Ich danke allen, die sich die Zeit genommen haben, ein Review zu hinterlassen, sehr herzlich. Ihr seid meine Motivation! Allen anderen, denen diese Geschichte gefällt, danke ich fürs Lesen. :-D

Meiner lieben Betaleserin meinen ganz grossen Dank fürs schnelle Korrigieren . Liebe Grüsse Sally

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Sobald sie zu Hause angekommen waren, klammerte sich Laura wieder an ihren Dad. Er legte auch einen Arm um sie und ging zum Sofa. Laura ließ auf dem Weg dorthin nicht los, sondern stolperte, so halb an ihn geklammert mit ihm mit.

„Also wirklich," schimpfte er. "Ich dachte, du seist bald zwölf. Du benimmst dich aber deutlich jünger, Laura, hmm!"

Laura antwortete nicht, sondern drückte sich so nahe an Snape, wie nur irgendwie möglich. Sie war sowas von froh, wieder zu Hause zu sein, obwohl es ihr bei den Weasleys gut gefallen hatte.

Snape stieß den Atem aus. Er klopfte sanft auf Lauras Rücken und sagte, sie solle ihn jetzt los lassen. Das war aber nicht ihr Plan. Sie war so glücklich wieder hier zu sein. Sie ließ ihn zwar kurz los, aber umarmte ihn dann sofort wieder, als er sich aufs Sofa gesetzt hatte. Sie grub ihr Gesicht in Snapes Halsbeuge. Er gestand sich nicht ein, dass es genau das war, worauf er die ganze Zeit gewartet hatte. Er lächelte leicht.

Eine Weile saßen sie nur ruhig da und Laura schien ihre Position nicht verlassen zu wollen.

„Mrs. Weasley hat mir etwas von einem fliegenden Auto erzählt. Und ich kann nicht gerade sagen, dass ich darüber sehr glücklich bin," sagte er plötzlich.

Laura ließ ihren Schraubstock-Griff los und sah Snape verlegen an. „Ja, Dad" sagte sie kleinlaut. Snape merkte, wie sie sich leicht anspannte.

„Ich kann mich noch ziemlich lebhaft an einen ähnlichen Zwischenfall erinnern, der auch meine Tochter und ein ominöses Flugobjekt beinhaltet. Und ich glaube, mich zu erinnern, dass ich die Fliegerin von damals ziemlich deutlich darauf aufmerksam gemacht habe, dass so etwas sehr gefährlich und leichtsinnig ist."

Er sah sie forschend an mit seinen rabenschwarzen Augen.

Laura senkte den Kopf und sah auf ihre Hände, die nun in ihrem Schoß lagen. Sie saß immer noch auf Snapes Beinen.

„Na?" fragte Snape forschend und sah sie streng an.

Laura wand sich unter seinem fixierenden Blick. „Ja, Dad," hauchte sie. „Ich bin ja nur mitgeflogen," sagte sie leise, obwohl sie wusste, dass das eine schlechte Ausrede war.

Snape legte einen Finger unter ihr Kinn und hob ihren Kopf, damit sie ihn ansehen musste.

„So? Und wenn du nur mitgeflogen bist, heißt das, dass ihr nicht hättet abstürzen können?"

„Ich denke doch," piepte Laura. „Aber die sind nicht zum ersten Mal geflogen und... die hätten gedacht, ich sein ein Feigling..."

„Es ist mir relativ egal, was jemand von dir denkt," vor allem die Weasley-Zwillinge, aber diesen Teil dachte Snape nur im Stillen. „Du bringst dich nicht in Gefahr und alles andere ist mir egal, verstanden?"

Laura schluckte und nickte so gut es ging in Snapes Griff.

"Hast du das verstanden?" fragte er nochmals eindringlich und sah sie intensiv an.

"Ja, Dad," gab sie nun die verbale Antwort, die ihr Vater hören wollte.

„Hast du sonst noch etwas dazu zu sagen?" fragte Snape und Laura sah ihn mit großen Augen an. Sie schüttelte leicht den Kopf.

„Du wirst Morgen nicht mehr zu den Weasleys gehen, sondern mir im Labor helfen. Das,unachdem du hundert mal geschrieben hast 'Ich soll mich nicht leichtsinnig in Gefahr bringen'. Dann schreibst du einen Brief an Mr. Und Mrs. Weasley, um dich zu entschuldigen."

Laura stöhnte, aber sagte nichts außer: „Ja, Sir."

Snape sah noch einen Moment länger in Lauras Augen und ließ dann ihr Kinn los. Laura lehnte ihren Kopf an seine Schulter. „Und lass dir sowas nicht nochmal einfallen!" warnte er streng. Wieder schüttelte Laura nur den Kopf.

„Wie bitte?" fragte er nach. Er mochte es nicht, wenn sie nur nickte.

„Ja, Sir...ehm nein, Sir, ich tus nie mehr," versprach sie, worauf Snape skeptisch die Augenbraue hob.

„Hast du noch Bauchschmerzen?" fragte er, während er ihr unbewusst über den Rücken strich.

