Danke vielmals für eure Reviews, interessiert mich immer sehr, eure Meinung zu hören. Vielen Dank an meine Betaleserin scientific ida fürs Korrigieren, find ich echt super! Liebe Grüsse und viel Spass beim nächsten Kapi, Gruss Sally

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Severus setzte sich auf sein Bett. Er würde seine Tasche ausräumen, bevor er nach Laura sehen ging.

Als er seine Tasche öffnete, stockte er plötzlich. Jemand hatte in seinen Sachen gewühlt. Natürlich hatte er seine Kleider ordentlich zusammen gelegt, in die Tasche verstaut, im Gegensatz zu Laura. Diese hatte alles kreuz und quer hineingestopft und er hatte sie alles wieder rausnehmen und ordentlich hinein legen lassen.

War das hier nun so eine Art Rache von ihr gewesen? Aber das konnte er sich nicht vorstellen. So offensichtlich unartig und frech war Laura normalerweise nicht, zu genau wusste sie, dass sowas nicht toleriert wurde von ihm. Er erhob sich und ging zum Zimmer nebenan. Er klopfte und als er nichts hörte, öffnete er die Tür einen Spalt und sah hinein.

Laura lag auf ihrem Bett auf dem Rücken. Aber sie schlief nicht. Ihre Augen waren weit geöffnet und sahen leer zur Decke hinauf. Tränen liefen ihr die Wangen runter, aber sie blinzelte nicht.

Das war ein sehr befremdliches Bild für ihn und seine Augenbrauen zogen sich fragend zusammen. Er trat näher und erst als sein Gesicht direkt über seiner Tochter war, bewegten sich ihre Augen zu ihm. Erst jetzt schien sie ihn überhaupt bemerkt zu haben.

Laura fühlte sich seltsam. Sie wusste aber nicht warum. Eben hatte sie es noch gewusst. Oder?

„Was ist los?" fragte Snape und klang ziemlich besorgt. Vorhin war Laura noch ganz normal gewesen. Etwas anhänglich vielleicht, aber sonst normal. Was war vorgefallen, dass sie einen so seltsamen Blick hatte. Er sah in ihre Augen, die so verwirrt aussahen und in denen er großen Schmerz sah. Sie hatte eine ziemlich rote Wange auf der linken Seite. Woher das wohl stammte? War sie hingefallen? Aber doch wohl kaum direkt aufs Gesicht. So tappig war seine Tochter nicht.

„Hast du dir weh getan, Laura? Antworte bitte, wenn ich dich etwas frage!"

Laura sah ihn etwas erstaunt und immer noch verwirrt an. Wieso klang ihr Dad so ernst?

„Wieso liege ich plötzlich hier? Eben war ich doch noch..." Sie wusste es nicht mehr. So eigenartig! Wieso wusste sie es nicht mehr?

„Ja?" antwortete Snape gespannt. „Was warst du eben noch?" Als Laura nicht antwortete, fasste er sie an den Oberarmen und setzte sie auf. Er setzte sich neben sie und musterte sie kritisch.

„Ich weiß es nicht mehr," sagte sie leise und senkte ihren Blick zu Boden. „Dad?" Ihre Augen sahen nun verzweifelt in seine. „Können wir bitte nach Hause gehen?"

Sie wusste, dass das seltsam tönte und sie wusste nicht, wieso sie den Drang hatte, nach Hause zu gehen, aber hier war es ihr nicht mehr wohl. Ihr Zimmer, ihr Zuhause, ihr Garten und ihr Dad, nichts anderes.

Snape hob die Augenbraue. „Was soll das, Laura? Natürlich gehen wir nicht nach Hause. Ich hab noch vieles zu erledigen mit Doktor Ludwig. Ich möchte wissen, was mit dir los ist."

Laura zuckte die Schultern und begann heftig zu schluchzen. Sie hielt ihre Hände vor ihr Gesicht und weinte herzzerreißend. Nun wurde es Snape seltsam zu Mute und er zog Laura auf seinen Schoß, um sie sich genauer anzusehen. Er machte einen Diagnosezauber. Er fand nichts, außer, dass Laura scheinbar einen kräftigen Schlag an die Wange bekommen hatte.

Das war seltsam. Er hielt Laura einfach fest und sie klammerte sich wie eine Ertrinkende an ihn.

Hatte sie sich den Kopf gestoßen? Fragte sich Snape, der seiner schluchzenden Laura übers Haar strich. Hatte sie eine leichte Amnesie von dem Schlag?

