Scientific ida hat sich freundlicherweise bereit erklärt, weiterhin diese Geschichte betazulesen, was mich riesig freut. Danke vielmals! Ich weiss das sehr zu schätzen!

Ich hoffe, es macht euch weiterhin Spass, die Geschichte zu lesen. Sehr gerne würde ich hin und wieder erfahren, was ihr darüber denkt, also, reviewen nicht vergessen ;-D

Liebe Grüsse an alle und vielen Dank, denen, die ein Review geschrieben haben. Hat mich mega, wahnsinnig, unglaublich ,super gefreut ;-) . Sally

S s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s

Laura stand vor dem Haus ihrer Verwandten, bei denen sie den größten Teil ihres kurzen Lebens verbracht hatte.

„Ich denke, von hier aus findest du selber den Weg," sagte ihr Vater, der hier vor ihrem früheren Zuhause so fehl am Platz aussah. Es waren für Laura wie zwei völlig verschiedene Leben, das hier und das mit ihrem Vater in der Zaubererwelt.

Lauras Hand glitt in die von Severus. Sie sah etwas unsicher zu ihm auf und er begleitete sie zu dem Mehrfamilienhaus, in dem seine Tochter aufgewachsen war. Er spürte, dass vieles in Laura vorging. Sie hielt seine Hand fest umschlossen.

Er selbst hatte gestern lange wach gelegen und hatte nachgedacht. Wie es für Laura sein würde, wenn sie wieder hier war und was sie empfinden würde. Er war sich sicher, dass es ihr in der Zaubererwelt gut gefiel. Und auch bei ihm fühlte sie sich wohl. Sie hatte ja auch oft genug gesagt, dass sie ihn lieb hatte. Ständig suchte sie seine Nähe und ständig pflanzte sie sich auf seinen Schoß und umarmte ihn.

Aber, hier hatte sie sich ja auch nicht gerade unwohl gefühlt und hier war kein strenger Vater, der ihr Regeln aufbrummte.

Und jetzt, wo es der Frau wieder viel besser ging und sie alles wieder mehr oder weniger im Griff hatte, würde sich Laura vielleicht wieder ganz zu Hause fühlen......

Was, wenn sie sich entschied, den Rest der Ferien hier zu verbringen?

Nein, das konnte er sich nicht vorstellen! Trotzdem blieb der Gedanke hartnäckig in seinem Hinterkopf hängen. Ein unangenehmes Gefühl, welches schon lange in seinem Kopf rumgegeistert war (seit Laura den Brief ihrer Tante erhalten hatte), machte sich in seiner Magengegend breit.

Vor dem Eingang blieb Laura stehen. Snape sah auf sie hinunter. Laura straffte ihre Schultern. Sie wusste nicht, wieso sie so aufgeregt war. Sie hatte ja lange genug hier gewohnt, aber nach so langer Zeit wieder zu kommen war seltsam.

„Ich kann das alleine," sagte sie selbstsicherer, als sie sich fühlte und auch eher zu sich selbst.

Snape nickte. „Dann bis morgen, und benimm dich." Er sah sie noch einen Moment an und drückte sie dann kurz an sich. Er wollte sich umdrehen, aber Laura wollte ihn noch nicht gleich gehen lassen. Spürte sie seine Zurückhaltung?

„Dad! Gib mir noch einen letzten Kuss," sagte sie und er sah, dass ihre Augen ein bisschen feucht waren. Scheinbar brauchte es sie doch mehr Überwindung, als sie gedacht hatte.

Sie sah aus, wie ein Lamm vor der Schlachtbank.

Er beugte sich hinunter und gab Laura einen Kuss. Sie umarmte ihn nochmals und drehte sich dann um und öffnete die Glastür. Sie verschwand, ohne sich nochmals umzudrehen. Snape atmete tief aus. Seltsam, dass es ihm auch nicht leicht fiel, sie hier zu lassen, obwohl er sie morgen wieder abholen würde. Ja, morgen war es schon wieder vorbei mit der Ruhe.

s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s

Laura fühlte sich wie eine Besucherin. Das war nicht mehr dieselbe Familie, die sie vor einem knappen Jahr verlassen hatte, um in ihre neue Schule zu gehen. Auch die Wohnung hatte sich verändert und war nicht mehr so unordentlich. Aber sie hatte das Gefühl, nicht mehr wirklich hier her zu gehören. Wie ein Gast eben.

