Vielen Dank für die Reviews, CelinaHP, Marylein, Lufa und Mortianna´s Morgana!

CelinaHP schön das du mitliest und ich hoffe es gefällt.:-)

Marylein tausend Dank für den Hinweis. Das kommt davon, wenn man in letzter Zeit zuviel über Werwölfe liest. ;-)

Lufa ich denke mir die haben sich damals alle nichts geschenkt. Ich meine selbst James und Sirius auch wenn sie die Guten waren, waren doch nur Jungs!

Mortianna`s Morgana du hast Recht. Ganz schnell gehts auch nicht. ;-)

Liebe Grüße Gaby

13 Dinge die es nicht gab

Morgen. Er würde sie morgen wieder sehen. Mit diesen Gedanken kehrte er in sein Zimmer zurück. Irgendwie freute er sich darauf, auch wenn er keine Ahnung hatte wer sie war. Ob er es wagen konnte morgen wieder in diese Räume einzudringen? Sie schien kein Problem damit zu haben. Plötzlich fühlte er sich erschöpft. Er war schon zu lange auf den Beinen und bei weitem noch nicht so weit wieder hergestellt, dass er so lange herum laufen konnte.

Mit letzter Kraft schaffte er es ins Bett zurück und kroch hinein. Keine Minute zu spät. Poppy betrat in diesem Moment fröhlich wie immer den Raum. Zumindest tat sie so. Auch in ihren Augen lag ein trauriger Schimmer. Alle waren sie davon umgeben. Die junge Frau nebenan, Minerva und auch Poppy. Was hatten diese Frauen nur erlebt, dass es ihnen noch immer auf der Seele lag und Kummer bereitete? Auch das er einen Unfall gehabt haben soll, glaubte er nicht länger. Denn „Nagini hat ganze Arbeit geleistet" klang nicht nach Unfall. Nicht für ihn.

Sein Verstand begann zu rattern. Was wenn seine Krankheit und das Ereignis, was alle hier so traurig machte, zusammenhing? Grübelnd lag er ihn den Kissen und starrte dabei Poppy scharf an. Ohne das er es bemerkte begann diese sich zunehmend unwohl unter seinem Blick zu fühlen. Auch wenn er es nicht wusste, er benahm sich unbewusst so wie Severus es früher getan hätte.

„Warum starren sie mich so an?" wagte sie es ihn zu fragen.

Vorsorglich hatte sie ihren Geist verschlossen, ehe sie den Raum betrat. Noch einmal sollte er nicht so leicht in ihren Geist eindringen können. Er hatte auch so schon zu viel gesehen, da war sie sich sicher. Schon das er nicht alles aussprach, sagte ihr das er bereits so einiges ahnte. Er zog die kleine Tafel zu sich heran und begann zu schreiben.

Was macht sie alle so traurig? Was ist wirklich passiert?

Sie hatte Recht gehabt mit ihrer Vermutung. Er ahnte mehr als er zugab. Sollte sie ehrlich mit ihm sein? Es war wahrscheinlich das Beste und konnte ihm beim zurück erlangen seiner Erinnerungen nur hilfreich sein. Schwer sank sie auf den Stuhl vor seinem Bett.

„Es…es gab einen schrecklichen Krieg. Viele…" ihr brach die Stimme. Tief holte sie Luft und wandte den Kopf von ihm ab. Sie konnte ihn nicht ansehen bei dem was sie zu erzählen hatte. Zu sehr tat es noch immer weh und wahrscheinlich würde es das auch immer tun.

„Viele gute Menschen sind in diesem gestorben. Sie haben überlebt." Drückte sie sich eher nichts sagend aus. Sie konnte ihm noch nicht alles sagen, dafür war es noch zu früh. Wie würde er in diesem Stadium seiner Genesung mit dem Wissen, welche Rolle er in diesem grausamen Krieg gespielt hatte, zu Recht kommen?

Es könnte ihn gesundheitlich um Wochen zurück werfen, oder seinen Geist zerstören. Zu beneiden sind die Unwissenden. In diesem Fall sogar besonders. Eigentlich wäre es für Severus ein Segen sich nie mehr an sein Leben davor zu erinnern. Sein Leben war hässlich gewesen.

*

Sie stürmte wie von Furie gehetzt in Snapes Büro zurück. Das Hologramm stand wie immer, sobald sie auftauchte, mitten im Raum und sah sie, dabei eine Augenbraue neugierig über ihren Auftritt in die Höhe gezogen, an. Hermione schlug hinter sich die Tür einfach zu und trat dicht an das Hologramm heran. Ihn anstarrend umrundete sie ihn.

„Hatten sie nicht gerade vor einer Minute einen Verband um den Hals und auch ihre Kleidung – war die nicht anders?" Er zog, sofern das ging, seine Augenbraue noch ein Stück weiter in die Höhe und betrachtete sie interessiert.

„Ich habe keine Ahnung was sie meinen!" meinte er trocken. Unwillig runzelte Hermione die Stirn. Entweder stand sie im Begriff den Verstand zu verlieren, weil sie sich Dinge einbildete die es nicht gab, oder hier stimmte etwas ganz und gar nicht.