Laura schüttelte den Kopf. "Nein, Dad. Hast du mich auch vermisst?" fragte sie.

Als er nicht sofort antwortete, sah sie zu ihm auf.

„Nein, ich habe die Ruhe genossen," sagte er in nicht ganz ernstem Ton. Laura lächelte.

„Du hast mich vermisst!" lächelte sie und er lächelte kurz zurück.

„Dann hattest du also nicht wirklich Bauchschmerzen, nehme ich an?" fragte er wissend.

Laura biss sich auf die Unterlippe. „Doch, eigentlich schon. Ich glaube vor lauter Heimweh. Ich wollte gestern schon so sehr nach Hause, aber Mrs. Weasley war so ärgerlich, wegen des Autos und so, da traute ich mich nicht, was zu sagen. Ich konnte ganz lange nicht einschlafen und musste immer an dich denken."

Ein Gefühlt wälzte sich in Snapes Magen. Es freute ihn sehr, dass Laura an ihn gedacht hatte, auch wenn er es natürlich nicht zeigte. Genau so wenig wie die Tatsache, dass auch er die ganze Zeit an sein Kind gedacht hatte und sie vermisst hatte. Natürlich wusste Laura das auch so.

Dass sie Percy zu einer neuen Frisur verholfen hatten, wollte Laura ihrem Vater dann ein anderes Mal erzählen; nicht, dass er nochmals mit ihr schimpfte.

„So, ab ins Bett mit dir," sagte Snape. Doch Laura war gerade noch eine Frage in den Sinn gekommen, die sie brannte.

„Dad? Hast du schon einmal geküsst?" Sie konnte sich keinen küssenden Snape vorstellen. So richtig küssend jedenfalls, wie die Leute im Fernsehen das taten und die älteren Schüler in Hogwarts. Die fraßen sich ja dabei beinahe die Lippen ab...

Snape war erstaunt über die unerwartete Frage. „Wieso fragst du das?" wollte er wissen.

Laura zuckte die Schultern. "Ich möchte es einfach wissen."

Snape seufzte. In letzter Zeit forderte ihn Laura wirklich heraus mit unangenehmen Fragen. Es gab so einiges, das sie 'einfach wissen' wollte.

„Ist schon vorgekommen," antwortete er knapp. Laura nickte nachdenklich. Sie musste ein wenig lächeln, bei dieser Vorstellung.

„Harrys Mum?"

Nun war es totenstill und Snape sah sie scharf an. „Wieso Mr. Potters Mutter?" fragte er Laura.

„Du warst doch in sie verliebt," sagte sie unsicher. „Oder?"

Snape stand abrupt auf und stellte Laura auch auf ihre Füße. Er schritt zum Fenster, wo nicht viel zu erkennen war, da es draußen schon dunkel war. Trotzdem sah er hinaus in die Nacht.

Laura sah ihren Vater erstaunt an. Ihr war der veränderte Gesichtsausdruck sofort aufgefallen. Schämte ihr Vater sich so, über dieses Thema zu reden? Küssen war doch nicht peinlich, oder?

Oder war der Gedanke an Lily Potter unangenehm. Hatte ihre Frage vielleicht ungute Erinnerungen in ihm geweckt? Hätte sie das nicht fragen dürfen? Aber wieso eigentlich nicht, war ja nichts Unanständiges. Seine Reaktion verwirrte sie etwas.

„Wie kommst du darauf," fragte er ohne Laura anzublicken. Laura trat leise neben ihn und sah zu ihm auf.

„Harry hat ein Fotoalbum, wo die Frau abgebildet ist, deren Foto du auf deinem Nachttisch stehen hast. Und das ist Harrys Mum. Wenn du ein Foto von ihr aufbewahrst, musst du sie sehr gemocht haben," erklärte Laura geduldig. Sie dachte an den Zwischenfall, wo ihnen das Bild hinunter gefallen war. Tatsächlich ein Wunder, dass er damals nichts gemerkt hatte.

Snape antwortete nicht.

Lauras Hand glitt in die ihres Vaters. Sie wollte ihn nicht bloßtellen, aber sie wollte es wissen, denn sie hatte sich schon lange gefragt, was es mit Harrys Mutter auf sich hatte. Sie biss sich auf die Unterlippe.

„Wir waren gute Freunde. Und nein, ich habe sie nicht geküsst," fügte er steif hinzu sein Blick blieb nach draußen gerichtet. „Nun ins Bett, es ist spät." Snape wollte dieser unangenehmen Unterhaltung entkommen. In letzter Sekunde hatte er sich zurückhalten können, Lauras Hand abzustreifen.

„Aber du kannst sie ja auch geliebt haben, ohne sie geküsst zu haben, oder?" Laura gab noch nicht auf.

Snape seufzte. „Kann es sein, dass du wieder mal Zeit schinden willst?" fragte er skeptisch aber Laura schüttelte den Kopf.

„Nein," sagte sie in unschuldigem Ton. „Ich möchte es einfach wissen."

Snape hob eine Augenbraue und sah auf Laura hinunter. Es war mehr als unangenehm.