Sie freute sich für ihre Cousine und die Cousins, denn ihre Tante lächelte nun viel und war wie ausgewechselt. Sie waren auch alle sehr nett zu Laura und ihre Cousine schien sich wirklich richtig zu freuen über ihren Besuch.

Ihr Onkel war auch da. Mit dem war Laura immer gut ausgekommen, aber früher war er sehr selten hier gewesen, da immer das reinste Chaos gewesen war, dem er es vorgezogen hatte, auszuweichen.

„Wie geht's dem Weiher?" fragte Laura. Sie hatte den mit ihrem Onkel zusammen ausgegraben im Garten des Mehrfamilienhauses, das heißt vor allem Laura hatte ihn ausgegraben, aber der Onkel hatte ihr geholfen, eine Folie hinein zu legen und Steine hinein zu schaufeln.

„Der ist ziemlich verwachsen. Ich habe mal eine Seerose gesetzt. Nun sind praktisch nur noch Seerosen übrig und den Weiher sieht man kaum noch."

„Ich habe sogar einmal ein unfreiwilliges Bad genommen," meldete sich ihr Cousin Leon und Laura wollte natürlich genau wissen, wie das hatte geschehen können.

Sie redeten noch viel und Laura erfuhr vieles von der Schulklasse, in die sie früher mit den Cousins gegangen war. Sie vermied es, den Jungen von ihrer jetzigen Schule zu erzählen. Sie wusste nicht, ob sie es geschafft hätten, dicht zu halten. Aber es hätte ihnen ja sowieso niemand geglaubt, wenn sie jemandem von der Welt der Zauberer, mitten in England, erzählt hätten.

s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s

Laura saß mit ihrer Cousine im Zimmer des älteren Mädchens. Nathalie, die nun ihre blonden Haare kurz trug, sah immer noch super gut aus. Laura bewunderte sie immer noch ein bisschen. Obwohl sie die Kleider, die das Mädchen trug, ziemlich schräg fand.

„Ich habe eine Schnupperlehre als Friseuse gemacht, und das war so geil! Ich habe nun meinen Freundinnen die Haare geschnitten und gefärbt. Die sehen total super aus, wenn du willst schneid ich sie dir auch."

Laura zuckte die Schultern. Bis jetzt hatte sie sich nie großartig darum gekümmert, wie sie aussah. Sie hatte immer Wichtigeres zu tun gehabt, als sich um ihre Frisur zu kümmern.

„Ich könnte sie dir auch färben," bot Nathalie an, aber Laura schüttelte verhement den Kopf.

„Ich gebe dir etwas Färbung oder Tönung mit, bei dir müsste man aber ziemlich bleichen, bei deinen schwarzen Haaren würde man die Färbung nicht sehen. Das sähe bei dir echt krass aus!"

Laura würde ihre Haare bestimmt nicht färben, sie ließ das Mädchen aber weiter schwärmen. Eigentlich drehte sich die Welt von Nathalie nur um solche Sachen. Laura hörte zu, aber ihr war das egal, was im Moment Mode war. In ihrer Welt war sowieso alles anders.

s s s s s s s s s s s s s s s s s ss s s s s s

Severus hatte einiges zu erledigen in Hogwarts und räumte noch auf, um die Ferien in seinem Haus zu verbringen. Früher hatte er es nie eilig gehabt, hier weg zu kommen. Es hatte ja nie jemand auf ihn gewartet zu Hause, bis auf sein Gewächshaus. Das einzige, auf das er sich gefreut hatte, war das Tränke Brauen und die Arbeit im Gewächshaus gewesen. Jetzt, wo er ein Kind hatte, schien ihm das seltsam öde. Eine Woche würde er mit Laura verbringen und dann kam die Woche mit Remus und Har... Potter.

