Die Nachwirkungen des Zaubertrankes hielten die ganze Woche. Immer wieder, wenn Steve der Lehrerin begegnete nahmen seine Augen einen verträumten Ausdruck an und er lächelte dümmlich. Immer wieder schmachtete er zum Lehrertisch während der Mahlzeiten und vergaß das Essen.
Er hatte Lauras Entschuldigung ohne weiteres angenommen und war ihr gar nicht böse, was Laura aber auch den Nachwirkungen des Liebestrankes zuschrieb. Denn als Laura vor ihm gestanden und sich entschuldigt hatte, hatte er geistesabwesend 'Sybille, I love you' auf eine Serviette gekritzelt.
Laura hatte sich ziemlich schmerzhaft auf die Lippen beßsen müssen, um nicht zu lachen. Wenn Steve erst einmal realisieren würde, wie lächerlich er sich vor allen gemacht hatte, und wer das Ziel seiner Begierde gewesen war, würde er wohl nicht mehr so gelassen reagieren, hatte sie gedacht.
Und genau so war es dann auch. Laura war froh, dass alle ziemlich beschäftigt waren mit den Prüfungen und Steve sich darauf konzentrieren musste, statt auf Laura. Er taxierte sie jedesmal mit einem gefährlichen Blick, wenn er ihr begegnete, aber dank der strengen Warnung, die Snape ihm gegeben hatte, wagte er es nicht, ihr einen üblen Fluch anzuhexen.
Bei Professor Trelawney schien sich Laura auch nicht wirklich beliebt gemacht zu haben, denn diese reagierte ziemlich schnippisch, als sie sich gezwungenermaßen bei ihr entschuldigte. Laura störte das allerdings kaum.
McGonagall musste sie auch noch gegenüber treten und wurde ziemlich ausgeschimpft. Sie verlor 20 Punkte für Gryffindor, da die Lehrerin vermutete, dass sie bei Snape nicht gerade glimpflich davon gekommen war.
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Als sie die letzte Prüfung geschrieben hatten in Geschichte der Zauberei waren sie mehr als erleichtert.
„Kommt, wir gehen zu Hagrid," rief Ron übermütig. Harry hielt sich die Hand auf die Stirn, was er in letzter Zeit öfters tat.
„Schmerzt deine Narbe?" fragte Hermine besorgt. Harry nickte. „Ich glaube, es ist eine Warnung. Sie schmerzt in letzter Zeit so oft."
Die Freunde gingen Richtung Ausgang, aber Laura blieb stehen. „Ich darf aber nicht raus," sagte sie betrübt. Die Freunde sahen sie erstaunt an.
„Wieso denn das?" fragte Emma und rümpfte die Nase. Die anderen waren auch stehen geblieben und warteten gespannt auf eine Antwort.
Laura wurde ein bisschen rot. „Mein Vater hat es mir verboten," sagte sie leise und ein bisschen beschämt. „Ich hab ja erzählt, dass er die Sache mit dem Liebestrank raus gefunden hat. Und… na ja er war eben nicht gerade erfreut." Laura sah sie Freunde an und Hermine wurde plötzlich ziemlich rot im Gesicht.
„Nein, Hermine, ich habe dich nicht verraten," sagte Laura, die Hermines Sorge in ihrem Gesicht gesehen hatte. Hermine war in letzter Zeit so sehr in ihr Lernen vertieft gewesen, dass sie alles um sich herum vergessen hatte. Sogar die Sache mit dem Liebestrank hatte sie verdrängt. „Er hat mir zwei Wochen alle Freizeitaktivitäten gestrichen. Und die sind halt jetzt noch nicht ganz um."
Die Freunde hatten gar nicht gemerkt, dass Laura unter Arrest stand, was wohl daran lag, dass sie die letzte Zeit viel gebüffelt hatten, wegen der Prüfungen und gar keine Zeit gehabt hatten, etwas anderes zu tun oder an etwas anderes zu denken.
