scientific ida meinen besten Dank fürs Korrigieren! Gruss an alle Sally:-)

Harry war so glücklich. Er saß mit Remus in Florean Fortescues Eissalon und aß einen Becher Mango- und Himbeereis. Es war einfach herrlich und Remus war so nett und lustig. Sie redeten über Harrys Eltern und über Hogwarts und Harrys Freunde.

„Harry, ich muss mit dir noch etwas besprechen," sagte Remus plötzlich ernst. Harry wurde hellhörig.

Remus sah sich unauffällig um, aber der Eissalon war leer, jedenfall hier drinnen. Er war nervös, wegen dem, was er dem Jungen zu sagen hatte.

„Du lebst ja bei diesen Muggeln, den Dursleys. Ich kenne Petunia ein bisschen von früher, Harry. Ich weiß, wie schwierig sie sein kann, vor allem wenn es um Magie geht. Dieser Dursley, den sie geheiratet hat, wird bestimmt auch nicht besser sein. Ich hoffe, sie haben dich recht behandelt." Er machte eine kleine Pause und sah Harry forschend an. Misshandelt hatten die Dursleys den Jungen nicht, soviel Remus wusste, zumindest nicht körperlich, was aber nicht wirklich ein Trost war. Darüber wollte er aber im Moment nicht mit Harry reden.

„Da sie ja von der magischen Welt keine Ahnung haben und auch nichts damit zu tun haben wollen, habe ich gedacht, dass es dir vielleicht recht wäre, wenn ich mich ein wenig um dich kümmern würde."

Harry sah verwundert zu dem Mann hinauf. „Wie meinst du, um mich kümmern?" fragte er und Remus lächelte. „Der Schulleiter hat mir erzählt, dass du deinem Vater sehr ähnelst. Ich meine nicht nur äußerlich. Du... hast wohl auch eine Neigung... dich in unangenehme Situationen zu bringen. Deshalb möchte auch Professor Dumbledore gerne eine Art Vormund für dich. Jemand, der dir näher steht als eine Lehrerin oder ein Lehrer. Du brauchst jemanden, der dich unterstützt und das nicht nur in schulischen Angelegenheiten. Wir könnten dann auch einen Großteil der Ferien zusammen verbringen, wenn du das möchtest. Du könntest dich an mich wenden, wenn du irgend eine Frage hast oder ein Problem. Ich möchte einfach für dich da sein, wie eine Art Onkel."

Remus sah den Jungen vor sich an, der große Augen machte. Das hatte Harry nicht erwartet. Er war total baff. Er hatte sich oft gewünscht, dass sich jemand für ihn interessierte, nicht wie die Dursleys, die am glücklichsten waren, wenn Harry nicht da war.

Aber was sollte das heißen, "Vormund"? Würde er dann Harry auch Dinge verbieten können und würde er Remus Rechenschaft schuldig sein für gewisse Sachen? Harry konnte sich das alles nicht so recht vorstellen.

Und wieso wollte Remus das tun? Wieso wollte der Mann sich da etwas aufladen, mit ihm? dachte Harry. Was hatte Remus davon? Wahrscheinlich wurde Remus dafür bezahlt, so wie ein Nachhilfelehrer. Und musste er das bezahlen? Würde er genug Geld haben, um sich das leisten zu können? Er erinnerte sich, dass Dudley mal Nachhilfestunden hatte nehmen müssen und das war teuer gewesen, wie er das mitbekommen hatte.

„Du kannst dir das in Ruhe überlegen Harry, du brauchst nicht sofort zu antworten. Aber ich muss dir noch etwas Wichtiges sagen..."

Harry hatte ganz rote Wangen bekommen und rutschte auf seinem Stuhl hin und her. Das wäre ja obercool, wenn er nicht mehr die ganzen Ferien bei den Dursleys verbringen musste. Das hatte ihm schon lange Bauchschmerzen bereitet. Und er wollte jemanden, der sich um ihn kümmerte.

"Aber Remus, was, wenn ich nicht genug Geld habe?" Harry war so verlegen, dass er Remus nicht ansehen konnte. Remus blinzelte verwirrt, über den Themenwechsel.

