Herzlichen Dank an scientific ida fürs Korrigieren :-)

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„Hoffentlich kommen die bald," flüsterte Emma nervös. Lauras Puls raste auch ziemlich schnell. Die drei Mädchen hatten es geschafft, in den dritten Stock zu gelangen, ohne gesehen zu werden. Sie versteckten sich hinter den düster aussehenden Statuen und Säulen und hofften, dass nicht wieder Mrs Norris oder gar Filch auftauchen würden.

„Piep," machte es plötzlich hinter Emma, Laura und Hermine und die Mädchen erschraken so sehr, dass sie beinahe Luftsprünge machten.

„Ihr Idioten," sagte Laura böse, als sie merkte, dass es die unsichtbaren Freunde waren.

„Sorry," sagte Ron und sein Kopf tauchte auf.

Sie quetschten sich alle unter den Tarnumhang, wobei aber ihre Füße sichtbar blieben.

Sie konnten die Anspannung förmlich spüren.

Die Tür zu Fluffy stand leicht offen. Schnell schlüpften sie zur Tür hinein.

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Mrs Norris hatte etwas im verbotenen Korridor gehört und war gerade noch um die Ecke gebogen, um ein paar Füße ohne Körper davon rennen zu sehen. Das musste sie sich doch genauer ansehen. Sie folgte ihnen und schlüpfte gerade rechtzeitig zusammen mit den flüchtenden Füssen durch eine Tür, bevor diese mit einem leisen 'Klick' geschlossen wurde.

Doch was sie dann sah, ließ ihr Katzenherz beinahe stoppen. Sie stand stocksteif neben der Tür und starrte die Kreatur an, die dort schlief. Es war ihr wahr gewordener Albtraum. Nicht nur ein Hund, was schon schlimm genug gewesen wäre, sondern ein Riesenhund und das auch noch mit drei Köpfen!

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Eine Harfe spielte eine sanfte Melodie und Fluffy schnarchte und sabberte.

Laura und Emma, die den riesigen Monster-Hund noch nie gesehen hatten, wurden die Knie weich bei dem Anblick.

Lauras Herz schlug laut und schnell.

Harry nahm den Tarnumhang ab und Ron musste Fluffys Pfote ein wenig von der Falltür wegschieben. Er war käsebleich und sah immer wieder nervös zu den drei schlafenden Köpfen.

Die Harfe spielte immer noch ein liebliches Liedchen und Ron öffnete, mit rotem Kopf die Falltür, die sich nicht so leicht öffnen ließ. Er und Harry knieten sich hin und blickten hinunter.

„Lumos," sagte Harry leise, aber der Lichtstrahl war nicht hell genug, um wirklich etwas zu erkennen.

Laura starrte immer noch den Hund an. Emma schlotterte neben ihr und Laura hörte ihre Zähne klappern. Die Katze, die immer noch wie versteinert da stand, sah niemand.

„Das sieht verdammt tief aus," meinte Harry unsicher. „Soll ich da einfach ins Ungewisse springen?"

Fluffy gab einen Laut von sich und jetzt bemerkten die Kinder, dass die Harfe nicht mehr spielte.

Geistesgegenwärtig nahm Harry seine Flöte hervor und trällerte etwas, bevor der Hund richtig erwachte. Sofort gab Fluffy wieder Ruhe, atmete tief und geräuschvoll aus und schnarchte weiter. Laura rümpfte die Nase, da man Fluffyleins Atem nicht gerade frisch nennen konnte.

Harry winkte Laura näher und gab ihr schnell die Flöte. Sie spielte weiter, denn auch wenn es schrecklich tönte, schien es den Cerberus am Schlafen zu halten.

Harry ließ sich ins Loch hinunter gleiten und Laura fand das außerordentlich mutig. Sie hätte das wohl nicht gemacht. Was, wenn er hunderte von Metern hinunter fiel und dann unten zerschmetterte. Oder wenn unten riesige Spitze ihn aufspießen würden oder so? Schließlich sollte ja der Stein geschützt werden und deshalb konnte so etwas schon möglich sein.

Seltsam, dass ihr das erst jetzt einfiel, wo ihr Freund schon im Loch hing. Sie wollte Harry aufhalten, aber sie musste die Flöte spielen, wenn sie nicht von Hagrids Schosshündchen verspeißt werden wollten.

Harry hing noch einen Moment am Rand der Falltür, dann ließ er sich fallen und vor Schreck vergas Laura das Flötespielen für einen Moment, bis sich der Hund rührte und der eine Kopf ein schmatzendes Geräusch verlauten ließ.

