Wie immer ein grosses Dankeschön an scientific ida, fürs Korrigieren :-)
Für die lieben Reviews auch ganz herzlichen Dank!!! Viel Spass beim nächsten Kapi, Sally
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Remus las in seinem Buch, bis er merkte, dass es schon spät war. Severus war ins Bett gegangen, wie er gehört hatte.
Er hoffte, dass sich der Mann wieder etwas beruhigt hatte. Das Thema mit seinem Vater schien Severus doch noch mehr zu beschäftigen, als er wollte und auch, als er zugeben würde natürlich. Denn wenn es ihm gleichgültig wäre und er mit der Sache abgeschlossen hätte, hätte er nicht so reagiert, dachte Remus.
Aber es war eine Sache zwischen den beiden Snapes und er hatte kein Recht, sich hier mehr einzumischen.
Es war eine wunderbare Zeit hier, für Remus. Er war so glücklich, Harry bei sich zu haben. Sein Leben hatte nun viel mehr Sinn. Er genoss die fröhlichen Kinder und das Leben, das sie brachten. Er dachte häufig an seine eigene Kindheit, wenn er Laura und Harry beobachtete. An die Zeit mit James, Sirius, Peter und auch mit Lily.
Er schlug das Buch zu und stand auf. Er ging in den oberen Stock. Das alte Haus gefiel ihm. Es hatte viel Charme und war ziemlich groß.
Als er an Lauras Zimmer vorbei kam, blieb er stehen. Hatte er da nicht etwas gehört? Er lauschte und hörte, wie jemand kicherte.
Er hielt sein Ohr näher zum Türspalt und hörte Laura und Harry reden. Er öffnete die Tür und sah, wie die Kinder in Lauras Bett lagen und sich scheinbar Gruselgeschichten erzählten.
Sie bemerkten Remus nicht, der still da stand.
„Und hat die weiße Lady sein Blut getrunken?" fragte Laura angeekelt, musste aber trotzdem kichern.
Bevor Harry antworten konnte, meldete sich Remus leise. „Ich glaube nicht, dass ihr besser schlafen könnt, wenn ihr euch solche Dinge erzählt. Komm, Harry, du musst jetzt in dein Bett."
Die Kinder erschraken leicht, als sie Remus vor dem Bett stehen sahen. Allerdings waren sie auch erleichtert, dass es Remus war.
Sie sahen zu dem Mann auf und Laura sagte leise: „Harry konnte nicht schlafen, Remus, bitte sei nicht böse."
Remus lächelte. „Ich bin nicht böse, aber du musst jetzt sofort in dein Bett, Harry. Du kannst froh sein, dass ich noch nicht in meinem Zimmer war, denn ansonsten wäre mittlerweile wahrscheinlich der Alarm los gegangen."
Harry und Laura saßen auf und sahen Remus fragend an. „Was für ein Alarm?" fragte Harry.
Remus setzte sich zu den Kindern aufs Bett. „Wenn einer von euch sein Bett für mehr als fünfzehn Minuten verlässt, in der Nacht, gibt uns ein Zauber einen Alarm ab. Ist ziemlich praktisch und kann euch auch schützen." Die Kinder sahen ihn fragend an. „Zum Beispiel, wenn ihr nachtwandelt, oder euch im Garten herum treibt, mitten in der Nacht." Remus sah Laura vielsagend und etwas ernst an. Diese wurde rot und Harry sah sie fragend an.
Ihr Dad hatte Remus scheinbar von ihrem Vollmond-Nachtspaziergang erzählt.
„So, nun aber schnell, Harry. Ich denke nicht, dass Lauras Vater sehr erfreut wäre, wenn ihr noch nicht schlaft. Und vor allem, wenn ihr euch solche Geschichten erzählt, die nicht gerade zu einem guten Nachtschlaf beitragen."
Harry krabbelte schnell unter der Decke hervor und Remus beugte sich vor, um Laura einen Kuss zu geben. Laura umarmte ihn.
