Danke vielmals fürs Betalesen, liebe scientific ida. Danke allen, denen meine Geschichte noch Spass macht , fürs Lesen! Gruss Sally

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Snape schlief wie ein Stein.

Laura stand vor ihrem schlafenden Vater. Sie hatte es selten bis nie erlebt, dass er mitten am Tag schlief. Es war zwar schon kurz vor dem Abendessen, aber trotzdem.

Sie sah den Mann an, wie er entspannt da lag und legte sich dann einfach neben ihn. Sie kuschelte sich nahe an ihn, denn etwas anderes war auf dem schmalen Sofa auch gar nicht möglich. Sie wusste nicht, wie er reagieren würde, wenn sie sich einfach so zu ihm legte, aber er würde wohl nicht sauer sein.

Snape öffnete die Augen, als er eine Berührung spürte. Er wäre beinahe hochgeschreckt, aber da erkannte er Laura, die sich an ihn schmiegte. Er blinzelte ein paar Mal. Was fiel dem Mädchen bloß ein. Er war doch kein Kissen! Laura vergrub ihr Gesicht in Snapes schwarzem Gewand und schloss die Augen.

Waren eigentlich alle Kinder so anhänglich, fragte sich Snape. Er hatte immer gedacht, dass Kinder in diesem Alter nicht mehr die Nähe der Eltern suchten. Aber vielleicht war das ja nur in der Öffentlichkeit peinlich. Er schloss die Augen wieder. Nur noch ein paar Minütchen, dachte er.

Wie sehr Laura solche Momente liebte. Wie oft hatte sie früher davon geträumt, sich so geborgen zu fühlen. Niemals hätte sie gedacht, dass sie das bei Snape könnte. Dass er es zulassen würde, dass sie ihm so nahe war.

Einige Minuten lagen sie so da. Sie hatten die Augen geschlossen und Laura horchte den gleichmäßigen Atemzügen des Mannes neben ihr.

In ihre Gedanken schlich sich die erste wirkliche Begegnung mit ihrem Vater. Als sie noch nicht gewusst hatte, dass dieser große unheimliche Mann ausgerechnet ihr Vater war.

Als er damals mit wehendem Umhang ins Klassenzimmer gerauscht gekommen war, und mit seinen kühlen dunklen Augen umher geschaut hatte, hatte sie beinahe gezittert. Sie lächelte bei der Erinnerung.

„Wo warst du?" fragte Snape plötzlich leise. Laura murmelte etwas in sein Gewand, was Snape nicht verstand. Er setzte sich auf und zog Laura auch hoch. Er legte aber einen Arm um das Kind. Laura rieb sich mit einer Hand die Augen.

„Draußen, wir wollten Hagrid besuchen, aber er war nicht da." Laura spielte mit einem Knopf von Snapes Weste. Snape sah zu ihr hinunter. Ihre Haare waren ganz zerzaust. Er strich sie ihr ein wenig aus dem Gesicht.

„Und?" fragte Snape weiter.

„Was und?" fragte Laura unschuldig, wurde aber etwas rot dabei.

„Was habt ihr sonst noch so angestellt," wollte Snape wissen. Er sah auf sie hinunter, da er bemerkte, dass er scheinbar ins Schwarze getroffen hatte, weil sie sich versteifte. Er sah ihre roten Wangen und sah, wie sie ihre Augen senkten, damit er darin nicht lesen konnte.

Dieses Kind war doch wirklich der reine Wahnsinn. Sie brachte es doch wirklich fertig, nonstop irgendetwas anzustellen. Was es wohl diesmal wieder war?

Dann sah sie scheu zu ihm auf. „Möchtest du einen Tee, Dad?" fragte sie, um das Thema zu wechseln. Snape runzelte nur die Stirn. „Nein, danke," antwortete er. „Aber was ich möchte, ist, zu erfahren, was ihr sonst noch gemacht habt." Seine Stimme tönte schon etwas fordernder. Laura verließ der Mut. Sie hatte sich fest vorgenommen, ihrem Dad sofort alles zu beichten, aber es war nicht so einfach.

„Ähmm ….nichts Spezielles. Ich muss noch etwas lesen für Astronomie," sie stand schnell auf. Snape fasste sie aber am Handgelenk und hielt sie zurück. Sie sah zu Boden und verriet ihrem Vater so, dass wirklich etwas nicht stimmte.

Er sagte nichts, sondern sah sie nur an. Sie hob die Augen und sagte leise: „Ich hab... etwas … ich hab jemandem einen Streich gespielt." Sie sah in Snapes Gesicht, um darin seine Gefühle zu lesen. Das Gesicht von Snape blieb aber ausdruckslos. „Ich... wollte wissen, was Quirrell… unter dem Turban hat... und … da hab ich … ich hab den Wingardium leviosa-Zauber angewendet..."

Snape hob nun eine Augenbraue.

Er konnte es nicht glauben, der Nerv dieses Kindes.

Aber immerhin sagte sie es ihm. Das musste man ihr lassen.

„Und? Hast du rausgefunden, was unter dem Turban war?" fragte Snape mit gleichmütiger Stimme.

Laura schüttelte den Kopf. „Professor Sprout hat uns erwischt und den Zauber unterbrochen. Sie hat ziemlich geschimpft," sagte sie schnell, damit Snape wusste, dass sie schon ausgeschimpft worden war und keine Lektion mehr brauchte.

Das mit Steve wollte sie Snape nicht erzählen, denn sie wollte keine Petze sein. Er konnte ihr ja nun nichts mehr anhaben, da Snape es ja schon wusste.

Snape, der immer noch Lauras Handgelenk hielt, hob nun mit der anderen Hand ihr Kinn.

