Meinen grossen Dank an scientific ida, die auch dieses Kapitel für mich und für euch betagelesen hat. :-)
Weasley-Party
Die Weasley-Zwillinge brachten nach dem nächsten Besuch in Hogsmeade eine Tüte Süßigkeiten aus dem Honigtopf mit ,als kleine Entschädigung fürs Pullover-Verkleckern. Die Beiden waren über Lauras heftige Reaktion ein bisschen erstaunt gewesen.
Diese fühlte sich geschmeichelt und gab zu, dass sie da ein bisschen übertrieben reagiert habe.
Ron beschwerte sich lautstark, dass er noch nie etwas bekommen habe, wenn die Brüder ihn verärgert hatten. Und das taten sie ja eigentlich beinahe jeden Tag. Er erntete darauf nur einen leichten Klaps auf die Wange und einen blöden Kommentar von Fred.
Laura breitete die leckeren Sachen auf einem kleinen Tischchen im Gemeinschaftsraum aus und teilte die Leckereien mit den Freunden und auch mit den Zwillingen. Die Kinder staunten, was es alles für interessante Süßigkeiten gab. Sie probierten alles durcheinander, bis ihnen beinahe schlecht wurde. Es wurde ein richtig lustiger Samstag Abend und die Kinder gingen sehr spät ins Bett.
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Severus saß auf seinem Sofa und las. Jimmy hatte sich ins Lauras Zimmer zurückgezogen, nachdem er ins Wohnzimmer gekommen war, um sie zu suchen.
Ein Glas mit bernsteinfarbener Flüssigkeit stand neben Snape auf einem kleinen Tischchen. Snape sah auf die Uhr. Es war Samstag und meistens kam Laura am Samstagabend hierher um bei ihm zu übernachten. Heute schien das nicht der Fall zu sein, denn es war schon kurz nach einundzwanzig Uhr, wie er feststellte.
Er nahm einen Schluck aus dem Glas. War die Ruhe herrlich! Diese Woche war ziemlich gut über die Bühne gegangen. Bis auf einen Zwischenfall, wo einem Viertklässler im Unterricht plötzlich übel geworden war und er alles über den Tisch erbrochen hatte. Snape rümpfte die Nase bei der Erinnerung daran.
Und die Rauferei, welche die Erstklässler gehabt hatten. Laura war ja kein Engel, aber dieser Malfoy forderte es wirklich immer wieder heraus. Snape fragte sich, warum Kinder sich immer gegenseitig ärgern mussten. Wenn diese Beiden sich einfach aus dem Weg gehen würden, gäbe es keine solchen Zwischenfälle.
Er hatte Malfoy gründlich ins Gewissen geredet und hoffte, es wirkte diese Mal. Er hatte ihm klar gemacht, dass es bei einem weiteren Zwischenfall ziemlich unangenehme Konsequenzen mit sich ziehen würde.
Natürlich hatte Malfoy ihm brav versprochen, Laura von nun an aus dem Weg zu gehen und sie nicht mehr zu provozieren.
Auch Laura hatte er nochmals eingetrichtert, sich von Draco fern zu halten.
Er würde es nicht akzeptieren, dass sich seine Schüler in den Gängen des Schlosses die Köpfe einschlugen, was waren denn das für Sitten?
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Die Zwillinge hatten es immer noch nicht geschafft, an die Marpleessenz Nr.5 heran zu kommen. Von Laura würden sie keine Hilfe erwarten können, was das anbelangte. Sie fanden heraus, dass diese Marpleessenz hauptsächlich aus der Rubina-Beere bestand. Sie hatten beschlossen, es damit zu versuchen. Denn hauptsächlich diese war für den leuchtend roten Hautauschlag verantwortlich, den sie mit ihren neuen Schulschwänz-Süßigkeiten erzeugen wollten. Sie hatten schon einige entworfen, worauf sie ziemlich stolz waren. Aber es würde noch seine Zeit dauern, bis sie die Nasch-und-Schwänz-Leckereien unter die Schüler bringen konnten. Alles war noch in der Anfangs- und Versuchsphase und nun musste diese Sache noch funktionieren.
Ein schöner Hautausschlag würde einem bestimmt die ein oder andere langweilige Schulstunde ersparen. Man musste nur das Gegenmittel, welches in einem anderen Bonbon war, essen und der Ausschlag war wieder weg (hoffentlich!).
Sie hofften dabei auf die neutralisierende Lösung, welche ihnen ihre Mutter manchmal gab, wenn sie etwas Schlechtes gegessen hatten. Diese hatten sie in Bonbons hinein verarbeiteten. Bei ihren anderen Schulschwänzsüßigkeiten hatte diese Lösung auch meistens funktioniert.
