Schnell versteckte Laura Harrys Besen wieder unter dem Bett. Sie legte sich kurz auf dieses, nur für den Fall, dass der Alarm schon aktiv war. Wie lange würde sie warten müssen, bis der Alarm wieder deaktiviert war? Egal, es würde schon reichen, dachte sie und stand auf. Dann öffnete sie ihre Zimmertür einen Spalt und spähte hinaus.
Sie hörte ihren Vater und Remus unten reden und lächelte erfreut. Sie schlich zu Harry hinüber, der zwei Zimmer weiter schlief und huschte leise ins Zimmer. Harry wartete schon ganz gespannt. Er hatte sein Pyjamaoberteil ungeduldig um den Finger gewickelt, genau so, wie Laura das manchmal auch tat, wenn sie nervös war.
„He, ich hab dich gesehen, wie du zum Bach geflogen bist. Ging alles gut?" Er konnte kaum still stehen.
„Ja," sagte Laura nur und hielt ihm die Flasche hin. Harry grinste. Sofort setzten sie sich auf den Boden und öffneten den Korken der Flasche.
Der Zettel steckte schon im Flaschenhals, wohin die Kinder ihn am Nachmittag mit den Ästchen gefischt hatten.
Laura griff vorsichtig hinein, damit sie den Zettel nicht zurück in die Flasche stopfte.
Endlich! Laura zog das ersehnte Papier hinaus und entrollte es. Gespannt sahen sie auf das, was sich als alt aussehendes Couvert entpuppte und darauf geschrieben stand kaum lesbar "Für Elise " es stand auch ein Nachname, den sie aber nicht mehr entziffern konnten. Sie sahen sich gespannt an. Harry nahm den Umschlag und sah ihn sich von allen Seiten an. "Der sieht alt aus," sagte Harry.
"Mach schon auf!" drängte Laura. Harry öffnete den Briefumschlag und zog ein Stück Stoff hinaus, das tatsächlich wie ein Plan, oder eben wie eine Schatzkarte aussah. Das war so was von aufregend!
Es war kaum was geschrieben und die wenigen Worte, die zu erkennen waren, sahen aus, wie getrocknetes Blut. "Flucht... alles..ehhm...alles Gute" las Harry etwas stockend vor und sah Laura fragend an, während er ihr den Fetzen unter die Nase hielt.
Sie nickte. "Ja, das könnte sein, und das da ist wohl der Name des Typen. Kann man aber gar nicht lesen, total verschmiert," sagte sie aufgeregt, aber ärgerte sich, dass es nicht lesbarer war. Die Worte standen ganz oben auf dem Fetzen, eine einfache Skizze war darunter gezeichnet. „Hmm, wo ist das wohl?" fragte Laura, als sie die Karte einmal umgedreht hatte.
„Also das hier ist ein Bach," sagte Harry und zeigte auf eine leicht geschlungene Linie, die sich quer durchs Papier zog.
„Normalerweise sind doch Schätze meistens auf einer Insel," meinte er. „Das sieht aber nicht nach einer Insel aus."
„Weißt du was?" sagte Laura plötzlich. „Das ist vielleicht dieses Dorf, hier? Sieh mal, das hier ist der Wald und das sind die Häuser vom Dorf und hier oben, das könnte doch dieses Haus sein. Hier ist ja auch sowas wie ne Mauer gezeichnet, oder nicht?"
Harry sah sie zweifelnd an. „Schon noch Zufall, dass ausgerechnet eine Schatzkarte von diesem Dorf hier bei uns ankommt, nicht?"
Laura rümpfte die Nase. „Ja schon, aber derjenige, der sie gemacht hat, wusste ja auch nicht, dass sie hier bei uns hängen bleibt. Vielleicht ist die ja schon viele Jahre dort. Er wollte vielleicht, dass sie bis zum Meer treibt. Vielleicht hatte derjenige die Hoffnung, dass der Brief irgendwie zu dieser Elise gelangt. Er hat ja geschrieben, dass er auf der Flucht ist, und das war wahrscheinlich seine einzige Chance an seine Geliebte zu schreiben."
Die Kinder spannen eine abenteuerliche Geschichte um den merkwürdigen Plan, die immer spannender und dramatischer wurde. Die Phantasie der Kinder lief auf Hochtouren und sie hatten ganz rote Wangen. "Ich glaube, das ist aus Segeltuch," meinte Harry. "Und ich wette, der Plan ist schon uralt."
"Wenn da wirklich ein Schatz liegt, dann sollten wir nachsehen. Diese Elise ist bestimmt schon lange tot. Und der Schatz liegt unentdeckt seit hundert Jahren hier in der Erde. Und zu verlieren haben wir ja nichts, nicht wahr?" sagte Laura aufgeregt, aber sie brauchte nicht sehr viel Überzeugungskraft, denn Harry lächelte zustimmend.
"Am besten mit dem Tarnumhang," dachte Harry laut nach. Das fand Laura eine gute Idee.
