Vielen Dank für die Reviews, CaroloveSeverus, Marylein und Lena5972!

CaroloveSeverus tja Minerva denkt sie tut das Richtige, wenn sie Hermione nicht die Wahrheit sagt - blöd das die sie schon von alleine rausgefunden hat. Was es mit Severus und dem Hologramm auf sich hat da musst du noch ein bisschen Geduld haben. Die Erklärung kommt noch.

Marylein ich müsste lügen, wenn ich behaupte bei mir wäre jeder Tag gleich. Ich kann es dir nicht sagen, vielleicht liegt es auch an mir und ich habe es diesmal nicht geschafft die Stimmung einzufangen.

Lean5972 schön das dir meine Geschichte gefällt. Ich habs leider noch nicht geschafft mir HP6 anzusehen und ich will ja unbedingt.

Liebe Grüße Gaby

18 So dachte sie von ihm!

Er war so stolz auf sich. Unbewusst berührte er sie am Arm und registrierte mit Erstaunen wie sie heftig vor ihm zurück zuckte. Irritiert betrachtete er sie.

„Nicht!" flüsterte sie und wich seinen wissenden Augen aus. Scheinbar ertrug sie seine Berührung heute nicht. Warum? Es gab für ihn nur eine Möglichkeit es herauszufinden. Er schloss die Augen, konzentrierte sich ganz auf sie und drang in ihren Geist ein. Eine Flut von Bildern schwappte über ihn hinweg, wirr und ungeordnet. Manche waren mit ihm, scheinbar andere von dem Krieg, von dem ihm Poppy erzählt hatte, aber eines hatten diese alle gemeinsam, sie alle waren schrecklich. Es schmerzte ihn dies zu sehen, aber noch mehr sich zu sehen. Was war er für ein Mensch? Mörder!

Dieses eine Wort huschte gleich einem Echo durch ihren Kopf und ließ ihn aus diesem zurück weichen. So dachte sie von ihm? Sie hielt ihn für einen Mörder? Wenn sie ihn mit solchen Augen sah, dann wollte er sich an sein Leben nicht mehr erinnern, aber er hatte keine Wahl. Um sich und sie verstehen zu können, um sich gegen diese Anschuldigung, diesen Verdacht, oder vielleicht sogar Tatsache wehren zu können, musste er wissen was in seinem Leben alles passiert war. Besorgt registrierte er den Schmerz in ihren Augen. Er hatte gedacht sie würde ihn irgendwie mögen. Er war so alleine und hatte keinen festen Platz mehr in dieser Welt. Er wusste nicht wo er hingehörte.

Sie haben ihm zwar gesagt er sei hier Lehrer, er lebte hier, aber es fühlte sich für ihn nicht so an. Alles war ihm fremd, selbst die Kleidung die er trug und nun dachte der einzige Mensch, den er neben Minerva und Poppy kannte er wäre ein Mörder und hatte Angst vor ihm. Oh sie mochte sich dessen nicht bewusst sein, aber es war so. Ihre Geste, ihre Augen sprachen dafür. Er sollte nicht mehr hierher kommen. Langsam legte er den Zauberstab auf den Tisch und ging in sein Zimmer. Kurz darauf kehrte er mit seiner Tafel zurück und hielt sie ihr so hin damit sie lesen konnte was er geschrieben hatte.

„Wie soll ich dir deine Angst nehmen, wenn ich nicht weiß was ich getan habe!" Erschüttert las sie was da stand, dann sah sie ihn an. War es so offensichtlich? Sie wollte ihm ihre Gefühle nicht so deutlich zeigen, aber sie war noch nie gut darin gewesen zu verbergen was sie wirklich fühlte.

„Der Severus Snape vor dem Unfall war anders." Begann sie vorsichtig. Sie hatte das Bedürfnis es ihm erklären zu müssen. Schnell löschte er die Tafel und schrieb.

„Das dachte ich mir fast! Wie?"

Wieder wich sie seinen Augen aus. In ihr entstanden erneut die schrecklichen Bilder aus seinen Erinnerungen vermischt mit ihren eigenen.