„Du erinnerst dich, was ich dir gesagt habe, über den Respekt gegenüber Lehrern?" fragte sie Snape. Laura nickte leicht und sah ihn mit ihren großen schwarzen Augen an.

„Es tut mir Leid, Dad, es war ja nur Quirrell," hauchte sie. Snape sah sie streng an.

„Laura!" schimpfte er. Er machte eine Pause und Laura sah ihn schuldbewusst an.

„Hat er dich gesehen, Laura?" fragte er ernst. Normalerweise hätte er verlangt, dass Laura sich bei dem Mann entschuldigte. In diesem Fall, wäre das aber nicht sehr ratsam. Denn falls er Laura nicht gesehen hatte, würde sie das verraten. Auch das wäre Snape normalerweise egal, aber bei Quirrell war das anders. Er hatte ein schlechtes Gefühl bei dem Mann. Er wollte nicht, dass Laura mit ihm etwas zu schaffen hatte, oder seine Ungunst auf sich zog. Er konnte nicht immer bei seiner Tochter sein und sie beschützen.

Laura zuckte die Schultern. „Ich denke nicht. Der war zu sehr damit beschäftigt, seinen Turban festzuhalten." Laura musste bei der Erinnerung daran lächeln und sie biss sich schnell auf die Lippen, als sie dem tadelnden Blick ihres Vaters begegnete.

„Du scheinst deinen Streich nicht wirklich zu bereuen, oder?" Snape erwartete keine Antwort von Laura, denn er kannte sie schon. Laura senkte nur den Blick.

Na ja, immerhin log sie ihn nicht an.

„Es scheint mir, dass Laura Smethurst nie weit ist, wenn hier Streiche gespielt werden. Willst du den Weasleys Konkurrenz machen?" Snape sah nicht gerade erfreut aus, aber Laura befand sich auch nicht auf allzu dünnem Eis, sonst hätte er eine andere Stimme gehabt.

Laura vermutete, dass Snape darauf nicht wirklich eine Antwort erwartete und sah deshalb nur beschämt zu Boden. Sie gab sich jedenfalls Mühe beschämt auszusehen.

In diesem Moment flackerte es in der Feuerstelle und ein Zettel schwebte daraus hervor.

Snape stand auf und hob ihn hoch. Er las ihn und warf den Zettel ins Feuer, wo er sofort verbrannte.

Er hatte beinahe vergessen, dass sein Kollege, Doktor Ludwig noch bei ihm vorbeikommen würde. Er hatte erste Anwendungen von Snapes neuem Zaubertrank gemacht und wolle ihm nun persönlich seine Resultate und Ergebnisse mitteilen. Er würde in fünf Minuten hier sein.

„Geh in dein Zimmer und lese dieses Kapitel über Verwandlung, über welches du dann eine Zusammenfassung schreiben musst. Wir unterhalten uns nachher weiter. Ein Kollege von mir kommt gleich hier vorbei. Wir essen nachher hier zu Abend. Und ich möchte nie mehr hören, dass du einem Professor einen Streich spielst, klar?"

Laura nickte und ging in ihr Zimmer. Sie hatte allerdings keine Lust, das Zeug zu lesen. Jimmy lag in seinem Körbchen und schlief. Laura ging zu ihm und streichelte ihn, worauf er kurz aufblickte und ihren Finger ableckte.

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Laura wurde es langsam langweilig in ihrem Zimmer. Sie hatte schlussendlich doch das Kapitel über Verwandlung von Stein in Keramik gelesen. Es war ziemlich kompliziert.

Sie ging ins Wohnzimmer, wo ihr Vater und ein fremder Mann am Tisch saßen. Der fremde Zauberer hatte graues, gelocktes Haar und sah freundlich aus. Seine braunen Augen sahen Laura verwundert an, als sie auf den Mann zu ging.

Laura lächelte und nach einem kleinen Moment lächelte der Mann auch. Er sah zu Snape, für den die Anwesenheit des Mädchens nichts Besonderes zu sein schien, denn er blickte nicht von den Unterlagen hoch, die er las.

„Isch wusste gar nischt, dass es Schülern errlaubt ist, sisch in Ihren Privaträumen aufsu'alten, Severus," bemerkte der Mann mit freundlicher, ruhiger Stimme und französischem Akzent. Er sah Laura immer noch erstaunt an. Laura setzte sich zu ihnen an den Tisch. „Guten Tag, Sir," sagte sie freundlich.

Edward Ludwig kannte den Zaubertranklehrer nun schon einige Jahre und dass das Mädchen bei ihm in seinen Privatgemächern rumlungerte, überraschte ihn ungemein. Was war mit dem Zaubertrankmeister los? Der war doch normalerweise froh, wenn er die Plagegeister für einen Moment los war.

„Das ist meine Tochter, Laura," sagte er knapp. Doktor Ludwigs Augen verengten sich und er sah Snape ungläubig an. Das konnte doch nicht möglich sein. Snape, Vater? Das war wohl ein Witz.

„Sie 'aben Familie?" fragte er und versuchte höflich zu klingen, Snape entging allerdings der erstaunte Ton nicht.

„Ich habe eine Tochter," antwortete er trocken. Der Doktor war ja wohl nicht hier, um in seinen Familienverhältnissen nachzuforschen.

„Laura, das ist mein Kollege, Doktor Edward Ludwig, aus Frankreich, Edward das ist meine elfjährige Tochter Laura," sagte Snape und die beiden gaben sich die Hände.