"Geld wofür?" fragte er erstaunt. Nun sah Harry ihn an und er wurde ziemlich rot. "Na eben, für dieses Vormund-Zeug," sagte er leise und sah wieder auf die Tischplatte hinunter.

"Harry, sieh mich an," sagte Remus sanft und Harry hob die Augen. "Du brauchst kein Geld dafür. Dieses Vormund-Zeug kostet nichts, wieso sollte es?"

Harry sah nun etwas verwirrt aus. "Aber wieso willst du es denn machen? Du brauchst doch auch einen Lohn," meinte Harry nun. Remus lächelte ihn an.

"Ja, Harry, aber doch nicht dafür. Ich möchte gerne dein Vormund sein, weil ich dich mag und weil ich mit deinen Eltern befreundet gewesen bin. Aber nun hör mir erst zu, ich muss dir erst noch etwas Wichtiges sagen."

Harry war nun noch aufgeregter als vorhin. Remus wollte das einfach so für ihn tun? Er lächelte und in seiner Magengegend flogen plötzlich hunderte von Schmetterlingen rum.

„Es ist so Harry..." begann Remus, aber Harry hatte so viele Fragen.

„Und wenn ich in der Schule etwas anstelle, meldet es Dumbledore dann dir, statt den Dursleys?" Harry war ganz aus dem Häuschen.

Remus fiel es nicht einfach, Harry zu sagen, dass er ein Werwolf war, zu einem Monster wurde. Aber er musste es nun klarstellen, damit Harry seine Entscheidung fällen konnte.

„Ehmm... ja ich denke schon, Harry. Also hör mir jetzt zu, es ist wichtig. Also ich..." Er wurde wieder unterbrochen von Harry. Remus atmete aus, als Harry ihm schon wieder ins Wort fiel. Er wollte es endlich loswerden, ein für alle mal.

„Aber wenn ich etwas nicht so Schlimmes mache?" fragte Harry schnell weiter. Remus blinzelte und antwortete: „Ja dann wohl nicht, hör zu Harry. Ich bin ein … Werwolf," Remus hatte leise gesprochen, obwohl niemand in der Nähe war. Er hielt die Luft an und wartete Harrys Reaktion ab.

„Ja ich weiß, aber wenn ich schlechte Noten habe, dann...." redete der Junge schon weiter. Remus Nerven waren angespannt. Jetzt war es endlich draußen und Harry schien es immer noch nicht richtig gehört zu haben.

„Harry, hast du gehört, ich bin ein Werwolf!" sagte er eindringlich und sah den Jungen ernst und erwartungsvoll an.

„Ja und?" fragte Harry, der mehr über seine Noten nachzudenken schien, als darüber, dass ein Werwolf vor ihm saß. Erst als er Remus' verwirrtes Gesicht sah, stieg Besorgnis in ihm auf.

„Ist das ein Problem?" fragte der Junge nun besorgt.

Harry hoffte sehr, das diese Tatsache das Ganze nicht gefährden würde. Laura hatte ihm erzählt, wie schwierig es für Werwölfe manchmal war akzeptiert zu werden. Aber Dumbledore hatte ja scheinbar zugestimmt und die Dursleys würden auch mehr als begeistert sein, wenn er ihnen weniger in den Weg kam. Egal ob sein Vormund ein Vampir oder ein Werwolf oder der Leibhaftige persönlich war.

Endlich interessierte sich jemand für ihn, nun konnte das nicht dazwischen stehen.

„Remus?" fragte Harry unsicher nach, als dieser nun verdutzt zu ihm hinunter sah. Er sah Harrys besorgtes Gesicht.

„Ich dachte eher, es könnte für dich… ein Problem sein," sagte Remus. Harry blinzelte verwirrt.

„Wieso? Ich meine, wieso für mich?" Was hatte er damit zu tun. Laura hatte ihm erklärt, dass Remus sich zwar verwandeln, aber dank Snapes Trank nicht zu einem wilden Monster werden würde. Er wäre zwei Tage im Monat nicht da, das war alles. Wieso sollte er, Harry, damit ein Problem haben? Remus war doch der, der damit leben musste. Harry würde ihm gerne helfen, wenn er irgendwie konnte, aber ein Problem hatte er bestimmt nicht damit.

