Vielen Dank für die Reviews, Rianna, Mortianna´s Morgana und Marylein!
Rianna mein größtes Laster beim schreiben ist das ich nicht bei einer Geschichte bleiben kann, darum sind die Kapitel so kurz. ;-)
Mortianna´s Morgana auf die arme Hermione kommt noch so einiges zu mit dem sie so nicht gerechnet hat.
Marylein och das muss Poppy erst rausfinden und aus Serverus irgendwas rauszubekommen war noch nie leicht. ;-)
Liebe Grüße Gaby
15 Das ist unmöglich
Sie kehrte zurück in sein Büro. Bei jedem Schritt wuchs auch ihre Wut. Warum hatte er ihr genau diese Phiole ausgesucht? Wahrscheinlich nur, weil er sie erneut wieder loswerden wollte. Der Mistkerl tat das mit Absicht. Er wusste doch was für ein gefühlsbetonter Mensch sie war und darum nutzte er diesen Umstand aus.
Je näher sie seinen Räumen kam, umso stärker wurde der Zorn. Er hätte auch mit den Erinnerungen während der Schulzeit weiter machen können, aber nein er wählte eine die viel später kam, sehr viel später. Wenn sie nur daran dachte, was er ihr gezeigt hatte, spürte sie erneut Übelkeit in sich aufsteigen. Schwer atmend lehnte sie sich kurz an die Wand. Sie hatte bereits viel gesehen in ihrem jungen Leben. Vieles das sie vermutlich den Rest ihres Lebens nicht mehr loslassen würde, aber das war mit Abstand das Scheußlichste das sie jemals gesehen hatte.
Die arme Frau. Gequält, gefoltert, gedemütigt und zum Schluss getötet und wofür? Weil ein kranker Bastard es so wollte. Sie straffte ihre Schultern und eilte weiter. Dafür würde sie das Hologramm umbringen. Energisch riss sie die Tür auf und schlug diese, nach dem sie den Raum betreten hatte, heftig hinter sich zu.
„Wie können sie es wagen?" schrie sie das wie immer teilnahmslos dastehende Hologramm an. Eine steile Falte bildete sich auf dessen Stirn.
„Sind sie übergeschnappt?" war alles was er trocken hervorbrachte.
Hermione raste vor Zorn. Zuerst konfrontierte er sie unvorbereitet mit dieser schlimmen Erinnerung und dann meinte er sie wäre übergeschnappt! Sie stürmte auf ihn zu, holte aus und schlug ins Leere. Irritiert stand sie keuchend vor ihm. Was tat sie da eigentlich? Er war nicht echt, sie konnte ihn nicht schlagen. Ihre Wut wich einer tiefen Niedergeschlagenheit.
„Warum haben sie mir das angetan? Warum? Bitte ich muss es verstehen." Sagte sie leise. Sie wirkte innerlich gebrochen.
*
Hermione Granger, ehemalige Schülerin von Hogwarts. Die Beste, die neben ihm, Hogwarts je gesehen hatte. Erbin von Severus Snape.
Ein Bild huschte durch Poppys Geist. Sie war es. Sie die er drüben in dem anderen Raum getroffen hatte. Scharf musterte er die Medi-Hexe mit einem stechenden Blick unter dem sie sich immer kleiner zu fühlen begann.
„Hören sie auf damit! Sofort!" wollte sie energisch rufen, nur klang es nicht so. Er wandte den Blick ab von ihr, schrieb schnell etwas auf die Tafel und hielt sie ihr unter die Nase.
„Warum mein Erbe?"
Unruhig wandte sie sich unter seinem Blick. Warum konnte dieser Mistkerl nur Gedankenlesen und warum zur Hölle hatte er diese Eigenschaft neben allem anderen nicht vergessen?
„Ich habe niemandem gesagt, dass sie noch leben!" stieß sie gepresst hervor.
„Alle denken sie sind tot!"
Verdutzt ließ er die Tafel sinken. Er war tot! Grübelnd kauerte er auf dem Bett. Das alles verstand er nicht. Er lebte. Warum durfte das keiner wissen? Sie verschwiegen ihm mehr als sie ihm sagten. Was war mit ihm?
„Ich…ich gehe jetzt. Hören sie ich komme später noch mal vorbei und dann erzähle ich ihnen was sie wissen wollen. Versprochen!"
Poppy hatte ein ganz schlechtes Gewissen. Severus so geknickt zu sehen fraß an ihr. Das hatte er wirklich nicht verdient. Leise verließ sie den Raum und überließ ihn seinen Gedanken.
Sie dachte also er wäre tot, aber warum war sie dann nicht erstaunt ihn zu sehen?