Allerdings überkam nun genau in diesem Moment ein schlechtes Gewissen das kleine Mädchen, das mit ihrem Freund am Boden kniete. Das war nicht das, was Snape damit gemeint hatte, dass sie beim Haus bleiben sollten. Und das Kreuz war definitiv nicht nahe genug beim Haus. Die Männer hatten ihnen genau gesagt, bis wohin sie sich entfernen durften.
"Das muss ja hier ganz in der Nähe sein, den Bach hinauf. Snape und Remus werden nicht mal merken, dass wir kurz weg waren. Oder ich gehe alleine nachsehen," plante Harry schon weiter und tippte auf die Karte.
Laura zögerte. „Ja, wenn nichts dort ist, dann ist eben Pech, wir haben wirklich nichts zu verlieren," sagte sie und klang dabei aber nicht ganz so überzeugt von sich selbst. "Die Skizze scheint mit Kohle oder so geschrieben," bemerkte sie und fuhr mit dem Finger über die Karte. "Wieso sind denn die Worte nicht auch damit geschrieben, wäre bestimmt besser leserlich. Was, meinst du, bedeutet das?"
„Genau diese Frage stelle ich mir auch gerade. Was bedeutet das hier?" Harry und Laura fuhren zusammen und sahen Snape und Remus an der Tür stehen. Die beiden Männer schienen nicht besonders begeistert, dass ihre Schützlinge hier eine Privatparty veranstalteten.
Den Plan zu verstecken war sinnlos. Die Kinder liefen ziemlich rot an.
„Ehhmm.... wir... ehm wir haben eine Flaschenpost gefunden heute... und wir..." stotterte Laura vor sich hin. Snape kreuzte die Arme vor der Brust und hob eine Augenbraue. Remus sah gespannt auf die Kinder hinunter.
„Ja?" sagte Snape.
„Wir dachten, es ist vielleicht eine Schatzkarte," sagte Laura leise und stand auf. Harry tat es ihr nach und die Kinder traten einen Schritt zurück, als Snape rasch nach der Karte griff. Er zog sie Laura aus der Hand und sah sie sich an. Remus stand direkt neben ihm. Laura sah zu ihm auf und biss sich auf die Lippen.
Harry senkte den Blick, als Remus ihn ansah.
„Mir ist nicht aufgefallen, dass du eine Flasche dabei hattest, als ich euch heute vom Bach holen musste," sagte Snape und sah die Kinder erwartungsvoll an.
Laura schluckte.
„Ja... ich.... hatte sie schon am Morgen ins Haus gebracht," log sie und wurde dabei ganz rot im Gesicht. Sie sah schnell zu Boden.
Snape lehnte sich zu ihr hinunter. „Ich denke, dass du in der Zwischenzeit wissen solltest, dass ich es nicht schätze belogen zu werden. Also, wenn du dir einen Gefallen tun willst, sagst du jetzt sofort die Wahrheit." Seine Stimme war leise und samtig, aber Laura hörte den warnenden Ton klar heraus.
„Ich bin sie vorhin holen gegangen," sagte sie kaum hörbar. Snapes Augen verengten sich.
„Wie?" fragte er nur. Er hätte es ganz sicher gemerkt, wenn sie sich an ihm vorbei geschlichen hätte.
Laura antwortete nicht sofort. „Mit dem Besen," piepte sie und hatte einen so schuldbewussten Blick, dass Remus mühe hatte, ernst zu bleiben.
Snape schüttelte den Kopf und schaute immer noch streng. „Geh in dein Zimmer. Die Karte nehme ich vorläufig an mich. Remus und ich werden uns das genau ansehen. Ist sehr auffällig, dass ausgerechnet hier so eine Flaschenpost ankommt. Das könnte ein Trick oder eine Falle sein."
Er zeigte zur Tür und sah Laura an, die in sicherem Abstand an Snape vorbei und zur Tür raus ging.
Snape gab Harry noch einen ernsten Blick und ging dann Laura nach. Remus blieb bei Harry, der einen ziemlich zerknirschten Eindruck machte.
s s s s s s s
Laura kletterte schnell in ihr Bett und deckte sich zu.
„Bitte nicht böse sein, Dad," sagte sie, kaum hatte Snape ihr Zimmer betreten, und gab ihm einen guten Dackelblick. „Es war halt so spannend und wir wollten unbedingt wissen, was auf dem Papier stand."
Snape setzte sich zu ihr an den Bettrand. „Ich würde sagen, ihr habt den Bogen ziemlich überspannt, heute. Erst muss ich euch holen kommen, weil ihr nicht gehorcht, dann fliegst du mit dem Besen zum Fenster raus, wenn du eigentlich im Bett sein solltest, dann schleichst du dich in Harrys Zimmer und lügst mich zu alle dem auch noch an." Ja, Severus klang nicht sehr erfreut und Laura wurde es mulmig im Magen.
Sie sah zerknirscht zu ihrem Vater auf. „Krieg ich jetzt eine Strafe?" fragte sie leise und biss sich auf die Unterlippe. Hoffentlich bekam sie keins auf den Hintern, dachte sie.
