Allen möchte ich herzlich danken für die Reviews :-)

Scientific ida herzlichen Dank fürs Betalesen, schön, dass sie euch allen meine Patzer erspart!

Viel Spass beim nächsten Kapitel, Gruss Sally

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Die fünf Männer und Milly waren ziemlich verblüfft, als bei besagter Adresse nichts als eine leere, alte Scheune anzutreffen war.

„Es sieht aus, als habe Mr. Smeltens dieses 'Zuhause' schon seit längerem verlassen," bemerkte Dumbledore, als er die Scheune kurz inspiziert hatte. Wenn er etwas verlegen war über seinen Irrtum, so zeigte er es nicht.

Severus und Lupin sahen sich an und Snape hob eine Augenbraue.

Dumbledore überlegte einen Augenblick und nickte dann zu sich selber, während er über seinen weißen Bart strich.

Andrew Crawl war auch in der Scheune verschwunden um nachzusehen, ob es noch Spuren des Mannes gab, der hier scheinbar einmal gewohnt oder besser gesagt gehaust hatte.

Als er wieder aus dem halb verfallenen Bruchsteinbau heraus trat, gesellte er sich zu den anderen Zauberern, die gespannt um Albus herum standen. Sie sahen ihm an, dass er noch ein Ass im Ärmel hatte. Milly hielt sich im Hintergrund.

Dumbledore strich sich nochmals über den Bart und sah über seine Halbmondbrille.

„Es ist mir noch eine andere Adresse bekannt, wo er leben könnte. Ich schlage vor, wir apparieren alle zusammen. Da die Adresse nicht sehr genau ist, haltet ihr euch bitte an einander fest. Es könnte sonst geschehen, dass wie ziemlich weit von einander auftauchen. Die Zauberer nickten. Severus hielt sich zu hinterst und griff nach Remus' Umhang, damit nicht jemand auf die Idee kam, sich an ihm fest zu halten.

Einen Augenblick später waren die Zauberer verschwunden.

S s s s s s s

„Großvater, sieh mal das da, das haben wir schon gelernt," sagte Laura stolz und hielt dem Mann eines ihrer Verwandlungsbücher unter die Nase.

„Und du glaubst gar nicht, was mein Dad alles kann! Für den ist das alles hier in dem Buch piep einfach," fügte sie schnell hinzu, als sie den ungläubigen Blick des Großvaters sah.

Das Erstaunen des älteren Mannes freute Laura und sie fühlte sich ziemlich gut, dass sie solche Dinge tun konnte, welche Tobias kaum glauben konnte. Seine Eileen hatte zwar manchmal kleinere Dinge gezaubert, hatte aber im Allgemeinen eher darauf verzichtet. Nur Tränke hatte sie immer gebraut im Keller. Darum hatte er sich aber nicht gekümmert und hatte sie einfach machen lassen. Ihm war das früher alles etwas unheimlich gewesen und er hatte so wenig wie möglich damit zu tun haben wollen.

Seltsam, dass das heute ganz anders war. Es interessierte ihn sehr, was seine Enkelin und ihr Freund alles erzählten über diese fantastische Welt und er spürte sogar einen gewissen Stolz auf seinen Sohn, der dort scheinbar ein sehr angesehener Zauberer und Tränkemeister war.

Aber er hatte Schwierigkeiten, das alles glauben zu können. Dass es eine ganze Welt für sich gab, von der die meisten Leute nichts wussten. Eine geheime Welt der Zauberer, von der sein Sohn und seine Enkelin ein Teil waren. Wie hatte er das so ignorieren können, früher.

„Kannst du mir das vorzeigen?" fragte er Laura und sah sie zweifelnd an. Laura gab Harry einen vielsagenden Blick und seufzte. „Mein Dad würde mich umbringen, wenn ich das wagen würde. Zaubern ist außerhalb der Schule verboten, für Kinder jedenfalls." Sie sah ihren Großvater entschuldigend an. Es reizte sie unglaublich, ihren Zauberstab zu holen und dem Großvater etwas zu demonstrieren.

Der würde Augen machen!

Würde es ihr Vater merken? Wie sollte er es merken?