„Laura, ich kann dir nur helfen, wenn ich weiß, was mit dir los ist." Er wurde ungeduldig. Dass er nicht wusste, was mit Laura passiert war, nervte ihn gewaltig.

„Hat dich jemand geschlagen?" fragte er ernst, konnte sich aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass einfach jemand sein Kind schlagen würde.

Laura hatte sich nun ein wenig gefangen, aber schniefte und weinte immer noch.

Sie sah zu ihm auf und er sah, wie ihr die Tränen aus den Augen liefen, als wolle sie eine Ueberschwemmung erzeugen.

Es war zum Verzweifeln, denn sie hatte keine Worte für das, was sie empfand. Wie wenn ihr jemand großen Schaden zugefügt hätte und ihr den Mund zugeklebt hätte, damit sie nicht schreien kann. Wie wenn dieser Jemand ihr sehr weh getan hätte und sie nichts dagegen hätte tun können. Aber wie sollte sie dieses Gefühl erklären? Sie konnte sich an keine wirkliche Begebenheit erinnern.

„Ich kann es nicht erklären, Dad. Ich finde die Worte nicht. Ich möchte nicht alleine in diesem Zimmer schlafen, bitte, Dad, bitte!" Snape sah Laura an, dass etwas ganz und gar nicht stimmte und sie sah ihn so verzweifelt, sogar schon fast gehetzt an, dass er einwilligte, dass sie in seinem Zimmer schlafen konnte. Es wäre ihm auch wohler, wenn er sie im Auge behalten könnte. Aber er konnte das Treffen nicht einfach so abbrechen, weil sie jetzt gerade nach Hause wollte.

Er klopfte ihr beruhigend auf den Rücken und Laura lehnte sich an ihn.

„Hast du in meiner Tasche gekramt, Laura?" fragte er plötzlich und sie sah ihn erstaunt an.

„Nein Dad, hab ich nicht," sagte sie und Snape sah ihr an, dass sie nicht log. Das war seltsam. Wer konnte das gewesen sein?

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Währenddessen war unten in der Küche eine ziemlich hitzige Diskussion im Gange.

Amélie und ihre Großmutter saßen am Küchentisch mit einer Tasse Tee. "Amélie, chérie, das ist nischt die erste Mal, dass du disch über diese Mann nerven musst. Und ihr seid erst seit so kurzer Seit susammen, das kan nischt gute Zeischen sein."

Amélie sah ziemlich genervt aus und ihre Augen waren rötlich. Sie hatte gerade einen Telefonanruf ihres Freundes bekommen, der sie vor zwei Tagen versetzt hatte, zum wiederholten Mal. Er hatte es natürlich nicht mit Absicht getan, wie immer, und hatte es ihr lang und breit erklärt und sich entschuldigt. Er sei beschäftigt gewesen, hatte er gesagt, aber Amélie wusste, dass er wohl eher wieder mal 'abgesumpft' war. Irgendwie konnte sie seine fadenscheinigen Erklärungen und Entschuldigungen einfach nicht mehr ernst nehmen.

Julien war so ein lustiger, aufgestellter Kerl und sie mochte seine lockere, unbeschwerte Art sehr. Aber sein Lebenswandel sollte doch etwas stabiler werden, denn der ließ wirklich zu wünschen übrig, dachte sie enttäuscht. Sie hatte schon so viele Gespräche geführt mit ihm. Und dass es keinen Effekt hatte auf den Mann, den sie liebte, frustrierte sie sehr.

„Er ist eben speziell, Grandmaman," verteidigte sie ihren Freund halbherzig.

Die Großmutter sah sie streng an. „Speziell ist das rischtige Wort," nickte sie. "Aber isch 'abe dir immer gesagt, dass es nischt leischt ist mit eine Muggel," mahnte die ältere Frau. "Und mit so eine schon gar nischt."

Amélie verdrehte die Augen und zog den Träger ihres Sommerkleides, der ihr über die Schulter gerutscht war, wieder hoch.

„Natürlisch ste'en wir dir nischt im Weg, Liebes. Sonst 'ätten wir ja nischt diese Tele'orn gegauft, n'est pas?" sagte Madame.

Telefon, Granma. Heutzutage gibt es sowas wie Muggelkunde in der Schule," neckte sie augenzwinkernd.

„Sieh dir Professeur Snape an. Das wäre eine bessere Partie für disch."

Amélie schnappte nach Luft. „Grandmaman!"

Madame Ludwig sah ihre Enkelin zufrieden an und in ihren Augen glitzerte es fröhlich. „Wirklisch, ma chérie. Er ist sehr gebildet, 'at einen guten Job, eine schöne 'aus..."