Die Kleine hatte tatsächlich die Augen ihres Vaters geerbt, dachte der ältere Mann. Laura lächelte ihn freundlich an. Sie schien ein fröhliches, nettes Ding zu sein, was den Doktor noch mehr erstaunte. Er konnte sich Snape beim besten Willen nicht als Vater vorstellen. Wieso hatte er in all den Jahren nie etwas davon erwähnt? Sein langjähriger Kollege Severus Snape hatte eine kleine Tochter, er konnte es kaum fassen. Die Kleine würde wahrscheinlich ziemlich parieren müssen, dachte Edward.

„Drei meiner Enkel ge'en auch auf diese Schule," bemerkte der Mann und lächelte. Du bist sischer in Slytherin oder?" fragte er noch. Laura schüttelte den Kopf. "Nein, Sir, ich bin in Gryffindor."

„Ahhh, trés bien!" sagte der Mann. „Meine Enkel sind schon älter als du, Laura. Einer ist in Slytherin und zwei in 'Afflepaff," sagte er in seinem Akzent und Laura konnte sich nicht zurückhalten zu lachen. Das tönte wirklich zu lustig. Sie erntete dafür einen tadelnden Blick von ihrem Vater. Mr. Ludwig lächelte aber freundlich.

„Laura, geh bitte in dein Zimmer, wir haben noch zu arbeiten," sagte Snape, nicht unfreundlich, aber bestimmt. Laura verzog den Mund. Sie hatte überhaupt keine Lust ins Zimmer zu gehen. Sie hielt sich am Tischrand fest, als hätte Snape versucht, sie mit Gewalt in ihr Zimmer zu buxieren.

„Ich störe euch nicht. Siehst du, ich sitze nur ganz still hier und sage nichts." Laura verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust und klemmte die Lippen zusammen.

Snape gab ihr einen unmissverständlichen Blick, der ihr sagte, sie sollte besser sofort gehorchen.

Sie seufzte und stand auf. Sie sah ihren Vater etwas trotzig an, verabschiedete sich dann aber von dem Mann und ging in ihr Zimmer zurück. Sie hörte noch, wie Mr. Ludwig sagte: „Oh, die jungen Ginder 'aben so viele Temperament, nischt wahr?"

Die Männer unterhielten sich eine Weile über Snapes Trank und Laura hatte die Tür nicht ganz geschlossen und hörte zu. Vor allem spitzte sie die Ohren, als das Thema auf den Stein der Weisen zu sprechen kam.

„Natürlisch ist Dumbledore der rischtige Mann für sowas, und 'ier im Schloss ist einer der sischersten Orte über'aupt." Doktor Ludwig kannte den Schulleiter auch sehr gut und war früher auch im Orden des Phönix gewesen, fand sich aber nun zu alt dafür und war anderweitig sehr beschäftigt. Deshalb war er nach Voldemorts Sturz ausgetreten, hatte sich nach Frankreich zurückgezogen und widmete sich nun ganz seinen Forschungen und Zaubertränken.

Es war einen Moment ruhig und Laura spitzte gespannt die Ohren, als, wie aus dem Nichts, Snape an der Tür stand und sehr streng auf das Mädchen hinunter sah.

Laura erschrak sehr und hätte beinahe einen Schrei ausgestoßen... Sie hielt sich die Hand vor den Mund und sah Snape mit großen Augen schuldbewusst an.

„Hatten wir dieses Thema nicht schon mal, junge Dame?" fragte er und sie sah, dass nicht gut Kirschenpflücken war im Moment.

„Ich denke, nach dem, was du dir heute schon geleistet hast, stellst du dein Glück ganz schön auf die Probe."

Laura wurde es flau im Magen, als sie zu Snape aufblickte, der sie scharf ansah.

„Zieh dein Pyjama an, du gehst nach dem Essen sofort ins Bett." Laura sah empört zu ihm auf, blinzelte aber, als sie seinem strengen Blick begegnete und schluckte den Protest.

„An deiner Stelle wäre ich vorsichtig, Laura. Es könnte sonst gut sein, dass du heute Abend mit einem ziemlich schmerzenden Hinterteil endest."

Laura schluckte leer und nickte. Snape sah sie noch einen Moment an, kehrte sich dann rasch um und verließ den Raum. Laura hätte gerne eine freche Grimasse gezogen, aber sie wagte es nicht.

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„Das ist typisch," meinte Hermine kopfschüttelnd, als sie am nächsten Morgen beim Frühstück saßen. Emma hatte ihr am Abend vorher von der Sache mit Quirrells Turban erzählt.

Ron grinste verlegen und Laura sagte leise: „Das war aber schon seltsam, wie der sich verhalten hatte. Er hat wieder mit sich selbst geredet. Ich wette, der ist nicht sauber."

Hermine sah sie nachdenklich an. "Ich habe einiges über die Gefolgsleute von Voldemort raus gefunden," sagte sie im Flüsterton und sah sich um, ob sie niemand belauschte.

„Seine Diener nennt man Todesser," sagte sie etwas belehrend, worauf die anderen Kinder ihre Gesichter verzogen. „Sie tragen zum Zeichen ihrer Zugehörigkeit eine Tätowierung am Unterarm. Er kann sie auch über diese rufen. Wie, hab ich noch nicht rausgefunden. Ich habe eine Abbildung davon gesehen in der Bibliothek. Allerdings in der verbotenenen Abteilung," gab sie zerknirscht zu. „Ich zeichne es heute Abend für euch auf. Ich weiß noch genau, wie es ausgesehen hat. Diese Todesser trugen auch so gruslige Masken. Aber wenn Quirrell wirklich zu Voldemort gehört, trägt er bestimmt das Tattoo."

Laura schauderte bei dem Gedanken an Voldemort und die Todesser. Aber sie war sehr erstaunt, dass es Hermine gelungen war in die verbotene Abteilung zu gelangen, ohne geschnappt zu werden. Und es erstaunte sie auch, dass Hermine sowas überhaupt tat.

