Hallo meine Lieben, so nun ist Kapitel 40 bereit, von euch gelesen zu werden. Es freut mich sehr, dass es scheinbar immer noch Leute gibt, die meine Geschichte lesen :-) Danke vielmals für die lieben Reviews, denn ihr wisst, dass sie das Benzin für meine Motivation sind ;-D
Scientific ida möchte ich ganz herzlich danken, dass sie sich trotz stressigem Alltag meinen Kapiteln annimmt und sie korrigiert:-)
Viel Spass , Gruss Sally
s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
Snape wanderte im Zimmer hin und her. Er wusste, welche Folgen seine eigenen Fehler gehabt hatten, die er vor Jahren gemacht hatte. Und er wusste, dass er sich nie ganz verzeihen konnte. Aber er konnte es nicht mehr ändern. Er war Dumbledore unendlich dankbar, dass er ihm die Chance seines Lebens gegeben hatte, damals, als er eingesehen hatte, auf welch falschem Weg er war.
Lauras Worte kreisten in seinem Kopf herum. Er war so voller Hass für diesen Mann, der heute einen Versuch gemacht hatte, eine neue Chance zu erhalten, wie Laura das ausgedrückt hatte.
Vielleicht hatte sein Vater ähnliche Gefühle, seinen Fehlern gegenüber. Vielleicht bereute er ja wirklich.
Severus bezweifelte aber, dass er diesem Mann so einfach verzeihen konnte.
Laura schien den Mann zu mögen.
Er selber würde sich nicht mit seinem Vater unterhalten können, aber vielleicht sollte er Laura die Möglichkeit geben, ihren Großvater kennen zu lernen.
Er durchdachte alles vorwärts und rückwärts. Er brauchte einfach noch Zeit. Sollte die Zeit zeigen, wie wichtig es seinem Vater wirklich war, seine Enkelin kennen zu lernen. Er konnte das noch nicht jetzt entscheiden, er war zu aufgewühlt und zu zornig.
Er fuhr sich zum x-ten mal über das Gesicht. Er setzte sich auf sein Bett und rieb sich die Schläfen.
Er musste mit Laura reden. Sie hatte an alledem keine Schuld.
Er war stolz, dass sie so ein guter Mensch war.
Aber sie war auch noch jung und unerfahren. Es würde allein seine Entscheidung sein, ob Tobias Snape eine Rolle in ihrem Leben, zumindest aber in näherer Zukunft, spielen würde.
s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
Laura erholte sich gut von ihrem Virus und Snape hatte das Thema Snape Senior auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, da ja am Morgen nach dem unerwarteten Besuch des Mannes Harry und Remus ankamen.
„Harry, wieso hast du mir nicht zurück geschrieben," fragte Laura, kaum waren die beiden aus dem Kamin getreten.
Harry sah sie erstaunt an, nicht nur, wegen ihrer neuen Frisur. „Wieso, du hast doch gar nicht geschrieben," sagte er und er konnte einen enttäuschten Unterton nicht verhindern.
„Nicht mal Ron und auch nicht Hermine oder Emma haben geschrieben," beschwerte er sich.
Laura fand das seltsam, denn sie hatte ihm geschrieben, genau wie sie auch den anderen Freunden geschrieben hatte.
„Doch, Harry, ich habe dir am Mittwoch geschrieben. Das ist ja seltsam, dass du die Eule nicht bekommen hast." Sie war sich nicht sicher, ob Harry ihr glaubte.
„Coole Frisur," lächelte Harry die Freundin an und wechselte dabei auch das Thema.
Laura lächelte etwas verlegen zurück.
„Wollen wir zu deinem Bach?" fragte Harry grinsend.
Er hatte sich die ganze lange Woche darauf gefreut, in dem Bach zu baden und mit Laura zu spielen. Wannimmer Dudley ihn genervt hatte oder er Stunden lang in seinem Zimmer bleiben musste, hatte er daran gedacht mit Laura zu baden und mit Remus zusammen zu sein.
Sie nickte und lächelte. „Dad, dürfen wir ein wenig raus?" fragte sie.
Snape nickte. Er hatte ihr nun jeden Morgen einen Sonnenschutzzauber angezaubert und die empfindliche Stelle an ihrem Arm noch extra eingerieben.
Remus beugte sich ein wenig zu Laura hinunter: „Sag mal, junge Dame, bekomme ich denn gar keinen Kuss, heute?" Er tat etwas beleidigt, aber Laura sah, wie glücklich der Mann war.