Aber wenn ja? Es war ihr einfach ein zu heißer Lauf. Sie hatte keine Lust, ihm erklären zu müssen, weshalb sie gezaubert hatte und er würde es merken, falls sie lügen würde. Dann wäre sie in noch größeren Schwierigkeiten . Er würde auch überhaupt kein Verständnis haben, wenn sie ihm sagen würde, sie habe eine kleine Vorführung für ihren Großvater gemacht. Nein, sie hatte doch einiges gelernt in diesem Jahr mit ihrem Vater.

Tobias nickte nur und strich Laura übers Haar. „Das ist schon gut, Liebes," sagte er und lächelte das Mädchen an.

„Und du bist also Spezialist im Besenreiten, hm?" fragte er Harry und dieser nickte stolz. Er hätte niemals gedacht, dass Snape einen so netten Vater hatte.

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Es war ziemlich heiß, als die fünf Leute neben einem Bahngleis, irgendwo in Irland auftauchten. Weit und breit sahen sie kein Haus.

„Sind Sie sicher, dass wir hier richtig sind, Albus?" fragte Crawl zweifelnd, doch der alte Mann nickte.

„Ich denke, hier sind wir genau richtig, Andrew. Dort hinten, hinter diesen Mauern müsste es sein." Er zeigte auf ein halb zerfallenes Haus. Die Männer gingen darauf zu. Tatsächlich war hinter der Ruine noch ein kleines, altes Steinhaus, in dem Licht brannte.

„Stopp, hier fängt der Schutzzauber an," sagte Albus. „Wenn der Schutzzauber zusammenfällt, wird er das ziemlich sicher merken und sich davon machen wollen. Wir müssen direkt in sein Wohnzimmer apparieren, wenn wir ihn nicht entkommen lassen wollen." Albus Dumbledore sprach, als würde er eine nette kleine Geschichte erzählen.

„Ich schlage vor auf drei," sprach er schon weiter und hielt seinen Zauberstab vor sich.

Auf drei schossen fünf gelbe Blitze aus den Zauberstäben und trafen auf eine nun rötlich glänzende Scheibe, die wie eine Käseglocke das Haus umgab. Es zischte einen Moment und die Scheibe war verschwunden. Einen Sekundenbruchteil später, waren auch die Männer und auch die Elfe verschwunden.

Sobald die Männer im Haus angekommen waren, ging ein akustischer Alarm los, der so tönte wie ein übergroßer Wecker. Die Zauberer scherten sofort in alle Richtungen aus, um nach dem Mann zu suchen, bevor er verschwinden konnte. Severus war nicht sicher, ob dies nicht schon passiert war, denn im oberen Stockwerk, das sehr klein war, war der Mann nicht.

„Ich hab ihn," hörte er Crawls Stimme von unten. Er ging schnell die Treppe hinunter und sah seinen Kollegen, den Zauberstab auf einen dürren, blonden Mann gerichtet die Kellertreppe hinauf kommen. Er stieß den Mann rau vor sich her.

Smeltens schien so erschrocken, dass er keinen Laut raus brachte.

Snape erkannte den Kerl sofort, er sah noch ähnlich aus, wie er ihn in Erinnerung hatte aus dem Tränkemagazin.

Sofort richteten auch die anderen Männer den Zauberstab auf ihn und er begann zu jammern und zu schlottern. Crawl stieß ihn unsanft auf einen Stuhl.

„Das Veritaserum, Severus," sagte Dumbledore ruhig und Crawl machte einen Schritt auf den Mann zu und öffnete ihm grob den Mund. In einer eleganten Bewegung leerte Snape die Flüssigkeit in den aufgesperrten Mund und gab sich gar nicht erst die Mühe, nur einen Schluck zu verabreichen. Der Mann konnte nicht anders als es runter zu schlucken, denn Crawl hielt ihm die Nase zu, während er mit der anderen an den Haaren den Kopf nach hinten zog.

Milly zog an Snapes Umhang. Sie hielt eine kleine Hauselfe an der Hand, die sehr verängstigt wirkte und sich vor lauter Schreck nicht mal wehrte.