Ein anderer der Köpfe schnupperte im Schlaf. Harry rief von unten her, dass es nicht schlimm sei und Laura viel ein Stein vom Herzen. Wohl ein ganzer Felsklumpen.

Ron ließ sich zögernd hinunter und verschwand mit einem Schrei.

Laura schluckte leer, aber spielte tapfer weiter auf der Flöte, bis Hermine auch noch im schwarzen Loch verschwunden war. Laura musste die Freundin heimlich bewundern für ihren Mut.

Emma sah unsicher zu Laura, die versuchte ihr ermunternd zuzulächeln. Was, wenn Emma nicht springen würde? Würde sie selbst es trotzdem wagen? Emma zögerte noch immer und schwitzte vor lauter Angst. Sie setzte sich hin und ließ ihre Beine hinunter hängen. Dann drehte sie sich mit rotem Kopf um und ließ sich hinunter gleiten. Aber als sie am Rand der Falltüre hing, traute sie sich nicht loszulassen, aber hinaufziehen konnte sie sich auch nicht mehr.

Laura sah die verzweifelten Augen der Freundin, die hilfesuchend zu ihr hinauf blickten. Das war schlimm für Laura und sie tat das einzig Sinnvolle, das ihr gerade einfiel. Sie schob die sich festklammernden Finger der Freundin mit dem Schuh weg, so dass sich Emma loslassen musste. Sie hätte sich sowieso nicht mehr lange halten können und Laura hätte niemals die Kraft gehabt, sie raus zu ziehen. Außerdem musste sie flöten. Emma schrie und war auch im Loch verschwunden.

Nun war es an Laura. Sie hatte wirklich große Angst. Noch größere Angst als bei dem Troll. Es war ihr beinahe schwindelig.

Sie spielte auf der hölzernen Flöte und sah in das dunkle Loch. Sie hörte die Freunde unten reden und hoffte, dass sie nicht direkt auf einem von ihnen landen würde.

Sie setzte sich hin und ließ die Beine in das Loch hängen. Als sie sich umdrehte, um sich hinunter zu lassen, sah sie Filchs Katze mit Panik in den Augen bei der Tür stehen. Die Katze ähnelte einem Staubwedel, da ihre Haare vor lauter Angst alle von ihrem dünnen Körper abstanden.

Laura erschrak und vergas schon wieder das Flöten. Ein Kopf von Fluffy schnupperte nun in Richtung der Katze und er schlug die Augen auf.

Laura hätte sich schnell ins Loch fallen lassen können, um der Riesentöle zu entkommen, aber sie wusste, dass Fluffy die Katze zerreißen würde, sobald sie verschwunden war.

Nein, das konnte sie nicht zulassen. Auch wenn sie die Katze nicht mochte.

Sie spielte schnell weiter auf der Flöte, aber der eine Kopf hatte die Katze gewittert und wollte sich nicht so recht beruhigen lassen von Lauras schrecklicher Musik.

„Mrs Norris, komm!" rief Laura, die wieder aus dem Loch hinaus geklettert war und schnell zu der Katze rannte. Sie ließ die Flöte fallen, schnappte die Katze unsanft und konnte im letzten Moment ins Loch springen, bevor alle drei Köpfe auf sie aufmerksam geworden waren und nach ihnen schnappten.

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Laura landete sanft und hörte, wie Ron jammerte. „Wie soll man sich da entspannen? Die umwickelt mich!"

Laura merkte jetzt, was er meinte. Sie war in einer Art Pflanze gelandet, die nun ihre Ranken um Lauras Beine schlang. Laura zitterte am ganzen Körper vor Aufregung und Angst. Ihre Beine fühlten sich gummiartig an und auch die Arme hielten die Katze fest umschlungen.

„…Tötet voll Wonne, aber schmollt in der Sonne - ja ich habs!" rief Hermine von irgendwo unterhalb von Ron, Emma und Laura. Plötzlich sahen sie ein Licht und die Pflanze ließ sie los. Laura plumpste unsanft auf den Boden und hatte ihre Arme immer noch um Mrs Norris geschlungen. Diese hielt interessanterweise ganz still.

„Auuu, ahh!" hörte sie Emma jammern. Im knappen Licht sah sie, wie Emma ihr Fußgelenk hielt und ihr Gesicht verzog.