„Er ist so ernst und so… steif und irgendwie unheimlich," fiel ihr die junge Frau ins Wort und nach einer kleinen Pause fügte sie nachdenklich hinzu: „Es erstaunt mich, dass seine kleine Tochter so ein nettes und offenes Kind ist. Ich mag sie wirklich gerne."

Die Großmutter nickte. „Siehst du! Dass das Mädschen so an ihre Vater 'ängt, seigt doch, dass er eine gute 'erz 'at."

Amélie sah ihre Großmutter trotzig an und verschränkte ihre Arme vor der Brust. Sie konnte ein kleines Lächeln aber nicht ganz überspielen. „Ich habe einen Freund, Grandmaman, du musst mich nicht verkuppeln!" schimpfte sie und die ältere Dame lachte, während sie ihrer geliebten Enkelin über die Wange strich.

Sie liebte das älteste Kind ihrer Tochter so sehr. Amélie hatte viel Zeit hier verbracht, als sie klein war, und es war immer eine sehr lebendige und quirlige Zeit gewesen, wenn das Mädchen im Haus war.

Es gefiel der Großmutter nicht sehr, dass sie sich auf einen Muggelmann eingelassen hatte, vor allem nicht, da sie vermutete, dass dieser ziemlich gut befreundet war mit dem Alkohol und wahrscheinlich noch anderen Rauschmitteln. Er lebte in den Tag und führte ein 'Künstlerleben', welches nichts einbrachte, außer vielleicht Ärger und hin und wieder eine verzweifelte Amélie.

Aber natürlich durfte sie sich nicht zu sehr einmischen, denn Amélie war ja erwachsen. Und sie konnte ziemlich trotzig und stur reagieren, wenn man sich in ihre Angelegenheiten einmischte.

Warum musste sie nur immer an die falschen Männer gelangen? Madame Ludwig vermutete, dass Amélie irgendwie ein 'Helfer-Syndrom' hatte, denn immer waren es so schwierige Fälle gewesen. Die ältere Frau seufzte und Amélie lachte hell.

"Oh, Grandmaman, mach dir doch keine Sorgen."

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Den Rest des Tages wich Laura ihrem Vater kaum von der Seite, was ziemlich lästig war für den Mann, da er mit Dr. Ludwig viele Dinge zu besprechen hatte.

Er war sehr erstaunt, dass Laura ohne ein einziges Wort und ohne über Langeweile zu klagen stundenlang neben ihm sitzen blieb. Etwas war wirklich nicht gut und er fragte sich, was mit dem Kind nicht stimmte. Sie wollte nicht einmal malen oder lesen.

Severus spürte, wie sich Laura am Stoff seines Umhangs festhielt, als Mr. Prune mit einem Brief an Monsieur Ludwig ins Wohnzimmer trat. Prune sah Laura kurz an, die darauf hin noch etwas näher zu ihrem Vater rutschte. Das erstaunte Severus ein wenig, denn Laura war doch sonst nicht so scheu. Aber im Moment war sie sowieso kaum wieder zu erkennen.

Als er sie ins Bett schicken wollte, stand Panik in ihren Augen und sie beteuerte ihm, ganz still zu sein, wenn sie noch aufbleiben dürfe. Sie wolle nicht alleine ins Zimmer.

Still war sie ja wirklich gewesen, wie er zugeben musste und aus irgend einem Grund erlaubte er es ihr. Vielleicht auch nur, um nicht von einer dramatischen Szene seiner Tochter unterbrochen zu werden. Sie waren gut vorangekommen bis jetzt und wollten dran bleiben.

Als ihr um 22 Uhr allmählich die Augen zu fielen, beschloss er, nun auch ins Bett zu gehen. Sie waren mit ihren Vergleichen und Arbeiten gut voran gekommen und Laura gehörte wirklich in die Federn. Die Frauen hatten ihnen schon vor über einer Stunde gute Nacht gewünscht und waren verschwunden.

Während Snape duschte, öffnete Laura zweimal die Badezimmertür einen Spalt breit, um sich zu vergewissern, dass er noch da war.

Als sie dann im Bett lag und auf Snape wartete, bis auch er fertig war mit Duschen und Zähneputzen, musste sie sich ziemlich anstrengen, um die Augen offen halten zu können.

„Darf ich zu dir ins Bett?" fragte Laura, kaum war Snape unter seiner Decke. Das ging ihm nun allerdings langsam zu weit.