"Viele Leute fürchten sich vor Werwölfen, Harry," sagte Remus und war erstaunt über Harrys Reaktion. "Man wird meist gemieden," fügte er hinzu und sah an Harry vorbei.

„Aber wenn du nicht... also, wenn nicht Vollmond ist, bist du ja ganz normal, oder?" fragte Harry.

Remus musste lächeln. „So normal wie ich jetzt bin, Harry." Harry lächelte auch. Er war erleichtert. „Das ist normal genug," sagte er und Remus umarmte ihn erleichtert. Harry konnte sich nicht erinnern, von jemandem umarmt worden zu sein. Nicht von jemand Erwachsenem jedenfalls.

s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s

Es war warm und sonnig und das Beste, es war Sonntag. Die Kinder hatten in letzter Zeit so viele Hausaufgaben gehabt und auch der Unterricht war ziemlich happig.

Hermine war natürlich am Lernen, da sie das Gefühl hatte, allen Stoff gründlich repetieren zu müssen, weil bald die Prüfungen waren.

Emma, Laura, Ron und Harry waren auf dem Weg zu Hagrid. Sie hatten den Freund ein wenig vernachlässigt, da sie einfach keine Zeit gehabt hatten, ihn zu besuchen mit all dem Schulstress.

„Ja und hast du denn gar kein seltsames Gefühl, wenn du genau weißt, was für ein Ungeheuer Lupin ist?" fragte Emma und sah Harry zweifelnd an.

Sie hatte als kleines Kind genug Schauermärchen über die bösen Werwölfe gehört, dass ihr bei der Sache nicht so wohl war.

Harry sah sie strafend und empört an. „Remus ist kein Ungeheuer. Er kann nichts dafür, dass er als kleiner Junge gebissen worden ist. Er verwandelt sich zwar bei Vollmond, aber es gibt einen Zaubertrank, sodass er im Kopf klar bleibt."

Emma sah immer noch zweifelnd aus, aber sagte nichts mehr. Harry schien so glücklich zu sein, dass er nun jemanden hatte, der sich um ihn kümmert, dass es ihm anscheinend egal war, was für eine Kreatur Remus war.

Laura hatte ihr auch manchmal von dem Mann erzählt und mochte ihn scheinbar auch sehr gerne, vielleicht war er ja wirklich ganz in Ordnung.

Sie lächelte Laura versöhnlich an, denn sie hatte auch ein wütendes Blitzen in den schwarzen Augen des Mädchens gesehen, als sie das mit dem Ungeheuer gesagt hatte.

Die vier Kinder waren schon bei Hagrids Hütte, als sie plötzlich etwas hörten. Sie sahen, dass Professor Quirrell vor sich hin murmelnd in Richtung des verbotenen Waldes eilte. Sie sahen sich vielsagend an und drückten sich an die Holzwand der Hütte um nicht gesehen zu werden. Sie schielten heimlich um die Ecke. Sie wollten nicht, dass Quirrell sie sah, denn der seltsame Professor kam immer näher zur Hütte und sie wollten hören, was er da vor sich hin sagte.

„Ich komme, mein Herr, ja ja, ich eile zu Ihnen. Ich bin gleich da. Au! Ja, entschuldigen Sie, mein Meister, ich bin ja.... Au! Es tut mir Leid, Eure Exzellenz!" Den Kindern fiel sofort auf, dass er überhaupt nicht stotterte. Und immer wieder schrie er auf und hielt sich den turbanisierten Kopf.

Der Turban war an Ort und Stelle, verrutschte aber immer leicht, wenn sich der Professor mit schmerzverzerrtem Gesicht den Kopf hielt.

Die Kinder sahen sich stirnrunzelnd an, als Professor Quirrell im Wald verschwunden war.

„Was war das jetzt?" fragte Ron und rümpfte die Nase.

„Ich hab ja immer gesagt, mit dem Turban-Typen stimmt etwas nicht. Er hat wieder überhaupt nicht gestottert, wie damals, als ich ihn mit den Zwillingen in dem verlassenen Schulzimmer gesehen habe," sagte Laura und drehte eine Locke um den Finger, die sich aus ihrem Pferdeschwanz gelöst hatte.