Sie hatten sich die Beeren in getrockneter Form in Hogsmeade beschaffen können und hofften nun, dass es klappte. Sie begannen mit einer ganz kleinen Dosis und steigerten diese dann allmählich. Versuchskaninchen war, wie öfters mal, Rons Ratte. Natürlich wusste Ron davon nichts. Bei der Ratte einen Hautausschlag festzustellen, war allerdings nicht sehr einfach, wegen des Fells. Sie hatten eine kleine Stelle an Krätzes Bauch rasiert und hatten dann am nächsten Tag gehört, wie Ron über Haarausfall des armen Tieres gesprochen hatte. Die Ratte schlafe auch viel mehr und schnarche richtig laut, was sie bis jetzt auch nie getan hatte.
Hermine hatte ihm dann klarmachen wollen, dass die Ratte außergewöhnlich alt sei, für eine Ratte, was Ron nicht hatte hören wollen.
Die Ratte reagierte auf die Bonbons nicht wie erhofft und die Zwillinge beschlossen, dass ein menschlicher Vorkoster her musste.
Sie besprachen gerade ihr weiteres Vorgehen, als sie Ron und Harry in Richtung Jungenschlafsaal vorbeigehen sahen.
Fred und George, die auf dem Sofa an der Feuerstelle saßen, oder eher halb lagen, sahen sich an und nickten. Wozu hatte man schließlich einen kleinen nervenden Bruder.
„Ron?" rief Fred. „Könntest du uns einen Gefallen tun?" Ron war stehen geblieben und sah den Bruder skeptisch an.
„Und wieso sollte ich das tun?" fragte er etwas unfreundlich zurück.
„Weil du unser Lieblingsbruder bist," säuselte George. Ron wurde noch misstrauischer, aber war trotzdem neugierig.
„Und weil du dafür etwas bekommst," sagte Fred und kramte in seiner Hosentasche rum. Er beförderte ein rotes Bonbon hervor und hielt es hoch. „Du brauchst nur unsere Schultaschen runter bringen. Du gehst ja sowieso gerade rauf." Ron sah nicht begeistert aus und verzog ein wenig das Gesicht.
"Na, dann gibs mir," sagte George und machte einen Versuch, sich das Bonbon zu schnappen, aber Fred zog es schnell weg. "Na na, du Fresssack, du hast schon genug gehabt."
Ron verdrehte die Augen. Er war es gewohnt, von den Brüdern immer als Handlanger benutzt zu werden. Das Bonbon sah auch nicht aus wie eine von ihren Trick-Süßigkeiten, denn die kannte Ron alle. Das hatten sie bestimmt noch aufgehoben von ihrem Besuch im Honigtopf.
„Faules Pack," sagte Ron und Fred und George blinzelten sich zufrieden zu.
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Blau blau blau....
„Was ist mit dir, Ron? Du siehst so krank aus," fragte Laura, als sie später zusammen an den Hausaufgaben saßen. Ron schwitzte und seine Sommersprossen stachen auffällig hervor. Seine Augen glänzten und er war ziemlich matt. Er war normalerweise immer äußerst gesprächig, während der Hausaufgaben, heute sagte er nichts.
Ron hatte seinen Kopf auf die Hände aufgestützt und sah zu Laura auf. Auch Hermine, die sich voll und ganz auf ihre Aufgaben konzentriert hatte, sah nun den Freund besorgt an.
„Ich weiß nicht, mir ist nicht sehr wohl und irgendwie schwindlig," sagte er träge. „Warum starrst du mich so an, Laura, ich weiß ja, dass ich schöne Augen habe, aber..."
„Deine Augen haben so eine komische Farbe außenrum," sagte Laura. Sie hatte sich nahe zu Ron gelehnt, denn Rons Augapfel waren bläulich. Oder war es das Licht? Rons Zunge schien ziemlich schwer geworden zu sein, so seltsam, wie der sprach.
Nun standen alle Freunde um ihn herum und starrten ihn an. Ron lächelte dümmlich. Ja, die Anderen sahen es auch. Blaue Äderchen zogen sich durch das normalerweise Weiße in Rons Augen.
Es juckte ihn am Bauch so seltsam und er hob seinen Pullover. Die Kinder erschraken, als sie den Bauch des Jungen sahen. Er hatte überall ganz rote Flecken. Er stand auf und sah so gut es ging hinten an den Rücken, dabei schwankte er leicht. Der Rücken sah genau gleich aus. Dann streifte er die Ärmel zurück, aber die Arme hatten noch ihre normale Farbe. Wieder war ihm schwindlig.
„Bist du krank? Streck mal deine Zunge raus," sagte Hermine und ihre Augen wurden groß, als sie Rons blaue Zunge sah.
„Oh, oh, das sieht ja übel aus," meinte Harry, der sein Gesicht verzog. Die Freunde nickten zustimmend, als Ron weiterhin breit lächelte und dann ein paarmal blinzelte. Er setzte sich wieder hin, da sich alles mehr oder weniger schnell drehte.
Die Kinder bemerkten nicht, dass Fred und George sie beobachteten. Die Zwillinge sahen sich besorgt an.
Der Hautausschlag musste ja sein, aber ihr kleiner Bruder sah nicht so ganz fit aus.
Sie standen auf und gingen zu ihm rüber.