„Auhhh, verdammt!" sagte das Mädchen und Laura sah Tränen über ihr Gesicht laufen. Emma war ganz weiß im Gesicht.

„Was macht das Vieh hier?" fragte Ron ungläubig und zeigte mit gerümpfter Nase auf Mrs Norris in Lauras Armen. Die anderen Kinder sahen nun auch erstaunt auf die Katze. Wo kam die denn plötzlich her? Und wieso hatte ausgerechnet Laura die auf dem Arm.

„Sie muss uns nachgeschlichen sein," sagte Laura. „Fluffy hätte sie gerne zum Abendbrot gegessen."

Ron sah Laura an, als hätte sie den Verstand verloren. „Du hast sie gerettet?"

Nun blitzten Lauras Augen ärgerlich. „Ich konnte ja nicht zulassen, dass er sie bei lebendigem Leibe frisst, oder?" Ron antwortete nicht, sondern sah sie nur an, als hätte sie einen riesigen hässlichen Regenwurm im Arm. Er zuckte die Schultern und Hermine lächelte Laura an.

„Wir müssen weiter, kannst du gehen?" fragte Harry besorgt und sah Emma an, die am Boden saß und ihr Fußgelenk hielt. Emma schüttelte vehement den Kopf, schon der Gedanke daran, sich auf den Fuß zu stellen, ließ Gänsehaut über Emmas Rücken laufen.

„Was tun wir jetzt?" fragte Hermine. Wenn sie doch nur schon ein paar heilende Zauber könnte.

„Geht alleine weiter," sagte Emma, obwohl ihr davor graute, alleine hier im Halbdunkel sitzen zu müssen.

Laura sah ihren verzweifelten Gesichtsausdruck. Laura wollte natürlich mit Harry und den Anderen weiter gehen. Obwohl es sehr unheimlich war, hier, war es doch auch ein Abenteuer, wo sie nicht fehlen wollte. Es kam jetzt sowieso nicht mehr darauf an. Sie war so oder so geliefert. Wenn sie das hier überleben würde, würde spätestens ihr Vater ihr den Kopf abreißen.

Aber konnte sie, aus egoistischen Gründen, ihre Freundin in Stich lassen? Harry, Ron und Hermine würden auch alleine weiter kommen, das wusste sie. Oder hoffte es zumindest.

„Ich bleib bei dir," sagte Laura und zwang sich, überzeugt zu klingen und Emma anzulächeln. Als sie die Erleichterung in deren Gesicht sah, bereute sie diese Entscheidung nicht mehr so sehr.

„Soll ich auch bleiben?" fragte Hermine, die es sehr lieb fand von Laura dass sie bei Emma bleiben wollte.

Laura schüttelte den Kopf. „Nein, Hermine, dich brauchen sie. Du bist so klug und weißt viel. Geht! Beeilt euch!"

Die Freunde nickten und verabschiedeten sich mit einer kurzen Umarmung. Laura setzte sich neben Emma auf den harten Boden.

Laura konnte nicht fassen, was da gerade passiert war. Dass sie beinahe von dem Cerberus verspeist worden wäre und dass sie in ein schwarzes Loch gesprungen war, wo sie keine Boden gesehen hatte. Dass sie auf einer Riesenschlingpflanze gelandet war, die sie umschlungen hatte und der sie auch nur knapp entkommen waren.

Mrs Norris blieb auf ihrem Arm und schien auch nicht den Wunsch zu haben, herunter gelassen zu werden.

„Du bist die Beste, vielen vielen Dank, Laura!" sagte Emma, und Laura sah ihr an, dass sie wirklich sehr froh war, nicht alleine zu sein. Laura nickte und kraulte mit den Fingern die Katze auf ihrem Arm ein wenig.

„Was tun wir jetzt?" fragte Emma besorgt und rieb sich den schmerzenden Knöchel. Laura sah sich um. Zurück konnten sie jedenfalls nicht. Und es gab nur eine Tür. Durch die waren die Freunde verschwunden. Laura überlegte, während sie eine kleine Spinne beobachtete, die reißaus nahm.

„Milly!" rief sie hoffnungsvoll.

Nichts!

„Milly, komm bitte!" sie wartete, aber nichts geschah. Wieso bloß? dachte sie. Das hat doch bis jetzt immer super geklappt.

Vielleicht war es eine Art Schutzzauber vor Elfenmagie. Klar, sonst könnte ja jeder mit einer Hauselfe hierher apparieren.