„Meister!" piepte sie mit erschrockener Stimme. Mit weit aufgerissenen Augen stand die Elfe vor den fünf Zauberern.

Obwohl sie vor Schreck wie angewurzelt da stand, lähmte Albus Dumbledore sie mit einem Zauber, damit sie sich nicht entfernen konnte, entschuldigte sich aber höflich dafür. Ihre Angst war offensichtlich und Milly sprach sanft auf sie ein. In ihrer eigenen Sprache, die sehr melodisch klang.

„Wo hast du die Unterlagen und was hast du damit vor?" fragte Snape mit eiskalter Stimme.

Hugh Smeltens verzog das Gesicht zu einer hässlichen Fratze und wehrte sich heftig dagegen, die Wahrheit raus zu rücken, aber er hatte keine andere Wahl.

„In meinem Tränkelabor und ich wollte Tränke damit brauen, um damit besseres Ansehen zu erreichen, bei den Zaubertrankmeistern. Die nehmen mich nicht richtig ernst obwohl ich viel Potential habe. Die haben keine Ahnung!"

Der Mann hatte versucht, sein Gebiss zusammen zu pressen, aber die Worte hatten trotzdem ihren Weg gefunden. Bei so viel Veritaserum hätte er seine geheimsten Wünsche und Vergehen hervor gezwitschert ohne zu zögern.

Snape sah etwas aus den Augenwinkeln, das sich langsam bewegte. Als er seinen Blick kurz von dem Mann abwandte, sah er eine sehr alt aussehende Schildkröte gemütlich an ihnen vorbei gehen. Snape zog erstaunt die Stirn in Falten und konzentrierte sich wieder auf den Missetäter.

„Sie 'aben sisch bei mir eingeschlischen, um an Pläne zu kommen, Prune?" fragte Dr. Ludwig etwas pikiert. „Isch weiß nischt, wes'alb sie das Kind angegriffen 'aben, aber isch neme an, Sie wollten Informationen von der Kleinen oder was?"

Der Mann versuchte, seinen Kopf von den Händen Crawls zu befreien, der hielt ihn aber gut und kräftig fest.

„Das kleine Miststück wollte nichts raus rücken, da musste ich mir eben was einfallen lassen. Ich hab mich in ihren Gedanken umgesehen, aber da war nur unbrauchbares Zeug drin. Wenigstens biss sie dann bei den giftigen Fröschen an, denn ich musste euch ablenken, damit ihr nicht bemerkt, dass ich mich verabschiedet hatte. Ich wusste, dass ich die Unterlagen wahrscheinlich gefunden haben würde, bis ihr die Göre wieder einigermaßen gerettet habt. Wäre einfacher gewesen für mich, wenn ich gewusst hätte, wo die Dokumente sind, dann hätte ich sie schneller gefunden."

Smeltens wurde knallrot im Gesicht vor Verzweiflung, dass sein Mund sich selbstständig gemacht hatte und alles bereitwillig ausplauderte.

"Und wenn das kleine Biest es rausgerückt hätte, wo ihr Daddy seine wichtigen Papiere aufbewahrt, hätte ich sie vielleicht ohne Zauberei gefunden, dann wärt ihr mir nicht auf die Schliche gekommen. Falls ich sie nicht gefunden hätte, wäre ich wieder bei Ihnen zu Hause aufgetaucht, wie wenn nichts gewesen wäre und hätte angegeben, mich nicht wohl gefühlt zu haben oder so. Eine Ausrede wäre mir leicht eingefallen, Sie und Ihre Frau waren ja so leichtgläubig und so mitleidig mit einem armen frustrierten Squib. Dabei wollte ich mich sowieso bald aus dem Staub machen, da ich bei Ihnen nicht das gefunden habe, was ich gesucht hatte und da kam mir Snape grade recht. "

Er erschrak ab seinen eigenen Worten und hatte die Augen weit aufgerissen.

„Meine Tochter ist kein Biest," hörten sie Snapes rasiermesser scharfe Stimme. "Und wenn du es nochmals wagst, in deinem jämmerlichen Leben in ihre Nähe zu kommen, dann wirst du dir wünschen, nicht geboren worden zu sein."