„Komm mal mit, Ron," sagte Fred und klang ziemlich ernst. „Iss das," sagte George und streckte ihm ein gelbes Bonbon hin.
Ron sah ihn fragend an. „Was, wieso sollte ich," begann er zu protestieren, dann schien er zu begreifen. „Ihr Scherzkekse! Das wart ihr?!" Ron schnappte sich das Bonbon, obwohl er seltsamerweise überhaupt keine Lust auf Süßigkeiten verspürte und steckte es sich in den Mund. Er musste sich ein wenig an dem Bruder stützen, damit er nicht zu sehr schwankte.
Der Ausschlag verschwand innert kurzer Zeit, aber das Unwohlsein nicht. Das Blaue in den Augen wurde immer stärker und bald sah er echt gruselig aus.
Fred und George bekamen ein etwas ungutes Gefühl. Was, wenn sie den kleinen Bruder vergiftet hatten?
Sie wurden blass und beobachteten Ron, der sich nun auf ein Sofa gelegt hatte, umringt von seinen besorgten Freunden.
„Was habt ihr ihm gegeben?" fragte Hermine streng. „Musste er wiedermal eure Testperson spielen?" Hermine fand das unmöglich von den Zwillingen, dass sie immer ihre Scherze trieben mit Ron.
„Ehmm... wir haben es auch schon an Krätze ausprobiert und bei dem ist gar nichts passiert," verteidigte sich Fred. Hermine gab ihm einen tödlichen Blick. „Ron ist keine Ratte!" zischte sie. Die Zwillinge schluckten die Antwort, die ihnen auf der Zunge lag, herunter.
Rons Gesicht hatte einen grünlichen Ton angenommen und als er jetzt noch zu summen begann sah Laura ihn besorgt an. Sie legte ihm eine Hand auf die Stirn.
„Du musst zu Poppy, du hast Fieber," sagte sie ruhig. Ron sah sie aus glänzenden Augen an und seine Augendeckel waren schwer.
„Nein!" riefen die Zwillinge schnell. Sie würden in Schwierigkeiten geraten, wenn das auskam.
Ihre Eltern hatten sie immer gewarnt wegen ihrer Experimente. Zwar war bis jetzt noch nie etwas wirklich Dramatisches passiert, außer, dass Percys Nasenbluten, nach einem ihrer Versuche, über Tage immer wieder erneut begonnen hatte, bis sie mit ihm zum Arzt hatten gehen müssen. Molly Weasley war alles andere als stolz gewesen auf die Zwillinge. Sie sollten wenigstens mit jemand Erwachsenem klären, was man ohne Komplikationen verwenden konnte und wovon sie die Finger lassen müssen. Das hatten die beiden Jungen natürlich nicht immer getan.
„Ron, das geht bestimmt bald vorbei," sagten sie.
„Jungs, wenn er nicht in die Krankenstation geht und das immer schlimmer wird, habt ihr noch viel größeren Ärger." Laura sah zu den Zwillingen auf und half Ron dann aufzustehen.
Fred und George sahen sich besorgt an.
„Aber wir dürfen um diese Zeit doch nicht mehr raus," bemerkte Emma und tippte auf ihre Uhr.
„Das ist ein Notfall," sagte Laura bestimmt. Das Mädchen wusste, dass sie Milly hätte rufen können, aber so hatte sie wenigstens einen Grund, durch die verlassenen Gänge zu wandern, ohne bestraft zu werden.
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Ron schleppte sich müde durch die halbdunklen Gänge. Harry und Laura stützten ihn und hofften, dass bloß Filch sie nicht erwischen würde. Ron machte den Eindruck betrunken zu sein oder zumindest ziemlich seekrank.
Kaum hatte sie das gedacht, hörten sie eine Stimme hinter sich. "Was macht ihr hier, Kinder?"
Erschrocken drehten sich Laura und Harry um. Es war Sir Nicholas, der hinter den Kindern schwebte mit seiner riesigen Halskrause.
„Ron ist krank, Sir, er muss auf die Krankenstation." Der fast kopflose Nick besah sich den grünlichen Ron, der ihm grinsend zuwinkte, mit seinen allzu blauen Augen. Der halb durchsichtige Mann nickte.
„Ich geh voraus und sag Madam Pomfrey Bescheid," sagte der freundliche Geist und schwebte davon.
Um die Ecke geschwebt kam jetzt ein eher unfreundlicherer Geist. Ein Poltergeist Namens Peeves.
„Ihr da, ihr müsstet im Heiabettchen sein. Wen soll ich rufen, Filch, Snape oder..."
„Vielleicht den blutigen Baron," schlug Laura vor. Sie sahen, wie ein Schaudern durch den Poltergeist ging. Er machte ihnen eine lange Nase und da sie hörten Schritte.
Madam Pomfrey kam ihnen entgegen und nahm Laura und Harry Ron ab, dessen Lippen sich nun auch schon blau färbten. „Hi," grüsste Ron und schwankte ein wenig, als er Poppy zuwinkte.
„Der ist total blau," flüsterte Laura Harry zu und der nickte vielsagend.