Vielleicht würde er danach irgendwo hingehen mit Laura. In Schottland gab es viele schöne, ruhige Orte. Und auch einige Orte, wo es seltene Zaubertrankzutaten gab.

Er setzte sich in seinen Armsessel, in seinen Privaträumen in Hogwarts. Herrlich, diese Ruhe, dachte er. Er schloss die Augen und ließ sich das ganze letzte Jahr durch den Kopf gehen.

Wie er sich gefühlt hatte, als Albus ihm gesagt hatte, dass er Vater sei. Dass er ein Kind habe. Das war so ein seltsames Gefühl gewesen. Er hatte sich das überhaupt nicht vorstellen können. In seinen Gedanken hatte er sich ein Bild von Laura gemacht. Ein ganz falsches Bild.

Er hatte es sich auch ganz anders vorgestellt, Vater zu sein. Erst hatte sich vorgenommen, so wenig wie möglich mit diesem Kind zu tun zu haben.

Nachdem er gemerkt hatte, dass sie ihm doch nicht ganz so gleichgültig war, hatte er sich vorgenommen nichts, aber auch gar nichts von ihr zu tolerieren. Keinen falschen Schritt würde seine Tochter machen.

Er musste lächeln, als er daran dachte. Ja, es war alles ganz anders gekommen. Nach und nach hatte das Mädchen sein Herz erobert. Ein Herz, das bestimmt nicht leicht für sich zu gewinnen war.

Mehr als einmal war sie über die Linie getreten und mehr als einmal hatte er sie zurückholen müssen. Sie benahm sich bestimmt nicht wie ein Engel und doch war sie einer.

Sie hatte sein Leben auf den Kopf gestellt und um keinen Preis wollte er sein altes Leben zurück haben. Sie gehörte nun zu ihm. Er würde für immer ihr Vater sein und sie für immer sein kleines Mädchen. Er würde sehen wie sie aufwuchs und sie würde noch so manche Untat begehen. Sie.... er wurde abrupt aus seinen Gedanken gerissen.

„Meister Professor Snape, Sir?" hörte er plötzlich Millys piepsige Stimme neben sich. „Wo ist Millys liebe junge Laura?"

Snape hob die Augenbraue. Die kleine Elfe hatte ziemlich an Selbstsicherheit gewonnen. Sie betitelte Laura als ihre liebe junge Laura? Snape wusste nicht, was er davon halten sollte, aber er sagte nichts. Schließlich wusste er, dass Milly ohne mit der Wimper zu zucken ihr Leben für Laura geben würde und sie mit allen Mitteln beschützen würde, wenn es nötig war.

„Laura übernachtet bei ihren Verwandten, Milly, ich soll dich von ihr grüßen." Dass er ihr einen dicken Kuss von dem Mädchen geben sollte, erwähnte er nicht.

Das wäre ja auch noch schöner!

Milly war ziemlich verlegen und gerührt.

s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s

Laura lag wach in Nathalies Zimmer und dachte an ihren Dad und Milly. Sie freute sich schon so auf die Ferien. Das wunderschöne Haus war im Sommer noch viel interessanter mit dem großen Garten und dem Bach. Sogar der Wald war in der Nähe. Und Harry und Remus würden eine ganze Woche bei ihnen verbringen. Vielleicht konnte sie ihren Vater überreden, dass sie noch länger bleiben könnten.

Sie erinnerte sich an Harrys betrübtes Gesicht, als sie sich verabschiedet hatten. Eine Woche bei den Dursleys musste schon die Hölle sein. Aber er freute sich so auf die Zeit mit Remus. Sie hatten schon Pläne für die Ferien geschmiedet.

Remus und Harry hatten es wirklich gut miteinander. Remus würde dann in den Ferien bestimmt auch für sie wieder ein bisschen Zeit haben. Sie hoffte, dass für ihn nicht nur noch Harry wichtig war. Sie hatte ihn doch auch lieb.

Sie drehte sich um und sah zum Bett ihrer Cousine. Sie mochte das Mädchen und sie war auch sehr froh, dass hier alles wieder besser war.