Remus war aufgefallen, wie anhänglich das Mädchen plötzlich war. Er hatte den Verdacht, dass sie ein wenig Angst hatte, er könnte sie nicht mehr genau so lieben, wie vorher, als er noch keinen Harry hatte, um den er sich kümmern durfte.
Er wollte ihr die Rückversicherung geben, die sie brauchte und gab ihr viel Aufmerksamkeit. Er war gerührt, wie sehr Laura an ihm hing.
Er stand auf und begleitete Harry in sein Zimmer. Der Junge kletterte sofort in sein Bett und unter die Decke.
„Schlaf gut, Harry," sagte Remus und setzte sich auf seine Bettkante. Harry liebte diese Momente. Häufig hatte er gehört, wie Tante Petunia noch zu Dudley ans Bett gegangen war. Als kleiner Junge hätte er sich so oft gewünscht, dass sie das auch bei ihm tun würde. Sein Wunsch war nie erfüllt worden. Und mit der Zeit ,als er älter war, hatte er dann auch gar nicht mehr das Verlangen danach gehabt.
Er sah zu Remus auf, der ihm kurz über das Haar fuhr mit der Hand. Dann gab er Harry einen Kuss auf die Stirn und wünschte ihm gute Nacht.
„Gute Nacht, Remus. Und danke vielmals. Für alles." Harry sah etwas verlegen aus und Remus lächelte ihn an.
„Ich danke dir, Harry," sagte der Mann sanft. Harry sah ihn etwas verwirrt an. Warum dankte der Mann ihm?
„Dass du mich an deinem Leben teilhaben lässt," fügte Remus hinzu und sah den Jungen nachdenklich an. „Deine Eltern wären stolz, einen so tollen Sohn zu haben."
Harry wurde rot. Was war an ihm denn toll? „Bin ich doch gar nicht," sagte er leise.
Remus' Blick wurde strenger. „Doch, das bist du," sagte er entschlossen und lächelte den Jungen an. „Schlaf jetzt und träum nicht von diesen schaurigen Geschichten, die ihr euch da vorhin erzählt habt."
Remus stand auf. Als er bei der Tür war, fragte Harry leise: "Remus? Ich bin froh, dass du der Freund meines Vaters warst." Harry lächelte, was Remus im schwachen Licht nicht sah.
„Das bin ich auch," sagte er und wollte aus dem Zimmer gehen.
„Warst du der beste Freund meines Vaters?" fragte er weiter. Remus drehte sich nochmals zu Harry um und schritt nochmals zum Bett.
„Ich weiß nicht, Harry. Dein Vater hatte noch zwei andere gute Freunde."
Harry hatte in Hagrids Fotoalbum noch mehrere Leute gesehen. Darunter der schwarzhaarige junge Mann, der mit seinen Eltern abgebildet gewesen war.
„War der dunkelhaarige Mann in meinem Fotoalbum auch einer davon? Er stand an der Hochzeit neben meinem Vater? " fragte Harry. Diese Frage war ihm schon lange im Kopf rum gegangen.
„Ja, das ist Sirius Black." Remus sah Harry ernst an.
Und wie hiess der andere Freund?" wollte der Junge wissen und stützte sich auf seinen Ellbogen.
„Peter Pettigrew."
„Wo sind sie denn?" fragte Harry und setzte sich im Bett auf.
„Peter ist tot und Sirius ist im Zauberergefängnis. Aber ich erzähle dir das alles ein anderes Mal. Schlaf jetzt, Harry." Remus trat neben Harrys Bett und drückte ihn sanft wieder hinunter. Harry legte sich brav hin und sah neugierig zu Remus hinauf.
„Wieso ist er im Gefängnis? Und hat er mich auch gekannt? Oder war er schon im Gefängnis, bevor ich geboren wurde?" fragte Harry neugierig weiter.
„Er hat dich gekannt, Harry. Sirius Black ist dein Pate."