„Und ich hatte eigentlich in letzter Zeit eher den Eindruck, als stottere er mehr. Er sieht auch etwas blasser und dünner aus, findet ihr nicht?" Emma sah zum verbotenen Wald hinüber und kratzte sich am Kinn. Harry nickte. „Ja, find ich auch. Ich hoffe nur, der Stein ist wirklich gut bewacht, sonst sehe ich schwarz."

„Interessiert mich, was er im Wald zu tun hat," bemerkte Ron und erntete eine bösen Blick von Laura. „Wag es ja nicht, zu sagen, dass du ihm nachschleichen willst, Ron," sagte sie in strengem Ton, den Ron eigentlich eher von Hermine gewohnt war. Er schüttelte schnell den Kopf. Nee, er war nicht lebensmüde!

„Ich würde bestimmt auch in Schwierigkeiten kommen, mit Remus," sagte Harry und tönte eher begeistert als besorgt. Ron sah ihn erstaunt an.

„Ich meine, jetzt, wo er für mich sorgt. Dumbledore würde es ihm bestimmt melden," erklärte er sich schnell und konnte ein Grinsen nicht verbergen.

Laura kaute an ihrem Daumennagel rum. „Ich möchte wirklich wissen, was dieser Quirrell im Schilde führt. Ich bin sicher, der will an den Stein. Das ist bestimmt ein Diener von Voldemort."

„Hoffen wir nur, dass er nicht weiß, wie er an Fluffy vorbei kommt." Harry sah auch ein wenig besorgt aus.

„Aber wieso sollte er es auch wissen? Hagrid wird es wohl niemandem erzählt haben, oder?" meinte Ron.

„Uns hat er es auch erzählt, war nicht so schwierig, es aus ihm heraus zu kriegen, oder?" meldete sich Laura und sah Ron ins Gesicht. Seine Sommersprossen hatten sich dank der Sonne in letzter Zeit vermehrt und stachen intensiver hervor.

„Wir sind aber seine Freunde, oder?" sagte Harry, tönte aber nicht sehr überzeugt. Laura zuckte nur die Schultern.

„Kommt, wir gehen jetzt hinein, sonst ist es Abend, bis wir mit Hagrid reden können. Wir können ihn ja fragen, ob er es jemals jemandem erzählt hat."

s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s

Hagrid war gar nicht da, und die Kinder gingen enttäuscht zurück ins Schloss. Auf halbem Weg, wurden sie von Quirrell überholt, der es ziemlich eilig zu haben schien.

„G...g...guten Ab....end," grüßte er die Kinder knapp, als er an ihnen vorbei eilte. Die Kinder sahen sich an.

„Kommt," sagte Laura plötzlich. Sie wollte dem Mann hinterher schleichen, war bestimmt interessant.

Die Kinder folgten ihm in sicherem Abstand. Quirrell eilte zum Gewächshaus, ohne sich umzublicken. Die Kinder hinterher. Als der Lehrer das Gewächshaus betrat, schlichen sie sich außen herum, immer schön geduckt, damit sie nicht gesehen wurden.

Sie sahen durch die matten Fenster, wo sich der Professor befand. Plötzlich blieb er stehen und sie hörten die Stimme von Professor Sprout. „Guten Abend, Quirinius, auf einem kleinen Spaziergang?"

Abend? Fragte sich Laura und sah auf Emmas Armbanduhr. Es war erst kurz nach 15 Uhr.

„Liebe K... K... Koll.. Kollegin, ich d... darf sie b... bestimmt etwas f... f... fragen," stotterte er. Sie hörten wie die Lehrerin für Pflanzenkunde ihm zustimmte.

„Es... ich... inte... interessiere m... mich f... f... für sp... spezielle Pf... Pflanzen und e... es gibt d... da einige, zu d... denen ich n... n... noch Fragen hätt... hätte. Ich wollte sie f... fragen, ob Sie viel... vielleicht noch ein sp... sp... spezielles Buch hät...ten? I... Ich d... denke, das wäre interes...s...ssant f... f... für m... meinen Unterricht."

Die Kinder sahen sich mit fragenden Gesichtern an. Er wollte ein Pflanzenbuch für "Verteidigung gegen die dunklen Künste"?