„Da bist du ja noch glimpflich davon gekommen," meinte Emma, und Laura sagte nichts mehr dazu. Die Freunde mussten ja nicht alles wissen.
„Meine Mutter hätte mich wohl endgültig enterbt, wenn ich sowas geboten hätte." Emma sah zu Laura hinunter, die sich die Schuhe zu band.
„Geht ihr nur," sagte Laura. Emma bot sich an, mit Laura im Gryffindor Turm zu bleiben, wofür Laura ihr ziemlich dankbar war. Ron, Harry und Hermine rannten zu Hagrids Hütte.
Laura und Emma schlenderten zurück zum Turm und als sie bei der buckligen Steinhexe vorbeikamen, erzählte Laura ihrer Freundin von dem Geheimgang, der sich dort befand. Sie hörten schnelle Schritte und duckten sich hinter die Hexe. Emma machte sich ganz klein und Laura schielte hinter der Hexe hervor und sah Quirrell, der ziemlich zufrieden aussah und vor sich hin murmelte. Laura verstand nicht was, nur ein paar Wortfetzen bekam sie mit. Wieder war keine Spur von Stottern zu hören. Als er vorbei war, drehte Laura sich zu Emma, die sich immer noch zusammen kauerte.
„Er ist weg. Das ist ja seltsam, was der gesagt hat. Hast du das gehört?" fragte Laura und die Mädchen standen hinter der Hexe. Emma schüttelte den Kopf.
„Ich habs auch nicht recht verstanden, aber er hat was von Cerberus und von einem Schlüssel und ja mein Herr und solches Zeug, gemurmelt. Schon seltsam, es tönte als würde er mit jemandem sprechen."
„Der führt Selbstgespräche," sagte Emma und zuckte die Schultern.
„Ja, aber wenn man Selbstgespräche führt, sagt man ja nicht zu sich selber, ja mein Herr, oder? Ich finde das seltsam. Mir ist die Sache nicht geheuer." Laura sah besorgt zu ihrer Freundin auf.
„Meinst du, der Stein ist in Gefahr? Wenn er was von Cerberus gesagt hat, dann meint er Fluffy, das ist klar. Und was hat er mit Schlüssel gemeint? Vielleicht ist der Stein irgendwo eingeschlossen, wo man einen Schlüssel braucht?" Emma überlegte und fügte dann hinzu: "Ich denke der Stein ist, wie dein Vater gesagt hat, sehr gut bewacht, ich denke nicht, dass nur Fluffy ihn beschützt. Wahrscheinlich gibt es da noch andere Schutzzauber oder so."
Laura nickte. „Ja, das ist wahrscheinlich. Falls Quirrell rausgefunden hat, wie man an Fluffy vorbei kommt, wird er nicht sofort zum Stein gelangen. Aber was ist, wenn er rausgefunden hat, wie er an den Stein ran kommt. Er hat eben ziemlich glücklich ausgesehen."
Die Mädchen gingen schweigend nebeneinander her. Plötzlich sagte Emma: „Weißt du noch die Sache mit Norbert? Das war ja schon seltsam, dass ein Fremder ausgerechnet Hagrid, der immer schon einen Drachen wollte, ein Drachenei anbietet. Oder? Er hat es ihm zwar nicht gerade geschenkt, aber er hätte Hagrid ja auch gewinnen lassen können, bei dem Kartenspiel."
„Ja, aber was willst du mir damit sagen. Was nützt es jemandem, wenn Hagrid einen Drachen hat?"
Emma sah Laura ernst an. „Nichts, aber du weißt ja, wie emotional Hagrid ist. Was, wenn er dafür ausgeplappert hat, wie man an den Stein heran kommt?"
Laura zog die Augenbrauen zusammen. „Dann hätte der Fremde den Stein schon lange gestohlen, oder? Das ist ja nun schon ein Weilchen her."
Emma nickte. Der Gedanke ließ sie aber nicht los.
