordern.
Die Klasse verstummte augenblicklich, als Snape groß und ernst das Klassenzimmer betrat.
Laura war immer wieder beeindruckt, was ihr Vater für eine einschüchternde Wirkung auf die Schüler hatte.
Klar, war er für sie auch manchmal einschüchternd, aber für Laura hatte sich so viel verändert, in den letzten Wochen, vor allem natürlich in den Ferien. In solchen Momenten wurde es ihr bewusst, wie sehr sich ihre Beziehung verändert hatte. Wie viel näher sie ihrem Vater war.
Ihn nur als Lehrer zu sehen, fiel ihr manchmal schwer im Unterricht. Sie musste sich anstrengen, dass sie ihn nicht plötzlich mit 'Dad ' ansprach, oder zu private Sachen sagte.
Für ihn allerdings, schien das nicht so schwierig zu sein. Er behandelte sie eigentlich wie jede andere Schülerin, obwohl sie seinen Blick häufig auf sich spührte.
Snape schritt durch die Tischreihen bis vor die Wandtafel. Es war mucksmäuschenstill, als er mit leiser, klarer Stimme zu sprechen begann.
„Heute verlange ich volle Konzentration von Euch. Es wird nichts gesprochen, eure volle Aufmerksamkeit gilt dem Zaubertrank, den ihr heute braut. Buch Seite 122 . Der Aufputschtrank.
Das ist bestimmt nicht der komplizierteste aller Zaubertränke, muss aber sehr präziese und genau hergestellt werden, da er ansonsten unbrauchbar ist. Ihr habt eine Viertelstunde Zeit um Euch die Instruktion genau durchzulesen und einzuprägen. Danach besorgt ihr euch die Zutaten und beginnt. Das Buch bleibt offen auf dem Tisch."
Nun war ein Rumoren zu hören und alle schlugen die Bücher auf und begannen zu lesen. Laura hörte hinter sich ein leises höhnisches Lachen, das bestimmt von Malfoy stammte.
Sie ignorierte es so gut es ging. Was hatte der dumme Junge wohl wieder vor?
Etwa drei Minuten später hatte sie die Antwort. Sie hatte diesen Trank schon einmal mit ihrem Vater zusammen gebraut, konnte sich aber nicht mehr an die Details erinnern. Sie las aufmerksam. Als sie mit lesen fertig war, lehnte sie sich in ihrem Stuhl zurück.
In dem Moment, als sie die Lehne berührte, erschrak sie und sprang auf. Sie hatte einen elektrischen Schlag erhalten, als hätte sie an einen stark geladenen Rinderzaun gefasst. Sie sah sich um und sah an der Lehne es Stuhles etwas, das aussah wie ein kleiner Hosenknopf.
Sie hörte Malfoy und seine Freunde kichern und sie sah sie böse an.
„Was ist hier los?" fragte Snape verärgert. „Sind sie unterfordert, Miss Smethurst?"
Diese Frage amüsierte die drei Jungs hinter Laura natürlich noch mehr und sie grinsten schadenfreudig.
Laura musste sich auf die Innenseite der Wangen beißen, um nichts Freches zu antworten. Ihr Vater nervte sie.
„Nein Sir, Entschuldigung." Ihre Wangen wurden ganz rot vor Zorn.
Die Kinder suchten sich die Zutaten zusammen und begannen, an den Kesseln zu hantieren.
Bald blubberte es überall und verschiedenfarbige Rauchwölkchen erfüllen den Raum.
„Verdammt, wie kann man denn die blöde Nuss raspeln?" zischte Emma leise. Laura sah zu ihr hinüber, wie sie sich abmühte, die harte Nuss mit dem Messer fein zu raspeln. Snape hatte Laura gezeigt, wie es am besten geht und sie machte es Emma vor. Emma war erstaunt, wie gut Laura nun mit dem Messer umgehen konnte. Wenn sie an Anfang Schuljahr zurück dachte! Da hatte ihr Laura manchmal richtig Leid getan.
Man musste Nuss und Messer in der Hand behalten, dann ging es gar nicht so schlecht.
„Au!" tönte es plötzlich hinter Laura und Emma.
„Ahhh, Professor, ich hab mich geschnitten!" jammerte Malfoy und es tönte, als hätte er sich beinahe des halben Fingers entledigt.
„Auutsch, verdammt.. tun Sie was, Professor!" Malfoy hielt den Finger, der leicht blutete in die Höhe. Pansy Parkinson gab ihm einen mitleidigen Blick und Snape trat neben den Jungen.