Seine Augen glänzten und er strahlte eine solche Energie aus. Sie freute sich so für ihn und lächelte ihn entschuldigend an. Sie ging auf ihn zu und gab ihm einen Kuss. Danach umarmte sie ihn noch.
Sie freute sich auch so, mit Harry zu baden. Zum Glück hatte ihr Vater tatsächlich noch einen Badeanzug organisiert.
„Komm, Harry," rief sie aufgeregt.
Die Männer sahen den Kindern nach. Sie wussten, dass sie ein gutes Auge auf die Kinder haben mussten, und Milly würde auch ein bisschen 'Babysitten' müssen.
s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
Den ganzen Tag hörten sie nichts von den Kindern. Immer wieder ging einer von ihnen nachsehen, ob die beiden noch lebten. Harry und Laura waren so eifrig dabei, den Bach zu bestauen, zu baden und ihre Kunststücke im Bach zu üben, dass sie kaum Zeit gehabt hatten, etwas zu essen.
Am Abend nun waren sie doch ziemlich hungrig. Snape hatte gar nicht gewusst, dass so ein Bach ein derart gutes Kindermädchen war. Und es hatte ihn erstaunt, dass die Kinder es fertig gebracht hatten, einen ganzen Tag keinen Unsinn zu machen.
Milly hatte viel Zeit damit verbracht, den Kindern zuzuschauen. Nun trug sie das Dessert auf für Snape und die Gäste. Laura bekam nichts, was der Elfe natürlich Leid tat. Auch allen anderen am Tisch tat das Mädchen Leid.
Laura versuchte einfach nicht hinzusehen.
Harry wollte mit ihr teilen, aber Snape verbot es mit ein paar wenigen warnenden Worten. Er würde auf jeden Fall hart bleiben.
Severus hatte Lupin erzählt, warum er Laura alle Süßigkeiten gestrichen hatte. Remus hatte sich ziemlich zusammen nehmen müssen, um nicht zu lachen, als Snape ihm die Geschichte mit der 'Hexe' erzählt hatte.
Er hatte Snape von der unfreundlichen 'Übergabe' von Harry erzählt.
Diese Muggel schienen richtig auf ihn gewartet zu haben, denn Harry stand mit Koffer und Hedwig und allem schon bereit hinter der Tür.
Als er geklingelt hatte, war der Junge unsanft zur Tür hinaus geschoben worden, wobei die langhalsige Petunia besorgt umher geblickt hatte, ob auch keine Nachbarn sie beobachteten. Leider hatte sie wenig Glück gehabt, da gerade eine eben so neugierige Nachbarin vorbei gegangen war. Petunia hatte Remus nicht nur mit offener Abscheu sondern auch noch reichlich giftig von oben bis unten betrachtet. Schnell hatte sie dann die Tür hinter Harry geschlossen, nachdem sie ihm seinen Besen unsanft in seine Hände gedrückt hatte, ohne sich verabschiedet zu haben.
Harry allerdings hatte das nicht erstaunt. Er hatte so glücklich zu ihm hinauf gestrahlt, dass die Sonne gleich nochmals aufgegangen war für Remus.
Er hatte ihm den großen Koffer abgenommen und Harry hatte ihm sofort die Hand gegeben, was Remus sehr gefreut hatte. Sie waren mit dem Zug gereist, bis zu Remus' Zuhause. Dort hatten sie dann die erste Nacht verbracht.
Harry war so glücklich gewesen, dass er den Dursleys entkommen war und hatte den ganzen Abend geredet und Fragen gestellt. Sie hatten noch bis ziemlich spät Spiele gespielt und sich lustige Geschichten und Erlebnisse erzählt.
Remus war auch so glücklich gewesen. Unendlich glücklich.
Und nun waren sie hier. Er hatte die Kinder beobachtet, wie sie es genossen hatten im Bach.
Als alle den Nachtisch beendet hatten, ging Snape ins Gewächshaus um nach dem Rechten zu sehen. Harry und Laura spielten mit Remus Black Jack. Sie lachten und alle genossen das Spiel, welches Laura gewann.
Dann schickte Remus die Kinder Zähne putzen und den Pyjama anziehen. Laura war etwas schneller fertig als Harry, und als sie in Harrys Zimmer trat, sah sie ihn, auf dem Bett sitzend ein Fotoalbum ansehen.