„Verdammt!" sagte Laura. „Geht es mit den Schmerzen?" fragte sie Emma, die immer noch ein schmerzverzerrtes Gesicht machte und auch immer noch Tränen in den Augen glänzten.

Mrs Norris legte sich auf Lauras Beine. Laura schüttelte die Arme aus, denn die Katze war allmählich schwer geworden. Aber irgendwie war es tröstend, die Katze bei sich zu haben. Laura fand sie plötzlich gar nicht mehr so schrecklich hässlich.

Die Mädchen warteten etwa dreißig elend lange Minuten, bis plötzlich – Remus durch die Pflanze gerutscht kam.

Laura hätte vor Glück jauchzen können. Sie stand schnell auf und ging zu ihm. Mrs Norris schien es nicht zu gefallen, dass ihre Retterin sie nicht mehr in ihren sicheren Armen hielt und sie folgte ihr auf den Fersen.

Remus hatte einen seltsamen Gesichtsausdruck und sobald Laura ihn erreicht hatte, packte er sie und haute ihr einen kräftigen Klaps auf den Hintern. Sie stieß einen erschrockenen Schrei aus und sah ihn erstaunt an.

„Ihr idiotischen Kinder!" schrie er hielt Laura an den Oberarmen gefasst. Die Katze hinter Laura knurrte leise. Emma hatte die Augen weit aufgerissen.

Lupins Augen suchten den Raum ab. „Wo ist Harry?" fragte er besorgt. Laura, die von Lupins Reaktion überrumpelt war, aber die große Sorge in Remus' Gesicht sah, antwortete schnell: „Die sind weiter gegangen." Sie deutete auf die Tür, durch die ihre Freunde verschwunden waren.

Remus umarmte das Mädchen und sagte sanfter: „Bleibt hier, Laura." Er hielt sie jetzt ein bisschen von sich weg und sah sie ernst an. „Es wird bald Hilfe für euch kommen. Rührt euch nicht von der Stelle!" Er sah sie ernst an. „Ich habe dich unendlich lieb, Laura." Er gab ihr einen Kuss auf die Wange und schwenkte dann den Zauberstab in Emmas Richtung, welche ihn mit großen, erschrockenen Augen ansah.

Ihre Schmerzen ließen sofort nach. Remus drehte sich nochmals zu Laura um, sah sie kurz an und verschwand dann durch die Tür.

„Ich hab dich auch lieb," flüsterte sie ihm hinterher, obwohl die Tür schon wieder geschlossen war.

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Snape hatte nicht in der großen Halle zu Abend gegessen. Er hatte in letzter Zeit so viel um die Ohren gehabt, dass er nun Ruhe brauchte. Er hatte sich sehr gefreut, als er Lauras Zettel gefunden hatte. Ihre Worte hatten ihn gerührt.

Severus schrieb noch schnell einen Brief, den er dann später in die Eulerei bringen wollte.

Er würde sowieso noch eine Patrouille durch das Schloss machen.

Er hatte bemerkt, dass Quirrell nicht mehr so angespannt aussah und wollte ein Auge auf ihn halten. Jetzt wo der Schulleiter nicht da war um so mehr.

Er aß etwas später zu Abend, da er noch etwas zu erledigen hatte. Danach wollte er seinen Rundgang durchs Schloss machen.

Als er an seinem Zaubertranklager vorbei kam, fiel ihm sofort auf, dass die Tür nur angelehnt war.

Sofort schellten seine Alarmglocken. Seit Lauras Liebestrankgeschichte um so mehr. Schnell ging er hinein und sah alles durch. Es fehlte aber scheinbar nichts. Er sah sich nochmals kurz um und schloss die Tür dann misstrauisch.

Ein Patronus kam ihm entgegen und er erkannte, dass es Lupins war. Was konnte das bedeuten?

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Noch nie waren ihm die Treppen so lang und das Schloss so riesig vorgekommen wie jetzt. Severus rannte so schnell er konnte die Treppen hinauf und musste einen kleinen Umweg machen, da die Treppe mit der kürzesten Verbindung in den dritten Stock, gerade als er angerannt kam, die Richtung wechselte. Er fluchte innerlich.

Als er die Tür, hinter welcher Fluffy war, endlich erreicht hatte, sah er Filch davor stehen und kläglich jammern. „Mrs Norris, es tut mir so Leid! Oh meine liebe Mrs..." er sah sich um, als er den Lehrer heran eilen sah. Filch war so verzweifelt, dass ihm egal war, welcher Lehrer es war und er fasste Snape am Ärmel.