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Laura erschien natürlich nicht zu dem vereinbarten Ort, um von Steve zu erfahren, wie sie die Prüfung verändern musste. Sie gab sich die nächsten Tage Mühe, nicht allein in den Gängen unterwegs zu sein, um dem Slytherin-Jungen nicht alleine zu begegnen. Es gelang ihr auch ziemlich gut, bis auf den folgenden Samstag Nachmittag, als Quidditch-Training war und Laura alleine auf dem Weg zum Quidditch-Platz war. Dort war es auch, wo Steve sie abfing. Er packte sie grob am Oberarm und zog sie hinter eine Tanne.

„Du musst nicht meinen, du kannst mir immer ausweichen, du Kröte!" zischte der Junge und funkelte sie verärgert an.

„Lass mich sofort los, du tust mir weh!" sagte Laura ebenso verärgert. Steve hätte sie am liebsten geohrfeigt oder ihr einen üblen Zauber aufgehalst.

„Du hast dir das ja fein ausgedacht, Kindchen. Jetzt ist es zu spät, die Prüfungen sind schon korrigiert und wie ich befürchtet hatte, war meine Note nicht gerade das, was ich mir vorgestellt habe. Du hast es also nicht getan. Schade, da werd ich dich leider verraten müssen." Der Junge klang höhnisch aber Lauras gleichgültiges Gesicht irritierte ihn.

„Dann sags doch, du dummer Junge," sagte Laura provozierend. Steve wurde ziemlich rot im Gesicht. Er biss wütend seine Zähne zusammen.

„Das wirst du mir büßen, du kleine Wanze," drohte er und stieß Laura so hart von sich weg, dass sie schmerzhaft zu Boden geschleudert wurde.

Sie hätte gerne den Zauberstab gezückt und ihm einen hübschen Fluch aufgehalst, aber sie ließ es lieber sein. Sie wusste sehr genau, dass dieser Junge viel mehr Erfahrung im Zaubern hatte und dass es für sie eher unvorteilhaft enden würde, wenn sie ihn herausforderte.

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Das Quidditchtraining war ziemlich hart gewesen und Laura hatte stark geschwitzt. Sie duschte und zog sich etwas anderes an. Emma wartete auf sie, damit sie zusammen in die große Halle zum Abendessen gehen konnten.

Emma erzählte Laura von einem total verrückten Buch, welches ihr Vater einmal von einer Reise mitgebracht hatte für sie, als sie den Saal betraten. Plötzlich wurde Laura von einem rundlichen Jungen grob angerempelt. Sie sah dem blonden Jungen ärgerlich nach.

„Pass doch auf, Doofmann!" sagte sie, doch der Junge war schon zwischen den anderen Kindern verschwunden.

„So ein Idiot," sagte sie zu Emma und diese nickte zustimmend. „Hätte sich wenigstens entschuldigen können," meinte sie.

Laura hatte nicht bemerkt, dass ihr Zauberstab aus der hinteren Hosentasche, wo sie ihn häufig trug, rausgezogen worden war.

Sie war sehr hungrig und setzte sich zu den anderen an den Tisch. Ihre Augen leuchteten erfreut, als sie sah, dass es Kartoffelpüree mit Gemüse und Fleisch gab. Sie leerte ein ganzes Glas Kürbissaft und lud sich dann genügend Essen auf den Teller.

Harry saß am Tisch und grinste bis über beide Ohren. Er las Remus' Brief, den er heute morgen bekommen hatte, ein zweites mal durch und sah dann glücklich zu den Freunden auf. Laura hatte ihn die ganze Zeit beobachtet. Sie sah dem Jungen an, wie froh er war, dass sich nun jemand Erwachsenes so um ihn kümmerte und sich für ihn interessierte.

Sie freute sich für ihn, spürte aber auch ein kleines Fünkchen Eifersucht. Hoffentlich vergaß Remus sie nicht ganz, jetzt wo er Harry hatte.

Remus würde zum Quidditch-Tournier kommen, welches nächste Woche stattfand. Harry war sehr aufgeregt deshalb.

„Ich bin ziemlich aufgeregt, wegen Samstag, hoffentlich geht alles gut beim Quidditch-Tournier, wenn Remus schon extra kommt." Harrys Wangen waren ziemlich rot und er rührte nervös in seinem Essen rum.

In diesem Moment kam Hermine, leicht außer Atem beim Gryffindortisch an. Sie hatte unbedingt noch ihre Hausaufgaben fertig machen wollen. Und da war nicht mal das Abendessen wichtig genug, um sie darin zu unterbrechen.

„He, Laura, ist das dein Zauberstab da am Boden?" fragte das Mädchen mit den buschigen Haaren und bückte sich. Sie hatte Laura schon ein paarmal gesagt, sie solle den Zauberstab nicht einfach in ihrer Hosentasche tragen, aber Laura wollte ja nicht hören.

Lauras Wangen wurden ein bisschen rot, als sie den Zauberstab von Hermine entgegen nahm.

„Oh, danke, muss mir wohl aus der Tasche gefallen sein," gab sie ein wenig kleinlaut zu. Sie erntete einen 'hab ich's doch immer gesagt' Blick von der Freundin.

„Du kannst froh sein, dass er dir hier aus der Tasche gefallen ist, und nicht wo anders." Hermine setzte sich an den Tisch und Laura wechselte schnell das Thema.

„Und, hast du alle Fragen beantworten können? Ich hatte bei einer...." Weiter kam Laura nicht, denn ein paar Kinder hatten zu lachen begonnen und zeigten nach vorne an den Lehrertisch. Laura reckte neugierig den Hals um zu sehen, was es da so lustiges gab.