„Ja, natürlich, Quirinus, kommen sie heute Abend in mein Büro, da habe ich viele Bücher. Ich weiß, in der Bibliothek gibt es nicht so spezifische Exemplare. Ich muss den Schulleiter einmal darauf ansprechen." Die Kinder hörten Professor Sprout hantieren und Quirrell bedankte und verabschiedete sich und verließ dann das Gewächshaus.

Die Kinder wollten hinterher, aber sahen, dass Harry sich schmerzhaft die Stirn hielt.

„Wieder die Narbe?" fragte Ron besorgt. Harry nickte und stand auf.

„ Kommt, wir verfolgen ihn weiter," sagte Harry tapfer, denn er wollte wissen, was der Mann noch weiterhin vorhatte.

„Findet ihr nicht, dass er den Turban irgendwie anders an hat, als vorhin, als er zum verbotenen Wald ging?" fragte Emma leise, als sie dem Lehrer Richtung Schloss folgten.

„Ist mir nicht aufgefallen," sagte Ron.

Laura zückte den Zauberstab. „Wollen wir mal sehen, was für Knoblauch er unter dem Turban hat?" flüsterte sie und ihre Augen blitzten frech.

Ron und Harry nickten eifrig und sahen begeistert aus von der Idee, Emma schien zu zweifeln.

Laura winkte die Freunde zu sich, hinter das letzte Treibhaus. Sie zielte so gut es ging auf den Turban des sich entfernenden Lehrers. Zum Glück war er noch nicht sehr weit entfernt.

„Wingardium leviosa," flüsterte Laura deutlich.

Der Turban begann zu wackeln, worauf sich der Professor panisch an den Kopf fasste und den Turban festhielt. Dieser wackelte aber nun noch mehr und begann, sich abzuwickeln. Quirrell drehte sich verzweifelt um und versuchte gleichzeitig, den sich lösenden Turban festzuhalten. Er schien richtig in in Panik zu geraten und drehte sich um sich selbst und fuchtelte mit der einen Hand rum, um das sich immer mehr lösende Ende zu erwischen, während er mit der anderen den Turban, der schon ziemlich schief saß, festhielt.

„Finite!" tönte neben Laura eine deutliche Stimme. Laura drehte den Kopf und sah Professor Sprout neben ihnen stehen.

Sie sah die Kinder strafend an. Sie sahen aus den Augenwinkeln, wie sich der zerstreute Quirrell schnell aus dem Staub machte, seine Hände immer noch auf dem Turban. Laura wusste nicht, ob er sie gesehen hatte, denn sie wurden nun von der streng aussehenden Lehrerin zur Rede gestellt.

„Also ich muss schon sagen! So was Ungezogenes! Was fällt euch ein, den armen Professor so bloß zu stellen!" Die sonst so gutmütige und weichherzige Professorin sah nun ziemlich ärgerlich aus und hatte ihre Hände in die rundlichen Hüften gestemmt. Die Kinder sahen schuldbewusst zu Boden.

„Ich hätte gerne eine Erklärung!" sagte sie und schaute ziemlich streng zu Laura hinunter.

Diese hob nun schüchtern den Blick. Sie biss sich auf die Lippen und zuckte die Schultern.

„Wir wollten ihm bloß einen Streich spielen," sagte sie kleinlaut. Die anderen Kinder nickten beschämt.

Professor Sprout schüttelte den Kopf und atmete hörbar aus. „Kinder!" sagte sie seufzend.

„Das war aber ziemlich frech. Ich muss das eigentlich eurer Hauslehrerin melden. Die sollte über eine Strafe entscheiden."

Nun sahen alle vier Kinder schnell zu ihr auf. „Bitte nicht," bettelte Emma. „Es kommt nie wieder vor," beeilte sich Laura noch anzufügen und setzte ihren besten Dackelblick auf.

„Ganz sicher," meldete sich nun auch Ron und Harry nickte eifrig.

Die Lehrerin sah die Kinder lange an. „Na gut," sagte sie und ihre Augen wurden wieder sanfter. „Für diesmal werde ich es für mich behalten, aber wenn sowas nochmals vorkommt, wird eure Hauslehrerin sofort informiert, verstanden?"