Snape richtete sich etwas mehr auf und sah abschätzig auf den festgehaltenen Mann herab. „Und meinst du wirklich, ich sei so verantwortungslos, einem Kind zu sagen, wo ich meine wichtigen Dokumente aufbewahre? Du bist nicht nur ein Betrüger, sondern hast so wenig Menschenverstand, dass es eine Schande ist, dass du die Gestalt eines solchen hast." Dass auch eine gewisse Ähnlichkeit zu einem schleimigen, sich windenden Aal bestand, behielt Severus für sich.

„Was meinen Sie, Severus. Ich denke er hat einen guten Denkzettel verdient," sagte Albus ruhig, damit die Situation nicht ausartete.

„Wenn er sich als Squib ausgegeben hat, sollte er vielleicht auch mal in das Leben eines solchen sehen können." Er sah die Kollegen fragend an.

„Ich denke so zwei, drei Monate als Squib zu verbringen wird ihn so einiges lehren."

Albus sah ziemlich zufrieden aus mit seiner Idee.

„Er hat meiner Tochter ziemlich geschadet, Albus. Für mich ist diese Strafe deutlich zu milde." Severus war ziemlich empört, über diese lächerliche Strafe. Aber der Schulleiter war einfach zu nachlässig, mit allen lieben Mitmenschen.

Dumbledore befreite die Hauselfe von ihrem Lähmungszauber und sagte:

„Ich denke, es wird ihm unangenehm genug sein. Er wohnt hier sehr abgelegen und muss zusehen, wie er an etwas Essbares ran kommt. Außerdem wird er wohl seine kleine Hauselfe mit einem neuen Pullöverchen beschenken wollen." Er wandte sich an die Elfe, die nun ängstlich einen Schritt rückwärts machte.

Er lächelte sie freundlich an, was die Dienerin zu erstaunen schien.

„Du darfst ganz ehrlich deine Meinung sagen, Hauselfe. Dieser Mann wird dir nicht schaden können, wenn du etwas gegen ihn sagst. Dafür gebe ich dir mein Wort. Wir werden für dich eine andere Arbeitsstelle finden. Du könntest auch in Hogwarts arbeiten, wenn dir das gefallen würde. Möchtest du, dass dein Meister dir Kleider schenkt und dich so aus seinen Diensten befreit?"

Eingeschüchtert und unsicher sah die Elfe zu ihrem Meister und nickte dann zögerlich.

„J...Ja, Sir," presste sie leise hervor und Dumbledore lächelte wieder. Cessy griff nach ihren grossen Ohren und verdrehte sie sich schmerzhaft, bis der ältere Zauberer nach ihren Händen griff und sie davon abhielt, was sich nicht als ganz einfach erwies.

„Sie haben gehört, was die Elfe gesagt hat," sagte Albus und wandte sich wieder an Smeltens. „ Also, Sie erfüllen ihren Wunsch besser, oder es wird ziemlich unangenehm werden."

Der beiläufige Ton des älteren Zauberers passte so gar nicht zu seiner Drohung und der überrumpelte Smeltens überlegte hin und her, wie er aus dieser Situation entkommen konnte. Aber es war aussichtslos. Snape kam gerade aus dem Keller zurück, in welchen er kurz verschwunden war, um seine Dokumente zu holen, schnappte sich ein sauberes Geschirrtuch, welches er in der Küche fand und hielt es lässig dem Gefangenen hin.

„Hast du eine Kopie davon angefertigt?" fragte Snape. Er wusste, dass der Mann sich niemals auch nun einen kleinen Teil seiner Aufzeichnungen hätte im Kopf merken können. Zu komplex war das Ganze. Aber er wollte sicher gehen, dass er alle schriftlichen Dokumente hatte.

„Nein," antwortete der Mann.

„Gut," sagte Albus. „Wir warten," fügte er hinzu und lächelte den Mann an, während er auf das Küchentuch sah.

Sehr widerwillig reichte er es der Hauselfe, die es mit zittrigen Fingern entgegen nahm und sehr schuldbewusst blickte.

„Untreues Ding," fluchte der Mann verärgert. „Schon seit Ewigkeiten in meinem Dienst und nun das!"