Professor Quirrell saß wie gewohnt am Lehrertisch und aß scheinbar gedankenverloren sein Essen. Sein Turban auf dem Kopf war weiß mit pinken großen Herzchen drauf. Ein paar rosa Röschen waren darauf gewachsen und öffneten soeben ihre Blüten. Laura hielt sich die Hand vor den Mund und lachte auch. Das sah so lustig aus.

Quirrell schien immer noch nichts bemerkt zu haben. Immer mehr Schüler lachten und die Lehrer hatten nun den Grund des Gelächters bemerkt. Professor McGonagall richtete ihren Zauberstab auf den Turban des Lehrers, der nun auch bemerkt hatte, dass er der Grund der allgemeinen Heiterkeit war, auch wenn er nicht sah, was auf seinem Kopf los war.

Doch die Hauslehrerin der Gryffindors setzte dem Spaß soeben mit saurem Gesicht ein Ende. Dumbledore schien das ziemlich lustig zu finden, jedenfalls funkelten seine Augen belustigt.

Er stand auf und gebot Ruhe.

Snapes Augen wanderten sofort zu Laura. Diese verdrückte ihr Lachen, denn sie nahm an, dass ihr Vater das nicht sehr spaßig fand.

Als wieder Ruhe eingekehrt war, im Speisesaal, rief Malfoy vom Slytherin-Tisch laut und deutlich zu den Gryffindors hinüber. „He Smethurst, hätte ich dir gar nicht zugetraut!"

Alle Augen fielen nun auf Laura, die ein fragendes Gesicht machte und am liebsten im Boden versunken wäre als sie sah, wie sie alle anstarrten und tuschelten...

Allgemeines Gemurmel erfüllte nun den Raum, auch vom Lehrertisch blickten einige Lehrer zum Gryffindortisch.

Laura sah ungläubig zu Draco hinüber. Was um alles in der Welt war in den gefahren? Sie sah, wie Malfoy mit seinem Sitznachbarn flüsterte und zu Laura grinste. Laura biss sich auf die Lippen, als sie den anderen Jungen erkannte. Es war Steve, der ihr zuckersüß zuwinkte.

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„Ich wars aber nicht," beteuerte Laura zum x-ten mal, seit ihre Hauslehrerin sie in ihr Büro zitiert hatte. Minerva McGonagall sah streng zu dem Mädchen hinunter.

„Wieso glaub ich Ihnen nicht, Miss Smethurst?" McGonagall sah sie streng an. Sie hatte Severus nicht die Gelegenheit gegeben, sich das Kind vorzuknöpfen, schließlich war sie Lauras Hauslehrerin.

Laura wurde immer verzweifelter. Und auch wütender. Wieso glaubte ihr diese alte.... nicht? Sie hatte sie ja noch nie belogen.

„Ich habe gesagt, ich wars nicht, glauben Sie mir oder glauben Sie mir nicht, mir doch egal!" sagte Laura etwas frech, allerdings war ihre Stimme immer leiser geworden. Sie wusste genau, dass sie zu weit gegangen war. Aber es nervte sie so, sich verteidigen zu müssen, wenn die Frau ihr ja doch nicht glaubte.

„Passen Sie auf Ihren Ton auf, junge Dame!" McGonagalls Lippen waren sehr dünn geworden.

Laura verdrehte leicht die Augen, dieser Satz hätte von ihrem Dad sein können. Professor McGonagall streckte die Hand aus. „Ihren Zauberstab, Fräulein!" sagte sie scharf. Laura blinzelte sie fragend an. Sie griff sich in den Ärmel, wo sie ihren Zauberstab hingesteckt hatte und reichte ihn der Frau zögernd. Sie wollte ihn doch hoffentlich nicht zerbrechen, oder ihn konfiszieren? Laura sah McGonagall fragend an und biss sich auf die Unterlippe.

Professor McGonagall schwang den Zauberstab und sagte: "Priori incantatem." Sofort erschien aus dem Zauberstab ein Turban mit Herzen und Rosen drauf.

McGonagall sah Laura sehr, sehr streng an.

Laura sah verblüfft zu dem Turban, der sich gerade in Luft auflöste. Dann sah sie fragend zu McGonagall.

„Sie haben sich gerade einen Haufen Ärger eingehandelt, Miss Smethurst," sagte sie spitz und legte den Zauberstab auf ihren Schreibtisch.

Laura sah empört zu der Lehrerin auf. „Aber wieso? Ich hab nichts getan!" Laura schrie diesen Satz beinahe. Es musste dieser verdammte Slytherin gewesen sein. Ja, der hatte ja gesagt, er räche sich an ihr. Sie war aber keine Petze. Sie würde ihn nicht verraten, sondern sich selber rächen. In ihren Augen funkelte es gefährlich.

Sie war nur so wütend, dass ihr die Lehrerin nicht glaubte. Nach dem, was sie aber von ihrem Zauberstab gesehen hatte, wunderte sie das nicht mehr so sehr. Es sah eindeutig aus.

Wie war Steve an ihren Zauberstab gekommen? In ihrem inneren Auge, sah sie, wie Hermine den Zauberstab aufhob. Klar, er musste ihn ihr irgendwie gestohlen haben und dann unter ihren Bank gelegt, damit es so aussah, als habe sie ihn verloren. Dieser verdammte Kerl, dachte sie.

„Schreien Sie mich nicht an, junge Dame, Sie sind in genügend Schwierigkeiten. Zwanzig Punkte Abzug für Gryffindor. Ich werde Ihren Vater informieren. Auch über Ihr schreckliches Benehmen. Sie gehen jetzt direkt zu ihm. Ich bin sehr enttäuscht von Ihnen, Miss Smethurst," schimpfte sie.