„War wer anderer in diesen Räumen?" fragte sie das Hologramm. Dieser schüttelte seinen Kopf.

„Außer Professor Snape und nun ihnen hat niemand zu diesem Raum zutritt!" Gab er ihr Auskunft. Hermione tat nachdenklich ein paar Schritte. Da Professor Snape tot war musste sie sich dies folglich nur eingebildet haben. War das eine Reaktion auf seine Erinnerungen? War ihr Geist so verwirrt das sie Dinge sah, die es nicht gab?

Einen noch lebenden Professor Snape zum Beispiel? Bei diesem Gedanken schnappte sie heftig nach Luft. Es war wahr. Sie wünschte sich er würde noch leben. Sie wünschte er wäre noch hier und sie könnte mit ihm reden. Sie malte sich aus, sie würde morgen hier her kommen und statt des Hologramms wäre er hier und würde mit ihr reden. Nicht wie immer, sondern freundlich, nett. Seufzend verließ sie die Räume und ging nach Hause. Sie brauchte dringend Abstand, Schlaf und Erholung. Am Besten alles auf einmal. Sie drehte schön langsam durch!

*

Flink huschte sie durch die Gänge. Sie wollte nicht aufgehalten werden, noch das sie irgendwer mit unsinnigen Fragen aufhalten würde. Sie musste nach einem Patienten sehen. Immer noch kam es ihr einem Wunder gleich ihn am Leben und Atmen zu sehen. Sie hatte um ihn getrauert, so wie um jeden, den sie in diesem fürchterlichen und sinnlosen Krieg verloren hatten. Nun sie hätte es sich denken können, dass selbst der Tod ihn nicht halten konnte, wenn er noch nicht bereit dazu war.

Egal was ihn am Leben hängen ließ, es tat gut ihn zu sehen. Das einzige, nein eigentlich waren es zwei Sachen die ihr zu schaffen machten, neben tausend anderen. Zum einen hatte er keine Ahnung wer er war und, was sie als fast noch schlimmer empfand, er konnte nicht mehr sprechen. Seufzend eilte sie auf seine Tür zu, als neben ihr sich eine öffnete. Erschrocken hielt sie inne. Hermione! Was wenn sie die Wahrheit entdeckte? Darüber wollte sie gar nicht nachdenken. Sie fand immer noch es war besser sie im Ungewissen zu lassen.

„Minerva?" rief diese gerade überrascht aus.

„Oh Hermione mit dir wollte ich sprechen. Bist du fertig für heute?" Etwas nervös glitt ihr Blick den Gang auf und ab, so als hielte sie nach etwas Ausschau. Beinahe hätte Hermione sie erwischt wie sie Severus einen Besuch abstattete. Sie musste vorsichtiger sein.

Hermione runzelte die Stirn. Wieso war Minerva so offensichtlich nervös und warum gewann sie den Eindruck, dass sie sie anlog. Sie war gar nicht auf dem Weg zu ihr gewesen. Aber wenn sie nicht zu ihr wollte, wo wollte sie dann hin? Misstrauisch verengten sich Hermiones Augen. Wurde sie neben ihren Wahnvorstellungen auch noch paranoid? Tief seufzte sie und blickte die ältere Frau abwartend an. Dabei schalt sie sich selbst. Wohin sollte Minerva sonst gehen? Minerva hakte sich bei Hermione unter und zog sie mit sich.

„Das Beste wird sein wir gehen in meine Räume und trinken gemütlich eine Tasse Tee!" Ehe Hermione auch nur Ansatzweise widersprechen konnte waren sie die Treppe zur Hälfte schon oben, aber sie wollte gar nicht protestieren, sondern im Gegenteil mit Minerva über Severus Snape sprechen.

Er war für sie wie ein Buch mit sieben Siegeln und jedes einzelne wollte sie öffnen und nicht nur das, sondern sie wollte auch verstehen. Kaum hatte sie es sich auf dem Sofa bequem gemacht und nachdem sie an ihrem Tee genippt hatte, diesen abgestellt, begann sie schon mit ihren Fragen.

„Es ist für mich sehr schwer zu verstehen, was ich sehe, da ich Professor Snape als Mensch zu wenig gekannt habe. Es würde meine Arbeit unheimlich erleichtern, wenn du mir alles, was du über ihn weißt, erzählen würdest. Wann hast du ihn kennen gelernt? Wie war er so als Jugendlicher und später dann als Erwachsener?" sprudelten die Fragen nur so aus ihr heraus.

Automatisch dachte Minerva an den Tag zurück, an dem Severus hier ankam. Ein blasser, kleiner Junge war er gewesen. Den Mund trotzig zusammengepresst, sah er schon damals feindselig in die Welt. Das einzige, das seinen Zorn mildern konnte und die harten Linien in seinem Gesicht verschwinden ließ, war Lily gewesen. Immer wenn sie mit ihm zusammen war, war er ein anderer gewesen. Leider hielt ihre Freundschaft nicht lange und von da an blieb er allen gegenüber verschlossen. Nachdenklich nahm sie einen Schluck Tee.