Große Tränen rannen der kleinen Elfe übers Gesicht und Remus gab ihr ein aufmunterndes Lächeln.

„Es wird dir gefallen, in Hogwarts," sagte er leise. Die Elfe nickte eifrig und sah ihn dankbar an. Natürlich würde sie sich später für ihre Untreue bestrafen müssen.

„Ihr Name ist Cessy, Mr. Dumbledore, Sir," sagte Milly und Cessy sah sie bewundernd an. So eine mutige Hauselfe war diese Milly, dass sie sich traute unaufgefordert zu reden.

Dumbledore nickte und lächelte.

„So, ich denke, es ist Zeit, sich zu verabschieden," sagte er. Er hob den Zauberstab gegen Smeltens' Kopf und sagte einige komplizierte Worte. Crowl ließ den Mann mit einem kleinen Stoß und einem bösen Blick los und Dumbledore nickte seinen Kollegen zu.

„Eine Frage noch," sagte Edward und sah mit zusammen gekniffenen Augen zu dem Mann, der vor ihm saß hinunter „Mir ist aufgefallen, wie sie meine Amélie immer so angese'en 'aben. Sie 'aben ihr doch nischts angetan und einen Vergessenszauber benutzt oder?" Der ältere Mann hatte sich die letzte Nacht darüber den Kopf zerbrochen. Natürlich würde sich Amélie nicht einfach so etwas antun lassen, aber wenn sie der Meinung gewesen war, Prune sei ein Squib, konnte es sein, dass sie etwas unvorsichtiger gewesen sein könnte.

„Ahh, die leckere kleine Französin. Ja, das ist eine scharfe Schnitte und wenn ich Gelegenheit gehabt hätte, hätte ich schon gerne mal ein..."

Plötzlich hatte der Mann Snapes Zauberstab am Hals und der Blick, den Snape ihm gab, sprühte beinahe Funken. Er ließ den Mann wieder schlottern und zittern.

„Noch einen Ton und du bist tot," sagte Snape ruhig aber mit einer tödlichen Stimme.

Edward und die anderen Zauberer sahen Severus erstaunt an.

„Ich denke, es ist Zeit zu gehen, Freunde. Er hat seine Strafe..." sagte Albus, der das gefährliche Glitzern in Snapes Augen gesehen hatte.

Smeltens blieb etwas verängstigt sitzen. Dumbledore fasste die zitternde Elfe mit einem ermutigenden Gesicht an der Hand und apparierte davon. So auch die anderen Zauberer, bis auf Snape. Der sah, wie Smeltens der alten Schildkröte, die das Pech hatte, gerade vor seinen Füssen zu spazieren, einen unsanften Kick gab, der das Tier einige Meter purzeln ließ. Es landete auf dem Rücken und zappelte hektisch. „Accio!" sagte Snape und das Tier landete in seiner Hand. Dann richtete er den Zauberstab nochmal auf den Mann und eine Sekunde später war er verschwunden. So auch Milly.

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Als er einige Sekunden später als die anderen zu Hause ankam, sahen diese ihn erstaunt an. Außer Laura, die eine Sekunde später ihre Arme um den Vater geschlossen hatte und ihn mit aller Kraft an sich drückte.

„Wieso 'aben Sie diesen Schildkröte mitgenommen?" fragte Edward neugierig. Er kannte Snape nicht als den Tierliebhaber und als Zaubertrankzutat würde er sie wohl auch nicht verwenden wollen.

„Wer so mit einem Tier umgeht, sollte keines haben," sagte Snape trocken, während er seine Tochter sanft aber bestimmt von sich weg schon. Er streckte Laura, die ihn mit großen Augen und erleichtertem Blick ansah das Tier entgegen.

Sie streckte zögernd die Hände aus und musterte ihren Dad.

„Du kannst sie behalten, Laura. Der Mann hat sie gequält. Aber sie bleibt draußen, klar?"

Laura strahlte und umarmte ihren Dad nochmals und Snape musste ein Augenrollen unterdrücken. Wieso war das Kind immer so anhänglich und dann noch in der Gegenwart seiner Kollegen?