„Oje, Malfoy verblutet!" witzelte Laura, worauf die halbe Klasse lachte. Außer den Slytherins natürlich.
Snape gab ihr einen strafenden Blick, dann wandte er sich wieder an den bloden Jungen.
„Mister Malfoy, nehmen Sie sich zusammen, daran sterben Sie nicht." Er nervte sich über den wehleidigen, verwöhnten Jungen. Er fuhr mit dem Zauberstab über den Finger und das feine Schnittchen schloss sich sofort. Malfoy sah nun ein bisschen beschämt aus.
„Gerettet!" sagte Emma leise. "Eigentlich schade!" ergänzte Laura und wieder lachten einige Schüler.
„Fünf Punkte Abzug für Gryffindor, Miss Smethurst und Miss Thompson," sagte Snape scharf und sah die beiden Mädchen mit seinen schwarzen Augen streng an.
Malfoy, Crabbe und Goyle lachten leise.
„Das ist unfair!" begehrte Laura nun auf. Snape, der sich schon zu seinem Schreibtisch gewandt hatte, drehte sich daraufhin um.
„Wie bitte?" fragte Snape in so gefährlichem Ton, dass einige Kinder zurückwichen. Er blitzte Laura an, dass auch sie feuchte Hände bekam. Sie schluckte leer. Malfoy sah erwartungsvoll zu Laura und seinem strengen Hauslehrer.
„Ähm nichts, Sir," antwortete sie leise. Snape war an ihren Tisch getreten und stützte sich mit den Handflächen darauf. Er sah Laura streng an und sie blinzelte schüchtern zu ihm hinauf.
„Passen Sie gut auf, wie Sie mit mir reden, junge Dame." Snape hatte leise gesprochen, aber es war so ruhig im Klassenzimmer, dass Laura sicher war, dass es alle gehört hatten.
Snape wandte sich an die Klasse. „Und ihr arbeitet weiter," befahl er scharf. Laura spürte den triumphierenden Blick von Malfoy auf ihr.
Laura war froh, daraufhin noch einen einigermaßen gelungenen Trank hin zu kriegen, sie war so wütend.
Als sie aus der Klasse entlassen wurden, räumte sie schnell zusammen und ging, ohne Snape noch eines Blickes zu würdigen aus dem Klassenzimmer.
„Hat Daddy seinen Liebling ausgeschimpft, ohje, da muss das arme Lauralein aber weinen!" feixte Malfoy hinter Laura.
„Nur nicht hinhören, Laura," sagte Hermine und hakte sich bei der Freundin ein. Laura stieß ärgerlich den Atem aus. Sie ballte die Hände zu Fäusten.
„Pass auf, er nimmt dich heute Abend noch übers Knie und verhaut dir den Po, Lauralein!" stichelte der Junge weiter. Wieder lachten Goyle und Crabbe und einige Slytherins.
Nun war es um Lauras Selbstbeherschung geschehen. Sie drehte sich um und zischte: "Halt die Klappe, du dummer, wehleidiger Lackaffe!" Malfoy verzog sein Gesicht ärgerlich und baute sich vor dem kleineren Mädchen auf. „Pass auf, wie du mit mir redest, Lauralein," sagte er herausfordernd.
In diesem Moment wurde er unsanft angerempelt von Ron, der die Szene beobachtet hatte und Malfoy am liebsten eine reingehauen hätte. Sofort waren Crabbe und Goyle zur Stelle und mischten sich ein. Sie packten Ron, und Harry kam dem Freund schnell zu Hilfe. Innert weniger Sekunden war der größte Ringkampf in Gang. Crabbe und Goyle waren ziemlich stark und gut beleibt, da hatten die schmächtigen Gryffindors nicht so viel zu melden. Laura war mit Malfoy beschäftigt, der sich zwar aus einer Schlägerei hatte raushalten wollen, aber nun trotzdem Ziel von Lauras Ärger war und eine Ohrfeige kassierte. Und das konnte er natürlich nicht auf sich sitzen lassen, dass ein kleineres Mädchen ihn ohrfeigte.
Hermine und Emma standen ein wenig hilflos dabei und Hermine wollte mit dem Zauberstab den ein oder anderen in Schach halten. Bei dem Gemenge war es aber schwer, den Richtigen zu treffen. Sie traute sich dann näher ran und hängte Goyle, der gerade ziemlich auf Ron einschlug, einen Furunkelus-Fluch an.
„Genug!" tönte die tiefe Stimme von Snape durch den Korridor. Sofort hörten die Kinder mit der Rauferei auf.