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Am nächsten Morgen war wunderschönes Wetter. Snape hatte schlecht geschlafen. Er hatte etwas Bescheuertes geträumt. Von Ellen, die gar nicht tot gewesen war und ihm Laura wegnehmen wollte. Dann hatte sie sich in seinen Vater verwandelt und der hatte an Lauras Arm gezogen und er selbst am anderen, bis das Kind so laut geschrien hatte, dass er aufgewacht war.
Es war gut, nun sein Kind am Frühstückstisch zu sehen. Sie hatte verkündet, dass sie, nachdem sie ihre Arbeiten alle erledigt habe, mit Harry in den Bach gehe und Fische fangen wollte. Lupin machte den Vorschlag, dass er einem Stock ein Fischernetz anzaubern würde, da die Kinder sonst wohl kaum Erfolg haben würden.
Severus musste noch ein paar Vorbereitungen treffen, für die Tränke, die er am Abend brauen wollte.
Harry und Laura genossen den Vormittag im Bach und Harry erzählte Laura, dass er einen Paten hatte. Es hatte ihn noch lange beschäftigt, in der Nach und er fragte sich, weshalb Sirius im Gefängnis war. Er würde bei der nächsten Gelegenheit mit Remus darüber sprechen.
Als sie dann am Mittagstisch saßen, bemerkte Remus, dass die Kinder schon gut Farbe angenommen hatten und er war froh, dass er Harry einen Sonnenschutzzauber gemacht hatte.
Laura erzählte, dass sie einen ziemlich großen Fisch gefangen hatten .
„Warum ist er denn jetzt nicht auf dem Tisch?" wollte Snape wissen. Laura sah ihren Vater an und rümpfte leicht die Nase. „Er hat mir Leid getan, wie er da nach Luft geschnappt und gezappelt hat. Da haben wir ihn wieder frei gelassen." Sie sah Harry an und der nickte und spießte eine Bohne auf mit der Gabel.
Snape gab Laura einen amüsierten Blick. Das war typisch seine Tochter!
Sie aßen fertig und als die Kinder den Tisch abgeräumt hatten, brachte Milly einen Kuchen auf den Tisch. Sie hatte aus Rücksicht auf Laura extra keinen Schokoladenkuchen gemacht, sondern einen Karottenkuchen. Lauras Blick verfinsterte sich aber trotzdem.
Sie sah ihren Vater bittend an. „Ich möchte aber auch Kuchen!" verkündete sie und Snape hob sofort eine Augenbraue.
„Du weißt, weshalb du diese Strafe hast, Laura. Ich möchte nichts mehr hören. Geh vom Tisch, wenn du den Anblick nicht erträgst." Snape war so unerbittlich wie immer und Laura seufzte.
„Immer bekomme ich die dümmsten Strafen. Könntest du nicht andere Strafen geben, die nicht so schlimm sind?" fragte sie frustriert und vorwurfsvoll.
Sie merkte, dass sie sich an Snapes Toleranzgrenze befand. Er mochte es gar nicht, wenn sie so mit ihm redete, aber sie musste ihren Frust raus lassen.
Snape sah sie intensiv an und antwortete: "Wenn ich dir angenehme Strafen geben würde, hätte es wahrscheinlich kaum den gewünschten Effekt. Und achte auf deinen Ton, junge Dame."
Laura verschränkte die Arme vor der Brust, aber mäßigte ihren Ton. „Alle anderen Kinder in meiner Klasse müssen nicht so früh ins Bett wie ich. Die können so lange aufbleiben, wie sie wollen."
Harry sah sie bei dieser Aussage erstaunt an. Remus konnte ein Grinsen nicht unterdrücken und Snape antwortete cool. „Na dann ist es ja schade, dass du nicht alle anderen Kinder deiner Klasse bist, sondern Laura Smethurst, die um 21.30 im Bett liegt in den Ferien."
Natürlich wusste Laura, dass das nicht der Fall war. Natürlich mussten ihre Kolleginnen und Kollegen auch zu einer gewissen Zeit ins Bett, aber es waren bestimmt einige dabei, die viel länger auf bleiben durften, als sie.