Snape sah sie einen Moment an und sie wand sich unter seinem strengen Blick. „Verdient hättest du es bestimmt, nicht wahr?" fragte er, schien aber keine Antwort zu erwarten. „Du kommst nochmals mit einem blauen Auge davon und einer Warnung, dass ich beim nächsten Mal nicht mehr so nachsichtig sein werde mit dir. Du musst dich nun gewaltig zusammen nehmen, denn sonst setzt es wirklich was, klar?"
Laura nickte eifrig. „Ja, Sir. Danke," fügte sie etwas beschämt hinzu.
„Ich verstehe, dass so etwas interessant ist für Kinder wie euch," sagte Snape und hob den Zettel etwas hoch. „ Aber nach allem, was in letzter Zeit hier vorgefallen ist, sollte man mit solchen Dingen vorsichtig sein. Was, wenn jemand euch hier weg locken möchte?"
Laura saugte an ihrer Unterlippe. Natürlich hatte sie nicht an sowas gedacht.
„Ihr hättet mir das sofort zeigen sollen, Laura." Sie nickte wieder und nahm dann Snapes freie Hand.
Sie steckte ihre Finger zwischen Snapes größere und sagte: "Es tut mir Leid, Dad. Auch dass wir Milly nicht gehorcht haben."
Snape sah sein Kind an. „Dann sagst du es ihr vielleicht am Besten selbst und entschuldigst dich. Allerdings muss ich zugeben, dass ihr euch besser benehmt, als ich befürchtet habe."
Laura lächelte zu Snape hinauf. Ein Lob! Und sogar eines, das Harry beinhaltete! Das grenzte an ein Wunder. Sie hatte immer ein wenig das Gefühl gehabt, dass er den Jungen nicht sonderlich mochte. Allerdings gab es wohl überhaupt sehr wenige Kinder, die er zu mögen schien, und wenn, dann waren es Slytherins. Snape stand auf und zog den Vorhang zurecht.
Dann beugte er sich hinunter, und strich Laura mit der Hand über die Wange.
Sie hielt ihn zurück, als er sich wieder aufrichten wollte, setzte sich auf und gab ihm noch ein paar Küsse, die Snape über sich ergehen ließ. Laura lächelte bei dem Gedanken, was wohl seine Hogwartsschüler sagen würden, wenn sie wüssten, dass Snape sich so küssen lies. Snape würde wohl lieber sterben, als das einen seiner Schüler sehen zu lassen. Laura kicherte und Snape sah sie fragend an.
„Was?" fragte er ungeduldig.
„Nichts, Dad. Nichts Wichtiges," sagte sie schnell.
Snape wollte sich nun diese mysteriöse Karte genauer ansehen, mit Lupin. Wer wohl da wieder dahinter steckte? War das wohl sein Vater? Würde er so einen Trick anwenden? Er wusste es nicht. Er kannte diesen Mann nicht. Aber wer konnte es sonst sein? Oder war das alles harmlos und von Kindern gemalt? Oder Malfoys Hauselfe? Irgend etwas schien diese von den Kindern zu wollen.
„Schlaf jetzt, und keinen Unsinn mehr in den nächsten Tagen, klar?"
Laura nickte. „Klar."
„Dad?" fragte sie, als Snape ihr die Decke höher zog. „Könnte Harry nicht einen Zaubertrank nehmen, damit er keine Brille mehr braucht?"
Was alles in diesem Kopf vorging, erstaunte Snape.
Er schüttelte den Kopf. „Nein,Laura, das geht nicht. Bei Erwachsenen gibt es gewisse Möglichkeiten mit Magie etwas dagegen zu tun. Aber wenn jemand noch nicht ausgewachsen ist, und sich die Augen noch ziemlich verändern, geht das nicht."
„Schade," murmelte sie und drehte sich zur Seite.
„Dein Dad hat geschrieben, dass er uns vermisst. Und dass er mich gerne wiedersehen würde, und dich auch," sagte sie ganz leise, aber sie wusste, wie gut Snapes Ohren waren.
„Hm," antwortete er und ging zur Tür.
„Du hast mir überhaupt keinen Kuss gegeben, Dad," sagte Laura und setzte sich nochmals auf. Es war ihr wichtig, dass sie wieder reinen Tisch hatte mit ihrem Vater und sah, dass er nicht mehr böse war. Sonst würde sie nicht schlafen können.
Snape verdrehte leicht die Augen. „Hast du mir nicht gerade dutzende aufs Gesicht gedrückt?" fragte er etwas ungeduldig.
„Ja, die hab ich dir gegeben, aber du hast mir keinen gegeben," erwiderte sie.
Wenn dieses Kind nur noch ein paar Sekunden raus schlagen kann, ist sie zufrieden, dachte Snape etwas genervt, ging aber trotzdem nochmals zu ihrem Bett.
Er beugte sich zu ihr hinunter und gab einen schnellen Kuss auf die gespitzten Lippen seiner Tochter.
s s s s s s s s s s s s s s s s s s s
„Meinst du, Laura ist in großen Schwierigkeiten" fragte Harry, der auch ein wenig geschimpft worden war von Remus. Er hatte ihm das ähnlich erklärt, wie Snape Laura.