Sie setzte sich neben ihn und fragte „Darf ich auch?" Harry sah sie kurz an und lächelte. „Ja, das hat mir Hagrid gegeben, bevor ich zu den Dursleys ging. Ich habe es jeden Tag ein paar mal angeschaut."
Laura lächelte und sah sich die Bilder an. Sie fand den kleinen Harry sehr süß. Als ihr Blick auf die rothaarig Frau, welche Harry im Arm hielt viel, zogen sich ihre Augen zusammen. Irgendwie kam ihr diese Frau bekannt vor. Sie war sich sicher, die Rothaarige schon irgendwo gesehen zu haben, sie wusste aber nicht wo.
„Ist das da deine Mum, Harry?" fragte sie und zeigte auf die Frau. „Ja," antwortete dieser stolz. „Sie ist ziemlich hübsch, nicht wahr?" Laura nickte.
Sie überlegte, wo sie denn Harrys Mutter schon gesehen haben könnte. Es war ganz sicher diese Frau, da gab es keinen Zweifel.
„Und wer ist der da?" fragte Laura ein paar Seiten weiter. Das Foto zeigt Harrys Eltern und einen jungen, gutaussehenden Mann mich schwarzem länglichem Haar der breit und offen lächelte..
Harry zuckte die Schultern. „Weiß ich auch nicht. Ich werde dann Hagrid mal fragen, oder Remus. Der weiß das vielleicht auch."
Harry klappte das Album zu und die Kinder gingen runter zu Remus, der sein Buch beiseite legte, als er die Kinder kommen sah. Sie erzählten ihm vom Bach und von den kleinen Krebsen, die dort wohnten. Sie spielten dann ein Kartenspiel, das Harry kannte. Die genauen Spielregeln wusste er zwar nicht mehr, aber sie erfanden einfach eigene.
Als Snape sich wieder zu ihnen gesellte, wollte Laura ihn überreden mitzuspielen, aber er wollte nicht. Er las in einem seiner langweiligen Zaubertrankmagazinen. Sie wusste, dass es keinen Wert hatte, ihn überreden zu wollen, da er sonst nur ärgerlich werden würde.
„Dürfen wir zusammen im selben Zimmer schlafen, Dad?" fragte Laura hoffnungsvoll. „Wir könnten Harrys Matratze in mein Zimmer schleppen." Sie sah ihn mit leuchtenden Augen an.
„Nein, Laura. Ihr beiden braucht euren Schlaf und ich bezweifle, dass ihr davon viel bekommt, wenn ihr die ganze Nacht redet." Er hatte relativ freundlich gesprochen, aber Laura hörte seiner Stimme trotzdem an, dass er sich nicht überreden lassen würde. Das tat er sowieso praktisch nie.
Sie verzog ihr Gesicht und versuchte ein Gähnen zu unterdrücken.
„So, ins Bett," sagte Snape und Remus schien gleicher Meinung zu sein. Harry räumte die Karten zusammen und Laura konnte der Versuchung nicht widerstehen, noch ein klitzekleines Minütchen rausschlagen zu wollen.
Doch gerade als sie den Mund öffnen wollte, um ihren Dad anzuflehen, was bis jetzt allerdings noch nicht ein einziges Mal funktioniert hatte, sah dieser sie streng an und sagte: „Du brauchst es auch gar nicht erst zu versuchen, junge Dame. Es wird auch dieses Mal nicht funktionieren, wenn du bettelst und jammerst."
Sie wusste, dass nun alles protestieren nichts brachte. So war ihr Vater nun mal stur wie ein alter E....
s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
Kaum hatten sie am nächsten Tag gefrühstückt, wollten sie wieder zum Bach. Snape erinnerte Laura dann aber an ihre Arbeiten.
Laura rollte die Augen hinter Snapes Rücken, denn sie hatte überhaupt keine Lust, die Pflanzen zu gießen und das Geschirr abzutrocknen und zu versorgen. Vor allem, weil sie wusste, dass ihr Vater das alles mit einem Wink seines Zauberstabes hätte erledigen können.
Sie wusste aber, dass er auch da unnachgiebig war und sie wollte ja auch ihr Taschengeld, deshalb machte sie sich an die Arbeit, ohne zu reklamieren. Harry half ihr und bald standen sie dann wieder im Bach.