Laura schmollte ein wenig vor sich hin, gab es aber bald auf. Harry nahm aus Solidarität zu ihr auch kein Kuchenstück, was auch den beiden Männern auffiel.
Severus sah den Jungen an und wie schon öfters diese Woche, fiel ihm wieder auf, wie wenig Harry in Wirklichkeit von seinem Vater hatte.
Am Anfang des Schuljahres hatte er gedacht, der Junge sei eine Wiedergeburt des Schulfeindes. Während des Jahres war ihm dann aufgefallen, dass der Junge einen anderen Charakter als sein stolzer selbstverliebter Vater hatte. James hatte ohne Rücksicht auf Verlust und auf Kosten anderer seine Späße gemacht um bei den Mädchen Eindruck zu schinden.
Auch wenn er das anfangs nicht hatte sehen wollen, musste er zugeben, dass er sich in dem Jungen geirrt hatte. Irgendwie hatte es ihm gefallen, in James' Sohn den verhassten Schulfeind zu sehen und an ihm seinen Ärger aus zu lassen.
Jetzt, wo er aber so nahe mit Harry zusammen lebte und ihn wirklich kennen lernte, hatte er immer mehr das Gefühl, dass er James auch äußerlich viel weniger glich, als auf den ersten Blick. Seine ganze Mimik und Körpersprache seine ganze Persönlichkeit und seine Ausstrahlung waren komplett anders.
„Mein Zahn wackelt, Dad," verkündete Laura plötzlich und demonstrierte, wie sich ihr unterer Eckzahn tatsächlich ziemlich stark hin und her bewegen ließ.
Snape hatte keine Ahnung mehr, wann welche Zähne ausfielen. Er hatte gedacht, dass dieses Thema mit sieben oder acht Jahren abgeschlossen war.
„Meine sind auch erst vor kurzem ausgefallen. Die haben schon eine Ewigkeit gewackelt," sagte nun Harry und zeigte sein Gebiss, wo unten die Eckzähne fehlten.
„Soll ich ihn dir ausreißen?" fragte Remus mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht.
Laura schüttelte schnell den Kopf und Remus lachte.
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„Und was für ein Job ist das, Remus?" fragte Snape. Remus konnte sich gleich am nächsten Tag bewerben und Snape hatte sich (natürlich ein wenig widerwillig) bereit erklärt, auf Harry aufzupassen.
„Es tönt noch interessant, es ist eine Art Pflegeassistent im St. Mungos," antwortete Remus.
„Mal sehen."
„Erzählst du denen von deinem... kleinen Problem?" fragte Snape und Remus nickte.
„Ich habe es satt, das zu verheimlichen. Ich habe genug Erfahrungen damit gemacht und es bringt einfach nichts."
„Hmm," antwortete Snape nur. Er blätterte im Tagespropheten. „Die schreiben auch nichts wirklich Schlaues," sagte er und nahm einen Schluck Kaffee.
„Für Laura scheint das Dessert-Verbot ziemlich hart zu sein, nicht wahr? Sie hat es gestern bei mir auch versucht," Remus lächelte ein wenig.
Snape sah von der Zeitung auf. „Ja, immer diese unangenehmen Strafen."
Er sah Remus forschend an. „Laura hat mir erzählt, dass du ihr, eine 'gepfeffert' hast , als sie hinter dem Stein her waren?" Seine Stimme war nicht vorwurfsvoll, eher etwas erstaunt und vielleicht ein wenig amüsiert.
Remus runzelte die Stirn. „Ich hab ihr eins auf den Hintern gehauen, ja. Ich habe mich wegen diesen Kindern beinahe zu Tode geängstigt."
Snape nickte nur.
Während sich Snape und Remus unterhielten, im Schatten der großen Tanne, badeten Laura und Harry zusammen im Bach.
„Dass du überhaupt etwas siehst! Deine Brille ist ja ganz verspritzt," bemerkte Laura und zeigte auf das Glas vor Harrys Augen.