„Das ist Professor Snapes Sache, wie er mit dieser Situation umgeht. Ich glaube nicht, dass sie in sehr großen Schwierigkeiten ist, Harry," sagte Remus und lächelte ihn an.
"Ihr müsst einfach das nächste Mal überlegter reagieren, wenn ihr so etwas findet. Leider gibt es nicht nur Menschen, die einem Gutes wollen." Remus sah Harry ernst an und der Junge nickte.
„Remus?" meldete sich Harry nun etwas leiser. „Mit dieser Brille sehe ich schlecht," sagte er so leise, dass der Mann ziemlich die Ohren spitzen musste.
„Habt ihr sie denn nicht angepasst?" fragte er erstaunt. Harry schüttelte entschuldigend den Kopf.
„Seit wann siehst du nicht mehr gut, mit der Brille?" fragte der Werwolf. Diese Dursleys gingen ihm von Tag zu Tag mehr auf die Nerven und er hätte ihnen gerne einen unangenehmen Besuch abgestattet.
„Schon lange," gestand Harry.
Remus sah ihn streng an. „Und wieso erfahre ich das erst jetzt?"
Harry biss sich auf die Unterlippe. Er hatte ja nicht gewusst, dass das Remus interessierte.
„Ich wollte dich nicht mit solchem Zeug belasten."
Remus sah nun noch strenger zu dem Jungen hinunter. „Belasten? Harry, genau dafür bin ich ja da. Du hättest das schon lange jemandem melden müssen. Zum Beispiel deiner Hauslehrerin. Wenn du nochmals so etwas vor mir verheimlichst, junger Mann, dann bist du derjenige, der in großen Schwierigkeiten ist, verstanden?"
Er hatte ernst gesprochen, aber nun umspielte ein Lächeln seinen Mund. Harry nickte. „Ja, Sir," sagte er brav, lächelte aber schelmisch.
Remus war einfach so gut zu ihm und kümmerte sich so sehr. Alles schien ihm wichtig zu sein. Ein angenehmes Gefühl breitete sich in seinem Bauch aus und er fühlte sich sehr geschmeichelt.
„Wir werden uns bald darum kümmern, Harry. Schlaf jetzt gut."
Damit bekam Harry einen Kuss auf die Stirn und drehte sich mit einem glücklichen Lächeln auf die Seite. Remus strich ihm durchs Haar und verließ das Zimmer.
s s s s s s s s s s s s s s s
„Wenn wir die Botschaft ignorieren, finden wir nicht heraus, wer dahinter steckt," sagte Severus und nahm einen Schluck Wein. "Und wie Laura es so treffend formuliert hat, haben wir nichts zu verlieren, wenn wir das verfolgen."
„Und was genau sollen wir tun?" fragte Remus etwas besorgt. Er sah auf die Karte, die vor ihnen auf dem Tisch lag. „Für mich sieht das nicht aus, wie von einem Kind. Ich weiß nicht wieso, aber ich habe einfach so das Gefühl, das da was anderes dahinter steckt. Könnte durchaus sein, dass jemand die Kinder weglocken möchte."
Die Männer hatten die Karte untersucht, um heraus zu finden, ob sie irgendwie magisch war, was nicht der Fall war. Aber sie war auch nicht alt, obwohl das ganz klar so aussehen sollte.
„Jemand der weiß, dass die Kinder im Bach baden. Falls die Nachricht wirklich für Laura und Harry bestimmt war, wusste derjenige, der die Flasche in den Bach getan hat, dass die Kinder sie dort finden würden.
Es könnte der Hauself von Malfoy sein. Aus einem Grund hatte er die Kinder ja auch beobachtet. Ärgerlich, dass wir nicht rausgefunden haben, was der von den Kindern wollte." Severus nachdenklich auf die Karte und nahm sie vom Tisch.
Remus fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. „Was, wenn irgendwelche Todesser oder so an die Kinder wollen? Oder zumindest an Harry?" Er klang etwas besorgt.
Die Männer unterhielten sich noch eine Weile und beschlossen dann, mit Albus Dumbledore zu reden. Falls das wirklich eine Falle war, wollten sie Unterstützung.
„Dass die Kinder gar nicht aus dem Schutzzauber raus können, genau so wenig, wie diese Person rein kann, schien der Kartenzeichner nicht zu wissen," sagte Remus.
„Offensichtlich," meinte Snape . Er stand auf, ging zum Kamin und nahm eine Hand voll Flohpulver. Er steckte den Kopf hinein und sagte: „Albus, könnten Sie bitte zu mir durch kommen, ich möchte Sie dringend sprechen."
s s s s s s s s s s s s s s s s
Dumbledore sah halb belustigt und halb ernst zu Snape und Lupin, als dieser seine Idee verkündete.
„Entschuldigen Sie, Remus. Die Idee ist bestimmt nicht schlecht. Aber auch wenn Sie Beide das genaue Ebenbild der Kinder wären, mittels Vielsafttrank, Ihre Bewegungen und Gestik würde Sie innert kurzer Zeit verraten."