„Das ist nicht so einfach zu erklären…" antwortete sie ausweichend. Er war ein vielschichtiger Mensch. Sie könnte ihm sagen er war ein brillanter Lehrer und niemals würde er zulassen, dass ein Schüler unter seiner Obhut schaden nahm oder in Gefahr geriet, aber das war nur ein kleiner Teil von ihm. Sie könnte ihm auch erzählen, dass er ein Anhänger vom bösesten und schlimmsten Zauberer war, den Hogwarts und die gesamte magische Welt je gesehen hatte, das er sogar dessen rechte Hand war und es wäre nicht gelogen und dennoch hätte sie noch immer nicht den ganzen Severus Snape beschrieben.

Er war auch ein Spion in den Diensten Dumbledores gewesen und diesem war er auch treu ergeben, selbst über dessen Tod, den er herbeigeführt hatte, hinaus. Auch das war ein Teil seiner Person und noch längst nicht alles. Er war einer der fähigsten Zauberer den sie kannte, verfügte über ein erstaunliches Wissen, er war wenn man es genau nahm der größte noch lebende Zauberer in der magischen Welt. Außerdem war er gemein, feindselig, bösartig, ungerecht, zynisch, scharfzüngig und ein mürrischer Einzelgänger.

„Versuchen sie es!" schrieb er quer über die Tafel.

„Sie sind ein sehr verschlossener Mensch, sind gerne für sich, man hat das Gefühl andere Menschen sind ihnen schnell zuviel und ein Gräuel. Sie lassen niemanden an sich heran, was aber an ihrer Arbeit liegen kann."

Überrascht zog er eine Augenbraue in die Höhe. Er mochte sich nicht an sein Leben erinnern, aber er kannte die Definition von dem Begriff Lehrer und die beinhaltete nicht, das man Menschen nicht mag, eher das Gegenteil. War das nicht eine der Voraussetzungen für diesen Beruf?

„Sie sind nicht nur Lehrer." Offenbarte sie ihm. Wieder betrachtete er sie überrascht. Nicht? Was noch?

„In ihrem Leben gab es sehr viele unschöne Dinge, die, und das vermute ich nur, dazu geführt haben, das sie wurden wie sie waren." Verwirrt starrte er sie an.

„Sie mögen die Menschen nicht sonderlich. Die meiste Zeit blieben sie lieber für sich und lasen ein Buch. Bücher schienen sie sehr zu mögen. Sie sind ein sehr gebildeter Mensch, aber ihr Wissen erstreckt sich nicht nur über die normale Bildung, sondern geht darüber hinaus. Sie besitzen umfangreiche Kenntnisse auch in der schwarzen Magie. In ihrem Fach, das sie unterrichten, sind die eine Koryphäe. Sie würden zwar viel lieber Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichten, wo sie auch zweifelsohne der Beste sind, aber wenn sie mich fragen, passen sie besser zu den Zaubertränken. Weniger Menschennähe."

Er war wohl kein angenehmer Zeitgenosse.

„Habe ich Freunde?" Sie las die Worte auf der Tafel und zuckte mit den Schultern.

„Nicht das ich wüsste!" antwortete sie ihm ehrlich. Irgendwie stimmten ihn diese Informationen traurig und er musste an ihre Worte denken, als er heute den Raum betrat.

„Keine Freunde, keine Liebe, nichts! Nur der Tod!" Sie hatte ihn gemeint. Ihre Worte hatten ihm gegolten.

Wenn es dort oben im Himmel eine höhere Macht gab, so hoffte sie, war sie ihm gnädig gestimmt und verschonte ihn vor seinen Erinnerungen. Ohne es zu wollen hatte er diesen Gedankenfetzen von ihr aufgeschnappt. Schwer ließ er sich auf die Couch fallen. Was war nur falsch mit ihm? Unschlüssig stand sie da.

„Ich…es tut mir leid. Vielleicht haben sie auch Freunde…Ich meine ich war ihre Schülerin und kenne ihr Privatleben nicht." Entschuldigend zuckte sie mit den Schultern. Alles was sie ihm erzählte schien ihm ganz schön zuzusetzen. Sie ahnte nicht, das es nicht das war was sie laut aussprach, das ihm so zu schaffen machte, sondern das was sie nicht sagte.