Harry zog die Brille aus und sah sie an. Er zuckte mit den Schultern." Ist eh Schrott. Ich seh mit der auch nicht sehr gut." Harry zog die Brille wieder an. „Gib mir mal das Netz, ich glaub dort hinten ist ein Fisch," sagte Harry aufgeregt.
„Du solltest das Remus sagen," meinte Laura und machte keine Anstalten, Harry das Gewünschte zu geben.
Harry rümpfte die Nase und sah Laura fragend an. "Was? Das da ein Fisch ist? Ich glaube kaum, dass ihn das besonders interessiert."
Laura lachte und spritzte Harry spielerisch an. „Nein, nicht das! Ich meine, dass du nicht gut siehst mit deiner Brille."
Harry kaute auf seinen Lippen rum. „Ich weiß nicht. Ich sehe schon lange schlecht mit dieser Brille. Wir waren beim Augenarzt als ich ziemlich klein war und das Gestell hat Tante Petunia irgendwo okkasion gekauft. Seither haben wir das nie mehr angepasst."
„Eben!" sagte Laura und sah ihn auffordernd an.
„Aber ich will Remus nicht mit solchem Zeug belasten," sagte er etwas zögernd und ziemlich leise.
„Ach was! Das ist doch wichtig, dass du gut siehst. Sag es ihm, oder ich tus!" Laura tönte sehr bestimmt und Harry atmete tief ein.
„Also gut, ich sags ihm dann mal."
Laura zeigte mit ihrem Finger auf ihn und sah ziemlich streng aus. Harry wusste nicht, ob sie ihn mehr an Snape oder an Hermine erinnerte.
„Du sagst es ihm heute." Harry nickte. Er stieß Laura spielerisch und tauchte sie unter. Laura tauchte wieder auf und blinzelte überrascht. Als Harry lachte, spritzte sie ihn an und es begann eine ziemlich wilde , lustige Wasserschlacht.
„He, was ist das?" fragte Laura plötzlich und zeigte auf den Bachrand.
„Du willst doch nur ablenken," lachte Harry, dann aber sah er es auch. Laura war ans Ufer gewaatet und zog eine Flasche aus dem Wasser.
Lauras Augen leuchteten abenteuerlustig, als sie den Korken oben in der Flasche sah.
„Eine Flaschenpost," sagte Harry, dessen Augen nun auch diesen Glanz angenommen hatten.
Nun war die Aufregung groß. Die Kinder sahen sich an und Laura öffnete den Korken.
Es war ein zusammengerollter Zettel darin und die Kinder waren überzeugt, dass es eine Schatzkarte war. Was sonst!
Leider stellte sich heraus, dass es nicht so einfach war, den Zettel aus der Flasche raus zu bekommen.
„Wir müssen es mit einem Ast versuchen. Oder mit zwei Ästen, wie eine Pinzette," meinte Laura und hatte ganz rote Wangen vor Aufregung.
„Milly kommt!" sagte Harry plötzlich. Laura versteckte die Flasche schnell hinter ihrem Rücken.
„Harry und Laura, ihr müsst nun nach Hause kommen," rief Milly. „Habt ihr schön gespielt?" fragte sie, als sie näher gekommen war.
Unschuldig nickten die Kinder. „Ja, Milly, wir kommen gleich, nur noch ein paar Minuten," sagte Laura.
„Meister Professor Snape wird nicht gerne warten," bemerkte die Elfe mahnend.
„Wir kommen ja gleich," sagte Laura und hoffte, Milly würde sich bald entfernen. Sie war so gespannt, auf die Nachricht.
Milly drehte sich um und ging davon.
Schnell gingen die Kinder ans Ufer und suchten zwei dünne Stecklein. Damit 'fischten' sie nach dem Zettel, der ziemlich sperrig war.
„Kinder, kommt bitte schnell rein," unterbrach Milly die Kinder einige Minuten später.
Harry und Laura waren so beschäftigt gewesen, dass sie kein Zeitgefühl hatten und sich etwas ärgerten, dass sie schon wieder unterbrochen wurden.