Milly saß am Rand des kühlen Nasses und schälte Erbsen. Die Kinder übten den Unterwasserhandstand. Harry hatte nicht viel Erfahrung im Wasser, da die Dursleys ihn so gut wie nie mitgenommen hatten ins Schwimmbad. Zum Glück hatten sie in der Schule Schwimmen gehabt, denn sonst hätte er das nicht gekonnt.
„Hast du gesehen, Milly, das war schon recht lange," sagte Harry begeistert zu der Elfe, die ihn nun anstrahlte. Er hatte den Unterwasserhandstand gemacht, der Laura ihm gezeigt hatte.
Plötzlich verengten sich die Augen der Elfe und sie sah sich überrascht und etwas nervös um. Die Kinder beobachteten die Elfe, die sich so seltsam benahm. Sie stand auf und ließ die Schüssel mit den Erbsen achtlos stehen.
„Kommt, wir gehen ins Haus," sagte die Elfe bestimmt. Laura war so einen befehlenden Ton von Milly nicht gewohnt und sie war alarmiert.
„Was ist denn, Milly?" fragte Laura verwundert. Milly trat auf sie zu und packte beide Kinder, die nun ans Ufer traten an den Handgelenken und zog sie mit sich.
„Kommt, sofort!" befahl Milly streng und vor lauter Erstaunen folgten ihr die Kinder wie Schoßhündchen. Beim Gehen sahen sich die beiden fragend an und Laura zuckte leicht mit den Schultern.
Snape und Remus gingen gerade den Bericht durch, den Snape geschrieben hatte, als sie Milly mit dem Kindern im Schlepptau ankommen sahen. Sie blickten den Dreien erstaunt entgegen. Das war auch für ihn ein ganz ungewohntes Bild. Was, um alles in der Welt, konnten die Kinder angestellt haben, dass Milly sie mit so ernstem Gesicht mit sich zum Haus zog?
Sofort stand Severus auf und ging ihnen entgegen.
„Geht hinein," befahl die Elfe ernst und Laura und Harry sahen sich erstaunt an. Was war los?
Snape trat auf Milly zu. „Milly, was ist mit den beiden?" fragte er ernsthaft besorgt. So hatte er seine Hauselfe noch nie erlebt.
Die Kinder waren stehen geblieben und sahen die Elfe nun auch neugierig an.
Ein Blick von Snape genügte, und die Kinder verschwanden schnell im Haus. Remus kam nun auch auf die Hauselfe zu und sah sie erwartungsvoll an. Dann sah er fragend zu Snape doch da begann die Elfe zu sprechen.
„Meister Professor Snape, Sir, Milly hat vorhin ganz genau die Gegenwart eines anderen Hauselfen gespürt. Milly glaubt er hat uns beobachtet, Sir," berichtete die Elfe besorgt. Dann redete sie ernst weiter. „Milly hatte gestern auch ganz kurz dieses Gefühl gehabt, aber dachte sie hätte sich getäuscht." Sie sah nun etwas schuldbewusst aus.
Severus nickte ernst. Nachdenklich sah er zu Remus. Was konnte das bedeuten? Wer wollte sie hier bespitzeln? Remus runzelte die Stirn.
Snape sagte Milly, dass sie richtig gehandelt habe. Dann wandte er sich wieder Remus zu, der genau so besorgt zu sein schien, wie er selbst.
„Wir legen einen Dedektionszauber rund um das Grundstück. Wir müssen großzügig sein, damit der Spitzel, wenn er die Kinder oder uns beobachten will, sich in den verzauberten Teil hinein begeben muss. Wir können ihn damit zwar nicht fangen, denn die Elfenmagie ist zu stark, aber wir können ihn identifizieren." Snape sah Remus nachdenklich an.
Wer steckte dahinter?
Remus' Augen verengten sich leicht und er nickte „Ja, dann haben wir wenigstens einen Anhaltspunkt und können vielleicht herausfinden, wer dahinter steckt und warum sie uns oder die Kinder beobachten."
Severus trat ins Haus, wo Harry und Laura ihm nass und mit großen Augen entgegen sahen.
„Dad, wir haben nichts gemacht, ehrlich," sagte Laura nervös. Sie war sich keiner Schuld bewusst. Was ging hier vor? Wieso war Milly plötzlich so streng gewesen? Was hatte sie mit Remus und ihrem Dad besprochen?
Snape sah, wie Harry einen Schritt zurück wich und ihn groß ansah.
Harry war häufig für Dinge bestraft worden, an denen er nicht schuld war. Meistens war es etwas gewesen, das Dudley ausgefressen hatte, um ihn in Schwierigkeiten zu bringen. Aber der war ja jetzt nicht hier.