Er rieb sich mit der Hand über seine Stirn. Er bekam Kopfschmerzen von all den quälenden Gedanken. Langsam erhob er sich und ging durch das Bad zur Verbindungstür. Er wollte schon die Tür öffnen als ihn Stimmen jenseits der Tür innehalten ließen. Sie war wieder zurückgekommen. Aber mit wem stritt sie?
*
„Sie haben offensichtlich einen Nervenzusammenbruch. Gehen sie nach Hause! Vergessen sie hier alles! Das, was ich von Anfang an befürchtet habe, ist nun eingetreten. Sie werden mit meinen Erinnerungen nicht fertig. Sie sind dem nicht gewachsen!" meinte er ernst.
Er konnte sich ihren Ausbruch nicht erklären, außer damit, dass es ihren Geist einfach überstieg seine Vergangenheit zu sehen. „Um das geht es nicht wahr? War das nicht genau ihre Absicht als sie mir heute diese Phiole in die Hand gedrückt haben? Sie wollen mich einfach zum Aufgeben bewegen?"
Snape verschränkte die Arme vor der Brust und blickte finster auf sie herab.
„Sie reden wirres Zeug! Ich bin ein Hologramm ich kann ihnen gar nichts geben! Außerdem sind sie gerade erst gekommen!" stellte er kalt fest.
„Was soll das? Ist das ein krankes Spiel für Hologramme? Ich war gerade vor ein paar Minuten hier und sie haben mir diese Phiole gegeben!"
Sie eilte hinüber zum Becken, packte die leere Phiole und hielt sie ihm unter die Nase. Seine Stirn legte sich noch mehr in Falten.
„Vielleicht liegt bei mir doch eine Störung vor."
*
„Er verlangt Antworten!" unruhig schritt Poppy vor Minervas Schreibtisch auf und ab.
„Hättest du ihm nicht die Wahrheit von Anfang an verschwiegen, hätten wir dieses Dilemma jetzt nicht! Natürlich verlangt er Antworten. Das ist Severus Snape – er kann gar nicht anders!"
Poppy hielt inne, ihr Schultern sanken nach vorne.
„Was tun wir jetzt?" meinte sie leise.
„Wir?" Minerva hatte sich ebenfalls erhoben.
„Du hast diesen Schaden angerichtet, du wirst dich auch darum kümmern!" befahl sie streng.
„Beantworte seine Fragen. Hilf ihm!" schlug sie etwas milder vor.
Zustimmend nickte Poppy und verließ Minervas Büro. Diese trat ans Fenster und blickte über die Ländereien von Hogwarts. Schön langsam wuchs ihnen das alles über den Kopf. Sie sollten es nicht länger verschweigen. Severus war nicht nur am Leben er würde es auch bleiben.
Einzig das fehlen jeglicher Erinnerungen hielt sie noch zurück es öffentlich zu machen. Sie rang schwer mit sich. Es war falsch. Ein paar Tage noch, dann würde sie die Neuigkeit in Hogwarts verkünden, doch zuerst würde sie mit Hermione reden müssen. Sie sollte es als Erste erfahren.
Vielleicht war es ein Fehler gewesen sie weiter diese Erinnerungen sehen zu lassen. Wäre es nicht besser sie Severus ansehen zu lassen? Es könnte ihm helfen sein Gedächtnis zurück zu erlangen. Aber keiner wusste genau was er in den harmlos aussehenden Phiolen für Schrecklichkeiten verpackt hatte. Was wenn sie damit riskierte das er seinen Verstand dadurch, das er sah was er getan hatte, einbüßte?
Schließlich fehlten ihm die nötigen Informationen, um damit umgehen zu können. Er war wie ein neugeborenes Kind – Ahnungslos. Seufzend wandte sie sich vom Fenster ab, ohne zu einer Entscheidung gekommen zu sein. Was war das Beste für ihn?
*
Sie klang so traurig und verzweifelt. Was hatte er ihr nur angetan? Unentschlossen stand er vor der Tür. Sollte er hineingehen? Aber sie war nicht alleine. Nein er musste zu ihr. Wiedergutmachen was er getan hatte. Lautlos öffnete er die Tür und schloss sie hinter sich wieder. Sie stand mit dem Rücken zu ihm da und schien nach zu denken und sie war alleine. Mit wem hatte sie gesprochen? Wo war dieser hingekommen?
Leicht irritiert senkte er sein Haupt. Er hatte wirklich schlimme Kopfschmerzen und von Minute zu Minute nahmen diese noch zu. Er rieb sich über die Schläfen und versuchte sie so loszuwerden, aber mit wenig Erfolg. Hermione drehte sich zu ihm um, den Mund bereits geöffnet um etwas zu sagen, aber als sie sah dass ihn Schmerzen quälten schloss sie ihn wieder.
„Haben sie Kopfschmerzen?" Er nickte zustimmend.