Madam Pomfrey schickte die Kinder zurück in den Turm und bat Sir Nicholas, sie zu begleiten. Sie waren froh, denn der Fast-Kopflose-Nick verscheuchte Peeves rasch.
Sie begegneten niemandem unterwegs und als sie vor der fetten Dame standen, bedankten sie sich bei dem Geist. Sie sorgten sich ziemlich um den Freund.
„Also ich kann nicht schlafen, wenn ich nicht weiß, was mit Ron los ist", flüsterte Laura zu Harry.
Dieser nickte und seine Augen nahmen einen vertraut abenteuerlustigen Glanz an. „Komm, ich hole den Umhang, dann gehen wir nachschauen, was Poppy mit ihm macht."
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Es war ziemlich still in der großen Halle. Einige Slytherins kicherten. Fred und George Weasley hatten gerade einen ziemlich lauten, verärgerten Heuler bekommen und machten sich auf ihrer Bank ziemlich klein.
Molly Weasley hatte deutlich zum Ausdruck gegeben, wie empört und sauer sie und Arthur über den Vorfall mit Ron waren.
Sie hatten gedroht die beiden sofort nach Hause zu holen, wenn noch das Geringste vorfallen würde.
Und was das hieß, wussten nicht nur die Zwillinge.
Severus hatte auch von dem Vorfall gehört und war freudig erstaunt, dass seine Tochter zur Abwechslung mal nicht involviert war. Er sah aber, wie das Mädchen mit den niedergeschlagenen Zwillingen redete. Natürlich taten sie ihr Leid.
„Interessant, dass es in letzter Zeit immer Gryffindors sind, die in Schwierigkeiten geraten," sagte Professor McGonagall etwas zerknirscht. „Vielleicht bin ich doch zu nachsichtig mit ihnen."
Severus drehte erstaunt den Kopf zu der älteren Kollegin. So einsichtig hatte sie sich ja noch nie gezeigt. Das war genau das, was Snape schon seit Jahren predigte.
Lieber spät als nie, dachte er.
Minerva sah nun Severus an, da sie merkte wie er sie anstarrte. „Was? Du brauchst gar nicht so zu schauen, Severus! Deine Slytherins sind auch keine Engel. Die tun einfach alles hintenrum!"
Severus hob darauf nur eine Augenbraue. Beide sagten eine Weile nichts. Snape trank seinen Kaffe und McGonagall biss in ihr Brötchen. Severus dachte über den Vorfall am vorigen Abend nach.
„Ich kann mich erinnern, dass die Zwillinge vor ein paar Monaten Laura überredet hatten, ihnen die Marpleessenz zu beschaffen. Da diese ja hauptsächlich aus Rubina-Beeren besteht, könnte ich mir vorstellen, dass sie die Marpleessenz einfach durch die Beeren ersetzt haben. Marpleessenz kann man sich nicht einfach so besorgen und bei mir einzubrechen ist auch nicht ganz einfach. Ich frage mich, wofür die Jungen diese Beeren respektive die Marpleessenz benutzen wollten."
Minerva sah ihn nachdenklich an. „Ich habe sie natürlich gefragt. Die Zwillinge sagten, sie kreieren Trick-Bonbons, und die Beeren hätten sie gebraucht, um einen Hautausschlag zu erzeugen."
Severus schüttelte den Kopf. „Diese Jungen können ja ganz schön kreativ sein, wenns ums Streiche spielen und Unruhe stiften geht. Sie haben leider nicht beachtet, dass die Rubina-Beere nur ohne die extrem färbende und berauschend wirkende Haut verwendet werden darf. Und dass sie auch so in der Marpleessenz enthalten ist. Ich hoffe, dies war ihnen eine Lehre."
Ja, er hoffte, dass McGonagall sie hart genug bestraft hatte, er wollte nicht, das Laura ihr nächstes Versuchskaninchen sein würde. Er verstand jedenfalls die Eltern der Zwillinge, die ihren jüngsten Sohn schützen wollten vor den Streichen der Brüder.
Hätten die Freunde ihn nicht in die Krankenstation gebracht, wäre der Rausch zwar bald wieder verschwunden, aber die Färbung der Augen wäre vielleicht nicht mehr ganz zu entfernen gewesen.
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Spielverderber!
Severus saß an seinem Schreibtisch und korrigierte Prüfungen der vierten Klasse. Er bedeckte die Seiten großzügig mit roter Tinte. Er schüttelte den Kopf.
„Nur ein bisschen gesunder Menschenverstand...!" schimpfte er vor sich hin. Er sah auf, da er ein Geräusch hörte. Er sah Lauras Streifenhörnchen aus der Küche Richtung Wohnzimmer flitzen.
Einen Moment später erschien es in seinem Zimmer und sah ihn fragend an.
„Na, ich habe sie nicht hier drin versteckt!" sagte Snape zu dem kleinen Tier. Er hatte es noch nie so mit Haustieren gehabt. Vor allem nicht mit so nutzlosen, wie dieses Streifenhörnchen. Aber er wusste, wie gerne Laura es mochte. Sie konnte ihm die längste Zeit Kunststücke beibringen oder es streicheln.