Dabei dachte er vor allem an Snape, der sich niemals wie ein kleines Mädchen benehmen könnte.
Snape wurde ungeduldig, aber Albus' Bedenken waren natürlich berechtigt. Und eigentlich hatte er auch nicht wirklich Lust, sich in Laura zu verwandeln. Remus' Vorschlag, sich mittels Vielsafttrank zu verwandeln und dann als Harry und Laura der Sache auf den Grund zu gehen war natürlich schon etwas speziell.
„Sie haben wahrscheinlich Recht, Albus," gab Remus zu.
Snape sah zum Schulleiter hin, der es sich auf seinem Sofa bequem gemacht hatte. „Die Kinder aber selber gehen zu lassen, scheint mir riskant."
Dumbledore staunte über Snapes Zurückhaltung. Er schien mittlerweile eine ziemliche Mutterhenne geworden zu sein.
„Wenn wir uns alle Drei mit einem Desillusionierungszauber unsichtbar machen und ihnen zur Seite stehen, für den Notfall, denke ich, dass es sicher genug ist," meinte der ältere Zauberer ruhig.
Severus hob eine Augenbraue und überlegte einen Moment.
„Also gut. Wir können es versuchen. Vielleicht ist ja auch nichts dahinter. Und falls doch, denke ich, dass wir im Stande sind, die Kinder zu beschützen. Ich möchte gerne herausfinden, wem daran gelegen ist, die Kinder von zu Hause weg zu locken. Sonst besteht auch die Gefahr, dass er es wieder versucht."
Dumbledore sah über seine Halbmondgläser, die er ziemlich weit vorne auf seiner großen Nase trug und erwiderte: „Falls wirklich jemand dahinter steckt und es nicht einfach ein Kind mit etwas Fantasie war."
Remus und Severus nickten und verabredeten sich mit Albus für übermorgen, da Remus am nächsten Tag sein Vorstellungsgespräch hatte.
Albus nickte und lächelte. „Bis übermorgen dann und einen angenehmen Abend wünsche ich Ihnen beiden."
„Ebenfalls," antwortete Severus, und Remus wünschte eine gute Nacht, bevor der alte Mann in den Kamin trat.
s s s s s s s s s s s s s
Die Kinder waren mehr als aufgeregt, als sie von dem Plan hörten. Dass sie dabei helfen durften, heraus zu finden, wer die Flaschenpost gemacht hatte, grenzte beinahe an ein Wunder.
Wenn doch nur schon morgen wäre, dachten die Kinder freudig erregt.
„Komm, wir gehen ein wenig an den Bach," sagte Laura. Irgendwie mussten sie die Zeit rumbringen bis morgen.
„Ich fühl mich nicht so gut," sagte Harry, der wirklich etwas blass schien. Er war auch etwas still gewesen, diesen Morgen. Zwar hatte die ganze Aufregung von seinem Kopfschmerzen abgelenkt, aber nun spürte er den dumpfen Schmerz wieder besser. Seine Nase war auch verstopft und sein Kopf fühlte sich an wie mit Watte ausgestopft. Es hatte den Eindruck, als höre er auch nicht wirklich gut.
„Was hast du denn?" fragte Laura besorgt.
„So Kopfweh und so," antwortete Harry und griff sich an die Stirn. Lauras Alarmglocken läuteten sofort.
„Oh nein! Voldemort?" fragte sie, aber Harry schüttelte den Kopf.
„Nein, der Schmerz ist ganz anders. Eher, wenn ich den Kopf bewege oder wenn ich mich nach vorne beuge und so. Meine Nase ist auch ganz zu. Ich lege mich wohl am Besten ein wenig hin," Harry sah Laura müde an. Er war selten krank, aber wenn, dann war das immer schlimm gewesen, bei den Dursleys, weil nichts mit Ausruhen war.
„Klar. Ich sag meinem Vater Bescheid, dann kann er dir etwas geben." Laura legte ihm die Hand an den Kopf.
„Ich glaube du hast Fieber."
Harry schüttelte leicht den Kopf. „Nein, ist schon gut. Du musst ihn nicht stören, es würde ihn nur nerven. Und es geht schon. Wenn ich mich hinlegen kann, wird es bestimmt gehen." Harry fand es sehr schade, dass Remus nicht hier war. Dem hätte er es sagen können. Und er wusste, dass Snape nicht gerade angetan war von ihm. Aus Erfahrung mit den Dursleys wusste er, dass es nie sehr ratsam war, Erwachsene mit solchen Dingen zu belasten.
„Harry, wenn du krank bist, musst du es doch sagen, du kannst ja nichts dafür. Du tust das ja nicht, um jemanden zu ärgern, oder?"
„Nein, natürlich nicht," antwortete Harry leise. „Aber ich bin schon froh, wenn ich mich hinlegen darf. Bei den Dursleys musste ich immer all meine Arbeiten erledigen, egal wie schlecht es mir ging. Da habe ich mich manchmal so danach gesehnt, mich im meinem Bett zu verkriechen." Der Freund lächelte etwas gezwungen.