„Das ist lange her, Laura. Sie war mir… sehr wichtig. Wir kannten uns schon vor Hogwarts und waren eng befreundet. So, und nun bewege dich bitte in dein Zimmer und leg dich ins Bett, ich komm gleich noch zu dir."

Laura wusste, dass sie das Thema nun fallen lassen musste, wenn sie ihren Dad nicht wirklich noch verärgern wollte. Ihr war aber klar, dass ihr Vater Lily wirklich geliebt haben musste, so wie er reagiert hatte. Niemals hätte er sonst zugegeben, dass sie ihm wichtig war. Eine Stimme in ihrem Hinterkopf feixte, dass kein Foto von ihrer Mum auf den Nachttisch ihres Vaters stand und sie unterdrückte das Gefühl, das sich bei dem Gedanken in ihr regte, denn sie mochte es nicht.

Laura nickte und kratzte sich am Arm, der ziemlich juckte und brannte.

„Mein Arm tut weh, Dad, ich glaube ich habe Sonnenbrand." Laura streckte ihm ihren Arm hin.

Er nahm den dünnen Arm in die Hände und begutachtete die Haut. Lauras Arm war schon sehr braun, aber an der Stelle , wo sie die neue Haut hatte, war er wirklich sehr rot. Die Haut sah gereizt aus.

Er hatte vergessen, Molly zu sagen, dass sie einen Sonnenschutzzauber machen sollte. Der hielt jeweils nur einen Tag und musste täglich erneuert werden.

Er nervte sich über sich selbst. Er war doch sonst nicht jemand, der sowas vergaß!

„Geh in dein Bett, Laura, ich hol eine Salbe und bin gleich oben." Laura war froh, einen Grund gefunden zu haben, dass ihr Vater noch etwas bei ihr am Bett bleiben würde.

Nachdem Snape den Arm dick mit einer weißen, sehr gut riechenden Salbe eingerieben hatte, lächelte Laura ihn dankbar an. „Danke, Dad, es juckt schon fast gar nicht mehr."

Snape stand auf.

„Hattest du die erste Nacht kein Heimweh?" fragte Snape beiläufig, als er sie zudeckte. Laura hielt seine Hand fest und vergrub kurz ihr Gesicht in seiner Handfläche. Dann gab sie einen Kuss in die Hand und antwortete: „Doch schon ein wenig, wieso?"

Snape zog seine Hand weg und richtete sich auf. „Ich möchte es einfach wissen," antwortete er mit einem amüsierten Lächeln.

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Zwei Tage später hatte Severus Snape eine Verabredung, für ein Treffen mit Übernachtung bei seinem französischen Kollegen Edward Ludwig. Er hatte Laura erklärt, dass die Ludwigs aus gutem Haus stammten und sehr vornehm waren. Sie solle sich deshalb ihrer Manieren bewusst sein und sich benehmen. Ansonsten würde er ziemlich unerfreut sein und sie dann in Kürze auch.

Um Punkt 11 Uhr traten die beiden in den Kamin und flohten bis nach Frankreich. Das ging zwar auch schnell, aber doch länger, als Laura es sich gewohnt war und es wurde ihr ziemlich schwindelig.

Eine rundliche freundlich aussehende Frau empfing sie am anderen Ende des Flohnetzwerkes und begrüßte sie freundlich. Sie hatte noch einen stärkeren Französischakzent als Mr. Ludwig.

Die Dame sah ziemlich elegant aus, trotz ihrer Leibesfülle und nun betrat auch Edward Ludwig den Raum und begrüßte die Ankömmlinge.

„Oh, so ein süßes Mädschen, Monsieur Snape, très jolie! Du bist Laura nischt wahr, ma petite?" Die Frau fuhr Laura übers Haar und diese lächelte sie etwas verlegen an.

„Ja Ma'am, guten Tag," sagte sie höflich. Ihr war die viele Aufmerksamkeit beinahe ein wenig zu viel.

Sie trat näher zu ihrem Vater und gab ihm die Hand. Snape sah zu Laura hinunter und die beiden älteren Leute führten ihre Gäste in den Salon, wo eine junge Frau am Fenster stand und hinaus sah. Sie drehte sich um, als sie hörte, dass jemand das Wohnzimmer betrat. Sie lächelte und Laura spürte einen kurzen Druck an ihrer Hand. Sie sah fragend zu ihrem Vater auf, der ihre Hand, scheinbar unbewusst, gedrückt hatte . Sie sah den seltsamen, speziellen Blick, den ihr Vater für einen kleinen Augenblick in den Augen hatte. Lauras Augen zogen sich etwas zusammen und Snape bemerkte nun den musternden Blick seiner Tochter und sein Gesicht war wieder neutral.

„Monsieur Snape, das ist unsere Enkelin, Amélie Delais, sie wohnt vorüberge'end 'ier. Amélie, das ist Monsieur Snape, ein Kollege von mir und seine Tochter Laura," stellte der Doktor die Leute vor.