„Ja ja," sagte Laura etwas genervt. Sie konnten die Flasche nicht ins Haus schmuggeln, da sie nichts weiter als ihre Badekleider trugen. Ihr Vater hätte sofort wissen wollen, was das war. Es war aber ihr Abenteuer und ihr Geheimnis.
„Aber ihr müsst jetzt kommen," piepte Milly fordernd.
„Wir kommen ja sofort," sagte Laura noch ärgerlicher und Milly ging wieder davon. Sofort widmeten sich die Kinder wieder der Flasche.
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„Wo sind denn nun die Kinder, Milly" fragte Snape ungeduldig und sah Milly fragend an.
„Meister Professor Snape, Sir, Milly hat sie gerufen und sie sagen immer, dass sie gleich kommen," entschuldigte sich die Hauselfe.
Snapes Augen verengten sich. Er würde sie wohl selber holen müssen, dachte er.
Er schritt rasch zum Bach runter. Als Harry ihn von Weitem kommen sah, schluckte er leer.
„Oh, oh, das gibt Ärger," sagte er. „Dein Dad kommt angerauscht."
Laura suchte schnell nach dem Korken und stopfte ihn wieder in die Flasche, in der immer noch die vermeintliche Schatzkarte steckte, die sie nun aber beinahe hatten rausnehmen können.
„Hoffen wir nur, dass sonst nichts rauscht," sagte Laura leise, nachdem sie die Flasche unter einem Grasbüschel versteckt hatte.
Dann gingen die Kinder schnell auf Snape zu und Laura sagte mit schuldbewussten Blick: "Wir kommen, Dad." Sie sah den Blick ihres Vaters und biss sich auf die Unterlippe.
Als Snape die Kinder erreicht hatte, verdeckte Laura schnell ihren Hintern mit einer Hand, worauf Snape eine Augenbraue hob.
Er beugte sich zu den Kindern hinunter, die mit roten Wangen vor ihm standen und sagte leise aber ernst: "Wenn Milly euch ruft, habt ihr umgehend zu gehorchen. Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt. Ansonsten bekommt ihr es nämlich mit mir zu tun, was relativ unangenehm enden könnte."
Er richtete sich wieder auf und zeigte Richtung Haus. „Augenblicklich rein, jetzt!" sagte er lauter und in einem Ton, der einem die Haare auf dem Rücken aufstehen ließ.
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„Was war los?" fragte Remus, der gerade frisch geduscht die Treppe hinunter kam, als die Kinder stumm die Treppe hinauf gingen, und ziemlich zerknirscht wirkten. Er sah den Kindern hinterher.
„Ich habe die Beiden vor einer Viertelstunde von Milly rufen lassen und sie haben sie immer vertröstet, bis ich sie nun selber holen musste."
Remus sah Severus erstaunt an und hoffte, dass er nicht zu hart gewesen war, mit den Kindern. Snape hatte zwar wirklich große Veränderungen und Fortschritte gemacht in vielen Bereichen, aber Remus wusste genau, dass er nicht besonders geduldig war und seine Toleranzgrenze ziemlich tief war, was Ungehorsam betraf.
Remus setzte sich an den Tisch und Milly erschien, um ihn zu fragen, ob er gerne etwas trinken möchte. Er hatte sich immer noch nicht daran gewöhnt, dass er so bedient wurde und er lächelte die Hauselfe freundlich an und bat sie um ein Wasser.
Das war aber nicht das einzige, an das er sich noch nicht wirklich gewöhnt hatte. Er hatte so viel Zeit einsam verbracht, dass sich die Ereignisse zu überschlagen schienen und die Zeit eilte vorbei, als hätte sie es besonders eilig. Er hatte über die Jahre gelernt, mit der Tatsache zu leben, dass er ein Werwolf war und er hatte wirklich einiges einstecken müssen, aber die Einsamkeit daran war das Schlimmste gewesen.