Jimmy verließ den Raum wieder. Wahrscheinlich würde er in Lauras Zimmer gehen und sich zum Schlafen einrollen.
Snape korrigierte die letzten zwei Prüfungen und legte alles beiseite. Dann ging er in die Küche um sich eine Tasse Kaffee einzuschenken, den Milly vor einer halben Stunde gemacht hatte.
Er ging ins Wohnzimmer, da er gedachte hatte, er habe etwas gehört, sah aber niemanden. Er lauschte nochmals, aber hörte nichts mehr. Er schüttelte den Kopf. Entweder er hatte sich getäuscht, oder es war Jimmy gewesen. Er setzte sich gerade an den Tisch, als er das Streifenhörnchen von Lauras Zimmer her laut quietschen hörte. Genau so, wie es das immer tat, wenn Laura nach hause kam. Seine Augen zogen sich leicht zusammen, als er sagte: „Guten Abend, junge Dame."
Lauras Kopf erschien mit einem erstaunten, aber auch leicht verärgerten Gesichtsausdruck.
„Woher weißt du, dass ich hier bin?" fragte sie empört. Sie hatte sich Harrys Tarnumhang ausgeliehen, weil sie ihrem Vater ein bisschen einen Streich spielen wollte. Aber natürlich war das bei Snape nicht möglich! Hätte sie sich ja denken können, dachte sie verärgert.
„Dein Streifenhörnchen hat dich verraten," sagte er trocken. Ist doch zu etwas nutze, dachte er im Stillen.
„Komm her!" sagte er bestimmt. Er wollte sich nun diesen vermaledeiten Tarnumhang mal genauer ansehen. Schon James hatte ihn damit genervt und nun hatte sein kleiner Bengel das gute Stück. Wieviel mal der schon im Einsatz gewesen war, fragte sich Snape und verengte seine Augen leicht.
Laura sah ihn fragend an. Er würde doch nicht wütend sein, weil sie sich unsichtbar reingeschlichen hatte? Oder wusste er etwas wegen gestern Abend? Hatte er irgendwie rausgefunden, dass sie mit genau diesem Umhang nachts im Schloss unterwegs gewesen waren? Sein strenger Ton erzeugte in ihrem Magen ein ungutes Gefühl. Sie ging langsam auf ihren Vater zu.
Snape fragte sich, weshalb Laura plötzlich so schuldbewusst aussah. Erst gerade vorhin schien sie eher verärgert gewesen zu sein, dass ihre Tarnung aufgeflogen war. Hatte sie vielleicht irgend eine Untat geplant? Bei diesem Kind wusste man ja nie.
Als Laura vor Snape stand, sah er ihr in die Augen. Ja, da war etwas, das sie nicht so sorglos und zufrieden aussehen ließ.
„Gibt es etwas, was du mir erzählen möchtest?" fragte er und Laura blinzelte und wurde unruhig.
Was sollte sie nun bloß sagen? Falls er etwas wusste, wäre er wütend, wenn sie ihn anlügen oder ihm etwas verheimlichen würde.
Andererseits, wenn er nichts wusste, würde sie sich verraten. Das war ihr schon mehrmals passiert. Sie versuchte ein unschuldiges Gesicht zu machen und schüttelte den Kopf.
„Darf ich etwas trinken, ich hab solchen Durst," Laura stöhnt leicht, um ihre Worte zu unterstreichen.
Snape hob eine Augenbraue. Das Mädchen versuchte ganz klar irgendwas zu überspielen. Jimmy kam ins Wohnzimmer und kletterte sofort Lauras Kleider hinauf und schnupperte an ihrem Gesicht.
„Falls du irgend eine Untat geplant hast, junge Dame, dann überlegst du es dir besser nochmals anders…"
„Au!" rief Laura. Jimmy hatte sie frech in die Nase gebissen. Zwar nur spielerisch, aber es hatte sie trotzdem ein ziemlich gepiekst. Sie rieb sich die Nase und Jimmy flüchtete schnell und verschwand in Lauras Zimmer.
Laura sah ihm nach. Das hatte eben so getönt, als wüsste ihr Vater nichts wegen dem nächtlichen Spaziergang.
Also würde sie ihm nicht mal eine Lüge auftischen müssen. Das war auch besser, denn Snape roch Lügen schon von weitem.
„Ich wollte dir nur einen kleinen Streich spielen," sagte sie frech. Ihre Augen blieben am Kaffee hängen. „Zum Beispiel ein wenig Salz in den Kaffee streuen oder so. Wäre bestimmt lustig gewesen." Sie sah ihn ein bisschen keck an, aber nicht zu frech, dass er sich nerven würde.
Snape sah sie lange und nachdenklich an. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass das nicht die ganze Wahrheit war.