„Laura, übertreibs nicht!" schimpfte er. „Ich habe dir erlaubt, in meinem Zimmer zu schlafen, nichts weiter. Du hast den ganzen Abend an mir gehangen, wie eine Klette. Ich denke du solltest es aushalten zwei Meter von mir entfernt zu schlafen, meinst du nicht?"

Laura sah ihn enttäuscht an. Severus seufzte leise und legte sich hin.

Er würde rausfinden, was mit ihr nicht stimmte. Spätestens Morgen Abend, wenn sie wieder zu Hause waren, würde er sie ganz genau unter die Lupe nehmen.

"Gute Nacht, Dad," sagte sie leise. Er hatte ihr eben vorhin schon gute Nacht gewünscht.

Sie stieg nochmals aus dem Bett, um ihn mit einem Gutenachtkuss zu erfreuen.

Seine Freude hielt sich allerdings in Grenzen, da er der Meinung war, dass sie nur Zeit schinden wollte.

"Genug ist genug, Laura, man kann alles übertreiben," schimpfte er, ließ es aber trotzdem zu, dass sie ihm ein kleines Küsschen auf die Lippen drückte, bevor er sie mit einem sanften Stoß wieder Richtung Bett buxierte.

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Als Severus in der Nacht erwachte, spürte er Laura nahe an ihn gekuschelt. Er stöhnte etwas genervt und stand auf. Er trug sie zurück in ihr Bett und war wieder mal froh, dass sie noch leicht war.

Laura drehte sich zur Seite und sagte etwas im Schlaf, was er nicht verstand. Er küsste sie auf die Wange und legte sich wieder hin.

Er sah, wie der Wind die Vorhänge aufwirbelte und er dachte an die junge Frau, die irgendwo hier in diesem Haus schlief. Wieso dachte er an sie? Er hatte doch seit Jahren nicht mehr wirklich an jemanden gedacht, von Laura mal abgesehen.

Was interessierte ihn dieses junge Ding schon. Sie interessierte sich ja auch nicht für ihn!

Er dachte an ihre fröhliche Art und die offenen Augen, die so klar und unbeschwert waren.

Vielleicht war es das, was ihn an Lily erinnerte.

Oh Lily, dachte er und atmete tief aus. Aber ihr Bild, das er im inneren Auge sah, wurde von Amélie überdeckt. Das erschreckte Severus und er versuchte, sich wieder auf Lily zu konzentrieren, was ihm aber nicht gelang.

Er hatte Mühe, wieder einschlafen zu können. Im Halbdunkeln sah er zu Laura hinüber, die friedlich schlief. Wie sehr er dieses Kind liebte!

Als er am Morgen erwachte, war er schon wieder nicht alleine in seinem Bett.

Hatte er etwas verpasst? Dachte er im Halbschlaf und blinzelte.

Er drehte sich um und sah Laura, die sich in seinem Bett breit gemacht hatte. Er hob eine Augenbraue und schüttelte den Kopf, als er sein schlafendes Kind betrachtete und war froh, dass er heute Abend wieder in seinem eigenen Bett schlafen konnte. Alleine!

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Lauras Anhänglichkeit war an diesem Tag nicht mehr ganz so extrem wie am Tag zuvor. Sie ging sogar einmal kurz in den Garten, wo sie in den Weiher blickte. Sie sah sich kurz um, kniete sich hin und griff ins Wasser. Sie sah einen schönen großen Frosch abtauchen und fragte sich, ob dessen Beine wohl im Kochtopf landen würden. Denn ihre Cousine hatte immer erzählt, dass die Franzosen Froschbeine liebten. Nochmals sah sie sich um, doch es war niemand in der Nähe.

Sie ging schnell wieder hinein und als sie an einem Zimmer vorbei ging, hörte sie eine piepsige Stimme, die ihre Aufmerksamkeit sofort erregte. Sie blickte hinein, da die Tür halb offen stand.

Eine kleine Hauselfe, die ihr irgendwie bekannt vorkam, stand vor einem Glasbehälter, wo sie mit irgend etwas sprach, das sich anscheinend darin befand. Laura beobachtete sie und fragte sich stirnrunzelnd, woher sie diese Elfe kannte. Sie war sich sicher, sie schon einmal gesehen zu haben. Wo nur?

„Meine lieben, schönen Froschenbabys, schade, schade, dass eure schönen Äuglein bald nicht mehr blicken werden und ihr eure farbige Haut ausziehen müsst, damit sie ohne euch in einem Zaubertrank schwimmt. Oje so schade." Die Elfe sah auf, als sie Laura bemerkte und ging ohne ein Wort schnell aus dem Raum. Laura sah ihr nach und ging dann neugierig auf den Glaskasten zu.