Die junge Frau war etwa Mitte Zwanzig und war nicht speziell hübsch aber trotzdem gefiel sie Laura. Ihre kastanienbraunen Locken waren hinten zusammen gebunden und sie hatte ziemlich große graublaue Augen, die vor Leben sprühten.

„Guten Tag, freut mich, Sie kennen zu lernen," sagte Amélie selbstbewusst und sehr fröhlich. Sie gab den Besuchern die Hand und setzte sich dann, wie ihre Großeltern mit dem Besuch aufs Sofa. Laura setzte sich sehr nahe neben Snape, so, dass dieser fragend zu ihr hinunter sah.

Laura hörte zu, als sich die Erwachsenen unterhielten. Plötzlich erschien eine Hauselfe und schenkte Wein ein und Wasser für Laura. Laura lächelte die Elfe freundlich an. Sie sah so ganz anders aus als Milly und bewegte sich ziemlich steif und irgendwie elegant. Die anderen Zauberer beachteten die kleine Person überhaupt nicht, was Laura ziemlich ärgerte.

Laura hörte ein Fingerschnipsen und drehte sich um. Sie sah einen dunkelhaarigen Mann, auf dem Flur, der einer anderen Hauselfe einen kurzen Befehl gab. Die Augen des Mannes glitten kurz zu den Gästen und blieben bei Laura hängen.

Laura lief es kalt den Rücken hinunter. Sie wusste nicht wieso. Der Mann war ihr äußerst unangenehm, auch wenn er bis jetzt noch kein einziges Wort mit ihr gewechselt hatte. Die ältere Frau bemerkte Lauras Blick und sagte:

„Venez ici, Guillome." Ihr Ton war leicht überheblich und der Mann näherte sich und verbeugte sich dann leicht vor der Dame.

„Oui, Madame?" fragte dieser schmeichlerisch und Laura lief wieder ein Schauer über den Rücken. So eine heuchlerische Stimme! Wie ein Bösewicht aus einem kitschigen Film, dachte sie.

„Monsieur Snape, darf isch Ihnen unsere neue Organisator vorstellen, das ist Monsieur Prune, er ist erst seid einigen Wochen bei uns und er organisiert le ménage... ehhhm...die 'ausarbeiten und die Arbeiten der 'auselfen. Er ist auch sustendig für Eingäufe und andere Besorgungen."

Monsieur Prune gab nun Snape ein Lächeln. Die Frau fuhr fort mit dem Vorstellen und Laura musste die Ohren spitzen, um die Dame richtig zu verstehen.

„Das ist Monsieur Snape, er ist Dsaubertrangmeister und auch noch Professeur in der 'ogwards Schule mit seiner gleinen Tocher, Laura," sie lächelte freundlich zu Laura, der es nicht besonders gefiel, als klein betitelt zu werden.

Prunes Gesichtsausdruck veränderte sich für einen kurzen Moment, als er Snape ansah, er lächelte aber sofort wieder. „Es freut mich sehr, Sie kennen zu lernen, Mr. Snape."

Edward hatte ihm vor zwei Tagen durch den Floh von dem neuen Angestellten erzählt und ihm gesagt, dass Prune nicht magisch war, aber aus einer magischen Familie stammte. Monsieur Patrice, der viele Jahre für die Ludwigs gearbeitet hatte, war vor kurzem in den Ruhestand getreten.

Snape wusste, dass es durchaus Vorteile hatte, einen Squib als Angestellten zu haben.

Seine Augen zogen sich leicht zusammen. Prune war nicht zu vergleichen, mit dem angenehmen Patrice, aber wahrscheinlich lagen seine Stärken bei anderen Gebieten, als beim sympatisch sein. Dies war zu hoffen, dachte Snape und musterte den Mann, der sich nun wieder von den Gästen entfernte. Er spürte, wie sich Lauras Hand wieder in seine geschlichen hatte.

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Mr. Ludwig war wirklich freundlich und auch seine Frau gab sich sichtlich Mühe. Sie erzählte Laura von ihren Enkeln und wie sehr sie sich immer über ihren Besuch freute. Als sie von Enkelsohn Steve schwärmte, musste sich Laura beherrschen nichts Freches über ihn zu sagen. Wenn seine Grandmaman gewusst hätte, dass ihr Steve Laura erpresst hatte und all das, wäre für die Gute wahrscheinlich eine Welt zusammen gebrochen.

Amélie verdrehte heimlich die Augen, als ihre Großmutter so von ihrem Cousin schwärmte und Laura musste ein wenig kichern.

„Aber du, meine Liebe, du 'ast über'aupt niemand, der sisch um disch kümmert, isch meine niemand Weiblisches." Die Frau sah etwas mitleidig auf das Mädchen, das sich gegen ihren Vater lehnte. Für Madame Ludwig gehörte ein Mädchen von jemand Weiblichem betreut und erzogen. Jemand, der sie hübsch kleidete und sie frisierte. Jemand, der sie weiblich erzog. Sie kannte Snape schon lange, zwar nur flüchtig, aber er schien ihr nicht der richtige Mensch um ein Kind groß zu ziehen. Er war ein korrekter, zuverlässiger Mann und er hatte sehr viel Anstand und gute Manieren, aber ihm fehlte die Herzlichkeit und wahrscheinlich auch die Geduld für ein Kind, wie sie ihn einschätzte. Er wusste bestimmt nicht, wie man mit einem bald pubertierenden Mädchen umging. Sie konnte sich noch lebhaft daran erinnern, wie anstrengend und rebellisch ihre eigene Tochter in diesem Alter gewesen war.