„Ja, ich weiß," sagte Snape mit ruhiger Stimme und die Kinder entspannten sich sichtlich.
„Ihr müsst jetzt die nächste Zeit hier drin bleiben, wir müssen etwas erledigen draußen. Wir erklären es euch dann alles später. Ihr müsst nun einfach gehorchen. Wenn ich auch nur ein Haar von euch draußen sehe, bevor wir zurück sind, versohle ich demjenigen auf der Stelle gehörig den Hintern, verstanden?" Er gab ihnen einen sehr ernsten einschüchternden Blick.
Die Kinder sahen ihn mit großen Augen an und nickten. Sogar Remus, der direkt hinter Snape stand, machte ein ziemlich ernstes Gesicht und die Kinder wussten, dass sie besser daran taten zu gehorchen.
Sie nickten und Tropfen ihrer nassen Haare liefen über ihre Gesichter und den Rücken hinunter. „Ja, Sir," sagten sie beinahe gleichzeitig.
s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
Die beiden Zauberer arbeiteten dann gemeinsam über zwei Stunden daran, einen Dedektionszauber um das Haus zu legen. Es war eine komplizierte Sache, da sie sich selbst dabei unsichtbar machen mussten mit dem Desillusio-Zauber. Sie malten Runenzeichen auf Steine, um einen Kreis auszustecken. Innerhalb von diesem würden sie dann den Zauber legen, der den fremden Hauselfen identifizieren würde.
Die Kinder versuchten von den Fenstern aus irgendetwas zu sehen. Natürlich sahen sie überhaupt gar nichts, da die Männer ja durchsichtig waren.
„Meinst du, dein Vater würde das wirklich tun... du weißt schon...?" fragte Harry etwas verlegen aber trotzdem neugierig.
Laura sah ihn an, biss sich auf die Unterlippe und nickte dann.
„Hundert pro!" sagte sie bestimmt und biss dann in einen Apfel, den sie in der Küche geholt hatte. Sie gab Harry auch einen.
Harry nickte nachdenklich und biss dann auch in den Apfel. Die Kinder hatten ihre nassen Badekleider ausgezogen und trugen wieder ihre kurzen Hosen und T-Shirts.
„Was die wohl tun?" fragte Laura zum hundertsten Mal.
Milly hatte ihnen auch nichts sagen wollen.
„Milly hat doch beim Bach plötzlich so komisch geguckt," sagte Harry. „Was die wohl gesehen hat?"
Die Kinder hofften nur, dass das alles nichts mit Voldemort zu tun hatte. Und sie hofften auch, dass Snape und Lupin nun nicht in Gefahr waren.
Die Kinder stopften noch unzählige Sachen in sich hinein, nur um die Zeit rum zu bringen, in der sie ungeduldig warten mussten.
„Dad, was war los?" fragte Laura aufgeregt, als die beiden Zauberer endlich, nach endlosen Stunden wie es den Kindern vorkam, wieder das Haus betraten.
„Einen Moment, Laura, lass uns doch erst mal rein kommen," sagte Remus und lächelte sie an.
Severus ging ins Bad um seine Hände zu waschen, Laura dicht auf seinen Fersen.
„Ich will jetzt endlich wissen, was los war," sagte sie fordernd. Die Männer hatten sie so lange warten lassen, ohne dass sie gewusst hatten, was die beiden draußen taten.
Snape gefiel allerdings der zu fordernde Ton gar nicht und er drehte sich mit etwas zusammen gekniffenen Augenbrauen rasch zu ihr um.
„Du redest in einem andern Ton mit mir, junge Dame ," sagte er nicht laut, aber in seinem üblichen, endgültigen Ton, bei dem man genau wusste, dass man ihn nicht weiter reizen durfte, wenn man auf der sicheren Seite bleiben wollte.
Augenblicklich entschuldigte sich das Mädchen und ging zurück ins Wohnzimmer, wo Harry auf sie wartete. Sie würde sich wohl oder übel gedulden müssen, bis ihr Vater bereit war, es raus zu rücken.
Remus war auch verschwunden, um sich ein wenig zu erfrischen.
Als dann endlich alle im Wohnzimmer waren, und die Kinder brav auf dem Sofa saßen, wobei Laura es kaum schaffte, ruhig zu sitzen, berichtete Snape.