"Bitte, Sie müssen meine Katze retten, sie ist zu diesem Höllenhund hinein gegangen..." Severus sah ihn nur einen kurzen Moment ungläubig an. Da waren Schüler, seine Tochter, in größter Gefahr, und dieser… Kerl verlangte von ihm, eine Katze zu retten??!! Er nahm sich nicht die Zeit zu antworten, sondern riss sich nur los und eilte zur Tür hinein.

McGonagall und Flitwick waren schon hinter ihm, als er durch die Falltür bei dem schlafenden Fluffy, ging. Snape hatte die Harfe wieder aktiviert, woraufhin dem Cerberus sofort die Augen zugefallen waren. Remus hatte auch zu McGonagall, Flitwick und zu Professor Sprout einen Patronus geschickt. Als Professor Flitwick die Tür bei Fluffy hinter sich schloss, sah er noch den verzweifelten Blick von Filch, dessen Katze vermutlich von dem Riesenhund verschlungen worden war. Aber im Moment konnte sich niemand um den älteren Mann kümmern, auch wenn er Flitwick Leid tat. Die Kinder mussten nun gerettet werden. Er hoffte nur, dass sie noch lebten.

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Snape war unglaublich erleichtert, als er Laura unverletzt unter der stark lädierten Teufelsschlinge fand.

„Ich bringe die beiden Kinder zur Krankenstation, Severus, Minerva, ist das in Ordnung für euch?" bot sich der kleine Professor an.

Snape hatte Laura an den Oberarmen gefasst und sah sie intensiv an. Als ob er sie sich einprägen wollte. Er strich ihr mit einer Hand übers Haar und nickte zu dem Kollegen. Er drückte sie fest an sich.

Dann drehte er sich um und verschwand mit Minerva durch die Tür. Remus würde Hilfe benötigen und er wollte sich beeilen, denn er und McGonagall wussten über die Hindernisse, die die Kinder und Lupin momentan am überwinden waren, Bescheid. Hoffentlich kamen sie nicht zu spät.

Flitwick half Emma auf die Beine und benutzte einen Schwebezauber um das Mädchen, welches nicht mehr so große Schmerzen hatte, aber ein gebrochenes Sprunggelenk, neben sich her schweben zu lassen. Laura fand das ziemlich lustig, wie Emma da herum schwebte, aber dieser schien das nicht so zu gefallen. Laura war erleichtert gewesen, als sie ihren Vater gesehen hatte, sie wusste aber auch, dass er sehr besorgt gewesen war, denn er hatte nicht mal geschimpft. Ihre Sorge um die Freunde war gestiegen, als sie das ernste und besorgte Gesicht ihres Dads gesehen hatte.

Flitwick ließ es taghell werden in der Höhle und der verbleibende Rest der Teufelsschlinge lies die Tentakel schlapp hängen.

Flitwick zauberte eine Wendeltreppe aus dem Nichts hervor. Sie wuchs von unten her und je höher er stieg, desto höher wuchs sie Richtung Falltür. Laura, die hinter Flitwick und der schwebenden Emma herging, hörte Fluffy schon knurren, und Mrs Norris grub ihre Krallen ängstlich in Lauras Arm.

„Autsch," sagte sie leise. In dem Moment schwenkte der Professor den Zauberstab, worauf die Harfe wieder zu spielen, und der dreiköpfige Hund wieder zu schnarchen begann.

Sie stiegen durch das Loch und als die Katze den riesigen Hund sah, begann sie zu knurren.

„Pschhh," sagte Laura leise.

Als sie durch die Tür gingen, sahen sie Filch, an eine Säule gelehnt herzzerreißend schluchzen. Er schien die Drei nicht zu bemerken und Laura trat vor ihn.

Mrs Norris gurrte leise zur Begrüßung und nun hob Filch den Kopf. Er sah- Laura mit seiner Mrs Norris auf dem Arm. Sie war nicht tot. NICHT TOT!

Er sah ungläubig von der Katze zu Laura und von Laura zu seiner Katze. Die Katze blinzelte ihn an und er streckte die Hände nach ihr aus.

Ganz langsam, wie in Zeitlupe nahm er Mrs Norris aus Lauras Armen. Laura lächelte ihm zögerlich zu. Sie verstand nun, wie wichtig dem Mann diese Katze war. Wahrscheinlich war sie alles, was er hatte. Das erste Mal fühlte Laura nicht Abneigung gegen diesen Mann, es war eher Mitleid.