„'ast du keine Tante, die sisch ein bissschen um disch kümmern kann? Dir fehlt bestimmt eine weiblische Person, ma chérie," säuselte die Frau. Laura fand, dass das diese Dame nicht die Bohne anging, wer sich wie um sie kümmerte.

„Grandmaman!" sagte Amélie leise.

Laura musste sich bemühen, den trotzigen Blick zu unterdrücken, den sie der eleganten Frau gerne gegeben hätte. „Doch Madame, ich hab jemand Weibliches. Milly kümmert sich sehr weiblich und sehr gut um mich."

Madame Ludwig sah nun sehr erstaunt aber auch neugierig aus. Es konnten doch noch Wunder und Zeichen geschehen. Snape hatte eine Freundin?

„Ah, c'est très bien," sagte sie erfreut. „Isch wusste nischt, dass sie liiert sind Monsieur," wandte sie sich nun an Snape, der immer noch mit ihrem Mann sprach, aber gerade eine Pause gemacht hatte um sein Gegenüber zu Wort kommen zu lassen.

„Wie bitte, Madame?" fragte Snape, der nicht alles ganz mitbekommen hatte, erstaunt. „Ich bin liiert?"

Laura sah, wie er sich beherrschen musste. Er mochte es nämlich gar nicht, wenn jemand über sein Privatleben sprach oder zu neugierige Fragen stellte. Nicht mal Madame Ludwig, auch wenn er sie und ihren Mann sehr schätzte.

Laura entging der flüchtige Blick nicht, den er der jungen Frau neben ihr gab.

„Oh, ihre Tochter 'at gesagt ..." fuhr Madame nun etwas verwirrt fort und sah Laura fragend an, die ihr nun, ihre Manieren vergessend, ins Wort fiel.

„Nein, Ma'am, ich habe nichts von liiert gesagt." Sie wusste nicht mal, was das Wort bedeutete. „Ich habe nur gesagt, dass Milly sich gut um mich kümmert." Sie sah etwas verlegen zu der Frau, denn eben war ihr bewusst geworden, dass sie die Frau nicht hatte ausreden lassen. Sie spürte auch den rügenden Blick ihres Vaters auf sich und schielte kurz zu ihm auf.

„Entschuldigen Sie, dass ich Ihnen ins Wort gefallen bin," sagte Laura leicht zerknirscht.

„Oh, là là, das ist schon gut, Laura. Aber wer ist denn Milly? Ist das eure 'aus'älterin?" Madame konnte ihre Neugierde nur schlecht verbergen.

Laura lächelte leicht. „Sie ist unsere Hauselfe, Madame. Sie ist ganz lieb und kümmert sich wie eine Mutter um mich."

Madame Ludwig, die gerade einen Schluck Tee genommen hatte, verschluckte sich nun daran, als sie hörte, was Laura da sagte.

„Aber liebes Kind, eine 'auselfe? Mon Dieu!" ihr blieb beinahe die Luft weg. Dass sie sich nicht noch bekreuzigte, erstaunte Laura, die das Lachen über die Empörung der Dame zu forderst hatte.

Auch Amélie musste ein Kichern unterdrücken und hielt sich kurz die Hand vor den Mund. Laura bemerkte es und sah die junge Französin an. Amélie zwinkerte ihr kurz zu.

Snape hatte das Gefühl eingreifen zu müssen, bevor die gute alte Frau in Ohnmacht fiel.

„Laura hat ein sehr großes Herz für alle Geschöpfe, Madame, und hat sich gut mit meiner Hauselfe angefreundet." Wieder hatte es Snape nur seiner Gabe, seine Gefühle nicht zu zeigen, zu verdanken, dass er die Frau nicht beleidigte, wenn auch nur mit seinem Blick, den er eben unterdrückt hatte.

„Aber Monsieur Snape, können Sie das sulassen, dass das Kind sisch so an eine Dienerin 'ängt?" Die Dame tönte empört und nun wurde Laura wütend. Sie hasste es, wenn jemand so von Milly sprach.

„Sie ist keine Dienerin, sie gehört zu uns und arbeitet freiwillig für uns. Sie hat mich lieb und ich sie auch," stellte Laura entschieden klar. Den trotzigen etwas agressiven Blick konnte Laura nun nicht mehr unterdrücken. Auch dass sie etwas zu laut gesprochen hatte, war nicht zu verhindern gewesen.

„Laura!" mahnte Snape leise und Laura hörte an seiner Stimme, dass sie zu weit gegangen war. Es war ihr egal.

Mr. Ludwig lächelte und seine Frau sah Laura mit großen Augen an.