„Milly hat vorhin, als ihr im Bach wart, die Gegenwart eines anderen Hauselfen gespürt. Nun wollen wir rausfinden, um was für einen Elfen es sich da handelt, und wieso er uns offensichtlich beobachtet."
Er musste beinahe ein Lächeln unterdrücken, als er sah, wie erwartungsvoll die Kinder an seinem Mund hingen mit ihren Augen. Sie waren so gierig etwas zu erfahren, dass ihnen beiden der Mund offen stand.
„Bis wir mehr wissen, werdet ihr im Haus bleiben." Diese Nachricht schien den Kindern allerdings nicht sehr gut zu gefallen.
Remus sah den Kindern an, wie enttäuscht sie waren, dass sie nicht wieder an den Bach konnten und bot ihnen an, ein Spiel mit ihnen zu spielen.
Severus beobachtete Remus, der mit den Kindern spielte. Er hoffte sehr, dass sie bis spätestens Morgen mehr wussten. Er hatte sich mit Mr. Ludwig verabredet, in Frankreich. Er wollte dorthin apparieren, aber er würde nicht gehen, wenn hier nicht alles in Ordnung war.
Er fragte sich, ob das Ministerium sich nun doch für den Jungen interessierte, oder ob es von irgendwo her Wind von der Sache mit Remus bekommen hatten und nun sehen wollten, was hier vor ging und ob man dem Mann irgendetwas vorwerfen konnte.
Dass es etwas mit dem dunklen Lord zu tun hatte, bezweifelte er. Allerdings wusste man ja nie. Jetzt, wo Potter hier war, konnte es schon sein, dass jemand irgend welche Informationen sammelte, oder dem Jungen etwas anhaben wollte.
Zum Glück waren die Schutzzauber sehr stark. Er sah in die Gesichter dieser beiden jungen Kinder. Er selbst hatte in diesem Alter auch eine so gute Freundin gehabt. Es war speziell, dass ausgerechnet die Kinder, der beiden Freunde von damals auch wieder befreundet waren.
Er und Lily waren nicht im selben Haus, in Gryffindor gewesen, was vielleicht auch dazu beigetragen hatte, dass sie sich ein wenig entfremdet hatten mit der Zeit.
Er hoffte für sein Kind, dass ihr die guten Freunde bleiben würden. Nicht, dass er, Snape ein spezieller Fan von Potter und Weasley war, aber sie hielten zusammen und Harry war auch nicht so schlimm, wie er sich erst eingebildet hatte. Klar war er, genau wie Laura, ein Magnet für Schwierigkeiten und Untaten, aber er war charakterlich keinesfalls so überheblich oder eitel wie James gewesen war.
Und Laura war nicht so taktlos wie er, Severus. Sie würde ihre Freunde nicht so enttäuschen, wie er es bei Lily getan hatte und somit ihre Freundschaft zerstört hatte.
Harry, der offenbar gerade das Spiel gewonnen hatte, strahlte übers ganze Gesicht und wurde rot, als Remus ihn lobte.
Snape verdrehte etwas die Augen, wegen Lupins überschwänglichem Lob, sagte aber nichts. Laura zog ein wenig eine Schnute, weil sie verloren hatte. Aber nicht lange.
„Wollen wir ein wenig rauf?" fragte sie Harry. Der nickte erfreut und sie standen auf.
„Erst wird das Spiel wieder weggeräumt," sagte Snape mahnend, als sich die Kinder verdrücken wollten, ohne die Karten einzusammeln.
Sie gehorchten schnell und rannten dann die Treppe hinauf. Remus setzte sich lächelnd zu Severus an den Tisch. Wieviel Leben und Freude Kinder doch bringen konnte, dachte der Mann.
„Bin gespannt, ob der Spitzel zurück kommt. Ich hoffe es, denn ich möchte wissen, wer uns beobachtet." Remus fuhr sich durchs Haar.
Plötzlich hörten sie vom oberen Stockwerk ein lautes Poltern. Die Männer sahen sich an und Snape hob eine Augenbraue. Als er sich erheben wollte, um nach der Ursache zu sehen, sagte Remus, er gehe schon. Es polterte noch ein paarmal, allerdings nicht mehr so laut.
Snape sah Remus nach, wie er die Treppe hinauf ging. Was für einen Zirkus veranstalteten die Kinder wohl in Lauras Zimmer, fragte er sich.
Ss s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
„Was um Himmels willen tut ihr hier?" fragte Remus, als er Lauras Zimmertür öffnete.