Als Filch die langhaarige hässliche Katze in seinen Armen hielt, als wäre sie aus Gold, starrte er immer noch Laura an. Diese drehte sich um und ging mit Flitwick und Emma davon. Eine aufgeregte Professor Sprout kam ihnen entgegen gerannt.

Laura sah nicht mehr, wie Filch die Katze an sich drückte und schluchzte.

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Die nächsten Stunden waren nicht die angenehmsten für Laura. Das Warten auf die Freunde, Lupin, ihren Vater und McGonagall war nervtötend. Sie sah zu, wie Poppy Emma verarztete. Sie war froh, dass sie mit der Freundin reden konnte, alleine wäre sie wohl durchgedreht. Sie erklärte Emma, wer der Mann, der sie unter der Falltür gefunden hatte und Emmas Schmerzen gelindert hatte, gewesen war.

Als Remus Lupin dann mit einem bewusstlosen Harry auf den Armen, mit Ron und Hermine, die leicht lädiert waren auf die Krankenstation kamen, stieg ihre Besorgnis.

Sie sah, wieviel Sorge in Lupins Gesicht war. Und sogar ihr Vater sah besorgt aus.

Remus legte Harry sanft auf ein Bett, neben Emma. Sofort war Madam Pomfrey bei ihm und machte einen Diagnosezauber. Dann eilte sie davon und kam mit einem kleinen Fläschchen Zaubertrank zurück.

„Schhht, aus dem Weg, ich brauche jetzt Platz!" sagte die Krankenschwester ärgerlich, da sich alle um Harrys Bett drängten.

Sie tropfte einige Tropfen von dem Trank in Harrys Mund. Dann machte sie nochmals einen Diagnosezauber und nickte zufrieden.

„Es wird Mr Potter bald wieder besser gehen. Er wird jetzt einige Stunden schlafen. Sie können ihn morgen früh besuchen." Sie sah die Kinder streng an. „Ich weiß ja nicht, was ihr schon wieder angestellt habt, aber jetzt solltet ihr Kinder alle im Bett liegen und schlafen."

Die Kinder nickten. Poppy machte auch noch bei Hermine und Ron einen Diagnosezauber und als sie bei denen keine Verletzungen feststellte, scheuchte sie die Kinder zur Krankenstation hinaus.

Laura sah ihren Vater etwas scheu an. Sie war noch nicht dazu gekommen sich Gedanken darüber zu machen, was er wohl über die Sache dachte, aber sie war sich ganz sicher, dass sie nicht so leicht davon kommen würde.

Sie fand es selber seltsam, aber obwohl sie wusste, dass Snape ihr eine Lektion erteilen würde und dass er enttäuscht war von ihr und schimpfen würde und alles, war sie trotzdem froh, mit ihm in ihre Privaträume gehen zu können.

Dort war sie zuhause und dort würde sie dann im Bett liegen. Nach dem Donnerwetter, welches sie zweifelsohne zu hören bekommen würde.

Sie würde in ihrem Bett liegen, ihren Vater hören, wie er im Wohnzimmer etwas arbeitete oder las und er würde ihr alles vergeben haben. Er würde sie weiterhin lieben und ihr Dad sein. Bei ihm fühlte sie sich wohl und geborgen.

Sie würde auch nicht bis morgen warten wollen, um ihm gegenüber zu treten.

Sie kaute nervös auf ihrer Unterlippe rum. Was sollte sie ihrem Vater sagen. Wie sollte sie sich rechtfertigen?

Er hatte ihr deutlich gesagt, sie solle die Finger davon lassen. Es sei gefährlich und sie solle das den Erwachsenen überlassen.

Sie wollte aber auch wissen, was da mit Harry passiert war. Es hatte ihr noch niemand erzählt, was sie noch vorgefunden hatten.

Snape hatte ihre Hand fest umschlossen in seiner, als hätte er Angst, sie könnte ihm entwischen. Er schritt schnell und zielsicher durch die verlassenen Gänge und seine Schritte hallten laut an den Wänden wieder. An der Art, wie er ging, konnte Laura ableiten wie sein Gefühlszustand war. Und das beruhigte sie nicht gerade.

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Severus spähte in Lauras Zimmer und sah, dass das Mädchen schlief. Er trat neben sie und sah sie an. Wieso musste dieses verrückte Kind ihn immer wieder durch die Hölle gehen lassen? Er hätte sie am liebsten in einem Glaskasten eingesperrt, damit sie sich nicht mehr in Gefahr bringen konnte. Seine Eingeweide zogen sich schmerzhaft zusammen, wenn er nur schon daran dachte, was dem Kind alles hätte passieren können.