Laura verspürte ein weiteres Mal das dringende Bedürfnis, diesen Dursleys die schlimmsten Flüche an zu hexen, die es gab.
s s s s s s s s
„Laura, komm her!" rief Snape ein paar Minuten später scharf.
Laura überlegte, was sie falsch gemacht haben könnte, dass er sie so streng rief. Er war doch eben noch in seinem Labor gewesen, um zu brauen. Gerade hatte sie sich zu ihm gesellen wollen, um zu sehen, ob sie helfen durfte.
Ihr fiel nichts ein, das sie hätte verbrochen haben können, um ihren Vater zu verärgern.
Sie ging schnell die Treppe hinunter. „Wo bist du, Dad?" fragte sie mit einem unguten Gefühl.
„Hier unten im Keller," kam es nicht weniger ärgerlich, als vorhin.
Zögernd ging sie die Kellertreppe hinunter. Vor dem Labor stand ihr Vater und hatte etwas in der Hand.
Lauras Augen begannen zu leuchten, als sie dieses Etwas erkannte.
„Jimmy!" rief sie hoch erfreut. Sie rannte auf Snape zu und umarmte ihn stürmisch. „Du hast sie gefunden! Danke hunderttausendmal!"
Sie packte das Tierchen und sah dann fragend zu Snape auf, der immer noch mit strenger Miene da stand und ihr einen ernsten, etwas bösen Blick gab. Sie war sich allerdings nicht sicher, ob sie nicht ein Leuchten in seinen Augen gesehen hatte, das ihr normalerweise verriet, dass er nicht wirklich so ärgerlich war.
Sie hielt den Kopf etwas schief, und musterte ihn fragend.
„Dieses Biest da, hat meine teuren Käfer gefressen, junge Dame!" sagte er. „Sie ist mir eben in die Falle gegangen." Er tönte ziemlich zufrieden mit sich. Obwohl er das vorwurfsvoll ausgesprochen hatte, merkte Laura, dass es nicht gegen sie gerichtet war. Und trotzdem fühlte sie sich irgendwie schuldig, weil sie es schon lange gewusst hatte.
Laura schaute etwas verlegen und schuldbewusst. Snapes Augen verengten sich darauf.
„Sag jetzt nicht, dass du das gewusst, hast!" Seine Stimme war plötzlich rasiermesserscharf. Laura biss sich auf die Lippen.
„Miss Smethurst!!??"
Sie sah ihn mit Hündchenaugen an und schloss Jimmy beschützend in ihre Arme.
„Sie hat ja nicht gewusst, dass die Käfer teuer waren," sagte sie kleinlaut. „Und ich wollte nicht, dass du böse auf sie bist."
„Ich bin nicht auf sie böse, sie ist ein Tier ohne großartigen Verstand. Aber ich bin doch ziemlich empört darüber, dass du es gewusst hast und mir nichts gesagt hast. Sie hätte ja noch dutzende Käfer fressen können!"
Lauras Augen nahmen nun einen leicht trotzigen Ausdruck an, als sie keck erwiderte: "Ich kenne dich doch, Dad. Ich wusste, dass du dich nicht nochmals bestehlen lässt. Ich dachte, du würdest einen Zauber machen, damit niemand hier rein kann. Dann hätte sich das Problem ja auch erledigt."
Nun blieb Snape beinahe der Mund offen stehen. So eine Frechheit, dachte er. Leider gelang es ihm nicht optimal, das Lächeln, das sich in seinen Mundwinkeln zeigte, zu verbergen.
Natürlich hatte er einen Zauber auf den Glaskasten gelegt, wo er seine Krabbeltiere aufbewahrte, aber er hatte den Käferdieb ertappen wollen, nachdem er sich ernsthaft gefragt hatte, wer hier in sein Labor eindringen konnte.
Er hatte schon vor Jahren einen Antikatzen-Zauber rund um sein Grundstück gelegt, da er deren Besuch nicht schätzte. Bei einem Vogel konnte er sich nicht vorstellen, dass einer hier hinein fliegen würde. Außerdem war der Spalt im Fensterchen, der immer offen stand, um die Dämpfe der Zaubertränke entweichen zu lassen, so schmal, dass kaum ein größerer Vogel fähig gewesen wäre, hier hinein zu gelangen.
An das Streifenhörnchen hatte er nicht gedacht, zumal es seit geraumer Zeit vermisst wurde.
„Dein Marder hat übrigens Nachwuchs," sagte Snape nach einer Minute. Laura sah ihn erstaunt an und dann das Streifenhörnchen. Sie ging vor lauter Überraschung nicht einmal auf Snapes Neckerei ein. Sie nervte sich normalerweise immer, wenn Snape Jimmy nicht als Streifenhörnchen bezeichnete, nun war sie aber verblüfft, über den Rest seiner Aussage.
„Wieso weißt du das?" fragte sie und musterte Jimmy genauer. Sie war deutlich dünner, als das letzte Mal, als sie sie gesehen hatte, aber das würde ihrem Vater doch wohl kaum aufgefallen sein.