Laura musste nun ihren Ärger und die Verzweiflung verbergen, obwohl sie am liebsten geweint und McGonagall angeschrien hätte. Die besten Schimpfwörter kreisten ihr durch den Kopf.

„Ich schreibe Ihrem Vater eine Nachricht, Sie gehen nun auf direktem Weg in sein Büro, verstanden?" Sie sah Laura stirnrunzelnd an. Ohne ein weiteres Wort drehte Laura sich um und ging zur Tür.

„Miss Smethurst!" sagte die Hauslehrerin laut. „Ich habe Sie etwas gefragt und erwarte umgehend eine Antwort. Ihr Benehmen lässt wirklich zu wünschen übrig." Laura drehte sich um und funkelte sie böse an. „Ja, Ma'am," antwortete sie patzig.

Professor McGonagalls Nasenflügel stellten sich ärgerlich auf. Laura ging schnell zur Tür hinaus.

Die Lehrerin schüttelte den Kopf, als Laura die Tür geschlossen hatte. Sie bezweifelte, dass Laura mit ihrem Vater auch so frech war. Sie kannte Severus gut genug, um zu wissen, was er von frechen Kindern hielt.

Sie ging zu ihrem Schreibtisch und schrieb kurz eine Notiz.

Sie bemerkte Lauras Zauberstab, der immer noch auf dem Tisch lag. Dann ging sie zu ihrem Kamin und nahm etwas Flohpuder aus der kleinen Keramikschale, die auf dem Sims stand. Sie streute das Pulver zusammen mit der Notiz und Lauras Zauberstab ins Feuer und sagte deutlich: "Professor Snapes Büro."

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Auf dem Weg in die Kerker blieb Laura plötzlich vor der Treppe, die in den Gryffindorturm führte, stehen.

Sie hätte die größte Lust, die Treppe hoch zu steigen und sich in ihrem Bett zu verkriechen.

Sie blickte die Treppe hinauf und biss auf ihre Lippen. Snape würde das auf keinen Fall durchgehenlassen. Er würde sie im Gryffindorturm holen kommen, da war sie sich sicher. Vielleicht sogar an den Ohren. Sie würde vor Scham im Boden versinken und könnte keinem ihrer Freunde mehr unter die Augen treten.

Außerdem würde es wie ein Schuldgeständnis aussehen, wenn sie sich verdrückte.

Laura fragte sich, ob die Eltern anderer Schüler auch informiert worden wären, über einen solchen Vorfall, oder ob nur sie wieder die ***-Karte hatte, weil ihr Vater hier Lehrer war.

Sie erinnerte sich, dass Ron mal erwähnt hatte, dass seine Eltern wegen der Zwillinge beinahe wöchentlich Eulenpost erhielten, und dass dieser Rekord sehr schwierig zu brechen sei.

Sie seufzte und ging ihren Weg weiter, die Treppen runter. Sie war froh, dass ihr niemand besonderes begegnete.

Vor Snapes Bürotür blieb sie stehen. Ihr Ärger und Frust machten nun einem mulmigen Gefühl Platz. Was, wenn ihr Vater ihr auch nicht glauben würde. Natürlich würde er McGonagall glauben. Sie hatte ja einen Beweis im Gegensatz zu ihr.

Aber ihr Vater merkte immer, wenn sie log. Vielleicht würde er es auch merken, wenn sie die Wahrheit sagte. Das kleine bisschen Hoffnung ließ sie die Hand heben und die Tür öffnen.

Snape saß hinter seinem Schreibtisch. Er sah nicht hoch, als Laura die Tür öffnete und eintrat. Laura wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen oder ein schlechtes war. Sie sah zu dem Portrait, in dem Mr. Cunninghatch so tat, als begutachte er seine Fingernägel.

Sie schloss die Tür hinter sich und blieb stehen wo sie war. Snape sah nun auf. Sein Gesichtsausdruck war neutral. Er sah Aerger und Wut in Lauras Gesicht, auch ein bisschen Angst. Sie sah aber nicht schuldbewusst aus, wie es immer der Fall war, wenn sie etwas angestellt hatte. Er rutschte den Stuhl ein wenig nach hinten und sagte: „Komm her, Laura."

Laura schluckte schwer. Das tönte nicht sehr vielversprechend.

Zögerlich trat sie ein paar Schritte näher. Ihre Augen waren groß.

„Ich war es nicht, Sir," sagte sie nicht laut, aber klar. Ihre Augen sahen direkt in seine. Sie senkte sie nicht zu Boden und wich seinem Blick nicht aus.

Ihr Herz klopfte. Ihr Vater würde sie hoffentlich nicht übers Knie legen, wenn sie doch gar nichts gemacht hatte. Sie musste es ihm erklären. Sie wollte nicht unschuldig bestraft werden. Er sah so streng aus.....

Sie wollte nicht, dass er von ihr enttäuscht war, wenn sie es ja nicht mal gewesen war.

Aber bis jetzt war sie immer nur in wirklich große Schwierigkeiten gekommen mit Snape, wenn sie sich in Gefahr gebracht hatte, oder etwas wirklich Schlimmes vorgefallen war.

Auch wenn sie an der Sache mit Quirrell diesmal nicht schuld war, es war nur ein Streich, bei dem niemand wirklich zu Schaden gekommen war. Sie war natürlich schon ziemlich frech gewesen zu Professor McGonagall, das musste sie zugeben.

Snape sagte nichts, sondern sah sie nur an. Sie wusste, dass es nicht zu ihrem Vorteil war, wenn er sie holen musste und trat nun ein bisschen mutiger näher zu ihrem Vater.