Sie hatte noch lange mit ihrer Tante Susan gesprochen und die Frau hatte ihr vieles erklärt. Natürlich war es für alle nicht einfach, aber Laura war froh, dass sie nun so große Fortschritte gemacht hatten. Sogar ihre Cousins mussten jetzt spuren. Wenn sie sich nicht an die Abmachungen hielten, verschwand der Fernseher für eine ganze Woche. Und die Tante zog das scheinbar wirklich durch, was Laura sehr erstaunte. Es war bestimmt schwer, sich plötzlich gegen die wilden Jungs und ihre eigensinnige Cousine durchsetzten zu müssen.

Sie wäre jetzt am liebsten wieder bei ihrem Dad. Der Besuch heute war irgendwie sehr anstrengend gewesen für Laura. Nun wäre sie einfach gerne wieder in ihrem eigenen Bett.

Sie drehte sich auf die andere Seite und hörte zu, wie der Regen ans Fenster prasselte. Trotzdem war es ziemlich hell draussen. Ob Vollmond war?

Hier fühlte sie sich nicht mehr zu Hause. Sie fand es seltsam, dass das möglich war. Sie war doch hier so lange zu Hause gewesen. Niemals hätte sie gedacht, dass ihr Leben sich so krass ändern könnte. Einfach alles war so anders. Sie drehte sich auf den Rücken. So vieles hatte sie in Hogwarts erlebt. Die Sache mit dem verbotenen Wald, wo ihr Dad beinahe von der Schlange getötet worden wäre und das mit Steve und dem Liebestrank. Ja, an ihrem letzten Tag in Hogwarts hatte er dann doch noch Rache genommen und ihr mitten im Korridor eine Ohrfeige gegeben. Sie hatte sich nicht bei den Lehrern beschwert. Es hätte auch keinen Zweck mehr gehabt, denn es war Steves letzter Tag und sie musste auch zugeben, dass sie den Jungen ganz schön bloß gestellt hatte.

Sie griff sich an den Kopf und fuhr sich durch die kurzen, gestuften Haare. Das fühlte sich alles so seltsam an, ohne ihre langen Locken.

Nathalie hatte wirklich alles gegeben um Laura eine tolle Frisur zu machen. Irgendwie war sie nie zufrieden gewesen, bis Lauras Haare kurz gewesen waren. Laura gefiel das eigentlich sehr und auch ihre Tante hatte gesagt, es stehe ihr super. Ihre großen, schwarzen Augen kamen noch besser zur Geltung.

Laura fragte sich, was ihr Vater wohl dazu meinen würde. Er hatte sich ja nie wirklich zu Lauras Aussehen geäußert. Außer wenn sie einen schmutzigen Mund hatte oder vergessen hatte, sich zu kämmen.

Sie wusste nicht, ob sie ihm gefiel oder ob er sie hässlich fand. Irgendwie war ihr das auch nie so wichtig gewesen. Wenn er sie nur lieb hatte.

Und Snape schien es sowieso nur wichtig zu sein, ob sie sich anstrengte in der Schule und dass sie sich gut benahm und solche Sachen. Es würde ihm bestimmt egal sein, ob sie kurze oder lange Haare hatte. Es war ja ihr Kopf! Und was würde Milly sagen, die immer so von Lauras schönem Haar begeistert gewesen war?

Milly, die vermisste sie auch.

„Milly," flüsterte Laura in den stillen, dunklen Raum. Einen Moment später stand die kleine Hauselfe neben Lauras Matratze, die am Boden lag.

Laura setzte sich sofort auf.

Milly sah sich verwundert um. Laura strahlte sie an. Nur wenig Licht drang durch die dicken Vorhänge an den Fenstern und Milly sah erstaunt auf Laura hinunter.

„Milly, du bist da!" sagte Laura erleichtert und strahlte. Die Hauselfe sah zu dem Mädchen hinunter und fuhr ihr übers kurze Haar.

„Gefällts dir nicht?" fragte Laura ein bisschen besorgt. Milly lächelte sie an. „Junge Laura ist immer schön. Sieht hübsch aus mit kurzen Haaren."

Laura umarmte Milly und war so froh, dass sie da war.