„Mitkommen, ihr alle!" sagte Snape streng und sah die Raufbolde unheilverkündend an. Er drehte sich um und ging mit rauschendem Umhang Richtung Klassenzimmer.
Die Kinder gaben sich noch ein paar tödlich Blicke und folgten Snape zurück ins Klassenzimmer.
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Sie standen alle vor Snapes Schreibtisch, mit mehr oder weniger gesenkten Köpfen. Laura hatte ganz zerzaustes Haar und einen blutenden Kratzer über der Wange und der Nase.
Malfoy hatte eine rote Wange und seine Frisur war auch nicht mehr das, was sie sonst war. Goyle sah aus wie ein Streuselkuchen. Die Anderen sahen einigermassen intakt aus.
Snape sah ein paar endlos lange Minuten nur auf die Kinder hinunter. Sie konnten den strengen Blick des Professors kaum ertragen und wanden sich unter seinem Blick.
„Was fällt Euch ein, euch zu raufen, wie irgendwelche gewöhnlichen Straßen-Bälger! Eine Woche Nachsitzen, für Euch alle. Ihr erfahrt später, bei wem. Und jetzt geht. Miss Smethurst, Sie bleiben noch kurz. Mister Goyle, gehen Sie zur Krankenstation." Snapes Worte verfehlten die Wirkung nicht. Die Kinder waren ziemlich rot im Gesicht und verließen schnell das Zimmer.
Laura blieb mit gesenktem Kopf stehen.
„Kann es sein, dass du das angefangen hast, Laura?" fragte er und setzte sich auf den Rand seines Schreibtisches. Er sah auf das Mädchen hinunter. Ihm war der Streit im Klassenzimmer zwischen Laura und Draco nicht entgangen.
Sie sah ihren Vater an und wischte sich langsam eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Malfoy hat angefangen. Er hat mir so ein Stromding an den Stuhl getan, das mir eine gepfitzt hat, als ich die Stuhllehne berührt habe. Er hat immer so dumm gelacht hinter mir und hat es super toll gefunden, als du mit mir geschimpft hast." Laura sah ihren Vater an und eine Träne rollte ihr nun die blutige Wange hinunter. Sie war so verärgert über diesen dummen, eitlen Jungen.
„Und das ist ein Grund, dich mit ihm zu schlagen?" fragte Snape und seine Augenbrauen verengten sich. Laura senkte den Blick.
„Ich habe es versucht, ihn zu ignorieren, Sir." Laura schluckte und schniefte ein wenig. „Er hat mich provoziert."
"Und mit was hat er dich provoziert?" Snape sah sie fragend an.
„Er... er hat gesagt, ….. dass ich weine, weil du mit mir schimpfst und dass du mich heute Abend übers Knie legst und mir den Hintern versohlst... und da musste ich ihm einfach eine reinhauen." Laura blickte verlegen zu ihrem Vater hinauf. Dieser hob eine Augenbraue und sah seine Tochter an.
Er nahm seinen Zauberstab und fuhr damit über Lauras Gesicht. Dann verwandelte er ein Lineal in eine Haarbürste und reichte sie Laura.
„Ich werde mit Mister Malfoy reden. Natürlich sagt er solche Sachen, die dich provozieren sollen. Versuche nächstes mal nicht hinzuhören. Er will ja nur, dass du dich nervst."
Er sah zu, wie Laura ihr Haar bürstete. Wenn das bloß so einfach wäre, dachte Laura. Sie nickte und gab ihm die Bürste zurück. Hinten war sie immer noch ganz zerzaust und Snape ließ die Bürste selber noch ein paar mal durch Lauras Haar fahren. Noch nie hatte er sowas gemacht und er sah auf seine Hand hinunter, in der die Bürste lag.
„Geh jetzt in deine nächste Klasse." Er schrieb eine kleine Notiz für Professor Flitwick und reichte Laura den Zettel.
„Bis später, Laura, komm heute noch in den Kerker." Er sah, wie Laura sich zu ihm umdrehte mit einem fragenden, leicht unsicheren Blick.
Ein kleines Lächeln umspielte Snapes Mund und er hob eine Augenbraue. „Ich werde dann deine Hausaufgaben kontrollieren, sonst nichts."
Sie lächelte ihn kurz an. „Bis dann, Dad," sagte sie.
„Lass dir nicht einfallen, dich nochmals zu raufen, Laura, verstanden?" Laura war stehen geblieben, sah ihren Vater an und nickte.
TBC....