„Sieh mal, Remus, wir üben den Handstand," sagte Laura eifrig, hob ihre Arme, holte Anlauf und machte den Handstand, wobei sie nach ein paar Sekunden nach hinten kippte und zu Boden purzelte. Nun wusste Remus, woher das Poltern stammte und er wunderte sich, dass Laura das nicht weh tat.
„Das haben wir auch im Wasser geübt. An Land ist das natürlich schwieriger," sagte sie mit roten Wangen.
Harry musste auch gleich zeigen, wie er es konnte und landete beim ersten Versuch gleich auch auf dem Rücken, was ziemlich schmerzhaft aussah.
„Ihr tut euch doch weh ," sagte Remus und verzog ein bisschen das Gesicht. Dann schwenkte er den Zauberstab und polsterte den Boden ein wenig. Gerade so sehr, dass sie trotzdem noch gut Halt fanden am Boden mit den Händen.
Die Kinder strahlten und Laura warf sich ihm sofort in die Arme. Sie zog ihn zu sich hinunter und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Danke, das ist super," rühmte sie ihn und er lächelte die Kinder an.
Etwas scheu kam nun auch Harry näher und umarmte Remus zaghaft. Remus zog ihn an sich, denn er spürte, dass Harry es nicht gewohnt war. „Danke," sagte Harry leise und sah zu Remus hinauf.
Laura machte nun sofort weiter und auch Harry war eifrig, den Handstand und auch andere Kunststücke zu üben.
Gerade als Remus die Treppe hinunter kam, gab es ein Geräusch, wie wenn man eine Tischbombe ablässt und ein Zettel segelte an Snapes Nase vorbei und langsam zu Boden. Snape schnappte sich den kleinen Zettel und Remus war sogleich neben ihm.
„Hauself Dobby, Eigentümer Lucius Malfoy," stand auf dem Zettel. Sie Männer sahen sich an.
„Also doch die Todesser?!" fragte Remus und seine Augen verengten sich.
Snape atmete tief ein. Verdammt, was wollte Lucius von ihm. Oder von Harry?
Die Männer waren beunruhigt, auch wenn man das nur Remus ansah. Hier auf dem Grundstück konnte den Kindern zwar niemand etwas anhaben, aber es war schon ein unangenehmes Gefühl beobachtet zu werden. Vor allem, wenn man nicht wusste weshalb.
„Lucius und einige Todesser fangen an, etwas misstrauisch zu werden, weil ich nicht mehr bei ihren Treffen war," sagte Severus und Remus sah ihn an.
Snape fuhr sich mit dem Zeigefinger über den Nasenrücken. „Aber das war ja abzusehen. Solange der dunkle Lord nicht an Kraft gewinnt, macht das auch nichts."
Remus nickte. „Viele seiner Gefolgsleute haben nach seinem Fall ja kalte Füße bekommen und gehen nicht mehr zu diesen Treffen."
Severus nickte nachdenklich. Er war froh, sich nicht mehr mit den Todessern abgeben zu müssen und seine dunkle Vergangenheit hinter sich zu lassen. Er war froh, nun offen zu der hellen Seite zu gehören. Er könnte diesen Job nicht mehr zuverlässig erledigen. Zu groß würde die stete Angst um Laura sein. Er würde seine Gefühle nicht mehr in jeder Situation zuverlässig verbergen können. Nicht, wenn es um seine Tochter ging.
Die Zeiten hatten sich geändert für Severus.
s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
Sie verstärkten zur Sicherheit den Schutzzauber noch ein Mal und stellten sicher, dass die magische Barriere niemanden rein und raus ließ, abgesehen von Severus, Remus und Milly oder jemanden in Begleitung dieser. So waren die Kinder geschützt und konnten sich selber auch nicht in Gefahr bringen, indem sie das Grundstück verließen.
Laura und Harry spielten dann noch ein wenig draußen und Laura zeigte Harry die Käfer, die sie in letzter Zeit beobachtet hatte. Wieder waren solche rot-schwarzen dabei, die sich gegenseitig rückwärts abschleppten. Das fand Harry ziemlich lustig. Sie erzählte ihm auch, dass Jimmy Snapes teure Käfer gefressen hatte, was er noch lustiger fand.
Remus trat aus dem Haus und sah, dass die Kinder im Garten am Boden lagen. Auf dem Bauch schienen sie etwas zu beobachten. Er lächelte. Laura, die gerade aufsah, lächelte auch und winkte ihm schnell zu.