„Kann eigentlich jeder Mensch dich rufen und dann kommst du?" fragte Laura, die es interessierte, wie das mit dieser Elfenmagie funktionierte. Das war so praktisch, wenn man Milly einfach rufen konnte und eine Sekunde später stand sie da.

Milly schüttelte den Kopf. „Nein, liebe Laura," sagte sie und strich ihr wieder über den Kopf.

„Hauselfen sind an ihre Meister gebunden und müssen ihren direkten Befehlen immer gehorchen. Das ist ein Zauber. Sie müssen immer kommen, wenn sie gerufen werden. Milly ist Meister Professor Snapes Elfe. Milly ist schon viele Jahre an ihn gebunden und muss ihm gehorchen. Laura muss sie nicht gehorchen. Aber Milly kann Laura hören, wenn sie ruft. Milly will zu Laura kommen, wenn junge Laura sie braucht."

Laura hatte gebannt zugehört. „Wenn du aber nun meinem Vater kündigst, dann hast du mich doch immer noch lieb, oder? Wirst du dann immer noch kommen, wenn ich dich rufe?"

Laura könnte es nicht ertragen, wenn Milly sich plötzlich eine andere Arbeitsstelle suchen und sie vergessen würde. Liebte Milly sie wirklich so, wie sie immer sagte?

Die Elfe sah Laura mit ihren hervorstehenden Augen sanft an. „Milly würde junge Laura niemals verlassen. Und Milly kann auch nicht künden. Hauselfen müssen von den Meistern Kleider geschenkt bekommen, dann sind sie frei."

Laura sperrte ihre Augen auf. „Was? Du kannst nicht gehen, wenns dir nicht mehr gefällt? Und was ist, wenn dein Meister böse ist mit dir? Oder dir deinen Lohn nicht bezahlt?"

Milly sah die geliebte Laura mitfühlend an. Sie war so stolz, auf das große Herz des Kindes. „Meine liebe Laura, Hauselfen bekommen keinen Lohn. Viele Hauselfen müssen bei bösen Meistern leben. Viele Hauselfen werden schlimm behandelt. Milly hat großes Glück."

Snape war nicht immer super gelaunt, musste Milly zugeben. Aber nie, in all den vielen Jahren, in denen sie ihm gedient hatte, hatte er sie schlecht behandelt. Und ganz sicher nie geschlagen oder ihr sonst weh getan. Sie hatte sich auch immer bemüht, es ihm recht zu machen. Er hatte nie seine Wut oder seinen Frust an ihr ausgelassen. Sie musste sich auch nie selber bestrafen. Sie wusste, dass nicht alle Hauselfen so viel Glück hatten. Sie hatte schon viele schlimme Dinge gehört.

Milly wusste viel über Snape und auch, dass er viel Schlimmes erlebt hatte und manchmal traurig gewesen war.

Laura nahm Millys Hand in ihre. „Du arme Milly. Das will ich nicht, dass du nicht frei bist und mir und meinem Vater dienen musst, ohne Lohn. Ich werde dir Kleider schenken, egal ob mein Vater mich grün und blau schlägt oder mich enterbt oder was auch immer!" Laura tönte sehr entschlossen und ihre Augen blitzten.

„Du bist so eine liebe Laura," sagte Milly und sah das Mädchen zärtlich an. „Meister Professor Snape würde seine Laura niemals grün und blau schlagen. Und Laura würde Milly sehr unglücklich machen, wenn sie ihr Kleider schenken würde. Milly dient ihrem Meister sehr gerne und liebt es mit ihm und junger Laura zu leben. Milly war noch niemals so glücklich. Milly braucht nicht einen Lohn. Milly braucht nur Meister Professor Snape und Laura. Milly arbeitet auch gerne in Hogwarts, weil dort viele andere Elfen sind, die auch gerne dort arbeiten."

Laura sah die Elfe an und hatte Tränen in den Augen. Milly war so lieb und so treu. Und ja, sie liebte Laura sehr.

Plötzlich hörte sie eine erstickte Stimme und sah zu ihrer Cousine. Diese saß auf ihrem Bett mit riesengroßen Augen und fragte ängstlich: „Laura.... was ... was ...ist das für ein Ding?"