„Am besten, wir reden mit Hagrid, und zwar bald, denn Quirrell hat mir irgendwie zu erfreut ausgesehen."
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Emma rannte zu Hagrids Hütte hinunter. Laura hatte sich mit Mühe zurückhalten können, der Freundin zu folgen und wartete jetzt ungeduldig im Gryffindor Turm.
Irgendwie hatte sie das Bedürfnis mit ihrem Vater darüber zu sprechen. Was, wenn Quirrell zu viel wusste. Ihr Dad hatte scheinbar gewusst, wie der Stein beschützt wurde. Was, wenn Quirrell das auch wusste? Schließlich war auch der ein Lehrer hier in Hogwarts.
Aber Snape hatte ihr deutlich genug gesagt, dass sie sich nicht einmischen sollten. Und sie hatte es ihm versprochen. Aber sie machte sich Sorgen, vor allem, nach dem was sie heute gehört hatte, und weil Harrys Narbe so schmerzte.
Laura saß vor dem Feuer und kaute nervös auf ihrem Daumennagel rum. Was sollte sie machen?
Sie stand auf und rannte in die Kerker hinunter. Es würde seine Zeit dauern, bis Emma wieder kam. Wenn sie bis dann rum sitzen musste, würde sie durchdrehen. Und wahrscheinlich hätte sie bis dann keine Daumennagel mehr.
Ihr Vater war nicht zu Hause und sie sah sich schwer atmend um. Jimmy war auch nicht da. Sie nahm ein Stück Papier und schrieb mit Snapes Feder darauf.
Lieber Dad, ich hab dich so lieb, deine Laura
Zufrieden sah sie sich ihren kleinen Brief an. Sie hatte ihrem Vater noch nie etwas geschrieben. Das war höchste Zeit, dass sie das einmal tat und dieser Satz war ihr gerade spontan eingefallen. Sie malte noch zwei Strichmännchen drauf und eine kleine Hauselfe. Alle gaben sich die Hand. Auch ein Strich-Jimmy fehlte nicht und eine Sonne mit lachendem Gesicht kritzelte sie auch noch hin.
Sie ließ den Zettel auf dem Tisch liegen und verließ die Privaträume wieder. In Snapes Büro unterhielt sie sich noch kurz mit Mr. Cunninghatch.
Sie musste einfach irgendwie die Zeit rumbringen, bis die Freunde wieder da waren und sie besprechen konnten, was sie von Hagrid rausgefunden hatten.
Als sie dann wieder los rannte, Richtung Gryffindorturm, kam ihr auf der ersten Treppe ihr Vater entgegen. Er sah sie etwas streng an, als sie so angerannt kam. Sie blieb direkt vor ihm stehen.
„Hey, Dad, ich hatte heute noch die Prüfung in Zauberkunst und ich glaube das war recht gut." Ihre Wangen waren ziemlich rot vom Laufen.
Snape nickte. „Das ist gut. Ich hoffe, du bist auf dem Weg in deinen Gemeinschaftsraum, du weißt, dass dein Arrest noch nicht vorbei ist, oder?" Er sah sie forschend an und sie nickte schnell.
Zwei große Slytherins gingen leise redend an ihnen vorbei und sahen ihren Hauslehrer und seine Tochter etwas neugierig an.
„Bis Morgen, Dad," sagte Laura und verzichtete auf einen Kuss und eine Umarmung, da sie wusste, dass ihr Vater das nicht gerne in der Öffentlichkeit tat. Er fuhr ihr kurz über den Kopf und verabschiedete sich auch.
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Emma kam außer Atem bei der Holzhütte an. Sie klopfte laut. Hagrid öffnete und grinste, als er das Mädchen sah. Die Jungs und Hermine saßen an dem großen Tisch und aßen Kekse. Harry hatte gerade erzählt, was er mit Lupin in den Ferien machen würde und Hagrid schien sehr erfreut, dass Remus sich um Harry kümmerte.