Er strich ihr über die Haare und setzte sich auf ihre Bettkante. Er starrte in den halbdunklen Raum.

Er hatte sichergestellt, dass Laura begriffen hatte, warum sie anders hätte handeln müssen.

Sie hatte zugegeben, dass sie nicht wirklich, oder gar nicht, versucht hatte, Harry aufzuhalten.

Genügend Erwachsene hatten den Kindern gesagt, sie sollen sich raushalten. Der Stein war gut geschützt gewesen, wenn auch erstaunlich war, dass die Kinder es geschafft hatten, soweit durch zu kommen. Aber niemand hätte den Stein stehlen können.

Laura hatte Snape gesagt, dass sie Harry nicht im Stich hatte lassen wollen, und wenn sie ihn verraten hätte, habe sie befürchtet, dass er sie dann nicht mehr zur Freundin wolle.

Severus hatte sie dann gefragt, ob es ihr lieber gewesen wäre, wenn Harry tot war, dafür aber ihr Freund, oder wenn er sauer auf sie war.

Sie hatten sich lange unterhalten und Laura war klar, dass sie alle und vor allem Harry heute Nacht hätten sterben können. Snape hatte ihr versichert, dass er es gut fand, wie sie zu ihren Freunden hielt und sie nicht im Stich lassen wollte, aber dass sie ihr Leben trotzdem nicht für so etwas gefährden durfte. Schon gar nicht, wenn so viele Erwachsene im Schloss gewesen waren, die ihr hätten helfen können.

Er hatte ihr erzählt, wie schlimm das für ihn gewesen war, als er nicht wusste, was mit ihr war. Und wie sehr Remus sich um sie und auch um Harry geängstigt hatte.

Und ja, er hatte ihr auch klar gemacht, dass so was nie mehr vorkommen durfte. Er würde es nicht zulassen.

Sie hatte ihm dann auch unter Tränen versprochen, sich nicht mehr in Gefahr zu bringen.

Snape beugte sich hinunter zu dem schlafenden Mädchen und küsste sie auf die Wange. So war die Welt in Ordnung. Seine Tochter schlief, sicher und wohlbehütet in ihrem Bett, hier bei ihm.

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Das erste, was Laura am nächsten Morgen tat, nachdem sie ohne Frühstück aus den Privaträumen im Kerker gestürmt war, war Harry in der Krankenstation zu besuchen. Sie war nicht die Erste. Hermine und Ron waren schon da und Emma lag im Bett nebenan.

Sofort begannen die Kinder aufgeregt zu reden. „Madam Pomfrey hat gesagt, Remus sei die ganze Nacht hier gewesen," erzählte Harry aufgeregt.

„Als ich erwachte, war er immer noch hier. Er hat ganz schön geschimpft und ich denke es wird noch mehr Donnerwetter kommen." Harry tönte ein bisschen zerknirscht, aber die Freunde sahen, wie seine Augen leuchteten und er ein kleines Lächeln nicht verbergen konnte.

„Das befürchte ich auch..." sagte Ron mit gerümpfter Nase. „Oh, Mum wird mir bei lebendigem Leib das Fell über die Ohren ziehen." Rons Gesicht verriet seinen Bammel.

Dann fingen die Kinder an, von den Erlebnissen und dem Stein zu erzählen. Die Sache mit Quirrell interessierte alle natürlich am meisten und Harry musste alles im kleinsten Detail erzählen.

„Diese roten Augen... das war so schlimm." Harry fror es bei der bloßen Erinnerung.

Laura wusste einiges schon, da Snape lange mit ihr geredet und ihr erzählt hatte, was vorgefallen war.

Als die Freunde noch immer um Harrys Bett standen, ging Laura zu Emma hinüber. Diese lächelte Laura an, aber das Mädchen sah, dass Emma irgendwie besorgt aussah.

„War es sehr schlimm?" fragte sie Laura, die sich auf ihr Bett gesetzt hatte.

„War dein Vater sehr wütend?" fügte sie noch hinzu. Laura sah ein bisschen verlegen auf die Bettdecke und rutschte ein wenig hin und her. Sie zuckte die Schultern. „Geht so," sagte sie knapp. „Er war wohl schon ziemlich froh, dass mir nichts passiert ist. Aber gerade glücklich war er nicht." Sie wurde ein bisschen rot und Emma sah immer noch ziemlich besorgt aus.