Laura konnte sich vorstellen, wie Nathalie sich fühlen musste. Sie stand schnell auf und ging zu ihrem Bett.

„Du brauchst dich nicht zu fürchten, Nath, das ist nur Milly. Sie ist meine.... sie ist eine Hauselfe."

Milly lächelte das Mädchen verlegen an.

„Ist sie sowas wie E.T.?" fragte das blonde Mädchen und zog die Bettdecke bis über ihr Kinn. Laura setzte sich neben sie. Als Nathalie das unbesorgt lächelnde Gesicht von Laura sah, entspannte sie sich ein wenig.

„Nein, sie ist ja keine Außerirdische. Ja, solche Wesen wie Milly gibt es auf der Erde und sie sind nicht gefährlich oder so. In unserer Schule gibt es sehr viele Hauselfen und sie kochen für uns Schüler und waschen und so."

Nathalie sah nun Milly neugierig an. Laura nahm Millys Hand und zog sie näher zum Bett.

„Milly wohnt mit mir und meinem Dad. Sie ist so lieb, und sie ist fast wie eine Mum oder eine spezielle Freundin für mich."

Nathalie sah Laura ungläubig an und Milly tropften zwei Tränen aus den Augen. Sie konnte nicht fassen, was Laura da gesagt hatte. Ein dicker Kloß hatte sich in ihrem Hals gebildet, den sie nun versuchte herunter zu schlucken.

Nathalie konnte sich das Elfen-Ding eher wie ein Haustier vorstellen, nicht wie eine wirkliche Person. Allerdings änderte sie ihre Meinung schnell.

Die nächste halbe Stunde redeten die drei und Milly erklärte der Cousine von Laura vieles über Hauselfen. Nathalie merkte bald, was für ein freundliches und intelligentes Wesen diese Milly war und dass sie allerdings kein Haustier war, sondern sehr wohl eine Persönlichkeit. An das merkwürdige Äussere der Elfe gewöhnte sie sich auch schnell.

Nathalie konnte immer noch nicht wirklich glauben, dass es all das geben sollte, was Laura ihr heute erzählt hatte.

„Kannst du nicht mal etwas zaubern, Laura, nur etwas kleines," bettelte das Mädchen. Sie würde es erst glauben, wenn sie es gesehen hatte. Laura hätte das auch wirklich gerne getan, aber sie wusste, was ihr blühen würde, wenn sie es wagen würde, außerhalb der Schule zu zaubern.

„Das geht nicht. Mein Vater würde mich lynchen. Da versteht er gar keinen Spaß!"

Nathalie sah sie flehend an. „Nur was Klitzekleines," bettelte sie. Laura schüttelte den Kopf.

„Mein Vater merkt einfach immer alles."

Nathalie lächelte: „Würde er dich in eine schwarze Maus verwandeln?" Laura musste auch lachen und tippte den Zeigefinger an die Schläfe.

„Milly muss gehen, Meister Professor Snape ruft sie. Gute Nacht Laura, gute Nacht junges Fräulein." Sie gab Nathalie die Hand um sich zu verabschieden und Laura einen Kuss. Nathalie verzog das Gesicht, als sie sah, dass es für Laura normal schien, von der Elfe geküsst zu werden. Milly war wirklich nett, aber Nathalie würde wohl eher einen Frosch küssen (Da bestand immerhin noch die Möglichkeit, dass er sich in einen Prinzen verwandelte).

Mit ihrem üblichen 'PLOP' verschwand Milly.

„Wow! Ist das krass!" staunte Nathalie. Nun hatte sie doch noch Zauberei gesehen.

„Kannst du das auch?" fragte sie Laura aufgeregt. Diese schüttelte den Kopf. „Noch nicht. Das lernen wir erst später. Mein Dad kann das," sagte sie stolz.

„Dein Dad war mal hier, ist ein krasser Typ!" Laura lächelte. 'Krass' schien das Lieblingswort von Nathalie zu sein. Und dass sie ihren Dad krass fand, fand Laura lustig. Wenn er das gehört hätte.....