„Der junge Severus war ein ungewöhnlich schweigsames Kind und damals schon sehr stur, aber er war klug und wissbegierig. So gesehen erinnerte er mich ein bisschen an dich, auch wenn du bei weitem nicht so unzugänglich warst wie er."

Hermione runzelte die Stirn und dachte an die erste Erinnerung die sie sehen durfte. War er da nicht von Freunden umgeben gewesen? Ihr lag die Frage schon auf der Zunge, aber sie wollte Minerva nicht unterbrechen und so schwieg sie. Später. Sie konnte ihre Frage auch später stellen.

„Fast die gesamte Schulzeit stritt und balgte er sich mit James Potter, Harrys Vater, und Sirius Black. Vor allem Sirius und er lagen sich ständig wegen irgendwelchen Kleinigkeiten in den Haaren. James versuchte manchmal Frieden zu stiften und ein anderes Mal machte er jeden Unfug von Sirius mit. Ich denke wir bekamen bei weitem nicht alles mit was damals geschah.." sprach Minerva weiter.

Wenn du wüsstest! Ging es Hermione durch den Kopf und sie dachte dabei an den Sectumsempra und an den Werwolf. Die Beiden hatten sich wirklich nichts geschenkt und sich bis aufs Blut gehasst.

„Habt ihr nicht versucht das Ganze zu unterbinden?" warf sie ein, ehe sie es verhindern konnte.

„Natürlich!" kam es leicht beleidigt von Minerva,

„Aber es war, als würden wir damit nur Öl ins Feuer gießen. Es wurde nur noch schlimmer und dann hörte es auf." Fragend sah Hermione Minerva an. Was war passiert? Diese zuckte mit den Achseln.

„Wir haben es nie erfahren. Auf einmal ging jeder seiner Wege. Sie mieden sich, sahen sich nicht mehr an, aber sie stritten sich auch nicht mehr. Zu dem Zeitpunkt, schätze ich mal, war Severus bereits aktives Mitglied von Du-weißt-schon-wem." Minerva nahm erneut einen Schluck aus ihrer Tasse und fuhr dann fort.

„Er hatte, neben dir, einen der besten Schulabschlüsse, die diese Schule je gesehen hatte. Er kehrte, soweit ich weiß, nicht mehr nach Hause zurück, sondern schloss sich ganz und gar den Todessern an. Was er dort alles erlebte, kann ich dir nicht sagen. Später kehrte er auf Dumbledores Fürsprache als Lehrer zurück und blieb hier bis zu seinem Tode."

Wie leicht ihr diese Lüge über die Lippen kam. Unwillkürlich schüttelte sie sich. Es war nicht gut zu lügen, gar nicht gut.

„Als Lehrer war er so, wie du ihn kennen gelernt hast. Hart, streng und menschenfeindlich. Er war noch um vieles verschlossener, als er es als Jugendlicher hier war, darum möchte ich dich noch einmal warnen. Es könnten Erinnerungen auftauchen, die fürchterliches zeigen. Grauenvolle, hässliche Dinge. Du weißt schon er war nicht gerade wegen seiner großen Freundlichkeit bekannt. Sei vorsichtig Hermione. Ich möchte nicht, das du unter dem, was du zu sehen bekommst, leiden musst!"

*

In Gedanken versunken schritt sie am nächsten Tag auf den Kerker zu. Die Worte von Minerva hatten sie nicht losgelassen und ihre eigene Angst geschürt. Sie dachte an das, was sie glaubte gesehen zu haben, ihre Verdächtigungen Minerva gegenüber. Waren das bereits die ersten Anzeichen dafür, dass sie mit dem, was sie gesehen hatte, nicht zurecht kam?

Hatte auch er sie nicht davor zu Anfang gewarnt? Das so etwas passieren konnte? Es gab nur eine Möglichkeit es herauszufinden. Sie musste sich noch mehr ansehen. Entschlossen betrat sie sein Büro, wo sie das Hologramm erwartete. Schweigend stand es da und starrte sie neugierig an. Hermione runzelte leicht die Stirn, um sie sogleich wieder zu glätten. Sie kannte das unleidige Verhalten des Hologramms nun schon zur Genüge, es sollte sie eigentlich nicht weiter erschüttern.

„Guten Morgen!" rief sie freundlich. Er nickte ihr lediglich leicht zu, sagte aber sonst nichts.

„Welche Phiole schlagen sie heute vor?" fragte sie höflich und blickte ihn erwartungsvoll an.

Unwillig runzelte er die Stirn. Er schien sich nicht ganz sicher zu sein, was sie von ihm wollte, doch plötzlich schien ihm ein Licht aufzugehen. Zügig schritt er an das Board mit den kleinen Fläschchen heran, nahm eine herab und reichte sie ihr. Hermione schüttete den Inhalt in das Becken und tauchte mit dem Kopf ein.

Wieder umgab sie der bereits vertraute Nebel, nur etwas war anders. Hier stimmte etwas nicht. Etwas war falsch. Bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, lichtete sich der Nebel und zeigte ihr längst vergangene Bilder.