Drei wunderschöne rote Augenpaare sahen sie an. Die drei dazu gehörenden, gelbe Frösche mit rosa Punkten saßen auf grünen Blättern, die im Behälter verstreut lagen. Die bunten Frösche sahen beinahe aus wie Ostereier, so farbig waren sie. Ihre Augen waren riesig und sie blickten erwartungsvoll zu Laura auf.

Diese Augen sollten für Zaubertrankzutaten verwendet werden? Diese süßen Tierchen? Nein, das durfte nicht sein, dachte Laura. Sie rümpfte die Nase und sah sich um. In dem Raum waren noch mehrere Gefäße mit Kräutern und Flüssigkeiten und sonstigen undefinierbaren Dingen, die ganz klar Trankzutaten waren. Kein Zweifel wofür diese Tierchen hier waren.

Sie dachte an Jimmy, wie sie Snapes Käfer geklaut hatte. Ob sie es wagen konnte, die Frösche zu klauen, respektive zu befreien? Sie taten ihr so Leid und sie kannte die Einstellung ihres Vaters. Sie hatte einmal einige Käfer verschonen wollen, als Tränkezutat zu enden, aber er hatte kein Verständnis für sie gehabt.

Laura biss sich auf die Lippen. Dr. Ludwig würde bestimmt böse sein auf sie. Und was, wenn diese Frösche auch so teuer waren?

Sie sah zu den Tieren, die sie ohne zu blinzeln anstarrten. Konnte sie sich einfach von ihnen abwenden und sie dem Tod überlassen?

Kurz entschlossen öffnete sie den Glasbehälter, der einen ebenfalls gläsernen Deckel hatte, wahrscheinlich damit die Frösche nicht davon hüpfen konnten.

Sie würde die drei Frösche einfach zu den anderen in den Weiher tun. Dort würden sie umher schwimmen können und ihre Freiheit genießen. Ob sie sich miteinander vertrugen?

Klar wusste sie, dass sie Ärger bekommen würde, wenn ihr Vater das rausfinden würde. Sie hatte ihre Hand schon halb im Behälter, als sie in ihrer Bewegung inne hielt. Sie war hin und her gerissen. Für sie bedeutete es, eine Strafe zu bekommen und wahrscheinlich ziemlich ausgeschimpft zu werden und vielleicht sogar eins auf den Hintern geklatscht zu bekommen. Für die Frösche aber den sicheren Tod. Sie sah sich kurz um und dann wieder zu den Fröschen.

Sie griff sich einen der kleinen Fröschchen und hob ihn hinaus. Er war wunderschön. Sie drehte die Hand leicht, um ihn von allen Seiten betrachten zu können.

Sie sah ihn erstaunt an, denn plötzlich wurden seine Augen riesig, dann wurde er ganz breit und plötzlich war Laura so furchtbar schwindelig, dass sie schwankte. Es war ihr ganz stürmig im Kopf und sie blinzelte träge. Die Bilder vor Lauras Augen verzogen sich in alle Richtungen. Die interessantesten Formen nahm der Frosch nun an, als er sich so vor ihren Augen verzog. Nicht nur der Frosch, der ganze Raum. Interessiert sah sie das seltsame Schauspiel an, aber ihre Augenlider wurden plötzlich so furchtbar schwer.

Der Frosch fiel zu Boden und hüpfte schnell davon, um sich zu verstecken.

Laura spürte ihre Halskette immer wärmer werden. Wahrscheinlich würde sie ihr die Haut verbrennen, so heiß war der Stein.

Doch das alles nahm sie nur verschwommen wahr. Sie wankte aus dem Zimmer und stolperte auf die Knie. Der Schmerz an ihrem Hals, von dem heißen Stein war sehr unangenehm und sie wollte mit der Hand an den heißen Stein greifen, aber da sie auf allen Vieren war und ihr so schwindelig war, war das gar nicht so einfach. Was war bloß los? Dachte sie und musste plötzlich lachen.

Wie verrückt lachte sie und versuchte sich krabbelnd ins Wohnzimmer zu bewegen. Sie spürte, wie der Schweiß von ihrer Stirn über die Nase auf den Boden tropfte und ihre Haare ganz feucht waren. Sie beobachtete, wie die Tropfen vom Teppich aufgesogen wurde und fand das äußerst faszinierend.