„Ja, bestimmt," sagte Snape wenig überzeugt. „Na gut, dann hab ich ja nochmals Glück gehabt, nicht wahr?" Er sah sie vielsagend an. Sie lächelte unschuldig und dachte bei sich, dass wohl eher sie Glück gehabt hatte.
Sie war sich ziemlich sicher, dass Snape nicht sehr erfreut wäre, wenn er von Lauras Nacht- Ausflug erfahren würde. Sie hoffte schwer, dass er es nie rausfinden würde.
Snape sah sich den berühmten Tarnumhang an, als Laura in der Küche etwas zu trinken holte. Er musste zugeben, das es ein außergewöhnliches Stück war. Dieser Bengel war sich nicht bewusst, was für einen kostbaren Umhang er da besaß.
Laura kam zurück und mit einem Glas Milch in der Hand. Sie zeigte auf ihre Socke. „Dad, ich hab hier ein Loch. Kannst du das flicken?"
Snape beugte seinen Zeigefinger, um sie zu sich her zu kommandieren. Als sie vor ihm stand, entfernte er mit einem schnellen Wink seines Zauberstabes den Milchschnauz auf Lauras Oberlippe.
„Nimm deinen Zauberstab, ich zeig es dir." Laura griff nach hinten und zog ihn aus der hinteren Hosentasche, wo sie ihn, zum Unmut ihres Vaters oft trug. Er nahm sich vor, ihr eine Handgelenkhalterung für den Zauberstab zu kaufen.
Sie sah seinen rügenden Blick.
„Komm her. So, nun zielst du auf die Socke und sagst 'Reparo'. Habt ihr das noch nicht gelernt?" fragte er und sah das Mädchen an. Sie schüttelte den Kopf.
Sie zielte mit dem eigenen Zauberstab und sagte deutlich: "Reparo!" Nichts geschah. Sie sah zu ihrem Vater. Er nahm ihre Hand und zeigt ihr nochmals die Handbewegung. Sie brauchte noch vier Anläufe, bis sie es geschafft hatte. Ihr Frust darüber, dass es nicht sofort geklappt hatte, verflüchtigte sich sofort und sie umarmte ihren Vater und gab ihm einen schmatzenden Kuss. Zauberei war doch etwas Herrliches!
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Geteiltes Leid
Es war nun allmählich freundlicher draußen und wärmer. Ron war nun einige Tage ausgefallen, da Madam Pomfrey Mühe gehabt hatte, das Fieber zu senken. Die Zwillinge hatten von McGonagall eine saftige Strafe bekommen und sie hatte ihnen einen Vortrag über Rubina-Beeren und über Verantwortung gehalten.
Hermine war so wütend gewesen auf die Zwillinge und hatte sich geärgert, dass Laura die beiden auch noch fast getröstet hatte wegen des Heulers. Sie hatte der Freundin etwas schnippisch die Meinung gesagt aber Laura war der Meinung, Fred und George haben ihm ja nicht wirklich schaden wollen. Sie räumte aber ein, dass sie Ron ernsthaft hätten gefährden können und dass er Glück gehabt hatte.
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Laura und auch die Freunde genossen es, sich wieder mehr draußen aufhalten zu können. Sie trainierten auch wieder mehr Quidditch und Laura gefiel es nun immer besser. Sie war auch ziemlich gut geworden. Die Höhe auf dem Besen machte ihr fast nichts mehr aus.
An einem schönen lauwarmen Samstag Morgen ging Laura mit Harry aufs Quidditchfeld um ein neues Manöver zu üben. Der Wind strich um ihre Ohren und sie wurden immer mutiger. Harry zeigt Laura eine Abwärtsspirale, bei der es Laura nun langsam schwindelig wurde, nachdem sie sie unzählige Male geübt hatte.
Als sie noch einige Zeit Beschleunigen und Vollstopp geübt hatten und mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden waren, setzten sie sich beim See unter einen dicken Baum. Laura hätte am liebsten den neuen Pullover ausgezogen und wäre in den See gesprungen. Dafür war es allerdings schon noch viel zu kalt.
„Ich hätte das gerne gesehen, wie du Emma aus dem Wasser gefischt hast, damals." Harry lächelte Laura an, die ihre Nase rümpfte bei der Erinnerung.
Damals hatte sie noch nicht gewusst, dass Snape ihr Vater war.
Das Wasser kräuselte sich und hin und wieder tauchte etwas Undefinierbares kurz aus der Wasseroberfläche auf.
„Ich dachte, wir saufen beide ab," antwortete das Mädchen und legte sich im trockenen Gras nieder.
„Snape hat mir damals ziemlich die Leviten gelesen und ich hab nicht mal gewusst, wieso ihn das überhaupt interessierte." Sie musste ein wenig kichern.
Harry fuhr sich durch das dunkle Haar und nickte leicht. „Es ist bestimmt nicht immer so lustig, Snape zum Vater zu haben. Aber immerhin kümmert er sich um dich. Die Dursleys wären wahrscheinlich höchstens enttäuscht gewesen, dass ich nicht ertrunken wäre." Harry tönte irgendwie bitter bei diesen Worten.