„Der sieht ja aus wie ein Vamp! Ist der auch so unheimlich, wie er aussieht? Oder ist das nur Fassade?"

Laura zog die Augen zusammen und schüttelte den Kopf. „ Nein, das ist nicht Fassade. Die Schüler in unserer Schule fürchten ihn schon, vor allem, wenn er sauer ist. Dann bringt er jeden zum Zittern. Der kann einem anschauen, uahh, da kann es einem schon unwohl werden. Aber er ist ein guter Dad. Er ist schon sehr streng und so, aber er kümmert sich gut um mich und hilft mir immer, wenn ich ihn brauche."

Lauras Cousine dachte eine Weile darüber nach, was Laura gesagt hatte. Es hatte sich so viel verändert, seit ihre kleine Cousine nicht mehr bei ihnen wohnte. Ihr eigener Vater war nun auch viel mehr zu Hause und es wehte ein ganz anderer Wind. Die Eltern zogen nun an einem Strick und hielten ein, was sie versprachen oder drohten, meistens jedenfalls. Es war nicht mehr so einfach, über die Strenge zu schlagen.

„Und nun ist unsere wilde Laura etwa ein braves, anständiges und folgsames Mädchen geworden? Kann ich ja fast nicht glauben!" witzelte Nathalie.

Laura biss sich auf die Lippen. „ Na, allzu brav wohl eher nicht. Ich bin in so einige Schwierigkeiten geraten. Einmal habe ich einen starken Liebestrank gebraut....." Laura musste nun die ganze Sache mit dem Liebestrank erzählen und Nathalie lachte so laut, dass die Zwillinge aufwachten und auch noch ins Zimmer kamen. Es wurde eine lustige Nacht und geschlafen wurde nicht viel.

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Das seltsame ungute Gefühl wühlte nun, da alles still war, unangenehm in Snape herum. Das Gefühl, das er heute schon mal gehabt hatte, als er Laura abgegeben hatte. Das Gefühl, sein Kind wieder bei diesen Muggeln zu wissen, bei denen es aufgewachsen war, war ein Ungutes. Was machte Laura wohl jetzt gerade? Schlief sie? Oder saßen sie alle gemeinsam am Familientisch und spielten Spiele? Wie fühlte Laura sich in der Familie? Geborgen und wohl? Vermisste sie ihn, oder war sie wieder in ihrer anderen Welt zu Hause? Fragen um Fragen gingen ihm durch den Kopf.

Er dachte daran, wie Laura aufgewachsen war. Er stellte sie sich als kleines Kind vor, wie sie alleine zum Fluss wanderte, mit nackten Füßen. Wie sie im Fluss badete, ohne dass jemand auf sie aufpasste. Das war doch einfach so was von unmöglich von diesen Leuten, ein kleines Kind alleine herumlaufen und im einem Fluss baden zu lassen. Sein Kind!!! Er sah Laura vor seinem inneren Auge, wie sie nach Hause kam, und niemand für sie da war. Wie Chaos herrschte und sich das Mädchen an die Hausaufgaben machte, während ihre Cousins wild umher tobten. Wie sie in der Küche nach etwas Essbarem suchte und nichts fand. Ihr niemand etwas Anständiges kochte und sie niemand zu einer angemessenen Zeit zu Bett brachte.

Er merkte, wie sich bei diesen Gedanken sein Kiefer verkrampfte und seine Augenbrauen zusammen zogen.

Daran konnte man nun nichts mehr ändern, dachte er etwas resigniert. Aber würde sich Laura, in dem Zuhause, das nie wirklich eines gewesen war, nun wohl fühlen? Sie hatte ja nichts anderes gekannt, es war normal gewesen für sie. Nun, da sich vieles geändert hatte, fühlte sich Laura vielleicht wohl und es war wahrscheinlich auch interessanter als bei ihm, da es dort noch andere Kinder hatte, mit denen sie spielen konnte. Dort war ihr bestimmt nicht langweilig.

Allerdings musste er zugeben, dass ihr bis jetzt noch nie irgendwo langweilig gewesen war.