Alles was er, ohne zu fragen, an sich gerissen hatte, indem er ihre Gedanken las. Seine Welt war auf jeden Fall merkwürdig. Die einzigen Bezugspersonen die er hatte waren zwei verschrobene alte Damen und eine ehemalige Schülerin. Warum war sie eigentlich hier? Was hatte sie mit ihm zu tun? Seine Welt bestand nur noch aus Fragen und kaum wurde eine halbwegs zu seiner Zufriedenheit beantwortet, so taten sich an derer Stelle sofort zehn neue auf.

„Was machen sie eigentlich hier?" Alarmiert wurden ihre Augen groß. Er weiß es! War das erste was ihr durch den Kopf schoss. Ungeniert las er mit, obwohl er sich nicht ganz wohl dabei fühlte. ER hatte keine Ahnung. Es war so mühsam.

„Ich…ich löse ein Versprechen ein!" sagte sie zögernd. Ein Versprechen das ich Ihnen gegeben habe, war es aber was sie dabei dachte. Sie hatte ihm also ein Versprechen gegeben. Ach so ja, sie hatte versprochen ihm alles was er wissen wollte zu erzählen. Auch wenn ich es nicht will und so werde ich dennoch mein Wort halten. Ihr Blick glitt, ohne das es ihr Bewusst war, hinüber zu den Phiolen.

„Was tun sie bei diesem Becken und was befindet sich in den Phiolen?" stand als nächstes auf der Tafel zu lesen.

„Ich sehe mir vergangene Dinge an." Klärte sie ihn auf. Ich sehe mir deine Hölle an! Immer mehr fraß die Unwissenheit an ihm. Seine Vergangenheit schloss sich wie ein dickes Seil um seinen Hals und zog ihn in einen Abgrund. So wie sich alle verzweifelt bemühten ihn davor zu schonen, umso schlimmer wurde es für ihn. Sein Leben war ein schwarzer Fleck auf seiner Seele und er hatte Angst genau hinzusehen. Aber er hatte keine Wahl.

„Kann ich das auch sehen?" Seine Wissbegierde brach sich bahn. Sie schüttelte verneinend den Kopf.

„Ich denke nicht dass das so gut wäre." Meinte sie ausweichend. Seine Augenbrauen zogen sich fragend zusammen. „Es sind keine schönen Dinge die ich sehe." Fügte sie noch hinzu.

„Meine Hölle?" Aufkeuchend sah sie auf die Tafel, dann wurde sie wütend.

„Sie sind in meinen Kopf eingedrungen?" verlangte sie leicht hysterisch zu wissen, doch von ihm kam keine Reaktion, was sie als Bestätigung ansah.

„Tun sie das nie wieder! Das geht sie nichts an, was ein anderer Mensch denkt! Ohne Erlaubnis ist das verboten! Diese Dinge, Bilder, Gedanken waren nicht für sie bestimmt!" schimpfte sie mit ihm und dachte verzweifelt darüber nach, was ihr in den letzten Minuten so durch den Kopf gegangen war. Zuviel für ihn.

„Es ging um mich!" schrieb er schroff auf die Tafel, so als würde dies alles entschuldigen.

„Natürlich ging es um sie! Immerhin rede ich die ganze Zeit von ihrem Leben!" Müde rieb sie sich über die Stirn. So funktionierte das nicht. Sie konnte sich nicht um alles kümmern.

„Wenn sie wollen das ich wieder komme und ihnen helfe, dann müssen sie mir versprechen, das sie das nie wieder tun, außer ich erlaube es ihnen." Forderte sie.

„Erlauben sie es?" stand auf der Tafel hoffnungsvoll zu lesen.

„Nein! Natürlich nicht!" kam es streng von ihr. Er sah nach unten und wischte umständlich an seiner Tafel herum. Hermiones Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen.

„Denken Sie nicht einmal darüber nach! Sollte ich sie noch einmal dabei erwischen wie sie ohne meiner Erlaubnis in meinem Kopf herumwühlen, dann…"

Sein Kopf schnellte in die Höhe. Interessiert sah er sie an. Mit was würde sie ihm drohen?