Er legte sich neben Laura ins Gras. Ein leichtes Windchen blies, der Himmel war blau mit einigen harmlosen Wölckchen bedeckt.
Die Kinder unterhielten sich über das Leben bei den Dursleys und bei den Verwandten von Laura. Harry hatte nie viel über diese Muggel erzählt, aber da Laura ähnlich aufgewachsen war, schien er in ihr eine Art Verbündete zu sehen.
Die Dursleys waren allerdings viel schlimmer als Lauras Verwandte, wie das Mädchen fand.
Diese hatten einfach keine Zeit und Lust gehabt, sich großartig um Laura zu kümmern. Ihre Tante hatte immer wieder depressive Verstimmungen gehabt, wofür sie ja eigentlich nichts konnte. Ihr Vater hatte ihr erklärt, dass sie sich hätte helfen lassen müssen, da sie die Verantwortung gegenüber ihren Kindern und gegenüber Laura hatte. Das die Vernachlässigung nicht zu entschuldigen sei, mit einer Krankheit, bei der es Hilfe gegeben hätte. Laura verspürte aber keinen Zorn oder Ärger gegenüber den Verwandten. Als kleines Kind hatte sie natürlich schon mit allen Mitteln versucht Aufmerksamkeit zu bekommen, hatte dann aber resigniert. Es war kein schönes Gefühl gewesen, als sie gemerkt hatte, dass sie, egal was sie tat, nicht gesehen wurde.
Die Dursleys aber hatten Harry richtig gehend verachtet und ungerecht behandelt. Er war ihnen auch unheimlich, weil sie wussten, das Harry ein Zauberer war. Dies war Harry allerdings erst klar geworden, seit er wusste, dass er wirklich zaubern konnte und es Magie tatsächlich gab.
Den fetten Cousin hatten sie bevorzugt und Harry hatte unendlich viele Arbeiten erledigen müssen. Sie hatten ihn spüren lassen, was für eine große Belastung er war und wie sehr er ihr friedliches Familienleben störte. Er war nur widerwillig geduldet gewesen und sie hatten das auch klar durchblicken lassen. Harry hatte keine Erinnerungen an seine Eltern und die Dursleys hatten ihn nur angelogen. Sie hatten ihn immer wie einen Aussätzigen behandelt und ihm das Gefühl gegeben, dass er abartig sei.
Er tat Laura sehr Leid. Sie stellte sich den armen Harry vor, und wie schrecklich er sich gefühlt haben musste. Bei der Vorstellung wurde ihr beinahe übel. Der arme Junge hatte von klein auf so einen Müll eingetrichtert bekommen. Ein echtes Wunder, dass Harry so normal war und keinen Knacks hatte.
Vor allem tat es ihr Leid, dass er ja wieder zu ihnen zurück musste. Sie selbst hatte nun ihren Dad, der gut zu ihr war.
Hier unter den anderen Zauberern fühlte Harry sich wohl. Obwohl er sich auch darüber beschwerte, dass er nicht mal hier einfach nur ein normaler Junge sein konnte. Ausgerechnet er musste der 'Junge, der lebte' sein.
Wenn Laura ihm doch nur helfen könnte, dachte sie verzweifelt. Was würde sie dafür geben!
Sie sah in die wenigen Wolken hinauf, die langsam ihre Form änderten. Sie hatte das früher Stundenlang tun können, an ihrem Fluß. Sie sah einen Fisch und einen Bär... nein es war ein Hund oder .....
„Weißt du eigentlich, dass Remus Lupin mit deinen Eltern befreundet gewesen war?" fragte Laura und setzte sich auf. Sie zerbrach ein dürres Ästlein, welches sie ins Bein gepiekt hatte..
Harry zog die Augenbrauen leicht zusammen und fragte: „Wer?" Harry war über den abrupten Themenwechsel etwas erstaunt.
„Remus, ich hab euch doch erzählt, dass wir in den Weihnachtsferien jemanden zu Besuch gehabt haben. Remus ist sehr nett und er könnte dir bestimmt Einiges über deine Eltern erzählen. Er hat mir viel über ihre gemeinsame Zeit hier in Hogwarts erzählt."
Nun musste Laura alles erzählen, was sie noch wusste über die Zeit der Rumtreiber. Harry hörte gespannt zu. Es wollte jede kleinste Information über seine Eltern bekommen.
„Hat er denn keine Familie?" fragte Harry.
Laura schüttelte den Kopf und sah etwas traurig aus. „Nein, hat er nicht. Ich denke, er hat es wahrscheinlich nicht so leicht, eine Frau zu finden," sagte sie leise. Sie wusste nicht, ob sie Harry erzählen durfte, dass Remus ein Werwolf war. Aber sie fand es schlecht, solche Sachen zu verheimlichen. Sie fand es immer besser, von Anfang an Bescheid zu wissen.
„Wieso?" fragte Harry erstaunt. „ Sieht er so übel aus?" lächelte er.