„Wisst ihr, dass Remus und seine Freunde auch oft hier an diesem Tisch saßen und meine Kekse aßen?" Die Kinder schüttelten die Köpfe und Harry wollte mehr wissen, sie sahen aber nun interessiert zu Emma, die mit hochrotem Kopf da stand.
„Bist du doch gekommen?" fragte Ron überflüssigerweise.
„Ich muss dich was fragen, Hagrid," sagte sie immer noch schwer atmend. „Der Stein wird doch nicht nur von Fluffy bewacht, oder?"
Hagrids Augen verengten sich. „Ich hab euch sowieso schon zu viel gesagt. Von mir erfahrt ihr nichts mehr," sagte er erst und verschränkte seine großen Arme vor der Brust.
Hermine schaltete sofort. „Wir wissen, dass Dumbledore dir vollkommen vertraut, Hagrid, deshalb hat er wohl auch deinen Hund ausgeliehen, um den Stein zu beschützen. Vertraut er außer dir noch jemandem, der ihm hilft den Stein zu beschützen?"
Hagrid fühlte sich natürlich geschmeichelt durch Hermines Worte. „Also, der Stein ist jedenfalls gut geschützt. Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen. Beinahe alle Lehrer haben dazu beigetragen, dass niemand den Stein stehlen kann."
„Auch Quirrell?" fragte Harry schnell. Hagrid sah zu ihm hinüber. „Ja, auch Quirrell, wieso fragst du?"
„Ach, nur so," sagte Harry und biss in seinen Keks um einen gleichgültigen Eindruck vorzutäuschen. Wenn Hagrid merkte, wie neugierig er war, würde er wohl nichts mehr rausrücken.
„Wie geht es Norbert?" fragte Emma beiläufig.
Hagrids Gesicht erhellte sich. „Das ist aber nett, dass du fragst. Es geht ihm gut, aber ich glaube er vermisst seine Mami." Tränen bildeten sich in seinen Augen. Er griff in seine Hosentasche und zog ein bettlakengroßes Taschentuch hervor und schnäuzte sich geräuschvoll die riesige Nase.
Emma sprach schnell weiter, bevor er in Tränen ausbrechen konnte. „Als du das Ei gewonnen hast, hast du da diesen Fremden erkannt?" Hagrid schniefte und sagte: „Nein, er hatte die ganze Zeit die Kapuze oben gehabt, es gibt halt manchmal seltsames Volk im tropfenden Kessel."
„Und hatte er mit dir geredet?" Hagrid sah sie nun etwas misstrauisch an. „Wieso? Natürlich hat er geredet."
„Aber hat er gesagt, woher er das Ei habe? Ich meine, er wusste ja nicht, dass du Drachen magst, das sind ja nicht gerade die gewöhnlichsten Haustiere, und die meisten Menschen haben Angst vor Drachen," sagte Emma. Und zurecht, dachte sie, als ihr Lauras verbrannter Arm vor dem inneren Auge erschien.
Hagrid schnäuzte sich die Nase nochmals und antwortete: „Er hat schon gefragt, ob ich Interesse an einem Drachenei hätte und ich habe ihm gesagt, dass ich mich nicht fürchte vor Drachen. Dass man bei jedem gefährlichen Tier einfach wissen müsse, wie man es beruhigen könne. Aber wieso fragst du das, Dumbledore hat mich schon darüber ausgefragt."
Emma wurde leicht rot. Wahrscheinlich hatte der Schulleiter dieselben Befürchtungen gehabt, wie sie.
„Du hast ihm aber nicht erzählt, wie genau man Fluffy beruhigen kann, oder?" Wollte das Mädchen wissen.
Nun wurden Hagrids Wangen rot. Er druckste herum mit der Antwort und sagte schließlich beschämt: „Ist möglich, dass ich das erwähnt habe."