Sie trug das Tier hinaus, wo sie es im Gras frei ließ. Harry war ihr gefolgt und sie lächelten sich an.

Tobias, der es mit den beiden aufgeweckten Kindern genossen hatte, wollte sich jetzt verabschieden, denn es war genügend Trubel hier, auch ohne ihn.

Er ging auch hinaus zu den Kindern und verabschiedete sich. Die beiden bedankten sich bei ihm und Laura fragte ihn, ob er bald wieder kommen würde. Tobias hoffte es, denn er genoss jede Minute mit Laura.

Auch von Severus verabschiedete er sich kurz, denn er wollte ihn jetzt nicht stören. Laura winkte ihm, als er aus der Haustüre trat, denn die Kinder waren auch wieder ins Haus gekommen.

„Dad, wieso ist die da?" fragte Laura und zeigte auf die eingeschüchterte Elfe, die neben Dumbledore stand. Sie kannte diese Elfe genau. Die Hauselfe senkte beschämt den Blick und sagte kleinlaut: "Es tut Cessy Leid, dass sie Laura in Schwierigkeiten gebracht hat. Cessy musste ihrem Meister gehorchen."

Laura nickte und Dumbledore fragte freundlich: "Wir müssen noch kurz etwas besprechen, Kinder. Wärt ihr so freundlich und kümmert euch ein wenig um Cessy? Sie arbeitet von nun an in Hogwarts."

Harry und Laura nickten. Milly gab der Elfe einen ermunternden Blick und servierte den Gästen etwas zu Trinken und eine Kleinigkeit zu Essen.

Severus hatte das seltsame Gefühl, dass Albus wusste, dass er es nicht bei der Strafe, die der alte Zauberer dem Verbrecher gegeben hatte, belassen hatte. Es war der gewisse wissende Blick, mit dem der Schulleiter ihn betrachtete. Aber Snape war es egal. Die Zunge des nun als Squib lebenden Mannes würde für zwei Wochen an seinem Gaumen kleben, was dessen Leben bestimmt nicht bequemer gestaltete. Das Essen würde sich dann wahrscheinlich so ziemlich auf Flüssigkost beschränken. Während dieser Zeit würde der Mann jeden Tag von neuen Schmerzen geplagt sein. Sie wären erträglich, aber trotzdem zermürbend.

Er wusste nicht, wie lange es dauern würde, bis seine Tochter über das rücksichtslose Eindringen in ihren Geist hinweg war. Er fand, dass er noch milde gewesen war, mit dem Mann.

Die eingeschüchterte kleine Elfe kauerte sich in eine Ecke in der Küche, und schlang die unendlich dürren Arme um ihre knorrigen Beine. Milly hatte keine Zeit, sich um sie zu kümmern, da sie die Gäste mit Getränken versorgen musste. Laura kniete sich neben sie. Auch Harry saß auf den Küchenboden und sah die Elfe mitleidig an. Sie schien ziemlich zerstreut und verstört. Wahrscheinlich war ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt worden, dachte Laura mitfühlend.

Sie saßen eine Weile still da. Plötzlich begann Laura leise ein Lied zu singen. Für Harry tönte das Lied seltsam fremd. Er hatte nicht gewusst, dass es so eine Sprache überhaupt gab, so speziell tönte es. Die Augen der Elfe jedoch füllten sich sofort mit Tränen und sie sah Laura erstaunt an.

Leise und schön tönte das fremdartige Lied in der leeren Küche. Es schien eine eigenartige und schöne Stimmung auszulösen und Harry hörte interessiert zu. Cessys Augen hingen an dem Kind, das vor ihr kniete und leise sang. Das musste ein Wunder sein, dachte die Elfe. Wie kam es, das ein Mensch, eine junge Hexe, ein Elfenlied sang?

Plötzlich spürte Laura eine Hand auf ihrer Schulter. Sie drehte sich um und sah Milly, mit einem seltsam stolzen und glücklichem Gesichtsausdruck. Laura lächelte Milly an, ohne das Lied zu unterbrechen. Viele Male hatte sie es mit ihr zusammen gesungen. Cessy sah sehr erstaunt aus, aber ein Lächeln breitete sich in ihrem Gesicht aus. Ihre Augen schwammen immer noch in Tränen, die sich nun ihren Weg über Cessys Gesicht suchten.