Laura sah Harry an. „Nein, aber er ist ein Werwolf, und viele Leute haben da eben Vorurteile oder Angst."
Harrys Augen wurden groß. „Ein Wolf? Aber... er ist doch schon ein Mensch, oder?" fragte er verwirrt.
Laura erklärte ihm, was ein Werwolf war und dass Remus alskleines Kind gebissen worden sei.
„Krass!" sagte Harry. „Dann war mein Dad also mit einem Werwolf befreundet, cool!"
Laura sah Harry traurig an. "Ich glaube nicht, dass es so cool ist für Remus, Harry." Der Junge senkte beschämt die Augen und nickte.
„Ich würde ihn auch gerne mal kennen lernen," sagte Harry nachdenklich. Remus könnte ihm bestimmt viel über seine Eltern erzählen. Vielleicht fühlte sich der Mann etwa so abartig, wie Harry sich bei den Dursleys immer gefühlt hatte.
In Lauras Kopf hatte sich eine Idee gebildet. Eine fantastische, aber super Idee.
In dem Moment hörten sie Rufe und Ron und Emma kamen mit ihren Besen angerannt. Ron hatte bei Hermine eine Schularbeit abgeschrieben und da hatte das Quidditch warten müssen. Man wusste ja nie, ob Hermine nachher noch in der Stimmung gewesen wäre, ihn abschreiben zu lassen, und dann wäre es noch ein langer, mühsamer Samstagnachmittag geworden.
Sie spielten noch eine gute Stunde Quidditch und amüsierten sich sehr. Ron fand, dass sein Geschenk für Laura, das Buch über Quidditch, sich gelohnt hatte. Es machte echt Spaß mit den Freunden zu spielen, jetzt, wo die Mädchen auch immer besser wurden.
Plötzlich tauchten Malfoy und drei andere Slytherins auf. Erstaunlicherweise nicht Crabbe und Goyle. Sie hatten ihre Besen dabei und wollten offenbar auch trainieren.
„Kommt, wir gehen, sonst kann ich für nichts garantieren," sagte Laura, der die Warnung ihres Vaters noch in den Ohren nachklang.
Malfoy war, seit dem letzten Zwischenfall ziemlich gut zu ertragen gewesen, was nur daran lag, dass er ihr auswich. Snape hatte ihr, trotz Lauras Drängen, nicht sagen wollen, wie und ob er Malfoy bestraft hatte, aber aus Malfoys Benehmen zu schließen, hatte er einen ziemlichen Rüffel bekommen. Außerdem hatten sie ja alle eine Woche lang nachsitzen müssen, was sie auch mahnte, nicht wieder Streit anzufangen.
Die Freunde machten einen Bogen um die Slytherins und gingen ins Schloss.
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Lauras Idee nahm in ihrem Kopf unglaubliche Dimensionen an. Sie malte sich in den schönsten Farben aus, wie es sein könnte, wenn alles so klappte, wie sie es sich vorstellte. Sie wusste, dass es nur Wunschträume waren, aber vielleicht könnte sie ja wirklich etwas erreichen für Harry. Sie wünschte sich so sehr für ihn, dass er nicht mehr zu diesen Dursleys zurück musste.
Remus und Harry. Wieso auch nicht. Remus hatte keine Familie und Harry auch nicht. Die Dursleys zählten nicht als Familie. Remus wäre bestimmt gut zu Harry und außerdem war er ja mit seinen Eltern befreundet gewesen. Sie würden sich bestimmt super verstehen, das wusste sie. Sie musste das irgendwie einfädeln.
Sie liebte Remus, er war immer so lustig und lieb zu ihr und sie hatte das Gefühl, dass er im Allgemeinen gut umgehen konnte, mit Kindern. Oder überhaupt mit Leuten. Schließlich war er ja auch mit ihrem Vater befreundet, und das wollte ja schon etwas heien. Snape war sonst nicht so der gesellige Typ und Remus schien ziemlich anpassungsfähig zu sein.
Sie wollte aber nicht mit Harry reden und ihm Hoffnungen machen. Sie musste mit jemand anderem reden.
Mit ihrem Dad. Nur wusste sie nicht, wie. Einige Male hatte sie es versucht, hatte aber einfach keinen Anfang gefunden. Immer wieder wollte sie auf das Thema zu sprechen kommen, aber hatte dann immer etwas anderes gefragt. Sie wusste, dass ihr Vater nicht gerade der Harry Potter Fan war. Allerdings war er schon viel netter zu ihrem Freund als am Anfang. Sie erzählte ihrem Vater auch immer nur Gutes über ihre Freunde. Auch seine Geduld mit Neville hatte sich gebessert, worüber sie sehr froh war.
Nun hatte sie sich ein Limit gesetzt. Heute Abend. Egal was war, heute Abend würde sie mit ihrem Vater reden. Sonst würden sie und Harry erwachsen sein, bis sie sich traute. Heute Abend musste es sein.
TBC.....
Bitte reviewen, wenns irgendwie möglich ist ;-P Würde mich jedenfalls sehr freuen :-) Gruss Sally