Die Kinder nickten alle schnell und Emma sagte dankbar: "Ja, Ma'am, es wird ganz bestimmt nicht mehr vorkommen, ehrlich." Emma hatte keine Lust, dass McGonagall ihre Mutter benachrichtigen würde. Sie würde Emma wieder vorhalten, wie viele Sorgen sie doch ihren Eltern bereite und dass Levin so etwas nie getan hätte.. bla bla bla....

Sie eilten schnell ins Schloss. Sie bemerkten die braunen Augen nicht, die die Szene beobachtet hatten.

s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s

Sonntag. Snape sah sich in Ruhe Lauras Hausaufgaben durch. Verteidigung gegen die dunklen Künste. Bis jetzt hatten sie noch nichts wirklich Brauchbares gelernt, wie es schien. Es war ein Fach, welches Snape schon immer sehr interessiert hatte. Es war einfach so vielseitig und faszinierend.

Laura hatte ihm erzählt, dass Harrys Narbe immer in der Gegenwart von Quirrell schmerzte. Das beunruhigte ihn ziemlich. Er hatte sofort mit dem Schulleiter darüber gesprochen, aber diesen schien das nicht wirklich zu überraschen. Solche Fluchnarben werden meistens aktiver wahrgenommen, wenn Magie und andere Zauberer in der Nähe sind, hatte er gesagt.

Harry war weit weg von alledem aufgewachsen und deswegen hatte er die Narbe nie so wahrgenommen. Warum sie allerdings in Quirrells Nähe mehr zu schmerzen schien, dafür hatte der Schulleiter keine Erklärung. Er bat aber alle Personen in den Gemälden und auch die Geister von Hogwarts ihre Augen offen zu halten. Und Poppy sollte einen Blick auf die Narbe werfen.

Snape hatte sich schon lange entschieden, ein Auge auf den seltsamen Qurriell zu haben. Es fiel ihm auf, dass der Lehrer sich öfters in den verbotenen Wald begab. Er würde ihm wohl einmal nachgehen.

Zum Glück war der Stein so gut bewacht, dachte er. Er hoffte nur, dass sich die Kinder nicht weiterhin mit dem Thema beschäftigten. Nun hatten sie ja in der Schule genug zu tun, aber bei diesen Kindern wunderte ihn gar nichts mehr.

Seine Einstellung Kindern gegenüber hatte sich in den letzten Monaten verändert. Obwohl ihn die kleinen Monster immer wieder erstaunten und auf die Palme brachten, verlor er nicht mehr ganz so schnell die Geduld. Durch Laura hatte er vieles gelernt. Manchmal war es für ihn aber noch schwierig zu verstehen, wie Kinder tickten.

Severus konnte sich nicht mehr vorstellen, wie sein Leben vor der Zeit mit Laura gewesen war.

Das Mädchen war nun immer in seinen Gedanken. Sein Leben verlief ganz anders. Es drehte sich um seine Tochter.

Snape legte Lauras Hausaufgaben beiseite und streckte sich auf seinem Sofa aus. Laura hatte die letzte Nacht hier bei ihm verbracht. Er hatte am Abend gelesen, bis Laura sich zu ihm gesetzt hatte. Sie hatte sich einfach an ihn gelehnt und seinen Arm um sich herum gezogen. Sie hatte nur dagesessen, an ihn gelehnt. Er hatte sie gefragt, was sie mache und sie hatte geantwortet, dass sie sich eine Geschichte ausdenke. Über Drachen und Ungeheuer und Unterwasserwelten.

Er hatte sich dann etwas später noch überreden lassen, mit ihr eine Runde Zauberschach zu spielen. Das schien ihr ziemlich viel Spaß zu machen und sie war schon recht gut darin. Sie war nicht begeistert gewesen, als er ihr dann aufgetragen hatte, die Zusammenfassung in Geschichte der Zauberei nochmals schöner zu schreiben. Sie hatte es allerdings nicht wirklich gewagt, zu widersprechen, denn sie hatte erst kürzlich die Erfahrung gemacht, dass das eine frühe Bettzeit bedeutet hätte.