Snape wusste, was in dem Mädchen vorging. Er hatte eine sehr gute Beobachtungsgabe und er kannte Laura nun auch schon recht gut.

Als Laura vor ihm stand fragte er leise und ernst: „Hätte ich einen Grund, dich zu bestrafen?" Er sah sie aufmerksam an. Ihre Reaktion würde seine Vermutung bestätigen.

Laura sah ihn nur an und war wiedermal erstaunt, dass er ihren Gedankengang genau mitbekommen hatte. Sie schüttelte den Kopf. „Nein, Sir."

Snape nickte zufrieden und sagte: „Dann hast du auch keinen Grund, mich mit so großen Augen anzusehen, Laura."

Laura sah ihn fragend an. Was sollte das nun heißen? Er würde ihr doch wohl kaum einfach so glauben.

„Heißt ….. Heißt dass, dass du mir glaubst, Dad?" Laura konnte es nicht fassen. Er glaubte ihr, ohne dass sie große Erklärungen abgegeben hatte. Snape nickte und Laura entspannte sich sichtlich.

„Weisst du, wer es war?" fragte Snape. Laura wickelte sich eine Locke um den Finger und zuckte nur die Schultern.

„Ich hätte gerne eine richtige Antwort, junge Dame. Ich werde dieses Benehmen nicht länger dulden. Du weißt, dass ich erwarte, dass du mit deinen Lehrern und zu mir respektvoll redest. Dazu gehört auch zu natworten, wenn du etwas gefragt wirst." Sein Ton war nun streng und Laura antwortete schnell: „Ja, Sir, aber ich will es nicht sagen." Snape nickte.

„Das ist zumindest eine ehrliche Antwort. Wieso möchtest du den Schuldigen schützen?"

„Ich will den Blödmann nicht schützen, aber ich bin keine Petze." Lauras Ärger und Frust wallten nun wieder in ihr auf.

Snapes Augen verengten sich. „Solche Wörter möchte ich auch nicht hören aus deinem Mund. Ich weiß nicht, was in dich gefahren ist, dass du so frech redest," seine Augen funkelten ärgerlich, als er sie streng fixierte, "aber sei versichert, dass ich es keine Minute länger dulde!"

„Ja, Sir," antwortete Laura und da war nun der schuldbewusste Blick in Lauras Gesicht. Sie wusste, dass sie anständig reden musste und Snape nichts anderes tolerierte.

„Derjenige, der dir das unterjubeln wollte, sollte bestraft werden Laura. Was diese Person getan hat, war nicht wirklich ehrenhaft. Also spiel nicht die Heldin."

Laura durchdachte das. Snape hatte recht. Er sollte bestraft werden, schließlich hat er ihr nicht nur diesen Streich untergejubelt, sondern sie auch noch erpresst. Er würde von ihr persönlich schon noch einen Denkzettel bekommen, das hatte sie sich geschworen.

Nach einer Weile sah sie ihren Vater an und sagte leise: „Steve heißt er. Ich kenne seinen Nachnamen nicht, er ist in Slytherin und ist schon ziemlich groß."

Snape wusste sofort, von wem Laura sprach. Steve Ludwig. Der Enkel seines Kollegen Edward.

Er nickte und fragte: „Und wieso hat er das getan?" Laura wurde nun ein bisschen nervös. Sie zog an ihrem Ärmel rum und antwortete: „Weil ich nicht das gemacht habe, was er von mir verlangt hat." Sie sah ihren Vater dabei nicht an.

Snape gefiel diese Aussage ganz und gar nicht. Er spürte, wie sich sein Puls erhöhte. Seine Stimme veränderte sich aber nicht. „Und was war es, was er von dir verlangte." Er fürchtete die Antwort, war aber sehr gespannt.

„Er... er hatte den Streich mit Quirrell beobachtet. Mit dem Turban, meine ich. Er hat mich erpresst, dass er es dir sagen würde und ich Ärger bekäme, wenn ich ihm dafür nicht..." Laura biss sich verlegen auf die Lippen. Sie fürchtete, dass er es nicht schätzen würde, dass sie es ihm vorenthalten hatte.

„Ja," fragte Snape mit ruhiger Stimme, aber innerlich explodierte er beinahe. Er würde den Jungen umbringen, wenn er etwas unsittliches von seinem Kind verlangt hatte.

„Ich sollte ihm seine Prüfung manipulieren, damit er dicht hält." Snape atmete innerlich erleichtert auf.

„Da ich es nicht getan habe, hat er gesagt, dass er sich rächen würde." Sie sah ihren Vater forschend an. Würde er sehr sauer sein?

„Ich nehme an, du hast mir das nicht eher erzählt, weil du keine Petze sein wolltest," bemerkte Snape trocken und hob eine Augenbraue. „Allerdings war die Entscheidung, die Prüfung nicht zu manipulieren, ziemlich weise von dir." Snape sah Laura vielsagend an.

Sie nickte. „Ja, Sir, ich weiß," sagte sie und ihre Wangen wurden leicht rot.

„Die Entscheidung, es mir nicht zu erzählen, hätte dich aber in ziemlich große Schwierigkeiten bringen können," sagte Snape ernst. Wieder nickte Laura. „Ja, Sir," hauchte sie. Sie wusste sehr genau, dass er nur zu Recht hatte. Hätte Snape McGonagall geglaubt statt ihr, würde sie zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich irgendwelche Kessel schrubben oder so.

„Danke, Dad, dass du mir glaubst." sagte Laura. „Nicht wie McGonagall, die dumme Kuh." Die letzten Worte waren nur leise gemurmelt, doch zu Lauras Leidwesen hatte Snape ein sehr gutes Gehör und er landete sofort einen nicht sehr sanften Klaps auf Lauras Po.