„Sie sehen mich nie wieder!" Verdammt! Er brauchte sie noch. Widerwillig nickte er mit dem Kopf und gab ihr so zu verstehen, dass er sich daran halten würde. Vorerst. Nicht ewig würde er sich damit zufrieden geben, dass er nur das erfuhr, was sie bereit war zu geben. Das war für ihn bei weitem zu wenig. Noch dazu wo er in ihrem Kopf ganz andere Antworten zu seinen Fragen fand. Hermione trat näher und nahm ihm gegenüber Platz.

„Ihre Welt enthält nicht viel schönes. Sie waren ein sehr schwieriger Mensch. Sie zu mögen fällt keinem leicht. Sie können dermaßen gut mit Wörtern umgehen, ihre Art zu reden war schon eine Waffe. Sie lassen nicht gerne jemanden an sich heran. Man hatte immer das Gefühl sollte man in Versuchung geraten ihnen persönliche Fragen zu stellen, würde man das bitter bereuen. Dadurch gab es praktisch niemanden, außer Professor Dumbledore der sie persönlich kannte. Sie haben es schlicht nicht zugelassen ihnen nahe zu kommen, indem sie schon jegliche Neigung in diese Richtung zuvor im Keim erstickten."

Er mochte also die Menschen nicht, wollte sie ihm das damit sagen? Ihm war der Mensch den sie beschrieb fremd.

„Erzählen Sie mir bitte mehr." Sie las was er schrieb und nickte zustimmend mit dem Kopf. Dieser Severus Snape war anders. Sie konnte sich nicht erinnern ihn jemals um etwas bitten gehört zu haben.

„Ich weiß nicht wirklich viel von Ihnen. Sie wurden in Spinners End geboren. Ihre Eltern waren Eileen und Tobias Snape. Sie gingen als Junge hier in Hogwarts zur Schule und wurden dann…" hier brach sie ab. Sollte sie ihm von Voldemort und seiner Rolle bei ihm erzählen? Andererseits war es wichtig für ihn. Sie musste noch nicht alles sagen.

Sollte er sein Gedächtnis zurückerhalten, würde er schon selber sehen was er getan und welche Rolle er gespielt hatte. Abwartend blickte er auf sie. Ihn interessierte alles was ihn betraf.

„Sie wechselten auf die dunkle Seite. Sie traten in den Dienst, oder wie man es nennen wollte, von Lord Voldemort alias Tom Riddle. Er hasste die Muggel und wollte die ganze Macht an sich reißen. Er hat sehr viele Menschen getötet und dieser schreckliche Krieg war sein Werk." Das war stark. Er war ein böser Mensch? Hermione schwieg. Ihre Züge wurden ganz traurig. Seine Fragen ließen sie erneut den Schrecken des Krieges sehen.

„Viele starben. Einige haben überlebt. So wie Sie." Voldemorts Schlange Nagini hatte ihn fast getötet, also musste seine Rolle ein andere gewesen sein.

„Aus einem mir unbekannten Grund haben Sie die Seiten gewechselt. Sie traten in den Dienst von Dumbledore, wurden hier Lehrer, aber nicht nur das. Sie spionierten fortan gegen Voldemort. Taten alles damit dieser nicht an Macht gewann. Vereitelten seine Pläne, wo es Ihnen möglich war und das für eine sehr lange Zeit." Er gehörte also zuerst zur dunklen Seite und später dann zur guten. Was hatte diesen Wandel ausgelöst? Hatte er erkannt dass sein Weg falsch war? Wieder entstanden neue Fragen. Er hasste das.

„Das hier ist ihr Labor und Büro zugleich. Hier haben sie gearbeitet. Aufsätze korrigiert, Tränke gebraut und wahrscheinlich noch vieles andere, was außer ihnen keiner weiß."

Neugierig blickte er sich um. Warum war ihm davon nichts vertraut? Damit würde er sich später, wenn sie ihn verließ beschäftigen, doch jetzt quälte ihn nur noch eine Frage.

„Warum haben Sie Angst vor mir? Was habe ich getan?"

Ihre Augen wurden groß. In ihnen spiegelte sich Angst und Entsetzen gleichermaßen. Er hatte diesen Ausdruck schon einmal an ihr gesehen. Als sie aus dem Becken auftauchte. Deine Hölle! Rasch senkte sie den Kopf. Wie sollte sie ihm das sagen? Sie konnte es nicht.