Sie merkten nicht, wie der Schulleiter und die anderen Zauberer beim Eingang zur Küche standen. Als das Lied fertig war, streckte Laura die Hand nach der fremden Elfe aus und berührte lächelnd ihre Schulter.

„Das war aber ein sehr schönes Lied, Laura," hörten sie plötzlich Dumbledores Stimme und drehten sich überrascht um.

Laura sah ein wenig verlegen aus, weil sie ja nicht mit Zuschauer oder Zuhörer gerechnet hatte und Harry stand schnell auf.

Dumbledore lächelte die Kinder warm an und sagte dann zu der Elfe, dass sie nun gehen würden. Dass sie bestimmt gespannt darauf wäre, die anderen Hauselfen kennen zu lernen.

Cessy nickte und sah den alten Zauberer entschuldigend an. Sie trat sofort an seine Seite und die Zauberer verabschiedeten sich von einander.

Cessy trat in einem günstigen Moment auf Laura zu und nahm ihre Hand. „Danke, junge Miss. Danke vielmals!"

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„Ich bin ja am Abend wieder da, Harry," sagte Remus und fuhr dem Jungen übers Haar. Laura sah zu, wie Harry den Mann umarmte. Er schien das inzwischen gewohnt zu sein und war nicht mehr so zurückhaltend. Laura freute sich ehrlich für den Freund und sie hatte auch begriffen, dass Remus sie immer lieb haben würde, trotz Harry.

Ihr war auch aufgefallen, dass Harry viel lockerer war, hier bei Snape zu Hause. Die Tage mit Remus hatten ihm offensichtlich gut getan.

„Ich hoffe, es gefällt dir," sagte Laura, als Harry den Mann losgelassen hatte und Laura die Arme um ihn schloss. Remus konnte heute im St. Mungos einen Tag arbeiten, um zu sehen, ob ihm dieser Job gefiel.

„Bestimmt," sagte Remus und lächelte die Kinder an, bevor er in den Kamin trat und verschwand.

Snape breitete gerade ein paar Papiere auf dem hölzernen Tisch aus.

„Wir gehen baden, Dad," sagte Laura und rannte aus dem Haus, worauf Snape finster blickte, da er es nicht mochte, wenn die Kinder im Haus rum rannten. Aber die Kinder sahen den Blick nicht mehr, da sie schon lauthals Richtung Bach rannten.

„Autsch!" rief Harry plötzlich hinter Laura. Diese drehte sich um und sah Harry am Boden sitzen und seinen Zeh halten. Sie kniete sich schnell neben den Freund.

„Oww, ich hab mir den Zeh gestoßen, an diesem verdammten Stein!" jammerte Harry und rieb sich den großen Zeh.

Laura klopfte ihm mitfühlend auf den Rücken.

„Hallo Schätzchen," zirpte sie plötzlich, worauf Harry fragend den Kopf hob. Irgendwie war er erleichtert, dass nicht er damit gemeint war, denn Jimmy hüpfte auf die Kinder zu. Laura strahlte und Jimmy sprang mit einem eleganten Sprung auf Lauras Arm, den sie ihm entgegen hielt.

„Gehts wieder?" fragte Laura besorgt. Harry nickte. Sein Zeh blutete leicht und sein Nagel hatte eine weiße Rille.

Laura stand auf und zog den Jungen mit sich hoch. Plötzlich schnupperte Jimmy, kletterte von Laura runter und ging zu der flachen Steinplatte, an der sich Harry den Fuss gestoßen hatte. Sie grub und puddelte wie wild und schnupperte an der Platte.

„Das macht die immer," sagte Laura. „Möchte wissen, was die da bloß riecht!"

Harry überlegte nicht lange, sondern zog an dem Stein. Er war so schwer, dass er ihn kaum einen Millimeter bewegen konnte. „Hilf mir mal!" sagte er außer Atem. Laura fasste mit an und zusammen schafften sie es, den Stein zu verschieben.