Laura zog erschrocken die Luft ein und sah ihren Vater an, der einen ziemlich strengen Blick auf dem Gesicht hatte.

„Du wirst nun einen Brief an Professor McGonagall schreiben und dich für dein schlechtes Benehmen entschuldigen." Snape war aufgestanden und ging mit Laura in die Privaträume.

Er zeigte auf einen Stuhl am Holztisch und Laura setzte sich seufzend hin.

„Ich werde mit deiner Hauslehrerin sprechen. Und auch mit Steve Ludwig." Als Snape den Namen erwähnte, wurde Laura hellhörig.

„Ludwig?" fragte sie. Snape nickte. „Ja, er ist ein Enkel, von dem Zauberer, den du hier gesehen hast, Doktor Ludwig," antwortete Snape.

Ich werde mich um den jungen Mr. Ludwig kümmern, hast du verstanden , Laura?" Snape sah sie nochmals streng an und sie antwortete brav: "Ja, Dad."

Sie log nicht. Sie hatte verstanden. Ihr Vater würde sich um Steve kümmern, schön für ihn. Weniger schön für Steve. Sie hatte Snape aber nicht versprochen, dass sie sich nicht trotzdem an Steve rächen würde.

„Dad?" fragte Laura nun leise. „Darf ich heute hier, bei dir schlafen?"

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Laura lag wach in ihrem Bett. Nachts kamen ihr immer die besten Ideen in den Sinn. Sie wollte einen Racheplan ausarbeiten für den hübschen Gockel.

Gockel! Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Sie könnte ihm einen Hahnenkamm anzaubern, würde ihm bestimmt gut stehen. Laura grinste vor sich hin, bei dem Gedanken, wie Steve durch die Schule wanderte als stolzer Hahn. Wie er gackern würde und scharren und zwischendurch ein lautes 'Kikkeriki' von sich geben würde. Laura lachte in ihr Kissen.

Leider wusste sie nicht, wie sowas ging. War vielleicht auch ein bisschen zu offensichtlich, dass es Lauras Werk wäre.

Ihre Zimmertür öffnete sich und ihr Vater kam hinein, wie er es immer tat, bevor er auch ins Bett ging. Er bückte sich und hob eine Socke vom Boden auf, die Laura hatte liegen lassen. Dann ging er an Lauras Bett und beugte sich zu ihr hinunter um ihr einen Kuss zu geben, als er sah, dass sie die Augen noch geöffnet hatte.

„Wieso schläfst du noch nicht?" flüsterte er. Laura schlang ihre Arme um seinen Hals. Er setzte sich auf ihr Bett. Solche Gesten von Laura rührten ihn immer wieder. Sie drückte ihren Vater an sich und ihr Haar kitzelte seine Nase.

"Dad, Harry ist so glücklich, wegen Remus. Du solltest ihn sehen, wenn er von Remus spricht, dann leuchten seine Augen richtig." Snape hatte sich aus Lauras Umarmung gelöst und sah sie an. Sie redete leise weiter, als er nichts weiter als ein Murren von sich gab. "Harry war bei Madam Pomfrey, wegen der Narbe, aber die hat gar nichts gefunden. Meinst du es hat etwas mit Quirrell zu tun?" Sie sah ihren Vater an, der ein ernstes Gesicht machte.

"Ich weiß es nicht, Laura, und es wird auch nicht so einfach rauszufinden sein." Er sah sie streng an. "Du hälst dich daran, was du mir versprochen hast, junge Dame und versuchst nicht, auf eigene Faust etwas raus zu finden, klar?"

Snape war es nicht wohl bei dem Gedanken, dass sich die Kinder so sehr für den Stein der Weisen interessierten. Und dass sie Quirrell verdächtigten, gefiel ihm auch nicht. Er hoffte, dass seine Warnung die Kinder davon abhielt, wieder etwas gegen den Lehrer zu planen, um mehr über den seltsamen Mann heraus zu finden.

Laura sagte eine Weile nichts und nickte dann. "Und wenn er nun den Stein stehlen will? Oder sonst jemand?" fügte sie schnell hinzu.

"Ich glaube ich habe dir vor nicht all zu langer Zeit, deutlich gesagt, dass ihr eure Nasen nicht in diese Angelegenheit stecken sollt. Dafür sind wir Erwachsenen da. Ihr haltet euch da raus! Ich weiß nicht, woher ihr von dem Stein wisst, aber sei versichert, dass er gut, sehr gut beschützt ist. Nicht nur von Fluffy. "

Laura nickte. Sie wusste, dass das ein heikles Thema war. "Wie ist denn der Stein noch geschützt?" fragte sie etwas unsicher.

"Das, Laura, ist nicht etwas, dass ich ausgerechnet einem neugierigen Kind bestimmt nicht unter die Nase binden werde. Halte du dich von der Sache fern, dann ist gut. Das gilt auch für deine Freunde."

Laura nickte und umarmte ihren Vater noch einmal.

„Du musst jetzt schlafen, Kind," sagte er leise. Laura ließ ein bisschen locker und gab Snape einen Kuss. Dann vergrub sie ihr Gesicht wieder in seiner Halsbeuge.

Als Snape dann wieder aus dem Zimmer war, wanderten ihre Gedanken wieder zu Steve. Sie lächelte, denn sie hatte plötzlich eine Idee. Ja, weshalb war sie auch die Tochter eines Zaubertrankmeisters? Sie musste nur das richtige Tränklein brauen für den Lümmel. Wie wäre es mit einem Liebestrank?

TBC....

Ein Review wäre eine echte Freude für mich..... ;-)