Er sah zu Severus, der Milly bat, ihm einen starken Kaffee zu bringen. Er hatte die letzten Jahre hin und wieder ein paar wenige Tage im Jahr hier verbracht mit Severus. Er hätte nie gedacht, dass dieser die Geschehnisse der Schulzeit vergeben könnte. Obwohl er selber Severus nie etwas zu Leide getan hatte, war er doch ein Teil deren gewesen, die dem Slytherin das Leben schwer gemacht hatten.
Im Phönixorden hatten sie sich dann über die Jahre hinweg immer besser verstanden und Remus hatte Severus' unnahbare Art akzeptiert und trotzdem einen Draht zu ihm gefunden.
Er wusste aber, dass Severus den anderen Jungen nicht vergeben hatte, auch wenn sonst keiner mehr von ihnen jemals wieder unter seine Augen treten würde.
„Ich hab Harry erzählt, dass Sirius sein Pate ist, bin mir aber jetzt nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee gewesen ist," sagte Remus plötzlich und Snape sah erstaunt auf. Er hob eine Augenbraue.
„Ich glaube nicht, dass es einen Unterschied macht, ob er es weiß oder nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass er Black jemals zu Gesicht bekommt ist ziemlich klein." Snape sah Remus nachdenklich an. Ein seltsamer Ausdruck hatte sich auf dessen vernarbtes Gesicht geschlichen.
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Laura und Harry duschten auch und als Laura im Traineranzug an Harrys Zimmertür klopfte, war dieser auch gerade fertig. „Ich will einfach unbedingt wissen, was auf dem Papier steht," sagte Harry, als er Laura in sein Zimmer gelassen hatte.
Laura nickte und überlegte. „Ich könnte versuchen, aus dem Fenster zu klettern und die Flasche zu holen. Später meine ich, wenn es dunkel ist." Sie setzte sich im Schneidersitz zu ihm aufs Bett und sah wie der Junge nervös an seinem Fingernagel rum kaute. Laura musste lächeln, das sie selber das auch oft tat.
„Meinst du nicht, das ist zu hoch? Und was, wenn dein Vater dich erwischt?"
Laura wurde etwas rot. „Komm, wir gehen mal nachschauen."
Sie gingen in Lauras Zimmer und öffneten das Fenster. Es wurde relativ schnell klar, dass das zu gefährlich war. Laura hatte da nicht viel Gelegenheit, sich fest zu halten.
„Das geht nicht," sagte sie etwas entmutigt.
Sie überlegten einen Moment. Da hellte sich Harrys Gesicht auf. „Der Besen!" sagte er.
„Welcher Besen?" fragte Laura, schien aber in diesem Moment zu begreifen. „Ja, das könnte klappen!"
Harry ging zu seinem Schrank und holte den Nimbus hinaus. „Ich hoffe nur, dein Vater oder Remus erwischt mich nicht," sagte Harry etwas unsicher.
„Ich werde gehen," sagte Laura entschlossen. „Falls ich erwischt werde, ist es besser, als wenn es du bist."
Harry sah sie erstaunt an. „Und wieso?"
„Weil du hier Gast bist. Wenn ich unartig bin, ist das nicht so unanständig. Nehme ich jedenfalls an." Laura rümpfte etwas die Nase.
„Jetzt müssen wir essen gehen. Ich machs dann, wenn ich im Bett bin. Oder im Bett sein müsste," fügte sie hinzu und lächelte schelmisch.
Harry gab ihr den Besen. „Remus hat doch etwas von einem Alarm gesagt. Du darfst einfach nicht mehr als 15 Minuten benötigen, sonst geht der ab."
„Hat er nicht gesagt, erst, wenn die Erwachsenen im Bett sind ist der Alarm aktiv?" sagte Laura und kratzte sich an der Nase. Harry zuckte die Schultern.
Laura verstaute den Besen unter ihrem Bett und ging dann mit Harry zusammen zum Abendessen.
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„Ich werde gleich morgen früh zu diesem Vorstellungsgespräch gehen, Harry. Professor Snape wird hier sein, für dich."
Harry schielte schnell zu dem Zaubertrankprofessor hinüber und nickte etwas zögerlich.