Snape schloss die Augen. Er hatte in letzter Zeit auch immer viel zu tun gehabt und hatte nicht sehr viel Zeit für sein Kind gehabt. Deshalb genoss er die Abendstunden mit ihr um so mehr.

s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s

Laura war ziemlich zerknirscht, denn Emma hatte ihren Unmut deutlich klar gemacht über Lauras Streich.

Für Laura war es aber kein Streich gewesen. Sie hatte wirklich wissen wollen, was unter dem Turban und hinter dem seltsamen Lehrer steckt. Nun waren sie auch keinen Schritt weiter gekommen.

Ja, sie hatte Snape versprochen, die Stein-Geschichte den Erwachsenen zu überlassen, aber von Quirrell hatte er ja nichts gesagt.

Laura war froh, dass Sprout dicht halten würde. Sie wusste nicht, ob McGonagall es ihrem Dad erzählen würde und dieser wäre bestimmt nicht gerade erfreut. Auch wenn es sich um Quirrell handelte. Sie seuftze bei dem Gedanken, wie die Augen ihres Vaters sich in ihre bohren würden und er sie zur Rede stellen würde. Er war einfach so was von anstrengend, manchmal. Er war bestimmt der strengste Vater der Welt!

„Was machst du denn für ein Gesicht, Kleine, etwas freundlicher, wenn ich bitten darf," witzelte Fred, als Laura an ihm vorbei Richtung Kerker ging. Er versperrte ihr den Weg und lächelte sie übertrieben breit an. Laura musste wirklich lächeln, als sie in das lustige Gesicht des Jungen sah. George umarmte seinen Bruder mit einem Arm und kniff Laura spielerisch in die Wange. „So ist's doch schon besser, so scheint doch gleich die Sonne in diesen alten Gemäuern," grinste er. Laura streckte ihm die Zunge raus und der Junge tat empört. "Na sowas, die Jugend wird doch auch immer frecher," sagte George mit hoher Stimme und die beiden gingen lachend davon. Laura sah ihnen nach und lachte. Diese beiden waren doch Scherzkekse!

Laura wollte zu Milly und danach noch zu Snape. Sie musste sich noch ein bisschen um Jimmy kümmern und ihre Schultasche holen, dann würde sie mit ihrem Dad in die große Halle zum Abendessen gehen. Sie bog um eine Ecke, als sie jemand am Ärmel packte und zur Seite zog.

Sie dachte schon, es seien wieder die Zwillinge, aber es war ein großer, braunhaariger Junge. Sie kannte ihn vom Sehen her, aber wusste nicht, wer er war. Er war ein Slytherin, das wusste sie. Er war ziemlich hübsch und Laura wundertete sich sehr, was der Junge wohl von ihr wollte.

„He, du bist doch das Kind von Snape, nicht wahr?" sagte er leise und beugte sich leicht zu ihr hinunter.

Laura sah ihn skeptisch an und nickte leicht.

„Ich hab gesehen, was ihr mit dem st.. stotter-Lehrer gemacht habt." Seine Augen sahen Laura forschend an.

„Ich wette, Snape wäre nicht besonders erfreut, wenn er das wüsste, stimmt's oder hab ich recht?" Er musterte Laura immer noch. Lauras Augen verengten sich nun.

„Und?" fragte sie so selbstsicher sie konnte.

„Und… es könnte ja sein, dass mir etwas… rausrutscht darüber." Er sah sie vielsagend an. Laura wusste, dass der Junge vorhatte sie zu erpressen.

„Mir doch egal," antwortete sie und versuchte gleichgültig zu klingen. Ihre roten Wangen verrieten sie aber.

„Ja klar, dir doch egal. Hör zu Mädel. Sei schön artig, und der liebe Onkel Steve wird dich nicht verraten." Laura sah den Jungen nur an. Was wollte der Junge wohl von ihr?

„Es ist so, ich habe die Prüfung vom Freitag wohl ziemlich in den Sand gesetzt, und das ist ziemlich schlecht, da ich eine gute Note brauche. Du kannst die Prüfung ein bisschen.... manipulieren, und ich werde dicht halten. Ist das ein Deal, Süße?" Der Junge klang ziemlich überheblich und Laura sah ihn mit bösem Blick an. Sie wusste nicht recht, was sie tun sollte. Am liebsten hätte sie ihm einen guten Tritt verpasst.