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Als die Freunde endlich wieder im Gryffindor Turm waren, rannte Laura ihnen entgegen. Sie hatte es kaum mehr ausgehalten im Gemeinschaftsraum und war schon zweimal aus dem Portraitloch gegangen, um zu sehen, ob die Freunde endlich kamen, bis die fette Dame reklamiert hatte.
„Habt ihr was rausgefunden?" fragte Laura aufgeregt. Emma hatte den Freunden auf dem Rückweg erzählt, was sie beobachtet hatten und sie teilten die Sorge.
„Hagrid hat dem Fremden im Tropfenden Kessel erzählt, wie man an Fluffy vorbei kommt. Er sagt aber auch, dass noch einige Schutzzauber bestehen. Diese sind aber von den Lehrern entworfen, und vielleicht weiß Quirrell, wie daran vorbei zu kommen ist." Hermine hatte alles kurz und klar zusammengefasst.
„Wir müssen es Dumbledore sagen," meinte Harry ernst. „Meine Narbe hat noch nie so viel gezwickt, wie gestern und vor allem heute. Sie schmerzt richtig mühsam. Wenn Quirrell den Stein in die Finger bekommt, bringt er ihn in den Wald zu Voldemort." Die anderen Kinder nickten.
Harry und Ron machten sich dann auch gleich auf den Weg in Dumbledores Büro. Das Bild vor dem Aufgang sagte ihnen, der Schulleiter sei nicht hier.
„Verdammt!" fluchte Ron. „Was tun wir jetzt?"
Harry ließ die Schultern hängen. „Komm, wir gehen zu McGonagall."
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Minerva McGonagalls Lippen hatten sich zu einem Strich verengt, als sie die beiden Jungen ansah, die mit roten Wangen vor ihr standen.
„Ich habe keine Ahnung, wie ihr das alles rausgefunden habt. Aber ich will, dass ihr in euren Gemeinschaftsraum geht und alles andere den Erwachsenen überlasst. Der Stein ist gut geschützt und es besteht kein Grund zur Sorge. Ihr steckt eure Nasen nicht mehr in solche Angelegenheiten, habe ich mich klar ausgedrückt?" Sie sah Harry und Ron scharf an und die Beiden nickten.
„Wann kommt Professor Dumbledore zurück?" fragte Ron kleinlaut. Vielleicht konnten sie ja später nochmals zu dem Schulleiter gehen. Der würde ihnen hoffentlich glauben.
„Der Schulleiter hat eine dringliche Nachricht vom Zaubereiministerium erhalten und wird erst morgen wieder zurück sein. Geht jetzt in euren Gemeinschaftsraum zurück."
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„Dumme Kuh," sagte Harry enttäuscht, als sie wieder auf dem Korridor standen und rieb sich wieder die Narbe.
„Die nimmt uns gar nicht ernst," meinte Ron und die Kinder gingen zurück in den Gemeinschaftsraum.
„Vielleicht hätte ich ihr doch erzählen sollen, wie sehr die Narbe in letzter Zeit schmerzt," sagte Harry nachdenklich. „Aber sie hätte mich doch bestimmt nur wieder zu Madam Pomfrey geschickt und die hat ja nichts herausgefunden wegen der Narbe."
Die Mädchen sahen gespannt zu Ron und Harry, als diese mit betrübten Gesichtern durch das Portraitloch kamen.
Lauras Magen knurrte, denn sie war nicht zum Abendessen gegangen und nun war schon nach 19 Uhr. Sie ging schnell auf die beiden zu.
„Und?" fragte sie die Jungen.
„Wir sollen uns raus halten," sagte Harry niedergeschlagen.
Laura seufzte und drehte eine Locke um den Zeigefinger. „Wie mein Dad gesagt hat." Die Kinder sahen sie neugierig an.
„Ich habe mal was von dem Stein gesagt, und mein Dad hat gesagt, er sei gut geschützt und wir Kinder sollten uns da raus halten."