„Sie hat Zitzen," sagte er knapp und Laura drehte das Tier auf den Rücken um den Bauch ansehen zu können. Tatsächlich fühlte sie kleine Knöpfchen am behaarten Bauch.
„Jupiiee!" sagte sie und ihre Augen glänzten erfreut. „Nun habe ich viele Streifenhörnchen!"
Snapes Gesicht verfinsterte sich sofort. „Nein, hast du nicht!" Sie sah ihn enttäuscht und empört an. „Du hast dieses Streifenhörnchen und sonst keines! Außerdem werden die Jungen in der Freiheit aufwachsen, wo sie hin gehören."
Laura sah ihn verärgert an, sagte aber nichts, sondern streichelte Jimmy.
„Jimmy wird zurück kommen, wenn die Jungen flügge sind."
Darüber freute sich Laura allerdings. „Dad? Du hast doch gesagt, dass Streifenhörnchen hier nicht einheimisch sind und dass Jimmy ein spezielles Streifenhörnchen ist, da es aus dem verbotenen Wald stammt? Mit wem kann sie denn die Babys gemacht haben?"
Snape war da etwas überfragt, und es war ihm auch ziemlich egal. „Vielleicht ist ein Marder oder ein Eichhörnchen oder was weiß ich was der Vater," meinte Snape und schritt wieder in sein Labor, wo er einen Glasbehälter mit getrockneten Pilzen vom Regal holte. Laura ging ihm hinterher, denn sie war mit der Antwort noch nicht ganz zufrieden.
„Aber, geht denn das? Ich meine, können verschiedene Tiere miteinander Kinder machen? Können ein Hund und eine Katze Babys haben oder ein Mensch und ein..."
„Nein," unterbrach Snape das Mädchen, dessen Gedankengänge ihm allmählich zu weit gingen. „Bei Menschen geht das nicht. Das ist bei einigen, nahe verwandten TIERarten möglich. Hund und Katzen sind nicht nahe verwandt."
„Das gäbe bestimmt lustige Hundekatzenbabys," meinte Laura verschmitzt lächelnd.
„Bei Tieren spricht man nicht von Kindern und Babys, sondern von Jungen. Und ja, das würde bestimmt interessant aussehen. Am besten lässt du Jimmy jetzt wieder laufen, und sag ihr, sie soll sich ihre Leckerbissen im Garten suchen und nicht in meinem Labor."
s s s s s s s s s
Laura ließ Jimmy nicht gerne gehen, aber sie begriff, dass sich das Tierchen um die Jungen zu kümmern hatte.
„Darf ich dir helfen, Dad?" fragte sie hoffnungsvoll. Snape sah sie etwas erstaunt an.
„Wo ist Mr. Potter?"
Severus setzte sich an den Holztisch im Labor auf einen Schemel. Laura kam zu ihm uns lehnte sich an ihn.
Sie zupfte ein Staubkörnchen von Snapes Schulter und legte dann ihren Arm um ihn. Sie genoss es, wiedermal mit ihm alleine zu sein.
„Er fühlt sich nicht gut. Er hat sich hin gelegt." Sie setzte sich auf seinen Schoss, was er inzwischen so gewohnt war (und es hin und wieder auch so genoss), dass er dabei nicht einmal mehr die Augen verengte oder sie anblitzte.
Er sah zu ihr hinunter und fragte ernst: "Und wieso sagt er mir das dann nicht?"
Laura sah zu ihrem Dad auf. „Er wollte nicht, dass ich dir etwas sage. Ich glaube, er hat sich nicht getraut. Und er wollte dir nicht auf den Sender gehen."
Snape gab ihr einen sanften Klaps auf den Rücken. „Sprich anständig, Laura."
„'tschuldigung. Er wollte dich nicht verärgern und er war schon froh, dass er ins Bett durfte. Bei den Dursleys musste er immer seine Arbeiten erledigen, auch wenn er ganz krank war." Snape hörte, dass Laura darüber empört war und ihr der Freund Leid tat.
Er musste zugeben, dass, je mehr er über diese Dursleys erfuhr, seine Abneigung diesen Muggeln gegenüber desto größer wurde.
Und er hatte angenommen, Harry würde dort nach allen Regeln der Kunst verwöhnt!
„Was fehlt Mr. Potter denn?" fragte er ganz neutral.
Laura erklärte ihrem Vater, was Harry plagte. Dann kuschelte sie sich näher an ihren Dad und legte die Arme um seine Mitte. Sie drückte sich an ihn und grub ihr Gesicht in seine Kleider.
Es roch so gut nach ihrem Vater. Sie spürte, wie auch er sie hielt und sich entspannte. Nach einer kleinen Weile richtete er sich auf und stellte seine Tochter auf ihre Beine.
„So, ich will nach Mr. Potter sehen. Du kannst dieser Wurzel da noch etwas die Rinde abkratzen mit diesem Messerchen da."
Er zeigte auf ein kleines Messer und Laura setzte sich auf den Schemel, wo vorher ihr Vater gesessen hatte und nickte.