Sie hatte nicht große Lust, mit Snape Ärger zu bekommen. Sie würde bestimmt Gelegenheit haben, an die Prüfung ran zu kommen. Aber das war ein heißer Lauf!

„Ich überlege es mir," sagte sie bestimmt.

Er lächelte sie überlegen an. „Überlege es dir aber nicht zu lange, Schätzchen. Heute Abend kommst du um 19:30 Uhr hierher, dann zeig ich dir, wie es geht." Damit verschwand der Junge um die Ecke.

Laura stand da und biss sich auf die Unterlippe. Verdammt! Dachte sie.

Wenn Snape sie erwischen würde, wie sie eine Prüfung manipulierte, würde sie mit huntertprozentiger Sicherheit in großen Schwierigkeiten sein mit dem Mann.

Und wenn sie es tat und nicht erwischt würde, wer garantierte ihr dann, dass dieser Typ sie nicht trotzdem verpfiff, oder nochmals etwas von ihr verlangte. Sie wollte das auch nicht tun, ihr Vater würde ihr nie wieder vertrauen. Das wäre das absolut Schlimmste für Laura.

Wenn sie nicht darauf einging, würde sie der Junge bestimmt verraten und sie hätte auch Schwierigkeiten mit Snape. Allerdings nicht ganz so Große.

Und wenn sie nun zu Snape ging und es ihm selber beichtete? Er würde bestimmt schimpfen. Aber bei all den anderen Optionen, die sie hatte, wäre sie wesentlich schlechter dran.

Sie überlegte hin und her. Sie ging zur Küche und suchte Milly.

Die Hauselfen machten ein riesen Tam Tam, als sie das Mädchen sahen. Sie wollten sie mit allen möglichen Leckereien vollstopfen, aber Lauras Hunger war gleich Null.

Sie war froh, als sie Milly endlich entdeckte und umarmte die Elfe. Sie wollte sie gar nicht mehr los lassen. Es tat ihr so gut, sich ein bisschen Trost bei der vertrauten Hauselfe zu holen.

„Was ist mit Laura?" fragte Milly leise und besorgt. „Geht es meiner Laura nicht gut?" Milly sah das Mädchen mit großen Augen an. Sie merkte, dass etwas nicht stimmte. Sie strich mit der Hand über Lauras Wange und nahm sie dann bei der Hand. Laura, die auf die Knie gegangen war, um Milly besser umarmen zu können, stand auf und ließ sich von ihr mitziehen. Sie gingen in ein kleines Zimmer, neben der Küche, wo fünf Matratzen am Boden lagen. Laura vermutete, dass einige Elfen hier schliefen.

Sie kniete sich auf den Boden und Milly sah sie erwartungsvoll an. „Milly, ich habe etwas Dummes gemacht." Sie sah die Elfe zerknirscht an. Sie erzählte der Elfe alles, aber natürlich nicht, wieso sie dem Professor den Turban vom Kopf hatte nehmen wollen.

Milly war gerührt, dass Laura sich ihr anvertraute. Sie fühlte dabei, wie wichtig sie Laura war und wie ernst sie das Mädchen nahm. Ihren Rat wollte das Kind!

„Laura sollte Meister Professor Snape die Wahrheit sagen," meinte Milly und nickte eifrig.

„Wenn Laura Papiere verändert, wird ihr Vater sehr böse auf sie sein. Er wird Laura auf den Hintern hauen und Laura wird sehr weinen." Milly sah Laura so ernst an, dass diese schon beinahe lächeln musste.

„Böser Junge ist das, bös zu der lieben Laura!" Milly war empört. Laura wickelte eine Locke um den Finger und nahm sie in den Mund. Sie nickte nachdenklich. „Ja, Milly, es ist wohl das Beste, wenn ich es ihm sage." Laura wusste, dass die Elfe recht hatte. Sie umarmte Milly nochmals.

„Laura muss sich nicht fürchten," versuchte die liebe Hauselfe dem Mädchen Mut zu machen. „Milly wird fest an sie denken." Laura nickte. Sie wusste nicht warum, aber irgendwie ermutigte sie das. Milly würde an sie denken und sie hatte ihr auch dazu geraten. Sie kannte Snape schließlich schon viel länger als Laura.

TBC...