Snape gönnte sich einen kleinen Kräuterschnaps und rief dann Milly, um ihr mitzuteilen, was sie morgen nach Hause mitnehmen musste. Milly brauchte seltsam lange, um vor ihm zu erscheinen, aber er sagte nichts.

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Am nächsten Tag ging Laura mit ihrem Onkel und Tante den Großvater besuchen, der ziemlich weit weg wohnte. Laura genoss die Autofahrt, denn sie hatte schon sehr lange nicht mehr in einem Auto gesessen. Die Zwillinge hatten sich gesträubt mitzukommen, da es bestimmt langweilig war, aber sie mussten trotzdem. Nathalie hatte da mehr Glück gehabt und durfte zu Hause bleiben. Das Auto wäre sonst sowieso zu klein gewesen.

Es hatte aufgehört zu regnen und die Sonne schaute schon wieder hinter den Wolken hervor. Es war noch ziemlich früh am Morgen. Die Zwillinge piesackten sich gegenseitig, bis der Vater schimpfte und drohte, sie auszusetzen am Straßenrand.

Der Großvater, das war Ellens und Lauras Onkels Vater, lebte in einer Art Wohngemeinschaft für alte Leute. Dort ging es ziemlich wild zu und die alten Damen und Herren hatten es ziemlich lustig. Die meisten waren noch nicht sehr alt, wie auch Lauras Großvater und die Senioren unternahmen vieles zusammen.

Der Großvater freute sich, die Familie zu sehen und sie aßen Kuchen und redeten viel. Laura erzählte nichts von der Schule, aber ihr Großvater wusste schon Bescheid über Lauras besondere Fähigkeiten. Schließlich waren ja seine Frau und Tochter auch magisch gewesen und er hatte schon bald rausgefunden, dass das bei Laura auch der Fall war.

Es war noch recht amüsant, und ihr Großvater reichte ihr ein Couvert, wo einige Fotos drin waren, von der Zeit, als Ellen noch lebte. Damals war ihr Großvater häufig bei ihnen zu Hause gewesen, aber Laura konnte sich nicht mehr so genau daran erinnern.

Laura konnte kaum warten, bis es endlich Abend war. Sie vermisste ihren Dad. Und sie freute sich auf ihr Zuhause.

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Severus hatte den ganzen Tag gebraut, was das Zeug hielt. Zwischendurch war er ins Treibhaus gegangen und hatte auch Lauras Bäumchen geschnitten und gepflegt. Sie würde sich freuen, es wieder zu sehen.

Er würde mit Laura brauen in den Ferien, denn er wusste, dass sie das gerne tat. Es war ihm erst bewusst geworden, wieviel Laura beim gemeinsamen Brauen mitbekam und wieviel sie sich einprägte, als sie den Liebestrank gebraut hatte. Er hätte es nicht für möglich gehalten, dass sie das fertig bringen würde einen solchen Trank zu brauen. Es machte ihn glücklich, dass sie die Leidenschaft fürs Brauen geerbt hatte.

Jeder zweiter Gedanke dreht sich um Laura, dachte Snape und es nervte ihn ein bisschen. Nun war sie eine einzige Nacht weg gewesen und sie geisterte die ganze Zeit in seinen Gedanken rum. Er sollte es genießen mal ohne sie sein zu können.

Erst halb vier Uhr, dachte Snape leicht genervt.

Er hatte in den letzten Wochen nicht wirklich so viel Zeit gehabt für sie. Er hatte sie nicht so häufig gesehen, wie er es gerne getan hätte.

Mal sehen, was die Ferien so brachten. Laura durfte noch einige Tage im Fuchsbau verbringen. Das würde ihr bestimmt gut gefallen. Sie konnte so gut mit den Zwillingen und Ron. Das wunderte ihn allerdings nicht, denn auch diese drei waren solche Plagegeister und Unruhestifter wie seine Tochter.

Bald würde er Laura abholen. Wie würde sie wohl reagieren. Würde es sie Überwindung kosten wieder in diese Welt zurück zu kehren? So wie es sie Überwindung gekostet hatte gestern in die Muggelwelt zu gehen?

TBC...