Wie Laura befürchtet hatte, war ihr Dad nicht gerade begeistert gewesen, dass Laura sich in die Höhle des Löwen begeben hatte. Dass sie ihm nicht gehorcht hatte und sich in große Gefahr gebracht hatte. Es würde bestimmt nicht ihre freudigste Kindheitserinnerung sein, denn ihr Vater hatte seinem Unmut darüber deutlichen zum Ausdruck gebracht. Teilweise auch auf ihrem Hosenboden.

Beinahe unangenehmer war dann aber die Unterhaltung gewesen, die er mit ihr geführt hatte.

Er hatte ihr ihr falsches Verhalten deutlich vor Augen geführt, was ihr teilweise schon klar gewesen war. Er hatte ihr gesagt, wie schlimm das für ihn war, als er nicht wusste, ob sein Kind noch lebte oder nicht. Das tat Laura dann auch wirklich Leid. Sie wusste noch, wie sie sich gefühlt hatte, als ihr Vater verletzt im verbotenen Wald gelegen hatte und sie nicht wusste, dass er noch lebte.

Sie hatte sich lange an ihn geschmiegt und er hatte sie an sich gedrückt und sie dann noch zu Bett gebracht.

Laura wusste, wieso Emma besorgt war und lächelte die Freundin an. „Mein Dad hat versprochen, dass er mit Dumbledore redet, damit McGonagall sich um dich kümmert und dir eine Strafe gibt und mit dir redet und so. Dann wird es vielleicht nicht deinen Eltern gemeldet. Hoffe es klappt."

Emma sagte nichts. Plötzlich umarmte sie das kleinere Mädchen. Laura hörte, wie sie leicht schniefte. „Du bist echt die beste Freundin," sagte Emma leise.

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Als Laura dann als letzte der Kinder zum Frühstück ging, hörte sie hinter sich plötzlich ein leises Gurren. Sie drehte sich erschrocken um und sah Mrs Norris, die sofort um ihre Beine zu streichen begann.

Sie bückte sich und streichelte die Katze, welche sie anblinzelte.

Sie hätte nie gedacht, dass sie das mal freiwillig tun würde. Plötzlich sah sie die alten Stiefel von Filch vor ihr. Sie richtete sich auf und sah etwas skepttisch zu dem ungepflegten Mann empor.

Er hustete verlegen und sah auf Laura hinunter. Sein Blick war nicht tödlich, wie sonst.

„Danke!" brachte er mühsam hervor und Laura wusste, dass das wahrscheinlich ein seltenen gebrauchtes Wort in seinem Wortschatz war. Sie spürte aber, dass es ernst gemeint war und sie wusste auch, wie glücklich der Mann darüber war, dass sie seine Katze nicht dem Cerberus überlassen hatte.

Er nickte kurz und ging dann davon, gefolgt von Mrs Norris, die sich nochmals zu Laura umdrehte.

Laura stand da und sah den beiden nach. Sie atmete auf. Das war dann wohl das Ende ihres Krieges. Laura lächelte und ging in die große Halle.

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Severus hatte die Ferien noch nie so nötig gehabt wie jetzt. Er fieberte ihnen richtig gehend entgegen.

So viel Aufregung in einem einzigen Schuljahr. Hauptdarsteller der Dramen: seine Tochter, Harry Potter und eine handvoll Freunde. Und das war erst das erste Jahr von sieben gewesen. Halleluja!

TBC?

Das wäre eigentlich ein ganz schöner Schluss, finde ich. Falls noch Interesse an der Geschichte besteht, würde ich evtl. noch ein wenig von den Ferien der Beiden (und einigen Freunden) erzählen.

Ich möchte gerne eure ehrlich Meinung.

Ansonsten, und überhaupt, möchte ich allen ganz herzlich danken, die meine Geschichte gelesen haben.

Falls sie euch gefallen hat, freut mich das sehr.

Ein ganz grosses Dankeschön allen, die mir mit ihren Reviews ihre Meinung und Kommentare mitgeteilt haben. Das hat mich unglaublich gefreut und motiviert :-)

(Ja, besser als alle schweizer Schokolade ;-) )

Scientific ida, die immer viel Zeit investiert hat, alle Kapitel zu korrigieren und mit mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat, möchte ich sagen, dass ich das so super klasse finde. DANKE DANKE VIEL MAL!

Liebe Grüße ,vielleicht bis bald , eure Sally