„Wo ist Jimmy eigentlich?" fragte Harry. „Ich hab sie gar noch nicht gesehen."
Ja, dachte Laura. Es stimmte. Sie hatte Jimmy auch schon länger nicht mehr gesehen. Wo war das Tierchen bloß?
Laura hatte ein schlechtes Gewissen, weil ihr das erst jetzt auffiel. „Ich habe sie auch schon länger nicht mehr gesehen," gestand sie. Sie setzte sich auf.
„Kommt rein, Kinder, ihr müsst euch parat machen für ins Bett," sagte Remus freundlich.
Laura rümpfte die Nase, aber stand trotzdem auf. Harry, dem es noch nie so gut gegangen war wie jetzt, (Jedenfalls nicht in den Ferien) gab sich sehr Mühe, gut zu gehorchen und keine Last für Remus zu sein. Die Kinder gingen ins Haus, duschten, putzten die Zähne und zogen sich den Pyjama an.
Dann gingen sie nochmals ins Wohnzimmer, wo Snape gerade Remus etwas erklärte und ihm auf einer Pergamentrolle, die auf dem Tisch lag, etwas zeigte.
Die Männer sahen auf, als die Kinder die Treppe hinunter kamen. Snape räumte das Pergament weg und im nächsten Moment hatte er seine Laura auf der Schoß. Harry setzte sich etwas verlegen neben Remus auf einen Stuhl. Für ihn war das immer noch ein so krasser Gegensatz und ein ungewöhnlicher Anblick. Der strenge ,unnahbare und einschüchternde Snape mit einem Kind auf dem Schoß!
„Remus, malst du mal einen Drachen?" fragte Laura hoffnungsvoll. Sie hatte Harry vorgeschwärmt, wie gut Remus das konnte. Snape schob sie von seinem Schoß auf einen Stuhl neben ihm und murmelte etwas vor sich hin, von wegen dass sie ja kein Kleinkind mehr sei und sich anständig auf einen eigenen Stuhl setzen könne.
Remus lächelte. Snape konnte wohl nicht anders, vor allem, wenn noch Besucher da waren. Remus tat den Kindern den Gefallen und malte einen zähnefletschenden Drachen. Harry staunte über die gut gelungene Zeichnung, die Remus in so kurzer Zeit zustande gebracht hatte.
„So, nun ins Bett," sagte Snape, als der Drachen fertig gemalt war. Morgen wollten die Kinder ihn noch animieren. Zuerst mussten sie ihn aber noch anmalen.
„Gute Nacht, Dad," sagte Laura, stand auf und umarmte ihren Dad. Dann drückte sie ihm einen Kuss auf seine schmalen Lippen. Ihr war schon bewusst, dass er das vor anderen Leuten nicht so mochte, aber es war ihr egal. Er musste es halt auch lernen, dachte sie bestimmt.
Dann ging sie zu Remus und umarmte auch ihn. „Gute Nacht, Remus. Ich finde es so schön, dass ihr hier seid," sagte sie leise. Der Mann lächelte und wünschte ihr süße Träume.
Harry stand etwas verlegen daneben und wusste nicht so recht, wie er gute Nacht wünschen sollte.
Gestern hatte er schon im Bett gelegen, als Remus ihm gute Nacht gewünscht hatte und ihm einen Kuss auf die Stirn gegeben hatte. Jetzt war das eine andere Sache.
Er ging zu Snape und streckte ihm scheu die Hand hin. Zum Glück nahm sie der Professor und Harry wünschte ihm Gute Nacht. „Gute Nacht, Mr. Potter," sagte Snape etwas steif.
Harry ging zu Remus und streckte auch ihm die Hand entgegen. Remus nahm sie nicht. Er lächelte und zog Harry in eine Umarmung und der Junge lächelte glücklich in seinen Armen. Dann gab Remus ihm einen Kuss auf die Wange und wünschte auch ihm schöne Träume.
Als die Kinder die Treppe hinauf gingen, strahlte Harry übers ganze Gesicht. Er war so glücklich. Und es war ihm überhaupt nicht unangenehm gewesen, dass Remus ihm, vor Lauras Augen, einen Kuss gegeben hatte.
Tante Petunia durfte Dudley schon lange nicht mehr vor Freunden küssen. Das tolerierte er nur noch in seltenen Fällen und wenn für ihn etwas dabei raussprang. Harry lächelte verschmitzt.
TBC...