Sie sahen sich erstaunt an, als sie unter der Platte hölzerne Bretter entdeckten.

„Wow, was ist das wohl?" fragte Harry und seine Augen glänzten vor Begeisterung und Neugierde.

„Komm, wir sehen, was darunter ist. Los!" Harry wollte eben die Bretter hoch heben, als Laura den Kopf schüttelte. „Wir sollten es vielleicht meinem Dad sagen, sonst bekommen wir Ärger."

„Wieso? Wir tun ja nichts Verbotenes. Vielleicht ist ein Schatz darunter," vermutete Harry.

„Oder ein paar Regenwürmer," meinte Laura und deutete auf Jimmy, die immer wie wilder puddelte und an den Brettern kratzte. „Ich glaube kaum, dass Jimmy scharf ist auf Gold und Diamanten," fügte sie hinzu und hob, eine Augenbraue, genau wie ihr Vater das immer tat.

Harry lachte. „Und wenn schon," sagte er. „Komm!"

Laura kniete sich neben ihn und sie rissen an den Brettern, die ziemlich eingewachsen waren, aber auch ziemlich verfault.

Endlich hatten sie eines der morschen Bretter draußen. Aber es waren keine Würmer darunter, sondern ein dunkles Loch.

„Jimmy!" rief Laura erschrocken, als das kleine flinke Tierchen im Loch verschwand.

„Verdammt!" sagte Laura und die Kinder rissen nun auch noch an den anderen Bretter, bis sie das Loch, das einen Durchmesser von etwa 80 Zentimeter hatte, frei hatten.

Sie sahen hinunter, doch es war ziemlich dunkel. Sie hörten ein Geräusch, das wahrscheinlich von Jimmy stammte.

„Ich geh runter!" sagte Harry rasch, denn zum Glück war eine Eisenleiter an der steinernen Wand befestigt.

„Nein!" rief Laura und lag auf dem Bauch, um in den tiefen Schacht zu sehen. „Wir kriegen Schwierigkeiten mit meinem Dad!" sagte sie besorgt.

Harry verdrehte die Augen, obwohl er sich auch nicht so sicher fühlte, wie er vorgab. Er war einfach zu neugierig, was da unten war und Laura war einfach nervend vernünftig. Aber er musste sich eingestehen, dass man sich wohl zweimal überlegte, was man tat, mit Snape als Vater. Aber das war wirklich aufregend und Snape würde ihnen den ganzen Spaß verderben.

„Wir dürfen das Grundstück nicht verlassen, oder? Das tun wir ja nicht!" sagte er überzeugend. "Vielleicht ist das ein Geheimgang."

Laura biss sich auf die Unterlippe. „Wir sollten aber den Zauberstab holen. Nur für den Notfall, meine ich. Harry nickte: "Also hol ihn," sagte er aufgeregt.

„Du hast es gleich weit, hol du ihn und meinen auch," erwiderte das Mädchen.

„Es ist dein Haus, geh du jetzt!" blieb Harry hartnäckig und Laura verzog das Gesicht und düste ins Haus.

Sie holte ihren und auch Harrys Zauberstab und als sie wieder an Snape vorbei in den Garten rennen wollte, wurde sie von ihm aufgehalten. Sie hoffte schwer, dass er die Zauberstäbe, die sie unter dem T-Shirt trug nicht entdeckte.

„Laura! Ich denke, du bist mit der Regel vertraut, dass im Haus nicht gerannt wird. Falls ich dich nochmals dabei erwische, setzt es was, verstanden?" schimpfte er streng.

Laura verschränkte die Arme vor der Brust, damit sie die Zauberstäbe besser verdeckte, deren Umriss sich wahrscheinlich unter ihrem Shirt abzeichneten.

„Ja, Sir," sagte sie folgsam. „Enschuldigung," fügte sie sicherheitshalber noch hinzu. Er nickte kurz und schrieb dann weiter.

Sie drehte sich um und ging erleichtert davon. Sie bemerkte nicht, dass ihr Vater sie beim Davongehen skeptisch musterte.

TBC...

Ehhmm...reviewen, bitte ;-D