Hermine nickte. „Ich denke, sie haben recht. Die werden den Stein schon gut geschützt haben. Und Dumbledore ist ja einer der größten Zauberer."
„Ja, aber der ist nicht da. Schöne Gelegenheit also für den Dieb zuzuschlagen, oder? Vielleicht ist das ja auch gar kein Zufall, dass der Schulleiter heute nicht da ist." Harry sah die Freunde ernst an. „McGonagall hat gesagt, er habe eine Nachricht vom Ministerium bekommen. Könnte auch jemand anderes geschrieben haben."
Emma fuhr sich durchs blonde Haar. „Das ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt."
Hermine zuckte mit den Schultern.
Die Kinder dachten nach. „Ich werde Remus schreiben," sagte Harry. Er musste etwas machen.
„Und dann geh ich durch die Falltür. Ich muss den Stein erreichen, bevor es Quirrell tut. Wenn er den Stein hat, bringt er ihn sofort Voldemort und dann …." Harry sah sehr entschlossen aus.
„Harry, tu das nicht," sagte Hermine alarmiert.
„Warte doch, bis Remus antwortet," meinte Emma besorgt. Aber Harry schüttelte den Kopf.
„Das kann Stunden dauern! Dann kann es zu spät sein. Meine Narbe brennt ununterbrochen. Das ist kein gutes Zeichen. Ich hoffe nur, ich komme nicht zu spät."
„O. K. Schreib die Nachricht und dann gehen wir," sagte Ron. Harry sah ihn erstaunt an.
„Wieso wir?" fragte er. Hermine trat einen Schritt vor und hielt ihre Hand auf Harrys Arm.
„Du denkst doch wohl nicht, dass wir dich alleine gehen lassen," sagte sie und lächelte Harry an. „Du lässt dich ja doch nicht von deinem Plan abhalten," fügte sie ernster hinzu.
„Wenn wir erwischt werden, werdet ihr vielleicht von den Schule geschmissen," gab er zu bedenken.
„Was nützt uns die Schule, wenn Voldemort wieder an der Macht ist?" Ron sah finster zu Harry.
Laura hatte ruhig zugehört. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Sie hatte ihrem Dad versprochen, sich nicht einzumischen. Sie wusste, dass sie unheimlich große Schwierigkeiten bekommen würde. Aber sie konnte doch den Freund nicht im Stich lassen. Harry würde gehen, mit oder ohne Freunde. Und je mehr Kinder es waren, desto größere Chancen hatten sie, es zu schaffen. Sie wussten immerhin wie sie an Fluffy vorbei kommen konnten.
Oder sollte sie doch besser mit ihrem Dad reden? Aber er würde wie McGonagall verlangen, dass sie sich nicht einmischten. Vielleicht würde er Harry bestrafen, wenn er es versuchte, aber ob Harry sie dann noch zur Freundin wollte, wenn sie ihn verriet, wusste sie nicht. Außerdem was wäre, wenn Harrys Vermutungen wahr waren und die Erwachsenen zu blind waren das einzusehen. Wenn Voldemort wieder an die Macht käme.....
„Ich bin auch dabei," sagte sie und sogar Emma verkündete, dass sie mitkam.
„Wir nehmen den Tarnumhang mit. Wenn wir nicht alle zusammen gesehen werden, weckt das weniger Verdacht. Und es ist ja erst kurz nach halb acht, also dürfen wir noch auf den Gängen sein." Harry rannte schnell in den Schlafsaal, wo er eine Notiz schrieb und dann den Tarnumhang und die Flöte holte.
„Ich muss erst zur Eulerei. Kommt etwa in zehn Minuten in den dritten Stock." Harry war ziemlich aufgeregt.
Die Mädchen nickten und Laura atmete tief ein und sah zu Emma auf, die mit besorgtem Gesicht neben ihr stand. Wenn das nur gut ging.....
TBC...
Wieder meinen besten Dank an scientific ida fürs korrigieren. Gruss Sally