Sie sah Schuhe auf sich zu kommen und dann sah sie den Boden direkt unter ihrer Nase. Sie fragte sich, wie der nur zu ihr rauf gekommen war. Sie betrachtete zufrieden das Muster des Teppichs vor ihren Augen und summte ein Lied, welches sie irgendwann mal im Kindergarten gelernt hatte. Dann verschwamm der Boden, das farbige Muster des Teppichs und sie hörte sich selber lachen.

Die Kette um ihren Hals war so heiß, oder war sie kalt? Jedenfalls störte sie Laura ungemein, denn ihr Wunsch war es nun zu schlafen. Einfach nur schlafen...

Aber diese elende Kette war so heiß oder kalt! So würde sie nicht einschlafen können! Sie hörte Stimmen von weit her, wie durch Watte hindurch. Sie verstand die Worte nicht. Was für eine seltsame, schwammige Sprache wurde hier gesprochen? Sie blinzelte. Die Kette brannte.

Diese verdammte Froschkette... der Teppich mit dem tanzenden Muster… Schuhe... waren… waren die Schuhe auch heiß... woher kamen all die Froschaugen... überall Froschaugen... rot und hüpfend...

Plötzlich war es nur noch schwarz.

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Amélie saß mit einem Buch auf dem Sofa und las, während Severus und Edward über einigen Aufzeichnungen saßen und sich angeregt unterhielten, als plötzlich eine Hauselfe ihren Meister am Ärmel zupfte, bis er ihr die Aufmerksamkeit gab.

„Was ist denn los?" fragte er etwas ungeduldig.

Die Elfe schien aufgeregt. „Junge Miss, sie lacht und kriecht," sagte sie atemlos.

Snapes Alarmglocken läuteten. Zwar nicht wegen dem Lachen und Kriechen, denn so ein seltsames Verhalten war das nun auch wieder nicht, für Laura jedenfalls. Aber, dass sie so ausgelassen sein sollte, nachdem sie so seltsam gewesen war seit gestern, konnte nicht normal sein.

Er stand auf und folgte der Hauselfe, die ihre Ungeduld nur schlecht unter Kontrolle hatte und aufgeregt an ihren Ohren zupfte.

Als Severus Laura am Boden krabbeln sah, schweißgebadet und irr lachend, wanderte sein Blick sofort zum Büro seines Kollegen. Die Tür stand offen und da Snape genau wusste, was Edward dort drin aufbewahrte und seine Gedanken das Puzzle sofort zusammensetzten, wurde er nun sehr aufgeregt.

„Edward, kommen Sie schnell. Holen Sie einen Bezoar und den Antisepticatrank Nr. 22, SCHNELL!"

Dr. Ludwig, der seinen Kollegen noch nie so aufgeregt gesehen hatte, war ganz aus dem Häuschen und rannte in sein schon offenes Büro, wo er nervös in seinem Schrank rum suchte. Seine Finger wollten ihm plötzlich kaum mehr gehorchen und zitterten stark.

Laura lag Bauch voran auf dem Boden und lachte nur noch ab und zu. Sie schien halb weg getreten zu sein und schielte und etwas Speichel rann aus ihrem Mund auf den Teppich. Sie war ganz nass geschwitzt und Snape drehte sie um und setzte sie halb auf. Er musste ihren Kopf stützen, da er schlapp nach hinten hing. Er sah, dass sich ihre Finger zu verkrampfen anfingen. Nun überkam echte Panik den sonst so gefassten Mann.

Er klatschte ihr ins Gesicht und sagte ihr, sie müsse wach bleiben. Ein Zucken ging durch ihren Körper und Snape fühlte sich unglaublich machtlos. Er hätte schreien können. Endlich nach einer Ewigkeit, wie es ihm schien, erschien Edward neben ihm und stopfte Laura den Stein in den Mund. Sofort entspannte sich Laura. Er öffnete das kleine Fläschchen mit der milchigen beigen Flüssigkeit drin und leerte den gesamten Inhalt in Lauras Mund, den Snape wieder geöffnet hatte. Der Bezoar war verschwunden und Laura schluckte den Trank. Severus war erleichtert, dass Laura noch fähig gewesen war, zu schlucken, denn sonst wäre es wirklich kritisch geworden.

Snape hielt sie dicht an sich gedrückt und saß einfach nur am Boden. Er biss sich auf die Lippen und hoffte einfach nur, dass alles wieder gut kommen würde, mit seinem Kind. Laura zitterte leicht.

Niemand hatte bemerkt, wie sich Prune in der allgemeinen Aufregung davon gemacht hatte und durch den Kamin verschwunden war. Er hatte die allgemeine Aufregung zufrieden genutzt und auch die Tatsache, dass nun endlich mal niemand im Wohnzimmer war beim Kamin.