Lauras feine Härchen auf dem Rücken stellte sich auf und sie drehte sich um. Sie hatte das seltsame Gefühl beobachtet zu werden, sah aber nichts.

Snapes Blick stahl sich immer mal wieder kurz zu der jungen Amélie. Es nervte ihn selber irgendwie, dass er sie immer wieder ansehen musste. Obwohl sie äußerlich nicht die geringste Ähnlichkeit mit Lily hatte, musste er an sie denken, wenn er diese junge Frau ansah. Ihre Bewegungen und ihre Mimik war auch ganz anders, aber irgendetwas war da, das ihn an seine große Liebe erinnerte. Etwas, das seine Augen immer wieder zu der Frau, die ihm schräg vis à vis saß, wandern ließen.

Sie war so voller Leben, genau wie Laura und ihre großen Augen waren so offen und ehrlich... stop! Diese Frau war viel zu jung für ihn und er hatte auch anderes zu tun, als seine Gedanken an eine Frau zu hängen. Stop! Hier und jetzt!

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Madame Ludwig schien Laura nicht böse zu sein. Sie war weiterhin freundlich mit dem Kind und hatte Lauras Entschuldigung angenommen, auch wenn sie gemerkt hatte, dass Laura sie nicht ernst gemeint hatte. Wahrscheinlich war nicht gut Federlesen mit Snape, wenn er wütend war und deshalb hatte das Mädchen ohne zu zögern gehorcht.

Der älteren Frau viel aber auch auf, wie Laura immer in der Nähe ihres Vaters blieb. Scheinbar hatte sie trotzdem eine enge Beziehung mit ihm. Kaum vorstellbar. Ob er Gefühle zeigen konnte? Wenigstens ein bisschen? Die Frau beobachtete die beiden während des Essens. Aber wieso tolerierte der Mann, dass sie so angetan war von einer Hauselfe? Snape war doch sonst nicht so tolerant. Das passte nicht zu ihm. Sie sah, wie ihre Enkelin sich mit dem kleinen Mädchen unterhielt. Amélie war so ein lieber Mensch und sie hatte immer für alle und alles Verständnis. Manchmal wurde ihr das aber auch ein wenig zum Verhängnis.

Laura mochte Amélie gut, denn die junge Frau unterhielt sich viel mit ihr und war witzig. Sie erzählte, dass sie in die Beauxbatons-Zaubererschule gegangen war.

Laura erstaunte es, dass die Frau beinahe keine Akzent hatte. Nun sprach sie etwas in sehr schnellem Französisch mit ihrer Großmutter, da Laura gerade dem Gespräch zwischen ihrem Vater und Mr. Ludwig lauschte. Sie sprachen nämlich ausnahmsweise mal nicht über Zaubertränke, sondern über Hogwarts und was sich in den letzten Jahren verändert hatte. Auch von anderen Zaubererschulen war die Rede, was Laura auch interessierte.

Sie sah, wie sich die junge Frau nach dem Essen entschuldigte und aufstand. Sie sah auch, dass ihr Vater ihr kurz hinterher sah. Sie biss sich mit fragendem Blick auf die Lippen, während Edward ihren Vater lobte. Das Thema war nun natürlich wieder das Übliche.

„Isch 'abe eine sehr große Vermutung, dass Ihre neuen Versuche große Erfolg für die Tränkebrauerei werden wird, Severus," sagte Edward und Laura sah sogar etwas Bewunderung in den Augen des älteren Mannes.

„Ja, aber trotzdem bin ich auch auf Ihre Forschungen angewiesen, Edward. Ich nehme an, Sie haben mir nachher noch einiges zu zeigen?" fragte Snape. Er war ganz in seinem Element und Laura wusste, dass das ein wichtiges und interessantes Treffen war für ihren Vater. Er hatte gehen wollen, solange Laura bei den Weasleys gewesen war. Leider war Edward krank geworden und darum hatten sie es um ein paar Tage verschoben.

Bald wurde es Laura langweilig, dem Zaubertrankgerede zuzuhören und Madame Ludwig sagte ihr, dass sie in den Garten gehen dürfe.

Laura verließ die Seite ihres Dads nur ungern, wieso wusste sie nicht genau, sie war doch sonst nicht so scheu. Aber die Langeweile war stärker und sie begab sich in den wunderschönen Garten.

Sie stand in der Tür und sah Mr. Prune, der so tat, als schnipsle er etwas an einer Pflanze rum. Stattdessen aber beobachtete er die junge Amélie, die langsam und gemütlich durch den Garten spazierte und es sichtlich genoss.

Laura sah etwas Gieriges in Prunes Augen, wie ein angeketteter Hund, der vor einem saftigen Hühnerbein sitzen muss und es nicht erreichen kann.

Sie rümpfte die Nase.

„Ahh, das ist ja die junge Miss Snape! Ein wunderschöner Garten, nicht war?" Prune hatte sie nun bemerkt, was Laura nicht so recht war. Er lächelte sie an, aber Laura erwiderte es nicht. Der sollte sie bloß in Ruhe lassen, dachte sie.