„Darf ich vom Tisch, Dad, ich hab keinen Hunger mehr?" fragte Laura, die aus lauter Aufregung kaum etwas hinunter bekommen hatte.
„Nein, du bleibst am Tisch, bis alle fertig sind mit essen," kam die Antwort und Laura unterdrückte ein Augenrollen.
Es schien ihr, als würden ihr Vater und Remus extra langsam essen. Sie tauschte mit Harry heimlich einen verschwörerischen Blick, denn auch der Junge war so gespannt auf die Nachricht in der Flaschenpost. Das BlaBla der Männer wollte kein Ende nehmen und Laura war noch nie aufgefallen, dass ihr Vater so gesprächig war. Er bekam doch normalerweise kaum die Lippen voneinander!
Endlich, nach endlos langen Minuten, waren auch die Männer fertig mit essen und als Laura nun vom Tisch aufspringen wollte, räusperte sich ihr Vater und sah auf Lauras Teller. Sie räumten schnell den Tisch ab.
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Ausnahmsweise sehnten sie die Schlafenszeit herbei. Sie konnten sich auf kein Spiel konzentrieren und verzogen sich schlussendlich in Harrys Zimmer, wo sie über die gefundene Flasche und deren Inhalt diskutierten. Die wahnwitzigsten Ideen und Vermutungen kamen ihnen in den Sinn und ihre Ungeduld wurde immer unerträglicher.
Severus fiel das auffällige Verhalten der Kinder sofort auf. Er kannte diesen Ausdruck in Lauras Gesicht und er spürte förmlich, dass etwas in der Luft lag.
Als er und Remus den Kindern dann gute Nacht wünschten, fiel es sogar Remus auf, wie kurz angebunden die Beiden waren.
Vor allem Laura, die ihren Dad sonst kaum gehen lassen wollte, und immer noch einen Grund suchte, damit er noch eine Minute länger bei ihr blieb, gab sich heute mit einem einzigen Kuss zufrieden.
Er würde später nochmals nach den Kindern schauen gehen, dachte Snape, dem das alles ziemlich verdächtig vor kam und dem das willige in Bett gehen mehr als seltsam fand.
Endlich, dachte Laura. Sie schlüpfte unter der Decke hervor und kroch unters Bett, um den Besen zu holen.
Dann ging sie zum Fenster und horchte noch einmal. Alles war still und sie hatte nur ein paar Minuten. Es war noch nicht stockdunkel. Sie stand aufs Fensterbrett und klemmte den Besen zwischen die Beine. Das war ein seltsames Gefühl, so zu starten. Es war viel unheimlicher, als vom Boden aus. Sie brauchte ein kleines bisschen Überwindung, sich vom Fensterbank abzustoßen, aber sobald sie in der Luft war, fühlte sie sich wohl.
Ohne Umweg flog sie sofort zum Bach und hoffte dabei sehr, dass ihr Vater oder Remus sie nicht sahen.
Unter welchem der Grasbüschel hatte sie wohl die Flasche versteckt? Ihre Hände glitten flink durch die Halme.
Sie musste nicht lange suchen, um die Flaschenpost zu finden. Sie nahm sofort den Besen und flog wieder zum Haus und zum Fenster hinein.
Der Alarm war bestimmt noch nicht los gegangen. Ihr Vater kam immer nochmals zu ihr ins Zimmer, bevor er selber auch ins Bett ging. Das war auch erst in circa einer Stunde oder noch später. Laura war sich nicht mehr sicher, ob der Alarm erst aktiv war, wenn die Erwachsenen auch im Bett waren, aber sie wollte natürlich nichts riskieren.
Als sie auf ihrer Fensterbank landete, war sie sehr erleichtert, dass sie es geschafft hatte, ohne erwischt zu werden.
Sie sah sich im Zimmer um, ob sie nicht vielleicht schon von Snape erwartet wurde. Sie atmete zufrieden auf, als alles so war, wie sie es verlassen hatte.
TBC...