Als Laura die Augen aufschlug und hustete, fiel allen im Raum ein Stein vom Herzen.

„Severus, ich schwöre Ihnen, dass ich die Türe abgeschlossen 'abe. Ja, Sie waren sogar dabei, 'eute Morgen. Seit dann war ich nischt mehr dort drin." Er war bestürzt, dass so etwas hatte passieren können. In seinem Haus.

„Die Elfe," piepte Laura. Snape sah zu ihr hinunter.

„Streng dich nicht an, Kind," sagte er besorgt. Laura sollte sich erst ausruhen, dann konnte er sehen, warum sie die Frösche angefasst hatte.

Snape küsste Laura auf die Stirn und schloss erleichtert seine Augen. Sein Puls raste immer noch und er spürte, dass er zitterte. Das war ihm noch nie passiert. Wohl nicht mal, als er noch in Lord Voldemorts Diensten war und so einige brenzlige und gefährliche Situationen erlebt hatte.

Madame schlug die Hände überm Kopf zusammen. Sie musste nun unbedingt einen Whiskey haben.

Amélie stand mit großen Augen daneben und hielt sich erschrocken die Hand vor den Mund.

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Laura schlief zwei Stunden und als sie aufwachte, sah sie vier Leute neben ihrem Bett stehen. Sie sah sich um und nun wurde das Bild schärfer. Sie sah ein Lächeln über Snapes Gesicht huschen, als sie ihn ansah. Die anderen Leute an ihrem Bett waren die Ludwigs. Sie lächelten erleichtert auf Laura hinunter. Amélie lächelte Snape kurz erleichtert an und drückte dann Laura einen Kuss auf die Wange. Die letzten beiden Stunden hatten sie immer wieder Lauras Puls gemessen und Diagnosezauber gemacht, dann wieder ein paar Tröpfchen von diesem und jenem Trank verabreicht. Edward hatte einen Arzt holen wollen, da Lauras Zustand sich aber so schnell besserte, verzichteten sie darauf. Nun waren sie sehr froh, dass Laura von selbst aufgewacht war. Das war ein sehr gutes Zeichen.

Diese blinzelte und sah dann zu ihrem Dad.

„Dad? Die Frösche haben mir so Leid getan," sagte sie leise. Snape zog die Augenbrauen zusammen.

„Wieso? Die haben sich nicht unwohl gefühlt in ihrem Glaskasten." Snape sah sie fragend an.

Madame hatte den abgehauenen Frosch wieder eingefangen und das Büro mit einem starken Reinigungszauber gereinigt.

„Weil… Mr. Ludwig ihre Augen und ihre Haut für einen Zaubertrank brauchen wollte und sie haben mich so traurig angesehen. Die wollten doch nicht..."

„Moment," unterbrach nun der ältere Mann. „Diese Frösche werden nischt in totem Sustand in Dsaubertränken verwendet. Allein ihre 'aut ist wischtig. Die Tröpfschen, die sie ausscheiden, werden gefasst und verarbeided. Die sind sehr giftig, wie Sie feststellen mussten, Mademoiselle."

Laura sah ihn forschend an. „Aber die Hauselfe, sie hat gesagt, dass die Augen..."

Wieder wurde Laura unterbrochen. „Von welsche 'auselfe reden Sie denn? Keine Elfe 'at Sudritt in meine Büro. Isch glaube kaum, dass eine Elfe sisch erlauben würde, dort 'inein su ge'en."

Sie hatten sich die ganze Zeit gefragt, wieso wohl die Bürotür offen gestanden hatte. Niemand hatte einen Schlüssel. Und Laura hatte ihren Zauberstab nicht dabei.

„Madame ?" piepte plötzlich eine Stimme hinter der eleganten Frau.

Die Dame sah sich um und sah den Hauselfen, der gesprochen hatte überrascht an. Hinter diesem standen noch zwei ebenfalls männliche Hauselfen.

„Wir möchten uns entschuldigen, dass wir stören, aber was sollen Hauselfen nun arbeiten? Alles haben sie schon gemacht, was ihnen aufgetragen wurde." Der Hauselfe sah entschuldigend zu seiner Meisterin auf.

„Wendet eusch doch an Monsieur Prune, dafür ist er ja sustendig, mon Dieu! " Die Frau schien etwas genervt zu sein, dass sie gestört wurde.

„Monsieur Prune ist nicht hier, Madame," sagte der Sprecher der Elfen. Nun runzelte Madame die Stirn.