„Es ist bestimmt sehr spannend, die Tochter eines großen Meisters zu sein? Darfst du ihm manchmal beim Brauen und bei seinen Versuchen zusehen?"

Laura wäre am liebsten einfach davon gegangen, sie wollte aber doch nicht so unhöflich sein und nickte. Was interessierte sich der Kerl denn dafür? Oder wollte er nur nett sein?

„Ah ja." lächelte Prune und fragte in vertrautem, freundschaftlichem Ton. „Er schreibt bestimmt auch vieles auf. Ich hoffe, er hat trotzdem genug Zeit für dich." Er schien keine Antwort zu erwarten und eigentlich schien es ihn auch gar nicht zu interessieren, denn er sprach gleich weiter. „Wahrscheinlich bist du noch zu jung, um zu wissen, was für Versuche dein Vater macht und solche Dokumente muss man ja von kleinen Kindern fernhalten und sicher verwahren. Nicht wahr?"

Laura ging diese Fragerei auf die Nerven. Worauf wollte der Mann hinaus? Was wollte er hören? Er sah sie so erwartungsvoll an. Sie antwortete nicht, denn sie spürte, dass er sie herausfordern wollte, mit diesem 'kleine Kinder' gerede.

Dass sie nicht antwortete, schien ihn zu ärgern. Scheinbar hatte er nicht die besten Nerven. „Bist du stumm, Kind?" fragte er mit etwas zusammen gekniffenen Augen.

„Nein," antwortete Laura etwas zu heftig. „Aber ich will nicht mit Ihnen sprechen, Sir."

Sie sah, wie sein Kiefer mahlte und sie wollte davon gehen, bevor er ihr noch was antat.

„Na gut," sagte der Mann und entfernte sich wütend. Da er ins Haus ging, beschloss Laura, sich den Garten anzusehen.

„Du magst ihn nicht besonders, oder?" hörte sie plötzlich Amélies Stimme hinter sich. Laura drehte sich um und schüttelte den Kopf.

„Er hat es auch nicht so leicht. Er ist ein Squib und ich denke, es ist nie einfach, wenn man aus einer Zaubererfamilie stammt aber nicht zaubern kann, was meinst du?" Amélie sprach sehr freundlich und Laura zuckte die Schultern. Sie fand es nett, dass Amélie so darüber dachte, aber sie konnte diesen Typ nun mal nicht leiden, Squib oder nicht.

„Er beobachtet sie, Ma'am," sagte Laura leise. Die junge Frau lächelte sie an und nickte. Sie legte einen Arm um Lauras Schultern und sagte: „Komm, ich zeige dir den Garten, er ist wunderschön."

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Harry spritzte das Wasser hoch auf, in dem kleinen Bächlein, irgendwo in den Hügeln von... Harry wusste nicht, wo genau sie waren, irgendwo in Schottland. Weit und breit hatte es hier keine Dörfer. Das Zelt, welches Remus dabei hatte, faszinierte den Jungen besonders. Es war viel geräumiger, als man von außen erwartet hätte. Es sah ziemlich altmodisch aus, aber es war einfach so toll hier zu zelten.

Remus sah mit einem glücklichen Lächeln, wie Harry sich amüsierte. In den letzten Tagen war er Harry noch viel näher gekommen und Harry hatte ihm vieles erzählt von seiner Kindheit. Er schien wirklich Vertrauen in ihn gefasst zu haben, was ihn sehr glücklich machte.

Es freute ihn auch, dass Severus scheinbar über die Abneigung dem Jungen gegenüber hinweg gekommen war. Ja, auf den ersten Blick glich Harry seinem Vater, aber er hatte ein ganz anderes Wesen. Natürlich hatte Harry Snape an seinen Feind, James Potter erinnert und deshalb hatte der Junge keinerlei Sympathie von Severus erwarten können. Der Junge wusste das natürlich nicht, war aber froh, dass Snape nun netter war zu ihm. Das hatte Harry ihm auch erzählt.

Und Snape hatte Milly nicht nur mit ihnen mitgeschickt, um sie zu unterstützen und zu kochen, sondern auch der Sicherheit wegen. Sie allein würde spüren, wenn sie von einem Elfen beobachtet wurden oder sie könnte Snape alarmieren, wenn etwas wäre.

Natürlich hatte Remus für hohe Sicherheit gesorgt und hatte, schon vor ihrer Ankunft, den Ort abgesichert.

Er hatte zusätzlich auch noch Runenzeichen in einem weiten Kreis um den Ort gezogen, damit sich niemand hierher verirren könnte und auch, damit ihre Magie nicht so leicht aufzuspüren wäre.

Er wollte Harry und sich ein paar entspannte Tage gönnen, die sie richtig genießen könnten. Er lächelte noch breiter, als er sah, dass Harry das offensichtlich tat.

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„Gefällt dir dein Zimmer, Laura?" fragte die rundliche Frau freundlich und Laura nickte eilig.

„Ja, Ma'am, sehr!" Laura lächelte. Sie hatte sich ein wenig an die Frau gewöhnt und an ihre umsorgende Art. Die Dame verließ den Raum und ließ Laura ihre Tasche ausräumen.