„Danke, Dad, dass du dich um Harry kümmerst. Er ist so froh, dass er nun Remus hat."
Snape nickte und ging dann zu dem Schrank, wo er verschiedene Tränke aufbewahrte. Er nahm einige davon und schritt Richtung Tür.
„Du fasst nichts anderes an, Madam!"
Laura verdrehte die Augen, allerdings erst, als sie ihn die Treppe rauf gehen hörte.
s s s s s s s s s s s s s s s s s s
„Solange Sie hier bei mir wohnen, Mr. Potter, bin ich auch für Sie verantwortlich. Ich wünsche, dass Sie sich melden, wenn es Ihnen nicht gut geht. Ist das klar?"
Harry sah ihn mit fiebrig glänzenden Augen an und nickte. „Tut mir Leid, Sir. Aber ich dachte, Sie hätten bestimmt etwas Besseres zu tun, als sich mit mir beschäftigen zu müssen."
Snape sah ihn streng an. „Mit was ich mich zu beschäftigen habe, braucht Sie nicht zu kümmern, Mr. Potter. Aber wenn Sie krank sind, will ich informiert werden. Setzen Sie sich etwas auf und trinken Sie das hier."
Harry rieb sich über die Augen und rappelte sich etwas auf. Er nahm das kleine Fläschchen mit Zaubertrank und rümpfte die Nase schon, bevor er den ersten Schluck getrunken hatte.
Er hatte schon viele solcher ekligen Tränke getrunken in der Krankenstation und er wusste, dass sie zwar scheußlich schmeckten, aber wirklich super halfen.
Sein Kopf fühlte sich augenblicklich klarer, seine Nase frei, als er die rötliche Flüssigkeit geschluckt hatte.
Es folgte ein türkisblauer Trank, der, wenn überhaupt möglich, noch schlimmer schmeckte. Er fühlte sich viel wohler, aber auch sehr müde. Das dumpfe Gefühl in seinem Kopf war verschwunden. Das tat gut!
Snape setzte sich neben dem Jungen aufs Bett, was diesen sehr erstaunte, aber bevor er sich dazu Gedanken machen konnte, merkte er, wie seine Augen zu fielen.
„Schlafen Sie, Harry," sagte Snape, was ziemlich überflüssig war, weil Harry schon fast im Land der Träume war. Er nahm aber noch wahr, dass Snape ihn beim Vornamen genannt hatte.
Snape saß da und starrte auf das schlafende Kind. Lilys Kind. Oh, Lily!
Niemals hatte er seine große Liebe vergessen. Niemals wirklich los gelassen. Er hatte sich mit verschiedenen Frauen zu trösten versucht.
Es hatte nichts geholfen. Er hatte solche ausgesucht, die Lily ähnlich sahen, aber das hatte es nur schlimmer gemacht. Er hatte es nicht ertragen.
Nun lag da ihr Kind. Das Einzige was noch da war von ihr. Außer seinen Erinnerungen an sie.
Dass Remus sich um den Jungen kümmerte, gab ihm ein angenehm beruhigendes Gefühl. Er wollte nicht, dass es Lilys Kind schlecht ging.
Natürlich war er auch Potters Sohn. Aber konnte der Junge etwas dafür? Er hatte seine Eltern ja nicht mal gekannt!
Severus hielt sich nachdenklich zwei Finger an die Lippen und nervte sich über sich selbst, über seine sentimentalen Gedanken.
Aber trotzdem bereute er es zu ersten Mal, dass er sich dem Jungen gegenüber eher unfreundlich verhalten hatte. Und ablehnend. Dabei war Harry nicht James. In keinster Weise. Er musterte den schlafenden Harry, der nun einmal ganz tief einatmete und sich sichtlich entspannte im Schlaf.
„Dad?" kam Lauras Stimme und er sah sich um. Ob sie gesehen hatte, wie er Harry angestarrt hatte?
Seine Tochter stand da in der Tür und sah ihn mit ihren großen Augen an. Sie hielt sich an beiden Seiten des Türrahmens fest und ließ sich etwas nach vorne hängen.
Er musste lange hier gesessen und gegrübelt haben. Er hatte die Zeit vergessen.
„Ich komme, Laura." Er stand auf und spürte plötzlich Lauras Hand in seiner.
„Danke, Dad," sagte sie, kaum hörbar. Sie sah auf ihren schlafenden Freund und dann zu ihrem Dad hinauf. Sie glitt fast automatisch unter seinem Arm durch, ohne jedoch seine Hand los zu lassen, sodass sein Arm um sie herum lag und lehnte sich leicht an ihren Dad.
"Es wird ihm bald besser gehen," sagte Snape und sah zu, wie sich Harry auf die Seite drehte. Laura nickte an seiner Seite und grinste in sich hinein.
Dann ging Severus mit Laura an der Hand aus dem Zimmer.
TBC...
Meiner Betaleserin scientific ida ein grosses Dankeschön fürs Korrigieren, finde ich wirklich super lieb!
Gruss an alle Sally