„Was soll das 'eissen? Il a disparu?" fragte sie ungeduldig. Er war doch gerade noch hier gewesen, dachte sie.

„Wissen es nicht, Madame, ist fort." Der Hauselfe sah sie entschuldigend an, als wäre das Verschwinden des Mannes seine Schuld.

Nun wurde auch Edward hellhörig. Er trat auf den Flur und rief nach dem Mann, aber nichts war zu hören. Er rief nochmals, diesmal lauter. Nichts.

„Dad, dieser Mann ist ein Zauberer," sagte Laura leise. „Amélie hat gesagt, er sei ein Squib, aber das stimmt nicht."

Snape hob fragend eine Augenbraue und sah Laura an. „Wieso weißt du das?" fragte er ernst. Was behauptete seine Tochter da?

„Ich weiß es einfach," sagte Laura, der gerade entfallen war, warum sie das wusste. Sie wusste es einfach.

„Also wirklisch, ma petite!" mischte sich nun die Dame des Hauses empört ein. „Das ist doch nischt möglisch? Wieso be'auptest du sowas?"

Amélie gab ihrer Großmutter mit einem Blick zu verstehen, sie möchte doch bitte ruhig sein. Sie wollte nicht, dass sich Laura wieder aufregen musste. Und es war sehr unangenehm, wenn einem nicht geglaubt wurde.

Laura senkte verlegen die Augen und zuckte die Schultern. „Tut mir Leid, Madame. Ich weiß einfach, dass er zaubern kann." Laura versuchte eine Erinnerung zu fassen zu bekommen, aber wie ein glitschiger Fisch entkam ihr das Bild von dem Mann mit dem Zauberstab immer wieder.

Snape wurde das zu blöde. „Wenn du es nicht weißt, dann behaupte es auch nicht! Ich weiß nicht, was mit dir los ist, Laura, aber du verhältst dich sehr sonderbar in letzter Zeit. Monsieur Prune hat dir nichts zu Leide getan..."

„Doch!" schrie Laura plötzlich dazwischen und Tränen standen in ihren Augen.

Netterweise verließen nun die älteren Leute den Raum, um Laura mit ihrem Vater alleine reden zu lassen. Sie wollten nach ihrem Organisator schauen gehen. Das konnte doch nicht sein, dass der einfach verschwunden war!

Amélie legte beruhigend die Hand auf Snapes Arm und verließ dann auch den Raum.

Als sich die Tür hinter der Frau geschlossen hatte, setzte sich Snape zu Laura aufs Bett. Er gab ihre einen ernsten, forschenden Blick.

„Was sagst du da, Laura? Er soll dir etwas angetan haben?" Laura nickte langsam.

„Ja, ich spüre das, Dad. Bitte glaube mir. Aber ich kann mich einfach nicht richtig erinnern. Manchmal denke ich, ich weiß es, aber wenn ich mich dann darauf konzentriere, weiß ich es nicht mehr. Aber er hat mir etwas angetan. Ich fühlte mich gestern plötzlich so furchtbar verletzt. Aber nur hier drin." Laura zeigte auf ihre Brust. Sie hoffte, ihr Vater nahm sie ernst und sie hoffte, dass er einigermaßen begriffen hatte, was sie meinte.

Snape nickte nachdenklich. Das tönte ganz nach einem Vergessenszauber. Da gab es einen Trank, der ihr helfen könnte. Er sah sie lange an. Ob Prune sie geschlagen hatte? Wahrscheinlich, aber wieso?

„Ich komme bald wieder. Ruhe dich noch aus. Ich hole dir einen Trank von zu Hause, da ich bezweifle, dass Edward den hier auf Lager hat."

Laura sah ihn mit großen Augen flehend an. „Nein Dad, bleib bei mir," bat sie und setzte sich auf, um sich an seinen Arm zu klammern.

„Madame Ludwig wird bei dir bleiben. Ich komme bald wieder," sagte er bestimmt und sah sie streng an, als sie sich an ihm festhalten wollte. Er sah, dass sich die Tränen nur mühsam zurückhalten konnte und es fiel ihm wirklich schwer, sie hier zurück zu lassen.

Er schritt zur Tür und sprach leise mit seinem Kollegen.

Die ältere Frau betrat den Raum und kam zu Laura ans Bett, gefolgt von Amélie. Diese streichelte Lauras schwarzes, welliges Haar und lächelte sie freundlich an. Die großen, etwas verstörten Augen des Kindes berührten ihr Innerstes und sie setzte sich zu Laura aufs Bett.

TBC...

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