Plötzlich klopfte es leise an die Tür. Eine Hauselfe trat ein und fragte Laura, ob sie etwas zu Trinken wünsche. Laura war erstaunt, da sie ja eben unten Tee getrunken hatte, mit den Erwachsenen.

„Nein danke," sagte Laura und lächelte die Elfe an, die ziemlich unsicher schien. „Ich hoffe, Miss fühlt sich wohl hier," piepte die Hauselfe und Laura hatte den Eindruck, dass die Elfe etwas herum druckste.

„Ja, danke vielmals," antwortete Laura und begann, ihre Tasche auszupacken.

„Kann ich junger Dame helfen," kam es nun von der kleinen Person, die von einem Bein aufs andere trat.

„Nein, es geht schon," sagte Laura und die Elfe fragte weiter: „Falls sie oder ihr Vater Wertsache haben, könnten wir diese in den Safe tun?"

Laura fand diese Frage etwas seltsam, aber schüttelte den Kopf.

„Möchte Mr. Snape vielleicht, dass ich seine Tasche in sein Zimmer bringe?"

Laura zuckte die Schultern. Die Elfe war ziemlich aufdringlich.

„Ja, wieso nicht," sagte sie, denn die Elfe schien wirklich den verzweifelten Drang zu haben, irgendetwas tun zu können.

Als Laura aus ihrem Zimmer ging und wieder in den Garten wollte, sah sie gerade Mr. Prune aus dem Zimmer ihres Vaters huschen. Das erstaunte sie sehr, denn er hatte so einen gehetzten Gesichtsausdruck.

Er sah nicht erfreut aus, als er sie sah und blickte sich rasch um. Dann ging er zu Laura und packte sie am Arm.

„Sieh mich an, du kleine Göre. Ich werde bekommen, was ich will und an unsere kleine Begegnung hier wirst du dich leider später nicht mehr erinnern können, da ich dir einen netten Vergessenszauber anhexen werde."

Laura handelte instinktiv und ließ ihr Knie nach oben schnellen, genau an einen sehr empfindlichen Ort des Mannes. Leider hatte sie keine große Wucht gehabt und Prune verzog zwar kurz das Gesicht, aber ließ sie nicht los. Er zog die Hand auf und knallte ihr eine schallende Ohrfeige, die sie zu Boden geworfen hätte, wenn er sie nicht am Arm gefasst hätte.

Sie war einen Moment ganz benommen und erschrocken über die grobe Misshandlung des Mannes und sah plötzlich seine grauen Augen nah vor ihrem Gesicht. Er murmelte etwas, das sie nicht verstand, sah aber aus den Augenwinkeln, dass er einen Zauberstab gezückt hatte.

Wie einen Film sah Laura Erinnerungen aus ihrem Leben an sich vorbei ziehen. Als sie als kleines Kind in ihrem Fluss gebadet hatte, als sie in der Küche überall nach etwas Essbarem gesucht hatte, als sie zu ihrer Cousine unter die Bettdecke gekrochen war, als sie mit ihrem Onkel die Folie in den Teich gelegt hatte, als sie in der Muggelschule eine falsche Antwort gegeben hatte und sie alle ausgelacht hatten, als sie in einem Restaurant sass vor einem Eisbecher und ihre Cousins sich die Löffel um die Ohren schlugen. So ging es weiter im Schnelldurchlauf, bis zu Snape Zuhause, wo es ein wenig langsamer voran ging und die Begebenheiten etwas langsamer abgespult wurden. Laura hatte das große Verlangen, das abzubrechen, denn sie fühlte sich äußerst unwohl dabei. Als würde sie splitterfasernackt auf einem großen Platz stehen und alle Leute würden sie anstarren. Sie wollte das stoppen. Sie fühlte sich so beobachtet, so verletzt.

Doch Bilder liefen vor ihrem Inneren Auge vorbei und sie konnte nichts dagegen tun. Sie hätte am liebsten laut geschrien, aber sie konnte nicht.

Sie sah, wie sie mit ihrem Dad braute, wie sie in den Keller schlich, um die Käfer zu sehen, wie sie von Snape ausgeschimpft wurde und... „Nein!" stieß sie plötzlich hervor, als die Augen des Mannes einen Moment von ihren wegzuckten.

„Meister, jemand kommt!" sagte eine piepsige Stimme. Laura hörte den Mann vor ihr etwas murmeln und sie sank zu Boden.

Prune hätte gerne einen Gedächtnislöschzauber verwendet, da das aber hohe Magie war und sehr schwierig, wandte er einen einfachen Vergessenszauber an. Er hob das Kind, das in einer komischen Stellung vor ihm auf dem Boden lag hoch und trug sie schnell in ihr Zimmer, wo er sie aufs Bett legte und dann sofort wieder raus ging.

Gerade rechtzeitig als Snape um die Ecke bog, hatte der Mann die Tür hinter sich geschlossen und eine unschuldige, geschäftige Miene aufgesetzt.

TBC...