„Wenn sie ein Mensch wären, könnte ich ihnen helfen, aber so…"
Fragend sah er sie an. Für was zur Hölle hielt sie ihn? Einen Geist? Er wäre gerne in ihren Kopf eingedrungen, um in ihren Gedanken zu lesen, aber die Schmerzen in seinigem verhinderten dies.
„Was kann ich tun?" fragte sie ihn.
Sie fragte ihn? Er hatte doch keine Ahnung, bestimmt viel weniger als sie. Verständnislos zuckte er mit den Schultern.
„Sagen sie mir einfach was ich für sie tun kann." Versuchte sie es erneut und erntete wieder ein hilfloses Schulterzucken von ihm.
Die Schmerzen hatten nun einen Grad des unerträglichen erreicht. Schwerfällig ließ er sich auf die Couch fallen. Besorgt trat sie an ihn heran, streckte die Hand nach ihm aus und zog sie sogleich, als ihr wieder einfiel dass sie ihn nicht berühren konnte, wieder zurück.
„Ich werde Hilfe holen. Vielleicht weiß jemand anderes, was zu tun ist." Schlug sie vor und wollte sich schon abwenden, als ein stählerner Griff sich um ihr Handgelenk schloss und sie festhielt.
„Aber…" sie blickte auf die Hand die sie festhielt.
„Aber das ist unmöglich!" keuchte sie.
*
Poppy rang den restlichen Tag mit sich was sie ihm alles erzählen sollte. Vieles würde er ohne die nötigen Erklärungen gar nicht verstehen und die wiederum konnte sie ihm nicht geben, ohne dass sie ihm nicht alles über ihn erzählte. Es gab so viele Ereignisse in seinem Leben, die einfach nicht erinnernswert waren. Es war für ihn doch viel besser er konnte sich an diese nicht mehr erinnern. Wie sollte ihm die Wahrheit helfen?
Der ganze Kummer und das ganze Leid, das ihn bisher sein Leben lang begleitet hatten, waren von ihm abgefallen und sie sollte sie ihm nun zurückgeben? Das konnte sie nicht. Ohne sie bekam er die Möglichkeit glücklich zu werden, ein neues Leben anzufangen. Besser sie behielt das meiste über seine Vergangenheit für sich. Sie hatte es in der Hand. Sie konnte ihm ein besseres Leben bescheren. Was, wenn sie einiges was sie von ihm wusste, ein kleines bisschen beschönigte? Wer würde den Unterschied schon merken?
Vieles was sein Leben betraf war nur ganz wenigen bekannt. Sie wusste einiges, natürlich Minerva und jetzt auch noch Hermione. Das konnte ein Problem sein, sofern sie herausfand, dass der vermeintliche Tote immer noch unter den Lebenden weilte. Aber bis es soweit war lag es in ihren Händen Severus glücklich zu machen.
Sie brachte es einfach nicht über ihr Herz ihm zu sagen, was für ein gemeiner Zyniker er war und warum er dazu geworden ist. Sollte er sich eines Tages tatsächlich an alles erinnern, dann könnte diese Phase, diese unfreiwillige Auszeit aus seinem Leben, genügt haben um heilend auf seine Seele einzuwirken. So gesehen tat sie es doch nur, weil sie ihm helfen wollte.
Weil es ihr Beruf war Menschen zu heilen und war die Seele gesund, kam der Rest von ganz alleine. So würde es gehen. Ein zufriedenes Lächeln legte sich auf ihre Lippen. Sie würde dem Jungen helfen, auch wenn er das vielleicht nicht wollte, aber es war so das Beste für ihn.
*
Hermiones Stirn legte sich in eine steile Falte. Was war jetzt los? Wie konnte sie ein Hologramm festhalten? Das war doch praktisch unmöglich, außer…Heftig ging ihre Atmung und ihr Blick glitt von ihrer Hand und der seinigen, mit der er sie noch immer eisern festhielt hoch zu seinem Gesicht, dabei nahm sie jedes noch so kleine Detail war.
Sah wie schmal er war, das seine Kleidung nicht so perfekt saß wie sie es bei dem Hologramm kannte und sah auch den weißen Verband am Hals unter seiner Kleidung hervor blitzen. Fassungslos blickte sie ihm in sein Gesicht.
Er hatte abgenommen, seine Züge wirkten ausgemergelt und leicht eingefallen und noch etwas war anders. Sie konnte es sich in der Aufregung nicht erklären, erst viel später kam die Erkenntnis – aus seinen Augen, aus seiner Mimik war die Angespanntheit, die ihn sonst so prägte, gewichen.
Vorsichtig streckte sie ihre andere Hand aus und berührte mit den Fingerspitzen sein Gesicht um dann hastig zurück zu zucken.
„Aber das…wie?"
